1831 / 29 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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sche- Heldenmuth , sondern der Belgische Verrath gewesen,

was die a so schnell aus den südlihen Provinzen

vertrieben hat. Wer den Feind in den eigenen Reihen ne- den und hinter sih sieht, muß ein Held ganz ungewöhnlicher Art seyn, wenn er die zum siegreichen Kampfe nöthige Ruhe dehâlt; unsere vor und in Antwerpen meuchlerish angefalle- nen Truppen zeigten noch Besonnenheit genug, als sie in Betchem die blauen Kittel der Belgier anzogen , dem Ver- rath durch List entgegenkamen und noch jenseits unserer Sränzen ein blutiges Andenken zurückließen, das nicht so leicht verwischt weëden wird. Der meistens aus Kavallerie be- ehende Holländische Theil des a hatte sih aber faum auf diesseitigem, vom Verrathe freien Gebiete gesam- melt, als auch schon die Ruhe zurückkehrte, die dem Hol- hândischen National - Charakter ohnedies so eigen ist, und die ihn nux verläßt, wenn er seine eigene Ehrlichkeit auf un- erwartete Weise gemißbraucht oder hintergangen sieht. Der Königliche herztreffende Ruf zu den Waffen hatte inzwischen auch schon die fampffähige Jugend an den Gränzen des Landes versammelt; Nymwegen , Herzogenbush, Breda und Bergen op Zoom waren zur Gegenwehr gerüstet und die in- neren Kanäle von Kanonierbooten garnirt. Die Belgier hatten zwar ein von Sieg und Freiheit trunfenes Corps, doch außerdem, daß es nicht zahlreih war, fehite es ihm auch an aller Mannszucht und Ordnung. Der Kern bestand aus den Hülfstruppen, welche die Pariser Amis du peuple den Belgiern zugesandt hatten ; diese gingen jedoch mehr auf Beute, als nah Siegen aus und mußten in Staats -Flan- dern, wo sie zuerst auf den Widerstand der Einwohner trafen, ißre Raublust theuer bezahlen. Jn Antwerpen, wo das Bel- gische Heer in den „ersten Tagen des November versammelt war, gewann man sehr bald die Ueberzeugung, daß mit einem von Kavallerie und brauchbaren Feldstücken ganz entblôßten Corps fein zur Vertheidigung bereites Land u erobern sey. Mehr aber noch, als hierdurch, war die provisorische Regierung durch die drohende Stellung des alten Chassé abgeschreckt worden, eine Jnvasion in Bel- gien zu versuchen. Daher fand sie sih auch gern bereit, als die N eLen Cartwright und Bresson die Einstellung der Feind- seligkeiten zuerst in Vorschlag brachten, und wenn jeßt gesagt wird, daß dieser Vorschlag nur ein listiges Mittel gewesen sey, um Holland Zeit gewinnen zu lassen, so gehört die Be- hauptung zu den unzähligen Verdrehungen und Lügen, die

der Hebel der Belgischen Umwälzung waren. Jnwieféern

die vom Haag aus angeordnete Eröffnung der Schelde dem traurigen Zustande Belgiens eine Abhülfe gewähren wetde,

muß noch dahingestellt bleiben. Gewiß ist, daß die Antwer-"

pener Kaufleute sich feine außerordentliche Folgen davon versprehen und nicht sowohl in diesem Palliativ-Mittel, als în der völligen Wiederherstellung der alten Handels: Verhält- nísse- mit Holland, ein Heil für den Belgischen Gewerbfleiß erfennen. Antwerpen, 22. Jan. Gestern um 5 Uhr Nachmit- tags fam hier eine prächtige, mit -den Königlichen Wappen und Farben verzierte Holländische Yacht an und wurde beim Einlaufen in unsern Hafen vom Huzza der auf der Rhede befindlichen Kanonierboote begrüßt; es ging hier das Ge- rúcht, daß sih der Prinz von Oranien auf der Yacht befände, es ergab sih jédoch, daß es der Admiral Gobius aus Vließin- en sey, der eine Unterredung mit dem General Chassé hatte. je Eröffnung der Schelde ist seitdem zur öffentlichen Kunde gebracht wokden, dem Vernehmen nach wird weder ein Wasserzoll erhoben werden, noch eine Visitirung - von olländischer Seite stattfinden. Jnzwischen ist des widrigen indes halber vor dem 25sten d. M. keine Ankunft von Kauffahrtei-Schiffen mit Wahrscheinlichkeit zu erwärten. (Die von einigen Brüsseler Blättern bereits gemeldete Ankunft von 18 Schiffen beruht auf einer voreiligen Nachricht.) Unter der Ueberschrift: „Wichtige Mittheilung“ liest man im hiesigen Journal Folgendes: * „„Ein hiesiger ange- sehener Mann hat ganz kürzlich eine Unterhaltung mit dem Gen. Baron Chassé gehabt und ihm einen im Londoner Co u- xier vom 18ten d. enthaltenen Artikel aus Brússel vorgelegt, worin es heißt: ¿, „Der General Chassé hat amtlich angezeigt, daß der erste gegen di& Stade Mastricht gerichtete Kanonen- {uß für ihn das Signal seyn würde, Antwerpen in Asche zu legen, und daß er púnktlih sein Wort werde- zu halten wissen.//‘/ Hierauf erklärte der General mit den feierlich- en und kräftigsten Worten gegen den oben erwähnten Herrn, daß dieser Artikel durhweg. falsch- und eine niedrige Ver- feumdung sey; niemals würde seine Regierung, eben so wie er felbst, eine so grausame Jdee auch nur fassen, noch viel we- niger aber würde er amtlich erflären, wegen Bewegungen oder Angriffen auf Punfte oder Pläße, die von den ihm an-

vertrauten Vertheidigungs-Linien entfernt wären, eine Stadt opfern zu wollen, die schon in Folge eines gegen ihn mit Uebertretung geheiligter Verträge gerichtet Lai feiten Angrif- fes so unglücklih geworden sey, eiu Ereigniß, das er nie auf- hôren werde zu bedauern, das er jedoch, ohne seine Pflicht und seine Ehre als Soldat zu verleßen, nicht habe verhin- dern fônnen, besonders wenn man die Lage der Citadelle und die Nähe des Arsenals in Erwägung ziehe. Die Einwohner Antwerpens, fügte der General hinzu, brauchten nicht im mindesten zu bejorgen , daß er solche Feindseligkeiten je wie- der beginnen werde, so lange fein Angriff von Seiten der Belgier stattsände und die bestehenden Verträge genau beobachtet werden; im entgegengeseßten Falle nur würde er zu seinem Bedauern in diesem Bezuge wieder thun müssen, was seine Ehre, als Militair und treuer Diener seines Köô- nigs, ihm vorschriebe; inzwischen sehe er einen solchen Fall

als unmöglich an, so lange ein ‘tapferer und erfahrener Mi-

litär, wie der, den Antwerpen jeßt besäße (General Vander- L an der Spiße der Provinz und“ der Besaßung nde.“ Brüssel, 23. Jan. Herr Raifkem erstattete in der gestrigen Kongreß -Sißbung den Bericht der Central - Section über den Titel der neuen Verfassung, welcher „, von den

-Provitizial- und Kommunal - Gewalten ‘/ handelt, und stellte

im Namen dieser Section den Antrag auf eine direkte Er- wöhlung der Provinzial- und Kommunal-Räthe, Oeffentlich- feit ihrer Sißungen, Bekanntmachung der Gemeinde- Bud- gets und Jutervention des Staats -Oberhauptes in alle ad-

_ministrative- Handlungen dieser Räthe. Es wurde beschlos-

sen, diesen Bericht drucken und vertheilen zu lassen. An der Tages-Ordnung war die Fortsezung der Diskussion über die Einrichtung der Geschwornen; nach einer längeren Debatte wurde das Amendement des Herrn v. Robaulx, wonach diese Jnstitution über alle Kriminal-Vergehen überhaupt aus- gedehnt werden soll, angenommen. Mehrere Mitglieder verlangten daß die Friedensrihter vom Volke erwählt wer- den sollten; da jedoch dagegen angeführt wurde, daß das Bel- gische Volk auf dem Lande mitunter noch allzu unwissend sey, so rourde die urspránglihe Fassang, diè Wahl der Friedens- rihter dem Staats-Oberhaupte zu überlassen, genehmigt. Die Sigzung, die um 1 Uhr angefangen hatte, schloß um 4x Uhez Herr Nothomb, von seiner Sendung nah dem Großherzogthume Luxemburg zurückgekehrt, war in der heu- tigen Sißung wieder zum erstenmale erschiénen.

Hr. Barbanson, Präsident des hiesigen Gerichtshofes erster Justanz,. ist in der vorgestrigen Nacht -gestorben.

Dér Franzöfische Oberst Francois Delawastine, ein Neffe

des Marschalls Gerard und ein naher Verwandter des Gräs-

fen von -Celles, is gestern hier angefomnien , um, wie es heißt, dem diplomatishen Comité neue Mittheilungen über

| die Kandidatur des Herzogs von Leuchtenberg zu machen.

Dem Vernehmen nach sollen diese ebenfalls nur vertraulichen Mittheilungen den fcühern des Hrn. Bresson ziemlich gleich

' fommen. Das diplomatische Comité soll geäußert haben, daß

es nur auf eine offizielle und dffentliche Ecflärung des Fran- zösischen Kabinets einen Werth legen könne. Hr. Delawa- stine ist. bereits wieder nah Paris zurückgereist.

* „¿Wenn,‘/ heißt es in hiesigen Blättern, „die Er- wählung des Herzogs von Leuchtenberg stattfindet, so ist es auch wahrscheinlih, daß dem Kongresse ein Geseß -Entwurf vorgelegt wird, wodurch nicht bloß den Mitgliedern des Haus- ses Oranien, sondern auch allen Mitgliedern der Familie Buonapartes und des âltern Zweiges der Bourbonen der Aufenthalt in Belgien untersagt wird. Dieses Dekret wür- de sich auf die Ausschließung des Hauses Oranien und auf das Înteresse begründen, das Belgien hat, um mit Frank- reich in freundlichen Nachbar-Verhältaissen zu bleiben.

Schweden und Norwegen.

Christiania, 14. Jan. Wenn schon die Erscheinung von Nordlichte in unseren Gegenden überhaupt in dieser Jahreszeit nichts Seltenes ist, so werden doch folgende kurze Berichte von dem am 7ten d. stattgehabten von Jnteresse seyn: „Jn Christiansand wurde ein sehr starkes und merk- würdiges Nordlicht zwischen 6 und 7 Uhr Abends beobachs- tet. Die Hauptgestalt war ein vollklommener Bogen von Osten nach Westen durch den Zenith, und es spielte in kothen, violetten und gelben Flammen, Mitunter schoß es vom Ze- nith strahlenförmige Flammen " nach allen Seiten aus und

glich dann einer blassen Sonne. Eiñ Knittern oder sonstiger -

Ton ward nicht bemerkt.“ Von der Gränze des König- reihs meldet man : „Ein fo außerordentliches als furchtbares

Nordlicht ließ sih zwischen 6 und 7 Uhr Abénds am Him-

mel sehen, nämlich ein blutrother Farbenstreif quer über den

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Horlzont von ONO. nach WSW. , desgleichen bisher hier noch Niemand gesehen hat.‘ | i

Deutschland.

Frankfurt a. M., 23. Jan. Während der abgelau- fenen Woche blieben die Oesterreichischen Staatspapiere ausgebo- ten und im Cours weichend. Die Unklarheit, worin man stch in Hinsicht auf den muthmaßlichéèn Ausgang der Belgischen und Polnischen Angelegenheiten befindet, die ungünstigen Nachrichten von dem Zustand der Geschäfte zu Paris und an den andern Französischen Haupthandelsplähen, die Nachrichten aus Warschau und die Besorgniß, daß der Krieg nicht zu vermeiden scyn werde, diese Umstände wirkten zusammen so nachtheilig auf den Fonds- markt, daß nur zu verwundern ist, wie doch die flauen Notirun-

en im Ganzen nur um circa 1 pCt. heruntergedrückt werden j nnten. Es wichen nämlich bis zum gestrigen Börsentag die 5proc. Metalliques von 905 auf 893, 4proc. von 794 auf 1895/

Bank-Actien von 1273 auf 1246, Partial von 1174 guf 1167 und

Polnische Loose von 42 auf 41. Zu diesen Notirungen zetgten sich willige Abgeber, sowohl unter den Spekulanten aufs Stet- gen, als bei den Contremineurs. Die Haguptschwankung traf die 4proc. Metalliques und Bank-Actien als worin mehrere reelle Verkäufe und Ablieferungen von N bedeutenden Häusern fiattfanden, während gleichzeitig Zusendungen von gußenher mit emessenen Aufträgen zum Abgeben eingegangen waren, die Con- Éremine aber ohnehin vorzugsweise auf genannte Effekten-Sorten erichtet ist Alle Umsäße fanden Übrigens nux pr. comptant att; man will den Zins genießen und bei etwa eingehenden uns günstigen Nachrichten am sofortigen Abgeben nicht gehindert seyn.

uf Lieferung in einem Monat oder auf weitere Termine wollte sch nirgends Kauflust bemerken lassen; an Abgebern fehlte es nicht, und waren die 5 und 4proc. Metalliques auf einen Monat um 2 pCt., Bank-Actien um 2 bis 3 Fl. pr. Stück billiger als egen baar zu haben. Oesterreichische Loose zu 100 Fl. hielten ih da die Ziehung am 1. März eintritt in kleinen Par- tieen etwas begehrt, ohne daß jedoch der Cours anzog. Jn allen übrigen Oesterreichischen Papteren war es ganz still; die Iotirun- en wichen im Verhältniß zu denen der couranten Gattungen. Holländische Fonds gingen etwas- besser; doch war der Migeve danach zu schwach, als daß man mit der Steigerung an der Am- fierdamer Börse wo die 21proc. Fntegralen um 14 à 15 pCt. in die Hôhe gegangen- waren hätte Schritt halten können. Unsere Hauptgeschäftsleute haben noch zu große Vorräthe dieser Papiere aus der Zeit, woo-solche 15 bis 29 pCt. besser sianden, im Besiß, als daß sie auf deren Vermchrung- denken sollten. Die 4proc. Breußischen Staatsschnld - Scheine blieben in stetem

Gesuch und gingen auch höher im Moe: dies erklärt sich aus | l

mehreren voin außen gekommenen Aufträgen zum Einthun und der bemerkbaren Seltenheit des-- genannten Effekts an unserm Plaß. Auch in dem neuen Preußischen 4proc. Anlehn zeigte sich dieser Tage einiges Gesuch. Die Notirungen der Badischen und Darmftädtschen Roose behaupten sh fes, indem diese Paptere #9 ziemlich vergriffen sind und meist in sichern Händen ruhen. Spg=

nische Fonds waren eher begehrt, als offerirt. Jm Allgemeinen

ist wohl anzunchmen, daß unsere Spekulanten aufs Fallen der

‘Papiere den Zeitpunkt für ihre Operationen günstig erachten und

folhe daher standhaft und in ziemlicher Ausdehnung fortseßen. Daß man kein Vextrauen in die Dauer des dermaligen Zustan- des seßt, zeigt der fortdauernde Geldüberfluß._ Viele unserer be- deutenderen Häuser lassen große Summen müßig liegen ; bei De- ponirungen und Prolongationen von Fonds is der Zinsfuß auf 32 à 32 pCt. gesunken, und gute Disconto-Briefec sind zu 25, ia 2x pCt. gesucht. Fm Wechselhandel war es leßte Woche üver wieder ganz lebhaft. Augsburg, Berlin, Leipzig, Lyon k. S., dann Hamburg und Paris aller Sichten blieben gesucht. Am- sterdam, Bremen, London und Wien waren in minderer Frage.

S ch weiz.

Betrn, 19. Jan. Hier und in der Umgegend wird eine bedeutende Anzahl von Truppen zusammengezogen, deren Bestimmung dahin geht, der in einem Theile des Kantons stets fortdauernden Unordnung und Gescblosigkeir ein Ende zu machen, wenn ungeachtet aller Ermahnungen und erzeig- ter Langmuth solche nicht alsogleih von selbst sich legea und die verirrten Gemüther einsehen, wohin ihre Leiter sie führen wollen. Es ist besonders zu hosen, daß die Stadt Pruntrut und das Amt Delsberg , diese für die Handhabung ukserer Neutralität und Vertheidigung der nordwestlichen Gränze so wichtige Gegend, bald - wieder in einen Zustand geséblicher Ordnung und Ruhe zurücktehre. Heute war große Jn- spection äber die hier garnisenirenden Truppen, die alle vom besten Geiste ‘beseelt und entschlossen sind, geseßliche Ord- N aufrecht’ zu erhalten oder nôthigenfalls wieder herzu- stellen.

___ Basel, 21. Jan. Unterm 18. d. hat der hiesige Rath. in Bezug auf die Unruhen in unserem Kanton eine Procla-

mation erlassen, worin es heißt: „Der Eintracht und dem ‘Muthe unserer getreuen Bürger und Einwohner von Basel und der an ihrer Seite streitenden Mannschaft, so wie der Klugheit und Festigfkeir ihrer Anführer, verdankr die gerechte

woeiteren Jnhalte der Proclamation ) die Verha

Sache den Sieg; die Feinde derselben sind geflchen, uad wir dürfen hoffen, in dem größten Theil von ihnen nur wie- der Bürger zu erblicen , die mit Reue im Herzen zurücktre- ten auf die von ihnen verlassene Bahn der Ehre und Pflicht.“ Da jedoh Strafe stattfinden müsse, so wird (as dem

| tung der Mitglieder der provisorischen Regierung, so wie aller Rädels- führer, geboten. Den Gemeinden aber soll angezeigt werden, daß die Regierung die Standhaftigkeit der Treugebliebenen mit Dank erkenne, die übrigen zur Rückkehr und zum Ge- horsam aufforderé, allen Theilnehmern am Aufstand außer den Genannten Verzeihung bewillige, und endlich, daß die Revision der Verfassung fortgeseßt werde.

i Tap.

Neapel, 8. Jan. Der König hat mittelst Dekrets vom 4ten d.-M. dem General-Statthalter von Sicilien, Sr. Kd- nigl. Hoheit dem Grafen von Syrakus, ein eigenes Mi- nisterium beigegeben, das úber die Angelegenheiten der

Insel direfcr an den genannten Prinzen berichten foll. Das

selbe besteht aus dem Ritter Mastropaolo, als Minister Staats-Secretair, dem, Herzoge von Sammartino, als Mint- ster des Junnern, der Finanzen, der Polizei und der auswär- tigen Angelegenheiten, dem bisherigen General - Advokaten Scovazzo, als Minister der Justiz und der Gnaden, so wie der geistlichen Angelegenheiten. Ueber die Angelegenheiten des Heers. und der Marine wird der in Sicilien fommandi-

-xende General ebenfalls direft an den Prinzen berichten.

Durch ein Lee Defret von demselben Tage is eine Wohithärigfeits-Kommission errichtet worden, welche die Hülfs- bedürftigen unterstüßen und für eine gleichmäßige Verthei- lung der Almosen unter dieselben sorgen soll. Präsident die- ser Kommission ist der Beichtvater des Königs; die übrigen Mitglieder derselben sind: der Herzog von Ventignano, der Ritter Patrizi, der Marchese von Villarosa und der Ritter Scotti. ; | THr fet |

Der Núrnberger Korrespondent enthält folgen- des Schreiben aus Konstantinopel vom 17. Dez. „¡„Der Sultan betreibt gegenwärtig mitt allem Eifer militairische Rüstungen, zu welchem Zwecke verschiedene Corps hier fon- zentrirt werden follen. Viele sind- der Meinung, das zu bil- dende Armee-Corps sey nach Albanien bestimmt, um die in

dieser Provinz eingeführte neue Ordnung fräftig ins Werk

zu seßen, während Anderc behaupten, daß die Rüstung dem Pascha von Bagdad gelte, welcher schon seit geraumer Zeit mit seinea an die Pferte zu leistenden Zahlungen zurückbleibt und überhaupt in der Treue gegen die Regierung zu wanket scheint. Wir haben schon seit langer Zeit anhaitend wär- mes Wetter, ohne Regen, so daß man an süßem Wassér be- reits Mangel leidet und der Preis desselben bedeutend ge- stiegen ist; dagegen. stehen olle übrige Lebensbedürfnisse in lehr billigem Preise.‘ Í : Grièchenland.

In einem (von dem Nürnberger Korresponden- ten mitgetheilten) Schreiben aus Aegina vom 24. Dezem- ber heißt es: „Aus Athen meldet man uns, daß sich die Türken daselbst auf neue Ordre aus Konstantinopel zum Ab- zuge anschiken. Seitdem soll in der ganzen Stadt neues Leben herrschen, indem die mehr oder weniger zeestörten Häu- ser wieder reparirt oder frisch aufgebaut werden. Auf der Akropolis ist noch Alles in gutem Siand, und die wenigen noch vorhandenen Aiterthümer , z. B. das Parthenon (ehe- mals der Tempel der Minerva) u. st. w., sind von den Tür- fen bisher nicht zerstört worden. Auf Kandien ist es noch - zu feinen blutigen Auftritten gekommen ; indessen sind die Griechischen Einwohner bis jeßt zur Unterwerfung nicht zu bewegen" gewesen.“

FJnland. Berlin, 28. Jan. Die Königsberger Zeitun g-mel-

det: Die Zahl der hiesigèn Studirenden hat sih im Winter-Se-

mester beträchtlich vermehrt und ist von 423 (30. Juni 1830) auf 471 gestiegen , indem der neue Zuwachs (bis 31. Dez.) 106 und der Abgang nur 58 beträgt, also der Ueberschuß auf 48 steigt. Nach den verschiedenen Fächern theilen sie sih in 232 Theologen , 143 Juristen, 36 Mediziner und 60, die dem Schulfache und einzelnen Wissenschaften der philosophischen Fakultár sich widmen. Vergleicht man diese Zahlen mit den vom vorigen Semester gegebenen , so sind die der Theologen um 17, der Juristen um 23 und der Mediziner um 11 ge- wachsen, also verhältnißmäßig die leßteren am stärksten. »