1831 / 86 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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dèr gegenwärtige, der Regierung einen Schein von Schwäche giebt, die man ihr in der That nichr zuschreiben darf. Das Wahre an der Sache ist, daß man jeßt großes Geschrei für Reduction der Taxen erhebt und zu gleicher Zeit wenig Nei- ung zeigt, sih“ an deren Stelle neue Lasten auferlegen zu assen eine Einnahme muß jedoch stattfinden; keine Re- gierung in der Welt fann bestehen, wenn sie nicht so viel einnimmt, als sie zu ihren Ausgaben bedarf. Der Kapitatist erhebt sich gegen eine Abgabe auf Transferirungen , als eine den Umsaß hemmende Taxe ;. der Eigenthümer von Dampyf- booten gegen eine Taxe auf Dampfmaschinen; und so will der nach Kanada handelnde Kaufmann, daß das ganze Land zahle, damit sein Handel beschüßkt werde. Eine jede Taxe fällt irgend Jemanden zur Lask, und doch muß sie er- hoben werden, wenn das Land seine Verbindlichkeiten er- füllen foll. Ob Lord Althorp oder Herr Goulburn tönfcig Kanzler der Schaßkammer seyn werde, (s eine {wer zu entscheidende Frage. Eine Eigenthums-Taxe mag ganz billig seyn; das l¿ßte Ministerium sah jedoch die Schwierigkeit ein, sie durchzuseßen, und dieselbe Schwierigkeit findet auch jeßt statt. Man schreie auch, wie man wolle, gegen das Budget werden wir etwa kein Geschrei hören, wenn man einen Versuch mit der Eigenthums - Taxe mach2n wollte 2// Bei Erwähnung des gestrigen Siegs der Oppositton úber den Kanzler der Schaßkammer, bemerkt die Témes unter Anderem: „Wie wir vernehmen, haben gewisse Leute, weiche die Majorität gegen den Kanzler benußen wollen, die Mei- nung geäußert, die Minister müßten abdanken. Natürlich werden die Minister: nicht so thôriht ja, wir hätten bei-

nahe gesagt, nicht so gottlos scyn. Was, abdanken! mit |

einer ganzen Nation, die ihnen mít lautem Beifall zuruft, ihren jo edel begonnenen Reformations - Plan auszuführen! Wir stimmen ganz mit Herrn Hobhouse überein, daß das Abdanken der Minister in diesem Augenblick das größte Un- glück seyn würde, das dem Lande riderfahren tdnnte. Die obige Aeußerung is indessen zu albern, als .daß wir noch ein Wort daräber verlieren sollten.“

Ueber denselben Gegenstand liest man im Globe: „Die Folgen der Niederlage der Minister fönnen an und für sih von feiner Bedeutung seyn. Jhr Vorschlag bestand darin, eine Taxe herabzuseßen und dadurch einem Theile ihrer der- maligen Einkünfte zum: Besten des Volkes zu entsagen , und weny: es das Unterhgus vorzieht, diese Taxe nicht herabzu- seßen, um, eine parlamentarxi/che Combination oder die Burïg- flefen zu begünstigen, so fann ein solcher Ent|chluß die Pläne der Regierung nicht stôreu. Wir denfen gar nicht daran, daß die Minister die Absicht haben sollcen , abzudan- fen. Da sie anerkauntermaßen eine Parlaments: Reform vor-

eschlagen haben, weil sie, in Uebereinstimmung mit dem

ande, die jeßige Zusammensetzung des Unterhauses uicht für gut halten, so würde es thöôricht scya, wenn sie abdanfen wollten „- ehe sie ihren, großen Plan ausgeführt haben, und ¿wax nur deswegen, weil sie bei einem Gegenstaude von fkei- ner Wichtigkeit für ihr allgemeines System in der Minori tát blieben.‘

Wie es heißt, haben sich mehr als 300 Mitglieder des Unterhauses zu Guusten der Reform ecklärt. Ju einer iu Hampshire gehaltenen Versammlung äußerte Sir Thomas Baring, es -wärden von 5 Individuen 4 für die Reform stimmen; auch: der- Herzog von Gordon hat sih für déeselbe ausgesprochen. _ ) | _ Eine iy: zwei Morgenblättern enthaltene Nachricht von Ausxüstung. mehrerer Linienschiffe und Fregatten, die sich un- ter Befehl des, Sir Thomas Hardy nach der Schelde begeben ollen, „wird vom Courier; für ungegründet erkläre. Jm Globe dagegen heißt es : „Es ist, wie wir glau-

- nur zu, wahr, daß; wan für die. Schelde eine aus dissen „aus. mehreren, großen . Fregatten und au- eren: Schiffen bestehende Flotte. ausrüstet. - ir hosen; da es nicht die thôrichtste Expedition seyn werde, die nglan seit ‘dem. lébten ‘große Unternehmen in jener Richtung machte ; eine jede Ausrüstung aber in Bézug. auf die Händel zwischen Belgien und "Hölländ, die uns in eine Lage versezen könnte, n gl ry „uns viel M LEpR \ heräyeiiéhen „môdch- 7 r'‘für- uns Exped : vot Walchexen.” U runs seyn, [s dié xpedition vas | i Niederlande, at Aus dem Haag /-21/Mänz. Se. Kdnigl. Hoheit der rinz von Orañién ist: héute mitdem: nw Pater ca es o Se. Königl. Hoheit von dem“ versammelten" Votke Uit größ Fubel begtse wurde. il 1 20 20e e! lied

é Ï Pee Die Staáts Cóutan t'enthält: eine:Borichtigüng/ aus

welcher hervorgeht, daß der Amsterdamer Bâärgermeister, Hr.

her gemeldet wurde, eine Musterung über die Schucterci seiner Vaterstadt, in Herzogenbusch, gehalten, als seinem, bei derselbon als Freiwilligen befindlichen Sohne einen Besuch abgestattet habe. |

Der Kommandant von Mastricht hat neuerdings ven einigen Patrioten in Am\terdam ein sehr ansehnlihes Gelè- geschenk fär die Besaßungstruppen erhalten.

Brüssel, 21. März. Ueber die neue Formation un- seres Ministeriums verlautet noch nichts; inzwischen scheint Le die Dimission des Hrn. Tielemans noch nicht zu be-

gen.

__ Gestern hat der Regent wieder eine Musterung úber eine Truppen-Abrheilung gehalten, die von Mous nach Ants- werpen hier durchgegangen ist.

Der Vrai Patriote meldet: Wir erfahren aus guter Quelle, daß die militairische Besezung des Großherzogthums Luxemburg mit der Zustimmung Frankreichs stattfinden wird. L Mehrere Französische Militairs, welche die Uniform des Französischen 22sten Linien-Neziments und die Französische dreifarbige Kokarde tragen, sind gestern in den hiesigen Stras- ßen geschen worden. Sie hatten, wie. der Vrai Patriote versichert, Einguartlerungs-Billets erhalten und woilten, ihrer eigenen Angabe nah, der Belgischen Sache dienen. Der Emancipation zufolge, wären diese Soldaten Deserteurs.

Eine hiesige Zeitung berichtet, daß der Regent 90,000 Pifen- anfertigen lasse, «m damit das Landvolk zu bes waffnen.

General Mellinet is vorgestern gerichtlich vernommen und darauf seinzs Stuben-Arrestes entlassen worden.

Y o l en.

Warschau, 22, Márz. Der General-Gouverneur der Hauptjtadt hat einen Befehl an die Armee-:Commandeurs erlassen, worin er sie ermahnt, fúr die Reinlichkeit und Ord- nung in den Kafernen zu jorgen. Jun einer andern Bekgnnt- machung delobt er die musterhafte Einrichtung, die er bet der Juspection der Warschauer Militair - Anstalten in dem Lazareth angetroffen, welches unter Aufsicht der Theater-Mit- glieder in den Redouten-Sälen errichtet is. Ferner erneuert derselbe den Befehl wegen Ablieferung der in den Händen von Civil - Personen befindlichen Waffen und set in dieser Hinsicht den äußersten Termin auf morgen fest.

__JIn ciaem Artikel des Blattes Neu-Polen wird dem Eifer und der Becriebsamkeit des jesigen Geueral - Gouver- neurs Krufowiecki großes Lob gespendet. Es -heißt darin, daß man allgemein behaupte, es würde Vieles im öffentlichen Dienste eine ganz andere Gestalt angenommen haben, wenn die Hauptstadt von Anfang an ein solches Oberhaupt gehabt hätte. General Krukowiecti habe die Verwaltung der Stadt

| niger Zeit von- ihnen angenommene Zurückhaltung

Polnischen Str am: láten* sey ein

unter sehr kritischen Verhältnissen übernommen, da in diesem Augenblicée Tausende von verwundeten Kriegern: der forgfál- tigsten Pflege bedurften ;- doch alle diese Schwierigkeiten habe er zu überwinden gewußt und den Sieg über alle Hinder- nisse davongetragen, welche der General Woyczynsfi seiner Altersschwäche wegen nicht würde haben beseitigen fönnen. ___ Die Polnische Zeitung sagt: „„Die Ordnung fehrt in der Hauptstadt - wieder ein; wir hoffen noch den ge: wünschten Augenblick zu sehen, wo es feinem Natio- nal-Gardisten mehr erlaubt seyn wird, wie es bisher zuwei- len der Fáll war, sich ‘vou. dem Wachtdienst und anderen T ea iL T ET 6e Dasjelbé Blatt onthält ‘einen Aufsaß, worin das

Manifest“ des Französischen CentralComités an die: Polni- sche Nation gegen die Angriffe des Polnischen: Kuriers ver- theidigt wird. “Die hiesigen Blätter ‘fahren- fort, die schon; Cle iger Zi ctlich der Mittheilung der militairischen Öperatlonen und Krie begebenheiten- zu beobachten. Heute befindet sich ‘in dieser S I Ny einziger kleiner Artikel in der Staats- Zeitung, welcher n dazu Nachrichten auf : indirektem

ige nämlich aus Briefen ‘von Lomza und Mlawa, enthält, welche man ängeblich ‘über Preußen erhalten: haben will. Es heißt darin, - daß ‘si ‘die Russen: bis jenseits Ruzan;: zurück- 13 cht zwischen! einem nischen“Strelf¿z Corps und* einer Abtheilung + Russischer avallerié an’ dét Wfra- beidem Dovfe:Maluszyn | vorgefallen, wobei ‘diéeses ‘Dorf ‘sehr’: gélitten: habe. AYO i 4106

Spahien.

Madrid; 9. März. Seit «iuiger Zeit durchs

streifte eine? nicht unbeträchtliche: Bande ¿von Nevolutionnagirs

van de Poll, nicht sowohl, wie nach anderen Blättern frú-

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die Umgegend voi Algesiras; am 21. Febr. zeigte si. diesclbe bei dem Dorfe los Barrios, wo sie auch Requisitionen machte. Diefelbe ist, wie man glanbt, durch den berüchtigten Zebel- len-Chef Manzauares gebildet, welcher, nachdem das Unter- nehmen auf Jsle verde gescheitert (am Z. Jan.), flüchtig ge- worden und nicht wieder nach Sibraltar zurückgekehrt war. Am 18. Februar rourde ein, von dieser Bande auf deñ an der Küste gele- genen Punfkcr Namens tos Pinares gemachter, Angris\sdurch Spa- nische Kavallerie zurückgeschlägen, und am 24sten näherten sich die Rebellen wie man glaubt, unter Anführung von Torijos, Ds und Merconchini der Gegend von San-Noque.

m 3ten d. M. wurde von den Feinden der öffentlichen Ruhe, auf der Jnsel San Fernando, mit Hülfe von 200

Marzine-Soldaten, die slch waßrscheinlih hatten bestechen

lassen, die Constitution der Kortes von 1812 proflamirt, und am selben Tage wourde in Cadix der dasige Gouverneur Don Antonio del Hierro Oliver, als er sich aus dem Gouverne- ments: Gebäude nah seiner Wohnung begeben wollte, an hellem Tage (Nachmittags nach 3 Uhr) von sechs ver- mummten Männern angefallen und ourch Dolchstiche ermordet. Sobald das schrecklihe Ereigniz fund wurde, schloß man in Cadix äberall die Häuser, und es herrschte allgemeine Be- stürzung, so wie der lebhafteste Unwille úber die shauder- hafte That. Alles blieb indeß unstreitig ganz wider Er- warten der Verschwornen völlig ruhig. Der General- Capitaia von Sevilla, welcher sich in Puerto de Santa Ma- ria befand, rúcéte alsbald mit Truppen in Cadix ein und beugte fomit weiteren Uebelthaten vor. Auch dem verbreche- rischen Treiben der Rebellen auf der Jnsel San Fernando wurde schnell ein Ende gemacht; sie wurden bei Estepona ge- schlagen und verfolgt; 21 derselben, deren man haviaft ge- worden, wurden sogleich erschossen. Die hiesige Hof-Zeitung enthást béreits die offiziellen Berichte über diese Vorgänge. *) Dée rebellischen Marine-Soidaten sind auf dem Dampfschiffe von Chiclana nach Vejer entflohen, wahrschèinlich um sich mit den Rebellen im Lager von Gibraltar zu vereinigen. Die Zahl sämmtlicher, von Chiclana abgegangenen Aufrührer wird auf 1600 Mann angegeben, Der Geist der Einwohner jener Städte und Gegenden hat sich bei den gedachten Vor- fällen sebr gut bewährt, wie auch die Gesinnung der Trup- pen im Uilgemeinen vortrefflich ist. Die dffentliche Ruhe ist, abgesehen von jenen Ercignissen, auf keinem

dieser Beziehung hegen, als auch der General-Capitain von

Granada mit Ttuppen herbeigeeilt ist. Jn der Nacht vom

5ten zum 6ten d. M. ist hier auf der Plaza Real, von un- bekannter Hand, eine dreifarbige Fahne an einer Laterne be- festigt worden; auch fand man auf gedachtem Plaße ein paar Tausend. dreifarbige Kokfarden von Pappe. Beides wurde am Morgen beseitigt, ohne daß die Ruhe im Mindesten ge- stôrt worden wäre; auch ist sehr zu bezweifeln, daß irgend Jemand im Ernste habe glauben können, auf solche Weise eine Ruhestörung zu bewirken, und ist man vielmehr geneigt, zu glauben, daß eine unlöbliche Absicht anderer Art von Seiten gewisser Leute im Spiele gewesen seyn mdge, denen die wohlwollenden Jntentionen des Königs nicht zusagen. Dem- Vernehmen -nach ist der Versuch gemacht. worden , den König zu Errichtung von Militair - Kommissionen in Madrid und ‘andern Orten, als einer nôthigen Vorsichtsmaaßregel gegen geheime Umtriebe, zu: bewegen; Se. Majestät haben jedoch Jhre e nicht gegeben. Dagegen ist die Rede davon, daß die Abfassung eines den Umständen ent- sprechenden Geseßés. gegen : Conspiratiouen und Meutereien anbefohlen worden und jolches unverzüglich zur -Königl. Ge- nehmigung vorgelegt werden solle.

Historische Parallelen und Zeitstimmen, Belgüen _ Und die Belgier betreffend. (Fortsebung desin'Nr.-79. d. Zeit. abgebrochenen, Aufsähes.) Der Adel hatte in der Niederländischen- Revolutton und zumal in Belgien , einé bedeutende. Rolle gespielt, aber es zeigte sih bald, daß ‘stin Widerskand gegen“ die Spanische

Herrschaft nicht aus as Dee E a Ms | dWillkühr zu regieren. Der |

zu L Als Privilegien “und der. das ‘VolÉ ‘nách ‘êigener Laune un Adel verrieth in der Mehrzahl nicht nur--bei—jeder-Gelegen- heit, „wo: wan, ihm „von en herab Zugeständnisse machte, die Sache der übrigen Kla en ohne Bedenken, sondern auch da, wo er wirksam und fämpfend auftrat, hinderte er durch beschränkten v ad und unrähmliche Eifersucht fast im- mer das Bessere. Die Berlaymont, welche in neue-

*) S. Nr. 83 dex Staats -= Zeitung.

Punfte gestört worden , und man darf jeßt um so weniger Besorgnisse in |

ster Zeit abérmals in Belgien mit seltsamer Rolle aufger treten, waren s{chon damals Hindernisse der Freiheic und Einheit. Noch med)r aber die Aerschot nnd Croy's. Es bildete sh gegen die Familie Iiassau, welche, trol ihrer Na- turalisation, ihrer zaßlreißen Güter, ihrer langjährigen Dienste und ihrer ungeheurcu Austrengungen ünd Opfer für das Jns teresse der Niederlande, fortwährend als eine fremde betrache tet wurde, ein Sysiem, das in neuesten Zeiten, bei ihrem Wiedererscheinen in Belgien, frisch ergriffen und ausgeführt worden ist, Die Religions-Verschiedenheit liefert den osten- siblen Vorwand; aber es 1oar eine schr materielle Politif7 die ihren glühenden Haß unter der Masfe orthodoxen Eifers versteckte.. So wie man nach“ hergestellter Selbstständigkeit der Niederlande, unter der Herrschaft jener Dynastie den Ködaig Wilhelm 1. als Heuchler und Unterdrückrr der Bel- gischen Freiheit so wie des katholischen Glaubens in der Volkemeinung himusteilen sich Mühe g:geben hat, also wurde schon im 16ten Jahrhundert gegen Wilheln dem Schweigen- den, Aehnliches verbreitet. Derselbe große Mann, welcher zuerst dem Adel die Jdee und den Muth des loyalen Wivber- standes gegen das fremde Joch eingezaucht, dessen Beispiel zu den ersicn und wichtigsten Unternehmungen begeistert und dessen Rath in den gefahrvollsten Augenblicken fast allein sicher geleitet hatte, ward als ein Schüler Macchiavells hin- gestellt, dessen ganzes Trachten dahin gehe, die aus Spani- scher Knechtschaft befreite Nation in eine noch schimpf- lichere Tyrannei zu versesen. Die phrasenreihen Tira- den des Herren Vilalin XIV., Rodenbach und Anderer finden sich {hon in Flugschristen aus Flandern, Brabant und Hennegau im 16ten Jahrhundert ausgesprochen. Man rechnete allem Schaden und allen Gräueln nach, so den südlichenProvinzen durch die verschiedenen Nassau's zugefügt worden. Man war frech genug, selbst die Dienste Engelbrechts I., welcher gegen Empdruy- gen ohne vernúnfrigen Zweck und Sinn die verfassungmäßi- gen Rechte Mariens, Maximilians und Philipps des Schô- nen verfehten half, als eben so viele Attentate gegen „die Eingèbornen hinzustellen; die schimpflihen und aben- theuerlihen Verräthereien der Genter, Brügger und Philipp von Cleves , welche, wie heutzutage die Künste und Operationen der Union, deu Wohlstand blühender Städte und Provinzen auf lange Zeit hinaus zerstôrt, wurden als Sache der Freiheit bezeichnet; die beispiellosen Unthaten, Meuchelmorde, Plúnderungen, Rechts-Verleßungen jeder Pe- riode galten fúr- Akte heroischen Aufshwungs der Bevölke- rung. Auch Heinrih von Nassau's Verdienste als Minister und Feldherr Karls V. wurden gebrandmarfkt, und. man machte den Fiamändern glauben, daß selbst seine Wohnung zu Brüs- sel gus dem geraubten Gut des Landes aufgeführt und mit den Thränen der unterdrückten Bewohner die Diamanten- sei: ner Gemahlin bezahlt worden seyen. Ein Gleiches kam auf Wilhelms von Oranien und seines Vaters Rechnung, welche. doch Güter und Reichthümer genug besaßen, ehe fie nur ir- gend einen Gedanfen zu Staatsämtern in den Niederlanden gehegt. Um den Beweis zu liefern, wie schlagend die Aehn- (ichfeit zwischen den Beschuldigungen und Verleumdungeou des 16. und des 19. Jahrhunderts, hinsichtlich: der Familie Nassau, von Seiten ihrer Gegner und dle Politik des Beigischen Hoch- adels gegen sie zu allen Zeiten dieselbe war, wollen wir die frappantesten Stellen aus verschiedenen der: wichtigsten Stkaats- schritte, Manifeste, Pamphlets und Pasquillè der älterea Periode hier mittheilen und eben so auch die“ höchst merkw digen Urthèile, die von bedeutenden Staatsmännern und G lehrten des. 16ten und 17ten Jahrhunderts über die Belgier gefällt worden find. (Fortseßung. folgt. ) A

s ivo

Literarische Nachrich ten: V

Geschichte der Griechischen Literatur von M.S. A e Tom. I. und TL, überseßt von Dr. Mo-

riß: Pinder. Berlin, Duncker 1830.

Gewiß ‘empfahl sich das vorliegende Werk,- dessen: Original obiv dbl Un: en Deutschen hereühtend/ in an sischer Sprachi u ‘Paris in det Jahren 1824 bis 1825 , 8 Bânde in Oktäv/! er- chien, ganz besónders zu eitier Deutsch

Werth d für Philol

10 ‘ufichet : E i s Originals - hatiFränz Passow ‘in Fahns Jahr . und Pâdag., ersten Jahrgangs erste? und zweiter Band, „betrachtet , und zwar außer völliger fern, wie der

befol ten Methode ciner Behandlung ngch Fächern, wie sie guch Fr. 5. Wolf der chronologischen vórgézogen wissett wollte,- fl- ders das gevausGose Verfahren bet nführun der benußten Hülfsmittel anerkannt, das die seltene Mittelstraße zwischen vor- nehm thuender Leichtfertigkeit und pedantischer Strenge mit sicherm Takt behauptet. Passow selbs sprach am Schluß seiner

Beurtheilung den Wunsch aus, daß man eine zusammengedrängte Lateinische oder Deutsche ÜUcbersezung davon unternehmen mdchte.