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langt hatte. Gegen das erstere erhob sich Hr. Duvergier do Hauranne; auch Hr. Laisné de Villevêque hielt dasselbe fúr unzulässig, indem danach Provinzen „- die nur schwach bevölkert, aber ihres Reichthums wegen stark besteuerc find, weniger Deputirte in die Kammer schicken würden, als andere, wo der umgéfehrte Fall eintritt, Der Minister des Jnnern hob gleichfalls die Hauptfehler des von Herrn Viennet in Antrag gebrachten Systems heraus und verlangte sonach, daß man sich zunächst mic dem Plane der Regierung beschäftige. Nachdem die Berathung geschlossen worden, fam man zuvörderst dahin überein, dem Z8sten Artikel des Geseß- Entwurfes, wonach hinführo jedes Wahl- Kollegium immer nur einen Deputirten soll wählen dürfen, vor dem 37sten, der von der Zahl der Deputirten handelt , den Vorzug zu geben. Jener Artikel wurde angenommen, und als die Kammer hierauf dem Systeme der Kommission vor dem der Regierung die Priorität einräumte, bemerkte der Präsident, daß er unter solchen Umständen úber jeden einzelnen ‘Para- graphen des dem 37sten Artikel angehängten Tableaus ab- stimmen lassen müsse. Diese Erklärung machte die Verjamm- lung sehr ungeduldig; mehrere Deputirte riefen, es lasse sich unter solchen Umständen gar nicht absehen, wann die Kam- mer mit dem Geseß-Entwurfe zu Stande kommen werde. Die einzelne Abstimmung erfolgte gleihwohl, und den nach- stehenden Departements wurden, nachdem die von verschie- denen Deputirten in dem Interesse ihrer Provinz gemachten Amendements verworfen worden, ihre resp. Wahl! - Bezirke und Deputirte in folgender Weise zugetheilt: Departement des Ain 5 Bezirke und Deputirte; Departement der Aisne 7 Bezirke und Deputirte; Depart. des Allier 4 Bezirke und

Deput. ; Depart. der niedèren Alpen 2 Bezirke und Deput.;

Depart. der obéren Alpen 2 Bezirke und Deput. ; Depart. der Ardèche 3 Bezirke und Deput.; Depart. der Ardennen 4 Bezirke und Deput.; Depart. der Arriège 3 Bezirke und Deput. ; Départ. der Aube 4 Bezirke und Deput.; Depart. des Aude 5 Bezirke und Deput.; (hatte bisher nur 4 Deput.) Depart: des Aveyron 5 Bezirke und Deput.; Depart. der Rhone -Mändungen 6 Bezirke und Deput. ; Depart. des Cal- vados 7 Bezirke und Deput. Die Fortseßung der Berathung wurde auf den folgenden Tag verlegt, wo man zugleich eine amtlihe Mittheilung, woahrscheinlih das von der Paits- Kammer -veränderte Geses über den Tilgungs-Fonds, erwartete,

Paris, 3. März. Der König arbeitete gestern mit den Ministern der Marine und des Krieges, und begab sich, von dem Hof - Architekten Fontaine begleitet, zu Fuß nach den Ateliers der Kunstschule und der lithrohromischen Anstalt, um die dortigen Arbeiten zu besichtigen. Der Herzog von Or- leans besuchte in Begleitung des General Pajel zu Pferde die Kasernen der hiesigen Garnison-Truppen.

Der Freiherr Alexander von Humboldt hatte am ver- wichenen Montage, dem Tage nach seiner Ankunft hierselbst, eine Privat - Audienz beim Könige und wurde Mittags zur Königl. Tafel gezogen. :

Der zum diesseitigen Gesandten in Brüssel ernannet Ge- neral Belliard is gestern dahin abgereist. Auch spriht man von dem nahe bevorstehenden Abgange des Grafen von Ste. Aulaire nach Rom mit einem außerordentlichen Auftrage in Bezug auf die Eréignisse in Mittel - Jtalien. |

Durch eine Königl. Verordauug vom 1. d. M. ist die Abgabe von 1500 Fr., welche bisher in den Französischen Kölonject von Seiten der Regierung für die geseßliche Ge-

nehmigung der Freilassung eines Sklaven erhoben wurde, aufge- hoben worden. Einer andern Verordnung vom 28. v. M. i zufoige sollen in den 22 am Meere liegenden Departements

60 Artillerie-Compagnieen für die Ercichtung- und Bedienuug der Küsten-Batterien aus den National-Garden der der Küste unächst liegenden Ortschaften gebildet werden. Jede dieser Toitibazniiet soll mindestens 50 und höchstens 100 Mann starf seyn.

as Journal des Débats und mehrere andere Blätter sprechen von einem äußerst wichtigen Bericht des Kriegs - Ministers an den König, wonach die 480,000 starke Armee in zwdlf Corps, jedes zu zwei Divisionen, getheilt “und in drei Linien an der nördlichen , dstlihen nnd südlichen Gränze von Bayonne bis nah Düukirchen aufgestellt wer- deñ soll. Den Befehl über die Süd-Armee würde der Marschall’ Gerard, den über die Nord - Armee der Kriegs- Minister, Marschall Soult, selbst übernehmen. Auch den R Clausel, Lamarque a. A. seyen Commandos be- timmt. 4

“Es sind 13 neue General - Lieutenants ernannt worden, unter ihnen befinden sich die Generale Simmer, Borrelly, Hulot, Philipp von Segur, Delaistre, Meunier Saint Clair,

Petit, Campy, Fabre, Picquet und Tiburtius Sebastiani. Die Zahl der auf der Afcivitäts- Liste befindlichen General- Lieutenants beträgt 132; in die Reserve - Liste sind 82 Gene- ral - Lieutenants. eingetragen. A ;

Der Moniteur meldet Folgendes: „Ein Haufe von ungefähr 100 Arbeitern zog gestern Abend gegen 7 Uhr mit

dem Rufe: Arbeit oder Brot! nach dem Palais-Royal. Die Behörde, die ihrer Bewegung lange Zeit folgte , ließ einige zwanzig verhaften, worauf die übrigen sich bald zerstreuten. Die National - Garde, deren Eifer troß der Umtriebe der Feinde der Ordnnng und des öffentlichen Friedens nicht nach- läßt, begab sich sogleich nach dem Palais-Royal und auf den Plaß vor dem Louvre. Ueberall gingen Polizei-Kommissarien, mit ihren Amts - Jusignien bekleidet, den Abtheilungen der bewaffneten Macht voran, und waren bereit, die ge- seßtlichen Aufforderungen ergehen zu lassen. Jnzwischén füllte eine Masse Neugieriger die dem ‘Palais - Royal benach- barten Straßen. Die friedliebenden Bürger sollten einsehen, daß sie, ohne es zu wissen, die Pläne der Ruhefiôrer begün-

stigen. Von Neugierde getrieben, begeben sie fich in Menge

nah dem Schauplake der Unordnung und vermehren diese durch ihre Gegenwart. Sie sollten bedenken, daß sie, indem sie die Circulation erschweren, auch alle Maaßregeln der Be- hôrde hindern und die Flucht der Strafbaren begünstigen. Man kann daher die guten Bürger nicht oft genug daran erinnern, wie wichtig es für sle ist, jedes Zusammenstehen zu vermeiden, um nicht mit den Ruhestôrern verwechselt und verhaftet zu werden. Dieser Versuch, die Ordnung zu std- ren, hat Úbrigens gar feine unangenehme Folgen gehabt; in deni meisten Stadtvierteln wurde er erst zugleih mit der Kunde von der glücklichen Wirkung der kräftigen Maaßregeln befannt, welche die Behörde für die Ruhe der Hauptstadt getroffen hatte.‘

Andere hiesige Blätter berichten über diesen Vorfall noch Folgendes: ;

„„Sestern früh versammelten sih 150 Arbeiter auf dem Marsfelde und verlangten Brodt und Arbeit, wurden- aber bald durch Polizei-Beamte aus einander getrieben. Gestern Abend um 7 Uhr bildeten sich auf verschiedenen Punkten der Stadt neue Gruppen , die vornehmlich aus Arbeitern bestan- den, und zogen nach dem Palais-Royal, um im Garten des- selben einen Freiheitsbaum aufzupflanzen. Die National- Garde der benachbarten Stadtviertel war aber in wenigen Augenblicken unter dén Waffen und drängte die Ruhestôrer zurü, die hierauf mit ihrem Freiheitsbaum und mehreren dreifarbigen Fahnen nah dem Greve-Plaßbe zogen, wo sie abermals zerstreut wurden. Mehrere Widersebliche wurden vechaftet; man fand Geld bei ihnen, obgleih sie nach Brodr und Arbeit geschrieen hatten. Der Ruf uach Brodt (du pain!) hatte zu ‘einem Mißverständniß Anlaß gege- ben; er wurde nämlih auf den Deputirten Dupin d, Aelt. bezogen, und ein starkes Detaschement nah des- sen Wohnung geschickt, um dieselbe vor einer zweiten Verleburg zu hüben. Gegen 10 Uhr war die Ruhe wies derhergesteilt , so daß das für diesen Abend “anberaumte Hof- Konzert im Palais-Royal ungestört stattfinden konnte. Dle Gitter der Hôfe des Palais-Royal waren geschlossen; zahl-

reiche Piguets der National -Garde und der Linien - Truppen

standen im Garten und den Höfen des Palastes und auf dem Caroussel-Plab ; die beiden Enden dér Straße St. Ho- noré waren durch dichte Truppen-Linien geschlossen, während das Husaren-Regiment Chartres und die reitende National- Garde in den anliegenden Straßen patrouillirten. Das Jour- nal des Débats begleitet die Erzählung dieses- Ereignisses wit. folgenden Betrachtungen: „„Jeßt ist Alles ruhig; viele Bärger stehen vor. ihren Hausthúren, forschen - nah den

Ursachen so vieler unerhörter Unruhen und fragen sih, wann

endlich „diese Besorgnisse, die sie unablässig verfolgen , aufhs- ren werden. Jedenfalls ist das jeßige bürgerliche Leben zu aufgeregt fär unsere {wachen Körper. Dieses Mißbehagen ermüdet und tödtet. Bei den vielfachen Arbeiten, die die Bürger als Geshworne und Wähler haben, bei der Anstreu- gung, der innern und äußern Politik täglich zu folgen, von tausend verschiedenen Gerüchten, tausend geheimnißvollen Drohungen umlagert zu seyn und gleichsam ein Schwert über ihrem Haupte hängen zu sehen, wäre es wenigstens billig, die Ruhe ihrer Nächte, ihren Schlaf zu schonen. Die Re- e Sins daher solche Attentate nicht streng genug be- rafen.

Die Kavallerie-Schwadron, welche am 25sten v. M. von Lyon zur Verfolgung der Piemontesischen Flüchtlinge ausge- sandt worden war, hat dieselben, dem Précurseur de

Beilage

"Ganzen gestellt.

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Beilage zur Allgemeinen Preußischen Staats-Zeitung X 70. C SIETAETERTEEG IM T G E Em E eet ÄÖGÄtwGG T ET Hn Hm

Ly on zufolge, jenseits Meximieux eingeholt und genöthigt, auseinanderzugehen. Mehrere hundert der von ihnen Ange- worbenen haben die Erlaubniß erhalten, in das nach Algier bestimmte Freiwilligen - Corps einzutreten.

Der Messager des Chambres meldet aus Bayonne vom 27. Febr. : „Aus England kommende Französische Emi- grirte sind in Castro in Biscaya gelandet. Die Spanischen Behörden haben Befehl ertheilt, dieselben sogleih nach dem Innern des Landes abzuschiken. El Pastor, der wegen Krankheit hier geblieben war, so wiè mehrere andere Spa- nische Flüchtlinge, deren Aufenthalt an der Gränze nicht länger geduldet werden fann, wird in wenigen Tagen von hier nach Bordeaux abgehen.‘ :

Der Ami de la Charte meldet aus Nantes vom 26sten v. M., daß dort das Gerücht gegangen sey, einige hundert von den Brüdern Cadoudal angeführte Chouans hät- ten sich der Stadt Auray bemächtigt. Diese Nachricht sey jedoch gänzlih ungegründet; Briefen aus Vannes und Auray vom 25sten zufolge, sey in dortiger Gegend alles ruhig und die Brüder Cadoudal hielten sich noch immer verborgen, um den Nachforschungen der Justiz-Behörden zu entgehen. Der aus England gekommene Graf Albizzi, unter der vorigen Regte- rung Controlleur der direften Steuern in St. Malo, ist in Nantes verhaftet worden, weil er mit einem falschen Passe versehen war; man fand bei ihm mehrere, an Privatper]o- nen gerichtete versiegelte Briefe, in denen sih aber beim Er- brechen derselben nur weißes Papier vorfand.

Großbritanien und JFrland. _ Parlaments-Verhandlungen. Jn Bezug auf den

(im vorgestrigen Blatte mitgetheilten) von Lord John Rus

je! in der Sibung des Unterhauses vom 1. März gemach- ten Vorschlag zur Parlaments - Reform, ist Folgendes noch nachträglich mitzutheilen: Nächstdem, daß 60 Orte, die we- niger als 2000 Einwohner zählen, ihr Wahlrecht ganz, und 47 Orte, Lie weniger als 1000 Einwohner zählen, das Wahl- recht von- einem Mitgliede verlieren sollen (so daß sie sofort, nur noch ein Mitglied stact bisher zwei erwählen), wi: d auch die Stadt Weytmnouth in der Folge nur 2 statt 4 Repräsen- tanten zu erwählen haben, so daß im Ganzen 168 Parlaments- Sibe erledigt werden. Von diesen gehen 14 auf. 7 große oder vereinigte Städte über, nämlich auf Manchester mit

_ Salford, Birmingham mit Aston, Leeds, Greenwich mit Dept-

ford und Woolwich, Wolverhampton, Sheffield und end-

_lich Sunderland; 20 kleinere Städte erhalten jede die Be-

rehtigung ein Mitglied zu erwählen; 4 bisher unrepräfen- tirt gewesene Stadttheile von London, die zusammen 900,000 Einwohner zählen, sollen jeder zwei Mitglieder erwählen fön- nen ;. außerdem erhält die Jnsei Wight die Berechtigung zur Wahl eincs Mitgliedes, und endlich sollen 27 Grafschaften, von denen jede mehr als 150,000 Einwohner zählt, jede zwei Mitglieder mehr als bisher erwählen dürfen. Nächstdem wird die Zahl der Schottischen Mitglieder um 5 (von 45 auf 50) und die der Jrländischen um 3 vermehrt werden, so daß sih nach allen diesen Veränderung die Zahl sämmtlicher Par- laments : Mitglieder des vereinigten Königreichs von 658 auf 596 reduziren wird. Um die bisher so kostspielige und langwierige Ri - Mroieae bèim Stimmensammeln 5 ied dern, ist die Anfertigung von Wähler - Listen vorgeschlagen

worden, die während der Monate September und Oktober

an den Kirchthüren des Wahl- Ortes ausgehängt und , nach- dem die etwa nôthigen Verbesserungen darin angebracht wor- den, im Monat Dezember gédruckt und vertheilt werden sol- len, so. daß sie alsdann als unwiderruflihe Norm für die Wahlen des nächsten Jahres gelten. Um die Wahlen in den Grafschaften zu erleichtern , sollen diese in Distrikte getheilt

ck werden, deren nähere Bestimmung von einem Comité des Geheimen Raths erfolgen soll, das der König dazu ernennt. i Fa rland wird außer der angegebenen

ermehrung der Repräsentation um drei Mitglieder keine Veränderung statt- finden , doch erhalten auch dort, wie in England, alle Fami- lienväter, dié eine jährliche Abgabe oder Hausmiethe von 10 Pfd. bezahlen, das Wahlrecht. Durch die Verringerung der Parlaments - Mitglieder sux England wird jedoh, wie Lord J. Russel bemerkte, die Repräsentation sowohl Jr- lands als Schottlands in ein besseres Verhältniß zum

ir Rob. Inglis, der (wie bereits erwähnt) als erster Opponent sih erhob, bestritt es zunächst, daß das Volk die Reform verlange. Die gegenwärtige Auf-

regung im Lande rühre nur von den úbeln Beispielen Frank: reihs und Belgiens her und würde unhezweifelt wieder nachr lassen, während man, wenn man jeßt die vorgeschlagenen Konzese sionen machen wollte, alle Gewalt in die Hände des Volkes liefern würde. Nicht Reform sey es eigentlih, was mana wolle, sondern eine förmlihe Revolution; England sey aber niht gewohnt, sich nah vorübergehenden Tages- Ereignissen zu richten, sondern folge der Geschihte von Jahrhunderten. Leeres Geshwäß sey es, wenn vorgegeben werde, man wolle die Repräsentation zu ihrer früheren Reinheit zurückführen, denn sie sey niemals anders und besser gewesen , als jet. Manchester besißt zwar feinen Vertreter im Parlamente, seén Handel sey jedoch eben so gedeihlich und blühend, als der von Liverpool. Unter den Vertretern der soge- nannten verfallenen Flecken hätten sich- von jeher die ausgezeihnetsten Männer, wie z. B. Lord Chatham, Fox und Canning befunden, die erst, nahdem sie sich ails Vertre- ter solcher Orte ausgezeichnet, für angesehenere Städte odex Grafschaften erwählt worden seyen. Jungen Männern von Talent werde, wenn sie nicht etwa die Gabe der Pöbel - Bes redtsamfeit besäßen, durch die jeßt gemachten Vorschläge der Eintritt ins Parlament ganz versperrt. Eine so unheilbrin- gende Maaßregel wúrde niemals die Sanctionirung des Haus ses erlangen, denn erlangte sie dieselbe, so wúrdé das Par- ilament binnen 10 Jahren höchstens nur noch dem Namen nach vorhanden seyn. Neben einem reformirten Unterhause würde das Oberhaus in seiner jeßigen Gestaltung nicht lange mehr bestehen können, und dies sey auch ein Grund gewesen, daß sih Herr Canning immer der Reform widerseßt habe. Nächst dem Sir Rob. Jnglis trat auch noch Hr. Twiß als Gegner der Maaßregel auf. Beide Redner wurden von Lord Althorp widerlegt, worauf Lord F. L. Gower gegen den Antrag sprach und die Debatte auf den folgenden Tag adjournirt rourde. y | Die Debatte úber den Antrag des Lord John Russel wurde in den Sißungen des Unterhauses vom 2. und Z, März

„fortgeseßt, ohne daß es zu eînem Resultate fam. Sehr viele

Gegner der neuen Maaßregel traten wiederum auf, jedoch waren es meistens Vertreter solcher Burgflecken, die jeßt ihr Wahlrecht verlieren sollen. Jn der Sibung vom 2. gab zunächst" Herr Hume seinen uneingeshränften Beif súr die von den Ministern vorgeschlagene Reform zu erkén- nen. Er scy zwar ein Radifal- Reformer, inzwischen habe doch der Antrag seine Erwartungen bei weitem übertroffen. (Hört, höôrt! Gelächter von den Oppositionsbänken.) „Ehe man lacht ,‘/ sagte Herr Hume, „sollte man doch er| den Saß zu Ende hdôren. Jch wollte nämlih sagen, däß, so viel Vertrauen ih der Regierung auch geschenkt, ih doch - nicht geglaubt habe, daß sie mit einer so wirksaméên, fräftigen Reform - Maaßregel auftreten werde. Die Mi nister haben in Bezag auf diese Frageck ihr Verspres chen gelöst, und zwar mehr als hinsichtlich der beiden anderen Frage: Oekonomie und Nicht-Einmischung. Js nur aber erst ein reformirtes Parlament da, so wird dieses auch schon dafür Sorge tragen, daß die beiden anderen Fragen ihre ges bührende Lösung finden. Nächst dem, daß der uns jeßt vors liegende Gegenstand ungemein wichtig ist, ist er auch vou großen Schwierigkeiten begleitet, denn es handelt sich um nichts Geringeres, als vom Aergsten zum Besten überzuges hen. Jch gestehe, daß, als der ecle Lord sagte, weder die Frage der Parlaments-Dauer, noch die der Abstimmung durch Ballottement sollten einen Theil des gegenwärtigen Planes ausmachen, mir da der Gedanke beifam, daß dieser doch wohl nicht vollständig sey. Wenn ‘ich hn inzwischeèn nähèr bes trahte und in Erwägung ziehe, wie sehr man im Lande eine baldige Reform wünscht, so gelange i zu dem Resultate, daß die Regierung sehr weise gehandelt hat, sich mit dieseu beiden Fragen, die in der That von der vorliegenden getrenat und verschieden sind, nicht zu belästigen. Mag man immer- hin auch erst mit den gegenwärtig vorgeschlagenen Veränd& rungen einen Versuch machen, und die beiden Fragen vors láufig ganz bei Seite lassen (Beifall). Ließe gd auch Eéai- es gegen die Details des Planes einwenden, so gewährt dice fer doch im Ganzen dem Volke nicht bloß, sondern auch der Krone und der Aristokratie ja, indge man auch auf den Bänken neben mir nicht derselben Meinung seyn, es ist doch der Fall so viele Vortheile, daß ih mi denen , die sich den Details widerseßen wollen, nicht anreihen mag. Nach- dem ich dies vorangeschit, sey mir nun noch die Bemerkung