1831 / 84 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Der Metropolit Benjamin hat den St. Annen - Orden er Klasse mit der Kaiserlihen Krone erhalten.

Dér Wirkliche Staatsrath Fuhrmann und der Kaiserl. Flügel-Adjutant Graf Stroganoff sind zu Mitgliedern der provisorishen Regierung des Königreichs Polen ernannt worden.

Zur Erleichterung der an Polen gränzenden Provinzen: Wolhynien, Wilna, Grodno und Bialystock, die wegen des Krieges im Königreiche einem zahlreichen Truppen - Durch- marsche unterworfen sind und verschiedene Kriegsbedürfnisse siellen müssen, ist von Seiten der Regierung befohlen wor- den, bei der dermaligen allgemeinen Rekrutirung anstatt der vorschristsmäßigen Z Rekruten von 500 nur 2 auszußeben.

In der hiesigen Handels-Zeitung heißt es: „Die leßten Ereignisse in Polen und die im Jnnern des Reiches herrschende Cholera hatten natürlich einen nachtheiligen Ein- fluß auf den Handel des Bezirkes von Grodno gehabt. Be- sonders bemerkbar war die Verminderung desselben in der Ausfuhr von Lebensmitteln und rohen Erzeugnissen aus Ruß- land nach Polen, während die Ausfuhr mehrerer Fabrik- Artikel bei weitem größer war, als im Jahre 1829, Was die Einfuhr von Polnischen Fabrikaten betrifft, so zeigte si eine bedeutende Verminderung derselben von Wollenzeugen, welche bisher die Hauptrolle spielten; diese Verminderung erklärt slch durch das Emporsteigen unserer eigenen Fabriken. Die hier angeführten Umstände bewirkten úbrigens, daß die vorjährige Zoll-Einnahme auf der genannten Gränzlinie ge- ringer ausfiel, als im Jahre 1829.‘

Die hiestge Kaiserl. freie dkonomische Gesellschaft machte in ihrer leßten, im vorigen Monate gehaltenen Sißung 4 Preis- Aufgaben bekannt, die sich auf Verbesserung der Wechsel- wirthschaft und der Bauer-Wohnungen, auf Vermehrung der Runkelrüben - Kultur und auf allgemeinere Verbreitung der Thierarzenei-Kunde unter den Landleuten beziehen,

Amtlichen Angaben zufolge, zählt St. Petersburg 141 Grie- Disch-Russische Kirchen, 19 auswärtiger Konfessionen , 4 der Altgläubigen, 8 Bethäuser, 2 Klöster, 4 Kapellen, 4 Erz- bischôöfliche Höfe, 10 große Paläste, 2666 feinerne und 5316 hölzerne, zusammen 7982 Häuser, 476 frele Pläße und 187 Fabriken aller Art; die steinernen Trottoire an Krongebäuden und Privathäusern erstrecken sich" dermalen auf eine Länge von 100,915 Faden, und hölzerne Trottoirs befinden sich auf einer Strecke von 2167 Faden. :

Nach Berichten über den Bestand der Russischen Uni- versitäten zählt Moskau 891, Dorpat 612, Helsingfors 471, Charkof} 318, St. Petersburg 311, Wilna 303 und Kasan 81 Studenten. Auf den Griechisch-Theologischen Hochschulen

in Kieff, Mosfau und St. Petersburg befinden sich respek-

tive 1500, 630 und 850 Studenten. Die Zahl sämmtlicher Studirenden im ganzen Reiche beträgt sonach 5957.

Am 5ten d. M. genasen in Moskau von der Cholera 5 Personen; am bten erkranfte 1; am 8ten erfranften 2; es genas 1 und 2 starben. Am 9ten Morgens blicben 6 Kranke übrig.

ÎÏm Gouvernement Kurs und im Kaukasischen Gebiet ars nach amtlicher Bekanntmachung, die Cholera vôllig auf- gehört.

Y ol en.

Warschau, 21. März. Durch einen Tages-Befehl des Beneralissimus. ist der Major Stauislaus Osinsfki zum Lhef des Dwernickischen Generalstabes ernannt worden.

In der hiesigen Staats-Zeitung liest man Folgen- des: „Unser Gouverneur, General Krukowiecki, hielt am 17ten d. mit seinem Stabe eine Musterung über die inneren Befestigungswerke der Hauptstadt, die Barrikaden in den Straßen und die Batterieen am Ufer der Weichsel. Er be- sichtigte die zur Verrammelung von Thüren und Fenstern in S L angebrachten Querriegel. General Krufkowiecki, hat mehrere Gänge von Contre-Minen anlegen lassen. Eine jede Straße enthält mehrere Traversen, welche die Stadt in vièle foncentrische und von einander unabhängige Befesti: gungs-Bezirke theilen sollen. Ueberall werden bequeme Com- municationen eingerichtet. Briefe aus Zamosc vom 1áten d. melden, daß am 11ten ein Russisches Bataillon bei Ucha- nie umringt und zur Niederlegung der Waffen genöthigt wor den sey; man habe die Mannschaft desselben nah der Festung

racht. Aus Krakau schreibt man, daß General lopicfi daselbst sehr frank danieder liege. Am {8ten d. wurden 44 Civil - Gefangene aus dem hiesigen Zuchthause nah Chenciny transportirt; unter denselben befanden sich der Rath Hankiewicz, der Münz-Controlleur Hoffmann und die Mit- (tver der ehemaligen geheimen Polizei, Schley und Makrott. or einigen Tagen wurden in Gegenwart der Generale

_Gielgud und Czyzewsfkfi auf dem Krasinskishen Plaß unter |

die in Warschau stehenden Regimenter mehrere Militairkreuze vertheilr. Vorigen Donnerstag verließ die Zte Escadron des 6ten Uhlanen - Regiments der „Warschauer Söhne“/ die Hauptstadt, nachdem der Stadt-Präsident eine Anrede an sie gehalten hatte. Aus Ciechanow wird gemeldet, daß zwar am Sten d. dort 500 Kosaken eingedrungen, bald darauf aber durch die Augustower Kavallerie wieder zurückgetrieben wor- den seyen. Am 17ten hörte man in der Richtung von Ostro- lenfa eine heftige Kanonade. Unterm 10. März wird aus Pulaw y geschrieben : Unsere Stadt is son einigemale der Schauplaß trauriger Verwüstung gewesen. Bei dem leßten Angriff aüf dieselbe riefen die Einwohner am Ufer der Weichsel um Hülfe; thr Ruf erreichte eine auf dem jenseitigen Ufer stehende Brigade des Oberst Rzuchowski; diese konnte ihnen jedoch feine Unterstüßung leisten, da das Eis der Weichsel nicht mehr hielt. Die jenseitigen Weichsel - Bewohner der Wojewodschaft Pod- lahien, wo der Krieg besonders gewüthet hat, gebeh eine furhtbare Schilderung von dem Zustande der dortigen Ge- genden. Die Dörfer sind meist zerstört und die Bevölkerung aufgerieben, Die Bauern verlassen in völliger Verzweiflung ihre Wohnungen und streifen in den Wäldern umher, wo sie, von Hunger gequält, einzelne Soldaten - Trupps überfal- len und berauben. ‘/

Da der General - Gouverneur der Hauptstadt in Erfah- rung gebracht hat, daß viele von den am 29. Nov. aus dem Zeughause entnommenen Waffen noch immer von Privatper- sonen zurückgehalten werden, so fordert er die Leßteren nochmals auf, dieselben ohne Verzug an den Municipalrath abzulie- fern, indem er jogar eine baare Entschâdigung für die ein- zelnen Effekten festseßt. Außekdem erneuert derselbe das Ver- bot, Kleidungsstücke und andere Effekten von den in War- schau garaisonirenden Soldaten anzukaufen, mit der Dro- hung, daß Jeder, der sich eine Uebertretung dieses Verbots zu Schulden fommen läßt, den dreifachen Werth des gekauf- ten Gegenstandes als Strafe bezahlen und, bei abermaliger Uebertretung, zu- gefänglicher Haft verurtheilt werden solle.

Der Seneral- Gouverneur der Hauptstadt ermahnt die in Warschau einquartierten Offiziere, mit der ihnen von den Einwohnern dargebotenen Wohnung zufrieden zu seyn und nicht den Bärger, auf dem schon so vicle Lasten ruhten, durch unbillige Forderungen noch mehr zu bedrücken.

Auf Vorstellung des Kriegs-Ministeriums und mit Be- willigung des Generalissimus hat die National - Regierung verfügt, daß sich die Befehlshaber der Sicherheits - Garde durch besondere Uniform und Abzeichen von anderen Mili- tairs unterscheiden sollen; die Kleidung soll nämlih nach dem Muster derjenigen der Warschauer National,Garde eingerich-

tet werden, die Aufschläge aber sollen die eincr jeden Woje-

wodschaft eigenthümliche Farbe haben. Ein Befehlshaber von 100 Mann soll die Abzeichen eines Unter- Lieutenants, einer von 1000 Mann die eines Capitains und einer von 4000 Mann die eines Majors tragen. :

__ Seit einiger Zeit finden feine Reichstags-Sikungen mehr statt; die Landboten versammeln sich nur noch privatim zu täglichen Berathungen, und es heißt, daß die Kommissionen in furzem mit dem Geseß-Entwurf hinsichtlich der Verleihung von Grund-Eigenthum an die Bauern fertig scyn werden.

Die National - Regierung hat die Herren Klemens Bie- linsfi und Franz Ziemiencki an die Stelle der ihres Amtes entbundenen Herren Rycerki und R:inshmitt zu Finanz- Kommissaren bei den Wojewodschafts-Kommissionen von San- domir und Masowien ernannt. :

Am 18rten d. inftallirte der Minister des Janern den neuen Municipal-Rath der Mee auf dem hiesigen Rath- hause, wobei derselbe eine Rede an die Versammlung hielt, in der er den Nußen und Zweck des Municipal-Raths aus- einanderseßte. Hierauf schritt man zur Wahl eines Präsi- denten, und es wurde der Universitäts-Professor und Direk- tor der polytehnischen Schule, Herr Kajetan Garbinski, zu diesem Posten berufen. E

Der Finanz - Minister hat unlängst folgende Mitglieder für die Schulden - Tilgungs - Kommission aus dem Senat und der Landboten - Kammer instaliirt : die Senatoren Nakwaski, Kochanowski, Malachowski und Bielineki, und die Landboten us Sp ieleten Swidzinski , Swirski, Lempinsfi und Wen- glinsfi.

In der Versammlung -des Sten Stadt - Bezirkes von Warschau ist der Friedensrichter Lutostansfi zum Deputirten erwählt worden. |

Von Joachim Lelewel ist eben ein historisches Werk über

die Regierung des Königs Stanislaus August im Druckck er-

schienen. L280 Die Verlosung der Partial-Obligationen ist am 17ten

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d. beendigt worden. Am 22sten d. M. sollen auf dem Münz- plake die verloosten Pfandbriefe mit den dazu gehörigen Cou- pons vor den Abgeordneten der beiden Comités der Pfand- brief - Eigenthümer und des landschaftlichen Kredit - Vereins öffentlih verbrannt werden. \ .

Die vorjährige Einnahme von den Fünfgroschenstücken, welche beim Besuche der Warschauer Theater ausschließlich für die Armen erlegt werden, hat, der Warschauer Zei- tung zufolge, 24,357 Gulden betragen.

Frankrei. Pairls-Kammer. Jn der Sißung vom 16. März

bestieg zuvörderst der. Handels-Minister, Graf v. Argout, die

Rednerbúhne und legte der Versammlung das von der De- putirten- Kammer bereits angenommene Wahlgeseß im Na- men des Präsidenten des Minister - Rathes vor , der, wie er si äußerte, durch ein unvorhergesehenes Geschäft behindert werde, der Kammer diese Mittheilung zu machen. Der Präsident trug darauf an, daß man sofort eine Kommis-

fon zur Prófung jenes Geseßes ernenne, damit der Bericht

darüber möglichst bald abgestattet werden fönne. Der Graf v. Montalembert verlangte, daß man der Kammer zu- vörderst über die in Betresf des Wahlgeseßes etwa eingelau- fenen Bittschriften Vortrag halte, damit man dieselben bei den Berathungen über. das Geseß berücksichtigen könne. Der Baron Mounier bemerkte, daß 9 soicher Petitionen einge- gangen wären und daß das Bittschriften - Comité die Ab- flht habe, in einem furzen Berichte für die Ueberwei- sung derselben an die Kommission zu stimmen, die man mit der Präfung des Wahlgeseßes beauftragen würde. Nach dem Wunsche der Kammer sehte hierauf der Präsident selbst diese Kommission in folgender Weise zusammen: die Herzôge v. Broglie, Decazes und v. Crillon, der Marquis v. Malleville, die Grafen v. Tascher, Siméon und v. St. Priest, der Vicomte Lainé und der Baron Mounier. Der Großsiegelbewahrer brachte sodann den vou der Wahl- Kammer gleichfalls hereits angenommenen Geseß - Entwurf úber das gerichtliche Verfahren vor den Assisenhdfen bei ‘Pro- zessen úber Preßvergehen ein. Nachdem eine Kommission

zur Prüfung dieses Geseßes ernannt worden, berichtete der |

Graf v. Tascher über die von ihm selbst herrührende Pro- position, in das Reglement der Kammer eine Bestimmung aufzunehmen, wie es künftig gehalten werden solle, wenn ein Pair Aufschlússe von den Ministern verlangen will; er trug im Namen der mit der Prúfung dieser Proposition beausf- tragt gewesenen Kommission auf folgende Abfassung dersel- ben an: „Wenn ein Pair die Aufmerksamkeit der Kammer auf einen Gegenstand lenfen zu müssen glaubt, der nicht an

der Tagesordnung ist, so legt er seinen desfalsigen Antrag

\chriftlih und mit Angabe des Gegenstandes, worüber er das Wort zu verlangen wünscht, auf das Bureau nieder. Wird

der Antrag von zwei Mitgliedern unterstüßt, so befragt der |

Präsident die Kammer, die, geeigneten Falls, den Tag fest- seßt, an welchem sie den Pair hören will. Die Ver- sammlung ging hierauf ohne Anberaumung ihres nächsten Sißungstages auseinander.

Deputirten-Kammer. Sißung vom 16. März. In dieser Sizung wurden zunächst die lebten Artikel (30—38) des Geseß-Entwurfes Über die künftige Pensionirung der Mi- litairs ohne irgend eine erhebliche Debatte angenommen ; das ganze Gefeß ging sodann mit 266 gegen 26 Stimmen durch. Der Finanz-Minister legte hierauf nochmals den Geseb- Entwurf über die künftige Erhebung der direkten Steuern vor, wvorin die Pairs - Kammer einige Aenderungen vorgenommen Hatte. Da diese leßteren bloß die Redaction betressen, so be- chloß die Versammlung, selbige niht noch ‘einmal an eine Kommission zu verweisen, fondern sih gleich am folgenden ‘Tage damit zu beschäftigen. Jebt bestieg Herr Baude die Rednerbühne, um seine Proposition wegen ewiger Aus- \chließung des vorigen Königs, seiner Nachkommen und de- ren Verwandten vom Französischen Gebiete zu entwieln. Jch gehöre nicht zu denen,“/ so hob er an, „die sih darin gefallen, einen überwundenen Feind mit Füßen zu treten, und ich glaube, daß. die jeßt gun drittenmale aus Frankreich ver- triebene Familie Karls X. uns nicht einmal das ist, was den Engländern die Stuarts- waren, die sih mindestens an der Spi6e derer schlugen, welche für sie in den Tod gingen. Furcht und Rache sind sonach den Betrachtungen in gleichem Maaße fremd „- die mih veraulassen, Jhnen den Vorschlag zu machen, daß Sie die Verbannung jenèr Familie durch, eine neue geseßliche Bestimmung bestätigen mögen. Auch den An- Fpruch kenne ih, den das Alter und die Kindheit, selbst wenn fie strafbar sind, auf das Mitleid haben (mehrere Stimmen :

Ein Kind kann nie strafbar seyn); wenn aber ein Greis und ein Kind die Seele einer antinationalenPartei sind, die die gehässigsten Pläne schmiedet, so muß jede andere Betrachtung der Noth- wendigkeit weichen , die Triebfedern dieser Pläne unschädlich zu machen. Jn dieser Lage befinden wir uns, der Familie des vorigen Königs gegenüber, die in Holyrood über die Mittel brütet, aus unseren inneren Zwistigkeiten Vortheil für sich zu ziehen, und die die Fonds, welche sie aus Frank- reih bezieht, dazu benußt, in unsern Provinzen Mißtrauen in die Regierung zu erregen und den Saamen der Zwietracht auszusireuen. So gewiß diese Umtriebe auch scheitern wer- den, so sind wir es doch der Ruhe des Landes schuldig , die Fáâden aller solcher Ränke abzuschneiden und die ewige Tren- nung zwischen der jeßigen und der vorigen Ordnung der Dinge eben fo geseßlich zu machen, als sie bereits tief in un- sere Herzen eingegraben ist. Giebt es für die vorige Königs- Familie fein Frankreich mehr, so wird sie auch kein Recht mehr bei uns auszuüben haben, fein Eigenthum mehr im Lande besiben. Wir dürfen es nicht länger dulden, daß po- litische Emissaire, unter dem Vorwande, daß sie Karls X. und der Seinigen Privat-Angelegenhciten besorgen, die Prs-

vinzen durhreisen, um strafbare Verbindungen zu unterhal-

ten. Wenn Sie indessen, m. H., den Verkauf der Güter der vorigen Königl. Familie anordnen, so werden Sie die Gläubiger derselben nicht vergessen, deren Ansprüche, wie die der Stadt Paris und der úbrigen Opfer der Ereignisse des Juli, uns heilig seyn müssen. Der Verlust beläuft sich auf mehrere Millionen. Diejenigen, die ihn getragen, sollen, dem Geseße vom 30. Aug. gemäß, von dem Staate entschädigt werden; diese Verbürgung des Staats fann aber die Lage des eigentlichen Schuldners nicht verändern, und wir sind nicht ermächtigt, den von Karl X. schuldigen Ecsaß auf die Steuerpflichtigen zu Úbertragen. Ueberdies wird der Vor- schlag, den ich Jhnen mache, und dies is gewiß nicht sein geringfter Nußen —- dem Ministerium eine“ Gelègenheit bieten, durch seine Worte und Handlungen die Besorgnisse zu zerstreuen , die sich, weil man sie nicht geachtet, je mehr und mehr fortgepflanzt haben. Die Regierung würde ohne Kraft seyn, wenn sich unter den gegenwärtigen ernsten Um- ständen nicht ein inniges Vertrauen zwischen ihr und dem Volke ginstellte. Die erste Bedingung dazu ist gewiß, daß man Denen, die den Gedanfen einer Ausgleichung zwischen den Männern der Revolution und denen der Kontre-Revo- lution auffommen lassen möchten, jede Aussicht auf das Ge- lingen ihrer Pláne benimmt.‘ Bevor die Berathung über den Vorschlag des Hrn. Baude begann, verlangte der Pr äsi- dent des Minister-Rathes das Wort und äußerte sich also : „Sie besißen bereits ein Gesek, m. H., welches die Ver- bannung einer Familie vecfügt, die über Frankreich geherrscht hat. Es ist nothwendig, daß wir, um unsere Geseßgebung zu vervollständigen , jeßt auch die Ausschließung des ältern Zweiges der Bourbonen aussprehen. Wir stimmen da- her dafür, “daß die Jhnen gemachte Proposition in - Erwägung gezogen werde, und lassen dem Beweggrunde Gerechtigkeit widerfahren, der die Kammer veranlaßt hat, in dieser Sache die Jnitiative zu ergreifen. M. L: man schlägt Jhnen eine große politishe Maaßregel vor; Sie wer- den sie annehmen, und die Französische Nation wird, indem sie selbige billigt, feine Bestimmung daran knüpfen, wodurch eine von unserem Grundvertrage abgeschaffte Confiscation wieder ins Leben ‘gerufen würde.// Jett ließ sich Hr. Ber- ryer gegen die Proposition vernehmen. Es sey betrübend, meinte er, daß man mit einem Antrage, den {oa früher mehrere Deputirte im Sinne gehabt, jedoch stets zurückgehal- - ten hätten, in einem Augenblicke hervortrete, wo die Kam- mer im Begriff stehe, sich zu trennen, gleichsam, als wolle man absichtlih noch in den - lebten Tagen ihrer politischen Existenz einen Stürm herbeiführen. Er müsse sich sehr über die Eilfertigkeit wundern , womit Hr. Cas. Périer vorweg den Beitritt der Regierung zu der Proposition des Hrn. Baude erflärt habe. urch die Afte des 7ten August sey Lud- wig Philipp von Orleans nebst seinen Nachkommen fär ewige Zeiten auf den Französischen Thron berufen wor- den; diese Worte: ewige Zeiten, seyen eine hinlängliche Bürgschaft für die Zukunft und er- könne nicht wohl begrei- fen, warum man jeßt noch eine Familie geseblih verbannen wolle, der Franfreih denn doch mindestens die Regierungs- form verdanfe, unter deren Schuße die Kammer in diesem: Augenblicke berathschlage. „Man verlangt von uns“, fuhr der Redner fort, „daß wir die Ausschließung des älteren weiges der Bourbonen geseblih aussprechen sollen. Wer oll denn aber ein solches Geseß sanctionniren? Wie will man von dem Fürsten ein Opfer verlangen, das niht von der gebieterischsten Nothwendigkeit geboten wird ? Wie kann

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