1831 / 51 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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we>kten Aufregung? Die Aufldsung der Union! Nun frage ich aber das Haus, ob es nicht die unerläßliche Pflicht der Regie rung sey, eine Aufregung zu verhüten, die einen Zwe> im Auge hat, der zur Trennung der beiden Länder führen muß? Wer könnte cs auch nur für möglich erachten, daß, wenn eine Legis- latur in England und eine andere in Frland sich befindet , die beiden Länder noch lange vereinigt - bleiven könnén? (Hört!) Das Experiment is zwar einmal versucht worden, doch erin- nere sich das Haus nur an die Meinungs- Differenzen , die im Fahre 1783 zwischen den beiden Legislaturen bestanden ha- ben. J es nicht allgemein bekannt, daß, wenn die Krank- heit Grorg's Il. Fortgedauert hâtte, die Regierung von Frland si<h bald in den Händen einer Art von politi- chen JFndividuen und die von England in denen einer an- dern Art befunden hätte? Jch. gebe zwar zu, daß seitdem eine solche Verschiedenheit nicht wieder eingetreten ist; möchte aber wohl das chrenwerthe Mitglied für Clare (Hr. O’Gorman Ma- hon) solche Parlamente, wie die damaligen, in Frland wieder auferstehen schen? Wünscht er roohl die Wiederkehr solcher Sce- nen, wie die von 1797 und 1798? Der ehrenwerthe Herr spricht von einer Ueberschwemmung Jrlands mit Blut ; was thaten denn aber die Frländischen Parlamente? Jch kann daher auch durch- aus nicht errathen, woher das GlÚ>, das sich die Freunde der Unions- Auflösung für Frland aus dieser Maaßregel versprechen, denn eigentlich kommen soll. Muß die Regierung, die dieses Einsehen hat, darumnicht um so mehr alle in ihrer Macht stehende Mittel anwen- den-um dieAufreg "9 zu unterdrücken? Keinesweges will ich aber da- t sagen, daß diese Unterdrückung nur mit Gewalt geschehen müsse. ine weise Politik schreibt der Regierung vielmehr vur, während e jenen ‘heftigen und aufrührerischen Versuchen zur Meuterei und Fhsurrection mit Festtgkeit entgegentritt, zu gleicher Zeit durch Maaßregeln der Versöhnung und Güte dem Jrländischen Volke zu zeigen, daß alle mbgliche Geneigtheit vorhanden fey, hre Beschwerden anzuhören und zu beseitigen. (Hört , hört!) Dies if die Politik, welche die Regiernng sich zur Richtschnur gemacht hat. Sie is entschlossen, die äußersten Anfirengungen anzuwenden, um den Plänen der Agitatoren zu widersichen, zu glei er Zeit aber dur<h Beschäftigung des Jrländischen Volkes, úurch Zurücknahme von Geseßen, die demselben verhaßt sind, und durch andere Maaßregeln ähnlicher Art Alles zu thun, was sie vermag, um sich die Liebe der Frländer zu erwerben. Fch hoffe mit Zuversicht , daß es den Vertheidigern der Unions - Aufldfun niemals gelingen werde, ihren Zwe> zu erreichen. So viel i die Gesinnungen und den Geist meiner Landsleute, ‘so wie die der ehrenwerthen Herren, kenne, ist schwer zu -glauben, daß Jene e g Zwe> guf andere Weise als dur cinen Bürgerkrieg. erret- en werden. Nun hat gewiß Niemand einen größern Abscheu vor Bürgerkrieg, als ch selbst; aber auch diesen würde ich einer Zerstückelung und Vernichtung des Reiches vorziehen. “/

__ Lauter und anhaltender Beifall begleitete die Rede des Ministers, welchem zunächst Hr. Leader, cin JFrländisches Mitglied, sh vernehmen ließ. Er sey, sagte er, kürzlich ei- nen großen Theil von Jrland durchreist. Wiewohl ein Pro- testant, habe er sich do< 30,000 fa:holishen Konstituenten gegenübergestellt , um ihnen über sein Benehmen im Parla- ment Aufschluß zu geben. Er habe sie ermahnt, die Frage der Unions - Auflôsung von beiden Seiten zu betrachten, zu bedenfen, daß ihnen jeßt der Britishe Markt offen stehe, daß sie das Recht hätten, mit den Britischen Kolonieen Han- bel zu treiben, daß sie Aussicht auf die Freigebung des Ost- indishen Handels und fast die Gewißheit einer Parlaments- Reform hätten; weshalb sie sih recht lange besinnen sollten, ehe sie dur< Gewalts-Maaßregeln alles dies auf das Spiel sekten. Nach allem diesem, fügte der Redner hinzu, sey er von seinen 30,000 Konstituenten einstimmig erwählt worden, es fônne also der Wunsch einer Auflöfung der Union noch nicht so allgemein "in Jrland scyn, als das Mitglied für Waterford es dargestellt. Nichtsdestoweniger tadelte er doch die Strenge des Lord-Lieutenants, tadelte die Proclamation, in deren- Folge es den Dubliner Zünften untersagt gewesen fey, dem in Jrland sehr populairen Mitgliede für Water- ford (Hrn. O'Connell) in dffentliher Versammlung ihren Dank füt seinen Fleiß im Parlamente abzustatten, und meinte, es sey das Verfahren der Regierung ihrer ni<ht ganz wür- dig gewesen. Als Sir Rob. Peel si< erhob und der Regierung seinen fräftigsten" Beistand in der Jrländischen Sache zusicherte, erregte dies die lebhafte Theilnahme der - Versammlung. „Jch würde mih‘/, sagte er, „vor wir

selbst \{<ämen, wenn ih bei dieser Gelegenheit nicht alle po-

litische Partei-Gesinnung, die mich etwa von dem sehr ehrenw.

errn gegenüber (Lord Althorp) trennt, ganz bei Seite

eßte; i< würde mich schämen, wenn ih ni<ht aus allen mei- nen Kräften die Königl. Regierung in ihren Bemühungen zur Erhaltung der Union mit Jrland unterstúßte. Sollten die Minister auch in dieser Hinsicht einen kleinen Fehlgriff thun, was, meines Erachtens, bisher no< ni<t der Fall war, so werde ich doch: ihrem Verfahren immer die beste Auslegung geben ; i< werde auf ihre guten Absichten vertrauen, falls sie zu irgend einer harten Maaßregel gezwungen werden sollten,

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Zustand Jrlands erzeugt hat.

nicht die Rede

um dadurch den Wendungen und Kunfsigrisfen in den Erfklä- rungen des ehrenwerthen Mitgliedes für Waterford zu be- gegnen. Man kann sih die Schwierigkeiten wohl denken, in welche die Erklärungen dieses Mitgliedes die Minister ver- seßen; es ist jedo< deren Pflichr, selbst unter der Gefahr eines Bürgerkrieges , die Zerstückelnng des Reichs zu ver- hüten. Eben so gut, wie Jrland, könnte si ja au<h am Ende Schottland und Wales trennen wollen. Nicht reli- gese Zwiste sind es, die Jrland jeßt entzwelen ; es is das schlechte eispiel von Paris und Brüssel, das auf_das empfängliche Volk A geubt und den gegenwärtigen unglücklichen | Ich sche auch kein ande-

res Mittel, die Ruhe wieder herzustellen, als die nah und nach erfolgende Rückkehr des Volkes zur Vernunft. Nach Verlauf einiger Zeit dúrfte man die jekige Tollheit einsehen. Vor allen Dingen muß aber jeßt der Regierung dort Kraft verliehen und uicht zu viel den Parteien nachgegeben wer- den.‘ Herr Hume meinte, man spreche immer von der Aufregung , die das Mitglied für Waterford in Jrland. her- vorbringe; dies würde jedo<h einem einzelnen Menschen ganz unmöglich seyn, wenn nicht so viel Stoff zum Mißvergnü- gen dort vorhanden wäre. Lord Palmerston dankte dem Sir Rob. Peel fär die von ihm geäußerte Gesinnung und bemerkte, daß, wer in Jrland nur irgend etwas zu verliéren habe, der Auflôsung der Union auch abhold sey. Sir Fran- cés Burdett, der den Beschluß der heutigen Debatte machte, fam auf den Vortrag dés Herrn O’'Gorman Mahon zurü, dem er mic vieler Schärfe añtwortete. „Mit einem ganz besondern Erstaunen“‘/, sagte er, „habe ih die Tirade ver- nommen, die der ehrenwerthe Herr, als ein Widerhall des großen

Agitators jenseits des Wassers, gegen die Whigs losgelassen hat ;

gegen die Whigs von England, die ein halbes Jahrhundert lang die Schlachten der Katholiken fämpften und sich dadurch von allen hohen Aemtern ausschlossen , die sonst ein Gegen- stand des Ehrgeizes aller ahtbaren Männer sind. Nach dem, was der ehrenwerthe Herr gesagt, dürfte Swifts Behaup- tung, daß das, was überall wahr, es do< in Jrland nicht ist, sehr wohl begrundet seyn. Die Worte sogar scheinen in Jrland eine andere Bedeutung zu haben, als anderwärts, und wean dort die Katholiken von einer Dankbarkeit N! Ende reden, so ist damit eigentli<h eine Dankbarkeit ohne Anfang gemeint.// (Beifall und Lachen. ) Der Redner lie < s<ließü<h no< gegen das Benehmen des Hrn. O’Connell, so wie gegen dessen und seiner Freunde Undanfkbarkeit gegen den Marquis von Anglesea, aus „- der seiner Anhänglichkeit an FJrland und der katholischen Sache sogar die Freundschaft des verstorbenen Königs zum Opfer gebracht habe. Der Antrag des Hrn. O’Gorman Mahon auf Vorlegung der Pa- piere warde sodann ohne Abstimmung genehmigt.

In der Sib6ung des Unterhauses vom 9. Febr. wurden nur Bittschriften überreiht. Hr. Hunt, der die

Biüitschrifc einer in London gehaltenen Versammlung zu úber-

geben haëte, die über das von der Regierung gegen Hrn. O’Connell eingeleitete Verfahren Beschwerde Fabrte , sagte bei dieser Geiegenheit, daß, wenn etwa eine parteiüsche Jury, die man in Jrland zusammentreibe, Hrn. O’Connell als schuldig erkennen sollte, dies mehr als irgend etwas zu einem Bürgerkriege, wie äm vorigen Tage ein edler Lord (Althorp) damit gedroht habe, führen dürfte. Hr. North entgegnete, von einer zusammengetriebenen parteiischen Jury fönne gar seyn, denn nirgends zeigten sich, sei- ner Erfahrung nach, die Geschwornen unabhängiger und rechtlicher, als eben in Staats - Prozessen, Lord Stanley bestcitt, daß der Kanzler der Schaßkammer mit einem Bürgerkriege gedroht habe,..was jedo<h Hr. Hunt auch ferner behauptete. Hr. Leader fand es unrecht, daß über einen Gegenstand debattirt werde, der in diésem Augen- blike no< vor dem Gerichte verhandelt werde und auf dessen Entscheidung warte. Hr. Warburton zeigte bei Gele- genheit einer von mehreren Aerzten und Wundärzten fom- menden Bittschrift an, daß er seine auf Beförderung des Studiums der Anatomie abzwecende Bill zwar in der vo-

rigen Session zurückgenommen habe, jedoch sich vorbehalte, sie

ein andermal wieder einzubringen. Hr. Hunt erklärte, falls eine solche Bill eingebracht werden sollte, darauf antragen zu wollen, daß fein Studirender in den Sections-Saal mit dem Anatomir-Messer in der Hand zugelassen“ werden solle, der nicht vorher einen Schein unterzeichnet, worin ‘er seinen eigenen Körper nah seinem Tode zur Verfügung des anato- mischen Studiums stellt. Schließlich zeigte Hr. Hunt an, daß er zum allgemeinen Besten, so oft er einer Sißung des

| Unterhauses beiwohnen werde, jedesmal, sobald die Glocke

zwölf geschlagen, auf die Vertagung des Hauses antragen wolle.

E M D ns E Ee e dil : © S _ E

S A T A u E E E O E E E c ae E 2 E O t a E E E E A E fee;

S E s ei E S Ft E R E S a L E E E A E E S e Ea S 2 E L ZSE bat; F E E e R E S E e E E E n E

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__ London, 12. Febr. Ju Folge der günstigen Witterung machten Jhre Majestäten in den lebten Tagen in zahlreicher Begleitung Spazierfahrten nach- entlegeneren Gegenden der e. i | B erin legte der Kanzler der Schaßkammer im Unter- hause das Budget vor. Die Einnahmen fúr das Jahr 1831 ind auf 47,300,000 Pfd., *) die Ausgaben auf 46,850,000 fo. angeschlagen worden; es wird sonach auf einen Ueber- <uß von 450,000 Pfd. gerechnet. An Abgaben werden auf Taback, Zeitungs - Stempel, Talglihte, Steinkohlen , ge- drucéte Baumwollen - Waáren, Glas, an Auctions - Gebühren und vermischten Taxen 4,080,000 Pfd. nachgelassen; dagegen werden die vom Wein, Bauholz -(aus Kanada), roher Baum- wolle, Kohlen zur Ausfuhr, Dampfboots - Reisen und Ueber- schreibungen von Grund - und dem in Stocks fundirten Ei- genthum um 2,740,000 Pfd. erhöht, so daß die Summe, welche die Nation dur<h Steuer- Nachlaß gewinnt, uagefähr

1,340,000 Pfd. beträgt. s A Birse aben die vom Kanzler der Schakfkam-

mer vorgeschlagenen Abgaben-Reductionen großen Beifall ge- funden; mit der neuen Steuer jedoch, die auf Ueberschreibun- gen von fundirten Stocks gelegt werden soll, wollte man sich nicht befreunden, und dies verursachte eine merkliche Flauheit

in den Coursen. Herr Stanley is vorgestern zum Parlamentsglied für

Windsor erwählt worden. Die Gesundheit des Grafen von Eldon bessert sich täg-

lich; auch die Herzogin von Wellington sieht ihret völligen Senesung entgegen.

Zum nächsten Dienstag, den 15ten, sind Herr O’Connell und ‘seine Mit-Angeklagten vor eine Special - Jury geladen

worden. Die Times meldet, der schiedsrichterlihe Spruch des

Königs der Niederlande zwischen uns und den Vereinigten Staaten sey ju unserm Nachtheil ausgefallen, allein zur Un- zufriedenheit beider Theile.

Miederlande. Aus dem Haag, 14. Febr. Hier ist folgendes Königl. t erschienen : Debrel S dhe bm u. st. w. Auf den Vortrag Unseres Admirale und General-Obersten; da Wir Willens sind , mit Vorbegalt unserer náheren Verfügungen zur Errichtung oder Darstellung eines bleibenden Denkmals zum Gedächtniß der

Heldenthat und. der höchst edelmüthigen Selbst - Aufopferung |

des Lieutenants zur See zweiter Klasse, J. C. J. van Speyk, der sich mit vén unter seinem Befehl stehenden Kanonier- boot Nr. 2-am 5ten d. M. vor Antwerpen lieber in die Lust sprengte, als eine Erniedrigung unserer Flagge zuließ , schon vorläufig dem Namen desselben ein Angedenfen zu geben ; so haben Wir für gut befunden und verfügen hier- durch, daß von jeßt ab bei der Niederländischen See- macht immerwährend. eines der Kriegs - Schiffe oder Fahrzeuge den Namen „„„„van Speyk‘/“ führen soll; auch soll sogleich die gegenwärtig in Amsterdam im Bau be- findliche Korvette Argo umgetaufr werden und den Namen van Speyfk erhalten. Gegeben im Haag, den 11. Februar ( 1/4 ? E An der Amsterdamer Börse wollte man wissen, daß ein Englischer Offizier nach Mastricht abgesandt worden sey, um dem General Mellinet den Befehl zu bringen, seine Stellungen in der Nähe dieses Orts zu verlassen , widrigen- falls ein Englisches Geschwader die Schelde blofiren würde. Die Verwaltung der beim Heere befindlichea Schutte- reien wird, in Gemäßheit einer Königl. Verfügung, vom 1. April ab înit der dec National-Miliz vereinigt werden. Sämmtliche im Hafen von. Rotterdam liegende Schiffe Haben heute zum Andenken van Speyks und seiner mit ihm gebliebenen Seeleute ihre Flaggen und Wimpel halb einge-

zogen.

Brússél, 14. Febr. Der - hiesige Magistrac ‘hat zur Verhütung von Unordnungen alle Karneväls-Lustbarkeiten un- tersagt. Es dürfen auf. den Straßen und an „öffentlichen Orten feine Masken erscheinen; Privat -Bälle dürfen zwar nach vorgängiger Erlaubniß stattfinden , doch bleibt auch hier das Erscheinen in Maske streng untersagt.

Man vernimmt, daß sih dermalen in Breskens (Staats- Flandern) ein sehr voruehmer Holländischer General befinde. Man glaubt hier, daß es entweder der ‘Prinz Friedrih oder der

*) Eine Summe,- die in Französischem Gelde ungefähr 1177 Milliónen Franken, mithin gerade den Belauf des Französischen Ausgabe-Budgets für 1831, heträgt.

Herzog Bernhard von Sachsen : Weimar sey. Jn Ost-Flati- dern befürchtet man no< immer einen Einfall der Holländer. Die Holländer haben am lkáten d, von Mastricht aus das Dorf Smeermaaß beseßt und es, wie es in einem Be- richte des General Mellinet heißt, demolirt, weil es in ihrer Vertheidigungs-Linie liegt. Man befürchtet dasselbe Schick- e für das Dorf Amby, wenn die Belgier es verlassen sollten.

Der Vrai-Patriote bezeichnet die in dem (gestern mitgetheilen) Schreiben des Herrn Surlet de Chokier vor- fommende Stelle in Bezug auf den Prinzen von Oranien, als ein „ors d'oeuvre”, das durchaus feine innere Wahr- scheinlichkeir für sih habe. „„Alles‘//, sagt er, „was inder em- pfangenen Mütheilung wahr ist, beschränkt sich auf des Her- zogs von Nemours Nicht - Annahme der Krone und auf die nahe bevorstehende Abreise unserer Deputation aus Paris, da die Abschieds - Audienz auf einen dex ersten Tage dieser Woche angekündigt worden. ““

In Gent finden fortwährend neue Verhaftungen statt.

Deutschland.

Hannover, 15. Febr. Seine Königl. Hoheit der Her- zog von Cambridge sind vou Braunschweig über Celle am 12cen d. hier wieder eingetroffen. j i

Die seit Oftober v. J. bei dem Observations-Corps- im Göttingenschen gestandenen 2 Schwadronen des 5ten Regi- ments Königs Uhlanen find, auf dem Rückmarsche in ihre Stand-Quartiere-im Bremenschen, gestern hier angekommen.

Mainz, 14. Febr. Die hiesige Zeitung meldet: „„Die, wie es scheint, wenig beachteten Ueberreste des Palastes Karls des Großen in Jngelheim, sind, wie man uns von daher berichtet , gestern zusammengéstürzt und haben in der daran befindlichen Wohnung drei Menschen erschlagen die heute zusammen beerdigt werden. Außerdem haben wir. no<h einen Unfall zu berichten, der gleichfalls gestern dem hiesigen Schiffer Reichard begegnet seyn soll, indem dessen großes Rheinschiff, mit 1900 Malter Weizen beladen, an dem Máusethurm bei Bingen strandete.““

Jtalien.

" Nachrichten aus- Bologna vom 5ten d. M. zufolge wa- ren, wie das Journal de Francfort meldet, am Mor- gen des áten daselbst Unruhen ausgebrochen , in deren Folge der Päpstliche Prolegat, da die bewaffnete Macht nicht hin- reichte, um den Aufrúhrern die Spibe zu bieten, den Ent- chluß gefaßt hatte, die Regierung einer- Kommission zu über-

| tragen , die sich unter dem Namen einer „provisorischen Re-

gierung der Stadt und Provinz Bologna‘/ installirte. Als Se. K. H. der Herzog von Modena aîn 6ten von diesen Vorfállen unterrichter wurdet, deschkossen Hôchstdieselben, Ihre getreuen Truppen, um selbige nicht auszuseßen, falls das Modenesische Gebiet vou den Revolutionairs verleßt roers- den sollte, na<h Novi di Modena zurückzuziehen, wo sie Posto faßten. Den leßten Nachrichten aus WMo- ‘dena zufolge hatte der Herzog, nachdem er daselbst cine - Regentschaft errichtet, sih mit seiner Familie na< Mantua begeben, wo er am 6ten Abends nach 9 Uhr einge- troffen is. Dieser Regentschaft war es übrigens bis dahin gelungen, die Ruhe und Ordnung in Modena aufrecht zu- erhalten. :

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.

Nachstehendes ist der Schluß der in Nr. 48 der Staats- Zeitung abgebrochenen Botschaft des Präsidenten : L Die vielfachen Gründe, die wir haben, uns Glü> zu wün- schen, finden einèn neuen Zuwachs in dem Zustande unserer Zoll- Einnahme, der deshalb unsere besgeere Aufmerksamkeit verdient, weil er uns die Aussicht darbietet, die dfffentliche Schuld früber, als wir erwarten, getilgt ju sehen, und uns zugleich einen deutlichen Begriff von den praktischen Einwirkungen unseres jeigen Tari auf unsere Handels-Fnteressen giebt. Die Mängel owohl als die Vorzüge des bestehenden Tarifs sind bisher viel zu hoch an- geschlagen worden. Wie gewdhnlich liegt auch hier die Wahr- eit in der Mitte. Das dem Tarif zugeschriebene Sinken der Preise von Baumwolle und anderen Erzeugnissen des Bodens ‘erstre>t si< ni<t nur auf rohe Stoffe, sondern auch auf Fa- brikate und Ländercien. Der Grund dazu- muß daher tiefer liegen, er muß-umfassender seyn und darf daher nicht im Darif esucht werden. Theilweise mag er in dem gestiegenen Werthe ex edlen Metalle zu finden seyn, der dur<h Verminderung da Zuflusses und Vermehrung der Nachfrage hervorgebracht wurde, während sich der S ras<h ausdehnte und die Bevölkerung sih vermehrte. Die Zufuhr von Gold und Silber, wi Ee meinen Austauschmittel , is zeither durch Br P en Ländern, aus denen sie bezogen werden, wesentlich unter rochen

worden. Andererseits muß man das Sinken aller Preise auch der