1831 / 25 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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C D T I M R T I E N S E ta E T E A SLE “m E E E R G E t E E E L S O A E A M Che L: L Saar ps d an E Li L N G f S E RE E F Gf eie As s p D Se S t Ci Tes D ap E T dig Aie oi y fem rc Ae C ERtA Sar raa Ds S E C g ied S E S R T L a Gi t mre E G R A R A L S AR R E » n R S un) Fr N Ur dd 7. è s

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een der Päpstlichen Würde zur Schau zu stellen, was aber diesmal nicht der Fall war. :

Herr Henry Joy ist zum ersten Baron des Jrländischen Schabkammer-Gerichtes ernannt worden.

Nach Dubliner Berichten voin 12ten d. M. hat auch in Frland das Zerstôren von Maschinen begonnen ;- in der Nach- barschaft von Dublin zerstörte ein mit Pistolen, Knitteln, Sicheln und anderen Werkzeugen bewaffneter Haufen die Maschinen einer großen Papiermühle; auf Empfang dieser Nachricht veranstaltete die Obrigkeit eiue Untersuchung und traf Anstalten, mehrere andere bena<hbarte Papiermühlen ge- gen ähnliche Gewaltthätigfciten zu schüßen:

Ein in der Times enthaltenes Privatschreiben sucht die zeitherigen widersprechenden Gerüchte über Bestellungen von Waffen in England zu berichtigen und stellt namentlich die vorgeblichen Aufträge von Seiten Rußlands in Zweifel. Was Frankreich betrifft, so will der Briefsteller wissen, daß es nach cinander 3 Lieferungs-Kontrakte abgeschlossen habe, näm- lich einen auf 20,000 Flintenläufe, die zum Theil schon fer- tig seyen, einen zweiten auf 60,000 Läufe, Schlösser und an- deren metallenen- Zubehödr, und einen dritten, der erst vor 8 Tagen abgeschlossen worden, auf 400,000 Flinten ohne Bajo- nette; der späteste Lieferungs - Termin soll auf 15 Monate und der Preis für jede Flinte ohne Bajonett auf 37 Fr. festgeseßt seyn.

Niederlande.

Aus dem Haag, 19. Jan. Vorgestern Abends um Gf Uhr sind Jhre Majestät die Königin und Jhre Königl. Hoheit die Prinzessin Friedrich in die hiesige Residenz wohl- behalten zurückgekehrt.

Se. Majestät haben dem Feldprediger van Haaren, der ¿n Mons, bei der durch die Einwohner geschehenen verräthe- rischen Entwaffnung des Holländischen Theils der Besaßung, die Fahne der Zten Jyufanterie-Division mit Lebensgefahr in Sicherheit zu bringen wußte, den Orden des Belgischen Ld- wen verliehen. P

Der General-Lieutenant van Geen ist von Vucht, wo ch sein Haupt-Quartier befindet, nah Eindhoven abgegangen,

um die daselbst befindlichen Truppen, so wie die von Oirschot -

und Valkensroaard, in Augenschein zu nehmen. Die Armee iff seit der Ankunst des Atjutanten Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Friedrih in unveränderter Stellung verblieben. Die în der Provinz Limburg auf dem Wege von Nord-Bra- hant nach Mastricht gelegenen Orte sind alle vom Feinde bar- rifadirt worden, um unseren Truppen den Durchmarsch zu wehren. Die lebteren glühen inzwischen vor Verlangen, sich mit dem Feinde zu messen.

Das Journal de la Haye berichtet, es sey in einem Schreiben aus Gent (das Datum wird nicht angegeben) die Meldung eingegangen, daß die aus 8—900 Mann beste- hende Garnison sih in der Citadelle einges<{ossen, dem Ge- neral Duvivoier den Gehorsam verweigert und erklärt habe, daß sie die Citadelle im Namen des Königs, der allein be- fugt sey, die Truppen ihres- früheren Eides zu entbinden, be- seßt halten wolle. (Diese Nachricht scheint noch der Bestäti- gung zu bedürfen ; man verglelche übrigens den Artikel Gent.)

Antwerpen, 18. Jan. Die Stellung des Holländi- hen Geschwaders ist fortwährend ‘unverändert. Jnzwischen vernimmt man do<h aus Vließingen, daß mehrere Handels- {ic sich bereit halten, den Strom herauf zu fommen.

Gent, 18. Jan. Der Civil-Gouverneur: von Ost-Flan- U Baron von Lamberts, hat folgende Proclamation er-

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„Einwohner von: Gent! Beunruhigende Gerüchte sind in Umlauf; die Böswilligkeit verbreitet sie, die Leichtgläubigkcit nimmt sie-auf. „Jhr. kennt die Partei, von der sie ausgehen. Kühn gemacht durch die Nähe der Holländischen Truppen, nimmt eine kleine Anzahl von Belgiern, die dieses Namens unwürdig sind, zu den gemeinsten und verste>testen Fntriguen ihre Zuflucht, am die-guten Bürger zu erschre>en und ihnen die wahre Lage der Dinge zu verbergen. . Die Unredlichkeit des Feindes hat den Waffenstillstand E der Übrigens ijezt aufhört; die Frage soll’ durch die Gewalt der Waffel ‘entschieden werden, und alsbald werden wir“ die Gewißheit haben, daß Belgien von. den Horden M sey, die es noch belästigen. Mit der Spur der Holländer wird auch die Macht der Holländish Gesinnten im Jnnern un- seres Landes vershwinden. Der Kongreß hat so eben in einer denk- würdigen Sißung die Vertreibutig unserer ehemaligen Tyrannen entschieden; mögen daher ihre hiesigen Parteigänger sich hüten, das Haupt zu erheben! Die Regierung kann die Zügellosigkeit einiger nichtigen Demonstrationen und aufrührerischen Rundschrei- den verachten. -Ernstere Versuche werden jedoch niht ungestraft bleiben. Keine Bestrafungen, dies isff mein lebhaftester Wunsch; mêge man sie aber nicht nothwendig machen ich we- nigsiens werde mich von keiner meiner Pflichten zurücschre>en

lassen. Genter! J<< will gern der großen Mehrheit unter Euch Gerechtigkeit wîderfahren lassen. Es Li wohl Gelegen- heiten vorkommen, wo es sich zeigen wird, daß Fhr mit einem Haufen von Verräthern nichts gemein habt. Alsdann werde ich auch nicht anstehen, die Mitwirkung der wahrhaften Belgier für mich in Anspruch zu nehmen. Die Patrioten werden einer Re- gierung nicht abwendig werden, die ihr Werk ist, und sie werden sich nur zu zeigen brguchen, um diejenigen zum Schweigen zu bringen, die das gemeinsame Vaterland verläugnen und die er- niedrigende Geerschaft des Auslands zurücrufen. Gent, 17. Fan. 1831.

Der Gouverneur von Ost-Flandern, Baron v. Lamberts.“

Gestern haben hier unter den Arbeitern unruhige Bewe- gungen stattgefunden; auf dem St. Peters - Plaße wurden mehvere Scheiben eingeworfen -und viel anderer Unfug be- gangen. Der General Duvivier , der Major van de ‘Poele und einige Jnfanterie- Detaschements, die sih an Ort und Stelle verfügten, wußten die Ruhe wiederherzustellen ; in- zwischen sieht man auch heute wieder viele Gruppen und dro- hende Bewegungen auf den Straßen.

Vorgestern früh haben die Holländer auf der ganzen Gränzlinie vom „„Kapitalen Damm‘ bis zum „„Heiligen Kreuz‘“ einen Angriff unternommen, bei welchem sie, mehrere Beschädigungen an den diesseitigen Vertheidigungs - Ufern anrizteten. Sie feuerten von einern Kanonierboote nach dem Kapitalen Damm, haben jedoch nur einen Soldaten leicht verwuudet. Von hier sind neuerdings Verstärkungen nach

der Gränze abgegangen. :

Brüssel, 19. Jan. Jn der gestrigen Sibung des Kongresses machte die Demission des Professors v. Ryckere, der eine Zeit lang den Posten eines Civil - Gouverneurs von Ost-Flandern bekleidet hatte, in seiner Eigenschaft als Depu- tirter der Stadt Gent, einiges Aufsehen. Herr v. Ryckere schilderte in seinem Schreiben die vielen unnúßen Arbeiten des Kongresses, die Gefahr, in der jest das Land s{<webe, die größere Macht Hollands, die Aufregung der Paxteien und die Uninôglichkeir , in der Belgien si befinde, seine Unab- hängigkeit zu bewahren; schließli<h aber gab er die Meinung ab, daß man den Prinzen von Oranien als ni<t mitbegrif- fen in der Ausschließung des Hauses Nassau erklären müsse; ¡denn dieses‘/, fügt er hinzu, „ist der einzige Mann, der die Belgische Revolution zu endigen im Stande ist. Herr Zoude machte den Antrag, daß sich der National- Kongreß bis zur geschehenen Erwählung des Staats - Ober- haupts fúr permanent erfläre. „Es ist durchaus nothwendig““, fügte er hinzu, aus unserem dermaligen Provisorium heraus- zukommen. Wir haben jeßt die authentische Gewißheit, daß der Herzog von Leuchtenberg die Wahl annehmen werde. So wollen wir denn diesen Fürsten, den würdigen Nachkom- men eines von ganz Europa geachieten großen Mannes, er- wählen.“ Herr v. Stassart trat dieser Meinung bei. Hr. v. Robaulx meinte, da jeßt die früheren Aeußerungen der Französischen Regierung alle als zurückgenommen anzusehen seyen, so würde man besser thun, den Herzog von Nemours zu erwählen. Nachdem noch viele andere Mitglieder: sich dar- übêr hatten vernehmen lassen, ob man nicht doch erst die Meinung cer fremden Mächte über diesen Gegenstand - fkon- sultiren müßte, wurde endlich der Antrag des Herrn Zoude an die Sectionen überwiesen. Das Geseß zur Organisi- rung des ersten Aufgebots der Bürgergarde, dessen erster Ab: schnitt am vorigen Tage bereits angenommen worden war, fam zur ferneren Berathung, in Folge. deren auch. die dre! ubrigen Abschnitte ohne lange Debatte angenommen wurden. Das ganze Geses wurde von 80 gegen 55 Stimmen ge- nehmigt. N

Vorgestern Abends wurden hier zwei Männer festgez nommen, die in- mehreren Häusern“ Cirkulare zu Gunsten des Prinzen ‘von Oranien verbreitet hatten. Der „Vrai Patriote fragt, warum man nicht auch diejenigen- fest- nehme, die Schriften zu Gunsten einer Vereinigung „mit Frankreich verbreiteten? Mindestens, fügt er hinzu, wollten doch die Anhänger des Prinzen von Oranien die- Un- abhängigkeit ihres Vaterlandes nicht verrathen. Gestern Abend“ haben hier auf dem ,„, großen Plabe‘/ einige Bewe- gungen stattgefunden , die jedoch ohne. Ruhestörung abliefen. Der Pôöbél- mißhandelte Einige, die vom Prinzen von Orag- nien sprachen ; -Andere drückten sich. sehr laut und -mißbilli- gend über die Deblokirung von Mastricht aus.

Vorgestern Abends ist ein Secretair der Englischen Ge: sandtschafe mit großér Eile als Courier nach dem Haag ab- gereist. Ein anderer Englischer Courier, so wie: ein- Courier der provisorischen: Regierung, ist mit Depeschen nach London abgegangen.

Lüttich, 19. Jan. Unsere Zeitungen sind no< immer sehr zurücfhaltedd úber das seir mehreren Tagen béi Mast-

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richt gehörte lebhafte Kanonen- und Tirailleur-Feuer. Man will behaupten, das leßtere sey Anfangs ein blinder Lärm des General Mellinet gewesen, der dadurch den General Dibbets habe glauben machen wollen, daß die Kolonne des Herzogs von Sachsen-Weimar herangerückt sey. General Dib- bets habe sih dadurch wirklich zu einem Ausfalle bewegen lassen, der aber, jener Kriegslist ungeachtet, nicht zu seinem Nachtheile ausgefallen zu seyn scheint. Folgender Bericht eines hiesigen Blat- tes bedarf augenscheinlih no< der Bestätigung: „¿„Der General, Herzog von Sachsen-Weimar, dessen Anmarsch seit mehre- ren Tagen schon angekündigt war, versuchte es gestern (den 418. Januar) vou neuem, in Mastricht einzudringen. Die Truppen des Generals Mellinet hatten den Stoß auszuhal-

ten; ein Corps aus Doornick, das am weitesten vorgerückt

war, hat am meisten gelitten. Jnzvischen wourde de< üer Angriff zurückgeschlagen ; ein Theil der Besaßung von Mast- richt, der unser Heer zu gleicher Zeit im Rücken angriff, ist durch einige Haubißen zerstreut worden; der Herzog von Sachsen - Weimar wurde zum Rückzuge gezwungen; nichts- destoweniger ist es doch wahrscheinlih, daß er einen neuen Angriff versuchen werde. Hierher (nach Lüttich) ist in der verwichenen Nacht ein verwundeter Belgier gebracht worden, dem man alle möôglihe Sorgfalt hat angedeihen lassen, ‘/ (Den Holländischen Blättern zufolge hat der Herzog von Sachsen - Weimar seine Stellung bei Eindhoven gar nicht

verlassen. ) “e

Das Journal des Débats theilt ohne Angabe des Datums, #0 wie der Quelle, aus der es ges<öpft hat, nach- stehende Proclamation mit, welche der Prinz von Oranien an die Belgische Nation erlassen haben soll:

„Auf die leyten Ereignisse in Belgien i| Unglück für mich, meine Familie und das Volk gefolgt. Dieses Unglück habe ich nie aufgehört zu beklagen. Dennoch gab ich bei allem meinem Gram niemals die teôstende- Hoffnung auf, es werde cin Tag fommen, wo man der Reinheit meiner Gesinnungen Gerechtig- keit widerfahren lassen, wo ich persönlich würde dazu beitragen Eöónnen, den inneren Zwiespalt zu heilen und Frieden und Glück in ein Land zurückzuführen, an das mich stets die heiligsten Bande derx Pflicht und der Zuneigung knüpfen werden. Die Wahl eines Souverains is scit der Trennung Belgiens von Holland der Gegenstand von Schwierigkeiten gewesen, an welche zu erinnern nuyßlos ift. Kann ich, ohne Anmaßung, noch die Hoff- nung hegen, daß die Wahl meiner Person die bestmögliche Lösung eet Schwterigkeit darbieten würde? Es ist unmöglich, daran zu zweifeln, daß die 5 großen Mächte, welche mit so großer Uneigennüßigkeit ihre Anstrengungen vereinigt haben, um die Uebel, die uns betrübten,

u beseitigen, und deren Vertrauen zu erhalten so nothwendig ist- in dieser Anordnung das beste Mitttel schen werden „. unsere in- nere Ruhe und den allgemeinen Frieden Europa's zu sichern. Jch habe die Zuneigung eines großen Theiles des Volkes keinesweges verloren. Neue und ausführliche Mittheilungen aus den bedeu- tendsten Städten des Landes haben mir einen überzeugenden Be-

weis davon geliefert, und ih glaube gern, daß dieses Zefühl noch !

unehmen wird, wenn meine Gesinnungen hinlänglich bekannt eyn werden. Zu dem Ende fühle ih ein lebhaftes Verlangen, meine Ansichten hier darzulegen. Die Vergangenheit soll, in so weit sie mich betrifft, der Vergessenheit Übergeben seyn. Fch werde keinen Unterschied der Personen, in so fern er sich auf das frü- here politische Benehmen gründete, gelten lassen. Alle meine Be- Îïrebungen sollen dahin g seyn, dem Staatsdienste diejeni- Sin Männer zu erhalten, deren Talente und Erfahrenheit iese Auszeichnung verdienen. Jch sichere der katholischen Kirche und deren Dienern den Schuß der Regierung ju und werde bereit seyn, bei allen Maaßregeln mitzuwirken , welche die Religions - Freiheit verbürgen sollen; gu<h wird es mein erster Wunsch, wie meine erste Pflicht seyn, meine Anstrengungen mit denen der Legislatur zu vereinigen, um Fnftitutionen zu vervyoll- ständigen, die auf die National - Unabhängigkeit gegründet sind, und unseren auswärtigen Verbindungen alle nur mögliche Sicher- heit zu verschaffen. Für die Verwirklichung dieser Wünsche er- warte ih mit Vertrauen den Beistand der Mächte, deren Ver- fahren nur die Aufrechterhaltung des Europäischen Gleichgewichts und die- Erhaltung des ed Friedens ‘zum Zweck hat. Jhrem Futeresse ist! es gemäß, Belgien stark a A und lúklich' zu machen. Darin liegt die festeste Búr schaft für die

icherheit Aller. Alles, was eine Lbsung der Frage hinaus- chieben kann, muß diese heilsamen Wirkungen nothwendig emmen, wenn nicht gänzlich zerstdren, und betrachtet man die Mittel’; welche Belgien - außer seiner Unabhängigkeit, die Wohlthaten eines festen und dauernden Friedens sichern kön-

- nen, so möchte es überflüssig seyn, an irgend ein anderes Mittel zu denken, wödur< unter den gegenwärtigen Umsiänden die

Schwierigkeiten und in gge einer längeren Verzögerung auch nur im mindesten vermehrt werden könnten. Jch habe mich mit aller Freimüthigkeit ausgesprochen, welche meine Lage, dem Bel- gischen Volke gegenüber, erheisht. Meine ganze Hoffnung grün- det sich- auf die einsichtsvolle Art, mit welcher dasselbe die Jn- teressen seines Landes betrachtet, so wie auf seine Liebe zur Un- abhängigkeit, und ih {ließe mit der Versicherung, daß ich zu

dem gegenwärtigen Schritte weniger durch mein Privat-Fnuteresse, als durch den lebhaften und aufrichtigen Wunsch getricben wor- den bin, den Uebeln dieses Landes durch heilsame Maaßregeln des Friedens und der Versöhnung ein Ziel seßen zu sehen.

Die Achener Zeitung enthält einen ihr zugefom- menen Aufruf an die Belgier, der, wie dieses Blatt hinzufügt, in Tauseuaden von Abdrücken jeßt in Belgien ver- breitet ist. Es heißt darin :

__-Mitbürger! Belgien war vor kurzem frei und glücklich, scine Wohlfahrt begründete des Souverains Ruhm und fremder Nationen Bewunderung. Glück, Freiheit, Glanz, alles dies ist vor dem strafbaren Treiben einiger Ränkemacher, einiger ver- führten Belgier und einiger, die nah Aemtern und Ehrensiellen ftreben, entshwunden. Der Untergang unserer Fabriken und _ unseres Handels, das Untecbrechen unserer Handels - Abzüge, der Verlusi unseres Kredits im Auslande, der. Stillstand unserer Minen - Förderung, das Elend der achtungswürdigen Klasse un- serer Arbeiter, -die his zur Verzwciflung getriebene Bedrängniß aller Uebrigen, Anarchie in der menschlichen Gesellschaft und Schre>ken unter den Bürgern, dieses sind die bitteren Früchte der Revolution; aus dieser schauderhaften Lage müssen wir uns losmachen, sie is unerträglih geworden. Federmann gesteht dies ein; wie aber uns davon befreien? Etwa durch die Wahl cines Königs und dur<h Anerkennung von Belgiens Unabhän- gigkeit? Kein aufrichtiger Mann hofft das. Ein solcher König, wer er auch seyn möchte, könnte unsern Erzeugnissen keinen Ab- zug verschaffen, könnte uüsern Kredit nicht wieder beleben, unsern versunkenen Handel nicht wicder aufrichten; bald würde er selber dem Gewichte dfentlicher Vorwürfe unterliegen und zugleich sei- nen Namen dem Spotte der Nachwelt bloßstellen.//

Nachdem sodann eine mögliche Vereinigung Belgiens mit Frankreih als unhaltbar und unverträgli<h mit der Wohl- fahrt des erstern dargestellt worden, heißt es in dem Aufrufe weiterhin : | | :

¡¡Gestehen wir offenherzig; sprechen wir cinen Wunsch gus, der in der Tiefe aller Herzen heimisch ist; verkünden wir ein Be- dürfniß, welches vom ganzen Volke empfunden wird; durch den Umsturz der Gewalt eines Königs, der uns frei und glü>klih gemacht hätte, haben wir selber uns ins Verderben gestürzt ; werden wir noch einmal wieder dadurh frei und glü>lih, ge- liebte Mitbürger! daß wir des Königs Gewalt in unserm Vater= lande wieder herstellen. Es giebt keinet andern Weg zum Heile, weder für uns, no< für Europa, dessen Sicherheit wir gefähr- det, no<h vor Allem für Frankreich, dessen neuere Revolution . wir geschändet haben. Gestatten wir unsern WÜnschen freie un- gehinderte Darlegung; sprechen- wir uns dringend und einstim- mig für die Wiederkehr der Gewalt Wilhelms 1. mit ciner Statt= halterschaft oder mit dem General-Gouvernement des Prinzen von Oranien und einex Trennung der geschgebenden und ver-

| waltendet Fnteressen aus; erheben wir Alle uns, um, diese heil- | same Wiederherstellung zu bewirken; zichen wir überall die Kö-

nigl. Fahne auf, aber ohne blutige Gegengewalt, ohne blinde

| Rache gegen göottlose oder irregeleitete Menschen, die Belgien in

einen Abgrund gestürzt haben: Diese Menschen werden genug durch thre eigenen Gewissensbisse, durch die Schande, mit der ihr ansinniges und sträfliches Unternehmen sie bereits bede>t, und durch die Verachtung bestraft- die ihre Namen, vou der Geschichte der Nachwelt überliefert, treffen muß.“/

Deuntf< Fan d.

Leipzig, 22. Jan. Jn einem von unserer heutigen Zeitung mitgetheilten Schreiben aus dem Erzgebirge heißt es: Auf dem höchsten Punkte des Erzgebirges, das Sächsifche Sibirien genannt, am Fichtelberge, über welchen von Wie- senthal nach Böhmen eine belebte Straße führt , pflegen im Winter sih hohe Schneemassen aufzathürmen , von denen noch dôfters im Monat Juni ín den tiefsten Schluchten dem Reisenden nach Karlsbad Ueberbleidsel sich zu zeigen pflegen. Nur ein Haus fúhn am Berge unweit der Straße gebaut, das einzige Obdach zwischen dem Sächsischen Städtchen Wie- senthal und dem Böhmischen Städtchen Gottesgabe , kann dem verirrten Wanderer in dieser Schneewüste Rettung und Hülfe bietèn, wenn ein. besonders glücklicher Zufall ihn dahin leitet. Nicht selten hôrt man daher von in dieser Gegend Verunglückten. Dem Vernehmen nach belebt ‘den Pastor Axt zu “Oberwiesenthal die Jdee, jenem einsamen Gebäude und dessen Bewohnern eine Beskimmung zu geben, die : ver- hältnißmäßig für diese Gegend eben so wohlthätig werden fönnte, als es das berúhmte Kloster auf dem St. Bernhard ist,) namentli<h die gedachten armen Bewohner gegen eine Vergütung im Allgemeinen und ihnen in Rettungsfällen be- sonders zugesagte Prämien zu verpflichten, bei eiritketendem

| Schneegestöber und gefährdetem Fortkommen, in Begleitung ‘dazu abgerichteter Hunde ; verirrte Reisende aufzusuchen und

ihnen Hülfe zu bringen.