1921 / 137 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

falirat beschäftigte fich sodann mit einer Anzahl von Ankrägen aut Sang e erien ersien, H a er Tagesordnung, die sch auf eine erung igejeß- gehung bezogen, wurden vertagt. Ri E

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Dem Kreistage des Saargebiets. hat die Regitrungs3- fommis sion einen umfangreihen Entwurf zur Abänderung der Justizgeseß E und verschiedener Einzelgeseße zugehen lassen.

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Vrensßten.

Die Fnterallkiierte Kommission hat die Säube- runggaktion in Oberschlesien eingestellt. Als Grund hierfür gab fie, dem - „Wolffschen Le eee zufolge, den politishen Parteien an, daß der Selbstshuß ih weigert, vor Niederschlagung des Aufstandes die durch ihn befreiten, von ihm beshüßzten Gegenden zu räumen. Die deutschen Parteien vertreten den Standpunkt, daß es Aufgabe der

nteralliierten Kommission ist, endlich einmal gegen

ie E Lg vorzugehen, nicht aber gegen ben Selbst\chuß, der sih mit Beendigun: des Aufstandes von selbst auflöst. Die Bevölkerung kann sich den von ihr selbst geschaffenen Schuß nicht nehmen lassen, bevor sie dur Taten der Kommission eine Gewähr für ihre volle Sicherheit er- halten hat.

Zu größeren Zusammenstößen is es im Laufe des gestrigen Tages in Oberschlesien niht gekommen, doch haben die Snsurgenten ihre Angriffe auf Zembowißz im Kreise Rosen- berg erneut aufgenommen. Jn der Gegend von Rosenberg haben sich nach - Abzug der Engländer in südlicher Richtung polnische Banden gebildet, die erneut gegen die Abstimmungs- polizei und die deutshe Bevölkerung mit Waffengewalt vor- gehen. Es bestätigt sid daß im Kreise Ratibor die Polen gegenüber der - Stadt Ratibor die Ortschaften Markowiß, Lukasine und Hohenbixken geräumt haben. t 7

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Die amtlihe Ausgäbe der Jahresberichte der Nreußishen Regierungs- und Gewerberäte und Bergbehörden für 1920 isst fertiggestellt. Die Jahres- berichte bringen in erster Linie eine Darstellung der Tätigkeit der Gemwerbeaufsihtsbeamten bei der wirtschaftlichen Demobil- machung. Besonders sind in ihnen besprohen die Durch- führung der Bestimmungen über die Einstellung, Ent- lassung und Entlohnung gewerblicher Arbeiter, über den Achistundenarbeitstag # über Arbeitsordnungen, Tarif- verträge, Arbeiterräte, Angestelltenräte, Betriebsräte und über Fachaus\hüsse für das Bäkerei- und Konditoreigewerbe. Ferner werden eingehend behandelt die Gesundheits\chädigungen, denen die Arbeiter bei der Herstellung keramisher Abzieh- bilder ausgeseßt find, sowie die Gesundheitsverhältnisse der in den Verbleiereien E Arbeiter, Beob- achtungen über das Taylorsystem, die Schaffung ausreichender Arheiterwolnungen und dieUnterbringung von Kriegsbeschädigten. Ein buchhändlerischer Vertrieb des Werkes findet nicht statt. Bestellungen auf das Werk sind an das Ministerium für Handel und Gewerbe Berlin W. 9, Leipziger Straße 2, zu rihten. Der Preis des 78/4 Druckbogen umfassenden Werkes beträgt! für- dew brofchierten. Abdruck 103,75 4 und. für den zebundenen Abdruck 112 (4. Seine Lieserung erfolgt gegen Nachnahme des Preises und der Portokosten. Bei der Be- steg ist anzugeben, ob broschierte oder gebundene Abdrucke des Werkes gewünscht werden. i

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Bayern.

am Landtag haben die Unabhängigen Sozial- demokraten folaende Interpellation eingebracht:

Durch terroristisGe Gruppen werden seit längerer Zeit Attentate auf Abgeordnete des bayerisben Landtags verübt, die im Falle des Abgeordneten Eareis- zum Morde geführt haben. Was hat die Staatsregierung getan, um das Treiben dieser Gruppen zu unter- binden, oder was gedenkt sie in Zukunft zu tun ?

Zugleich hat die Fraktion der U. S. P. an das Präsidium des Landtags einen Antrag gestellt, sobald als möglih das Plenum einzuberufen und die Jnterpellation auf die Tages- ordnung der ersten Sißung zu segen,

Großbritannien und Frland.

Sm Unterhaus fragte ein Abgeordneter an, wieviel Deufshe angeklagt seien, Lazarett\chiffe versenkt zu haben. Ferner, ob man in nhetraht der Freisprechung des An- geschuldigten, der die „Dover Castle“ versenkt habe, weil diese Tat auf höheren Befehl ausgeführt worden sei, die Liste der „Krieosverbrecher“ abändern werde, um diejenigen Personen anzuklagen, die derartige Befehle gegeben hätten. Der Generalstaatsanwalt antwortete, daß einige Anklagen wegen Versenkung von Lazarettschiffen vorlägen. Die Ent- scheidungen des Leivziger Gerichtshofes zögen niht den Verlust der Rechte der Alliierien. nah si, die ihnen der Friedens- vertrag qábe. Sobald die Prozesse vor dem Leipziger Gericht beendet seien, würden die Alliierten beschließen müssen, was zu tun sei.

Auf eïne Anfrage îm Unterhause, ob die deutsche Regie- rung gegen das Ultimatum der Alliierten an den General Höfer Einspruh erhoben habe, antwortete der Minisier Chamberlain bejahend. Verneinend beantwortete er die Frage, ob die Rekrutierung und der Abtransport von Verstärkungen für den General Höfer ungehindert weitergehen.

eines Ergänzungskredits von 97 Millionen Pfund für den mittleren Osten, der zum Nessort hes Kolonialamts gehört, führte der Kolonialminister Churchill laut Bericht des „Reutershen Büros“ aus :

Großbritannien habe feierli die Stellung einer Mandatarmackt für Paléstina nnd Mes opotamien übernommen und sei “aran gebunden, aufri%tige und entschiedene Anstrengungen zu machen, um seine Vervflichtungen einzulösen. Er betonte indessen, daß eine Einschränkung der Ausgaben für diese Gegenden notwendig sei. Innerhalb der gesamten arabischen Halbinsel befolae England urzeit eine einfahe und klare Politik. ährend beim Waffenstill- tand ein Heer von rund 700000 Mann oder 175 Bataillonen

Mesopotamien und Palästina gestanden habe, werde das aeaenwärtige Finanzjahr mit 200 000 Mann in Palästina

Mesopotamien eróffnet, aus\{ließlih 30 000 Flücht-

e und einbegriffen einundvierzig Bataillone Truppen. Die Re- gierung sei entschlossen, diese Streitmacht sofort einzuschränken, indem fie wei von Indien dorthin entsandte Divisionen zurübefördere, und ferner die Rin r weiterer Einshränkungen in diesem Jahr in Grwägun Die Ausgaben für Mesopotamien

u ziehen. bude Xahr noch fünfunddreißig Millionen Pfund Sterling. I E lautes N Kairo sei beschlofsen worden, daß im

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Zusammenhang mit den politisGen Abmachungen eine unmittelbare Einschränkung in Mesopotamien von dreiunddreißig auf dretundzwanzig Bataillone stattfinden solle, ein Stand, der am 15. Juli erreicht werden würde; ferner eine weitere Verringerung nach dem Oktober auf einen Stand von zwölf Bataillonen. Wenn diese Politik nicht durch unyorbergesehene Ereignisse unterbrohen werde, nehme er an daß die Ausgaben für Palästina sh in den nächsten Jahren auf nit mehr als 9000 oder 10 000 Mund belaufen würden. Die vor- läufige Eingeborenenregierung, die Ms in Mesopotamien bestebe, solle im Laufe des Sommers ne ein Parlament und einen arabischen-Herrscher erseßt werden. Er hoffe, daß das Volk eine weise Wahl des Herrschers treffen werde. hurchill empfahl der endgültig gewählten Regierung, den Versuch zu machen, rings um Bagdad herum einen arabishen Staat aufzubauen, der den alten Ruhm und die Kultur der arabischen Rassen wieder aufleben lassen könne. Der Emir ee sei davon unterrihtet worden, daß seiner Kandidatur für den

hron von Mesopotamien kein Hindernis in den Weg gelegt werden solle, und daß er, wenn seine Bewerbung erfolgreich sei, von britischer Seite Unterstüßung erhalten werde. Fessal habe demgemäß Mekka verlassen und werde etwa in zehn Tagen in Mesopotamien ankommen. Für einen regelmäßigen Mugieu verkehr quer dur die Wüste zwischen Bagdad und Kairo seien aitaLinén getroffen. Die fünstaufend Mann Truppen in Fs würden vielleiht noch einer unerheb- lien Verstärkung bedürfen. Wenn England und Frankreich ihre Stellung im mittleren Osten aufrecht erhalten und den übernommenen Rerantwortlichkeiten gerecht werden wollten, müßten fie eine Politik des friedlichen Ausgleihs und der Freundschaft gegen Araber . und

Türken verfolgen, Frankreich.

Die Regierung hat beschlossen, eine militärische Mission nah Japan zu entsenden, an deren Spiße der Marschall Joffre steht.

Der Ministerpräsident Briand hat gestern den fe ertb Minister des Aeußern Benesch und den Minister für die befreiten Gebiete Loucheur empfangen.

Jm gestrigen Ministerrat hat der Minister Loucheur über seine Zusammenkunft mit dem deutschen Minister für den Wiederaufbau Dr. Rathenau Bericht er- stattet. Wie der „Temps“ mitteilt, ist zwischen den beiden Ministern vereinbart worden, daß sich Sachverständige am Freitag, den 24. Juni, in Paris zusammenfinden, um über ein neues, endgültiges Wiederaufbauprogramm zu beraten.

Der Garantieaus\chuß für die deutsche Neparations\chuld, der gestern abend nach Berlin ab-

ereist ist, hat vorher im Einvernehmen mit der Reparations- ommission eine Anzahl Fragen geregelt, die entweder eine grundsäßliche Entscheidung dieser Kommission oder eine Ver- ständigung beider Organisationen erforderte.

Die Internationale Do naukonferenz hat die Strafbestimmungen wegen Uebertretung der Schiffahrts- und Polizeiordnung angenommen.

Der Justizminister hat in der Kammer einen Geseß- entwurf eingebracht, der strenge Strafen über alle Personen verhängt, die Soldaten zur Verweigernng der mili- tärishen Pflichten verleiten bezw, Akte der Disziplin- losigkeit verherrlichen.

Nach einer Havasmeldung hat es eine sehr große Anzahl von Abgeordneten der Kammer für zweckbmäßig er-

achtet, eine bessere Verbindung zwischen den einzelnen

Kammergruppen herzustellen, um dadurh, ohne die Selbständigkeit der einzelnen Gruppen zu verringern, eine sihére Mehrheit zu schaffen. Sie hat sih auf ein gemein- sames Programm geeinigt, das sih gegen jede Diktatur einer Klasse oder einzelner Personen, ferner zugunsten der Geseße der Republik und besonders der vollständigen Welt- lichkeit des Staates sowie für die Aufrechterhaltung der Bünd- nisse Frankreichs in einem Maße ausspricht, das sih mit der Würde Frankreihs verträgt. Gleichzeitig sind die Unter- zeihner des Programms entschlossen, ohne Schwäche die Ein- treibung der deutshen Schuld zu verfolgen und an Stelle der Anleihen ein Regime des finanziellen Gleichgewichis zu seßen. Sie erklären sih ferner für Baer nta auf politischem, fiskalishem und sozialem Gebiet und wollen auf dieser Grund- lage im Parlament eine große politische Partei bilden, die für die genaue Ausübung des parlamentarischen Regimes eintritt. Bisher ist das Programm von 188 Abgeordneten unterzeichnet worden.

Auf dem Kongreß der Gewerkschaft der Arbeiter der Post-, Telegraphen- und Telephonverwaltungen haben die Kommunisten mit einer kleinen Mehrheit gesiegt, und zwar mit 63 gegen 57 Stimmen bei 14 Stimm- enthaltungen. Das t die zweite Gewerkschaft nah den Eisen- bahnern, die eine Mehrheit für den Anschluß an die Jnter- nationale von Moskau ergeben hat.

Südslawien.

Velgrader Blätter melden, daß die südslawische Negierung vom Obersten Rat in Paris benachrichtigt worden ist, daß die südslawishe Forderung nah Korrektur der Nord- grenze in Kärnten zurzeit nicht berücksichtigt werden könne.

Türkei.

Nach einer Meldung der „Morning Post“ hat Mustafa Kemal Pascha eine Proklamation erlassen, in der er es unbedingt ablehnt, in Unterhandlungen mit England ein- utreten. Er habe jeßt eine mächtige Regierung gebildet und ie gesamte muselmanishe Welt hänge ihm an,

Amerika.

Im amar en Repräfentantenhause haben noch einer Meldung des „Wolff hen Telegraphenbüros“ bei der Abstimmung über die Resolution Porter 49 Demo- fraten für und ein Republikaner dagegen gestimmt. Einer der Unterschiede zwischen. der Resolution Porter und der Re- solution Knox ist der, daß die e den Vereinigten Staaten ausdrücklih alle Rechte vorbehält, die sie auf Grund des Waffenstillstands erworben haben, und bestimmt, das be- Aae mte deutshe und österreichishe Eigentum solle be-

lagnahmt bleiben, bis die Verträge in beiden Ländern rati- ziert sind. Depeschen aus Washington besagen, es werde eraume Zeit dauern, bis der Me C age eider Häuser si über eine endgültige Fassung der Friedens- resolution geeinigt haben werde.

Wie Reuter aus A ington meldet, beabsichtigt die Regierung und die republikanische Partei die amerikanischen Küstenshiffe von dex Zahlung von Durchfahrtsgebühren durch den Panamakanal zu befreien. Die Eisenbahnen widersezen sh diesem Antrag, weil sie von seiner Ene eine Verminderung des Landverkehrs befürchten. Außerdem wird erklärt, der Antrag widersprehe dem Abkommen, das 1901 Ra Amerika und hett cdgesGlossen wurde, wonach kein Staat bei der Durchfahrt dur den Panamakanal | bevorzugt werden solle. Wi L

Asien.

Nach einér Meldung des „Daily Tel a Afghanistan als Bedingung für den Abs T stel neuen Vertrags mit Jndien weitgehende F rungen. Kabul verlangt erstens das Recht, ein en 2. Pen „als Freihäfen für den Außenhandel Afgha enußen, zweitens das Recht, über indische Bahnen j, chränktem Umfange Waffenmengen nach Af hanistan be- ühren, „drittens bie e air vgs pon Wa trifian vier e Zurückziehung des Einspruchs gegen russischen. an dex indischen Grenze. sischen Konsul

Nach einer Meldung des „Wolffschen Tele I S apan seine Rechte als ‘Mandatarmacht auf nseln des Stillen Ozeans, die ihm dur den iegt vertrag von Versailles zugewiesen worden sind, aufre t ent: fegctesen wird es eine Mlerna ana Meng einer die nseln niht zugeben, da dies selbst ein Verstoß dein fe Vertrag von Versailles sei. Jndessen heißt es, Japan K bereit, zuzugeben, daß die Vereinigten Staaten die vollständi Ï Kontrolle über einige Inseln erhalten. ie

Der japanische General Yamanashi ist ; ; minister ernannt worden. 9 Hdt ift zum Krieg,

Vie „Wolffs Telegraphenbüro“ meldet,

Miliz in Wuchang Magazine, die Baulichkoite uui Schule der amerikanishen Mission in Brand gest Viele Chinesen wurden getötet.

Parlamentarische Nachrichten.

Der Entwurf eines Gesezes über die Abwick[ von K tags g oel aften us Kriegsorganisation ist nebst Begründung dem Reichstag mit dem Ersuchen ju gegangen, die Vorlage als sehr dringlich zu behandeln. rieg gesellschaften im Sinne dieses Geseßes stnd Gesellschaften dde Organisationen, die während des Krieges oder der Uebergang wirtschaft, zur Durchführung. von Aufgaben der Bewirtschaftunz des Transports oder der Versicherung im Auftrag oder unte Mitwirkung des Reichs errichtet worden sind. Ob eine (ese; schaft oder Organisation als Kriegsgesellshaft im Sinne diesa Gesezes anzusehen ist, entscheidet die Reichsregierung, Jn de Begründung zum Geseßentwurf wird ausgeführt:

Der Abbau der Kriegs8gesellschaften wird im besleunigten Mise durchgeführt. Bei dem Abbau haben sich indessen Schwierigkeiten ergeben, die eine beshleunigte Auflösung verschiedener Organisationen erschweren. Diese Schwierigkeiten bestehen zum Teil darin, daß die geseßlichen Vorschriften über die Auflösung von Gesellschaften ein Sperrfrist von einem Jahre vorsehen. Da teilweise die Liquidatin erst eintreten kann, wenn die Gesellshaft \chon vorher einen erheblihen Abbau durchgeführt hat, so bedeutet die Dur: führung des Sperrjahres in vielen Fällen eine Verzögerung der endgültigen Auflösung. Es ist deshalb notwendig, für die Kriegsgefellschaften die geseßlichen Bestimmungen dahin ab zuändern, daß an die Stelle des Sperrjahres eine Sperrfrist bon drei Monaten tritt und daß nach Ablauf der Sperrfrist alle Forde rungen gegenüber den Kriegsgesellschaften erlöschen. Durch diese V stimmung, die sich nur auf inländische Gläubiger erstreckt, dütftn Privatinteressen in keiner Weise benachteiligt werden, da der Abbau der Kriegsgesellshaften allgemein bekannt und eine Frist bm drei Monaten zur Geltendmachung von Forderungen auch in anderen Fällen ‘als ausreichend angesehen worden ist.

Nach den Ey Geseßesvorschriften sind die Gläubiger ciner Gesellschaft auch nach Ablauf der Sperrsrist in der Lage, F arbêtinhen geltend zu machen, sofern noch Vermögen. vorhanden ist. Die Folge davon würde sein, daß Gläubiger von Kriegsgesellschaften, die bereits aufgelöst und deren Vebershüsse vorn Neich vereinnahmt sind, an die Regierung wegen ihrer angeblichen Ansprüche herantreten. Um dies zu vermeiden und den endgültigen Abbau der Kriegswirtschaft zu et

a en, erscheint es nötig, eine Aus\{chlußfrist zu setzen, nach deren

auf alle Forderungen gegen Kriegsgesellshaften erlöschen. Eine weitere Schwierigkeit bildet die Erhebung und Veranlagung von Steuern gegenüber den Kriegsgesellsha\ten, die bei den Gesel schaften sehr umfangreiche Arbeiten erforderlih machen; namentlih in den leßten Monaten sind diese Arbeiten so angewachsen, daß unbedingt etwas geschehen muß, um die Gesellschaften von diesen Arbeiten befreien. Andernfalls besteht die Gefahr, daß eine große Anzll von Kriegsgesellshaften nur deshalb noch- längere Zeit le stehen bleibt und sogar noch ‘neues Personal einstellt, um di Steurrang egen etten zum Abschluß .zu bringen. Um dis zu_verhindérn und die Kriegsgesellshaften endli verschwinden jl lassen, ist es erforderlich, ihnen in weitestgehendem Maße Steue freiheit zu gewähren. Dies ersheint um so unbedenklicher, als 6 fi de nicht um eigentliche Erwerbsgesellschaften handelt, die Krit esellshaften vielmehr ements arbeiten und ihre Uebersdist apungsgema an die Allgemeinheit (Reich oder Land)- abführen. u würde die Hexanziehung der Gesellschaften zu Gemeindesteuer! j! einer Bevorzugung der wenigen zentralen Gemeinden führen, in dn die Errichtung seinerzeit erfolgen mußte und die hierdurch wirlschä! li sehr erhebliche Borteile hatten. s Allerdings erscheint es notwendig, die S {arf l! umgrenzen, um ‘einen Mißbrauch zu vermeiden. Infolgede}en ist die etn nur: auf alle diejenigen Kriegsgesellschaften auégedt weiche bis spätestens drei Monate nah dem Inkrafttreten dies Geseßes in Liquidation getreten oder. sonst aufgelöst sind. Ale t Kriegsgesellschaften, welche nah diesem Zeitpunkt noh ni® ; Liquidation. getrêten oder sonst aufgelöst find, haben feinen Ann) auf Steuerfreiheit. Diese Bestimmung bildet zugleich einen Iunt für eine beschleunigte Auflösung. s j Die Gewährung der Steuerfreiheit muß rückwirkende Fn

erhalten, da gerade die Dea eung der Steuerfragen für die zurüd

liegende Zeit, insbesondere für die Kriegsjahre, die Ahwielung der Kriegsge]ellshaften ganz außerordentlih verzögert \chwert; andererseits muß vermieden werden, daß d schaften Grund der Steuerbesreiung Geseßes bereits“ gezahlte Steuern zurückfordern, denn h diese Rükforderungsarbeiten würden die Abwicklung la aufhalten. - Nur für die in den leßten Monaten E Steuern ist es notwendig, ein derartiges RückforderungöreHt zu i v weil eine Reihe von Steuerbehörden in Kenntnis davon, i Regierung dieses Geseg vorbereite, mit allen Mitteln die von L vielfah wesentlich zu hoh veranlagten Steuerbeträge eingetrieben Snfolgevessen ist in $ 12 Abs. 4 bestimmt, daß eine Erstattung d Steuern auf Grund der Vorschriften dieses Gesezes nur 0 d werden kann, soweit die Zahlung nah dem 31. ezeimber 1

folgt ift. Nicht ausgedehnt ist die Steuerbefreiung auf Veranlagt welche bereits unanfechtbar geworden sind, da es unbillig el au derartige Ansprüche aufzugeben. Hinsichtlih unanfecht at hit anlagungen is daher ein Anspruch auf Erstattung bereits gei nit Steuern s{lechthin ausgeschlossen und die Kriegs esellschaft M die Teilhaber von Kriegsgesell schaften sind auch nah Inkraftltre sist Gesetzes zur Zahlung der rechtskräftig veranlagten Steuern verf Zwe fis erschien es ferner, die Steuerbefreiung nur Jin 1d Personalsteuern zu beschränken, da eine Befreiung von indir führen NRealsteuern zu wéeitgehenden s\teuertehnischen Schwierigkeiten ,

würde. unal: Die Gesellschafter von Kriegsgesellschaften sind von Kom cie verbänden zum Leil wegen der Gewinne besteuert worden, gaften ae ie Seid ex el e E O n ad " ondern de ei) zufließen. Die Gesellsha{ter vom Reich verlangt, es ses die Steuern zahle. Daher A

nunmehr auf

f

„der Direktion

? wendig, Vorsorge zu treffen, daß die Teilhaber von Kriegsgefell- us f Grund ihrer Beteiligung an diesen zu Steuern lie in Ansehung der Beträge veranlagt werden können, welche ihnen für die ihre Beteiligung entfallenden Gewinnanteile von der Gesellschaft cite h bei verschiedenen Gesells at sich bei verschiedenen Gesellschaften ergeben, daß ihre guflósung beschleunigt durchgeführt werden kann, wenn eine bie Stelle noh die Grledigung einiger rückständiger Arbeiten, insbesondere die Durchführung laufender Prozesse, übernimmt. Aus diesem Grunde f bei der Reichs-Kredit- und Kontroll-Stelle, G. m. b. H., eine Lmiridations-Abteilung eingerihtet, die mit einem sehr geringen per- “nellen Aufwand derartige Abwicklungsarbeiten zu Ende führt. Es erscheint zweckmäßig, gese festzulegen, daß die Uebertragung des Necmögens von Kriegsgesellschaften auf das Reih und die Durch- éthrung der Abwicklung durch die Reichs-Kredit- und Kontroll-Stelle, 6. m. b. H, bewirkt werden kann, insbesondere zut endgültigen Dur führung von Prozessen. N L darf erwartet werden, daß mit Hilfe der Verordnung in fürzester Zeit die Kriegsgesellschaften aufgelöst und ihre Geschäfte cflos abgewickelt sein werden.

Der Aus\chuß für Beamtenangelegenheiten im preußischen Landtage seßte die Beratung über das neue Ortsflasseuv erzeichnis fort. Ein Negierungsvertreter er- flärte, daß die Reichsregierung in allernächster Zeit in Verhandlungen iber die einzelnen Landesteile unter Hinzuziehung von Vertretern der Regierung aus den Provinzen und der Provinzialorganisation der

mtengewerkschaften eintreten werde. Am 20. Juni werde mit den Berhandlungen über Rheinland-Westfalen begonnen. Die Verhand- lungen würden sehr erschwert dur die Zersplitterung der Beamten- haft und das Fehlen einer einheitlichen ge\schlossenen Organisation. (Fin Antrag der Demokraten und des Zentrums, eine Verfügung des früheren preußischen Finanzministers Lüdemann zurüchunchmen, durch die den Regierungspräsidenten untersagt worden ist, Eingaben über das Ortsklassenverzeichn1s weiterzuleiten, wurde zurückgezogen, nachdem der Negierungsvertreter die Zurücknahme der Verfügung in Aussicht gestellt hatte, Der Vertreter des Statistishen Landesamts erklärte in bezug auf eine Verfügung betreffs der Teuerungsstatistik, daß zur \intershrift der Nachweisung über die Statistik aus den einzelnen Kandesteilen nur deshalb die Vertreter der gewerblihen Arbeitgeber und Arbeitnehmer hinzugezogen werden sollen, weil die Teuerungs- statistik eine Unterlage für Tarifverhandlungen bieten soll. Im Aus- Guß wurde von verschiedenen Rednern darauf hingewiesen, daß die Teuerungsstatistik auch eine wesentlithe Grundlage für die Drts- s ilung Darn und daß man in bezug auf ihr Zustande- fommen keine Bevorzugung, aber eine vollständig gleihmäßige Be- wertung der Beamtens aft gegenüber den gewerblichen Arbeitnehmern fordern müsse.

Statistik und Volkswirtschaft.

Arbeitsstreitigkeiten.

Eine am Montag auf den Gütern der Stadt Berlin borgenommene Urabstimmung hat figen Blättern zufolge cine starke Mehrheit der städtischen Gutsarbeiter für cinen Ausstand ergeben. Von der etwa 4000 Mann starken Belegschaft der städtischen Gutsbetriebe haben 3534 für und nur “gegen die Arbeitsniederlegung gestimmt. Mit diesem Ergebnis sollte, falls nicht noch in leßter Stunde ein Ausgleih zustande käme, der Ausstand heute früh in Kraft treten. Er betrift 18 s\tädtishe Güter ebenjorwie auh die Verwaltungsbetriebe. rieselung der Rieselfelder, Vichfütterung, Futterzufuhr, Milchabfuhr und Bewachung sollen bis auf weiteres auêgetührt werden. Wie nun die „Berl. Börsen-Ztg." erfährt, hat die Lage in. leßter Stunde noch insofern eine Aenderung erfahren, als seitens der Organisationen ver Arbeitnehmer die finanziellen Forderungen ermäßigt worden sind: und dafür eine Art Mitbestimmungsrechti der Arbeiter in der städtishen Güterverwaltung gefordert wird. Die Herabseßung der ursprünglichen Lohnforderungen hat den Magistrat

nunmehr veranlaßt, neue Verhandlungen mit den Vertretern

der Organisationen einzuleiten.

Sn München kam es, einer von „W. T. B." übermittelten Meldung dortiger Blätter zufolge, gestern, Dienstag, Bayerishen Motoren-Werken zwischen Arbeits- willigen und sozialistishen Arbeitern zu Zu- sammenst ößen, wobei ein jüngerer Arbeiter unter dem Zwang des Terrors die Kündigung einreichen mußte. Auf die Drohung | mit Gesamtiaussperrung zog .der Betriebsrat die Forderung auf Entlassung des Arbeitswilligen zurúd, forderte jedo die Belegschaft auf, diesem . Arbeiter weiteres

Mbeiten unmöglich zu machen. Der Christliche Metall-

arbeiterverband wird gegen das Verhalten des Betriebsrats weitere Maßnahmen treffen.

Vie dem „W. T. B.“ aus Haida gemeldet wird, haben die gm Dlasfabriken in der T\cheho-Slowakei iren Arbeitern mit der Begründung gekündigt, daß sie wegen weiterer Vershle(terung der Geschäftslage zur Einstellung ihrer Vetriebe gezwungen seien.

Einer von „W» T. B.“ übermittelten Nachricht der „Times aus London zufolge besteht die Absicht, durch die heute stattfindende A b- timmung unter den Bergarbeitern die Beilegung des Ausstands in der Kohlenindustrie herbeizu- führen. Wie „W. T. B.“ ferner erfährt, sind die V erhand- sungen zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern in der Netallindustrie bezüglih der Herabsetzung des Lohnes «dgebrohen worden. Die Lohnverminderungen sollen nah An- "indigung der Arbeitgeber morgen, Donnerstag, in Kraft treten. An ¿cem Tage erwartet man, daß die Arbeiter in ganz England in den ‘ustand treten werden. Falls es dazu fonmt, wird es in der “elallindustrie mehr als 14 Millionen Feiernde geben.

Kunst und Wissenschaft.

In der Juniisigung der „Gesellschaft für Erdkunde“ ‘nlwarf der Afrikaforider Dr. Leo Waibel Natur- und vebensbilder aus dem rp is Afrika. Mit Hilfe qn Zihtbildern führte er die Hörer vom Ürwald am : R zur W ü st e. Der Vortragende gestaltete seine Darstellung f dem Gesichtspunkte, daß er von der NRegenmenge ausging, ‘die G einzelne afrikanische Gebiet aufweist und von der sein gesamter

harakter beeinflußt wird. Am Aequator liegen die regenreisten ebiete, nah Süden hin nehmen die jährlihen Negenmengen ab und

#4 ândern ih demgemäß alle organischen Verhältnisse; 1800 - bis '

babe mm. Regen treffen wir am Aequator, und in Kamerun Lo n wir noch 1000 ‘bis 1200 mm MNegen. Bei sehr der Wärme und sehr geringen Temperaturschwankungen Ge es dort feinen Wechsel der Jahreszeiten _ und | das q 0ebnis dieser Verhältnisse is die ungemein üppige Flora, der Twald, der bei Sierra Leone beginnt und im Kongostaat seine ste Entfaltung aufweist; er nimmt einen Raum ein von etwa Süd Kilometer Länge und 10 000 Kilometer. Breite. Weiter im n en des Kontinents nehmen die Regenmengen ab und damit tritt zt Jenderun des Klimas ein, So entstehen die Grasflächen " Güdwesta rifa mit seinen trockenen Wintern. Die, Trockenheit l mt nah Süden hin mehr zu. In den Savannen haben wir hun nh drei Monate hindur Regen, wenngleih le Mengen qbnig der als 300 mm steigen. Dornbäume, Akazien find das Gre 18 der s{wankenden Regenmengen im Süden, ähúlih wie auh Somaliküste, und das Wüstengebiet der Nama hat sein

Ürwva] im Norden Afrikas an der Sahara. Der D, wie ex uns in Kamerun sich bietet, baut si idi odwerken auf; über reichem, fast r oer Unterholz Men sah die großen Baumriesen, die eine Höhe bis qu 20 1m er

- fostet,

Die Notstandsarbeiten, wie Be-'

‘treten wir das Wüstengebiet.

in den.

reiden, aber noG von Bäumen überragt werden, die bis 60 m Höhe erreihen. Slingpflanzen von riesiger Ausdehnung bedeckden den Waldboden, Lianen und Epiphyten sind zahlreich. Die Luftwurzeln hemmen jedes Vorwärtsschreiten. Alles strebt dem Lichte noch oben zu. Wie die S{hmaroßerpflanzen auf die Wildbäume hinauf- flettern, so hat sich auch die höhere Tierwelt oben in den Baumkronen angesiedelt. Schimpansen und Papageien leben dort, während die Antilope am Boden leben muß und deshalb nur \chwach sich entwidelt. Wir treffen hier noch auf alte Tier- formen wie das Ofkapi und die Zwergantilope. Der unent- widelten Fauna entsprehen die dort lebenden Menschen, die Zwergrassen (Pygmäen) in Kamerun. Sie stehen fozial auf tiefer Stufe, haben keine Häuser, keinen Besiß, leben von Baumfrüchten und jagen den Elephanten mit vergifteten Pfeilen; felbst die im Walde lebenden Bantu haben nur kleine Dorfeinheiten. Stamm gegen Stamm stehen sie auf dem Kriegsfuß gegen einander. Der Wald Hindert einen freien Hausbau. Der Kautschuk gab der Kameruner Kolonie ihre Bedeutung ; freilich konnten ihre onfligen Naturschäßze, vor allem das Holz aus dem Urwalde, niht genußt werden, weil alle Aida fehlte. Ein zweiter Vege- tationstypus im tropishen Afrika ist die Btatflise im Innern des Hochlands von Kamerun. Hohes Gras neben verkrüppelten Ge- wädsen ist für sie harakteristisch. Obwohl der Boden rasch austrocknet, ist doH noch dem Menschen dort Lebensmöglichkeit geboten. Er baut sein Getreide dort, die Negerhirse, die getrocknet und auf- bewahrt wird. Demgemäß ist dort im Grasland der Kulturzustand ein ganz anderer als im Urwald. Hier haben wir die forgtiltg aus Nafiapalmen errihteten Rundhäuser mit dem Kegeldah. Ohne Nägel werden diese Wohnungen hergestellt, Bast dient dazu, die Ver- bindungen herzustellen. Es gibt ausgedehnte Siedlungen, staatliche Nerbände und mäthtige Häuptlinge, auch wird bisweilen in diesem Grasland noch der Büffel gejagt. In Banu haben wir einen riesigen Palastbau mit Impluvien und einer Säulenhalle, an der das auf griechischen oder römishen Einfluß deutende Eidechsenmotiv als Schmuck verwandt ist. Die Haussa kamen hierher als Kaufleute, sie haben die Pferde in dies Gebiet gebraht, wo eine Viehzußt wegen des Vorkommens der Tsetsefliege nicht möglich ist, und demgemäß der Ackerbau die einzige Nahrungêsmöglichkeit bietet. Zudem kommt dort die Baumwolle -wild vor, und die deutsche Verwaltung batte schon mit deren rationellem Anbau begonnen. Südlich des Grasflächengebiets sinkt die Kultur des Eingeborenen, er wird wieder zum Nomaden und Viehzüchter; nur der weiße Mann, niht mehr der Neger, vermag in Südwestafrika als Kultivator zu existeren, denn da dort nicht das ganze Jahr hindur Wasser zur Verfügung steht nur vom Dezember bis zum März regnet es in diesem Gebiet —, so mes daselbst die kf ünstlihe Bewässerung zur Anwendung kommen. Auf dem gelben, dürren Steppenboden entstehen niht selten Gras- brände. Ehemals war das Gebiet wildreich. Antilopen und Zebras wurden gejagt; heut hat diefer Wildreichtum starke Einbuße erfahren. Aber die Weißen haben daselbst mit Hilfe künstlicher Be- wässerung Viehzucht und Ackerbau geschaffen. Es gibt Farmen von 3000 bis 5000 ha 'Größe, fo in Grootfontein, mit etwa 500 Rindern. Das Erbohren des Wassers ist eine schwierige Arbeit; zuerst muß es gefunden werden, wobei die „Wünschelrute“ eine Rolle spielt; dann erfolgt die Anlegung des Bohrlochs. Bisweilen hat die Wassererbohrung auf einer Farm bis 40000 M ge- während die Farm selbs nur die Hälfte des Preises wert war. Die einzelnen Farmen mit ihren Blochäusern, ihren Gärten, in denen Apfelsinen gut gedeihen, liegen weit aus- einander; auch Maisfelder hat man angelegt; die Missionen mit etwa 200 bis 300 Weißen und dazu den fhwat en Arbeitern bilden die Verwaltungsmittelpunkte des Gebiets. OÖPsenkarrin und Ochsen- wagen, bisweilen von 10 bis 20 Tieren gezogen, stellen das wichtigste NVerkehrsmittel des Gebiets dar. In der Karroo, wo kein Gras vor- handen is und nur Sträucher vorkommen, haben wir dann die Schafzucht. Auf einer Farm von 10000 ha Größe gibt es oft 4000 bis 5000 Schafe. Wendèn wir uns nun dem Meere zu, fo wird der Pflanzenwuchs immer spärlicher, je weiter wir nah Westen fommen. Aloes und CEuphorbien kommen. vor, dann be- Hier unterscheiden wir die Sandwüsten, die Kieswüsten mit ihren Schottern und die Felswüsten. Der Swakopfluß und der Oranjefluß sind in diese Wiisten - eingesunken und unterhalb ihrer Bette liegt das Grund- wasser. Seit 1908 hat indessen in Südwest der Abbau der Diamanten eingeseßt. Der Kiesboden wird im Tagebau bearbeitet, er wird erst gesiebt, dann ges{chlämmt, endlich werden mit Hilfe des Maagnets auch die kleinsten Diamanten herausgezogen. Etwa 900 Weiße und 2000 Schwarze waren in diesem Betriebe seit 1909 beschäftigt, dessen Erzeugung8wert 1913 etwa auf 3 bis 4 Millionen Mark gestiegen war. Im Süden von Südwestafrika haben wir eine zu bizarren Formen zerklüftete Steilküste. Der Vortragende ist erst 1919 aus Deutsch - Südwestafrika zurückgekehrt, wo- elbt die fulturele Entwicklung durch deut\che Arbeit gesehen ist. Er {loß mit dem Hinweise darauf, daß der koloniale Gedanke lebendig zu erhalten sei, {on um der Jugend willen, die ein Ret darauf habe, das einst wiederzuerlangen, worin der Väter Fleiß steckt; so nur werden wir das ÜUnglück des Verlustes würdig ertragen.

Geheimrat Pen ck betonte, wie auch auf der Tagung der deutschen Geographen in Leipzig darauf hingewiesen sei, die Bestrebungen nach geographisher Bildung im deutschen NVolke, die gegenwärtig sehr lebhaft ih kundtun, zu fördern. Er hob hervor, wie der geographische Unterricht an der „Wander- bewegung“ unserer Jugend, die ja „praktische Geographie“ bedeute, fruchtbare Anknüpfung nehmen könne, und gab Anregungen zur Ver- besserung des geographishen Unterrichts an unseren Mittelschulen.

Land- und Forstwirtschaft.

Veber eine Sonderausstellung des Vereins deutscher Korbweidenzüchter auf der Leipziger landwirtschaftlihen Wanderausstellung vom 186. bis 231, Juni berichtet die Deutsche Landwirtschaftsgesellshaft: Der Verein ersheint mit einer Ausstellung, die als erster Ver- sud als außerordentli gelungen angesehen werden fann. Er hat es sch zur Aufgabe gestellt, hon bei der nästjährigen Ausstellung in Nürnberg in weitaus größerem Umfange auf- zutreten. Auf der Ausstellung finden sich rohe und geschälte Meidenruten und Weidenstöcke, Gebrauhskörbe aus grünen Meidenruten, Möbel und feinere Korbwarenausweißen Weiden, Neifen aus geshälten und ungeshälten Weidenstöcken sowie Fabrikate aus Weidenrinde. Die beim Schälen abfallendeNRinde wurde in den Kriegsjahren auf Gerbsäure

stoffe sind aus reiner Weidenrinde hergestellt und stehen den Kokoßsfaserläufern durhaus niht nach, übertreffen sie vielmehr an

altbarkeit und Weichheit. Es liegt im allgemeinen volkswirts{aft- ichen Interesse, dafür zu sorgen, daß alle in Deutschland anfallende Weidenrinde restlos verwendet wird. Die Gerbsäure läßt si der Weiden- rinde entziehen, ohne die Faser zu \{hädigen, die wiederum gegenüber den Auslandsärohstoffen unbedingt den Vorzug verdient. Die in Modellen ausgestellten Koh- und Dämpfanlagen verfolgen den Zweck, durch furzes Dämpsen die Weiden s{hälreif zu machen. Hierdurch wird er- möglicht, die Schälarbeit in die Wintermonate zu verlegen und eine bessere Arbeitsverteilung herbeizuführen. Der Anbau der Korbweiden verdient, auf alle Weise gefördert zu werden, da die Weide noh auf Böden und in Lagen gedeiht, die für andere Nußungsarten wenig wertvoll find. Aud auf neu aufges{lossenen rohen a en wächst sie vorzüglich und bereitet dort das Gelände für andere Nußpflanzen sehr gut vor. Es kommt hinzu, daß die Pau bei der Weiden- kultur in die Wintermonate fällt. Neben der Verwertung für das Inland werden die Erzeugnisse des Korbweidenbaues auch wieder für die Ausfuhr in Frage kommen und so dazu beitragen, unsere drücken- den Auslandsverpflihtungen zu decken.

und gu Faserstoffen verarbeitet. Die ausgestellten Läufer-.

Verkehrswesen.

Briefbeförderung nach Nordamerika, Fe unv Lew T Slatataatéen, Brasilien

1. Die für den 15. Juni vorgesehene Fahrt des Dampfers „Lewis Luckenbah“ von Hamburg nach New York fällt aus. Save: „Walter A. Lucken T ährt am 13. Juni anstatt am 10. Juni —, Dampser. „K. J. udenbach“ am 28. Juni von Hamburg nah New York. Beide Dampfer werden zur aules&rkubien Briefpost- beförderung benußt. Posts{chluß in Hamburg T am 17. und 27. SFuni, 12 Uhr Mittags, für Einschreibbriefe, 10 Uhr Abends für andere Sendungen, in Köln-Deuß (B.-P.-A. 10) an denselben Tagen um 8 Uhr Morgens für alle Sehdungen. E

2. Nah Rio de Janeiro, Montevideo und Buenos Aires fährt von Liverpool am 14. Juni Dampfer „Darro“ an Stelle des für den 17. Juni vorgesehenen Royal Mail Dampfers. Posts{luß in Hamburg 1 am 11. Juni um.12 Uhr Mittags für Einschreibbriefe, um 10 Uhr Abends für andere Sendungen, in Köln-Deuß (B.-P.-A. 10) am 12, Juni um 1 Uhr Mittags für Einschreibbriefe, um 7 Uhr Abends für andere Sendungen.

3. Der deutsche Dampfer „Tirpiz“, der am 15. Juni von Hamburg nach Pernambuco, Bahia, Rio de Janeiro, Santos, Montevideo und Buenos Aires fährt, erhält unbeschränkte Briefpost.

osts{luß in Hamburg 1 am 14. Juni 12 Uhr Mittags für Cin- chreibbriefe, um 10 Uhr Abends für andere Sendungen, in Köln- Deutz (B.-P.-A. 10) am gleichen Tage um 8 Uhr Morgens für alle Sendungen.

4. Die Abfahrt des italienischen Dampfers „Judiana“ von Genua nach Rio de Janeiro ist vom 9. auf den 16. Juni, die Ab- fahrt des Dampfers „Re Vittorio“ derselben Linie vom 23. auf den 30. Juni vershoben roorden. tag s den Dampfer „Indiana“ in Hamburg 1 am 12. Juni, 12 Uhr Mittags, für Einschreibbriefe, 10 Ühr Abends für andere Sendungen, in Köln-Deuß (B.-P.-A. 10) am 13. Juni, 12 Uhr Mittags, für Einschreibbriefe, in Frankfurt (Main) 9 am 13. Juni, 8 Uhr Abends, für Einschreibbriefe, 12 Uhr Nachts für andere Sendungen, für den Dampfer „Vittorio“ in Hamburg 1 (nur Sendungen mit Leitvermerk) am 26. Juni, 12 Uhr Mittags, für Einschreibbriefe, 10 Uhr Abends für andere Sendungen, in Köln-Deug (B.-P.-A. 10) am 27. Juni, 12 Uhr Mittags, für Einschreibbriefe, in Frankfurt Ran 9 am 27. Juni, 8 Uhr Abends, für Einschreibbriefe, 12 Uhr Nachts für andere Sendungen.

Die Lettüberstcht für Briefsendungen nach außereuropäischen Ländern wird künftig (erstmalig die Ausgabe für Juli) nicht mehr als Beilage zum Post-Nachrichtenblatt, sondern als selbständiges Druckwerk erscheinen und durch das Post- zcitungsamt versandt werden. Privatbezieher können sie zum Bezugs- preise von 3 #4 für das Halbjahr bei den Postanstalten bestellen.

/ Belgien hat den Postanweisungsverkehr in der Richtung nach Deutschland wieder aufgenommen. Vom 15. Juni an sind auch Postaufträge und Postnachnahmen - auf ein- geschriebenen Briefsendungen sowie auf Briefen und Kästchen mit Wertangabe nah und aus Belgien wieder zugelassen.

Nr. 26 des Zentralblatts für das Deutsche Reich, herausgegeben im Reichsministerium des Innern am 10. Juni 1921, hat folgenden Inhalt: 1. Konsulatwesen : Ernennung; Erxequatur- erteilungen. 2. Marine und Schiffahrt: Preis des Sefa rtsbuchs. 3. Steuer- und Zollwesen: Aenderung des Verzeichnisses der An- nahmestellen für auf das Reichsnotopfer an Zahlungs Statt hin- zugebende Schuldverschreibungen usw. 7 Zuschlag ‘zum Branntwein- grundpreis für den im Monat Mat und Juni 1921 hergestellten Branntwein aus neuer Melasse; Inkrafttreten der Aenderungen des Warenbverzeichnisses zum Zolltarife. 4. Polizeiwefen : Ausweisung won Ausländern aus dem Reichsgebiete.

Theater und Musik.

Scchloßparktheater (Steglitz).

„Der Rangierbahnhof", das neueste Stük des Nhein- länders Hans Müller-Schlösser, des Verfassers der einst im Deutschen Künstlertheater mit starkem Erfolg aufgeführten Komödie „Schneider Wibbel“, bereitete den kritischen Besuchern der gestrigen Ausführung im Schloßparktheater eine Enttäuschung. Wenn es. nur Müller-Schlössers Absicht war, mit dieser „Schieber- fomödie" einer der unerfreulichsten Erscheinungen unserer Zeit um jeden Preis einige komishe Seiten abzugewinnen, fo hat er sie freilich erreiht. Er schrieb einen mittelmäßigen Schwank, wurde aber der Satire, die man in einer Komödie fordern muß, nicht gerecht. Der einzig biedere Beamte des sich mit Warenwagen- \hieberei befassenden Personals eines Rangierbahnhofs wird mit Widerstreben dazu veranlaßt, den andern zu helfen. Durch die Ver- worrenheit seiner Anordnungen wird {ließlich der Salonwagen des Eisenbahnministers anstatt eines Warenwagens auf ein totes Gleis geshoben mit dem überraschenden Erfolg, daß der konfuse Beamte von dem inspizierenden Minister vor dem versammelten Bahnhofspersonal für seine Tüchtigkeit und Umficht belobt wird. Das is denn doch zu läppish, um, wie es im Programmhest des Theaters geschieht, die Berufung auf Goethes Ausspruch ‘über das Absurde, das uns „fesselt und entzückt“, gerechtfertigt ersheinen zu lassen. Es erübrigt fi, auf den SInhalt des Stückes näher einzugehen. Bei der Aufführung Fat die Spielleitung (Paul Henckels), besonders bei der Veranschau- lihung des Treibens auf dem Rangierbahnhof, im ganzen bessere Arbeit geleistet als die Darstellung im Einzelnen. Dennoch vermochten die Nertreter der vershiedenen Beamtentypen, die Herren Keßler, Forsch, Klix, Friß Henckels, Drescher u. a. einigermaßen zu be- friedigen. Von den nur in Episodenrollen mitwirkenden Damen find Gertrud Loewe und Marianne Wentzel. mit Anerkennung zu nennen.

m Opernhause wird morgen, Donnerstag, „Der Barbier von Sevilla“, mit den Damen Hansa, von eele-Müller und ‘den Herren Noe, Ziegler, Helgers, Stol, Krasa, Lücke besetzt. Musi- falischer Leiter: Otto Ura. Anfang 7$ Uhr.

Im Schauspielhause gehen morgen „Stroh“ und „Die Fliege“ in bekannter Beseßung in Mine, Anfang 7 Uhr.

Als leßte Neueinstudierung im Neuen Volkstheater in dieser Spielzeit geht am Sonnabend, den 18. Juni, „Die Lokalbahn“ gon Ludwig Thoma unter der Spielleitung von Friedrich Lobe in

zene. :

Mannigfaltiges.

Ám 18. und 19. Juni veranstaltet die Deutsche Turner- \chaft (Kreis 11I1b) im Deutschen Stadion im Grunewald ein Brandenburgisches Turnsportfest, zu dem sih hervorragende Teilnehmer gemeldet haben. Der leichtathletishe Teil, der gleichzeitig als Ausscheidung zu den Wettkämpfen der Deutschen Turnerschaft in Nürnberg gilt, hat im Zehnkamyf der Männer; - zu dem 23 Bewerber \sih gemeldet haben, feinen Gipfelpunkt. Gut beseßt sind namentli die Wurf-, Sprung- und Lauf- wettbewerbe. Gleichzeitig werden au wimmwettkämpfe aus- getragen. Besondere Aufmerksamkeit erwecken. ferner die Spiele um die Meisterschaft der Deutshen Turnershaft im Schlag ball, Handball, Faustball, Barlauf und Trommelball. Diese führen die Meister der Turnkreise Ostpreußen, Pommern, Schlesien, ass der Provinz und dem Volks\taat Sachsen mit den brandenburgifchen zusammen. Die Spiele beginnen am nächsten Sonnabend, Kach- mtbaes 34 Uhr, im Stadion, die Handballspiele um 6 Uhr in Spandau-Stadtpark, der Zehnkampf beginnt am Sonngabènd- namitiag um 3 Uhr im Stadion, die Vorkämpfe für die