1831 / 33 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

272

Betrag des

Betrag der Tagelohns.

: Steuer. ädten der Departements und ezirfe, die weniger als 5000

Einwohner haben . . ,. . . . 1 Fr. Cent. 3 Fr. Cent. in den Gemeinden, die zusammen

eine Bevölkerung von 15,000 z

bis 5000 Seelen haben... .—-W 2/40 in allen übrigen Gemeinden von

weniger als 5000 Seelen ..— - 70 - 2 -/ 10

26 E, D die dur die jährlichen Geseße näher zu bestimmenden all- gemeinen Zusaß - Centimen, so wie außerdem 5. Centimen

vom Franken, nämli<h 2 für die Zählungskosten und 3

für die Steuer - Erlassungen , hinzuzufügen. Der ganze

Belauf des Ertrages der 3 Centimen, der durch die be-

willigten Steuer - Erlasse nicht absorbirt -wird, soll jeder

Gemeinde zur Bestreitung örtliche: Ausgaben zurtickerstat-

tet werden.‘

- Nach der Annahme dieser 5 ersten Artikel des Gesek- Entwurfes, welche von der Personal-Steuer handeln, ging inan zu dem die Mobiliar-Steuer betreffenden Hten Ka- pitel über. Der 1e (6re) Artikel lauter aljo: tingent für die Mobiliar - Steuer soll für das Jahr 1831 zu dèr Gesammtsumme berechnet werden, worauf im Jahr 1830 die Personal- und Mobiliar - Steuer abgeschäßt war. Doch soll dieses Kontingent durch eine Erleichterung derjenigen Depar- tements, die sür zu hoch besteuert gelten, bis auf die Summe von 24 Mill. reducirt werden.‘/ Die Hrn. Mestadier und Humaun widerseßten sich dieser lestern von der Kommis- sion selbst ausgegangenen Bestimmung; eben so Hr. von Berbis, welher der Meinung war, daß, wenn man jene Reduction von 27 auf 24 Millionen schon jeßt aufúndigte, man leicht in die Nothwendigkeit gerathen tönnte, bei den Berathungen über das Budget das gegebene Versprechen

wieder zurücfnehmen zu müssen. Aus demselben Grunde trat |

auch Hr: Laffitte auf die Seite der Herren Mestadier, Humann und v. Berbis, indem er zugleich daran erinnerte, daß hon die Getränk - Steuer einen Minder - Extrag von 40 Mill. darbieten werde. Die Fortsebung der Berathung wurde auf den folgenden Tag verlegt, wo man zugleich den Kommissions-Bericht über den bereits vor geraumer Zeit von Hrn. v; Cormenin gemachten Antrag, wonach fünstig kein Beamter mehr, gleichzeitig zwei Gehalce oder ein: Gehalt und eine Pension soll beziehen dürfen, erwartet. |

Paris, 25. Jan. Der König arbeitete gestern mit dem Minister der auswärtigen Angelegenheiten und ertheilte dem General-Lieutenant Drouot eine Privat - Audienz.

Mittelst zweier Königl. Verordnungen vom 22sten d. M. haben Se. Majestät zwei anonyme Gesellschaften, die si< in Rheims und Troyes Behufs der Errichtung eines Diskontir- Comptoirs gebilder haben, bestätigt.

__ Der Temps meldet: „General Flahaut ist am 22sten d. M. als Courier von hier nah London abgegangen ; er be- eilt seine Reise so viel als möglich, Zu gleicher Zeit ist Herr Lawestine nah Brüssel abgereist. Wabrscheinlich- beziehen sich beide Sendungen auf Anordnungen, die in Betreff Belgiens getroffen werden.“

Herr Chäbaud - Latour ist in Uzes (Departement des Gard) mit 113 unter 118 Stimmen statt des zur Pairschaft berufenen Herzogs v. Crussol, und Herr Rodat von dem großen Wahl-Kollegium des Departements des Aveyron aufs neue zum Deputirten gewählt worden.

Die Revue de Paris enthält folgende Charakteristik einiger Fractionen der Deputirten-Kammer: „Die äußerste Linke befindet sich in einem sonderbaren Zustande ; einestheils

ist fle in völliger Auflösung, anderntheils sucht sie sih zu

regeneriren; der in der Auflôsung begriffene Theil der Lin- fen besteht aus den Mitgliedern der alten Opposition, die Ho! Ansichten nicht ändern wollen, obgleich - der politische orizont sich gänzlich geändert hat; sie in nichts verges- sen und nichts gelernt, sie opponiren jeßt, wie sle ehemals opponièten. Keiner von ihnen zeigte sich fähig, dieser Frac- tion. eine bestimmte Richtung zu geben. Herr v. Lafayette ist ein Mann für sich; er gehört weder zu dem Theile, der fich aufiôst, no< zu dem Theile, der si regeneriren will ; er ist. der Mann ‘von 1789, mit aller Hoffnung, allem Adel, aber auch aller Unerfahrenheit der ersten Jahre der Revo- lution. ¿Der Theil der Linken, der sih regeneriren will, zer- “Fälle wieder in zwei Hälften, deren eine feinen Plan und Zweck l haben. scheint, sondern ohne Maaß und Regel verfährt und in einem Chaos befindet ; diese Hälfte, die vornegmlih Hrn. Mauguin zum Redner hat, scheint nicht sehr zahlreich zu seyn,

Dem Betrage der Personal - Steuer snd"

„Das Kon- î

nungen stattgefunden.

Die andere Hälfte ift geschickcer und ftärfer, fle hat einen Plan, eine Îdee, einen Anführer mit Soldaten, wodur< sie sich von der Partei Mauguin unter!cheidet ; dieser Führer

scheint Hr. Odilon-Barrot zu seyn; er spricht gehalten, giebt -

sich keine Blôößen und 4äßt sh nicht fortreißen; er hat ganz das Ansehen eines Parteiführers und dennoch *übertritt er

_niht die Schranken der geseßlichen Opposition; er ist ein parlamentaris<her Mann. Seine Jdee scheint zu seyn, die

äußerste Linke. in. ihrer Opposition gegen die Regierung nicht zu weit gehen zu lassen; dies läßt sih wenigstens aus seiner Beharrlichkeit auf seinem Präfekcen - Posten nach der leßten Krisis vermuthen. Gehen wir von der äußersten Linken. zur Linken über, so finden wir zunächst den vielbesprochenen Ver- ein Lointier. Nach den Dezember - Unruhen erschienen das linke und rechte Centrum einiger als je, und wollten die Re- giercnden seyn; von diesem Augenblicke an gewann der Loin- tiersche- Verein einige Bedeutung. Ueber den Zwek dieses Vereins wurden sehr entgegengeseßte Behauptun- gen aufgestellt; nah Einigen war er gegen die Cen- tra gerichtet, von denen si< die Linke trennen wolle; nah andern war er eine Falle, um die Mitglieder der äußer- sten Linken heranzuziehen. Noch andere endlich behaupteten; das Ministerium wolle sich eine Partel bilden. Der Zweck des Lointierschen Vereins scheint uns ein höchst einfacher, nämlich dieser zu seyn, das Gleichgewicht zwischen den ver- schiedenen Theilen der constitutionnellen Majorität der Kam- mer aufrecht zu erhalten; der Verein will nicht mit dem lin- fen Centrum brechen, er ist sogar der Mehrzahl seiner Mitglieder nah durch Uebereinstimmung der Änsichten

_mit demselben -innig verknüpft; er glaubte aber eine

geit lang besúurchten zu mússen, daß das linke Cen- trum zu geneigt sey, “sh auf das re<te Centrum

[zu stüßen und glaubte nun genau den Punkt angeben zu

müssen, bis zu welchem er mit dem ersteren gemeinschaftlich gehen wolle; zugleich wollte - der Lointiersche Verein zeigen, daß im Nothialle auch eine Majorität außerhalb der beiden Centra zu Strande fommen könnte; er strebt also danach, das wahre Centrum zu seyn, er will die Mitte zwischen dem Zô- gexn und der Langsamkeit des Centrums und der regellosen Lebhastigkeit der äußersieu Linken bilden.“ ie Haupturheber der an der hiesigen Universität vor-

gefallenca Unruhen, Sambuc, Plocque uad Blanqui, sind verhaftet worden. La du t La

Der Temps erzählc folgende Anekdote: „Ein Justiz: Beamter, der durch frühere unbestraft gebliebene Beispiele ermutÿigt wurde, weigerte sich, eine. gerihtlihe Verfolgung gegen ‘die Urheber der lesten Unruhen in der Sorbonune cin- zuleïiten. Der Großsiegelbewahrer zeigte hierauf diesem Beam- ten an, er werde dem Königl, Conseil die Alternative stellen, enciveder seine Eutlassung als Minister anzunehinen, oder den ihm untergebenen Justiz-Beamtren abzuseßen. Dies wirkte, denn die Untersuchung hat begonnen.‘ :

Jn den Bureaus der Rechts- wie der medizinischen Fa-

fultäc sind von den Studirenden Proteftationen gegen die

Unordnungen ausgelegt worden, die am verwichenen Sonn- abend in der Sorbonne stattgesunden haben. Der Dekan der medizinischen Fakultät, Baron Dubois, hat heute cine mit 344 Unterschriften versehene Protestation der Studirenden der Medizin in den Mouiteur und die übrigen Blätter eiu: rücken lassen, mit dem Bemerken, daß die Zahl der Unter: schriften sich im Laufe des Tages noch bedeutend vermehren werde. Außerdem enthalten die Blätter eine Menge von Protestationen einzelner Studirenden.

Im Journal des Débats liest man: „Gestern ha- ben in dem Gymnasium Heinrichs IV. ernstlihe Unord- Drei Zöglinge waren wegen eines shweren Disciplinar-Vergehens vor: eiuigen Tagen ihren El- tern zurückgeschi>kt worden. Jhre Kameraden erhielten von auswärts Briefe, worin sie aufgereizt wurden, auf die Wie- deraufnahme der entlassenen Zöglinge zu dringen ; sie wurden für feig erflärt, wenn sie den Vorsteher der Anstalt nicht zwängen, jene zurü>zurufen. Geschah es nun, um dieser ihre Eigenliebe in Anspruch nehmenden Aufforderung zu ent- sprechen oder aus alter Anhänglichkeit an die ausge schlosse- nen Schüler, genug gestern früh schlossen sih die Zöglinge der zweiten Klasse in ihren Studiensaal ein, durhbrachen die Thür, die sie von der philosophischen Klasse trennte, und hier erklärten sie sämmtlich, daß sie den Saal nicht verlassen und die Autorität des Vorstehers und der Lehrer uicht eher anerkennen würden, als bis die Bestraften wieder aufgenom- men worden wären. chen Ermahnungen des- Vorstehers und mehrerer A toren der Universität, die sich auf die erste - erhaltene

Nachricht na<h dem Gymnasium begeben hatten. Etn

Sie blieben taub gegen die väterli:

273

Unter - Direktor, der der Stimme der: Vernunft Gehör verschaffen wollte, wurde sogar gemißhandelt und geschlagen. Der Vorsteher der Anstalt ließ unverzüglich die Eltern und Korrespondenten der jungen Rebellen von dem Vorfall be- nachrichtigen ; diese eilten herbei, und funfzig der unruhigsten wurden ihnen úbergeben. Die anderen“ Klassen haben an dem Tumult keinen Theil genommen ; Alles ist ruhig, und heute werden die Studien. wieder ihren gewöhnlichen Lauf nehmen. Dieses neue Beispiel der Insubordination wird den Vorstehern der Universität zeigen, wie unumgänglich nothwendig es ist, Unordnungen im Keime zu ersticken , die durch zu große Nachsicht unfehlbar anste>end werden würden.‘

Aus: Marseille vom 18. d. wird geschrieben: „Am 15. d: M. gegen 10 Uhr Abends ist das Schiff „„Cornelie“/ mit zwei Bataillonen des aus Morea zurückkehrenden 57\ten

Regiments hier eingelaufen ; ein „Bataillon und das Regi-

ment Hohenlohe ist dort zurückgeblieben. Die Ueberfahrt von Morea war höôchst schwierig; in Folge eines falschen Manövers gerieth die „„Cornelie‘/ an der Kalabrischen Küste und fast im Angesicht von Messina auf eine Sandbank, von der sie nur mir großer Mühe losgebracht werden konnte. Als sie mit allen Segeln in den Golf von Neapel einlaufen wollte, wurde sle von einem heftigen Windstoße gefaßt, der jedes Manöver mit den Segeln unmöglich machte. Schon schien alle Hoffnung verloren zu seyn, -als es endlich gelang, die Segel einzuziehen und 600 Menschen einem fast gewissen Tode zu entreißen.‘ ) I

Die Mitarbeiter an der 1vissenschaftlichen und militairi- schen Geschichte der Expedition nah Aegypten hatten gestern eine Prívat - Audienz beim Könige, der diesem umfassenden Unternehmen seinen Schuß zufagte. Unter den anwejenden Mitgliedern befanden sich die Herren Geoffroy St. Hilaire, Reybaud,* Saintine, Parceval de Grandmaison, General Göurgaud, JFullien, Poussielgne, Marquis von Fortia d’Ur- ban, Bory de St. Vincent, Baron Taylor u. st. 1.

Dem gewesénèn Präfekten, Baron Chazal, ist als Eut- schädigung für eine Dotation: von 4000 Fr., die er früher ge- n0ß, eine Pension von 1009 Fr., und dem ehemaligen Prä- fekten des Departements des Tarn, Herrn Decazes, eine Pension von 3277 Fr. bewilligt worden.

N ée deulande;:

Aus dem Haag, 27. Jan. Jn der gestrigen Sißung der zweiten Kammer der Generalstaaten sind die Sectionen derselben verändert und andere Sections -Präsl- denten erwählt worden. Die erste Kammer, die vorgestern ebenfalls verjammelt war, hielt gestern eine gemeinichaftliche Konferenz mit den Mitgliedern der zweiten Kammer. Die Kommission zur Abfassung der Adresse ist gestern ebenfalls versammelt gewesen.

Neuerdings sind mehrere Abtheilungen Grenadiers und Jäger von hier zur Armee abgegangen.

Aus Herzogenbusch schreibt man unterm- 25sten d. M. : „„¿Von Eindhoven ist nichts Neues hier eingegangen, Die lange Abwesenheit des Herzogs Bernhard von Sachsen- Weimar giebt zu der Muthmaßuug Anlaß, daß Se. Hoheit, mit einer besonderen Gewalt bekleidet, bald nah Luremburg abgehen dúrfte. Die Truppen würden die Entfernung dieses geachteten Chefs als einen empfindlichen Verlust erkennen.“

Amsterdam, 27. Jan. „Sollte man nicht glauben‘, sagt ein Antwerpener Blatt, das von der jeßt stattfindenden Belgischen Herrscher - Wahl spricht, „daß sich alle môgliche Narren von der Welt in Brüssel zusammenge- funden haben ?// Aber nicht bloß Narren, Aberwoibige muß man die Mitglieder des Konklave nennen, das jebt in Brüssel versammelt ist und täglich mehr den Beweis liefert, wie wenig éin Volk, das weder durch seine Geschichte, noch durch seine geistige Kultur dazu herangebildet worden, zu Jüúistitutionen reif ist, die nur der aus dem Bedärfnisse sitt- licher Ordnung Ore Freiheitssîun zu begründen und zu bewahren vermag. er 28sstte Januar, der Tag, an wélchem definitiv die Erwählung des neuen Herrschers statt: finden soll, naht mit großen Schritten heran, und die Wahl muß endlich getroffen werden, denn die Ereignisse und die von der Revolution hervorgekufenen Verlegenheiten drängen immer mehr und" mehr. - Der Kongreß, der nicht eigentlich das Volk, sondern nur drei Nuancen desselben: den Prie- ster-, den Adel - und den Advokaten - Stand, vertritt , sieht seine eigene Existenz gefährdet, weil alie übrigen, die große Mehrheit bildende Nuancen des Volkes, und zwar zunächst die Ackerbauer , die Gewerbtreibenden , der Fabrik- und der

E: eben in jener nangelhaften Vertretung. die

aupt - Ursache des jeßigen Uebels erkennen und stets lauter nach Abhülfe verlangen. Als die Belgische Revolution vor

sh ging, hielten die zuleßt genaunten Stände si<h meistens ganz passiv-; es war ja nur eine administrative Scheidung von Holland, die man damals scheinbar im Auge hatte, und noch am 3. Sept. 1830 proflamirten die Herren Baron Vanderlinden-

_ Hooghvorst, erster Kommandant der Bürgergarde, Vandermee-

ren, Gendebien, Van de Weyer u. A. auf das feierliche, daß die Bürgergarde von Brüssel sich auf Ehre verpflichte, keine Veränderung der Dynastie zu dulden. Die Belgische Judu- strie glaubte damals, eine Trennung von Holland würde nichts weiter als eine Erleichterung des dur< Hollands Schuldenlast vermehrten Abgaben - Druckes herbeiführen ; alle übrige“ den Wohlstand des Landes erzeugende Verhältnisse würden jedo<h die alten bleiben. Es fam dazu der erste Rausch, den die s<hônen Namen „„Vaterland“/ und „Unab- hängigkeit‘/ hervorriefen , und man ließ diejenigen Parteien, welche die Revolution gemacht und sie nun auch dur<führten, ruhig gewähren. Diese thätigen Parteien - waren es au<, die als überwiegende Majorität sich im Kongresse zusammen- fanden und ohne Rücksicht auf die von der fur<tsamen Mis- norität geschehenen ‘Protestationen die Ausschließung des Hauses Nassau dekretirten. Erst nachdem dies geschehen war, erfannte die große Mehrheit aller Erwerbs : Klassen im Lande, welchen selbstsüchtigen Mandatarien ihr Interesse an- vertraut sey; die Unzufriedenheit zeigte sich zunächst in den großen Städten, die von dem Stillstande aller Geschäfte am meisten betrossen waren, und fam bald in allen Provinzen mehr oder weniger zum Vorschein. Jst man auch über die Mittel, die eine Radikal - Kur bewirken sollen, verschiedener Ansicht, so wird doch das Uebel überall als vorhanden und als tödtlich für die Wohlhabenheit eines Landes erkannt, das noch vor enem halben Jahre gegen jede ähnlihe Gefahr weit mehr gesichert schien, als das einzige in der Dichtheit der Bevölkerung und in der Verbreitung der Jundustrie mit ihm wetteifernde Land Europas: das reiche England, das #9

! berfüllt an Armen ist. - Sämmtliche Belgische Blätter,

wie wir sie. küczlich - cinmal zu charafterisiten versu<{- ten, *) stimmen ,. wiewohl über alle andere Materien so ver|<hieden urtheilend, do<h darin überein, daß dem derma- ligen Provisorium ein Ende gemacht werden müsse. Die Französisch gesinnte „„Emancipation// erkennt in dem Herzog von Nemours den einzigen Mann der die Belgische Krone tragen fônne; zwar hat sie der Herzog selbst schon abgelehnt, zwar hat der König der Franzosen zu wiederholten Malen erflárt, daß er fie feinem Sohne nicht würde aufseßen lassen ; Herr von Robaulx , der unermüdliche Antragsteller im Kons- - gresse, läßt sich durch solche Gründe nicht abshre>en, und die „„Emancipation‘/, das Blact, dessen Haupt - Mitarbeiter der genannte Advokat ist, beweist haarscharf , daß das Fran- zöstsche Volk dem Belgischen zu Gefallen den Herzog von Nemours zwingen werde, decn Thron zu besteigen. Der * „„Courrier‘/ (des Pays- Bas), dem es darum zu thun ist, daß Brüssel eine Hauptstadt dleibe, weil er als Provinzial- blatt die Hälfte jeines Juteresses und seiner Abonnenten zu verlieren fürchtet, und der in der Erwählung des Herzogs& von Nemours nur den Uebergang zur Französishwerdung Belgiens erkennt, nimmt mit aller Macht den Herzog von Leuchtenberg in Schuß, der in der That auch durch die Be- mühungen des Kongreß-Mitgliedes Herrn Lebeau, dem Lord Ponsonby seive Unterstúbung zugesagt haben soll, ungemein viele Anhänger in Brüssel selbst N hat. Der repus- blifanische „Belge‘/ erklärt sich für feinen der beiden Kandi- daten; Herr de Potter giebt in diesem Blatte als sein Ulti- matum zu erkennen, daß die Belgier, die jekt nur niedrige Sklaven seyen, die ihre Unabhängigkeit, Nationalität und Wúrde fúr immer preisgegeben - hätten, nihts Besseres thun könnten, als ihre Krone in einer Licitation dem Mindestfordernden zu überlassen, um auf diese Weise we- nigstens eine Regierung für billigen Preis zu erhalten. Das „,¿ Journal des Flandres‘/, das sich bedingungs- weise zum Herzoge von Leuchtenberg hinneigt, stimmt. döch- unbedingter für einen einheimischen Kandidaten, und sein Mite arbeiter, das Kongreß- Mitglied Abbé Dehaerne, hat no< kürzlich erst den Beweis geführt , daß der Graf Felix von Merode, als König von Belgien , dem Gedeihen der Kirche und folglih au<h des ganzen Landes am meisten zusagen würde. Muß man. sich aber nicht’, na<hdem man diese und viele andere Stimmen im Kongresse gehört hat, die Frage

wiederholen, mit der die gegenwärtigen Betrachtungen begon-

nen worden sind ? Muß. man nicht im voraus den Kandis daten bedauern, dem dieser Kongreß die Palme zu erkennt, und der gutmüthig genug wäre, sie anzunehmen? Eine bes rúhmt gewordene Phrase möchten wir auf ihn anwenden

"J Vergl. Nx. 17. der St. Z.