1831 / 45 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Bézug häbenden Angelegenheiten an. Wirksamkeit des bereits im vorigen Jahre bestandenen Aus: s{husses und bedauerte hauptsächlich , daß ein so ‘reiches Ta- lent ; wie das des Hrn. Huskisson, den Berathungen jeßt entzogen sey. Hr. Hume sprah die Hoffnung aus, daß das Englische Volk freien Handel mit China erlangen würde, während das Ostindische den Vortheil erhalten werde, mit Großbritauién in direkte Verbindung zu fomnien. Das Mo- nopol des Handels mit China sollte aber in jedem Falle von der Ostindischen Frage: ganz getrennt werden. Die- Miktglie- der des neuen Ausschusses wurden ernannt; es befinden sich unter denselben die Herren Gascoyne, Lord Morpeth, Sir H. Parnell, Hr. Goulburn und Sir James

Mackínto\ h. Das Haus vertagte si< um Miiternacht.

London, 5. Febr. Vor einigen Tagen beehrten Ihre Majestäten den auf seinem Landsike in der Nähe von Brigh- ton lebenden Lord Chichester mit einein Besuche und nah- men dort ein Dejeuner ein. 20A

- Prinz Leopold hatte zu Anfange dieser Woche im Schaß- amte eine Konferenz mit dem Grafen Grey. Ï

Jn einem seiner lezten Blätter widerspricht der C ou- tier förmlich einer in mehreren anderen Zeitungen ausfgestell- ten (auch von uns mitgetheilten) Behauptung, daß dec Her- zog von Wellington und Sir Robert Peel an der Spiße ci- ner Faction ständen, deren Plan es sey, sih jeder Art von Parlaments - Reform aus allen Kräften zu widersezen, und nennt sié geradezu eine Verleumdung. „Der Herzog“, sagt er unter Anderwmn, „hat jebt vdllige Freiheit , im ‘Parlament seine Schuldigkeit zu thun und dem Lande nach jein:r per- sönlichen Ueberzeugung nüßlich zu werden. Wir wollen zwar nicht behäupten , er werde Lord Grey in allen seinen Re- form-Piänen unterstüben, jedo aber sind wir überzeugt, daß er fich nicht je der Reform - Maaßregel widerseßen wird , in- dem er zu einsihtsvoll ist, um nicht mit allen Verständigen die. Ueberzeugung von der Nothwendigkeit mäßiger Verbesse- rungen zu theilen.“ ua 10) M

Dem Spectator zufolge wählen 204 Englische Burg- fle>en 406 Mitglieder sür das Unterhaus ; 76 dieser Burg- fle>en (die 152 Mitglieder wählen) haben jeder weniger als 100 Wägler und- 44- (die 88 Mitglieder wähleu) haben jeder weniger als 50 Wähler ; - 12 Burgfleken in Wallis wählen 12 Mitglieder; 34 Jrländische 35; 66 Schottische Burgen (Stádte-Versammilungen) 15; 40 Englische Grafschaften 80, 12 Grafschaften in Wallis 12; 32 Jriändliche Grafschaft€u 64: 30 Schottische Grafschaften 30 Mitglieder; 122 Engli-

von ihrèn- Verivandten und 140 gleichfalls Englische von of- fenen Bürgflecken gewählt; 89. Pairs üben das Patronat: ret über 123 Burgflecken in England, Wallis und Jriaud, die 175 Mitglieder zu wählen haben; 65 Mitglieder des Unterhauses häben das Patronatrecht über 70 Burgslececn, die 99 Mitglieder zu wählen haben. Unter dem Patronat der Regie- rutig stehen 6Burgfle>en, die 9 Mitglieder zu wählen haben. Die erwähnte Zeitschrift bemerkt hierbei: „„Aus obigen AUn- gaben geht hervor, daß 293 Mitglieder niht von der Na-

Er erlnneëte an- die

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tion, jondern dur< deù Einfluß von Pairs und Gliedern des

Unterhauses und der Regierung gewählt werden, ohne noch der Schottischen Repräsentation zu gedenkeu, die in ihrem ganzèn Sÿstem vérderbt ist, und obne von dem Einfluß zu redeñ , - den Pairs und bedeutende Glieder des Unterhaujes auf die Grafschafts-Wahlen in England, Jrland und Wales ausúben. Rechnet man diese noch hiúzu, jo ergiebt sih, daß eine schr große Mehrzahl der Glieder des Unterhauses (das deren 658 zählt) durch den Einfluß von 209 Pairs und Re- präsentanten der Nation erwählt werden! «Ferner wird mati bemerken, däß von’ den 204 Englischen Bargsleen , \dwohi pra: ihrer Bevölkerung als der Zahl ihrer Wähler, 76 o unbedeutend sind, daß keiner von ihneu 100, ja von 44 nicht ein einziger 50 Wähler zählt. Es kann feinen schla- A ' Beweis von der Makngelhaftigkeit des derma- igen Repräsentativ - Systems geben. Die 45 Schotti- {hen Parläments - Glieder werden im Ganzen von Z bis 4000 / Wählern ernannte. Füägt man zu allen diejen Mängeln die bei den Wahlen, wie sie bis jeßt stattfanden, eingerissenen Bestehungen die verlängerte Dauer der Wahlen mit allem ihrem Tumult und allen ihren Ausshwei- fungen die Schwierigkeiten, die sich den Grafschaftswahlen entgegenstellén, und den Mißbrauch, der aus der Abwesenheit vieler Wähler ‘entspxingt —- so darf man wohl mit Recht ausrufen: welch? ein weites Feld steht der Reform ofen! und zugleich darf man hinzufügen : wie groß sind die von ei- ñer reformirenden Verwaltung zu besiegenden Hindernisse: Zu den größten Patronatsherren gehören: der Marquis von

‘ziehungsweise von H

Cleveland, der Graf Grosvenor, der Marquis voin Hertfórd; der Graf v. Lonsdale, der Herzog von Newcastle (die: jeder 6 Parlamentsglieder zu wählen haben), der “Herzog von Buckingham, der Graf Fißzwilltäm, der Herzog ‘von Devon- shire, der Graf von Powis, (jeder mit dem Wahlrecht für 5 Parlamentsglieder) der Marquis von Aylesbury, der Her- zog von Northumberland, der Herzog von Rutland , der Graf von St. Germain’'s, dle -Famille Holmes, Herr Pitt (jeder mir dem Wahlrecht für 4 Parlaments- glieder), Graf Radnor, Herr A. Baring und Herr Bul- ler (jeder für Z Parlamentsglieder). Jm Laufe der leßten 50 Jahre ist im Unterhause 25mal auf Parlaments- Reform angetragen worden, und unter Auderem Zmal dur< AR Pitt, Zmal -dur<h den dermaligen Premier - Minister rafen Grey, 4mal dur< Sir Francis Burdett und 5mal dur<h Lord John Russell. “Jm vorigen Jahre wurden die leßten beiden Anträge dur<h den Marquis von Blandford und Hercn O’Connell gemacht. : Die schwächsten- Oppositio- nen bieten die Jahre 1782, 1821 und 1825 dar, wo die be- ertn Pitt, von dem jeßigen Lord Dur- ham und von Herrn : Abercromby gemachten „Anträge durch eine Majorität von nur 20,12 und 24 Stimmen verworfen wurden ; die stärksten dagegen die Jahre 1793 und 1830, wo man die Anträge des Grafen Grey und des Herrn O’Connell mit einer Mehrheit von 214 und 306 Stimmen verwarf. ‘/ Wie es heißt , ist Lord Duncannon zum Ober-Aufseher der Wälder und Forsten ernannt worden. j Jn Portsmuth liegt ein Schiff seegelfertig, das 2— 300 Individuen, die neuli<h wegen Zerstörung von Maschinen und anderer in verschiedenen Grafschaften während der leb- ten Unruhen begangener Gewaltthätigkeiten verurtheilt wor- den waren, nah Van: Diemens Land bringen soll. Binnen 14 Tagen wird ein ähnlicher Transport nach Neu-Süd-Wallis abgehen. Die zum Tode verurtheilten Verbrecher, welche vom Könige begnadigt wurden, werden auf Lebenszeit transportirt, die übrigen auf fürzere oder längere Zeit, je nachdem ihr Urtheil lautet. | :

Niederlande.

Aus dem Haag, 8. Febr. Se. Majestät geruhten vorgestern von einer Deputation beider Kammern der Gene- raistaaten die H Adresse entgegen zu nehmen : | E 4477

Durchdrungen von dem tiefen Gefühle der Anhänglichkeit an das Vaterland, der Treue für den Fürsten, der es regiert, und der heiligen Pflicht, auch in threr Stellung zur Bchaupy-

* tung-der Ehre uüd Unabhängigkeit des Reiches mitzuwirken, nä-

he Mitglieder wählen sich unter einander selbst odex. werden ! been s< die Generalstaaten

n dem geru En außerordent: lichen Lroment chrerbietig dem Throne; sie glauben, nach den ihren gemachten wichtigen Mittheilungen, fowohl vor dem Volke, das sie: repräsentiren , als vor dem ganzen Europa, die Gefühle, von denen sie beseelt sind, darlegen zu müssen, damtt der feter- liche Ausdru derselben ein Beweis der Einigkeit. sey - dic zwi- schen dem Niederländischen Volle und scinein Könige guf "eine dauerhafte Weise besteht, und damit auch die Stimme dieses Vol- fes neben dem Aufruhr-Geschrei Anderer guf der Waagschalé derx Europäischen Politik gewogen werden mdge. Bei den Ereig- nissen dex leßtverflossenen Monate, die das Staatsgebäude bis in seine - Grundfesten erschütterten, hat Nord -Nieder- land cin seiner würdiges Schauspiel abgegeben. Während sich in den südlichen Provinzen ein wüthender Revolutions- Geist zeigte und diese, dadurch in Verwirrung gebracht, ohne Recht oder Grund gewaltsam sich abldösten, sammelte sich die Be- völkerung der nördlichen Provinzen, die den Genuß der wahren Freiheit von der Anarchie zu unterscheiden wußten, einmüthig unter dem Panier der Ordnung und des Geseßes. Während an andern Orte auch die Jugend von einer falschen Begeisterung fich hinreißen ließ, umgürteten die Zöglinge unserer Hochschulen sich mit dem Schwerte, um dic geseßmäßige Autorität be ugen: aber nicht allein unsere Fünglige, die Blüthe der Nation, fon- dern auch Männer von Rang und Stand schlossen sich zur Ab- wendung der aus dem Süden drohenden Gefahr unserer treuen und tapfern Land- und Seemacht und unseren von allen Seiten herbeigecilten Schutterèien an. Alle, deren Eifer und Muth einst die Geschichte ehren wird, steht man eintrachtsvoll auf den von Ewy. Mai. ergangenen Ruf Leben und Vermögen anbieten, um unsere Nationalität zu beschüßen und den vaterländischen Boden zu vertheidigen. Billig hätte man erwarten dürfen, daß dies Schausviel, im Gegensaße zu dem Belgischen Aufstande, wenn auch nicht úberall die Menge , doch die Europäischen Re ierutt- gen von dem Ruchlosen und Gewaltthätigen dieses Aufstandes, der ohne irgend eine beschönigende Véranlassung 1 war, überzeugen würde. Keinesweges shten man sich Page: gen vorstellen zu können, daß jener Abfall nicht bloß gleichgültig von den Mächten angesehen werden, sondern auch noch Anerken- nung und Unterstüßung erlangen würde. Jn der That, es fällt uns auch jeßt noch \{<wer, eine solche guf das Princip der Nicht-

Beilage

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Beilage zur Allgemeinen Preußischen Staats-Zeitung t 45.

E R ie T E E L M L

Einmischung begründete Politik mit dem Völker-Rechte in Ueber- einstimmung zu ‘bringen. Die im Auftrage Eurer Majestät uns emachten Mittheilungen über den Verlauf der Unterhandlungen

in London mußten demnach ein peinliches Gefühl bei uns erwek-

ken, da wir -dgrin cine solche Dendenz zu gewahren vermeinten. Wir ersahen daraus, daß dur<h Ew. Majestät “die Dazwischen-

kunft der Mächte, als Unterzeichner der Traïtate von Páris und

Wien, nur zur Dämpfung des Aufsiandes angerufen worden war, und daß Höchstdieselben einer Waffenruhe, wodur<h das Grund- e des Staates der Vereinigten Niederlande behauptet wird, eigetreten waren. Wir theilen den Schmerz, den die Anord- nungen der Bevollmächtigten bei Ew. Majestät erwe>t haben, denn. so wenig auch die Generalstaaten oder das Volk, daë ste vertreten, eine Wiedervereinigung mit den südlichen Provinzen verlangen, so sehr auch im Gegentheile eine völlige Trennung thr Wunsch und Begehrèn ist, so sind sic doch andererseits der Mei- s daß die Anerkennung dex- Belgischen Unabhängigkeit noth- wendig Hand in Hand gehen sollte mit der Fesistellung billiger Be- dingungen, hinsichtlich der Schadloshaltung für geschehene Auf- opferungen, der Sicherheit und Unabhängigkeit des chemaligen Grundgebiets der Vereinigten Niederlande, einschließlich der Be- ißungen des Staats außerhalb Europa’s, der Theilung und Aus- gteichung der Schuld und der gehdrig garantirten Regulirung er beiderseitigen Angelegenheiten. Sire, dic Generalsiaaten,-

die solchergestalt mit den Gefühl:n Eurer Majestät Übereinstim-

men, huldigen der Weise, in der dieselben würdig durch Hdchsi-

deren uns mitgetheilte Erklärungen, deren End-Resultat Tren-

nung von Belgien utter Erlangung Per Nel Bedin- gungen ist, ausgedrü>t worden. Doch, Stre, soll dieser Zwe> erreicht werden, de müssen die no< von uns besesscnen Bürgschaf- ten und Untérpfänder , ‘deren Bewahrung dazu gereichen kann, jeßt’ vor Allem mit Kraft festgchalten werden. Wir bezwecken nicht 'Zurüstungen zur Wiederoberung von Belgien, sondern wir verlangen ‘die Behauptung: unserer eigenen Gränzen fowohl, als unserer, militairischen Srellungen- die um so nothwendiger ge-

en. einen Feind find, als Streifzügler in Zaum zu halten, oder die Fesseln widerrechtlich noch gefanzen gehaltenen Kricger abzußreifen.

Wir vertrauen auf-die von Ewr. Majestät S Erklärung, ;

Foivohl hinsichtlich" des bisher beobachteten Verfahrens, als des- zeigen; welches dié Nichtbefolgung der gleichzeitig Anderen auf- erlegten Verbindlichkeiten erfordern durfte. So haben wir auch die leßte Mitte ing- die uns im Auftrage Eurer Majecsiät ge- macht worden, mit Wohlgefallen empfangen; wir shmeicheln uns- daß dadurch die baldige Feitstellun befördert werden werde. Die Nation érkennt darin ein dringen- des gintetelse , damit sie nicht, so wie sie bereits das unschuldige Opfer der thr durch det Abfall zugefügten Leiden geworden it, auch no<! Verlusten bloßgéstellt werde, die den dentlichen .Kre- dit und die künftige nationale Selbständigkeit untergraben und dem re<tmäßigen Gläubiger des Staats einen empfindlichen Schlag zufügen würden. Nachdem wir also, Sire, dem Be- dürfnisse, -das wir empfanden, genug- gethan und uns mit Frei- müthigkeit Über diese hochwichtigen Angelegenhciten geäußert haben , finden wir uns ni<t minder gedrungen, Ewr. Majestät unséru Dank zu bezeugen für die verheißene Sorgfalt in der Reguli- I Rana eigenettStaats-Haushaltes, so wien den Aenderungen, die das Grundgeseh erfordert. Ja, Sire/' sollen die Vereinigten Niederlande, nah-wie vor einen abgesonderten-Staat ausnachend, Stiften sollen ibre Einwobner durch Ausgleichung, und V Eristénz-: sollen ihre Einwohner dur< Ausgleichung: und VergÜü- tung des, erlittenen Schadens auf L oblftand und Glü wieder hoffen dürfen, soll der Staat seitien Verbitidlichkeiten guch fer- her _ nahkömmen kötinet/* ne “nicht ällen zur Eclañgintg untd Fesfstellung gerechter Béd An e' nach aufen Alles“ angewandt werden, sondern auch unser intérer Staats- Haushalt muß den Veränderungen unterliegen, die bei großer Vereinfachung: hedeu- tende Ersparttisse* möglich machen, ohne doch“ die Bürgschaften zur: Sicherung “der dffeitlichen Freiheiten, und wie sie des Landes wohlverfkandenes: ntere 0A {t /, zu verlebenz: denn: ws diese Bürgschaften ften, da ifi keine Megtexung Stande, Ordnung und: Ruhe auf die-Dauer zu exhalten. Die Generalsiagtén se- en dem in Aae. Eurcr Májestät uns angekündigten Ge- eh - Entwurf in diéser Ote Mett Sehnsicht ‘entgegen: Sie werden mit ‘Ruhe und Gêèwisselhäftigkeit beurtheilen, in wie etn das Principder ministeriellen Verantwortlichkeit und die änderen

ungénzwelchedièé Umstände: erheischen unddie Erfahruitg an-

rárhenmmüöchte; G Grutidgeséhße,inUebereinstimmung mit seinem

mildert: Geiste; einverleibt ‘und. nah den son darin enthaltenen Vorschriften zu Stande gebracht verden sollen. -— Sive, guc ir empfinden das. ganze Gew <t und das Orückende der Uni- ände, in denen wir uns jeyt befinden, all däs Bétrübende und Un- verdiente der E die A betroffen haben; wenn. wir je- doch ‘dabei auf den Geist: der Eitttgkeit; Ordnung und edelmüthi- gen “Selbstaufopferuttg bli>ken, deb die Alt-Niederländische Natiott eséélt/: wenn wir die Energie und die Beweise von Vaterlands- Hebe; die sie Überall“ giebt ; in Erwägung zichen , so verzweifeln

bei demselben die Stimme der | i ächte keine hinreichende Kraft zu besißen scheint, um seine | angekommen und. hat den Befehl úber dessen Centrum úber-

unserer ;

| ßer Wichtigkeit, nah dem

billiger Hgupt-Bedingunget |.

ewahrung ihrer unabhängigen

ant i E E F K D L E O S E C Et E R E B

wir nicht; unser Eifer wird vielmehr immer stärker angefeuert um ik den Fußtapfen unserer Väter, im Vertrauen guf die Hülfe des Allmächtigen, mit Standhaftigkeit fortzuschreiten und um unter dem Wüthen der Stürme Europa und der. gesitteten Welt zu zeigen, was Einigkeit und wahre Freiheitsliebe, Achtung vor der geseßlichen Autorität und Anhänglichkeit an dieselbe, Muth und Anspannung der Kräfte vermögen, und wie die Niederlän- dische Nation , bei ‘ihrem Abscheu vor Aufruhr und Gewalt, für. die Unabhängigkeit ihres beshränkten Grundgebiets- Gut umd Blut feil hat und also auf die Achtung der Völker, wie auf die Ehrerbietung für ihre Rechte durch Könige und Fürsten, Ansprüche

machen darf.‘

Herr Dy> mee ster hat als Bericht - Erstatter der De: putation, welche dem Könige diese Adresse úberreichte, Folgendes, als den Jnhalt der von Sr. Majestät ertheilten Antwort, der zweiten Kammer der General -Staaten mitge- theilt: „Se. Majestät nähmen mit Wohlgefallen und als Zeichen der bestehenden Einstimmigkeit zwischen König und Voik die Adresse an; Sie benußten gern diese Gelegenheit,

der Nation ihren Dank zu bezeugen für die Opfer aller. Art,

welche sie dem Vaterlande gebracht, und- deren in der Adresse enthalteue genaue Darstellung Sie nicht zu wiederholen brauchten. Sie müßten jedo< zu Jhrem Leidwesen hinzu- fügen, daß die Nachrichten, welche in den leßten Tagen- und Augenblifen eingegangen, der Art seyen, daß die Aussichten auf eine baldige und gehörige Ausgleichung, die Sie dur

fruhere Mittheilungen geben zu müssen geglaubr hätten, sich

mehr und mehr ins Weite gezogen zu haben schienen und die Nation also zu neuen - Opfern für die Erhaltung der Unab- hängigfeir des Vaterlandes aufgefordert werden könnte, auf welche Opfer Sie mit der Jhnen ‘offenbarten Gesinnung der Nation und der Generat-Staaten rechneten.“/ 4d Der Herzog von Sachsen-Weimar ist wieder beim Heere

nommen. Man sprach von einem neuen: Zuge- desselben nah Mastricht zur Versorgung dieser Festung und Herstellung der freien Verbindung.

Am 4. früh um 5- Uhr fam dur< Dordrecht- ein Adju- tant des General-Lieutenant Chassé mit Depeschen- von- gro- | | Haag bestimmt, und fam Abends n e Uhr bereits mit der Antwort in größter Eile wiéder

urch. Èp Von Rotterdam ist eine Abtheilung, in- Utrecht gekleide-

ter, gewaffneter und equipirter Schweizer na<- dem:Heere

abgegangen. Man glaubt, daß mehrere folgen werden. Antwerpen, 7. Februar. Das hiesige Jour nal: sucht aus den Aussagen einiger Schiffsleute, welche bei der -Explo- sion des Holländischen Kanonierbootes mit dem Leben: davon gefommen sind, darzuthun, daß der Lieutenant van- Spy>, der Commandeur jenes Kanonierbootes, vom den Belgischen Offizieren keinesweges bedroht wotden; auch habe man: die Holländische Flagge nicht herabgetissen. Der Matrose -Wy- ler jey dem Lieutenant van Spyck in den unteren: Sthisfs-

| raum? gefolgt „* wo diefer ihm angekündigt habe, daß er: das

Schiff in die Luft: sprengen wolle. - Wyler- habe sich darauf mit’ dem Lootsen van de Velde ins Wasser gèstürzt, wodurch

“beide dem Tode. entgangen seyen. - Diese beiden Seeleute sas

geu auch aus, ihr Befehlshaber habe immer erklärt, er werde sich lieberin dieLuft sprengen, als sich zum Gefangenen:ergeben. Dies hátten sie ihm auch. geglaubt , deun! ev sei ein Mann; von großer: Entschlossenheit und. festem-Charafter gewesen. Von den: 31 Leuten der Schiffs -Besahuüig sind _zwär"6 gerettet wordeir, doch: auch diese siad zum-Theèil so schwer verwundet, daß ma wenig: Hoffnutig:-hat,:sie beim: Leben zu: erlzaltegn;, Die :nicht* verwundeten oder hergestellten werdeu:dem:Hollän- dischen Geschwader zurückgestellt. Von Se Seite find außer dem: Hauptmann Gregoireund 'detn Lieutenant Collierz, 2- Soldaten: vom“8ten Regiment und :3 - von). der |

_Degorter getödtet worden; 16 Soldaten wurden verwundet

Der bekannte Artillerie-Major- Kessels: hat? sich: selbst als Gefangener dem Militair - Gericht - Übergeben; und? ist: na: Brüssel abgegangen ; (er- marht in- den:Zeituugen: bekannt, d er sich nichts Ehrenrühriges vorzuwerfen: habe. L

_Brüsssel „8. Febr. Jn- der gestrigen: Sibung.des: Konz gresses verlangte Hr. Lebeau, daß der-Herzog von:Nemours als majorenn erklärt werde, sobald er die Kronegngenommen habe. 7 Der Vorschlag wurde, nach: einex kurzen Diskussion dahin abgeändert, daß der Kongreß-es? ss< vorbehalte, das Staats - Oberhaupt für majorenn zu erkläárenz bevor dasselbe no< das’ von der Constirution ‘erforderte Alter evreicht: habe; -