1831 / 22 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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hause von Dénkfirhen wird. eine Million Patronen ange-

. Vertheidiger des Hetrn Fazy, Advokat Decourdemanche, suchte

“Aix den bekannten hiesigen Advokaten, Herrn Hénnequin, als

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Fnteresse erregten die Sieget: von Navarin, Admiräle Co- drington und v. Rigny, welche sich mit dem Admiral Du-

perrey lange unterhielten. : Der zum diesseitigen Gesandten am Königl. Niederklin-

dischen Hofe ernannte Baron Durand de Mareuil, welcher náchsten Montag nah dem Haag abreisen wird, hatte gestera eine anderthalbstündige Audienz beim Könige.

Der Herzog von Mortemart is gestern nach St. Pe- tersburg von hier abgereist.

Der Temps äußert über die Jundiscretion der Belgi- schen Blätter Folgendes: „„ Wenn unser Minister der aus- wärtigen Angelegenheiten durch die Judiscretion der Belgi- schen Rednerbühne gelernt hat, daß man uur das. jagen darf, was man ôffentlih befanut werden lassen will, so muß man andererseits zugeben, daß die Belgier sich in den Fall geseßt haben , feine vertraulichen Mitchellungen mehr zu erhalten ; fle zwingen: sib die wohlwollendsien Regierungen, künftig nur {christlich mit ihnen zu unterhandeln. Auch muß man zugeben, daß die Sprache des Ministers wenig dipiomatish war. Wir begreifen nicht recht, wie er sagen konnte, dieses oder jenes Ereigniß würde uns in Gefahr bringen, alle Vortheile un: serer lebten Revolution zu verlieren. Wir lassen die Mög- lichkeit dieses betrübenden Falis nimmermehr zu, und es darf in den Berechnungen cines Französischen Ministers keinen Plaß finden. Was die Heiraths-Angelegeuheiten betrifsst, so ist man von der einen Seite wie von der andern etivas schnell verfahren. Es fehlten dabei zwei Einwilligungen, die bei ei- ner solchen Angelegenheit unerläßlich sind. Wir dürfen hof- fen, daß man in Zukunft vorsichtiger seyn werde.“

Das Journal du Commerce meldet: „Jm Zeug-

fertigt; ähnliche Arbeiten finden in allen ndrdlichen Festuugen statt. Der” Jngenieur-General Montfort hat Befehl ertheilt, die Justandsezung der Festungswerke von Dünkirchen und Grevelingen zu beschleunigen. Die Häuser Maugey, Vil- lard und Taconet, die schon früher für die Armee Lieferun- gen besorgt haben, sind vom Kriegs - Mirtister beauftrag“, einen großen Theil der fúr die Equipirung der ausgehobenen Mannschaften nôthigen Effekten zu lieferü ; sle machen große Ankäufe an Leder. ‘‘

Der hiesige Assisenhof verurtheilte gestern den Redacteur dès Blattes „lä Revolution,// Fazy, wegen Beeinträchtigung der Rechte und der Autoritát der Deputirten-Kammer, zu A4monatliher Haft und einer Geldstrafe von 6009.Fr. Der

in seinem Plaidoyer die in dem angejchuldigten Art.kel der Revolution aufgestellten Behauptungen zu vertheidigen, Er stellte folgende Säße auf: 1) Die jeßige Deputirten - Kam- mer sey nur eine provisorische, welche den ungeseblichen An- spruch mache, sich als definitive Staatsgewalt zu konstituiren, 9) Die Kammer sey eiu Hinderuiß dagegen, daß das Land die gehofften Reformen erhalte. Z) Der Jnhalt der ange- schuldigten Artikel sey uur eine gerechte Kritik dieses Zustan- | des der Dinge. 4) Die gerichtliten Verfolguugen scyen mehr | gegen die Lehren des Journals a!s gegen die angeblichen An- griffe auf bie Deputirten: Kamm:r gerichret. : Die Citadelle von Amiens 1voird zu cinem Staatsgefäng- nisse eingerichtet, woraus“ man {ließen wili , daß die verur- theilten Ex-Minister dorthin gebracht werden sollen. Nachrichten aus Madrid vom 7ten d. M. zufolge, hat

der diesseitige Botschafter am dortigen Hofe, Hérr v, Har- court, am 5ten d. M. seine feierlihe Antritts-Audieaz beim Könige gehabt. i

_ In Marseille erscheint seit dem 1sten d. M. ein ueues Blatt, das: sich zur Partei. der Quotidienne bekennt, die G a- ette du Midi; sie schlägt den Wähiern des Bezirks von

Kandidaten, statt des Herrn Thiers, vor, der wegen. seiner Erneunung zum Unter - Staats: Secretair der Finanzen fich der Wiedererwählung unterziehen muß.

Auf den Antrag dek hiesigen Handels, Kammer hat der Polizei: Präfekt eine Verordnung erlassen, wonach die Börse täglich, mit Ausnahme der Feiertage, für die Papier-Geschäfte von 13 bis 35 Uhr abgehalten werden foll. Die Börse für Rd B U wird, wie bisher, von 2 bis 5 Uhr statt-

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Nachrichten von der Jnsel Kandien zufolge sind die Truppen des Pascha?s von Aegypten Herren der Jnsel, und die Griechen leisten nur noch im Jnnern der Bergkette von Sphakia Widerstand. Das Küsten - Lathd, die Städte, Ebe- nen und das ganze bebaute Land sind von der Geißcl des Krieges befreit. 8 j t

Großbritanien und JFrland.

__ London, 12. Jan. Wie es heißt, werden Jhre Ma- jestäten am 28sten d. M. im Palast von Brighton einen

großen Ball geben.

Nach amtlichen Berichten über die Einnahmen und Aus- gaben der Großbritanischen Kolonieen betrug im Jahre 1829 in Maita die Einnahme 133,072, die Ausgabe 103,610 Pfd. ; in Gibraltar betrug erstere 45,966, und leßtere 44,331 Pfd. Im Jahre 1828 belief sich in Neu-Süd-Wallis die Einnahme auf 122,722 und die Ausgabe auf 491,281 Pfd., worunter der größte Theil für Transport und Unterhalt von Vekrbre-

chern, jo wie für den Unterhalt des Militairs; in demselben

Jahre wurden -in Van Diemens-Land 45,989 Pfd. eingenom- men und 195,926 Pfd. ausgegeben. Jm Bericht vom Schwanenflusse findet feine Rubrik für die Einnahme statt ; die Ausgabe belief sich im Jahre 1829 auf 27,106 Pfd. Die Jrländische Yeomanry besteht aus ungefähr 180

Corps zu Fuÿ und zu Pferde, die jedes 20 bis 100 Mann

zählen; ihre Waffen gehören der Regierung. Die meisten dieser Córps hatten sich aufgelds, besonders im südlichen Irland, und der einzige Dienst, den sle seit einer Reihe von Jahren zu leisten hatren, bestand darin, sich jährlich zu einer JZn]pection ihrer Bezirks-Befehlshabeè zu stellen; ein kleiner Stab war indessen bei jedem Corps beibehalten worden. Im Norden werden diese Corps fast ausschließlih von Pro- restanten gebildet; mit einigen anderen im Jnnern des Lan- des, wie in Wicklow, Wexford, Carlow und einem Theil von Meath ist es der nämliche Fall. Als Lord Leveson Gower noch Jrländischer Staats-Secretair war, beabsichtigte er, alle diese Corps zu entwaffnen und zu entlassen; einige sehr kräftige Vorstellungen von einflußreihen Personen ver- anlaßten ihn jedoch, von seinem Plane abzustehen.

Der bekannte Buchhändler Carlile, den man (wie neu- lich gemeldet) wegen Verbreitung aufrührerischer Schriften gerichtlich belangt hatte, ijt gestern von einer Jury für schul- dig erflárt worden, sich aufreizender Ausdrücke gegen die arbeitenden Klassen erlaubt und ihnen gesagt zu haben, daß, je nachgebendex sie wären, sie desto mehr unterdrückt werden würden; daß sie nur -durch Anwendung ihrer physischen uad moralischen Kräfte ihre grgusamen Tyrannen zu besseren Be- dingungen nôthigen könnten, und daß sie fest bei ihren Forderun- gen beharren, ja sie selbst mit Gefahr ihres Lebens vertheidigen müßten. Der Courier billigt das Verfahren gegen Car- ile und fügt hinzu, daß, so sehr er auch im Allgemeinen ge- gen Verfolgungen von Seiten des Staates für Libelle und ausregende Reden sey, er doch die Ueberzeugung hege, däß es Fälle geben fönne, ‘die folches nothwendig machen. Zu diejen rechnet er die mit der Verfolgung jenes Buchhändlers verkuüpsten Umstände und bemerkt dabei, daß schon die vo- rige Verwaltung ihn (Carlile) längere Zeit hindurch sorg- fältig bewacht habe und ihn bei der gegenwärtigen Gelegen- heit gewiß eben so straffällig würde gefunden haben , als die dermalige Regierung , der einige Personen die Verfolgung des Herr Carlile zum Vorrourf machen wollen.

Das fleine Theater in Greenwich ist in diesen Tagen abgebrannt; úber die Ursache des Feuers sind verschiédène Gerüchte im Umlauf. Aus einem Drohbriefe, den der Be- siber eines benachbarten Hauses, das auch bedeutend gelitten, am Morgen empfangen hatte, will man den Schluß ziehen, daß das Feuer angelegt worden sey.

Na edri amdie

Aus dem Haag, 16. Jan. „Seit einigen Tagen““, heißt es im hiesigen Journal, „sind allerlei vèrschiedenar- tige Gerüchte hier im Umlauf. Couriere fommen an und gehen ab, ‘der Minister Rath versammelt sich fast alle Tage und, ohne daß wir eben wüßten, womit er sich beschäftigt, haben wir doeh Grund, zu glauben, daß die Umstände nicht ganz gewöhnlicher Art seyn können. Einige behaupten, Frankreich dringe auf die Erdffnung der Schelde; Andere sind von dexr im Kongresse gegebenen Zusicherung , - daß jener Strom definitiv am 20sten d. freigegeben werden soll, ganz betroffen, und wieder Andere fügén sogar hinzu, daß Holland eine bestimmte Anweisung iun dieser Hinsicht von den fünf vereinigten Mächten erhalten habe.‘ A "Der bisher am Athenäum von Franekér angestellt gewé- Ln Professor Swyghuizen Groenevoond ist zum Professor der Orientalischen Literatur an der Universität Utrecht ernannt worden, : H f

Beilage

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183 Beilage zur Allgemeinen Preußishen Staats-Zeitung Æ 29, R S C R D S Se E R O E Sea Ee E E T TIE E C E E R S O E S T

Brüssel, 16. Jan. Jn der gestrigen Sibung des Kongresses stattete Herr Jottrand den Berichte über das Dekret zur Mobilmachung des ersten Aufgebots der Búrger- garde ab. Die Versammlung beschloß, die Berathung dar- über unmittelbar nach geschlossener Diskussion úber das Bud- get zu beginnen. Hr. Destrouvelles berichtete im Na- men der Central-Section-Úber die vom Finanz- Minister ge- forderten Ausgaben - Beroilligungen, die sie mit geringen Ausnahmen gutgeheißen hatte. Dies tadelte Hr. F. Le Hon, der den Vorschlag machte, 10. Millionen bewillige und dem - Finanz - Minister die Verpflichtung auferlege, binnen-40 Tagen ein vollkom- men geregeltes Budget vorzulegen. Herr von Robaulx tadelte die ganze Verwaltung und wollte ihr daher so wenig Ausgaben als möglich bewilligt wissen. Hinsichr- lich der 250,000 Gulden, die für die Marine gefordert wor- den, sagte er, die Sunime sey entweder zu gering oder ganz und gar úberflússig, da Belgien bekanntlich noch gar feine Marine besike. Herr von Brouckére erwiederte, die Summe sey dazu bestimmt, um, einem ältern Geseße gemäß, Prä- mien an diejenigen Rheder zu ertheilen, die Schiffe von mehr als 300 Tonnen Gehalt in See lassen, Nachdem noch mehrere Redner sich hatten vernehmen lassen, wurde der Antrag des Hrn. F. Le Hon verworfen. Jun einer Abend-Sißung bewilligte die Versammlung folgende Ausgaben: 6000 Gul- den für den Senat; 90,250 G. für Bureau-Kosten des Kon- agresses uud der Repräsentanten - Kammer; 25,000 G. für Bureau- und Reise - Kosten der provijorishen Regierung; 24,500 G. für den Rechnunge hof; 150,000 G. für das De- partement der auswärtlgen Angelegenheiten ; 553,000 G. fúr das Justiz-Departement ; 3,800,900 G. für das Departement der inneren Angeleçenheiten ; 12,000,000 G. für das Kriegs- Departement; 3,500,000 G. fúr das Departement der Fi- nauzen; 343,590 Gulden für das der dffentlihen Sicherheit und 250,000 Gulden für die Marine Alles für die ersten sechs Monate des Jahres 1831. Das gauze Gese wurde schließlih von 114 gegen 7 Stimmen angenommen. Herr Ch. Le Hon theilte darauf der Versammlung eine Verbal-

- Note des Lord Ponfonby und Hrn. Bresson vom 14. Jan.

und eine Abschrift des Londoner Konferenz- Protokoils vom 9ten d. M. mit. (Beide Aftenstúcke werden von den Belgi- schen Blättern noch nicht gegeben, und wir mússen uns daher ihre Mittheilung ebenfalls vorbehalten.) Nach dem Jnhalte dersclben haben (wie jene Blätter berichten) die Bevollmäch- tigten der fünf Mächte, auf die von den Belgischen Ab- gesandten geschehene Anzeige, daß die Schelde, ungeach- tet der vom Könige der Niederlande genehmigten Ein- stellung der Feindseligkeiten, fortwährend geschlossen bleibe, so wle guf die Anzeige des Königlich Niederländischen Gesandten, daß die Belgier die Feindseligkeiten gegen Mast- richt wieder begonnen haben, eine Jntervention insofern be- schlossen, als sie gleichzeitig am 20. Jan. die Schelde dffnen und Mastricht deblofiren [assen wollen. Sollten die Hollän- der sich weigern , die Schelde an jenem Tage zu öffnen, so

würden die fünf Mächte dies als eine gegen ste verübte Feind- | seligkeit betrachten, in welchem Falle sie sich vorbehielten, so |

zu verfahren, wie es ihnen am besten erscheinen würde. Sollten ferner die Belgier sich weigern, Mastricht um dieselbe Zeit zu deblofireu, so würde von Seiten dex fünf Mächte auf ähnliche Weise, wie eben gegen Holland angedeutet worden, auch ge- gen Belgien verfahren werden. Durch die Mittheilung diejer Aktenstücke wurde, wie unsere Blätter hinzufügen, die Versammlung ia eine schwer zu beschreibende Aufregung ver- seht. Mehrère Redner sprachen und schrieen durch einander ; endlich kam man nah vielem Lärmen überein , sich am näche sten Tage (Sonntags) zu einem General - Comité zu versam- meln, um über die mitgetheilten Afteustücke ferner zu delibe-

riren. Es war Mitternacht vorüber, als die Versammlung

sich trenute. : :

Nachrichten aus Gent zufolge kommen immer mehr Holländische Verstärkungen in Staats - Flandern an. ouist wird von den Holländern befestigt. Vorgestern und gestern besorgte man eine Landung derjelben ain “Kapitalen- Dam-- und stellte daher Truppen zur Vertheidigung auf. Die Hol- länder schissten jedoch nur auf dem der Magdalenen - Schleuse gegenüber liegenden Deich mehrcre Kanonen aus, die sie zu igren Befestigungen gebrauchen. | P 220

Jin Journal o0’Anvers liest man: „Belgien, das mit dem Elende und mit seinen Parteien zu kämpfen hat, er-

daß man einstweilen |

_blickft noch nirgents einen Hafen zu seiner Rettung. Alle unsere parlamentarische und diplomatische Verhandlungen zeigen nur die Größe unserer Gefahr um so deutliher. So gränzenlos ängstlich ist die Lage, in die Belgien durch seine Revolution und durch den Kongreß verseßt worden ist , daß es nur noch im Kriege oder in einer erbettelten Monarchie, die mit der Rückkehr unseres Wohlstandes unverträglich wäre, irgend ein Heil erblicken kann. Es läßt sih voraussehen, was die Geschichie darúber , so wie über die Umstände einer Re- volution, sagen wird, in welche die Belgier durch die Kunst- grisfe einer Partei hineingerissen worden, die einen zweicen Theil zu der vor mehr als 40 Jahren von ihr ausgeführten ersten Revolution liefcrn wollte. Die Umstände, unter denen sich Europa jest befindet, sind jedo niht mehr dieselben, wie damals, „und das jeßt so verlassene Belgien sucht vergebens einen Zufluchtsort und eine Unterstübung. Von allen dem Kongresse vorgelegten und von ihm erörterten Plänen zur Hertellung eines unabhängigen Königthums verdient nicht einer die Aufmerksamkeit und das Zutrauen des Landes. Der Prinz Otto von Baiern fann uns nur neue Stürme bringen und durchaus keine Bürgschaft der Stabilität und des Glückes. Jeder Monarch des isolirten Belgiens würde ein neuer König von Yvetot seyn, der vor Schwäche unter- gehen möüßre. Es ist- jogar sehr zu bezweifeln, daß bei unse- rer Lage irgend ein Europäischer Prinz uns werde haben wollen, so daß uns unter den traurigsten Umständen nur ein Bedauern ohne Hoffnung bleibt. Darf es nun wohl in Er- itaunen seßen, wenn wir unsere Blicke auf einen Prinzen wersen, der allein auf der Welt im Stande zu seyn scheint, dem Unglück ein Ziel zu seßen, das er- nicht verschuldet hat ? Und darf cs wohl eben so andererseits in Erstaunen seßen, wenn eln anderer Theil von Belaien, der eine lächerliche Unabhängigkeit nach Verdienst zu wúrdigen weiß, sich in die Arme einer mächtigen Nation werfen will, von der er un- aufhèrlich angezogen wird, und mit der er sih, was auch die Politik dawider einzuwenden haben mag, fcüher oder später einmal vermischen wird 2 ‘/

Das in Lüttich erscheinende Journal de la Province erzählt, die Revolution in Belgien sey besonders dadurch ge- fordert worden, daß beim Beginn derselben die Priester dem gemeinen Volfe überall erzähit hätten, der König Wilhelm wolle sich vom 1, Jan. 1831 ab 60 Gulden Abgabe von jes der fatholischen Kindtaufe bezahlen lassen. „Seitdem“, fährt das genannte Blatt fort, „hat sh derselbe priesterliche Einfluß immer mehr ausgebreitet und gezeigt. Jn Lüttich sind bereits unzählige Trauungen kirchlich vollzogen worden, ohne daß vorher oder nachher die nôthige Formalität beim Beamten des Civil-Standes beobachtet worden. Jn der leb- ten Woche erlebten wir sogar das Skandal, daß. in der Kirche die Trauung eines Sohnes vollzogen wurde, gegen die der Vater, den Jener auf eine unwürdige Weise behandelt hatte, förmlich protestirte. Ganz neuerdings hat auch wieder ein Priester, in vessen Augen die Kirche Alles und das Geseß gar nichts ist, auf eine beflagenswerthe ungeseblihe Weise einem Verstorbenen die Beerdigung auf dem Gottes - Acker seines Kirchspiels verweigert. Man möchte in der That ver- jucht werden, den schlechten Spaß eines Bittstellers, der beim Kongresse darum nachsuchte, daß man den Pap, zum Könige von Belgien ernennen möge, fúr baaren Ern#| zu halten.‘

_Der Graf von Méan, Erzbischof von Mecheln und geistlicher Primas der Niederlande, ist gestern fruh in sei- nem erzbischöflichen Palaste mit Tode abgegangen.

uttih, 16. Jan. Gestern und heute hôrte man sort währenden" Kanonendonner in der Richeung von Mastricht. Wahrscheinlich feuerten die Belagerten auf die sh der Festung immer mehr nähernden Belgier; denn daß der Herzog von Sachsen-Weimar bereits bis Mastricht vorgerückt sey, is nicht gut an E 6 | b j

¿End ; heißt es in einem hlesigen Blatte „ist Mastricht von allen Seiten , ein eschlossen, Der Ober - Befehlshaber hat unlängst sein Haupt uartler în LAA aufgeschlagen. Das Dorf Smeexrmaas- ist durch den

dersten Pontécoulant befestigt und diese Stellung unnehm- bar Se worden. General Mellinet hat am 12ten d. den General Daine besucht, und die beiden Feldberren haben unter den gegigen Umsiänden, da wir von dem erzoge von Sachsen: Weimar bedroht sind, ihre Eigenliebe hintangeselt und sih darüber verständigt, jeden Angriff gemeinschaftlich zurückzuweisen. Aus allen Garnisonen Belgiens brechen die