1831 / 28 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Thorn und Nothomb Luxembourg heißt es:

„Direkt und gan putirte sißen im Be seyn; daß wir jedoch dort reprä daß der Kdnig Wilhelm, welcher putirte des Großhe i cine falsche Angabe, eweis führen werde. Großherzo Usse, das î

entschied die Versammlung: „„Der bürgerliche Tod ist abge-

ast; er fann nicht wlederhergestellt werden.‘/ Mehrere

rtifel der neuen Verfassung, in Bezug auf die richterliche ‘Gewalt, wurden darauf ohne lange Debatten angenommen.

Der Art. 74 lautet: „Die Anstitution der Geschwornen wird mindestens für politische Verbrechen und Vergehen , so wie für Preßvergehen, eingeführt.// Hr. v. Robaul|x ver- langte die Erweiterung dieser Justitution auf alle Kriminal- Vergehen überhaupt. Dem widerseßte sich Hr. v. Leuze: æDie Jury‘, sagte er , „ist ein Erbstück aus den Zeiten der Barbarei. - Es wird dadurch der demokratischen Macht, die in unserm Lande nur allzugroß schon ist, eine noch größere Ausdehnung verliehen. Die Geschwornen - Justitution ent-

spricht aber auch gar nicht einmal unseren Sictten.‘/ Der.

_ Redner führte aus eigener Erfahrung an, daß er als Mit- glied der Jury fast niemals gewagt habe, ein „Schuldig“ auszusprechen, weil er sich von - möglichen - Gewissensbissen habe frei erhalten-wollen. Er machte auf die Gefahren des Par- teigeistes aufmerksam, der auf die Jury einen Einfluß üben kann,

“Und meinte endlich, daß, da die Geschwornen keiner Verantwort- lichkeit unterworfen seyen, der Richter sich dadurch ebenfalls sehr leicht aller Verantwortlichkeit entziehen könne. Herr Raikem bekämpfte diese Ansichten; auch Hr. v. Secus d. Aelt. stimmte. ihnen nicht bei. Die Fortsezung der Bera, thung über die Geschwornen wurde schließlich auf den folgen- den Tag verschoben.

Folgender Tagesbefehl is hier erschienen : :

N ¡Brü ffel, 18. Jan. 1831.

Soldaten und Freiwillige! Jhr seid dem Rufe des Va- _terlands gefolgt und habt Euch, wie durch einen Zauber- schlag, organisirt, um zum Kampfe zu fliegen. Eure feste und muthvolle Haltung hat ihren Lohn gefunden: Die Hol- länder erkennen endlih förmlih und der That nach die Frei heit der Schelde an. Diesen ausgezeichneten Vortheil hat das Vaterland Eu ch zu verdanken. Eure kriegerischen Demon- _fêrationen unter den Mauern von Mastricht, Eure drohende Stellung in der Provinz Antwerpen und in den beiden Flan- dern haben dem Feinde die Nothwendigkeit auferlegt; Jh r habt die Schiffahrt der Schelde erobert! Soldaten, ih \{äbe mich

Ee das Organ der Erkenntlichkeit Eurer Mitbürger zu. yn ;

diese kônnen , falls Jhr in der Folge wieder einmal zu den Waffen greifen müßtet , niht mehr daran zweifeln, daß, stolz auf Eure ersten Thaten, der Sieg Euch auch nicht wieder verlassen wird. Es bleibt uns nun noch übrig, Belgien und dem ganzen Europa zu beweisen, daß Jhr Eu- xen Heldenmuth zu dämpfen wisset und selbst, sobald das Glück des Vaterlands es fordert, dem Muthe die Resigna-

‘ton folgen lassen könnt. Nypels. ‘/-

Lord Ponfonby wird jeßt häufig in Gesellschaft des Kongreß-Mitgliedes, Hrn. Lebau, gesehen.

In hiesigen Blättern liest man; „Der Englische |

Courier enthält folgenden Auszug eines Schreibens, das, feiner Versicherung zufolge, bereits am 20. Dez. vom Briti- schen Ministerium an Lord Ponsonby gerichtet worden is : 37 /,Die Rechte des Deutschen Bundes hinsichtlih des Groß- herzogthums Luxemburg sind im Protofolle vom 17. Nov. anerfannt worden. Demgemäß wünschen wir, daß Sie bei der „provisorischen Regierung von Belgien, indem Sie ihr zu PEOR Zeit Pre Freundschafts-Dienste anbieten, auf die so-

ortige und förmliche Einstellung jeder Beziehung ihrerseits zu den Angelegenheiten des Dieadlaczrtbuns bestehen, und wollen Sie demnächst diese Regierung einladen , die nöthigen

Proclamationen zu erlassen, um ihren Beschluß den Einwoh- nern-des Großherzogthums fund zu thun.‘/// Wir unse- rerseits (fügen jene Blätter hinzu) wissen aus guter Quelle, daß ein Schreiben dieser Art an - den Lord Ponsonby wirk- lich abgerichtet worden. Es scheint jedoch, daß dieser Ge- sandte der fünf “Mächte es nicht für angemessen erach- tet’ hat, die ihm aufgetragene Botschaft auszurichten ; oder, wenn er es gethan hat, so hat die provisorische Regie- kung sih geweigert, der Einladung der-Londoner Diploma- ten Folge zu leisten. Wenn die provisorische Regierung an-

ders gehandelt hätte, so wagen wir im Namen der Luxem-

burger und aller Belgier zu behaupten, daß ihr nicht gehor- samt worden wäre. Luxemburg hat eben so wie die anderen Brovingen von Belgien seine Revolution zu Stande gebracht. die Intervention der fünf Mächte kann eben so wenig in die Angelegenheiten Luxemburgs zugelassen werden, als in die von Brabant oder der beiden Flandern. eo damit den nachstehenden Artikel aus. dem Journal de uxembourg.) Jn dem (aestern erwähnten) gegen eine -im Namen der W'ovisorischen Regierung erlassene Proclamation der Herrn

gerlchteten Artikel des Journal du

rdnungsmäßig*) erwählte De- ongresse, das mag w irt’ sind, das König der Niederlande ift, rzogthums zúrüd wovon ich Jhnen ein an- Daß der König selbst es hum dem Schicksale meine Herren, erlauben von den Advokaten-Wendun- n, daß man in der That fast tin Fhrem Leben etwas Ande- daß der sogenannte National- Provinz in seine Unahb- Daraus jedoch den abe, diese Entschei- gegen die Grundsähe ch bekennen und die Sie ausúben. sehr berausht haben, daß Sie n? Wenn die Grundlage aller ähn- ntegrität ist, so werden Sie unbe- Deutschen Bundes achten wollen? © Grund voraus, als Sie, seltsam ge- m Bunde haben aufrecht erhal=- hnen gesagt, daß dieser poli- narchen zulasse, die ihm an- Zulassung au dadurh aufgelöst werde. wohl werden dürfte, wenn die Gebiets-Beraubung des yn sollte, oder wenn, was eben ónig von Belgien ‘ihm nicht an= nicht ge- refi verworfen nd die Regiîie- p so etwas in Anklagestand iidere geschieht (hon shofe ,- doch vor dem egabten Theiles von en ist, und bereits in Wiedervergeltungs- halten Sie uns ichen Wohltha- ginnen ? Fs es nicht edraucht zu haben, was ite Anmaßung Unerträg- man einmal geschwiegen hat,

die vier De \schickt habe deresmal den B anerkannt, daß das

Belgiens folgen m Ste mir, es Fhnen zu sagen, eine gen, deren Sie sich so oft bediene glauben sollte, Sie hâtten niemals res gethan. Wir haben gesehen, Kongreß für gut befunden hat, un hängigfcits - Erklärun Schluß: zichen, daß

dung zu annulliren, handeln, zu denen

Sollte Sie die Gewalt schon # Jhre eigenen Lehren verläugne lichen Fragen die Gebiets - F zweifelt doch auch die des seße dies mit um so mehr nug, Jhre Beziehungen zu diese i Nun hat man F tishe Körper nur solche Mo ; wenn er die das Territorial - Band doch nicht Jeßt sagen Sie uns einmal, wie es der Bundestag Fhrer Meinung über Hauses Nassau - Oranien nicht se so naturlich wäre, Fhr neuer $ ftände ? ¡Jedes

mit einzuschließe temand die Macht h das heißt geradezu,

ten wollen.

und daß, verweigere,

Arrangement, das Euch fällt, wird auch vom National-Kon werden./ Daran i| sehr zu zweifeln. „, rung oder das diplomatische Comité, annehmcn, werden desavouirt und verseht werden. / Das Eine wie das A jeßt, wenn auch nicht vor einem Gericht Richterstuhle des mit gesundem Urtheil b ntriguen müde geword durch bittern Tadel das Wofür, m.

Belgien, der Eurer den meisten Fourna Recht gegen Euch ausübt. „denn, doß Sie aberinals von den unermeß ten der Revolution mit uns zu reden be schon genug, cinmal Alles

dié Charlatanerie nur Lächer liches hat ? Glaubten Sie, daß, weil man Fhnen nichts zu erwiedern gehabt hätte? diesem Frrthume doch zurückkommen! „Die sind um die Hälfte vermindert, die ist um einige Centimenherabgeseßt u steuer ist abgeschafft worden.

atentsteuern ersonalsteuer nd die Sch j Das Holländische ge und eine Beraubung; das vom esse dekretirte Budget ist eine Ehe wir fortfahren, sey úns die Bemerkung sich auf diese Weise die eseßt worden. ufällig dazu be- och selt| dann t gebrauchen; wie aber macht Wahrheit sagt, Sie sich in- Budget nichts ; g daran Wir hofen gleihwohl, und Personal-Steuer et uns dur

Budgect ist eine Belgischen Kongr Wahrheit.//

erlaubt,

daß es nicht rechtschafen scheint, Kunst-Phrasen anzueignen, die anderwärt Sollte das auf die Franz. Charte an flimmt seyn, den Weg um die We mußte man es mit einiger Vorsïch sich jenes Budget, das lügt, in dem Meisterwerke cines Unbefannten ? dessen, daß wir schon jeßt mit dem Holländischen u haben glauben; es kann uns als gt oder die Wahrheit sagt. en Gesche Über die Patent- terung beibehalten hat , b: die unserm Gewerbfleiße und un- liche Verfügung ur das Großher- den Beweis, daß Geseßen Hollands, wo diese Ab- l ationaler Zustimmung bestehen-blei- gemein haben werden sondern auch, da

unseren Verhältnissen beschäftige; wo ( daß das Protokoll, welches die vor 10 Tagen îm Haag be- efannt geworden $5 Fhnen sage, wohl abnéh- nicht dem Principe nach Verfügung eine Auflage dte durch ein Geseß verordnet worden war. nur, m.- H., daß fle bei Fhrem Aufenthalte chtigeru Begriff von der wahren Stärke der sten erlangt haben,

s in Umlauf g ewandte Wort t zu machen?

und dieses , das die Merken

mehr gemein liegen, ob es daß bie schlecht die Eure provisorische Re

andere erseßt werden dürft seren Hülfsquellen mehr zusag vom A4ten d. M. is bereits die Schlachtsteuer

zogthum abgeschafft worden ;- wir erkennen darin wir nicht allein mit den Finanz- gabe noch besteht und mit n ben wird, nichts sich sehr thätig mit ch nicht vergessen Trennung bestimmt aussprach, erst

fannt wurde und hier selbs erst se - Auch werden Sie, ohne daß ich e men können, daß, ‘wenn diese beschlossen wäre, der König nicht dur

…- Durch Kôni

werden darf,

Trennun

abschaffen konnte, Eines wundert mich in Brüssel keinen ri i Armee in Friedenszeiten und von ihren Koste daß fie nicht mehr: von Fhren improvistrten Da-

selbs in dem Falle, daß rus/, Canfkrins urtd Rippevtropps verwaltet ' wird. Diese Männer,

*) Die gesperrt gedruckten Wor

- te kommen in der Proclama- tion vor. T 4

E

ah mindesiens eben so gut verstehen, als der General-Fn- dees a al, ságen in ihren Werken Über die Militair - Ver- waltung, das 1000 Mann unter den Waffen, Offiziere und Ge- meine im Durchschnitt gerechnet, ungefähr 1000 Franken per Mann in jedem Jahre kosten. Hiernach also werdén Eure 40,000 Mann das Königreich zählte sons niemals mehr als 32,000 die Sie so glattweg auf das Papier hinwerfen, 40 Mill. Franken kosten verstchen Sie das, meine Herren? Das chemalige Nie- derländische Budget bewilligte dem Ministerium nur 15 Mill. Gulden, und das war schon ganz rehtschaffen für eine Be- völkerung von 6 Mill. Jeßt aber, da Sie zwci Fünftel dieser Bevölkerung und die Hälfte der Staats - Einnahmen verlieren, wollen Sie uns in“ Friedenszeiten sogar mehr abnehmen? Ein chôner Trost für alle andere Opfer, die Sie uns bereits aufge- egt! Von wem sprechen Sie denn aber, m. H., wenn Sie sih an Jhre Landsleute wenden, die Sie aguffordern- einig und fest zu bleiben, und denen Sie diejenigen als ver- hrecherische Fntriguants bezeichnen, die dieje Provinz als ein Lehn und thre Bewohner als Leibcigene be- trachten? Wagt Jhr es wohl, ohne zu erröthen, das Wort Intrigue auszusprechen? Durch welches andere Mittel ist es Euch denn gelungen, den Gewerbfleiß und den Wohlstand Belgiens zu vernichten? Und was habt Fhr wohl an die Stelle dessen zu seyen, das Eure Thorheiten zer(idrt haben? Halten wir iedoh unsern exechten Unwillen zurück; ein strenger, aber unparteiischer Richter erwartet Euch; er wird Euch den Plaß anweisen, der Euch gebührt, und zufrieden mit seinem Urtheile unterschreiben wir es im Voraus, indem wir Euch, statt aller Bestrafung, bloß dem Ausspruche Überlassen, die Sprache der Wahrheit zu hôren, die Jhr systematisch geschändet habt, und die Fhr aus Furcht jeßt prosfkcibirk. Die Männer, die Jhr mit Eurem Bannstrahl nach der Weise de Potters treffen wollt, und auf die Jhr die Verwünschungen der Anti- Popularität laden möchtet , sind Über Eure Angriffe erhaben ; sie kennen unter sich keine andere Le i b- eigene, als die Jhr durh Eure-Lügen verführt habt , sic schen kein anderes Lehen in Belgien, als dasjenige, dem Fhr die Ftt- vestitur durch Kreuz, Bischofsftab und Ring mußtet geben Ja cin, wenn nicht etwa noch zum Glücke, das größer wäre, als Jhr es verdientet, dasScepter der Vernunft eine neue Fnvesiitur verleiht. Sie, meine Herren, werden hierher grd oder, besser gesagt, man \{chickt Sie in dieses unglückliche Land zurück, um Jhr Werk durch eine neue rein Luxemburgische Revolution u vollenden. Sie kommen ein - wenig spät an, m. H., und ich fürchte, Jhre Freunde haben Jhnen den undankbarsten und ge- Fahrvollsten Theil der- gemeinsamen Rolle: überlassen. Fhre schr

bel angebrachte Hinweisung auf das Herzogthum Braunschweig dürfte Fhnen gar nichts nüßen. Und wer sagt Jhnen denn,

daß der Deutsche Bund dort nicht intervenire? Sagen es Fhnen-

etwa Jhre Diplomaten voti London und Paris, oder zichen Sie diesen Schluß aus den Protokollen vom 17. Nov. und. 29. Dez.?

Die Appellation an dâs Französische Volk wird von Euch selbst |

getadelt, weil Fhr zugebt, daß die Französische Regierung nichts von Euch will. Hofft Fhr etroa, die L dem Volke zu entzweien? Fch weiß wohl, das Drohen ift jeßt Euer einziges HÜlfs- mittel; Fhr droht abwechselnd der Londoner Konferenz, dem Könige Ludwig Philipp, England, Rußland, Preußen, Oesterreich und dem Deutschen Bunde; endlich droht Jhr gar der ganzen civilisirten Welt, und warum? Weil Eure eigenen Fnteressen und Eure Meinungen sich geltend machen wollen, ohne sih im Geringsten um das wahre Jnteresse unseres Landes zu kümmern. Seltsame Diplo- maten, um nicht einen shlimmeren Ausdru zu rg die nicht cinschen wollen, wohin die. Frist endlich führen werde, die man ihnen immer noch gewährt. Jeder neue Tag zeigt Euch machtloser; Jhr gesteht dies selbs im Angesichte Europas ein und

laubt, um dem abzuhelfen, _niht Besseres thun zu können, als

en unvermeidlichen Gang der Ereignisse noch zu beschleunigen. Jhr denkt entweder nur an Zwangs-Maaßregeln, um die Presse uad das Petitions - Recht zu zügeln, die Euch mit Wucher das zurückgeben, was Jhr früher ihnen lichet, oder an lächerliche Combinationen Über die Erwählung eines Monarchen. Können aber wohl Männer, die mit gesunder Vernunft begabt sind, das Heil ihres Vaterlandes wirklich in eine Heirath seßen wollen ? Und wer steht Euch denn dafür, daß Jemand Eure in den Koth getretene Krone wirklich annehmen werde? Fch will Euch nun \chließlih meine Meinung über den Ausgang Eures Unterneh® mens auf Luxemburg sagen: ich überlasse Euch die Nubß-Anwen- dung, ecteaas, daß man bei der Achtung für den in London festgestellten Grundsaß, Mittel finden. werde, Euch, Eure Abge- \chmacktheiten und Eure erbärmlichen Fnteressen ganz aus dem Spiele zu bringen. Jhr greift zunächst ein verbündetes Volk von 32 Mill. Menschen an, die dur eine gleiche Anzahl unterstüßt werden, welche sih außer dém Föderativ- Verbande befindet, jedoch mit den Ersteren vereinigt ist, weil ihre Regierungen integrirende Theile des Deutschen Bundes ausmachen. Fhr habt das Europäische Staatsrecht verhöhnt und geschändet, und, wenn Eure Schwäche Euch nicht

inderte, “Fhr würdet auch die Europäische Civilisation rückgän- Kg machen; Fhr predigt die Anarchie und droht damit Freun- den und Feinden. Das unfehlbare Resultat eines jo lächerlichen Benehmens wird die Verabscheuung aller derjenigen seyn, deren erz noch hei dem s{hônen Namen National - Ehre \{chlägt. Deutschland wird nicht vergessen, daß es Jahre lang für scine ter adénaialeit/ seine Ruhe uzd den friedliGen Genuß aller GÜ- er gekämpft hat, die mit ciner vorgerückten Civilisation verbun-

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den sind, die Jhr nicht anerkennt, weil Eure Unw!ssenheit Eurer Anmaaßung gleicht. Es wird nicht zugeben , daß ein Dußzend unruhige Köpfe die Fnstitufionen angreife, unter deken es blú- hend ist, geachtet von außen und eben so ruhig im Funern, um ohne Erschütterung Reformen bewirken zu köntten , welche-etwa dée Fortschritte der Volks=Erzichung erheischen. Frankreich, auf- geklärt Über seine wahren T wird seine Größe nicht auf dée zweideutige Unterstüßung einiger Tausend Menschen begrün- den, deren fcßige Oberhäupter im Jahre 1813 gegen jenes Land gerade dieselbe Stellung eingenommen haben, die sle jeßt dem ganzen Europa gegenüber einnehmen wollen. England spottet Eurer Thorheiten; es macht sein Fnsular - Genie \o lange bei Euch geltend, bis es Euch, vhne daß- Fhr Euch regen könnt, scinem Einflusse unterworfen hat. Rußland , Oesterreich, Preu- ßen und Alles, was unter dem Einflusse dieser Mächte sich befin- det, werden die unklug verleßten Gerechtsame eines wesentlich defensiven Staats-Ködrpers, der, mehr als jeder andere, den Frie- den von Europa verbürgt, unterstüßen. Fhr werdet in die Ver- zweiflung gerathen, Euch einer ehernen Mauer gegenüber gestellt zu haben, und damit endigen, daß Fhr uns die unglúckliche Zeit zurückruft, wo Einige Eurer Vorgänger, mit Weihwedeln b-- wafnet, den Französischen Koloß in diesem Lande umstürzen woll- ten. Eure Pfaffen riefen damals den unglücklichen Landleuten ju: ., Voran, jongens, het gebt vor de gloven!?*? Nachdem sie diese jedoh von Merlin hatten zusammenhauen lassen, liefen sie s{chnell Über den Rhein davon, um einer gerechten wohlyerdienten

Strafe zu entgehen. i / E Ein wahrhaft liberaler Nicht-Unionist. //

Der Observateur du Hainaut berichtet, der Ein- wohner von Mons, der durch seine Bittschrift die ganze Französishe Deputirten - Kammer in . Allarm verseßt habe (Vergl. Nr. 24. der St. Z.), sey ein alter Gascogner , der als Beamter in Mons vergessen worden und sich nun durch die Vereinigung Belgiens mit Franfreih seine Stelle gera sichern möchte,

Der Professor Warnkönig is, der „Emancipation“? zu- folge, jeßt an der Untversität von“ Gent angestellt.

Lüuttich, 22, Jan. Das Sthießen in der Richtung vonz Mastricht, das maun gestern Abend noch hörre, hat seit-- dein aufgehört. Der General Dibbets ist durch eine Estaf- fette, deren Durchla}sung vom General Mellinet gestattec wurde, von den Be‘chlussen der Londoner Konferenz, fs wie von denen seiner Regierung, unterrichtet worden. Gen. Mel- liner, der auf dem rechten Maaß-Ufer steht, soll erklärt ha- ben , daß er seine Stellung vor Mastricht nicht “verlassen wèrde, wenn auch die provisorishe Regierung dies-wiederho-

_lentlih anbefchlen sollte.

In einem hiesigen Blatte liest man: „Vor einigen Tagen hat der Kongreß beschlossen, keine Kommissarien nah Paris und London zu s{chicken. Gestern dagegen ist beschlos: sen, dennoch dergleichen nah Paris abzusenden. Wem muß man eine so plôblihe Willens - Aenderung zuschreiben? Es scheint, daß dieser Beschluß hier, wie in Frankreich, allge- mneine Verwunderung erregea müsse. Was werden die ver- nunftigen Leute in Paris sagen, wenn sie Belgische Depu- tirte hinfommen sehen, welche dort nihts zu thun haben? Was werden die Belgier sagen, welche die Unabhängigkeit ihres Landes aufrichtig wünschen? Sie hatten wieder ein wenig Muth gefaßt, indem sie sahen, daß der Kongreß klüg- lich beschlossen hatte, feine Deputirte zu schien. Jhre Täu- schung wird nicht lange gedauert haben. Wir möchten iuohl wis- sen, was man in Paris thun will, wenn man nicht heimlich beschlossen hat, Belgien durch irgend ein Mittel mit Frankreich ju verbinden und die Geduld der fünf Mächte aufs Aeußerste zu treiden. Geht man hin, um das Kabinet des Palais- Royal über die Wahl des Herzogs von Leuchtenberg zu er- forschen ? Hat man denn vergessen ,. daß das Gouvernement Ludwoig Philipps diese Wahl verworfen hat? Wir glauben gern, daß der Herzog von Leuchtenberg ein junger Fürst ‘voll guter Eigenschaften sey. “Allein je mehr gute Eigenschaften er besißt, desto mehr hätte dieses Gouvernement von ihm zu besürchten. Jst das so schwer zu begreifen? Uebrigens fühlt man mehr als je die Nothwendigkeit, ein Oberhaupt zu Haben. Js der Herzog von Leuchtenberg der Fürst, wel- cher uns gefällt, so proflamire man ihn. Wir haben Ursache, zu glauben, daß der Kongreß die Wichtigkeit der Umstände genugsam fühlen werde.“

Oesterrei ch.

Wien, 22. Jan. Der Oesterreichische Beoba ch- ted enthält Folaendes : : :

Amtlichen Nachrichten aus Galizien zufolge is die Cholera Morbus, welche in den an das Russische Städtchèn Satanow, wo diese Krankheit schon seit längerer Zeit wüthet, gränzenden . Dôrfern ‘des Tarnopoler Kreises Kalarohowka und Wychwatynce sih zu äußern anfing, durch die energischen und schnell ange- wandten Maaßregeln in diesen beiden Orten gleichsam in ihrem