1921 / 135 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Vrenßten.

Die Kampftätigkeit der polnischen NGNCRdi [Gan hat -nach Meldungen des Wolffschen L vom 11. und 12. Juni wieder zugenommen. Im Kreise bine heva iheiterte bei Wachowitz ein von polnischer Kavallerie nier Angriff unter s{hweren Verlusten der Jnsur- Zembowiß richteten die Aufständischen vier : von vier Geschüßen, und beseßten RByzitich. Oppeln wurde eine deutsche Postie- rung pon fünf Mann bei Zamoscie östlich M, oon Aufrührern überfallen. Zwei Mann wurden van den Po en vershlevpt, die verstümmelten Leichen der drei Ü Zun Deutschen sind aufgefunden worden. Jm Kreise j Ls Strehliß ist in der Gegend von Skubendor| en e pp, e Angriff im Gange. Ueber seinen E E u En bisher noch niht vor. Im Kreise Ratibor Oa der Oderlinie lebhafte Feuertätigkeit. Bei Niebodschau drangen die Jusurgenten mit stärkeren dip ile Vor, wurden aber zurückgewiesen. Die Stadt Ratibor wurde p den Insurgenten mit Artillerie und Maschinengewehren e schossen. Die Brücke Ee Ri von den Insurgenten urcch Sprengungen voUstäanoig i; a i W R paesteri haben engli e Tru pen bei Ujest die Orte Niesdrowiß, Rudziniß und Latscha besegzt.

untern 9mmener genten. Auf Ze Anariffe, unterstützt Boz Im Kreise

e R An mem

Rei den Verhandlungen mit dem General Hoefer hatte die Interalliierte Kommission wiederholt auf m My stimmteste versichert, daß fie den Jnsurgenten Ir E handlung untersagen werde. Wie sehr der deuts s e P - chuz ret hatte, als er diesen Versprechungen des N Le Nonbd mit großem Mißtrauen gegenüber stand, wird O as weitere Verhalten der Jnsurgenten bewiesen. Diese enu E e wie gemeldet, an der ganzen Kampflinie eine lebhafte Tâtig h t, Auch hinter der Front wurden Bewegungen beobachtet, die Feineswegs auf Einstellung der Kampftätigkeit oder gar auf Nuhe hinweisen. Allein Ratibor-Plania wurde am gestrigen Nachmittag durch die Polen mit 32 Schuß Artillerie belegt. Mehrere Ortschaften, die der deutsche Selbstschußz auf Auf- forderung der Interalliierten Kommission für die Entente- truppen freigemaht hatte, wurden von den Polen erneut beseßt. Diese Tatsache bestätigt, daß die gegenwärtig von der Interalliieren Kommission den Insurgenten gegenüber g& iroffenen Maßnahmen nicht geeignet und ausreichend find, um den Insurgenten Paroli zu bieten.

Eine Verfügung der obexnsten Leitung der Jnsurgenten an alle Geweindevorstände des von den Jnsurgenten beseßten Gebiets ordnet die sofortige Anlegung von Rekrutierun g3- listen der Jahrgänge 1892 bis 1901 an.

amtlihe Ausgabe der Jahresberichte der Preußishen Regierung3- und Gewerberäte und Der ge eon für 1920 ist fertiggestellt. Die Jahres- berichte bringen in erster Linie eine Darstellung der Tätigkeit der Gewerbeaufsichtsbeamten bei der wirtschaftlichen Demobil- machung. Besonders sind in ihnen besprochen die Durch- führung der Bestimmungen über die Einstellung, Ent- lassung und Entlohnung gewerblicher Arbeiter, über den Achtstundenarbeitstag, über Arbeitsordnungen, Tarif- verktäzé, Arbeiterräte, Angestelltenräte, Betriebsräte - und über Fachausschüsse für das Bäckerei- und Konditoreigewerbe. Ferner werden eingehend behandelt die Gesundheitsshädigungen, denen die Arbeiter bei der Herstellung keramisher Abzieh- bilder ausgeseßt sind, sowie die Gesundheitsverhältnisse der in den Verbleiereien beschäftigten Arbeiter, Beob- achtungen über das Taylorsystem, die Schaffung ausreichender Arbeiterwohnunger und die Unterbringung von Kriegsbeschädigten. Ein buchhändlerischer Vertrieb des Werkes findet nicht statt. Bestellungen auf das Werk find an das Ministerium für Handel und Gewerbe Berlin W. 9, Leipziger Straße 2, zu richten. Der Preis des 78/4, Druckbogen umfassenden Werkes beträgt für den broschierten Abdruck 103,75 #4 und für den gebundenen Abdruck 112 Æ. Seine Ds erfolgt gegen Nachnahme des Preises und der Portokosten. Bei der Be- E ist R ba ob broschierte oder gebundene Abdrucke es Werkes gewünscht werden.

Die

Bayern.

Der wegen der Ermordung des Abgeordneten Gareis beschlossene Generalstrei? für München, in den auch die Straßenbahn mit einbezogen worden ist, hat, wie „Wolffs Telegraphenbliro“ meldet, seine Wirkung dadurch ver- loren, daß es zu keinem geschlossenen allgemeinen Streik? gekommen ist. Es ruhen nur große Betriebe, während die mittleren und kleinen Betriebe arbeiten. Die Straßenbahn fährt nur mit freiwilligen Leuten und in beschränktem Ums- fange. Eisenbahn, Post, Elektrizitätswerke, Gas: und Wasser- Frafhwerke sind im Betrieb. Bis Sonntag mittag war weder der Mörder des Abgeordneten Gareis verhaftet, noch eine Spur entdeckt. Die sozialistischen Organisationen fordern in der „Münchener Post“ die gesamte Arbeiterschaft Bayerns auf, dem Beispiele der Münchener Arbeiter zu folgen und allerorts den (Seneralstreik durchgzuführen. Nach einer heute vorliegenden Devesche hat sih die Generalstreikbbewegung auch auf Nürn- berg ausgedehnt. Die Straßenbahnen verkehren nicht.

Oesterreich.

Die österreichische Regierung hat die Mitteilung erhalten, daß das Finanzkomitee des Völkerbundes seine Arbeiten beendet hat. Das Komitee hat ein Programm der Finanzhilfe genehmigt, das nah seiner Ansicht geeignet ist, die Wirtschaftslage Oesterreihs wiederherzustellen. Die not- wendigen Vorschüsse zur Jnangriffnahme des Programms find sichergestellt.

Frankreich.

Die französische Regierung hat dem „Matin“ zufolge bis jeßt noch feine Antwort auf ihre Note erhalten, in der der englischen Regierung dargelegt wird, daß es inopportun sei, den Obersten Rat zu einer Tagung zusammenzuberufen, bevor fich eine Sachverständigenkommission über die oberschlesische Frage au3gesprohen habe. Die zahlreichen englishen Noten be- F AbGigten sih nur mit Einzelfragen, sie hätten aber noch feinezwegs eine allgemeine Darlegung über die Politik mit- geteilt. Auch sei in London noch kein Bericht des ‘neuen Ver- treters Stuart eingetroffen, in dem er seine Meinung kund- gegeben hätte,

Die Vnternationale Donaukonferenz ist am Freitag in Paris zusammengetreten.

Rußland.

Nach Moskauer Nachrichten ist Litwinow zum Nachfolger Karachans auf dem Warschauer Posten berufen worden. Die Meldungen über den Rücktritt Tschitscherins bestätigen sich nicht.

Îtalien. : A

Vorgestern ist das Parlament vom König mit einer Thron hi eröffnet worden, in der er zunächst die zurük- gewonnenen E L Mg s dann dent „Wolffschen Telegraphenbüro“ zufolge ausführte : : h

E aper fafere: Politi? werde sih in loyaler Weise beinühen, die Gegensäße der Leidenschaften und Interessen zu mildern, in dent steten Streben nah Anfshwung des italienischen Volkes, das, im Bewußtsein feiner moralischen Gesundheit und seiner Stärke, erkenne, daß es nur auf den geraden und sicheren Pfaden wahrhaften C die es in frei gewähltem Entschluß beschritten habe, das Gedeihen finden werde, auf das ihm seine blutigen Opfer von gestern und e zähe Arbeit von morgen ein Anrecht geben. Weiter E König darauf hin, daß es darauf ankomme, die E n jen Finanzen wiederaufzurichten und Beamtentum, Armee und Y «ene zu reorganisieren. Gefördert werden müsse eine in weiser Sel s zut geleitete Mitarbeit der Vertreter der Klassen. Sie seien dazu berufen, einer Lösung der großen Probleme der Arbeitsfrage im Geiste völliger Gleichheit aller Organisationen und Bestrebungen tie Wege zu weisen. Die geistige und moralische Volkserziehung müsse gefördert werden. Alle e müßten sich in der Einigkeit ¿t sammenfinden, von der die Größe des Vaterlandes abhän L, 1 Zweck müsse alle Geister beseelen und fie zu gemeinsamer Arbei a rufen: Stärkung der Autorität des Staates, der die überlegene Kraf sein müsse, die die übershießenden Leidenschaften in die vom Sees gesteckten Grenzen zurückführe. Dabei müsse sih der Staat S e Selbstzuht der Bürger stüßen. Ein arbeitsames und s italienishes Volk werde mit seinen Händen sich eine neue Blüte schaffen können.

Dem König wurden lebhafte Ovationen, an denen fich auch die Tribünen beteiligten, dargebracht. :

Der Ministerrat stimmte einem Geseßentwurf über die Reform der Verwaltung und Neuregelung der Gehälter der Angestellten zu. Er genehmigte ferner Geseßentwürfe über die Aufhebung der Devisenzentrale und über die Handel3mar ine.

Velgien. G Die besondere Okkupationsarmee, die ab 1. August gebildet A soll, soll dem „Wolffschen Telegraphenbüro zufolge bestehen aus Jnfanterie, Artillerie und Kavallerie, aus zwei Kompagnien Radfahrern und aus einer Fliegerabteilung. Zu gleicher vei sollen in Eupen und Malmedy Garnisonen errichtet werden. In jede dieser beiden Städte soll je ein Bataillon gelegt werden. Spanien.

Die spanishe Marokkoaktion hat dur einen feind- lichen Angriff, verbunden mit Verrat spanischer Eingeborenen- truppen, einen vorübergehenden Rückschlag erlitten, wobei die Spanier 6 Offiziere und 20 Mann verloren.

Griecheuland. 5 A

Der König Konstantin hat sih vorgestern, wie die „Agence d'Athènes“ meldet, an Bord des fd a „Lemnos“ eingeschifft, um sich nah dem Kriegs\chauplaß zu begeben. Der König wurde, als er Vormittags vom Gottes- dienst in der Kathedrale zurückkehrte, ebenso wie bei seiner An- fahrt zum Hafen von einer dihtgedrängten Menschenmenge ubelnd begrüßt. Vor der Einschiffung ließ der König eine Botschaft an das griechishe Volk ergehen. i:

Ein griechischer Torpedojäger hat Karamussal an der Küste des Marmarameeres und Jneboli bom- bardiert.

Türkei.

Nach einer Havasmeldung hat der Großwesir an Mustapha Kemal Pascha das Ersuchen gerichtet, in An- betrat der shweren Folgen, die die egen Politik der Nationalversammlung von Angora sowohl für Anaiolien als auch für das türkische Reih haben könne, A zu üben. Der Großwesir rate an, die Verpflichtungen zu erfüllen, die Bekir Sami Bey gegenüber den Ententemähhten eingegangen sei. Eine Antwort Mustapha Kemal Paschas sei noch nicht eingetroffen.

Asien.

Wie das „Journal des Débats“ aus Teheran meldet, ist das neue perfi che Kabinett von Kawam es Sultanel|) gebildet worden, der auch das Portefeuille des Jnnern über- nimmt. Zum Minister des Aeußern wurde Motachem es Sultanceh ernannt.

Parlamentarische Nachrichten.

Der Entwurf eines Geseßes über vorübergehende Herabseßung oder Aufhebung von Zöllen

ist nebst Begründung dem Reichstag zu möglichst baldiger Beschlußfassung zugegangen. Danach soll die Reichsregierung ermächtigt werden, im Falle eines dringenden wirtschaftlichen Bedürfnisses für bestimmte Warenarten vorübergehend die Zölle des allgemeinen Tarifs bis auf die am 31. A 1914 ia gewesenen Vertragszölle herabzuseßen oder, sofern die Waren an diesem Tage vertragsmäßig zollfrei waren, ganz aufzuheben 8 1). Am 1. Juli 1922 soll dieses Geseg wieder außer Kraft treten 2). Jn der Begründung wird ausgeführt:

Als die leßten das Deutsche Reich bindenden Larifverträge aus der Zeit vor dem Kriege werden demnächst der deutsh-\{chweizerishe und der deuts-österreichishe außer Kraft treten. In seiner Tarif- freiheit ist das Deutshe Reih dann nur noch dur den Artikel 269 Absah 2 des Friedensvertrags beschränkt, und zwar e die im ersten Abschnitt, Unterabschnitt A, des Tarifs antgos rten L Ava ia Zollsäße am 31. Juli 1914 auf Grund von Verträgen mit den alliierten oder assoziierten Mächten vertraglih festgelegt waren, ferner für Weine und Pflanzenöle aller Art, für Kunstseide und gewaschene oder entfettete Wolle; am 10. Janugx 1923 fällt auch diese Be- schränkung fort. Bei Wegfall der Pborbezeichneten beiden Tarifvyer- träge treten für zahlreihe Waren an die Stelle der niedrigeren Ver- tragszollsäße oder der vertragsmäßigen Zollfreiheit die höheren Säße oder die Zollpflichtigkeit des allgemeinen Tarifs. Die Wirkung der allgemeinen Zölle ist {hrer zu beurteilen. Zurzeit erscheinen sie, ge- rieen an den hohen Warenpreisen, mit wentgen Ausnahmen not e

für Luxusgegenstände, und zwar im weitesten Sinne, sogar noch er- beblih ftetgerungsfähig, Die wichtigste Ausnahme betrifft die Zölle für Gerbstoffauszüge der Larifnummer 384, die in ihren allgemeinen Sägen die ee E, A Parte grit Oen, e L dieser Höhe nicht getragen werden können; entsprehend müssen die dae Zölle für Nohgerbstoffe der Tarisnummern 92 bis 94

: i Z / : Herabgeset werben, Die Frage, hes Ausg hef eraum unterliegt noch der Prüfung. 2ach L ge Den, Der nie Ry S e ‘h Bg aterhtn noc Jur diele odex Ae 8 keit gere@net werden, daß n _noch für diese oder er E a atnare ein unabweisbares wirtshastliches Bedürfnis für die Herabsetzung ihres allgetneinen Zolles hervortritt. Damit die dann erforderlichen Maßnahmen ungesäumt getroîfen werden können, empfiehlt es fich, die im §1 vorgesehene Befugnis der Reis. î "1

regierung zu übertragen.

A

if x Ent f e;

7 yreußischen Landtag ist der Entwurf eines E S Abänderung des § 194a Abs, 4 des Allgemeinen Berggeseßes für die preußischen Staaten vom 24. Juni 1865 in der Fassung des Gesegez vom 14. Juli 1905, nebst Begründung zur Beschlußfassung V ite des Allgemeinen Berggeseßes regelt die Bildung dee Bergaus\{hüsse. Nah Absaß 4 desselben muß dasjenige Mit- glied einer Abteilung des Bergousfchusses, das ernem VWberlandes, geriht der Provinz, für welche die Abteilung besteht, angehören muß, ebenso wie die anderen vom Provinzialaus\huß gzu wählenden Mit: lieder auch Einwohner dieser Provinz sein. Diese Forderung ist für die Rbteilung Brandenburg des bei dem Oberbergamt in Halle (Saale) be. stehenden Bergaus\chufses infolge des Gesehes über die Bildung einer neuen Stadtaemeinde Berlin vom 27. April 1920 unerfüllbar geworden. Die Mitglieder des Kammergerichts, das als Oberlandesgeriht der Provinz Brandenburg anzusehen is, wohnen nit in dieser Provinz, sondern in der neuen Stadtgemeinde Berlin. Es ist daher zurzeit troß Vore liegens mehrerer dringender Streitsachen nicht is die Abteilung Brandenburg des bei dem Oberbergamt in Halle (Saale) besiehenden Bergaus\chu\ses ordnungsmäßig zu beseßen. Abhilfe fann nur auf dem Wege einer GeseyeMuberung geschaffen werden. (8 wird daher eine anderweite Fassung des Abs. 4 im §. 194a des Allgemeinen Nerggesetzes vorgeschlagen, nah der dasjenige Mitglied einer Ab, teilung des Bergaus|chusses, das einem O erlandeêgericht der Provinz, für welche die uns besteht, angehören muß, nicht auch Ginwohner dieser Provinz zu sein braucht. dat as

Ferner ist der Entwurf eines Ge} eßes, betreffend die S für den preußischen Anteil der Erz- diözese Gnesen-Posen, nebst Begründung dem Landiag ur Beschlußfassung zugegangen. : : - ; ; Deus ol S sind die Gebiete des Erzbistums Gnesen-Posen und des Bistums Kulm im wesentlichen dem polnischen Staate zugefallen. Es hat sich das Bedürfnis ergeben, die deuts verbliebenen Teile zunächst des Erzbistums Gnesen-Posen (über 45 Kirchengemeinden mit 100 000 Seelen) kirchlich selbständiger zu stellen. Dies geschieht durch Einrichtung einer besonderen erzbischöf- lien Delegatur, an deren Spitze ein Delegat mit weitgehenden firhlihen Vollmahhten steht; der Delegat hat fein Amt am 1. De- zember 1920 angetreten. Damit diese Delegatur auch eine besondere, ihrem Wesen angemessene kirhliche Vermögensverwaltung führen und Steuern von den Kirchengemeinden zur Dedckung ihrer Bedürfnisse erheben kann, muß sie Körperschast des öffent- lichen Nechts sein und in Rechten wie Pflichten eine bistum- ähnliche Rechtsstellung erlangen. Dies foll dur das vorgeschlagene Gesetz geschehen. Dieses sicht auh die Möglichkeit vor, die Delegatur dur Hinzunahme weiterer Gebiete, gegebenenfalls aus dem Bistum Kulm, zu erweitern, ohne daß es dazu wiederum eines besonderen Gesetzes bedürfte. Die Delegatur wird thren Siß zunächst in Tüg haben. Einer Bestimmung darüber im Geseh ReO es nicht. Einer etwaigen völligen Abtrennung des Delegaturbezirks vom Erzbistum Gnesen-Posen wird, wie auch der Erzbis of zu Posen anerkannt hat, durch Einrichtung der Delegatur nicht porgegr en Doch würde eine folhe Trennung nicht ohne Mitwirkung des Päpstlichen Stuhles erfolgen können.

tin e

Dem Kohlenaus\{chuß des Reihswtirtscchaftsrats lag in seiner Si ung Ie Juni 1921 eine Anfrage, betreffend reihlihere Belitferung von Gewerbebetrieben und Haushaltungen mit Brennstoffen, vor. Zu dieser Anfrage, die davon ausgeht, daß die reihlihere Versorgung der Be- hörden mit Brennstoffen in einem Gegensaß zu der spärlichen Be- lieferung der Gewerbetreibenden und Haushaltungen in der Heizperiode 1920/21 steht, und einen gerechteren Aus8gleih in der Zuteilung verlangt, äußerte der Reichskohlenkommissar, daß ihm nur die vorher mit den Landesregierungen vereinbarte Verteilung det Hausbrandscheine an die örtlichen Stellen obliege. Er habe nicht dei vermuteten Einfluß auf die örtliche Verteilung der Drennstoffmengen, Der Ausschuß kam überein, die Anfrage hiermit, au weil die groß Kalamität an Brennstoffen behoben sei, als erledigt zu betraten.

Ferner siand die Besprehung zweier Eingaben der Westsächsischen Kohlenstellen, betreffend Uebertragung der Kontrolle der SFndustriekohle an die Ortskohlenstellen und Ver- ringerung bezw. Aufhebung des Landabsaßtes, auf der Tagesordnung. Zu der ersteren führte der Reichskohlen- kommissar etwa àus, daß bei einer Wiedereinshalung der Ortskohlenstellen höch|st unerfreulihe Zustände überhan nehmen würden und ein solches Vorgehen außerdem eine Festigurg der Zwangsbewirtschaftung bedeute. Allgemein stehe man aber e j auf dem Standpunkt, die Zwangswirtshaft zu loern. n A Mitglieder des Ausschusses äußerten sich in ähnlicher Weise. 18 sonders betont wurde, daß doch jedes Werk bestrebt sein werde, N ihm überlassenen Kohlenmengen im nes Betriebe zu E q und nur în Ausnahmefällen, wie bei Stillegungen usw. n komme, gavise Mengen weiter zu veräußern. Die zweite aa Ce A er A NIS Sas starken Verringerung de

andabsatzes für erledigt erklärt. j

Sine Eingabe des Ausschusses der Nordwestdeutschen Aae gemeinschaft zur Förderung des Torfwesens, Hannover, schilderte ê gefährdete wirtshaftlihe Lage der ordne deutschen Torfindustrie infolge der Einschränkung M f stellung von Eisenbahnwagen zu Beginn des Herbstes und ver E die Aufhebung dieser Maßnahme sowie jede erdenkliche Förderung 2 Torfindustrie, ¿3. B. Bewilligung der Torfausfuhr in das benachbarte n land usw. Ein Vertreter des Reichswirtschaftsministerta verlas dazu ein Schreiben des MNReichswirtschaftsmini f vom 30. Mai d. J. an die Nordwestdeutsche „Arbeitôgemein| : L

ierin wird betont, daß das Neichswirtschaftsministerium die enf E

örderung der Torfindustrie, soweit es im Rahmen der frage wirtschaft möglih sei, angedeihen lassen werde, Die Verte N sei eingehend im Ministerium behandelt, und es seien nich 26 alle Verkehrsbeshränkungen bereits vor 4 Jahr völlig Sn gehoben, sondern auch weitere Erleichterungen gewährt Vei Die Verhandlungen über die Einfuhr au ändischer Mud fohlen und über die Bewilligung Der Tord luß müßten im Rahmen der Gesamtwirtschaft zum Ab) e ga t werden. 4 Me der endgültigen Regelung der Sih

ingabe angeschnittenen Fragen über die Einfuhr ausländischer éséhu fohlen und die B der Torfausfuhr billigte der Au die Stellungnahme des eiGgwirts@aflbministertums issat

Zum Schluß machte noch der Reihskohlenkomm tigen vertrauliche Ausführungen über die Aussichten unserer (lef den Setlenpetloraung unter besonderer Berlc{sichtigung der oberschleft Verhältnisse.

Der Verk ehrsaus\chuß des Neihswirischaftärats A shäftigte sih in seiner Sißung am 11. Juni mit einer Rei E Eingaben der Reichsarbeitsgemeinschaft für Seeschiffahrt und, D essenten der Fischerei und des Fischhandels, betreffend Klagen ici L hohe Frachtsäße für Fische. Da der Reichsverkehrom L inzwischen wesentliche Beförderungserleihterungen in Gestalt i licher Tarifermäßigungen bewilligt hat, erklärte der Ausfchuß die gaden für erledigt. : eutsden __ Eine längere. Aussprache fand über eine Ein abe des t n Kali-Syndikais, betreffend Ermäßigung der Düngeml!

tarife, statt. Der Vertreter des Reichsverkehre ministeriums teilte dazu mit, daß die Regierung entsclolln

Verlehrswesens, beschäftigen.

Ermésßigung um W%% einkreteit zu lassen, was damit begrkindet daß der neue Tarif nah Aufhebung dec früheren Ausnahme-

4] de la 0 , N P Fed S je Düngemittel besonders {wer getroffen habe. Die jetzt

in etende Ermäßigung bleibe weit ‘Hinter dem früheren Ausnahme-

e zur, Das Reichsverkehrsministerium habe si, wenngleich inl ht der Finanzlage shweren Herzens, zu der bezeichneten Maß- g A ‘entshlossen, weil eine besondere Härte vorliege. Diese Aus- nungen wurden unterstüßt dur den Vertreter des Neichs- r rtihafsts ministeriums, der über die Düngemittelfrage V die Lage der Kaliindustrie eingehend berichtete. In der Aus- ade erflárten sich die Arbeitgeber des Handels, der Land- schaft und ein Vertreter Süddeutshlands für die Ermäßigung, ot tatsählih eine Härte für die Verbrauher von Kali iede dessen Frachtsäße gegenüber der Friedenszeit teil- E das Zwanzig- bis Fünfundzwanzigfahe erhöht seien, während die allgemeine Erhöhung der Fra(t- ske nur ctwa das Zehneinhalbfahe betragen habe. Die erhöhten cracitsäge verhinderten hauptsächlih die zaßlreidhen Kleinbetriebe der mdwirkschaft an der notwendigen Inktensivierun Und träfen besonders die entfernten Gebiete, Ostpreußen und Süddeutschland, sehr stark. Von A rbeitnehmern des Kalibergbaus, der Eifen- hahn und der Industrie wurde dagegen geltend gemacht, es bestehe „ine Sicherheit dafür, daß die Frahtermäßigung auch wirkli der Undwirtschaft zugute komme. Der Ermäßigung der Frachtsäze für Düngemittel wurde s{ließlich mit geringer Mehrheit zugestimmt. Eine Eingabe der Zentralstelle für das deutsche Transport- und Berkehrögewerbe verlangte, daß die infolge von Streiks fällig ge- wordenen Wagen stands8gelder erlassen werden. Da die Eisenbahn in solchen Fällen in der Regel einen Teil der Standgelder u erstatten pflegt, war“ der Aus\{huß der Ansicht, daß ein weiteres Entgegenkommen niht mögli fei. : ‘Cine Eingabe über zeitweise Ausfeßung der Erhebung der Nerkehrsösteuer auf den kfommunalen Hafenbahnen wurde der Regierung als Material überwiesen, da eine allgemeine Regelung dieser Angelegenheit für Kleinbahnen eingeleitet worden ist, Mehrere Anträge beschäftigten sich mit dem Personentarif für den Vorort- und Nahbarortsverkehr. Die Re- gierung erklärte dazu, daß die Frage zurzeit erwogen wird. Die Ein- gaben wurden ihr daher als Material überwiesen. / Eine Anfrage mehrerer Mitglieder, betreffend die den Reise- hüros gewährte Provision beim Verkauf von Fahrkarten, wurde von der Negierun g dahin beantwortet, daß die vielen bestehenden wilden Reisebüros keinerlei Dage erhalten. Solche Vers- instigungen genießen nur das Mitteleuropäishe Reise- ürd, das als halbamtlih zu betrachten ist, da mehr als die Hälfte seines Betriebskapitals in den Händen der Reichs- eisenbahnverwaltung, etwa ein weiteres Viertel im Besiß der Eisen- hahnverwaltungen von Ungarn und Oesterreih und nur ein Viertel in Yrivathand ist. Dieses Büro, das Fahrkarten an das Publikum ohne jeden 2 N dlag abgibt, erhält eine Provision von etwa 34% beim Verkauf von Fahrkarten, die nur unter besonderen limständen auf 7 °%/% steigen kann und demnah hinter dem in der Anfrage genannten Saß von 1049/0 stets weit zurückbleibt. Dia erzielten Üebershüsse werden nur zum Teil als Dividenden verteilt ; sehr erheblihe Beträge der Uebershüsse fließen den beteiligten Eisen- hahnverwaltungen für Zwecke der Verkehrswerbung zu, und zwar haben die Bahnen Deutschlands für den eben bezeichneten Zweck von dem Mitteleuropäishen Reisebüro im lezten Jahre 1 500 000 4 erhalten. Uebrigens bedeuten die Reisebüros eine Entlastung der amtlichen Fahrkartenausgaben und damit insbesondere eine Ersyarnis

von Personal.

Eine Eingabe des Hentralverbandes deutscher Schiffsmakler wandte sich gegen Albin ver O LR im Fernsprech- verkehr und die Beschränkung der Gesprächsdauer. Auf Grund bon eingehenden Mitteilungen amtliher Natur, wona zurzeit eine Abänderung der Gebühren und Verkehrsbestimmungen unmöglich ist, elangte der Verkehrsaus\chuß zu dem Beschluß, die Eingabe der Regierung als Material zu überweisen.

Jn seiner nächsten Sißung wird sich der Aus\{huß mit einer Reihe von Eingaben, betreffend die Neugestaltung der Organisation der Reichseisenbahnverwaltung und den Wiederaufbau des deutschen

Statistik und Volkswirtschaft.

Arbeitsftreitigkeiten.

Der Bezirksverband Groß Berlin des Neichs- berbandes der deutschen Moe Le hat in seiner gestrigen Sihung folgenden Be \ ch1 u ß gefaßt: „Der Bezirksverband hält es für höchst bedauerlich, daß die Tarifkommission durch die V e rleger gezwungen worden ist, Lon dem Wege der den Lebensbedingungen (ome feton Tariferhöhungen abzuweichen und ju der nivellierenden und als eine Art Gnadengabe dem Sinne des Lrifwesens nit entsprehenden einmalig en Zulage zu greifen. Ner Bezirksverband erwartet vom Vorstande die Kündi gung des laufenden Tarifvertrags.

In einer Versammlung der Gastha usangestellten dannovers wurde, wie die „Berl. Börsen-Ztg.“ mitteilt, am

En beshlossen, mit sofortiger Wirkung in den Ausstand reten.

Da entgegen den mit den Arbeitnehmern getroffenen Verein- barungen der Ausstand in verschiedenen Betrieben der badischen Textilindustrie fortgeseßt wird, haben, wie ,„W. T. B.“

w Freiburg erfährt, die Arbeitgeber die Aussperrung lintliher badischer Textilarbeiter für heute bes Mae Hiervon iverden 20 000 Arbeiter betroffen. (Vgl. Nr. 133 d. Bl.)

Der Ausstandsaus\chuß der italienischenStaats- angestellten beshloß einer von „W. T. B.“ übermittelten Stefanimeldung aus N o m zufolge, den A us standeinzustellen, y der Erwartung, daß die mit der Regierung entstandenen Streitig- 0 vom Parlament gelöst werden. (Vgl. Nr. 101 d. Bl.) In- Me der feindlichen Haltung der Bevölkerung und der energischen

umen der Regierung war die Bewegung {hon abgeflaut und tûnkte ih nur auf einige Provinzen. ie; Îe „V, T. B,“ aus Brüssel meldet, haben die Indu- ¡riellen in Malmedy beschlossen, die Arbeitslöhne um zoP herabzus egen. Es ist deshalb in einzelnen Fabriken ein tilaus stand ausgebrochen, der weiter um si greift.

Kunst und Wissenschaft.

Die preußishe Akademie derWissenshaften hielt it 2. Mai eine Ra, in der Herr et bel D Brustflosse des Buckelwales und ihre Ent- de eun g spra. Cs wurde gezeigt, daß bei sehr kleinen Embryonen V «Urpalverhältnisse durchaus verschieden sind von denen des er- le ienen Tieres, so daß die bisherigen Deutungen der einzelnen iee niht zutreffen. Auch die Frage nach der Ursache der 1 (sa angie und des Schwundes eines Fingers wurde erörtert. imdte enMlglied der Akademie Herr B Nes in Basel über- n Ge Arbeit über: Die deutsheQuelle der Ballade it in Nor 01d 8 Ra he. Das erste Epos von der Nibelungenot lvorde orwegen im 13, Jahrhundert zu einer Ballade umgedichtet Die B die uns in Texten aus Dänemark und den Färöer vorliegt. Vidtu allade hilft uns, das Bild der verlorenen österreichischen Ds dul der Hauptquelle des Nibelungenliedes, nazuzeichnen. übersq hte artige Mitglied der Akademie Herr Schuchardt in Graz Sara ( tine Arbeit: Zur Kenntnis des Baskischen von ingere G abour d). Den Kern dieser Abhandlung bilden zwei Manne esprâähe, die, in dortiger vulgärer Sprechweise, von einem (vihren demn Volk (einem Schumacher) auf des Verfassers Anregung cines längeren Aufenthalts im Baskenland 1887) abgefaßt

ck Voran geht eine längere Einleitung, die sich besonders

tuzierung F odlemen der Betonung und der mundartlihen Diffe-

Herr Kehr lege den Bericht fiber die Herausgabe der Monumenta GCermaniae historics 1920 vor. Herr Haberl andt überreichte Heft 1 und 2 des zweiten Bandes der von ihm herausgegebenen Beiträge zur allgemeinen Botanik (Berlin 19). Vorgelegt wurden das von der Zentraldirektion der Monu- menta Germaniae historica überreihte Werk des forrespondierenben Mitgliedes der Akademie Harry Breßlau „Geschichte der Monu- menta Germaniae historica“ (Hannover 1921); ferner die von der Akademie in der Leibniz-Sitßung des Jak ces 1919 gekrönte Preis- {rift von Else Wentscher „Geschichte des Kausalproblems in der neueren Philosophie“ (Leipzig 1921); ferner das mit Unterstützung der Akademie (Stuß-Stiftung) herausgegebene Werk von Hans Erich Feine „Die Besezung der Nei sbistümer vom Westfälischen Prien bis zur Säkularisation 1648—1803" (Kirchenrechtlihe Ab- anblungen berausgegeben von Ulri ch Stutz, Heft 97 und 98, Stuttgart 1921); ferner die mit Unterstüßung der Hermann-und- Elise-HDeckmann-geb.-Wengzel-Stiftung herausgegebene Arbeit von Walter Laas „Die photographishe Messung der Meereswellen“ (Veröffentlihungen des Instituts für Meereskunde an dec Universität Berlin, herausgegeben von Albrecht Penck, Neue Folge, A. Geographis{G-naturwissenshaftliße Reihe, Heft 7, Berlin 1921); endlih die mit Unterstüßung der Akademie Ag egevens Arbeit von Bassel „Die Wasserleitung von Pompeji“ (Die Denkmal: pflege, Jahrg, 23 Nr. 5, Berlin 1921). Für wissenschaft- Lid e Zwedcke hat die physikalisch- mathematisc§e Klass e bewilligt für die Herausgabe dec Werke Leonhard Eulers als weitere Rate §000 4; ferner Herrn Cuno Hoffmeister in Sonne- berg zur Unterhaltung seiner Privatsternwarte in Sonneberg 2000 A, Die Akademie hat auf den Vorschlag der vorberatenden Kommission der Bopp-Stiftung aus den en der Stiftung Herrn Dr. Ernst Lewy in Wechterswinkel zur Fördérung seiner ost- finnishen ForsGungen 1350 4 zuerkannt.

Die Münchener Kunstausstellung 1921 im Glaspalast, unter Leitung der Münchener Künstlergenossenscaft, der Sezession und des Bayerischen Kunstgewerbevereins, wird am 15. Juni, Vormittags 11 Uhr, für Geladene und ab 2 Uhr für den allgemeinen Besuch geöffnet.

Land- und Forstwirtschaft. Bienenlieferung an Frankreih und Belgien.

Im Herbste dieses Jahres sollen, wie dem „Nachrichtenbüro des Vereins deutscher Zeitungsverleger" mitgeteilt wird, rund 75 000 Bienen- völker in Körben an Frankreih und Belgien 1cliefert werden. An der Aufbringung sollen sih möglichst viele Imker beteiligen. Da mit den Bienen der Honig geliefert werden muß und die von Frankreich und Belgien zu erwartenden Preise keineswegs hoh sein werden, so wird die Bienenlieferung für die deutschen Imker kein Geschäft, sondern lediglich die Ausübung einer vaterländishen Pflicht zur Er- füllung des Friedensvertrags sein. Eine feste Bestellung der Me- parationskommission liegt noch nit vor. Sollte es zu Ateférunsen fommen, so wird gs De E E LO zur Aus- ührung von Aufbauacrbeiten in den zerstörten Gebieten, Berlin W., 9, Potsdamer Straße 10/11, bei threr Aufbringung voraussihtlih der Vermittlung der Vereinigung der deutshen Imkerverbände, der Zentralimkergenossenshaft in Hannover

und der Bienenzuchtvereine bedienen.

Verklehrswesen.

Veber die bereits n naine Herabseßung der Preise der Monats- und Wochenkarten auf der Eisenbahn wird amtlich folgendes bekannt gegeben: Die zum 1. Juni d. F. im allgemeinen Verkehr in Kraft getretene Tariferhöhung, die für Monats- karten eine Berechnung nah 20 Teilfahrten, die Wochenkarten eine solche nah zehn Dreißigsteln des Monatskartenpreises vorsieht, bleibt an sih bestehen. Mit Nücksiht aber auf die s{chwierige Lage des Arbeitsmarktes, die insbesondere die auf die Benußung von Monats- und Wochenkarten angewiesene Bevölkerung trifft, hat der Neichs- verkehrsminister die Einführung folgender Notstandstarife angeordnet :

Die Monatskarten werden derart berehnet, daß ihnen nicht 20, fondern 16 Einzelfahrten im Monat zugrunde gelegt werden, so daß bei einer Benußung zur Fahrt zwischen Wohnplaß und: Arbeitsstätte an acht Tagen die übrigen Fahrten im Monat frei sind. Die Wochen- karten werden nit zu zehn Dreißigsteln, sondern zu sieben Ahtund- zwanzigsteln des Monatskartenpreises berechnet. Hier fährt also der Inhaber bereits nach Benußung an zwei Tagen der Woche während des übrigen Teiles der Woche frei; auch Kurzarbeiter können daher mit Vorteil von ihnen Gebrauch machen,

Diese Tarifherabsezungen, die nicht über die Dauer der zurzeit bestehenden Wirtschaftslage hinaus gelten sollen, werden mit grôoßt- möglicher Beschleunigung duntgeführt werden. Mit Rücksicht auf die hierbei zu Üüberwindenden technischen Schwierigkeiten werden Ne die neuen Tarife nicht vor dem 1. September eingeführt werden önnen.

Zum gleichen Zeitpunkt werden die auf anderen Grundsäßen auf- gebauten Zeitkarten des Berliner und Hamburger Vorortverkehrs, die am 1. Juli d. J. in Kraft treten, in dem gleichen Verhältnis er- mäßigt werden, wie dies bei den Monats- und Wochenkarten des GSernverkehrs geschieht. a

Die Ferngebühren sind in dem neuen Fernsprechgeseßentwurf von Grund auf neu gestaffelt worden. Bisher beträgt die Gebühr für eine Sg bis zu drei Minuten Dauer und bis zu einer Entfernung bis zu 25 km 80 9, darüber hinaus bis zu 50 km 1 Æ, über 50 bis 100 km 2 M, bis 300 km 3 M4, bis 500 km 4 M, bis 750 km 5 M, bis 1000 km 6 A und über 1000 km 8 M. Künftig soll ein Gespräch bis zu 3 Minuten Dauer auf einer Entfernung bis zu o km nur 25S kosten. Darüber hinaus sind folgende Gebührensätze vorgesehen: bis 15 km 75 9, über 15 bis 29 km 1 M % 9, bis 50 km 2 M, bis 100 km 3 M und von da ab für je 100 km mehr 1 M 50 9 Diese Säge entsprehen den Selbstkosten, die der Fernsprechverwaltung neuerdings aus dem Fernbetrieb erwachsen und die fih aus den eigentlichen Leitungskosten und den Betriebs- koften zusammensegen. Die Leitungskosten machen dabei wegen der eingetretenen außerordentlihen Steigerung der Materialpreise 87 vH der gesamten Selbstkosten aus. Gegenüber anderen Ländern, die für einen Vergleih mit dem Umfange des deutschen Fernsprechnetzes in Betracht kommen, bleiben au die künftigen deutshen Fernge ühren noch immer hinter den Tarifen dieser Länder zurü. Dringende Presse- esprähe werden nah dem Geseßentwurf auch künftig zur einfachen Gebühr zugelassen, sofern der Verkehr dadurch niht beein- trächtigt wird. Um dem deutschen See die unver- meidli gewordene Gebührenerhöhung etwas minder fühlbar zu machen, sollen bei Gesprähen von Entfernungen über 100 km, sobald die erste Dreiminuteneinheit überschritten ist, niht mehr, wie bisher, Gebühren für weitere Dreiminuteneinheiten, sondern nur noch für einzelne Minuten A erhoben werden, daß der dritte Teil der für die exste Gebühreneinheit geltenden Gebühr berechnet wird. Die Einführung der neuen Gebührensäge bildet die Grundlage, auf der allein die wirtshaftlißhe Gesundung des Fernverkehrs möglih ist. Hand in Hand mit dieser Neuregelung der Gebühren geht der Ausbau des geplanten deutschen Fernsprech k a be l neges, durch den die be- stehenden Absaßwege, deren Zahl son vor dem Kriege unzulänglich geworden war, erheblich vermehrt werden sollen. Da der Fernverkehr gegenüber der Vorkriegszeit sprungartig um 50 bis 70 vH zu- genommen hat, das E der oberirdishen Fernleitungen troy aller Anstrengungen dagegen seitdem nur um 7 vH vergrößert werden konnte, kann die dur den Bau des Fernkabelneyes in die Wege ge- leitete Betriebsverbesserung nalraenas erst allmählich in die Er- scheinung treten. Nach der im Verlauf einiger Jahre zu erwartenden Vollendung des Fern|prechkabelnewes, dessen Ausbau für die ganze deutsche Wirtschaft eine Lebensnotwendigkeit bildet, wird die Betriebs- sicherheit des Fernsprechverkehrs von Ort zu Ort in Deutsdhland wieder eie Höhe erreichen, die den gesteigerten Verkehröbedürfnissen

„beschäftigt. Die den S&lu madhenden Anmerkungen sind bauptsächlich elymologischen anb vntattischen Problemen gewidmet.

der Gegenwart voll Rehnung trägt.

R Gt

Förderung des bargeldTofen ZaBblungs3vers- kehrs. Fast alle größeren Zahlungen an die Post Grinzablungen auf Postanweisungen und Zahlkarten, Bezahlung von WertzeiBen, Fern-

\predgebühren, Zeitungsgebühren, Mieten, Schließfachgebühren ust. Tônnen unter gewissen Vorausseßungen bargeldlos durh Neis, banküberweifungen, Reichsbankshecks, Postüberweisungen, Postshecks un} Platzanweisungen beglichhen werden. Ueberweisungen und Schecks v0; Behörden und bestätigte weiße Schecks gelten ohne weiteres als Bargeld Auch sonst werden Postanweisungen und Zahlkarten abgesandt und Wert. zeichen ausgehändigt, ohne daß die Gutschrift abgewartet wird, wenr Sicherheit hinterlegt ist oder der Kunde einen bei der Bestellyost, anstalt {riftlich zu beantragenden Au8weis exhalten hat. Die Aus, weise berechtigen auch zur Einléfung von Nachnahmen und Host» aufträgen, wenn die Postaufträge nicht fofort zurück-, weiter- zum Protest zu geben sind. Nähere Auskunft erteilen die Post- anstalten.

oder

Fortan werden von den Postanstalten Postfrachtstüt&e bis 20 kg und solWe mit einer Wertangabe bis 10000 4 nah Natal mit Amatongaland und Zululand (Südafri- tanischer Bund) zur Beförderung über Hamburg oder Bremen und von da mit deutshen Schiffen angenommen. Das Nähere ist bei den Postanstalten zu erfahren.

Nr. 22 der „VeröffentlihungendesNReihsgesundheits- amts? vom 1. Juni 1921 hat folgenden Inhalt: Gang der gen:ein- gefährlichen Krankheiten. Zeitweilige Maßregeln gegen anstetende Krankheiten, Desgleichen gegen oden. Gesetzgebung usto. (Deutsches Reich.) Erzeugnisse der Kakao- und Schokoladenindustrie. Deutsche Arzneitaxe, 1921, zweite abgeänderte Ausgabe. (Preußen.) Anstreicherarbeiten in Schiffsräumen. (Belgien.)

harmazeutishe Spezialitäten. Vermischtes. (Deutsches Meich.) Uussaßkranke, 1920. Geschenkliste. Monatstabelle über die Ge- burts- und Sterblichkeitsverhältnisje in den 375 deutshen Orten mit 15 000 und mehr Einwohnern, Februar. Desgleichen in einigen größeren Städten des Auslandes. Wochentabelle über die Geburté- und Sterblichkeitsverhältnisse in den 49 deutshen Orten mit 100 000 und mehr Einwohnern. Desgleichen in einigen größeren Städten des Aus"andes. Erkrankungen an übertragbaren Krankheiten in deutshen und außerdeutschen Ländern. Witterung. Grundwasser- stand in Berlin und München, Bodenwärme in Berlin, März.

Theater und Musik.

Volksbühne (Theater am Bülowplaßt).

Karl Hauptmanns fünfaktiges Drama „D ie lange Jule ging am Sonnabend zum Gedächtnis des Diéhters, dessen Müärchenstück „Die armseligen Besenbinder“ an derselben Stätte Mane Qiclgreme ag tens hatte, zum ersten Male in Szene. Der Dichter folgt in diesem Drama noch ganz den naturalistishen Spuren seines größeren Bruders Gerhart, in dessen Schatten er fast zeit seines Lebens gewandelt war, bis er zuleßt neue Ausdrucksmittel für sein künstlerishes Schaffen gefunden zu haben wähnte. Die „lange E ist die zugunsten ihrer Stiefmutter enterbte Tochter des Groß- auern Vincenz Hallmann. e dem Tode ihres Vaters s\ezt e alles daran, das väterliche Gut dennoch in ihren Besiß zu

ringen, indem sie dem Haupthypothekengläubiger, dem Winkel- agenten und ehemaligen Schuster Dreiblatt durch Geld und Nänke den Sculdtitel abzulisten versucht. Der Plan gelingt. Am Tage ihres Triumphs aber gebt der väterlide Gutshof, durch einen halb kindischen bäuerishen Sonderling angezündet, in Flammen auf. Die um die ganze Hoffnung ihres Lebens betrogene „lange Jule“ gibt [s dann selbst den Tod. Eine starke Eigenart läßt sch in dieser ramatischen Arbeit Karl Hauptmanns nicht erkennen, man könnte das Drama für ein minder bekanntes und gelungenes Werk Gerhart Hauptmanns oder - Schönherrs - halten, an dessen -„Wetbsteufel“ ebenfalls manches im Charakter der „langen Jule“ erinnert. Dichterishen Dauerwert kann es jedenfalls niht beanspruchen; auf der Bühne kann es aber bei guter Beseßung der weiblichen Hauptrolle und der Rolle des S(husters Dreiblatt recht kräftig wirken. Diese Vorbedingungen waren bei der Aufführung am Sonnabend in der Volksbühne erfüllt. Johanna Ko-Bauer, eine hier bisher unbekannte Schauspielerin, wußte das entschlossene Wesen und den bäuerischen Starrsinn der Jule sehr LRNeugas u veranschau- lichen, und Ernst Stahl-Nachbaur gab dem Charakter des Winkela enten interessante, sichere Umrisse, Edgar Klitsh, der gleichzeitig die Spiel- [eitung hatte, spielte den s\terbenden Großbauern etwas zu jugend- li in der Erscheinung und körperlih nicht gebrechlich genug. Als Spielleiter hatte er auch auf manche weicheren lyrishen Stimmungen des Stüces Bedacht genommen. Von den Nebenrollen hätte man sich einige bei günstigerer Besezung wirkungsvoller denken können, auch wurde allgemein nicht immer deutlich genu gesprohen. Dennoch fanden Stück und Darstellung bei den Besuchern der Volksbühne starken Beifall.

Im Opernhause wird morgen, Dienstag, Leo Blec(s Oper „Versiegelt“ unter der musikalischen Leitung von Dr. Carl Besl gegeben. Anschließend daran geht Richard Strauß! „Josephs- Legende“ in Szene. Die Frau des Poti har gibt Lyda Salmonova, den Joseph: Irail Gadescov, den Potiphar: Georg Zekai. sind darin die Damen Berghoff, Sydow, Lucia, Geisel, Bowiz, Gageike und die Herren Etert, Hellwig, Hoffmann, von Leon, Molkow, Kunze sowie das gesamte Ballettpersonal beschäftigt. Musi- kalisher Leiter ist Otto Ura. Anfang 7# Uhr.

Im Schauspielhause wird morgen „Der Kronprinz“ in bekannter Besetzung aufgeführt. Anfang 7 Übr.

Mannigfaltiges.

Wunder des Schneeshubhs*, der Sport- und Naturfilmm aus der Gletscherwelt der S@hweizer Alpen, wird in der Treptower Sternwarte am nädhsten Mittwoch, Abends 8 Uhr, sowie am Sonnabend, Abends 8 Uhr, vorgeführt werden. Außerdem finden noch folgende Vorträge statt: morgen, Dienstag, Abends 7 Uhr, „Sternbilder und praktishe Anleitung zu ihrer Auffindung“ (Vor- trag mit Lichtbildern von Direktor Dr. Arbenhold); Sonnabend, Nachmittags o Uhr: „Aus fernen Landen" (Filme). Mit dem großen Fernrohr werden bei klarem Wetter von 2 bis 7 Uhr die Sonne, von 7 bis 11 Uhr der Jupiter oder der Mond beobaGtet.

ungen durch das astronomishe Museum finden tägli von 2 Uhr

achmittags bis 8 Uhr Abends statt.

Der preußisheMinister ) chtigt eute nahmittag mit zablreihen anderen führenden Fereals eiten mehrere Stunden eingebend die Elektroaus stellung. Am Vormittag war der chinesische Verkehrsminister mit tehnishen Beratern in der Ausstellung, über die er sih sehr anerkennend äußerte. noch eine große Zabl bon Besuchsanmeldungen, besonders auch des Auslands, vorliegî, ist die Ausstellung bis 26. Juni verlängert worden.

Leipzig, 11. Juni, In dem Prozeß gegen den Kriegs- beschuldigten, ebemaligen Angehörigen E eheimen Feldpolizei, Leutnant d. R. Ramdohr wurde der Eapeliagte bom Neichss geridt freigesprohen und der Haftbefehl aufgehoben; die Kosten des Verfahrens wurden der Reichskasse auferlegt. In der Begründung des Urteils wurde u. a. ausgeführt: Mag auH Anlaß zu dem dringenden Verdacht vorgelegen haben, daß der Angeklagte bei der Vernehmung der jugendlichen Personen, um sie zu Zugeständnissen zu bringen, unerlaubten Zwang ausgeübt habe, was nah § 843 des Neichsstrafgeseßbuhs als s{chweres Verbrechen mit Zuchthaus bestraft wird, so ist doch kein ausreihender Beweis für einen bestimmte:

Ferner

Es sen, 12. Juni. (W.T.B. des Innern O igte

Einzelfall erbracht worden. Die Glaubwürdigkeit der due d ; igkei

eugen im

und in ibrer auf das wesentlichste becin-