1831 / 79 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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theidigung zu bedienen, und daß man für Capitulation der Stadt gestimwat habe.

Die Absicht des Reichstages, nah Beendigung des ge- genwärtigen Krieges den Soldaten liegende Grundstücke zu schenken, hat einen Aufsaß in dem Neuen Polen veran- laßt, in welhem auseinandergesebt wird, wie wichtig es für die Kultur und Civilisation des Landes sey, die Lage der nie- brigeren Klasse von Polens Bewohnern dadurch zu verbessern, daß man sle emancipire und zu Grundbesißern mache, weil se dadurch fester an das Juteresse ihres Vaterlandes geknüpst werden würden; auch habe dieser Gedanke schon unter der Russischen Regierung viele Freunde und Vertheidiger ge- unden.

i Der General-Gouverneur der Hauptstadt hat in Erfah- rung gebracht, daß das in Praga garnijonirende Militair die von deù Eigenthümern verlassenen Häuser niederreißt, um sich derselben als Brennmaterial zu bedienen, so wie auch, daß in verschiedenen anderen, besouders in den an der Weich- fel und beim Waffenplaße gelegenen Straßen, zu demseiben Zweck Zäune un: Ställe zerliört werden. Um diesen Miß- bräuchen zu- steuern , eiläßt derselbe an die Befehlshaber der betreffenden Truppentheile \trenge Befehle, ähnlichen Unfug ên der Folge zu verhüten, und droht ihnen, daß etwanige Ee fernerhin aus ihrem Traftament erseßt werden outen.

Jn kurzem werden, der Warschauer Zeitung zufoige, in den Kammern 2 wichtige Projekte, nämuch úber die Ver- leihung von Grund-Eigenthum anu den Bauernstand und über die Pensionen déèr Beamten, érôrtert werden.

Im Warschauer Merkur heißt es: „Das Gerücht, daß die Polniichen Pfandbriefe in diesem halben Jahre nicht verlost werden sollcea, ist ganz grundlos. Wir tönnen ver- bürgen, daß die Verlojung zu dsr7 bestimmten Zeit gewiß vor sich gehen wird.“

Laut Bekanntmachung der Münz- Direction ist das Ge- râcht, daß die Jcúnze tein Gold und Silber mehr kaufe, ungegründet, da diese Metalle täglich zu denselben Preisen, wie bisher, angenommen würden.

“Am vergangenen Sonnabend hat einer unserer Beamten einen Brief aus Kairo vom 10. Jan. von- unserem Lands- mann Ludwig Sobotowsfi erhaiten, weicher Lebtere sich schon seit 7 Jahren auf Neisen im Orient befindet, um sich in den Sprachen der dortigen Nationen zu vervollflommnen; er mel- det in- jenem Briefe, daß die Nachricht von unserer Revolu- tion in den ersten Tagen des J-tuar in Aegypten eingelau- en ist. 9 L Die Königsberger Zeitung meldet: „Von unserer Gränze erfahren wir, daß in der Nähe derjelben Alles ruhig is. Jn dem Theile des Königreiches, welches von den Rus-

sischen Truppen bejebr ijt, besonders in Augustowo und der

Umgegend, haben die Einwohner dem Kaiser von Rußland, bit König von Polen, den Huldigungseid von neuem ge- et.‘

Schweden und Norwegen.

Stockholm, 8. März. Auf den Antrag des erzbishdf- lihea Dèm- Kapitels in Upsala hat die Regierung genehmigt, dáß das Grab - Chor Gustavs I. Wasa in der dortigen Dom- kirche nicht allein von außen zweckmäßig verziert, sondern

auch inwendig mit sieben Fresfo: Gemälden, Vorgänge aus

seinem Leben darstellend , versehen werde, wozu dem Maler Hrn. Sandberg 14,000 Rthlr. Bco. bestimmt werden.

_ Der Flotten-Capitain Giaf A. v. Rosen hat ein aus- schließliches Privilegium auf eine Verbesserung an der Me- chanif der Dampfmaschinen erhalten.

Deutschland.

Dresden, 16. März. Die nunmehr "beendigte Unter- |

suchung der bei Auflôsung der National: Bürgergarde vorg e- fallenen Unordnungen *) hat, nah Jnhalc einer im heutigen Blatte des Anzeigers enthaltenen Bekanntmachung der Aller- höchst Verordneten Untersuchungs - Kommission, die anfangs gepegen Besorgnisse nichr bestätige. Von einer tumulruari- chen Absicht oder einer vorhergegangenen Verabreòung ist feine Spur zu entdecken gewesen. Alles Vorgefallene be- schránkc si auf ein Mißverständniß der von dem Hrn. Gou- verneur General-Lieutenant von Gablenz bei dem Aufidsungs- afte gehaltenen Anrede, in Folge dessen ein Theil der ver- sammelten Mannschaft den Wunsch, beisammen zu bleiben und die Uniform nebst den übrigen zeitherigen Prârogativen behalten zu dürfen, auf eine allerdings ungeziemende, in Ge- schrei ausartende Weise ausgesprochen hatte, so wie auf éin

*) S. Nr. 342. der St. Zeit. y. vorigen Jahre.

_unschickéliches mehrmaliges Vivatrufen während des anbefoh-

lenen Hereinmarsches nah dem Neumarkte und auf die vor- nämlich strafbare Weigerung der ersten Compagnie, abzu- marschiren, bevor sie, jenes Verlangen betreffend, Resolution erhalten haben werde. Dabei fiel einige Schuld noch auf die zahlreich zugegen gewesene Volksmenge, welche theilweise die National-Gardisten aufzuregen gesucht und in deren Ru- fen mit Geschrei eingestimmt hatte. Ueberhaupt aber waren von dem 800 Mann starken Bataillone nur 450 ausgerúckt. Von diesen hatten wiederum die Meisten an jenem unge- bührlichen Benehmen nicht Theil genommen, Andece ihr Miß- falien sofort und laut ausgesprochen, noch Audere waren aus Mißvergnúgen darüber , bevor sie entlassen worden, ausg:- treten. Alle Vernommene aber hatten reuevoll oder mit Be- dauern des Vorgefallenen dessen Strafbarkeit anerkannt. Der bei weitem größere Theil der National - Bürgergarde erschien . daher in Folge der Uutersuchung vollkommen shuldlos und gerechtfertige. Durch das von der gedachten Kommission nach dem Geseß abgefaßte Erkenntniß wurden drei der Angeschuldigten zu Gefängnißstra*en von einem, zwei und drei Monaten verurtheilt; zwei anderen wurde der er- littene Arrest zur Strafe angerehnet; noch anderen Reini- gungs - Eide auferlegt und die übrigen theils noch zur Zeit und in Mangel mehreren Verdachts, theils gestalten Sachen nach, theils in Ermangelung einigen Verdachts, freigesprochen. Se. Majestät der König und Se. Königl. Hoheit der Prinz Mitregeut haben jedoch, auf die mehrmals wiederholten reu- müthigen Bitten der Angeschuldigten und andere Verwen- dungen, in gnädigster Erinnerung der von der National- Bürger - Garde ‘früher geleisteten wesentlichen Dienste, sich bewogen gefunden, die den beiden Jndividuen, welche erwie- senermaßen die Wortführer gemacht hatten, zuerkannten Ge- fängnißstrafen bci dem Einen auf vier Wochen und bei dem Auderen auf vierzehn Tage herabzuseßen, die Strafe eines Dritten, so wie die auferlegten Reinigungs-Eide zu erlassen und sämmtliche Betheiligte mit Abstattung der Kosten aus Gnaden zu verschonen. Auch hat das verordnete Ehren- gericht erklärt, daß der Aufnahme der gewesenen National- Bürger - Gardisten in die Kommunal -Garde kein Bedenken eutgegenstehe.

Karlsruhe, 14. März. Se. Königl. H. der Großher- zog haben HöchstJhr.n Herrn Bruder, des Markgrafen Wil- helm Hoheit, zum Präsidenten der erster Kammer der Land- Stände ernannt.

Die heutige Zeitung enthält das Programm über die auf Übermorgen festgeseßte feierliche Eröffnung der Stände- Verjammlung. :

j Jtalien.

Von der Jtaliänischen Gränze, 9. März. Der Ober-Befehlshaber der Kaiserl. Oesterreichischen Trup- pen in Jtalien, Baron von Frimont, hat aus Mailand fol- gende Peoclamationen an die Modeneser und an die Par- mésaner erlassen : /

,„Modeneser! Se. Kaiserl. Königl. Apostolische Maje- stát, mein erhabener Herr, hat auf das offizielle Ansuchen Sr. Königl. Hoheit des zperzogs von Modena geruht, mir zu befehlen, mit einem Armee - Corps in das Herzogthum Modena einzurücken , dessen Ruhe durch revolutionäre Ma- cchinationen und durch die verbrecherische Empörung gegen die Person und gegen die Autorität seines legitimen Souverains gestört worden ist. Modeneser! Euer gnädiger Gebieter betritt seine Staaten, begleitet von den Truppen Sr. Kaiserl, Majestät meines Herrn. Seine Proclamation vom 14. Febr. d. J. reicht hin, das Schicksal kennen zu lernen, welches die |chuldige Unterwerfung von seiner Gnade, oder eine ver- brecherische Halsstarrigkeit von seiner Gerechtigkeit zu erwar- ten hat. Um diese erhabenen Absichten Eures Herrn zu unterstüßen , liegt mir in Gemäßheit der hohen Vesehle Sr. Majestät des Kaisers meines Herrn die besondere Verpflich- tung ob, mit den von mir befehligten Truppen die strengste Ordnung und Disciplin zu beobachten. Dieser Pflicht werde ih mit größter Genauigkeit zu genügen und das unter mei- nen Befehlen stehende Armee-Corps an das Ziel seiner Be- stimmung zu führen wissen. j

Mailand, den 21. Febr. 1831. :

Der General en Chef, Baron von Frimont.‘‘

¿-Parmesaner! Se. K. K. Apostol. Majestäc, mein gnädiger Herr, hat mir, auf den offiziellen Artrag ZJhrer Maj. der Erzherzogin, Herzogin von Parma, Marie Luise, befohlen, mit einem Armee-Corps in das Herzogthum Parma

_einzurücken, dessen Ruhe dur revolutionnaire Machinatio-

nen und durch eine verbrecherische Empdrung gegen die Per- wu res die Autoritär der legitimen Herrscherin gestört wor- en A

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Parmesaner! Von Piacenza aus, wo Eure gnädige Herrin in der Mitte ihrer treuen Unterthanen ihren Wohn- fiß genommen hat, hat Jhre Majestät bereits ihre Allerhöch: sten Befehle an das verführte Volk von Parma erlassen. Indem die Truppen des Kaisers, meines Herrn, auf An- suchen Jhrer gedachten Majestät in Euer Gebiet einrücken, wiederholt und bestätigt Eure Herrscherin, was sie bereits in

hrer Proclamation vom 26. Februar über das Schicksal ge-

sast hat, welches die schuldige Unterwärfigfeit von ihrer Gnade, oder verbrecherische Halsstarrigkeit von“ ihrer Gerech- tigkeit zu erwarten hat. NParmesaner! “Hört die Stimme Eurer Herrin und folgt dem Beispiele der treuen Piacen- tiner, welche mit Jubel ihre glückliche Rückkehr gefeiert ha-

Gen. Um die erhabenen Absichten Eurer Gebieterin zu un-

terstüßen, liegt mir, in Gemäßheit der hohen Befehle Sr. Majestät des Kaisers, meines Herrn, die bejondere Verpflich- tung ob, mit den von mir befehligten Truppen die strengste Ordnung und Disciplin zu beobachten. Dieser Pflicht werde

¿h mit größter Genauigkeit zu genúgen und das unter mei- |

nen Befehlen stehende Armee-Corps an das Ziel seiner Be- stimmung zu führen wissen. Gegebèn Mailand, den 1. März 1831. Baron von Frimont.‘‘

Inland. Berlin, 19, Márz. Des Königs Majestät haben, wie Nheinländishe Blätter melden, ein Gnadengeschenk von

3000 Rihir. zum Wiederaufbau des größtenthcils abgebrann-

ten Dorfes Hohenwepel (Reg. Bez. Minden) zu bewilligen ruht. : G Nachrichten aus Breslau zufolge, gerieth am 12ten d. M. früh gegen 7 Uhr das mit 857 Centner Eisen beladene Schif} des Schiffers Warczecka unweit der Grüneichner Kalk- brennerei auf eine Sandbank, und als es der Mannschaft gelang, sich von dieser loszumachen, wurde das Hinterrheil des Schiffes von déèr Gewalt des Stromes dergestait gegen einen derx Cisbôcfe- geworfen, daß das Steuerruder abbrach und das Schiff ein starkes Leck bekam, wodurch baid jo viel Wasser eindrang, daß ‘es, bevor die Ladung geborgen werden fonnte, untersank, Die auf dem Schiffe befindliche Mann- schaft bestand in dem Schiffs -Eigenthumer , dessen Sohne, einem Knecht, dem Gerichtsshulzen Kühn und drei anoeru Personen aus Polnisch Steine. Kühn wurde durch das bre- chende Steuerruder úber Bord geworfen und wäre ertrun- fen, wenn nicht der am Ufer mit Nebe- Aue stellen beschäj- tigte Fischer Karl Proll. sogleih mit seinem Kahne zu einer Rettung herbeigeeilt wäre, welches ihm auch mit Hülfe eines unbekannt gebliebenen Schifferknechts gelang. Auch die übrige Mannschaft wurde theils durch den Proll, theils durch den Fischer Fiedler und dessen 14 Jahr alten Bruder, die mit einem zweiten Kahne zu Hülfe kamen, gerettet. Der Knecht sprang ins Wasser und schwamm an das Ufer. Aus Köln vom 14. März schreibt man: Die Schiff- fahrt scheint in dem bevorstehenden Frühjahr sehr lebhaft werden zu wollen, besonders hinsichtlih der Getreide - Trans-

. porte. Von hier sind bereits viele leere Schiffe nach Mainz ab-

gegangen, um daselbst Getreide für M zu laden. Jm Getreidehandel wurde namentlih Weizen und rother Klee- \aamen gesucht. Auch Brauntwein wurde lebhaft gesucht und gut bezahlt. Seit dem 1lten d. fahren die Dampf- \chiffe „„Friedrih Wilhelm// und „„Concordia‘/ wieder auf dem Mittel - Rheine. Jn den nächsten Tagen wird au die An- kunft des Schiffes „Prinzessin Mariane‘“ erwartet, welches die hiesige Dampfschifffahrts :- Gesellschaft in Holland ange- fauft hat. Durch hiesige Stadt gehen seit einigen Mona- ten fast täglih fleine Transporte von 8, 12, 16 Mann Schweizer - Soldaten nach Holland durch. Jm Kreije Bonn hat sich die Gewerkschaft Bleibtreu auf dem Alaun- werke F Päbchen- durch eine väterliche Sorge für das Wohl ihrer Knappschaft während dieses Winters verdient gemacht. Diese Knappschaft zählt nebst Weibern und Kindern 530

Köpfe und hat von der Gewerkschaft, ungeachtet der ungün-

Figen Konjunkturen für den Absaß des Alauns , den vollen Verdienst während des Winters zugesichert erhalten.

Jn Rücksicht des vielseitigen und gerechten Befrem- dens, welhes ein am Schlusse der Nr. 72 der Allgem. Preuß. Staats-Zeitung, unter der Ueberschrift: Den 12ten März 1831, enthaltener Aufsaß erregt hat, sehen wir uns verän- Laßt, hier zu erklären ,- daß, wenn gleich dals Aufsaß nur

altes doch allerdings der Aufnahme desselben in die Staats-

eitung vorgebeugt haben würde. ca denten

daltes da) aller ausspricht, eine strengere Prüfung seines Jn-

Historische Parallelen und Zeitstimmen, Belgien

und die Belgier betreffend. (Fortseßung des in Nr. 65. d. Zeit. abgebrochenen Aufsabes.) Es giebi feine Arr Unt:eue, welche nicht gegen Maximí- lían, sowohl da er nur noch Erzherzog, ais da er König und Kaijer der Deutschen geworden, von den Súd-Niederländern verübt worden wäre. Als die Umtriebe der Familie Raven- [tein aufgehört , fingen vie des Hauses Egmont in Geldern wieder an. Sie drückten beide nur die antipathishe Stim- mung des Hochadels gege! den Verband mit dem Reiche und die Lust aus, eine jeibstsiändige oligarchishe Föderation, auf gemeinsame Untkost-n des monarchischen und des demo- krati]chen Princips , zu begründen; die Genter ahmten dies BDeijiptlel für ihie demofratijch ochlofratischen Zwecke bestens nach und waren thellweijse und abwechjelnd Verbündete, Feinde, Anreizer und Wei fkzeuge des Adels gegen die Rechte der neuen Dyuastie, je na dem das Bedúrfniß des Augen- blicés olche Crmäpigung:n (m Systeme mehr oder minder crheijchte.

Fan alle Geschichtschreiber preisen die Verwaltung der ersten Staithalierin Veargarethe als ein Muster von Máäßíi- gung uno die Periode, welche die Wirksamkeit derselben in ich begreift, ais giucklich und glorreih. Nichtsdestoweniger hatte auc) die miide, geisivolle, gerechte Frau mit hundert

Hindernissen zu kampsen, und es fehlte weder än nihtswür-

bigen Umtri. bea, noch an zweckiosen Empörungen, wobei bejonders der eben jo geistlose, als intriguante und unruhige Karl vou Cgmont, Herzog in Geldern, fast immer an der Spihe siand. Weéargareche starb, und nicht obne tiefes und inneces Mipvergnügen über einen großen Theil der Bevöl- keiung und mchc ohne trauri-e Ahnung vieler fommenden Uebel. Die Nieverlánder werden tes Lobes von Karl V. nicht müde, er ersczeint vorzugsweise als ihr National- Held, uud von allen Thaten, die er vollbracht, schreiben sie mic einer Etteikeit; welche zu verzeihen ist, einen Theil auf ihre Rechnu g, va «¿rx ji¿ aus threr Mitte hervorgegangen. Aber es waren gerade wiederum diese Niederländer, welche ihm Uaruhe der matingfaächjten Arc genug gemacht, welche in vieen sewuer wichtigsten Unternehmuugen durch Mangel an Unterstüßung oder pattielle Aufitände thn gehindert; es wa- ren Niderländer, und zumal Belaier, welche sein Regiment den Spauern verhaßt, seinen Namen unvolksthümlih auf ver Halbinjel gemacht, und welche gleich in den ersten Jah- ren jeiner Kdiugichaft durch Uebermuth, Bedrückung, Er- pressung und Deprechlichteir, auf Kojiten der Eingeborneu, ven Aussiand der Communeros herbeiführen. Es waren Niederländische, und zumal Belgische, welche, darin allein nut den Spant{chen genau harmonirend, in den Angelegen- hciten des Protejianti mus jeine Ausichten ihm wirrten und sieis zu den heftigeren Maaßregeln ihn verfsührten. Sein Zug gegen die Gent.r und ihre Züchtigung sind allbefannt; er jebte für dieje Rache sein eigenes Leben, oder doch seine Sichecheir bei der Reise durch Fraukreich , in Gefahr. Die Belzier haden eine gemüthliche Phrase des großen Kaisers, welche er in einer guten Stunde zu ihren Gunsten, und auch so noch etwas doppelsinnig, äußerte, mit einer Allgemeiuheit exflárt uno ausgetehnt, welche mit späteren Erklärungen Karls sehr in Widerspruch steht und auf jeden Fall einiges Lächeln abzwingt. Der größte Fehler der Belgier war zu allen Zeiten übertriebener Hang zu Prahlerei und Großthun, ohne Verdienst und That. Alis der Saame der Reforma- tion auh in den Niederlanden und selbst in Belgien aufge- gangen, sah man von Seiten der Staatsgewalt beklagenswer- the Reactiouea gegen die Gewlssensfreiheit und Eingriffe in die politischen Verfassungen. Allein, wenn der Name Phi lipps Il, auch «im verdienten Haß der gebildeten Menschheit - foitleben wird, so muß andererseits doch auch zugestanden werden, was selbst der große Schiller in seinem berühmten Werke deutlich zu erkennen giebt, daß die Anhänglichkeit an die neuen Doktrinen nirgendswo mit solch tumultuarischer Hestigkeit, mit solch rücksichtsloser Verachtung aller Verhält- nisse, mir solch fanatischer Jntoleranz gegen die Bekenner der alien Lehre, mit solch bilderstärmerischem Eifer gegen Kultus und Formen, mit solcher absichtlichen Verhöhnung der Ge: seße und der Autoritäteu an den Tag gegeben wurde, wie in den Niederlanden, ganz besonders aber in Belgien. Ein

| solches Benehmen entfremdete den ersten Protestanten selb

den Schuß mächtiger Häupter, welche das verleßte Gese ihrer Pflithe gemaß rächen mußten und nichts Stichhalten-

des hatten, was sie zu Gunsten jener Fanatiker vorbringen

(lten. Darunter litten natürlich die Gutgesinnten, Gemä Lia und wahrhaft Aufgeklärten mir. Selbst die Oranien und Egmont mußten mehr als einmal in diesem Systeme handeln , und noch später , als die Revolution bereits weiter