1921 / 121 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Masse, die Publikumskunst \<limmster Art herrs<t bier und erdrüdf das A das ree Beachtung wert wäre. So ist es au< diesmal. Fast unverändert erscheinen einige Räume, höchstens macht \sih wenig angenehm bemerkbar, wie die Farbenfreudigkeit der jungen Kunst hier abfärbt, wie mancher, der in längst ausgetretenen Pfaden wandelt, seinen Arbeiten ein möglihst buntes absonderlihes Mäntelchen umzu- hängen sucht, um modern zu wirken. An Unzulänglichem ist ja au die linke Seite überreih, - aber es herrs<ht dort do< ein frisches, jugendliches Wagen. Auf der Rechten find Werke wie Plontfkes feine kleine Landschaft mit der Flucht na< Aegypten, eine ganz

eltene Ausnahme. | Einen interessanten Einbli> in die verschiedenen Bestrebungen,

4

erscheinen. - „Aftenposten“ hat gestern abend eine Nummer gedrutt, die heute früh ai8gegeben werden follte. Darüber, ‘wie es si< mit den anderen Blättern verhält, hat man noch keine Uebersicht. „Sozial- demokraten“ erscheint, wie gewöhnlich, jeden Nachmittag.

Fn Kairo sind einer von „W. T. B.“ übermittelten Reuter- meldung zufolge die Werftarbeiter und die Angestellten der Eisen ahnwerkstätten in den Ausstand getreten. Ein allgemeiner Eisenbahnerausstand droht.

1 haben. Briand fuhr in seiner Rede fort: Wenn die T f R e “S O j erben, i : : i _Geschihte des ledensvertrags schreiben. Ländésdirektör von Winterfeldt Mrt umen i i “ais de H gemeiner Beifall.) Dex Fe M l E E R Lee dea De at uflöß M Wit

Á n N f S; ¿ 40M eEE Y p „T E e Fe . L 1 auen . : l ; ; L E 20 S Aae des Deutschen Rotan#Kr gr dir g Sd nt da : dah ‘prâsit für diese Erklärung und ging M fine Lareile daß das Werk der Revatationskom isi j der Regierung in Gumbinnen“Nr. 17 S. 42, äusgegehen 4m * a R E. <ließlih zu de parütionWroblem über, das nicht nur eine : M rbnis mit unseren Alliierten erfüllt werds. Weni 23. April 1921, : / E Ziffernfrage sei, sondern au eine Frage der Gnergie. Die französi: findet E fommen, die eine andere Politik machen als die der Regierung in Allenstein Nr. 17 S. 103, ausgegeben am [ ELES \hen Soldaten, die am Rhein Wache hielten, seien da, um di, Mp ande füßnere Politik und die Regierung ihnen den Pla 23. April 1921, und Grofbrit ¿vietiddia A *Frland Ausführung des Vertrages sicherzustellen. Man verlange, daß Polen, s dann sagen Sie das frei beraus! nthalten dar fd der Regierung in Marienwerder Nr. 17 S. 91, ausgegeben r i und J . d & vagtreichs Perbündeter sei, au< va {xanzösischen Soldaten h e Stimme, denn wer ih enthält, ist gegen die Regierung.

__ Das. Deutsche Rote » Pp en Wuns dia! Douts d dus pro hätte, damn Awürde \si< Frankreih d u Futeralliet, Foumisfioy fri Durchführ e itdu ' dié Bein fig fiber bie Bevölfe d Jabe sich für Polen ausge: i vet tie

97. Generallandtage der Ostpreußischen Landschaft beschlossenen 1 onferenz' in Genfübertragenen Aufgabe tüntihst erleichtern“ mödte.

Aenderungen der Satzung der Lebensversicherungsanstalt der Ost- preußischen Landschaft, dur< die Amtsblätter der Regierung in Königsberg Nr. 17 S, 157, ausgegeben anm

23. April 1921, Ï

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten nud Absperruugs- mafßzregelua.

am 23. April 1921 ; 4, REE S D age Pole beso N Rat S E "treter des Landes müssen Ja oder Nein fagen. (Stürmischer : Mintsierpräfidenten Brand 2 der Erklärung, ernste Schwierigkeiten seien in H LefcMien ‘in dem:-Augenbli> entstanden, in dem Deuts. land si< hätte berechtigt glauben können, ‘ein Heer nah Oberschlesien zy enlenbem, Dubtuttg “tWfédebliérpustellen. In diesem Augenblig halê er Deuffhlaüd wissen lassen, wenn es eine deraxtige Operation unter, nehme, würde es die verhängnisvollsten Konsequenzen entfesseln, Deutschland habe vollkommen verstanden, und seit gern bâtten si „Detqchements orgauisiert, um die unbotmäßigen Alldeutschen zu um, zingeln. gn an nicht die Zahresklassé 1919, alfo genügende : Kräfte ‘gé B hätte, wären derärtige Ratshlägé vielleiht nit gehört wördén. ‘Die französisch2 Wäffetigewalt äm Rhein aber habe es ge, stättét; Fus érziélen. D Fei loyal, wie es immer geivesen: * sei. Die ‘Wacht’ aur Nhéêin -wüsde: nicht ges<wächt; wenn nôtig, „würde: sie angewandt. werden: (Beifall.) Ju..der.Debat ¿uerst

6. der Erlaß des Preußischen Staatsministeriüms vöm 2Maärz:- 1921, betreffend die Verleihung des En ignungRns an die Eléftri: i enossenshäft mit

in Ihrhove, für den Bau des „elektrischen Leer, dur das Amtsblatt der Regierúitg. ißt:

zitäts-Genossenschaft Oberledingerland, eingetragene unbeschränkter Haftun Leitungsneßzes im Kreise Aurich Nr. 16 S. 81, ausgegeben am 16. April 1921; r 7. der Erlaß des Preußishen Staatsministeriums vom 31. März 1921, betreffend die Verleihung des Enteignungsre<hts an das Basalt- werk de n G. m. b. H. in Limbur (Jahn), für die Fort- führung des Basaltsteinbruhs in dèr Gemarkung Wilsenrokh, durch das Amtsblatt der Regierung in Wiesbaden Nr. 18 S. 127, aus- gegeben am 30. April 1921 ; __8. der Erlaß des Preußis<en Staatsministeriums vout 8. April 1921, betreffend die Verleihung des Enteignungsre<hts an die Gé- werkshaft Michel "in Groß Kayna im Kreise Weißenfels. für die Erweiterung der Abraumhalde des der Gewerkschaft gehörigen Braun- foblenbergwerkts Michel bei Groß Kayna, dur<h das Amtsblatt der Regierung in Merseburg Nr. 18 S. 113, ausgegeben am 30. April 1921.

Nichtamtliches.

Deutsches Reich.

__ Der Reichsrat versammelte sih heute zu einer Voll- sizung; vorher hielten die vereinigten Ae e für Steuer- und Zollwesen, für Volkswirtschaft und für Rechtspflege, die vereinigten Ausschüsse für innere Verwaltung und für Steuer- und Zollwesen sowie die vereinigten Ausschüsse für Volk3wirt- schaft und für Rechtspflege Sißungen.

Der bulgarishe Geschäftsträger, bevollmächtigter Minister Dr. Doskoff hat Berlin verlassen. Während seiner Abwesen- heit führt der Legationsseïretär Ghéorgiew die Geschäfte der Gesandtschaft. a

Zu dem zwischen den deutschen und chinesischen Vertretern in Peking abgeschlossenen Abkommen zur Wiederaufnahme der Beziehungen dieser beiden Länder erfährt „Wolffs Telegraphenbüro“ u. a. folgendes:

Der bisher noh formell bestehende Kriegszustand wird beendet, und damit werden die befonderen Kriegsbestimmungen aufgehoben. Die Grundiäße der Gleichstellung und Gegenseitigkeit für bie Be- ziehungen der beiden Staaten follen Anwendung Bez stimmungen find getroffen über die Wiederentsendun und fonfularis<her Vertreter. Die Staatsangehörigen des einen Teils follen im Gebiete des anderèn Teils dessen Geseßen und Gerichtébarkeit unterworfen sein. In der Betätigung im Ta und in der Industrie werden die Deutschen in China den Angehörigen der anderen Nationen gleichgestellt. In der Frage der Zölle ist beider- feitige Meistbegünstigung vorgesehen. Die Liquidation des deutschen (Figeniums wird eingestellt. Hinsichtlißh des Versailler e vertrags, dessen Unterzeihnung China, wie bekannt, abgelehnt hat, sind wegen der China betreffenden Bestimmungen Vereinbarungen getroffen worden. Erwähnt wird, daß die von Deutschland in: der Provinz Schantung erworbenen Rechte niht an China zurückgegeben werden.

Das Abkommen trägt den Charakter eines vorläufigen Vertrags und seine Bestimmungen sollen als Grundlage für den |päter zwischen Deutschland und China abzuschließenden Freundschafts- und Handels- verirag dienen. Es wird na< Eingang des maßgebenden Textes S den geseßgebenden Körper Tasten zur Genehmigung vor- gelegt werden.

inden.

Preußen.

Die Lage an den Grenzen des obershlesis<en Auf- standsgebiets* ist nah Meldungen des „Wolffshen Tele- graphenbüros“ im allgemeinen unverändert. Zwischen Jamm und Rosenberg versuchten die Polen aus dem Walde über Albrechtsdorf vorzugehen, si€ wurden aber vom deutschen Selbst- hut zurügewiesen. Es liegen Nachrichten vor, daß die Jn- surgenten stärkere Banden bei Groß Strehliß vereinigt haben. Es hat den Anschein, daß sie no< größere An- griffe versuchen tverden, bevor die englishen Truppen eintreffen. Ein starker polnischer Auariff auf Lands- berg wurde zurü>geshlagen. Kämpfe bei Malapane und Raschau und um den Bahnhof von Groß Stein, die mit Angriffen der Aufständischen heute früh zwischen 2 und 3 Uhr begannen, waren Mittags noch im Gange. . Ueber ihren Ausgang liegen no< keine bestimmten Nachrichten vor. Bei Zembowiß ist polnishe Artillerie - aufgetreten, zwei 10,5 E R dl der Polen wurden festgestellt, welhe Nadau und Lenke beschossen. Südlich Cosel links der Oder: bis Ratibor lebhaftes Malbltenateb e der Jnsurgenten. Kattowiß ist aufs höchste bedroht. Die Jusurgenten stehen unmittelbar am Wilhelmsplaß und haben dort nicht nur Maschinengewehre, sondern auh Geschüße aufgefahren. Die Bevölkerung leidet sehr unter Wassermangel. Die Telegraphen- und Fernsprech- “e” ati mit dem Jndustriegebiet sind gänzlich unter- rochen. i

Im Verfolg eines von den deutschen Parteien und Gewerk- schaften On an das Internationale Komitee vom Noten Kreuz in Genf gerichteten egrappilei Hilferufs hat das Deutsche Rote Kreuz an den General Le Rond, den Obersten Percival und den General de Marinis von der ier aaa Kommission in Oppeln folgendes Telegramm gerichtet:

Herr Präsident! Das Deutsche Note Kreuz hat die Ehre, Sie um die Ermächtigung zu bitten, unverzüglih eine Hilfsaktion_- zu- uen der Bewohner Oberschlesiens, die Opfer der gegenwärtigen

nruben find, dur<führen zu dürfen. Das Deut|<he Note Kreuz stützt sich bei seinem Wunsch auf den DEOL der am 6. April auf der X. Internationalen Konferenz der Gesellshaften vom Noten Kreuz in Genf, an der die Vertreter von 39 nationalen Rotkreuzen und 30 Regierungen teilnahmen, gefaßt wurde. Der angezogene Be- {hluß bestätigt das Recht und die Fe des Noten Kreuzes zu Hilfeleistungen im ase B und bet sozialen und revolutionären Unruhen. Der Beschluß stellt im übrigen fest, daß es unumgänglich notwendig ist, daß den nationalen Notkreuzgesells<haften des Landes, in dem Vürgerkrieg oder Unruhen- vorkommen, die Möglichkeit zu

“Das auszugebende Kapital würde 100 Millionen Goldfr@nken

iplomatischer |.

„und Ee formulierten,,

erwiesen häbe,

.Bê

ist vorgestern _ in: London eingegangen. Dié - französisch Regierung erklärt, wie Beck tern (7 Obers tmitteilt, E «U. 0 mibihren- B0Q. Beoba 1 besser über“ d inan fter Regierung mit ihren 25 Vertretern. Der „Daily Tele 4 bemerkt dazu, Genauigkeit seiznicht eine auf Mehrheit beschräakte _Eigenschaft. Fa

Das Kriegsámt teilt mit, Eon Bataillone, die vom Rhein nach. Qber- \hlesien gehen, Köln Freitanaht verlassen wird, Außer diesen vier Bataillonen werden no< zwei Bataillone: zjrischer

so daß sih \{hließli<h \sê<s- englishe Bataillone dort. befinden werden. Die Kosten der“britishen Truppen im oberschlesischen Abstimmungsgebiet fallen nah einer Mitteilung Lloyd Georges im Unterhause diesem Gebiet zur Last. S a G

Der Finanzaus\<uß des Völkerbundes ‘prüfte bank. Dieses neue Noteninstitut soll den Umtausch des jeßigen

bald durchführen. Die Wertangabe dieser neuen Noten: würde nicht mehr“ în Kronèn ‘erfolgén, sondern in einer nêten Währung.

betragen. ; j

Reuter erfthrt zu den zwischen Oesterreih und Ungarn: über die westungarischen Gebiete wiederaüfgenom- menen N Me ues der Standpunkt der englischen Re- gierung sei; daß die Bestimmungen des Vertrags von Trianon genau angewendet werden müßten.

heben, die eine für beide Teile befriedigende Regelung bezwe>ten. Nur müßten diese L von dem Grundsät. ausgehen, daß es sih um unstreitig österreihishes Gebiet handele Im übrigen werde man befriedigt sein, wenn beide Parteien sich freundschaftlich“ einigten. - A S _— Die „Times“ melden, daß die offizielle britische

Moskau begeben wird, aus etwa 20 Personen bestehen: werde. Die erste Aufgabe der Kommission wird sein, mit den: Sowjet- handelsbehörden Fühlung zu nehmen, und vielleicht. begeben si< von Moskau aus einige Vertreter déèr Kommission nah Petersburg und Archangelsk, um den-Handel in jeder möglichen Nichtung zu fördern. Anscheinend soll die Ukraine, Südrußland und vielleicht auch: der Kaukasus aufgesucht ‘werden.

¿Int Unterhause fragte ein Abgeordneter, -ob - die Allüerten no<h immer überzeugt. seien, daß. Deutschland: das am 5. Mai angenommene Ultimatum ausführen werde: Laut Meldung des. „Wolffschen Telégraphenbüros“ erwiderte Chamberlain, es sei niht Sache der Regierung, im Namen der Alliierten eine Erklärurtg pelt Die Regierung halte es, solange kein Beweis für das Gegenteil vorliege, für sicher, ces G die. Absicht habe, alle seine Verpflichtungen zu erfüllen. iri T yO

Jn Cork und Umgegend wurden gestern: morgen mehrere Häuser eing (Ben Eine Eisenbahnbrücke auf der Strecke Cork—JYouphal wurde in die Luft gesprengt.

Frankreich. Die gestrige Kammersizung, in der die Junter- pellationsdebatte über dië auswärtige Politik fort- geseht wurde, begánn unter wesentli< geringerer Teilnahme es Publikums als die vorhergegangenen.

Laut Bericht des „Wolffshen Telegraphenbüros* ergriff - zuerst der Abg. Lorin das Wort, um die Ergebnisse der BVolksabstimmane in Oberschlesien durhzusprechen. Die obers<lesis<he Frage berühre im höchsten Grade die- Sicherheit Frankreihs und die Auf- re<terhaltung seiner Allianz. Die Alldeutschen hätten immer den Versuch gemacht, die Hand auf Mitteleuropa zu legen, sie hätten au die Volksabstimmung in Oberschlesien gefäls<t (!). Er bersön- lich habe feine “Antipathié gegen * den - Reichskanzler Dr. Wirth, aber dieser habe ,_ einige Mitarbeiter, die ihn hbeun- ruhigten. -Die--- deutsche Regierung - habe- vielleicht - di „-Be- friedigung zu geben, aber habe sie au< die Macht dazu ? Troß des Schließens der oberslesishen Grenze bestehe die Gefahr fort. Es frage si, ob man jeßt in Berlin mit einer vorübergehenden Re- gierung zu tun je ! (io TEMERRMEN Briand rief da- | uk e Das kann überall vorkommen, selbst in Frankreich.) o rin setzte darauf seine Betrachtungen über das Ergebnis der Volks- abftimmüng ‘in Oberschlesien fött!— Der Ministerpräsident Brian d unterbra<h den Redner und erinnerte daran, wie die {weren Unruhen in Oberschlesien eutstanden.seien ; einerseits . dadurh, daß gewisse deutsche Hoffnungen ermutigt wurden, während die Polen, entmutigt, sich erhoben hätten. Wiederum spra<h der Ministerpräsident seine Meinung dahin aus, daß die Militärs, die in Oberschlesien seien, in deim. erregten Lände S EITAA gearbeitet hätten, wie. tan es hätte wünschen dürfen. arum folle man nicht Jueisiaz und Techniker, * das heißt Ingenieure, - berufen, die die Lage prüften h 1 wie der Friedensvertrag sie - vor- lih seien - da, wo die Bevölkerung si als. polnisch l abe, die Gebiete Polen beña<bart Und, wo “die Be- völkerung sih für Deutschland “ausgesprochen habe, Deutschland be- nachbart. Was die wirtschaftlichen Fragen . anbetréffe, fo gebe es Sorgen, von denen man. sprechen. inüisse, ohne die Empfindlichkeit der : Polen zu verlegen. “Das Jndustriegebiet arbeite für die ganze Welt. Aus diesem Grunde bestimme au< der Friedensvertrag, daß auf die wirtscaftlihen Notwendigkeiten Rücksicht genommen werden müsse. In vielen Ländern; dié Polen ni{<t uüñgütistig gesinnt seien, wolle man verhindern, daß eine unerfahrene Leitung die reihen Fndustrien vernihte. Die industrielle Au sei so, daß diese Be- fürhtungen-- gerechtfertigt : seien. Alle ese ag O "in den Akteu :: geregelt werden; die: dem! Obersten Rat vorgelegt würden, damit er seine Entscheidung treffen könne. Das ' sei auch die beste Bedingung: für- Polen,. damit die „Frage vernünftig: und. ohne Zweideutigkeit geregelt werde. Frankrei habe: von - der polnischen Negierung verlangt, daß die Bedingungen des. Vertrages vervoll- ständigt werden, damit, wenn Oberschlesien Deutschland genommen würde, man ihm nicht auch die-Zahlungsmittel nehme, denn 15 Fahre hindur< müsse es Rohmaterialien zu den heutigen Bedingungen be- : ziehen föunen, und die Gebiete seien verpflichtet, an den Neparations- verpflihtungen Deutschlands folidaris<h teilzunehmen. Er set über- fugt daß dié polnische serung geneigt fe diesen wiets{haftlichen ürhtungen Folge zu leisten. Nun verbleibe nur no<h die Înter- pretierung der Abstimmungsziffern na< Komminen sowie eine geographishe Gruppjerung “unter Berücksichtigung der Volkswirt-

sehe ? .Tatsä

Das Memorandum des. fr>tizöfischen Auswärtigen Anft» Þ in Erwiderung es Mesnorandums- Lord Curzons»vowmw20. Mai

Oberschlesien- könne fie. 1: sein, p P 7

daß Das erste; dex Bier;

Regimenter, die jeßt in England sind, nah Oberschlesien gehen, -

den Entwurf für die neue österreihishe Emission3-

Geldés in’ neu auszugebendéè Banknoten vorbéreiten und möglichst -

¿ e mi Man werde - aber | keine Einwendungen -gegen österreichi\ aingarische Verhandlungen er- '

Handelskommi sion, die sih in. den nächsten, Tagen nach |

Qufowgedessen „lehne die Regierung

é 4

S r DaA, Wort der Abg. Klo

erinnerte daran, daß Briand gefagt habe, es gebe zwei Systeme, das der Abgeordneten Tardieu und Forgeot und das feinige. Das erstere se; nah seiner Anficht ein Sprung ins Dunlkle.... Er habe dauu gesagt, er habe seine gier eth. übernommen „und“ die Abgeordneten aufgefordert, das gleihe zu tun. Damit wolle er sagen, an solle “seine Verantwortlichkeit teilen, Kloß fragte Brian, ob er nit glaube, N man England en genug «Konzessionen ena habe. Brian d: rief dazwischen: Unser Alliterten h en ebensoviel gelan und vielleicht mehr als wir! Abg. Kloy führte weiter aus, die Gründe für die Neibungen. seien zwischen. Cugland und Frankreich. immer, zahlreich ge tvesen. Schon im Abkommen von 1904 seien fié sehr ernst gewesen, Aber diefes Abkommen habe die französish-englishe Allianz er mögliht. Det ‘Abgeoëbnète *fprach- alsdann von den finanziellen Klauseln des Londoner Len Durch einen Zwischenruf daran erinnert, daß er früher erklärt habe, Déutschland werde alles zahken, 4 behauptete“ Klou, man habe diese ha entstellt. (Der Abgeordnete wurde so oft unterbrohen, daß der Kammerpräsident- kaum die Nuhe herstellen konte.)- Cr habe gesagt, Deutschland werde zahlen, ez müsse: zahlen, denn man habe die Macht, -es. zu zwingen. Es entstand „vou neuem große Unruhe, so dáß kein Wort des Nedners zu verstehen tvar. ‘‘Nachdem wteder Ruhe eingetrêten“war, warf Kloß der Regie: . rung vor, daß sie. niht zur gegebenen Stunde Deutschland- begreiflih ‘gemacht Habe, daß - Frankrei ents<lössen fei, dem Friedensvertrag tMespokt ? zu verschaffen. : :. Der Ministerpräsident habe | gesagt das sei no< niht 14 Tage her —, der Friedensvertrag «set lebendig. - Enge, LTage- darauf; habe - der gleiche Minister: präsident E auf diesen Friedensvertrag gesti t, weil er wohl -gewußt habe, daß--dies der leßte Stüßpunkt für Frankrei sei, Nach dem- eren von London müsse Frankreich, us zu Zahlungen zu gelangen, Wéferungen entgegennehmen und den Wiederaufbau ge- Kloß fragte, unter! welchen a See en ‘dié Schaßbons

tatten. ; Die klärdénkenden" Fachleute / aller Linder

placiert werden follen.

der Shuld habe ziehen könen." Frankrei<h könne das Geld von erlangen: Aber es müsse“ si<h" damit- begnügen, werin: es - für 100 Goldmark 60 - odex 65 Goldmark bekäme. Kloß fragt Briand weiter, ob. es fal|< sei, daß die englische E finaz gégen “die Beseßung des Nuhrgebiets gewesen

Amerika

Argumentèn !) E: erwidérte, er verlange einfa, daß man sage, “das sei fals." Er’ kritisierte im wéiteren vie finanziellen Klauseln E die internationale Hochfittanz an: Er wolle keine Friedens gewinnler. der 12 Milliarden Goldmark keine Sanktionen ergriffen habe. Die Negierung : habe sogar das getan, was. sie nit hâtte tun dürfen. Sie habe diese Summe zur großen Schuld geshlagen. Das sei eine Abänderung des Friedensvertrags, die „ohne die Zustimmung des arlar‘ents die Stgäsfinguen - betinträhtige. Diese Ent- eidung wirke auf das Budget ein. Aber auf alle Fälle hätte dur< Geseßentwurf der Artikel 235 des Friedensvertrags abgeändert werden müssen. müssê man jédo< "von dein französischen Steuer- -gahler verlangen, -daß ex ein neues. Opfer bringe. Warum. habe man nicht die Sanktionen in Kraft .gesezt. Habe nicht die Regierungs Tommiission den. Weg gezeigt, den man hätte (een müssen ? Der Ministerpräsident Brian d erwiderte, der Abg. Kloß habe gesagt, die Kammer fei“ niht“ in der Lage, si< über das Abkommen von London œszusprechen, Und ‘es entsbredie niht dem konstitutionellen Necht, die Kammer nicht wegeu .dex. Abänderungen zu befragen, die in London am Friedensvertrage vorgenommen worden seien. Jn London sei _nur ‘ein polifishes Abkommen getroffen worden. Das Abkommen éntsprehe- der französishen Forderung. Frankrei<h habe sich ge- welgert, der Deutschen Bens ‘Vorschläge 4 unaoi, die Eng- Tand : dann: vorgeschlagen - habe. -/ Deutschland habe eine Frist von 2466 Tagen- erhalten, im-den alliierten Standpunkt anzunehmen. Die „Repagrationskommission: habe Deut|cland die Entscheidung tnitgeteilt, aber nit die Regierung. Die Neg erung, habe das Ret, gegen Fritit zu verteidigen. Gx habe für den Verträg von Versailles gestimmt, weil er das Gefühl gehabt habe, daß man vid mehr auf das zurü>kommen dürfe, was ‘geschehen sei und“ weil er die Schwierigkeiten erkannt habe, welche die Regierung während. “dèr Friédensverhandlungen gehabt habe. Er habe auch heute, die Ueberzeugung, daß: die Regierung von damals das Ihrige getan habe, - aber er findè 63 doch etwas stark, daß ihm Kloy Vorwürfe inäche" iwêgen det mittelmäßigen Ergebnisse des Vertrags, über den er ="Kkoy verhandelt habe. Der Ai habe es «einer: Kommission überlassen, mit Stimmenmehrheit die Höhe der Schuld der Alliierten zu bestimmen. Es werde gesagt, máñ ‘hätte ‘dié 12 “Milliarden - niht ‘im Rest dêr Forderung ‘aúfgehen: lassen follen. ‘Die - Reparationskommission ] auf -/Grund-:: des Artikels 234 | geglaubt. und, zwar ein- stimmig —, ‘daß sie die. Gefamtshuld festseßen könne. Alle | r hätten das gebilligt und seien darüber einig. 2 müsse die Kätnmer \agen, ob sie Verkrauen zur Regierung habe, Die Regierung könne nit fortdauernd umkauert werden. Das Und denke, daß die Regierung Ruhe. haben - müsse, -um ohne Schwäche rarbeiten-zu- Tönnen.- (Beifall -linfs -und--in der-Mitte, Widerspruch re<ts.) Die Kammer müsse: -wählen- zwischen der These von Kloß und -der seiñigen. Er ‘halte - die Entscheidung Rep kommission; für. gut und dem Wortlaut des Vertrages entsprechend. Der Vorschlag von Kloz, aufzuschieben, sei unter solhen Be- „dingungen- -vorgebracht.. worden, - daß, - wenn... die. Megierung - es Ju ¡ret ‘erachte, - ihn unehmen ine andere. Regierung es sein würde, mit ‘der es die Kammer baim git ju habe. tand große Unruhe; [die Worte: von Kloß und Briand wurden laut kot- mentiert. Der. Ministerpräsident Briand wollte von der Redner- tribüne herabsteigen, - infolgedessen trat Dee ein und er konnte fort- fahren. Er- sagte, wenn - die Negierung seit bier: Tagen angegriffen ‘werde, dann habe er wohl das. Recht, zu verlangen, daß man seine Antwort , anhóre. Er begreife das Argument von Klog nit. E «sage, weil die Debatte. vollkommen. gewesen sei und die Regierung lar. auf alle Fragen. eantwortet . habe, sei die Debatte verwirr! gewesen; man gebrauhe einen neuen Aufschub. E wäre nit würdig „der - Kammer, sie müsse. wissen, was sie zu tun habe. : i J dilatorishe Verhandeln je Kammer müsse heute -cine Entscheidung treffen. . Die Re‘ Ne erfüllt zu haben ; es gjei aber vollkommen die Kammer nicht der' gleichen Ansicht sei. Die Re- wereStunden durthlebt, fie glaube, sie gut über- en. Sie habe: über ihr. Handeln Redhenschaft ab-

e dênké, i erehtigt, da gièrung ‘habé standen zu ha

hast. Der“ französisbe Staudpunkt sei, daß die rei<sle Minen- ;

unparteiishem Handeln im Interesse aller Opfer gelassen wird,

1 gegend Polen zugesprochen werde, Wenn die Bevölkerung fi für

gelegt, das gerade und gemäßigt gewesen sei, im Einverständnis mit den Alliiccten und ohne ein wesentliches Interesse Frankreidhs

M, Nerneinung des parlamentarischen Regimes. Wenn man ihm

hätten gesehen, wel< ungeheuren gen man aus der Mobilisierung |

ei (Beifall), (Briand - rief : Arbeiten Ste do< ni<t mit olchen.

Er stelle fest, daß die Regierung wegen der Nichtbezahlung

der Reparation«

enommen. Uglish-amerikanisch-japanishe Konferenz zwe>s Äbrüstung

¡1 Der Abg. André Lefèvre fragte, warum solle man ui dei Bericht der Finanzkommission zurü>greifen und sich mit (9 einfachen Tagesordnung über eine so ernste Frage (2 Gr habe dem Vertrage ni<ht zugestimmt, er n also au kritifieren. Auch er frage, warum die Regierung je Zahlung der 20 Milliarden verlangte. Wenn man, wie , es verlange, das Abkommen nicht kritisieren dürfe, dann sei

jen aussprehe, dann gebe man na< dem Worte eines seiner ‘iter das Vertrauen blindlings, (Beifall re<ts und auf , Bänken der Mitte und links.) ierauf wurde die Debatte geschlossen. Es wurden zwölf rdningen eingebraht. Der Ministerpräsident Briand die Tagesordnung Arago an, die folgenden ut hat: oie A betra<htet das von Deutschland angenommene „ec Abkommen als das Minimum der unerläßlihen Garantien „Sicherheit und die Wiedererhebung Frankreihs. Sie vertraut ; daß die Negierung durch die streng kontrollierte Entwaffnung lands und dur die von Deuts{<land anerkannte restlose ing der Schuld das Recht Os durhsezen wird ug fle entsprehend ihren Erklärungen die unmittel: \nvendung der Sanktionen verlangen wird, falls Deutschland die von den Verbündeten unterzeichneten Verpflichtungen des jer Abkommens verstößt. Die Kammer vertraut weiter darauf, je Regierung in der oberschlesischen Frage die strikteste und % Ausführung der Bestimmungen des Versailler Friedens- es nah seinem Geiste wie na< seinem Buchstaben sichern Sie lehnt deshalb jeden Zusaß ab und geht zur Tages- g über. \amens der Nadikalen und Radikalsozialisten erklärte iot, er habe vieles an dem Abkommen von London jegen, aber wenn die Forderung S sabotiert sei, wolle ex der Regierung keine Schwierigkeiten bereiten, eich Tônne mutig in die Zukunft bli>en. Die er stimmte barau/ über die Tagesordnung Arago m ab, Der erste Teil der Tagesordnung, der von Deutschland angenommene Ultimatum von jon als das Minimum der unerläßlihen Garantien de Sicherheit und die Wiedererhebung Frankreichs tet, wurde mit 403 gegen 163 Stimmen angenommen. ¡weite Teil der Tagesordnung, der der Regierung das frauen ausspricht und ihr zur Durchführung der Ent- ung und der vollständigen Bezahlung mit sofortiger endung der „Sanktionen“ im Notfalle das Recht gibt, p mit 390 gegen 162 Stimmen angenommen. Die jezordnung Arago wurde in ihrer Gesamtheit mit 419 n 171 Stimmen angenommen.

Ruflaud. n 17. Mai ‘ist in Moskau der Kongreß der All- sishen Gewerkschaftsvérbände mit 3000 Delegierten an'18. der Allrussishe Kongreß der Wirtschaft s- : mit 540 Delegierten eröffnet worden. Am 23. Mai ist Zentralexekutivkomitee zu einer Tagung zusammen- ten, zur Beratung und Desilufassung stehen, wie (fs Telegraphenbüro“ meldet, die neuen Grundsäße ins über die Wirtschafts3politik der Sowjet- blik, insbesondere über die Naturalsteuer. Eine bedeutende ‘terung des neuen On s steht in Ausficht. Mit : der Naturalsteuer soll unverzüglich ein staatskapitalistisches im als Uebergang zum Sozialismus geschaffen, die Rück- digfeit der kleinbürgerlihen Produktionsbetriebe dur<h den hau von staatskapitalistischen Großbetrieben bekämpft und saatsfapitalistishe Einfluß auf die Großbetriebe durch die jssionspolitik gesichert werden. Die durh die Natural-

geschaffene Entwi>klung des Kapitalismus soll in die -

n des genossenschaftlihen Kapitalismus der Kooperative ilt, für den staatlichen An- und Verkauf sollen Kapitalisten t Provision als Händler herangezogen werden und die htung staatliher Unternehmungen an Kapitalisten nach K der Erteilung von Konzessionen geltenden. Grundsäßgen nden,

Ftalien. Blättermeldungen zufolge empfing Graf Sforza gestern Führer der i Tage N Handelsabordnung towsty. Graf Sforzo ne ihn, ob er glaube, inner- / ¡jweièr Monate zum Abschluß eines Vertrags gelangen unen. Worowsky antwortete bejahend. Es wird also der hen Abordnung eine vorläufige Jmmunität von zwei iten gewährt werden, die automatish aufhören wird, wenn | Ablauf der zweimonatigen Frist der Handelsvertrag nicht tjeihnet sein wird, -die dagegen verlängert werden" wird, ! der Vertrag innerhalb dieser Frist unterzeichnet wird. \owsfy erflärte, die Abordnung werde in Rom bleiben, um Arbeiten fortzusetzen, -

Polen. Nah einer Havasmeldung hat der Staatschef das RÜ>- 6gesuh des Fürsten Sapieha angenommen und nterstaatssekretär im Ministerium des Aeußern Do mbski „der einstweiligen Führung der Geschäfte des Außen- steriums: betraut.

Türkei.

Nach iner Havasmeldung aus Angora liegen Berichte vor, h die Griehen auf der kleinasiatishen Front gueue Offen ive unternommen hätten. Es sei aber den “en niht gelungen, in den zweitägigen Kämpfen Fort- le zu machen. ; Amerika.

Senat hat einstimmig den Zusaß - orah über die Kredite für die Kriegs flotte Darin wird der Präsident Harding ersucht,

Der amerik@nische

lag B

vee einzuberufen.

Statistik und Volkswirtschaft.

C __ Arbeitsstreitigkeiten. R! Christiania ist gestern na<mittag ein großer Aus- mit Arbeits{luß ausgebrohen. Von den dortigen Zei -

] müdet bald selbst ausstellungsgewohnte Augen.

Am Sonnabend, dem 25. Juni 1921, Morgens 9# Uhr, findet im Hörsaal der ärztlih-medizinishen Poliklinik der Charité, Luisen- straße 13a, der I. deuts<he Gesundheitsfürsorgetag statt. Verhandelt wird über Aufbau der Organisation und Aufgaben der Gesundheitsämter, ihre Stellung in der Jugendwohlfahrtspflege. Die Referate werden erstattet von den Herren Prof. Grotjahn-Berlin, Prof. Krautwig-Köln, Präsident Dr. med. Pfeiffer-Hamburg und Stadtmedizinalrat Dr. med. Silberstein-Neukölln. Anfragen und Anmeldungen sind zu richten an das Gesundheitsamt Berlin, Sozial- hygienishe Abteilung.

Nachweisung über den Stand von Viehseuhen in Oesterreih in der Zeit vom 28. April bis 4, Mai 1921.

(Nr. 18 der Amtlichen Veterinärnachrichten.)

Noßz (Malleus) Maul- und Klauenseuche (A phthae epizooticae) Näude (Scabies) Schweinepest (Pestis suum) Rotlauf der Schweine (Erysipelas suum)

O 2 <5 e D e+ o =

LUufende Nummer

Bezirke Gemeinden

omme x [AlHôfe (Weiden)

Bezirke =—| Gemeinden Gemeinden

o _ [Höfe (Weiden)

Gemeinden Höfe (Weiden)

œ|Höfe (Weiden)

pak O Go Ld p 0

9 01 6

26/17/54 571 8/8 17| 261 6116| 51/ 675] 6/11 7 T7 8/25 18| 3810/22 Vorarlberg . . |—|—|— 6| 151 1/1

Snégefamt . . [4| 4| 5[49[142]-954[62|13[261]33|56] 86] 20 Oesterreih ist am 4. Mai 1921 frei von Rinderpest und Lungenseuche.

2

Stadt Wien . Niederösterreich- Land

Oberösterreich . Salzburg . . .|— Steiermark Kärnten . Tirol

= l>| Gemeinden [Höfe (Weiden) o D

O

N

G9

pi d

16 24

J

co |

l

8 11 1

3 bi C s >

aao O DD ormen

|

S/II S D Nor

V5 d

Kunst und Wissenschaft.

Die ge oge Berliner Kunstausstellung“, die am O end in den weiten Hallen des Ländesausstellungspalastes ‘am Lehrter Bahnhof eröffnet wurde, ist wirkli<h vor allem groß, sehr groß, zu groß! Die Fülle des Gebotenen erzeugt Verwirrung und er-

Veber 1300 Werke verzeichnet der Katalog, die in den etwa 30 zum Teil übergroßen Räumen ausgestellt sind, und binter einzelnen Katalognummern ‘ver- bergen si vielfa<h no< ganze Reihen von Cinzelarbeiten. Und nicht nur Werke der Malerei, der graphischen Künste, - der Plastik werden geboten, sondern au< der Architektur, der Theater- und Filmdekoration ist breiter Naum ‘gewährt ; die Staatli<ße Porzellanmanufaktur zeigt ‘in einem eigenen Kabinett ihre neuesten Erzeugnisse und der Ehrensaal ist dem Gedächtnis Max Klingers gewidmet.

Schre>t die große Fülle, so erwe>t sie do< au<h die Hoffnung, daß hier nun wirkli<h ein Veberbli> des gesamten deutschen Kunst- schaffens der Gegenwart gegeben sei. Doch leider ist das Bild, das man aus -der Vertiefung in die Masse des Gebotenen gewinnt, re<t lüd>enhaft und wenig erfreulih. Kunst ist eben keine Massenangelegen- heit, und bei solchen Massendarbietungen, bei denen jede Nichtung und jede Partei zu Worte kommen foll, werden die wertvollen Leistungen der wenigen, die wirklih etwas bedeuten, dur<h die Menge der mehr odér weniger geshi>ten Nachtreter und Mitläufer uin ihre

Wirkung gebracht. Die Übliche Einteilung in eine konservative Rechte und eine diesmal wieder durchgeführt. Rechts :

revolutionäre Linke ist au Verein Berliner Künstler, links: Freie Sezession und November-

ruppe. Die Linke zeigt wenig Veränderung gegen das, was man in Fübeten ahren hier sah. Kaum ein neuèr Name prägt \i< ein. Viel frishes frohes Wagen zeigt \si<, aber in vielen Fällen enttäuschen doch die ausgestellten Werke. Wo man in früheren Jahren Keime der Entwicklung zu sehen glaubte, die gutes versprachen, sieht man auch jeßt nit viel mehr. Aa vielfah macht si< eine gewisse Erstarrung geltend: von ‘den Gepflogenheiten der herkömmlichen Malerei hatte man sih zwar gründlih befreit, aber nur um in neuer Manier, in neuem Dogma \tehen zu bleiben. Und von diesem unerfreulichen Manierismus hastet selbst den besten, ausgeglihensten Arbeiten etwa der Pechstein, Hofer, Roehricht,, Partikel, Feininger, Klee noch immer bedauerlich vièl an.

Wie bereits im vorigen Jahre en die durhschnittlihen Leistungen auf dem Gebtete der Plastik im allgemeinen höher als auf dem der Malerei. Viel Problematisches findet man auch hier, aber man fühlt do< den Ernst des Schaffens bei Bellings und Garbes Versuchen der lahmen Abstraktionsplastik Herzogs

egenüber. Von feinem plastishen Gefühl, gepaart mit Zartheit und

Empfindsamkeit \spre<hen Emy NRoeders Arbeiten. Eine stärkere Sprache reden die Werke von Nen6óe Sintenis, Haller, Scharff uud Edzard. j s i j

In einem Saale der Freien Sezession find eine Reihe Ausländer, Franzosen vor allem, vereinigt. Aber was dort von A o, Derain, Vlamingk, Nousseau hängt, sind

elänglosigkeiten, ni<ht würdig einer großen Ausstellung und un- geeignet, einen Begriff vom Schaffen der betreffenden Künstler zu geben. Nur Marie Laurencins feines Damenporträt hebt sich daraus hervor. Man versteht nit, was diese ungenügende Neprä=z sentation des Auslands überhaupt soll.

Unter den ausgestellten Ar <itekturen ‘herrschen vor allem

oelzigs Arbeiten. Aus dem Wesen des Cisenbetons heraus chaft er neue Formen, bildet Bauten nicht aufgemauert sondern im anzen geformt. Nicht die kubishè Form des - einzelnen Werk- stù oder Baksteins bestimmt die Gesamtform, sondern freien Naumbildungen gibt er in dem pelgamen, allen te<hnishen Schwierig- feiten spottenden Material die Gestalt. Der Entwurf für das Salzburger Festspielhaus erstrebt bei seiner Anshmiegung an das wellige Gelände eine frohe Festlichkeit in Formen, die entfernt an N A EE Dresdner Nokoko gemahnen und die der

ozartstadt gut angemessen erscheinen. Photographien seiner früher ausgeführten Industriebauten im deutshen Osten geben ein Bild von Poelzigs Entwi>klung. Von den übrigen Architekturentwürfen bieten die für Berliner Turmhausbauten das meiste Interesse, Recht - gelungen erscheint vor allem Krafferts Entwurf für ein Hochhaus vor dem Halleschen Tor. Die phantastischen Versuche der beiden Lu>hardt zeigen, auf La E die un- begrenzten Möglichkeiten von Material und Technik zu verführen

vermögen. / Und nun zur reten Seite! Viel tüchtiges, teilweise raffiniert ges<i>tes Handwerk. Aber wer mehr sucht, kommt s{le<t auf seine

Nechnun Man ist es ja aus frühreren Jahren gewöhnt, daß von

ven sollten heute früh „Tidens Tegn“ und „Morgenbladet"

künstlerischer Negsamtkeit in diesen Sälen nicht viel zu finden sei. Die

die Gestaltung des Bühnenbildes künstleris< zu heben, geben die in einem Naum vereinigten Entwürfe, meist für Berliner Theater bestimmt. Die naturalistishe Ausstattung ist fast völlig fallen ge- lassen. Ein Streben nah Vereinfachung, Vereinheitlihung der Bild- wirkung herrs<ht vor. Man sucht eine neue gesteigerte Wirklichkeit zu schaffen in Zer und Gere zu der Szenenbild und Kostüme in leiher Weise beitragen müssen. 4 |

7 Der Gedächtnisausstellung für M af Klinger fehlt no< das Hauptstück, der „Christus im Olymp“, den die Wiener Staatsgalerie herleihen will. Nur wenige graphische Blätter und einige plastishe Werke, meist leider nur in Gipsabgüssen, geben einen Begriff seines Schaffens, in dem, wie man au< zu einzelnen Werken ih stellen mag, e<t deutshe Regsamkeit und Tüchtigkeit und tieser fünstlerisher Ernst in wahrhaft vorbildliler Weise sich mnen

Verkehrswesen.

Nach neuerer Auskunft des unter der Kontrolle der Rheinlandkommission stehenden Ein- und Aus- fuhramts in Bad Ems ist es niht notwendig, daß die Cin- fuhrbewilligung für Pakete über 5 kg, die nah dem beseßten Gebiet gerichtet sind, hon bei der Auflieferung den Sendungen beigefügt wird. Das Ein- und Ausfuhramt hält es sogar, um dem Verlust dieser wichtigen Papiere vorzubeugen, für besser, wenn sie dur die Empfänger beschafft und erst bei der Verzollung vorgelegt werden. Die Postanstalten erhalten entsprechende Anweisung.

Nach einer Mitteilung der niederländischen Postverwaltung sind ungefaßte Edelsteine in den Niederlanden keinem Einfuhrzoll unterworfen. Um bei der Versendung in Einschreibbriefen die unbe- hinderte Cinfuhr ungefaßter Edelsteine in die Niederlande möglichst sicherzustellen, empfiehlt es si< für den Absender, auf dem Brief umshlag dur< den Vermerk „Ungefaßte Edelsteine“ auf. den Dllsecien Inhalt hinzuweisen.

A E é

Theater und Musik.

Schauspielhaus.

Mit einer ebenso s{li<hten wie würdigen Gedenkfeier wurde bei der gestrigen Aufführung im Schauspielhause des" hundertjährigen Bestehens des Schinkelbaues gedaht. Einer Wiederholung der an dieser Stelle erst vor kurzem gewürdigten Neueinstudierung von Schillers Trauerspiel „Die Bee fw runa des Fiesco zu Genua“ unter der Spiel- leitung Leopold Jessners mit Ernst Deutsch (Fiesco), Friß Kortner (Verrina), Arthur Kraußne> (Doria), Rudolf Forster (Gianettino), Ernst Legal (Muley Hassan), Dagny Servaes (Julia) - in den Hauptrollen ging Beethovens Ouvertüre „Die Weihe des Hauses“ (Werk 124) unter der musikalis<en Leitung von Mar von Schillings vorauf. Ausdru>évoller als ein bestellter Fest- prolog es vermocht hätte denn kein Goethe hätte gestern wie im Jahre 1821, diesen Auftrag ausführen können wies Beethovens ebenfalls fast hundertjährige und für eine gleihartige Veranlassung verfaßte Quvertüre auf die Bedeutung des Tages hin. In ihrer feierlichen Rhythmik an manches in der IX. Symphonie ge- mahnend, ruft fie in dem marschartigen Maestoso0 e sustenuto ihres Einleitungssaßes mit. festlichen Trompetenfanfaren die Kunstfreunde gleichsam heran, um ihnen im na<hfolgenden Doppel- fugato des Hauptsaßes (Allegro con brio) die Versclungenheit und Farbigkeit des Spiels anzudeuten, das s< ihnen im neugeweihten Hause offenbaren foll. Von dex auf der Bühne aufgestellten Staats opernkapelle- unter Schillings? ebenso kundiger wie feinfühliger Leitung vollendet gespielt, verseßte das Werk die Anwefenden in die rehte auf- nahmefähige Stimmung. Eine Ausstellung Schinkelscher Zeihnungén und Entwürfe im Konzertsaal, eine die Ge- schichte des Hauses behandelnde Fests<rift von Dr. Georg Dröscher und ein mit den Bildnissen der sieben bisherigen Intendanten E berühmter Darsteller und Darstellerinnen des Schauspielhauses im verflossenen Jahrhundert ges{<müd>tes Programm- heft beshäftigten au< in den Pausen die Besucher der beifällig auf- genommenen Festvorstellung.

Vebêr die vor hundertFahren bas Eröffnung des auf den Grundmauern des am 29. Juli 181 La Langhans\chen Nationaltheaters von Schinkel errihteten Shau|pielhauses finden sich in der „Allgemeinen Preußischen Staats- zeitung“ (der Borläuferin des heutigen „Reichs- und Staats- anzeigers“’) interessante, nit allgemein bekannte Angaben. Zunächst ein „Gingesandt“ in der Ausgabe vom 26. Mai 1821, in dem es heißt: „Die bevorstchende Eröffnung des neuen Schauspielhauses wird mit einem Prologe beginnen, den Madam Stich (später Auguste Crelinger) vorträgt. Er ist aus der Feder unseres ersten teutschen Dichters, Herrn von Göthe, und dur ihn soll der Versammlung eine lebendige Uebersicht dessen gegeben werden, was auf der neuen Bühne geboten werden wird. Die einzelnen Leistungen derselben werden in lebendigen Bildern nach- einander vorgeführt, welhe die Sprechende, als das personificierte Schauspiel erscheinend, in harmonischer Rede vor dem Zuschauer entfaltet. Ton und poetische Form wechseln daher nah der Eigenthümlichkeit einer jeden Gattung des Schauspiels, und der Prolog spriht am Ende die Ausficht aus, was bei den gegebenen großen Mitteln geleistet werden könne und möge, und was man von einex freundlichen Entgegennahme des Gebotenen von seiten der Ver- sammlung erwarte.“ Aus dem Bericht über die Er- öoffnungsvorstellung selbst, der sih in der Beilage zur Ausgabe vom 29. Mai 1821 befindet, mögen ebenfalls die Hauptstellen hierhergeseßt werden. Zuäch|t wird der Eindru> des Hauses geschildert: „Jeder Eintreteude fand fich von der edlen Einfachheit, von dem Geschma>ke, von der kunst- gerehten Anordnung des Ganzen ungemein angenehm Lori die reie Beleuchtung bewirkte einen unbeschreiblih \{<önen Effekt, und von dem mächtigen Einflusse sol<h freundliher Umgebungen auf das mens{<lihe Gemüth, gab die lebendige und bis zum Schlusse andauernde RNegsamkeit der glänzenden Versammlung den \prechendsten Beweis.“ Es folgt die Beschreibung des Goetheschen Prologs und des weiteren Verlaufs der Aufführung: „Der erste Bli>k beim Auf- rollen des Vorhanges fiel auf Berlin, im Vordergrunde das Schau- spielhaus selbst zwischen den beiden Gens-d’armen-Thürmen, und am Horizonte links und rets erspähte das Auge die erzenen Denkzeichen des Preußischen Waffenruhms, das Siegesdenkmal auf dem Krenz- berge und die Viktoria auf dem Brandenburger. Thore. Keiner spra es aus, aber jeder fühlte den zarten Sinn, mit dem der Bildner ir. diesen zwei ewig theuren Punkten hatte auf den blutigen Ernst deu cisernen Zeit zurü>deuten wollen, dem wir das Glü> des Friedens und mit: diesem unter tausend anderen, viel zu wenig erkannten und geshäßten Lebensgütern, au<h die Heimkehr der Musen zu danken haben. Und daß das Gefühl jeden erfüllte, bewies das rauschende Händeklatschen, mit dem diefe im Hintergrunde der geräumigen Bühne sichtbar gewordene bildliche Darstellung begrüßt wurde. “Den Prolog von Göthe sprah Mad. Stich. Dies tief gedachte Meisterwerk ge wani im Munde der gefeierten Künstlerin, die aus dem Herzeu sprach, an Leben und Feuer Es begann die Aufführung des Schau» spieles „Iphigenie“ von Göthe, dem ein sinnig erfundenes, mit Gx ausgeführtes Ballet („Die Nosenfee“, verfaßt von dem Herzog Kar

vou Mecklenburg, dem Bruder der Königin Luise) folgte. Am Schluß gab das Publikum dem Architekten Hrw Geh. Db, Bau-Raths