1831 / 81 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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hervortreten, nachdem wir selbst die Vergessenheit des Ver- gangenen anempfohlen haben. Ein Mann, wenn auch nicht fähiger, doch besser und entschlossener, als sein Vorgän- ger, wird künftig das Schicksal des Landes lenken. Die Schwierigkeiten oder Besorgnisse der Gegenwart wer- den ohne Zweifel Vorsichts - Maaßregeln nôthig machen ; doch darf man gewiß seyn, daß die Freiheit darunter nicht leiden wird. Wir fürchten dies eben so wenig, als wir die Hände dazu bieten würden. Der Jugend eine Laufbahn, dem Volke Unterricht und Arbeit, dem Handel und Gewerb- fleiße Absabpunkte, den fähigen Köpfen eine Aussicht auf Anstellung, endlich ein ehrenvoller. Friede, der uns alle diese Güter verbürge, dies sind die Bedürfnisse des Landes, __ mithin die Pflichten des Ministeriums; wir haben Zutrauen zu ihm.“ Das Journal des Débats bemerft, es gebe sih der festen Hoffnung hin, daß die neue Verwaltung die Wünsche erfüllen werde, die hon längst einen so bestän- digen und aufgeklärten Vertheidiger der Freiheit und öffent-

lichen Ordnung, als Herrn Cas. Périer, an das Staatsruder }

berufen hätten.“ Der Constitutionnel meint, die Zukunft müsse es erst lehren, ob das neue Ministerium auch starf genug sey, um der Nation alle die Garantieen zu ge- währen deren sie unter den ernsten Zeitumständen bedürfe ; vor Allem sey zu wünschen, daß dasselbe nicht dem vielleicht absichtlichen Zaudern der vorigen Ministerien nachahme, daß es den re<tmäßigen Forderungen der Nation genüge und den fremden Mächten gegenüber eine energische Sprache Führe. Der Courrier français fagt: „Dem neuen Kabinette fehlt es an Zusammenhang und Gleichartigkeit ; es vereinigt in sich feine der Bedingungen, welche Kraft und Dauer versprehen. Wenn man sich doch niht auf die Po- pularität stüßen wollte, so hätte man mindestes einen Er- saß dafür suchen sollen; aber auch einen solchen erfennen wir ‘in dem neuen Ministerium ni<ht. Warum, wenn man doch einmal auf die Centra zurúcffommen wollte, wählte man nicht die Herren Dupin und Guizot, die Redner-Talent be- siben und an der Spibe dieser Partei stehen? Warum ge- sellte man si<, statt ihrer, Männer bei, die, ohne populairer zu seyn, woie sie, nicht einmal das Talent für sich haben ?‘“ Im National- liest man: „Das Königthum des Monats Juli hat seinen 8ten August - erreicht; es will ‘einen verzweifelten Kampf mit dem ‘Princip beginnen , dem es seine Existenz verdankt; dur<h die Wahl der Minister be- weist es, daß es sich den Frieden um jeden Preis zu erhalten Willens ist; es wird diesen Frieden dem Laude versprechen, ohne jedoch sein Versprechen halten zu können; die Gewalt der Dinge wird mächtiger als das Ministerium seyn; der Krieg wird doch ausbrechen, und wenn dann Frankreich, um Europa zu widerstehen, erst mit der Besiegung seiner eignen Regierung anfangen soll, so wagt man kaum sich die Frage zu beantwdrten, wie der Ausgang seyn wird.“ Das Journal de Paris spricht sich etwa folgendermaßen aus: „¡¿Das neue Ministerium ist nur eine vôllig unwesentliche Mo- dification desjenigen, das bisher das Land verwaltete; doch neigt es sich mehr als dieses zum linken Centrum hin. Da wir stets für ein Ministerium von der Linken gestimmt ha-

ben, fo müssen wir fúr das jeßige mehr Furcht als Sympathie

empfinden. Wenn übrigens dieses Ministeriuin den Wünschen

Frankreichs nicht entspricht , so liegt der Grund davon wohl

mit in der Ungeduld der Oppositionsmänner die sih dazu verleiten lassen, auf öffentlichem Markte ärgerlihe Auftritte herbeizuführen, wodur< Handel und Verkehr gestört werden. Wir wiederholen, was wir schon oft erklärt, daß jeder Sieg der National-Garde zum Vortheile der Centra ausschlagen muß; hätten die lebten unruhigen Auftritte nicht stattgesun- den, so wären die jeßigen Minister vielleicht mehr aus der linken Seite genommen worden. Die Minister können jeßt dem Lande sehr viel nußen oder schaden. Einèr Seits ist der Aufruhr völlig in Mißfkredit gerathen; die Verwaltuug fann also nunmehr der ruhigen Vernunft bewilligen, was sie der offfenen Empörung verweigern mußte; andererseits aber würde sich das Ministerium gewaltig irren, wenn es die Re- signation für Serte enbeit halten und eine rückgängige Bahn betreten wollte. Was die Opposition betrifft, so muß sie sich, wenn Frankreih ihr Beifall zollen soll, hinführo jedes Aufs rufs an die Volfsleidenschaften enthalten und sich auf einen Krieg um Grundsäße als den einzigen beshränken, der ihr geseßli< erlaubt ist,

Der Moniteur giebt nachträgli<h no< einen Auszug aus den Rapporten , die über die unruhigen Auftritte am 11ten d. M. an den Generalstab der National-Garde ge- langt sind. Man ersieht daraus, daß der Haufe junger Leute, der sih an-diesem Tage um 2 Uhr Nachmittags mit einer mit schwarzem Flox umwundenen Fahne nah der Vor-

stade St. Antoine begab, um die arbeitende Klasse zum Auf-,

stande zu bewegen, nur aus 150 Personen bestand. Nach- dein ihre Versuche, hier die Ruhe zu stôren, durch die An- ordnungen des Maire des 8ten Bezirks und die National- Garde vereitelt worden, begaben sie sich auf den Weg nach Ste. Pélagie, indem sie laut die Absicht verkündigten, die dortigen Gefangenen zu befreien; sobald sie aber in der Straße Oursine erschienen, wurden sie von der dort in der Eil zu- sammengezogenen städtischen Garde zu Fuß und zu Pferde em- pfangen und nach allen Richtungen hin auseinander gesprengt z die Haupt -Rädelsführer aber wurden verhaftet und sofort dem Polizei - Kommissar des Reviers übergeben. „„Was alle Freunde der Ordnung in hohem Grade zufriedenstellen muß‘“, sagt der Moniteur, „ijt dec Umstand, daß die braven Arbeiter der Vorstadt St. Antoine, weit entfernt, sich dur die an sie ergangeuen strafbaren Aufforderungen irre leiten zu lassen, diese vielmehr mit Verachtung zurückgewiesen und der National-Garde zur Unterdrückung jener befklagenswer- then Manifestationen ihren Beistand angeboten haben. ‘/ (Daß nichtsdestoweniger am folgenden Tage (12ten ) eine abermalige Versammlung junger Stucirender auf dem Pan- theons-Plakbe stattfand, ist bereits gestern gemeldet worden.)

Der Maire und der Adjunkt des hiesigen achten Bezirfs, Hr. Bouvattier und Hr. Besson, welche bei den am 11. d. stattgefundenen Unruhen große Energie gezeigt haben, sind zu Rittern der Ehren-Legion ernannt worden.

Der Polizei - Präfekt hat strenge Maaßregeln getroffen, um alle freigelassene Galeeren- Sklaven und Vagabunden, deren man bei den lebten Unruhen eine große Anzahl bemerkt hat, aus der Hauptstadt zu entfernen.

Der Temps giebt heute in einem außerordentlichen Supplement einen Bericht über das Gedeihen disses, seitdem Oft. 1829 bestehenden Blattes, welchem zufolge dasselbe am 28. Febr. d. J. bereits 8778 Abonnenten zählte.

Da die 180,000 Fr. , die vor einiger Zeit , Behufs der

Eiíniôösung der in den Monaten August bis Dezember v. Y.

von der ärmern Klasse bei dem großen Leihhause bis zur Höhe von 3 Fr. verseßten Effekten zur Verfügung des Ministers des Jnnern gestellt worden, nicht völlig verausgabt worden sind, so soll jeßt der Rest zur Einlösung derjenigen Effekten verwandt werden, die in den lebten 6 Monaten vor der Revolution für 3 Fr. versekt worden sind.

Der gelehrte Abbé v. Lezpine, Professor an der hiesigen Landkarten-Schule, ist vorgestern, 74 Jahr alt, auf der hie- sigen Bibliothek mit Tode abgegangen.

__ Die. diesjährige Küunst-Ausstellung im Louvre soll, einem Königl. Befehl zufolge, statt am 1. April, erst am 1. Mai eröffnet werden.

Großbritanien und Jrland.

Parlaments-Verhandlungen. Jn der Sibung des Oberhauses vom 14. März sprachen sich, bei Ueber- reihung mehrerer Bittschriften, Lord Durham, der Her-

zog voti Devonshire und der Marquis von Cleveland

sehr günstig für die von den Ministern vorgeschlagene Par- laments-Reform aus. Der Herzog von Devonshire sagte, die Regierung habe sih dur< die in Antrag gebrachte Maaß- regel Anspräche auf die Dankbarkeit des ganzen Landes er- worben; denn diese Maaßregel sey ganz dazu geeignet, älle Gemüther mit den Justitutionen des Vaterlandes zu ver- söhnen, während sie den großen Besißkern von Burgfleckeu das verwerfliche Mittel éentziehe, Mitglieder in das Un- terhaus zu senden, was immer verwerflich bleibe, wie groß auch die Verdienste derjenigen seyn möchten, die auf diese Weise iu das Parlament kämen. Nichtsdestoweniger werde aber auch durch dieselbe Maaßregel den großen Ver- möôgens- und Guts - Besißern der Einfluß gesichert, der im- mer an das Besibthum sich knüpfen: müßte; er werde daher auch die Bill, sobald sie dem Hause vorgelegt werde, aus allen Kräften unterstüßen. Auf den Antrag, daß die von Lord Brougham kürzlich eingebrachte Bill zur Vereinfachun

der auf Banqueroutirer Bezug habenden Rechtspflege dur

den Ausschuß gehe, erhob sich Lord Wynford und sagte, die Bill beabsichtige eine allzu große Aenderung in den be- stehenden Geseßen ob eine gute oder schlechte, das wolle er jebt dahingestellt seyn lassen als daß es nicht rathsam seyn

sollte, mit größerer Muße dabei zu Werke zu gehen. as

mentlich sollte man warten , bis der edle und gelehrte Lord (Eldon), der dem Kanzlel-Gerichtshofe so lange vorgestanden,

der Diskussion beiwohnen -fônne; er trage demnach darauf

an, dàß das Haus erst am 15. April ein Comité zur Bera-

thung der Bill bilde. Der Lord-Kanzler widerseßte si< diesem Antrage und bezeichnete denselben, da nicht sowohl auf einese<hsmonatliche Vertagung der Maaßregel, was ihre

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direkte Verwerfung gewesen wäre, als auf einen vierwöchent- lichen Aufschub angetragen worden, als einen geschi>ten Kunst- griff. Jn Bezug auf Lord Eldon, meinte er, es würde überflüssig jeyn, dessen Wiedergenesung abwarten zu wollen, da derselbe wider die Bill bei deren erster Bekanntwerdung durchaus nichts einzuwenden gehabt habe. Man schritt zur Abstimmung über den. Antrag des Lord Wynford, und 19 Lords, worunter die Herzoge von Cumberland und Wellington , die Grafen Aberdeen , Roßlyn und Clanwilliam, Lord Ellendorough und Lord Redesdale, stimmten dafür, 34 aber dagegen, so daß er durch eine Majorität von 15 Stimmen verworsen wurde. Nach diesem Resultate erklärte sich der Lord-Kanzler aus freien Stücken bereit, die Erwägung der Maaßregel no<h um

$8 Tage zu verschieben.

Jm Unterhause legte Lord John Russell die Reform-Bill vor, die von der Versammlung mit lauten Beifallsbezeigungen entgegengenommen wurde. Die ersten Worte der Bill wurden vorgelesen, was Üüblicher Weise als erste Lesung gilt, worauf Lord Russell einige darin vorfom- mende Bestimmungen , die mit seinen früher gegebenen Er- läuterungen nicht ganz“ úbereinstimmten, darlegte und die zweice Lesung der Bill auf nächsten Montag (den 21. Máârz) anfündigte. Das Haus verwandelte sich sodann in einen Geldbewilligungs - Ausschuß und votirte dtejenigen Ausgaben für die Armee, die früher noch nicht bewilligt worden waren. Herr Robinson trug auf Mittheilung des, von dem Kôd- máge der Niederlande in Bezug auf den Nord-Amerikanischen Gráänzstreit abgegebenen, schiedsrichterlichen Ausspruches an,

sah si<h jedo<h dur< die Bemerkung des Ministers der.

auswärtigen Angelegenheiten, daß eine solche Mit- theilung obshwebenden Unterhandlungen nachtheilig jeyu tönne,

“veranlaßt, seinen Antrag wieder zurückzunehmen.

London, 15. März. Vorgestern hielt der Lord - Kanz- ler sein erstes Lever und empfing unter einer großen Zahl der ersten Standespersonen auch die Erzbischöfe von Canter- bury und York, den Bischof von London, den Groß-Siegel- Hewahrer, den ersten Lord der Admiralität, die Herzoge von Wellinoton und Richmond, den Grafen Grey und viele Par: lamentsglieder. A

Heute frúh fand in dem benachbartem Hacfney eine df: Fentliche Versammlung statt, in welcher beschlossen wurde, dem Könige und beiden Parlamentshäusern eine Dank-Adresse fur bie beabsichtigte Reform zu überreichen. Hr. Hume, der auch zugegen war, erbot sich zur Uebergabe diejer Adresse, was mit lautem Beifall angenommen wurde.

Im Hof-Journal heißt es: „Die Minister behaup- ten jet, daß sie gewiß sind, die Reform - Bill durchzubrin- gen. Einer schon früher gemachten Mittheilung, daß der König an den Grafen Grey geschrieben und seinen festen Entschluß zu erkennen gegeben habe, die Bill zu unterstüßen,

fügen wir jeßt die Anzeige hinzu , daß der König dem Gra-

fen die Volimacht ertheilt hat, das Parlament aufzuldjen, wenn das Unterhaus die Bill zurückweisen sollte.““

Die Botschafter von Rußland und Oesterreich nebst dem Preußischen Gesandten hatten vorgestern eine Konferenz mit

Lord Palmerston im auswärtigen Amt; wie man vermuthet,

in den Angelegenheiten Belgiens. : :

Mit dem lebten, vor einigen Tagen aus Lissabon in Fal- mouth eingelaufenen Paketboote ist ein Herr Silveira mit Depeschen von der Portugiesischen Regierung ‘angekommen. Die zulebt in- Lissabon wegen eines Versuches, die dermalige Regierung umzustärzen , - verhafteten Personen waren vön einer Spezial - Kommission nur eines Theils des ihnen zuge-

\chriebenen Verbrechens s{<uldig befunden und mithin feiner

‘Todesstrafe ‘unterworfen worden. Dom Miguels Rückkehr mach Lissabon hatte man mit großer Pracht gefeiert.

Dieser Tage sînd hier an mehreren Personen Bexau- unen auf dffentlicher Straße und am hellen Tage verübt worden. : / )

Die Polizei-Commissaire werden, wie es heißt , in die- fen Tagen einen General-Befehl erlassen, alle Straßenbettler aufzuheben und sie den Behörden einzuliefern, damit mit ih- nen nach den Geseßen verfahren werde.

Die lebte, aus Canton eingelaufenen Zeitungen bis zum 2ten November enthalten eine Anzeige des Präsidenten und des Comité’s der dortigen Britischen Factorei an alle nicht in Canton wohnende Britishe Unterthanen, daß, in Folge einer Drohung der Chinesischen Regièrung, Truppen nah der Faktorei zu senden, um Britische Unterthanen ge- fangen zu nehmen, Abtheilungen von See-Soldaten in die Faktoreien der Compagnie berufen worden sind, 'um, wo es gewünscht wird, das Britische Eigenthum zu beshüßen.

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_ Aus dem Haag, 16. März. Bei der General - Ver- sammlung der Niederländischen Handels - Gesellschaft wurde von den Kommissarien aus Amsterdam darauf angetragen, daß die aus Belgien gekommenen Mitglieder, als einem Lande angehörend, das niht mehr dem Niederländischen Staats-Verbände einverleibt sey, von der Versammlung aus- geschlossen werden sollten. Diesem Antrage wurde jedoch von der Mehrheit der Mitglieder feine Folge gegeben. Dagegen ward ein anderer Antrag genehmigt, wona<h Se. Majestät der König ersucht werden soll, die Veränderungen und Mo- dificationen, die, in Folge der stattgefundenen politischen Er- eignisse, in den Statuten der Gesellschaft für nöthig erach- tet werden follcten, in Allerhöchste Erwägung zu "ziehen.

In Rotterdam sind gestern aus London der Baron Zuï- len van Nyeveldt, außerordentliher Gesandter des Königs bei der Londoner Konferenz, und der Major von Omphal, Adjutant Sr. Majestät, wieder «angekommen.

In Eindhoven sind mehrere, zur Besaßung von Mast- richt gehörende Offiziere angekommen , sie haben keine Bel- gische Truppen in der Umgegend dieser Festung angetroffen. Die nächsten Belgischen Vorposten befinden sih in Tongern. Der Besaßung von Mastricht fehlt es jeßt an nihts, und seit die Landleute aller umliegenden Dörfer wiederum nach der Stadt kommen dürfen, sind auch die Lebensmittel nicht mehr theuer.

In dem diesseitigen Dorfe Chaam haben sich wiederum Belgische Streifzügler eine Plúnderung gestattet.

** Aus dem-Haag, 15. März. Herr Surlet« de Chofier hat- in dem friegerischen Eifer, welchen seine Pro- clamation an die Luxemburger athmet, eben so tiefe- geschit- lihe Kenntnisse entwickelt, als in den Generalstaaten im Haag während des verflossenen Jahres, da er Konfucius den Geseßaeber der Perser nannte. Herr Surlet, welcher vermuthli<h Oekonomie und Naturhistorie mehr, als Ge- schichte und Staatsrecht, getrieben, weiß von den Deutschen Verhältnissen des Landes Luxemburg bloß, daß es im Jahre 1815 zur Germanischen Conföôderation gefommen ; das, was er von früherem Zusammenhange mit den Süd-Niederländi- shen Provinzen, dem nunmehrigen Belgien , erzählt , ist ge- radezu durch Thatsachen widerlegt, und hätte der Herr Re- gent fleißiger in den alten Büchern nachgeschlagen, so würde er die lauten Klagen der aufgestandenen Provinzen ersehen haben, über den Umstand , daß das Herzogthum nicht mit ihnen gemeinsame Sache machte und der Union nicht bei- trat. Seit dieser Zeit ward es, das schon früher, als. eis gentlihe Provinz der Niederlande, niemals, sondern stets als besonderes Deutsches Fürstenthum betrachtet worden ist, als solches allerdings von dem General - Gubernator der Oesterreichischen Niederlande mit verwaltet; aber es war ein bloßer Zufall, daß dieser zu Brüssel sich aufhielt, und es wa- ren blos beide Stellen in Einer Person vereinigt. Den gleich friegerishen Eifer des Herrn A. Rodenbach wünschen wir ebenfalls gemäßigt, um so mehr, da er selbst gesteht, daß noch nicht einmal über 43,000 Mann Belgier unter den Waffen “stehen (die vielen Fremden mit eingerechnet), nach offiziellen Berichten aber Holland 29,253 Mann Linien-Trup- pen, 6314 Mann Kavallerie, 7550 Mann Artillerie, 42,513 Schutters, 2058 Grenuadiere, 2148 Jäger und 16,552 Mann in den verschiedenen Feld - Bataillonen, im Ganzen 117,768 Patrioten waffengeuübt in den Lagern und in den Vesten stehen hat, Alle dem Könige und dem Vaterlande, für dessen Freiheit und Rettung sie begeistert sind, ergeben und -begies rig, die Herausforderung der Belgier durch eine gebührende tüchtige Zurechtweisung zu beantworten. 3

Brüssel, 16. März. Das oberste Kriegsgericht hat alle Straf-Erkenntnisse gegen Deserteurs , die in den Mona- ten November und Jan. von ihren Truppen-Corps sich ent- fernten, bestätigt und erflärt, daß zwar die vor der Révolu- tion eingegangene Dienst-Verbindlichkeit dur< die Revolution selbst nicht befestigt worden sey, daß jedoch diejenigen Sol- daten , die seit der Revolution sih nach ihrer Heimath beges ben und auf geschehene E nicht wieder en haben, als Deserteurs angesehen und bestraft werden jollen.

In Bezug auf die. von dem Regenten in seiner La mitgetheilten) Proclamation an die Luxemburger geschehene Aeußerung: „„Wir haben unsere Revolution, ungeachtet der Verträge von 1815, begonnen und werden dieselbe, ungeach- tet der Protofolle von London, zu Ende führen‘/, bemerkt der Courrier de la Meuse: „Diese Worte sind so flar, daß sie nicht viel anders sind, als eine-unumwundene Kriegs- erflärung. Sie brechen jede Unterhandlung ab , sie stellen uns augenblilih den fünf Mächten als Feinde gegenüber.

E E E E R R E T R I N R T M I D O E gt T P A T T T Ee T S D - g: D E Pa g Drt E E pi he ay epa E s Á s 9 a E R E E DO E E E e E M k è > Lad e E Et - Sl « f di Ï V E > x B o Z

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