1831 / 87 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

E E E P A E E I E E TEIIN f P a A S iri

dent tapfétsten Widerstande von

124

sein Dienst berechtige, um dem Heer die nothdürftigsten Le- bensmittel zu verschaffen, daß er aber damit feine Rechnun- gen und Forderungen befriedigen fônne, die sh aus früherer Zeit herschrieben, und daß daher die Befriedigung derselben auf anderem Wege gesucht werden müsse.

Die hiesige Staats-Zeitung meldet unter Ande- rem: „Ju der Gegend von Zombki, Koby!ka und Radzymin ist kein feindliches Corps mezr zu schen. Seit zwei Tagen fommen Landleute aus diesen Dörfern in Warschau an; je- doch ohne Lebengmittel zum Verkauf bringen zu fönnen, da die Russen in jenen Gegenden Alles verbraucht haben; das Einzige, was fle in die Stadt bringen, ist Holz, Kohlen und Reifen. Es sollen sich jedoch in der Nähe jener Orte noch zuweilen einzelne Kosfaken-Truppys zeigen, welche aber wieder abziehen, weil sie nichts zu essen vorfinden. So wurden am 10ten d. zwei Polnische Veteranen-ODffiziere, welche, ohne zu wissen, daß Kosaken in einem anstoßenden Wäldchen im Hin- terhalt lagen, unbewaffnet jenseits Grochow unterweges wa- ren, in einem Augenblick von 5 Kosaken umringt und foll- ten schon gefangen genommen werden, als der Bürger Drew- nicfi zu Pferde von der Seite herbeistürzte, durch gut gerich- tete Schüsse die Kosaken zersprengte und die beiden Ofiziere befreite, Drewnicki macht oft dergleichen Ausfälle und sprengt allein in den Wäldern umher. —- Jn diesen Tagen ist „ein Bürger aus Lublin hier angekommen, welcher nähere Nach- richten úber die Ereignisse mitgebracht hat, die daselbst statt- gefunden haben, nachdem das Corps des Benerals Diver- nicfi von dort vertrieben worden und die Russen, unter Ge- neral Creuß, wieder die Stadt eingenommen hatten.‘/ Neue offizielle Armee-Berichte enthält dieses Blact jedoch noch immer nicht; satt deren bringt es noch nachträglich et- nen Detail - Bericht des Generals Dwernicki úber das am 14, Februar bei Stoczek stattgehabte Gefecht.

Jun der Warschauer Zeitung liest man Folgendes: „Vorgestern wurde ein starkes Schießen in der Gegend von Ostrolènfa gehört; wir erwarten eine amtliche Mittheilung darüber, da es heißt, daß eine dort gelieferte Schlacht glÜcf- lih für uns ausgefallen sey. Nachrichten vom rechten Weichsel: Ufer zufolge, ist das Corps des Generals Witt am 2. März-in Maciejowice eingerückt. Ju jedem Hause wur- den 15 Russen einguartiert. Die Nacht darauf seßten gegen 80. Polen úber die Weichsel und beunruhigten den Feind. Die Russen blleben 3 Nächte hindurch zu Pferde, und die Artillerie wachte bei ven Geschüßen, indem fie glaubten, daß von- unserer Seite ein Uebergang bei Tarnowek bewerkstelligt werden sollte, Am 7ten marschirte General Witt von Ma- ciejowice nach Bobrowniki; der Feldmarschall Diebitsch aber verlegte sein Hauptquartier von Garwolin nah. Mactejo- wice. Unterweges ließ er die Einwohner durch die Geistli- chen von den Kanzeln herab auffordern, nicht die Flucht zu ergreifen, da sle nichts zu befürchten hätten, und am 9ten mußten die Bewohner von Maciejowice dem Kaiser Nifolas von neuem den Eid der Treue leisten.‘/

Die zur städtischen Garde von Warschau gehörenden Jsrae- liten erfüllen, dem Warschauer Kurier zufolge, jeßt die ihnen vorgeschriebenen Pflichten und haben die Uniform an- genommen, ihre Bärte jedoch nicht abgelegt.

Der Oesterreichische Beobachter meldet: „„Ver- môge Nachrichten von der Russisch - Polnischen Gränze war das zweite Jifanterie-Corps (Pahlen Il.) gegen Brzesc - Li- tewsfi im Anmarsch und die ersten. Echelons schon - daselbst - eingetroffen. Die Garden seten ihren: Marsch auf deu. Straßen von Grodno und Kowno nach: Pultusk ‘fort.

Jy demselben Blatte liest man: „Briefe aus Warschau--vom 12. d. M., die in Krakau eingelaufen waren, melden: So einmüthig die Ernennung des Generals Skrzy- necki zum Ober-Befehlshaber der Polnischen Armee anfäng- lich ausgesprochen- schien, so hat dieselbe in“ der Folge und- besonders in der leßteren Zeit, denndch vielfältigen Stoff zur Unzufriedenheit und zu. Reibungen bereitet, die bei dem hef- tigen Charafter dieses Generals und seinem gänzlichen- Man- gel an. Zuvorkommetheit gegen die älteren Generale ‘und Corps, -, Kommandanten, dîe “slch. durch seine Erhebung aur lcE ese fühlen, nicht wohl ausbleiben fonnten,

Schlacht vom 25sten -v. M,, in welcher si{, bei

: Selten der Polen, die

entschiedene Ueberlegenheit-der Russischen Armee in allen Waf: fengattungen, namentlich: in der Arcillérie, entwickelte , und. R dee Men Q Waffenruhe haben einen großen Theil der Polnischen Truppen, Lt Let Stahs-Offiziere und „Kommandanten, zu einet rußigerèn Prüfung ihrer be- denflichén. Lage gebracht. Seit dem Rückzug dés Polni- schen Heeres na Warschau hat der schwierige Geist der

dortigen Bürgerschaft auch auf. den Gelst der Truppen ge-

witft, so daß, wenn das Russische Haupt-Heer vor der Hand .

auch nicht zu neuen Operationen schreitet, die innern Spal- tungen der Polnischen Armce, der Geist der Unzufriedenheit der Stadt Warschau und der unverkennbare Wunsch der großen Masse alier Einwohner, vorzüglich der Güter- und Häuser -Besiß-r und Aller, die noch etwas zu verlieren ha- ben, nah Ruhe und Herstellung der Ordnung, aller Wahrz- scheinlihkeit nach eine den Russen gunstige Wendung der: Dinge zur Folge haben dürften.“

Dänemark.

Kopenhagen, 19. März. Die der Ostseeischen- Com- pagnie unterm 2. Juni 1825 auf 20 Jahre ertheilten Pri- vilegien sind an die hier errichtete Central - Kasse für densel: ben Zeitraum übertragen worden, so wie Se. Majestät aucl das Reglement der benannten Central: Kasse zu fonfirmiren geruht haben. : | _ Nachdem der Hafen einige Tage frei vom Eise gewesen, ist er jeßt wieder dermaßen mit Treibeis angefüllt, daß die Schiffsahxt abermals völlig stockt.

Deut schl.an d.

München, 22. März. Jn der gestrigen Sißung der Kammer der Abgeordneten legtè der Justiz - Mie. nister, Freiherr v. Zentner, einen Geseß-Entwurf über die neu revidicten Geseßbücher , und der Staats -: Minister vo.# Schenk cinen zweiten úter die Anwendung des $. 44 des: Edifts über die Stände-Versammlung vor. Cine von mehr als

20,000 Jndividuen unterzeichnete Vorstellung wegen Ueber-

bürdung der Grundbesißer des Rezatkreises, ward, nebst meh- ara anderen Autrâgen, an die betreffende Kommission ver- wiesen. i

__ Vermöge cines Reffripts des Königl. Kriegs - Ministe- riums, sollen von den Beurlauübten der Armee bei jedem Jn- fanterie- Regiment 490 Mann, bei jedem Jäger - Bataillon 200 Mann und bei jedem Artillerie-Regimen, 200 Mann, und zwar bei leßteren 100 Kanoniere und 100 Fuhrwesen- mannschaft, zur Uebung einberufen werden, Dieselben sollen- aus der Altersklasse von 1809 genommen werden und- die Uebungszeit vom 10. April bis 9. Mai dauern. Auch die neu ausgchobenen Rekcuten müssen sogleih exercirt werden. Die zur Ergänzung der Armee für das Jahr 1834 aus der Altersflasse 1899 angeordnete gewöhnliche Aushebung bes

trägt, nah dem Sechstel des formationsmäßigen Heeres:

Bestandes berechnet, 9912 Mann.

Karlsruhe, 21. März. Jn der gestrigen öffentlichen Sißung der zweiten Kammer trug unter Anderem der Staats- rath Nebenius ein Großherzogl. Restript vor, wonach er selbst, nebst dem Geh. Rath v. Weiler und Geh. Referendar Ziegler, beauftragt ist, der Kammer den Entwurf einer Pro- ceßordnang in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten vorzulegen.

Luxemburg-, 20. März. Das Fournal“de Luxem-« bourg eathäle folgende Bekanntmachung: „„Der Géêe- neral-Gouverneur des Großherzogthums Luxemburg, Gee neral- Lieutenant, Herzog Bernhard von Sachsen --Weis- mar: Zufolge des 26sten Artikels der Wiener Schluß: Afte vom 15. Mai 1820 hinsihtlich der Organisatiow- und Vertheidigung der Länder, die zum Deutschen Bunde: gehören, und der folgendermaßen: lautet: „,,, Wenn. in cinem Bundesstaate die innere Ruhe- durch -den Widerstand der Unterthanen gegen die Regierung direkt gestört wird und die Ausbreitung aufrührerisher Bewegungen zu befürchten steht , oder wenn ein Aufstand ‘ausgebrochen ist und die: Re- gierung. nah Erschöpfung aller constitutionnellen und geseblis hen Maaßregeln: den Beistand des Bundes verlangt, "o ist. dieser verpflichtet, ihr zur Wiederherstellung der Ordnung die: schnellste Hälfe zu leisten, Wenn es in leßterem Falle noto-. rish_ ist, daß die Regierung sich in der- Unmöglichkeit befins det; den Aufstand mit eigenen Kyäften zu unterdrücken: und daß sie zugleih durch Umstände verhindert: wird, den Bei-« ns des Bundes zu verlangen, so ist die Bundes-Versamm- [ung nichtsdestoweniger verpflichtet, selbst: ohne dazu aufgefor- dert worden zu- seyn, zur Wiederherstellung. der Ordnung und Sicherheit zu schreiten. De, feinem Fall aber: dürfen die zu diesem Zweck getroffenen Maaßregeln länger dauern, als es die Regierung, der man zu Hülfe gekommen , für nöthig: er- achtet." Ferner zufolge des l4ten Artikels des Beschlusses der ‘Bundes - Versammlung vom 3. Aug. 1820’ über die: Art und Weise der Vollstreckung ihrer Verfügungen und über.

die Bezahlung der dadurch veranlaßten Kosten, in: welchem-Ar-

tifel es heißt: /, „Die Vollstreckungs-Kosten-dürfen die wirkliche und dem Zweckentsprehende Ausgabe nicht Übersteigen. Diejenige Bundes-Regierung, gegen welche die Execution angeordnet ward,

729

muß die Kosten, insofern sie liquid sind, ohne Zögern def- fen oder fúr selbige hinlängliche Bürgschaft leisten. Ward die Execution nicht auf förmliche Weise angèordnet, so müs: sen etwanige Reclamationen oder Beschwerden von der Bun- des - Versammlung abgemacht werden; geschah es aber auf Befehl. einer Austrägal-Bchörde, so müssen diejenigen Mit- glieder derselben , welche den Befehl erließen, auch über die Reclamationen entscheiden. Jn den im 26sten Artikel der Schlußakte angeführten Fällen bleibt es der Regierung über- lassen, die Schuldigen zur Bezahlung der dur sie verursach- ten Kosten gerichtlich zu verfolgen.‘/// Jn Erwägung, daß diese Verfügungen, indem sie die Kosten einer militairischen Besebung denjenigen Ländern auferlegen, die sich em- pörten, zu gleicher Zeit auch diesen nämlichen Ländern den Regreß gegen die Urheber oder Theilnehmer der Unruhen, so wie gegen diejenigen sichern, die sich entweder mit gewasfneter Hand, oder indem sie sich in ôf- fentlichen Aemtern behaupten woilen, die mit Wiederherstel- lung der Ruhe unverträglich sind, oder auf irgend eine an- dere Weise gegen die Rückkehr zur geseßlichen Ordnung auf- lehnen; ferner, daß es in Uebereinstimmung mit den vâter- lichen Absichten Sr. Majestät des Königs Großherzoges han- deln heißt, wenn man die betreffenden Personen auf die Fol- en ihres bei dieser Gelegenheit zu beobachtenden Betragens aufmerksam macht; nach Anhörung der Kommission der Größ- herzoglichen Regierung beschließt: Die oben angeführ- ten Artikel der Wiener Schluß-Afte vom 15. Mai 18320 und des Beschlusses vom 3. Aug. desselben Jahres sollen mit der gegenwärtigen Bekanntmachung in beiden Sprachen pu- blizirt und dffentlich angeschlagen und außerdem im Verwal- tungs-Memorial des E verzeichnet werden. Luxemburg, den 14. März 1831. i (Gez.) B. Herzog von Sachsen-Weimar. Das námliche Blatt meldet: „Jn der Nacht vom 416ten_ auf den 17ten ward die Brabanter Fahne im Dorfe Eich niedergerissen. Am nächsten Morgen pflanzte man un- tec Musik, Feuerwerk und dem Freudengeschrei einer Menge Menschen , die der Feier beiwohnten, wieder eine neue auf. Ein Trunkener kam bis zum Glacis der Festung und {oß eine Pistole ab. Man versichert, daß am 18ten Morgens eine ähnliche Scene stattgefunden habe. Alle einsichtsvolle Leute, die mit Ueberdruß solche lächerliche Theaterscenen spie- len schen, föônnen nicht umhin, die Marionetten zu bedauern und diejenigen zu tadeln, die sie in Bewegung seßten. Sehr wahrscheinlicher Weise wird bald Jedermann diese Ansicht theilen.“ N Schreiben aus Göttingen vom 22. März. Auf der hiesigen Universität ist: die Verfügung getroffen, daß die- jenigen Studirenden, welche in der Zeit der Unruhen in be- sonders sträflihen- Verbindungen gestanden, insbesondere die- jenigen, welche die- sogenannte Burscehenschaft ausgemacht oder in engerer Verbindung mit ihr gestanden haben, falls fle sich in Göttingen wieder einfänden , entfernt werden sol- len. Auch wird jedem-Rúckkehrenden ein dieser Maaßregel entfprechender- Revers zur Unterschrift vorgelegt werden.

Oesterrei.

Wien, 22. März. Der Oesterreichische Beoba c- ter bemerft im gestrigen Blatt, bei Mittheilung der Nachricht von der neuen Zusammensebung des Französis Ms Ministeriums : „In dieser: Zusammenseßung. leuchtet der, Name des Herrn Casimir Périer hervor, dessen bekannte Gesinnungen den Werth eines E Dammes- gegen die leidigsten und in- nigst verbundenen Uebel der Zeit, gegen Anarchie und Krieg, darbieten. Das: Ministerium der auswärtigen Angelegenhei- ten-ist in den Händen des Grafen Sebastiani geblieben, des sen Ansichten sicher nicht von denen des gegenwärtigen Prä: sidenten des Conseils abweichen.“

Jm heutigen Blatte sagt der genannte Beobachter: z,Die Ernennung des neuen Gran s hen Ministeriums ist in einem Augenblick erfolgt, wo das Mißbehagen und der Unwille des Französischen Volkes über einen Stand der Dinge, der alles Eigenthum, alle Gewerbe, den dffentlichen und Privat- Kredit, selbst die persdnlihe Sicherheit der

Staats-Bürger mit täglichen Gefahren bedrohte, so: laut

und lebendig ausgesprochen hatten, daß es hohe Zeit war, Maaßregeln zu ergreifen, denen nur noch: eiye: fleine-Atizahl vevzweoifelter Demagogen-.und ein Haufe ausgelassener Jour- nalisten ihr Veto- entgegenseßte. Unter den Ausschweifungen der anarchischen Faction: in: der Hauntsiads hatten die Häup- ter und Organe derselben auch ein: wildes Geschrei nach Krieg mit Europa erhoben ; die einen in der Hossnnng, Zee Habsucht. durch Beute im Auslande zu befriedigen, die an- dern,-um ungestört imiZnnern die leßte rädifale Umwälzung

der not bestehenden bürgerlihen Ordnung zu vollführen.,

Durch wiederholte Volkfsaufstände, die fich besonders seit dem

1. Márz täglich erneuerten , sollte, wie es scheint, die ent-

scheidende Krisis beschleunigt werden. Die bessere Masse des

Volkes, von den Ruhestêrern stets und überall unterschieden,

hatte sich schon läagst vou dem Felde dieser Umtriede entfernt

gehalten. Selbst der. Zulauf des eigentlichen Psbels war

in den leßten Tagen auffallend geringer geworden, um so

mehr, als deu Handn:erfsgesellen und Tagelöhnern der Nach-

theil, den sie sich in ihrem Erwerb durch Theilnahme an

den tumusltuarischen Scenen stifteten, empfindlicher und an-

schaulicher geworden roar,. so daß am Ende fast dur noch

Studenten auf dem Schauplabße der anarchischen Großthaten

die thätigen Rollen übernehmen wollten und selbst einige

von diesen, bei einem im Quartier des Pantheons versuch-

ten Aufstande von ihren frühern Spießgesellen gemißhandelt,

mit Múhe ihr Leben zu retten vermochten. Das neue Mi-

nisterium erklärt sich bestimmt für Aufrechthaltung des poli-

tischen Friedens und der innern Ordnung und Ruhe im

eignen, wie in den úbrigen Staaten, und gegen das verbre-

cherische Treiben einer ruhlosen Propaganda. Die überwies gende Mehrzahl der Französishen Nation is diesen Grund:

säßen zugethan. Ganz Europa theilt sle; Regierungen und

Völker denn welches Volk möchte eine anarchische Faction in seinem Schoße dulden werden ihnen Beifall zollen. Nur

allein durch Erhaltung der äußern, durch Wiederherstellung der innern Ruhe der Staaten, können die Uebel, die heute so s{chwer auf den Völkern lasten, gehoben, das Eigenthum gesichert und geschüßt, der allenthalben danieder liegende Han- del wieder erweckt und der Kredit ins Leben zurückgeführt werden. Das is die Stimme, die heute durh Europa er- tôntz die Oesterreichische Regierung erklärt sie ausdrücklich fúr die ihrige; jeder Oesterreicher, der seinen Monarchen und sein Vaterland liebt, huldigt ihr.

Die Wiener Zeitung giebt heute in Deutscher Ueber-- seßung den am 9. März v. J. zwischen den Abgeordneten Sr. K.K. Majestät und denen des Sultans von Marokfo zu Gibraltar unterzeichneten Friedens - und Handels-Traftat», wovon (wie bereits gemelder) die Ratifications-Urkunden am 29, Oft. zu Mequinez ausgewechselt worden sind. i

Jt 41 5:0 9

Bologna, 13. März. Der Präsident der provisori- shen Regierung, Herr Vicini, hat vorgestern eine Procla- mation an die unirten Jtaliänischen Provinzen erlassen, worin er die Einwohner auffordert, sich hinsichtlich des Einrückens Oesterreichischer Trupyen in Ferrara und Modena zu beru- higen ; dasselbe sey nicht als eine Verlebung des Princips der Nicht - Einmischung zu betrachten, da Oesterreich in ersterer Stadt das Besaßungsrecht hätte und Modena sogar im Falle des Aussterbens derx Linie Franz [IV. an das Haus Oesterreich * zurúckfalle. Auch habe der von der provisori}chen Regierung abgeschikre Parlamentair die friedlichsten Versicherungen von Oesterreichischer Seite erhalten.

Die Allgemeine Zeitung meldet in einem Schrei- ben aus Rom vom 10. März: „Am 6ten- d. M. nahmen die Jnsurgenten ohne Widerstand den Flecken Magliano, drei Miglien von Civita Castellana ; allein am 8ten des Morgens verlie- ßen sie ihn bereits freiwillig und zogen sich nach Otricoli zu- rúck, wo 700 Mann versammelt sind. Jn Terni befinden

ch 1200: Mann; und: 2 Kanonen. Der Päpstliche General esta mit 300 Mann und 60 Dragonern unter dem Obersten Manley. (einem Engländer in Päpstlichem Dienste) zogen nah Correse, einem Flecken an: dem Fiüßchen Correse„ das: \ch nit weit davon in die Tiber ergießt, in der Mittel- Entfernung. zwischen Rom und Rieti: Man vermuthet näme. lich, daß die Jnsurgenten von Terni aus wieder nach: Riett vordringen werden ; in diesem Falle würde der General Resta der Stadt zu Hülfe: fommen , während zu gleicher: Zeit das: Corps in Civita: Castellana ausrúcken und Otricoli angreifen: soll. Die Truppen in Civita. Castellana: sind bedeutend vere ârkt worden. Der Oberst Zamboni führt jeßt dort den- Ober- efehl, und Lazzarini kommandirt unter ihm. Die 2 der Päpstlichen: Truppen im Felde beläuft! sich nunmehr. au 2500. Mann und 10 Kanonen; erst vorgestern kamen 6 Kanonen aus Genua an. Rom: sélbst ist jeßt gänzlich von Truppen entblôßt, weshalb die. Margergurds en: Staatsdienskf-versieht. Seit man mit Gewißheit weiß, daß: Oesterreichische Truppen die insurgirten Provinzen betreten haben , ist jede Besorgniß vor einer Unternehmung gegen Rom - vershwunden. . Wohl. aber sicht man mit der gespanntèsten Aufmerksamkeit den Nachtichten aus Frankreich éntgegen. Wir haben heute die

: ändi M J T E E / N 302 M C R R f e E A T ¿I ir R B R L A A 1B4 E C I E E60 ¿

Franzdsischen Blätter bis zum 2Wsten: erhalten z: bis dahin