1921 / 142 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Vreußen.

Der Gemeinde Wengern im Amtsbezirke Volmarstein

des Landkreises Hagen wird hiermit das Necht verliehen, das zur Anlage eines Turn- und Spielplazes erforderliche Grundstü Flur T1 der Gemeinde Wengern Nr. 267/118 im Wege der Enteignung nah Maßgabe des Geseßes vom 11. Juni 1874 (Gefez?ammlung Seite 221) zu erwerben. Berlin, den 9. Juni 1921. Jm Namen des Preußischen Staatsministeriums. Der Minister für Volkswohlfahrt. Der Minister des Jnnern. Stegerwald. Dominicus. Der Minister für Handel und Gewerbe. Fischbeck.

Finanzministerium.

_ Der Finanzrat Richter is zum Ministerialbürovorsteher im Preußischen Finanzministerium ernannt worden.

Ministerium für Handel und Gewerbe.

Bei dem Oberbergamt in Dortmund ist dem Abteilungs- leiter, Oberbergrat Overthun die Vertretung des Berghaupt- manns übertragen und der Oberbergrat Neff zum Abteilungs- leiter ernannt worden. : i

Dem Bergrevierbeamten des Bergreviers Duisburg Bergrat Lwowski ist unter Ernennung zum Oberbergrat eine Mitgliedsstelle bei dem Oberbergamt in Dortmund und dem bei dem Bergrevier Duisburg beschäftigten Bergrat (früheren Berginspektor) Brand dieses Bergrevier übertragen worden.

__Die Hilfslehrer Bock und Feldtmann sind zu plan- mäßigen Oberlehrern an der Staatlichen Zeichenakademie in Hanau ernannt worden.

SUNi ministerium.

Dem OLGRat, GJIRat Uffeln in Hamm is die nach- gesuchte Dienstentlassung mit Nuhegehalt erteilt.

Es sind bestellt: LGNat Dr. Albrecht in Naumburg a. S. unter Belassung in der Stellung als LGRat zum Vorsißenden der Kammer für Handelssachen daselbst und AGRat Keller in Tilsit unter Belassung in der Stellung als AGRNat zum auffichtführenden Richter daselbst.

Dem LGRNat Wellmann bei dem LG. Ul in Berlin ist die nachgesuchte Dienstentlassung mit Ruhegehalt erteilt.

NGNat Dr. Hellwig in Charlottenburg ist infolge seiner Ernennung zum Oberfinanzrat und ständigen Hilfsarbeiter der Generaldirektion der Preußischen Staatsbank (Seehandlung) zus dem Justizdienst aeschieden. 1

Verseßt sind: AGRat Berndt in Guben als LGRat an das LG. daselbst und AGRat Moehrs in Ragnit alsLGRat nah Tilsit.

Zu LGRâäten sind ernannt: LN. Dr. Walder bei dem LG.-1TT in Berlin, die GerA}sess. Ernst Bu sch in M.-Glad- bah, Dr. Hammann und Kniepkamp in Essen und StA. Dr. Vaarmann in Flensbura.

Lu AGRüten sind ernannt: ‘StA. Rücker bei dem AG. Berlin-Mitte, LN. van Dühren bei dem AG. Berlin-Wedding, ARN. Bredereck in Müncheberg, Ger. Asse}. Lubliner in Seelow, ARN. Klüppel in Eiterfeld, LN. Langen in Barmen und der elsaß-lothrinaishe AGRat Lanz in Frankfurt a. M.

Bezirksrevisor, NechnNat Bleines in Koblenz ist zum Kassendirektor bei der Gerichtskasse in Charlottenburg ernannt.

LGDivr-, GINat Winkler in Erfurt und AGRat Löwenstein in Kirchen sind gestorben.

Der EStA. Lammers von der OStA. des KG. ist in- folge seiner Ernennung zum Ministerialrat im Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung aus dem Justizdienst geschieden.

Es find ernannt: StANoat Dr. Simon von der StA. 1M in Berlin zum EStA. bei der OStA. des KG., StA.Dr.Ddöring, ständiger Hilfsarbeiter in Hannover, zum StARat daselbst und Pfarrer Mat in Palmnicken zum evangelischen Strafanstalts- pfarrer bei der Strafanstalt in Jnsterburg.

StARat Dr. Nombrecht aus Bromberg i} in gleicher Amtseigenschaft an die Amtsanwaltschaft Berlin-Mitte verseßt und zum Abteilungsvorsteher daselbst bestellt. :

Bu Notaren sind ernannt: die NA. Dr. Arthur Pehling in Königsberg i. Pr. und Dr. Friedrih Mundt in Quedlin- burg. j

In der Liste der RA. sind gelöscht die NA.: Kiehl bei dem LG. 111 in Berlin, JRNat Dr. Biesenbach bei dem LG. in Wiesbaden, INat Karl Günther bei dem LG. in Arns- berg, Püschel bei dem AG. und dem LG. in Glogau, Falk bei dem AG. und dem LG. in Frankfurt a. M., Binde- wald bei dem AG. in Ottweiler, Genée bei dem AG. in Roßla, JNat Thamm bei dem AG. in Stralsund.

Mit der Löschung der NA. Genée in Roßla und JRat Thamm in Stralsund in der Rechtsanwaltsliste ist auh ihr Amt als Notar erloschen.

Fn die Liste der NMA. find eingetragen: RNA., JNat Thamm aus Stralsund bei dem OLG. in Marienwerder, RA. Kramer aus Berlin bei dem LG. in Düsseldorf, der frühere RA. Richard Carl bei dem AG. und dem LG. in Köln, die GerAsse\s.: Dr. Niese bei dem KG., Dr. Walter Grau bei dem LG. Ill in Berlin, Dr. Zweig bei dem AG. in Neichenbah (Schles), die früheren GerAfefs.: Dr. Zu cker- mann bei dem LG. T in Berlin, Magistratsa\sessor Dr. Bruno Engel bei dem AG. und dem LG. in Flensburg, Dr. Damit bei dem AG. in Soldin und Berthold bei dem AG. in Sommerfeld.

NÑA. und Not., JNat Heuser in Betdorf (AGBez. Kirchen) ist gestorben.

2u GerA}se}s. sind ernannt: die Referendare Dr. Bruno nzber(4, Wr: Kuli Dit Kar Prod el, hall midt-Schwarzenberg, Nudolf Bau, Richard enzmer im Bez. des KG., Dr. Ernst Moses, Wilhelm ißinger, Dr. Kuri Gabriel, Dr. Karl Prause, Dr. Ernst

er, Nichard Knoch im Bez. des OLG. Breslau, Friedrich rbeck, Ernst Lenzberg, Lars von Benzon, Dr. Alfred einwedel im Bez. des OLG. Celle, Dr. Rudolf Kann im Bez. 5. Düsseldorf, Dr. Johannes Wendel im Bez. des ¿Frankfurt a. M.,

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Otto Voß, Gerhard Aldenhoff, in (Hans) Schmedding, Dr. Ferdinand Schunk 1m des DLG. Hamm, Karl Struff, Friedrih Weck im des OLG. Köln, Wilhelm Dörendahl “im Bez. des

Den GerAfßse}. Walter Köhler, van Koolwyk, Lenz- berg, Oberbeck, Dr. Pehe, Hermann Stein, Ernst Voigt, Dr. Wendel und Dr. Wolff heim ist die nachgesuchte Ent- lassung aus dem Justizdienst erteilt.

Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.

Der Lehrer für Naturwissenschaften Professor Dr. Muth an der Wein- und Obstbauschule in Oppenheim ist zum Direktor der höheren staatlichen Lehranstalt für Wein-, Obst- und Garten- bau in Geisenheim ernannt worden.

Die Ernennung des Geheimen Negierungsrats Professors Dr. Kulisch zum Direktor dieser Lehranstalt ist auf seinen Antrag zurückgenommen worden.

Ministerium für Wissenschaft, Kunft und Volksbildung.

Die Wahl des ordentlichen Professors Dr. Rothe zum Nefktor der Technischen Hochschule in Berlin für die Amtszeit vom 1. Juli 1921 bis Ende Juni 1922 ist bestätigt worden.

Der Rektor Klemann aus Eltville ist zum Kreisschulrat in Montabaur, Reg.-Bez. Wiesbaden, ernannt worden.

Bekanntmachung.

Auf Grund der Bekanntma®hung zur Fernhaltung unzuverläfsiger Personen vom Handel vom 23. September 1915 (RGBl. S. 603) habe ich dem Klempner Walther Richter in Berlin, Kurfürstenstraße 28, dur) Verfügung vom heutigen Tagé den Handel mit Gegenständen des täglichen Bedarfs wegen Un- zuverlässigkeit in bezug auf diesen Handelsbetrieb u ntersagt.

Berlin, den 14. Juni 1921,

Der Polizeipräsident. Abteilung W. I. V.: Froißheim.

BèêkänntmaG U Auf Grund der Bekanntmachung zur Fernhaltung unzuverlässiger Personen vom Handel vom 23. September 1915 (RGBl. S. 603) habe ich dem Angestellten Hermann Ebert in Spandau, Bergstraße 7, vird Verfügung vom beutigen Tage den Handel mit Gegenständen des täglihen Bedarfs wegen Unzuverlässigkeit in bezug auf diesen Handelsbetrieb untersagt.

Berlin, den 14. Juni 1921. Der Polizeipräsident. Abteilung W. I. V.: Froibßheim.

Bekanntmachun g-

Auf Grund der Bekanntmachung zur Fernhaltung unzuverläfsiger Personen vom Handel vom 23. September 1915 (NGBl. S. 603) habe ih dem Filmoperateur Arts Consbrucck in Berlin, Winterfeldtstraße 27, durch Verfügung vom heutigen Tage den Handel mit Gegenständen des täglihen Bedarfs wegen Unzuverlässigkeit in bezug auf diesen Handelsbetrieb untersagt.

Berlin, den 15. Juni 1921. Der Polizeipräsident. Abteilung W. J. V.: Dr. Hülsberg.

Bekanntmachung.

Auf Grund der Bekanntmachung zur S unzuverlässiger Personen vom Handel vom 28. September 1915 (RGB!l. S. 603) habe ich der Schankwirtin Anna Dietrichs, geb. Mecklen- burger, in Berlin, Naunynstraße 45, durch Verfügung vom heutigen Tage den Handel mit Gegenständen des täg- lihèn Bedarfs wegen Unzuverlässigkeit in: bezug auf diesen Handelsbetrieb untersagt. Berlin, den 16. Juni 1921.

Der Polizeipräsident. Abteilung W. J. V.: Dr. Hülsberg.

Bekanntmachung

Auf Grund der Bekanntrnahung zur Fernbaltung unzuverlässiger Personen vom Handel vom 23. September 1915 (NGBl. S. 603) habe ich 1. der Schankwirtin Gertrud Lemke in Neu- fölln, Walterstraße 19; 2. dém Lokalinhaber Alois Reischl, in Berlin, Zimmerstraße 9, durch Verfügung vom heutigen Tage die Abgabe von Speisen und Getränken in Gast- und Schankwirtschaften wegen Unzuverlässigkeit in bezug auf diesen Handelsbetrieb untersagt.

Berlin, den 16. Juni 1921.

Der Polizeipräfident. Abteilung W. J. V.: Dr. Hülsberag.

Nichtamtliches.

Deutsches MNeich.

Der Reichsrat trat heute zu einer Vollsißung zusammen; vorher hielten die vereinigten Ausschüsse für Haushalt und Rechnungswesen, für Volkswirtschaft, für innere Verwaltung, für Verkehrswesen, für Steuer- und Zollwesen, für Rechts- pflege, für Reichswehrangelegenheiten und für Seewesen Sitzung.

Der Deutsche Gewer k\hafts bund hat an die Nei chs- regierung laut Meldung des „Wolffschen Telegraphenbüros“ nachstehende Eingabe gerichtet:

Der Deutshe Gewerkschaftsbund richtet im Namen seiner 2F Millionen Mitglieder, insbesondere der im beseßten Gebiet wohnenden, an die Reichsregierung die ernste und eindring- lihe Bitte, mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln die shleunigste Beseitigung der gegen Wortlaut und Sinn des Friedensvertrags wverstoßenden Sanktionsmaß- nahmen der Entente zu betreiben. Mit größter Sorge -beobahten wir die glich schärfer in die Erscheinung tretenden Wirkungen dieser Eingriffe, die jeßt {on die unerfreulichsten Berhältnisse geschaffen: haben. Es häufen sich die Meldungen über bevorstehende oder durchgejührte Kurzarbeit, über Betriebseinstellungen und Arbeiterentlassungen. Die ohnehin große wirtschaftlihe Not der arbeitnehmenden Bevölkerung des beseßten Gebietes wird durch die nach der Annahme des Ultimatums von jedermann als widerrechtlich empfundenen Sanktionsfesseln, zusammen mit den seelischen Bedräng- nissen des deutschen Bolkes nahézu unerträglich.

__ Die Reichsregierung wird durch ihre Organe über die tatsäd)- lichen Verhältnisse so unterrichtet sein, daß wir uns Beweisführung im einzelnen ersparen können. Wir möchten aber nit unterlassen, die Aufmerksamkeit der Reichsregierung ganz besonders auf die vor wenigen Tagen gemachten Ausführungen des Herrn Negierungspräsi- denten zu Düsseldorf über die Auswirkungen der Sanktionen auch auf unsere heranwachsende Jugend zu lenken. Auch von diesem Ge- sichtspunkte aus ist \{chleunigste Beseitigung ein unbedingtes Erfordernis. __ Der Deutsche Gewerk\chaftsbund wird mit allen jeinen Kräften hinter allen Maßnahmen stehen, die von der Reichsregierung zur Beseitigung der dem Gedanken friedliher Annäherung der Völker D UR Dib lte aide Aae A getroffen werden. Wir er- warten, daß jeder nux mögliche Schritt sofort und mit größtem Nachdruck geschieht, 9 igs

OLG. Königsberg i. Pr., Erwin Klebe, Alfred Born und Dr. Marcus Felixbrodt im Bez. des OLG. Naumburg a. S. |

Breuken.

Am 15. d. M. ist im Reichstag Beschwerde über die 6 der aus Ostpreußen im Monat Mai d. J. aus gefühz? Mengen Getreide und Hülsenfrüchte erhoben A Das Oberpräsidium in Königsberg teilt dem „Wolffschen s grapheubüro“ zufolge hierzu mit: fle

És Landelt si insgesamt um 835 b 210 ke, nicht um 835 917 wie im Neichstage behauptet wurde, also genau um den O Teil der behaupteten Mengen. Darunter befanden \ich 678 t big 2 Hülseufrüchte, die ausscließlich als Saatgut ausgeführt worden S und zwar ohne Mitwirkung der ostpreußishen Provinzialheg;® Der hiesige Delegterte des Reichskommissars für Aus- und Cre bewilligung war durch den Reichskommissar in Berlin im 2A vernehmen mit dem Neichsernährungsministerium ermächtigt wg M bis zum 31, Mai d. F. die Ausfuhrgenchmigung für die e N geführten Mengen Hülsenfrüchte für Saatzwede selbständig zu erteilen

Die deutschen Parteien und Gewerkschaften 96, \chlesiens haben am 19. Juni an die Interalliiert Kommission in Oppeln laut Meldung des „Wolf, Telegraphenbüros“ folgendes Telegramm gerichtet: M

as in deutsher Sprache erscheinende Organ Korfgnt,, der „Oberschlefishe Wegweiser“, bringt in der Nummer 6 yy, 15. Suni unter der Ueberschrift „Vor Abschluß der Verhandlung, einen Bericht über Abmachungen zwischen Vertret der Interalliterten Kommisston Und den I genten. Darin wird als Ergebnis der Verhandlungen mitgeteilt: „Gleichzeitig mit der Demobilmahung der à surgenten foll auf dem von der bisherigen neutralen 40 abgegrenzten Gebiet eine polnische Miliz ins Lhen rufen werden. Die Anordnungen dazu find bereits erlas, Alle von dem Vollzugsausshuß erlassenen Verordnungen its die Verwaltung des Landes, über den Eisenbahnverkehr usw. bloiboy zunächst in Kraft. Die weitere Regelung deur Frage bleibt besond Verhandlungen vorbehalten.“ A

Wir haben den Inhalt dieser Mitteilung zunächst für v, undenkbar gehalten. Inzwischen ist aber bekannt geworden, daß y, absihtigt sei, den Eisenbahnbetried im Industriebezirk von Glei in den Händen der Insurgenten zu belassen. Deshalb können wt diese Zeitungsmeldung nicht mehr als ganz unwahrscheinlich ansehe, Wir müssen den allerschärfsten Cinspruch auth ny gegen die Absicht solcher Abmachungen erheben, E solches Abkornmen würde dem klaren Wortlaut des Friedendsvertrgg zuwiverlaufen. :

Mit der Zulassung einer polnischen Miliz, mit der Aufreft. erhaltung der Verfügungen der sogenannten Behörden der Jusu: enten, mit der Belassung der wihtigsten Gisenbahnbezirke in de Bin der Aufständischen würde die polnische Gewalthert\{haft an: erfannt werden. Die Interalliierte Kommission würde \ih den \{wersten Irrtum hingeben, wenn sie durch ein solches Abkommen d Pazifizierung und die Wiederaufrihtung des Wirtschaftslebens Ober \lesiens zu erreichen hofft. Die Pazifizierung und die Wiede aufrichtung eines gesunden Wirtschaftslebens ift nur möglich dur die Wiederherstellung völlig gesezmäßiger Zustände unter Aus\{luß jeg licher Nebengewalten. Wir fordern, daß die Interalliierte Kommission im gesamten Abstimmungsgebiet die unumstrittene, ihr dur den Friedensvertrag anvertraute Negierungsgewall wieder in ihre Hände bringt und das Land ausschließlich» dur die ge|cßmäßigen Behörden verwalten läßt.

igen etn Ur:

14 u. (0

Danzig.

Beim Senat der Freien Stadt Danzig is von der Danziger - Delegation beim Völkerbundsvrat in Genf ein Telegramm eingegangen, wonah der Völkerbundsrat gestem beshlossen hat, daß die Verfassung mit den dur. den Volkstag beschlossenen Abänderungen in provisorischer Form in Kraft tritt und die endgültige Garantie des Völiev bundes erhalten wird, sobald die Frage der hauyb amtlichen Senatoren geregelt ist. Die Frage der Staatsangehörigkeit wird vertagt bis eine Einigung in Gemäßheit des Artikels 33 vorliegt. Gegen das Durth- gangsabkommen wird ein Veto nicht eingelegt. Die Frage der Bauernbank sowie die Frage ciner Berufungsfri|t gegen die Entscheidungen des Oberkommissars unterliegen zunächst der Vorprüfung dur den juristishen Ausschuß des Völkerbundsrats.

Oesterreich.

Der Hauptausschuß des Nationalrats hat na einer Mitteilung des „Wolffschen Telegraphenbüros“ auf Lor \hlag des Abgeordneten Seidel (chrijtlichsoz.) einen Antrag angenommen, den Präsidenten der Wiener Polizeidireltio Schober zum Bundeskanzler zu designieren und ihn mi der Bildung des Kabinetts zu beauftragen.

Wie die Christlih-Soziale Vereinigung in iht Parteikorrespondenz mitteilt, hat sie zur Lösung der Kabine frise der Großdeutshen Volkspartei vorgeschlaget, (l aus. Fachmännern gebildetes Kabinett mitzuwählen und da selbe entgegen der bisherigen Politik der freien Hand zu un stüßen. Vertreter beider Parleien vereinbarten daraufhin, daß die neue Regierung die von dem Finanzausscuß ?&° Völkerbundes in Aussicht gestellte Sanierungsaktion durch solle und daß die die Regierung wählenden Parteien [ie sprechend den von ihnen gegenüber den Völkerbundsdelegiell übernommenen Verpflichtungen unterstüßen würden. 08 wird vorausgeseßt, daß die Entscheidung über die Kredithuse Us im Herbst dieses Jahres erfolgt. Außerdem 1102 ie beiden Parteien die Gewähr dafür, daß weitere Anschlu unternehmungen für die Dauer der durch den ersten Punil 96 \haffenen Vereinbarung unterbleiben. : Die Wahlen zum Nationalrat und Landtag! Kärnten sind in Ruhe verlaufen. Die Wahlbeteiligung Æ nach den bisher vorliegenden örtlichen Ergebnissen gering, *" Sozialdemokraten haben eine überwiegende Biehrheit (iß insbesondere im bisherigen Äbstimmungsgebiet.

Großbritannien und Jrland. i; Gestern ist die britishe Reichs konferenz in London von dem Premierminister Lloyd George mit einer L, eröffnet worden, in der er, dem „Reutershen Büro“ ¡U ausführte: N Die Entwaffnung Deutschlands kann als Problem bezeilhnet werden. Die deutsche Flotte ist vers. ebenfo die österreichische. Die deut|che Armee, die eine g Macht darstellte, und nah Millionen zählte, besteht nt ? Sie ist jegt wenig mehr als hunderltausend Mann latt * hatte Zehntausende von Geschüßen, große und fkleine, jeßt wenige Hunderte. Sie hatte eine außerordentli@e - von Maichinengewehren und Grabenmörsern. Auch diele dahin. Sie hatte Millionen von Gewehren. Sie wun geliefert. Ferner ungefähr dreißig Millionen Schuß Al munition, Auch diese sind ihr genommen. Freilich esteb ' einige Arten von irregulären Formationen, die wir uno n e rigung erfaßt haben. Es ist nicht so sehr Preußen, das zur Beunru?® id Anlaß gt, als Bayern. Diese Schwierigkeit wird abet, L annehme, in schr kurzer Zeit überwunden sein,

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1 din Problem der Entwaffnung, ein sehr vitales, wel us

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große Armee und starke Bewaffnung hatte, für Den Frieden bestand, verschroinden wird. U welche wissen, wie sehr Steg und Niederlage auf nien P Schneide stand, können ohne Zögern erklären, daß obne Me S inlionen Mann, die von außerhalb des Vereinigten König- a das Preußentum wahrscheinlich im Westen und Dsten

jert haben würde, bevor die amerikanischen Truppen an der P trafen. In diesem Falle würde Lord Curzon, der zurzeit E ard die Ausführung des Vertrages der Sieger erörtert, jeßt beraten müssen, wie die demütigenden von den triumphierenden erren Deutschlands auferlegten Bedingungen auszuführen seien. schaft ungezügelter Gewalt würde am Ruder sein, und ! 7e Generation würde ihre Tage damit verbringen müssen, | angnisvolle Tatsache auf allen Gebieten der menschlichen t e erdulden. Die zwanglose Einheit des britischen Reiches V ntreidó, England und die Zivilisation vor jener Katastrophe n Meiter erklärte Lloyd George, auh die Frage der “rationen könne als gelöst betrahtet werden, aber der sifrieden werde erst wiederhergestellt sein, wenn die Grenzen t esständen und der Friede mit der Türkei geschlossen lei. S

fland (inc Garantie ! x von un®,

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- (Érfordernis für einen dauerhaften Frieden fei, daß die die Verträge einhalten müßten. Freundschaft- Zusammenwirken mit den Vereinigten aaten sei der Hauptgrundsaß Englands, das bereit sei, mit den cifanischen Staatsmännern jeden Vorschlag über eine Be- ing der Rüstungen U besprechen; denn England, dessen Existenz 10 Seemacht abhäânge, habe nur seine Sicherheit im Auge. van sei ein treuer Verbündeter Englands gewesen; und die be Yolitik könne niemals irgendwelche Unterschiede zwischen f, und Zivilisation, zwischen Osten und Westen machen; denn dies e für das Neich verhängnisvoll sein. Lloyd George erklärte Sluß, das britishe Reich gründe sich nicht auf die Gewalt, hem auf den guten Willen und gemeinsames Verständnis. Im Unterhause erklärte Lloyd George auf eine An- e bezüglich Oberschlesiens, wie „Wolffs Telegraphen- berichtet, er glaube nit, daß es wünschenswert sein . he, augenblictlih eine Erklärung über die oberschlesische hge abzugeben. Auf eine weitere Anfrage, ob die Gebiete, welchen sich die regulären deutschen Truppen idgejogen haben, in die Hände der polnischen Jnsur- in gefallen seien, antwortete Lloyd George, er sei darauf qviesen worden. Er glaube, daß diese Hinweise volllommen jq seien, Der Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt msworth erwiderte auf eine Frage, in Oberschlesien inden sich zurzeit als Mitglieder der Fkteralltierten nnission 520 Personen, davon seien 294 Franzosen, Jiliener, 141 Engländer. Auf die Frage, ob Deutschland fder Hinsicht die Bedingungen des Ultimatums, das die erten ihm vor kurzem mit Bezug auf die Durchführung Vertrags von Versailles überreicht hoben, ausgeführt habe, irte der Minister Chamberlain, daß dié Bedingungen lltimatums entweder tatsächlich erfüllt worden oder in der führung begriffen seien. Für einige Bedingungen sei die chle Frist noh nicht abgelaufen.

Frankreich. Fine Reihe kleiner Staaten hat Anspruh auf einen Teil von Deutschland zu leistenden ersten Reparations- hlungen erhoben. Wie der „Petit Parisien“ mitteilt, hat Reparationskominission folgende Staaten mit ihren derungen abgewiesen: Bolivien, China, Peru und len, In Berücksichtigung gezogen sind die Forde- gen Brasiliens, Kubas, Griechenlands, Liberias, mâniens, Serbiens, Siams und der Tschechoslowakei. Die varationslommission ist damit beschäftigt, grundsäßlich ein allemal die Verteilung festzustellen. Die größte Schwierig- t bereitet jedoch ein Prozentsaz von 61/2 Prozent der Ge- ientschädigung, der unter die kleinen Staaten zu verteilen ist.

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Belgien. e

Der Minister für Kunst und Wissenschaft Destr6e hat {t dem französischen Minister für öffentlichen Unterricht ¿rard ein Abkommen getroffen, wonach eine gemischte anzösish-belgishe Kommission eingeseßt werden soll, in Aufgabe wäre, die geistigen Beziehungen zwischen n beiden Ländern enger zu gestalten. U. a. wurde Vorschlag gemacht, einen Austaush von Professoren und hrern vorzubereiten. Des ferneren soll die Frage geprüft den, oh es nicht möglich sei, Prüfungen der Seminarien d Hochschulen beider Länder gegenseitig anzuerkennen.

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Ftalien.

Ter Minister des Aeußern Graf Sforza übergab gestern t ammer ein Grünbuch, das 101 Dokumente über die die und den Abschluß des Vertrages von Rapallo Hh

Spanien.

Die spanische Regierung hat der französischen Botschaft è Ende des Handelsminimaltarifabkommens so- L Frankreich wie mit Tunis für den 10. September elei,

_— In Barcelona ereigneten sih zwei terroristishe ventate, bei denen der Oberbürgermeister verwundet und Hournalist getötet wurde.

L Dänemark. Der Ministerpräsident Neergard beschäftigte sih in einer

(fien Versammlung in Odense mit der von der dänischen rie erhobenen Forderung auf besondere Zollerhöhun A j, SOug gegen die deutsche Einfuhr und führte laut ung des „Wolffschen Telegraphenbüros“ unter anderem aus : R Negierung kann die Forderung der Industrie auf Erhöhung birfade die nah den Vorschlägen der einzelnen Industriezweige eine oe Erhöhung der gegenwärtigen Zollsäße bedeuten dürfte, jeßt M ole früber erfüllen. Die dänischen Zölle müssen in Ver- he mit der Vorlage, betreffend eine Revision der gesamten h in geseßgebun , geregelt werden, welche die Regierung dem Neichs- in enigen Monaten vorlegen wird. Zu einer besonderen Geseh- 1 J vie sie von der Industrie verlangt wird, kann die Regierung A ilimmung nit geben. hielte, Segen 2000 Personen zählende Versammlung nahm Kb, einen Beschlußantrag an, in dem die Zollpolitik der erung gebilligt wird.

N Norwegen. : it da em die Linke des Storthings fich darüber geeinigt lg di Gunnar Knudsen im Storthing nicht abkömmlich sei, fifign ieser, wie „Wolffs Telegraphenbüro“ meldet, vor, den | heeenmann Blehr mit der Bildung des Kabinetts it der Al, E erklärte si hierzu bereit und verhandelte

1 Whrern der Linken des Storthings.

Amerika.

j gad einem Kabeltelegramm der „Chicago Tribune“ haben Senats und des Re-

Repräsentantenhaufes gesiegt. Die beteiligten Senatoren haben beschlossen, die Forderungen des Repröäsentantenhauses, die Heeresstärke auf 150 000 Mann sestzusegen, dem Senat zur Annahme zu empfehlen. Asien.

Einer Meldung des „Wolffschen Telegraphenbüro3“ aus MWladiwostok zufolge hat die antikommunistishe vor- läufige Regierung beschlossen, alle von der Sowjetregierung gewährten Konzessionen für null und nichtig zu erklären.

Parlamentarische Nachrichten.

Der Entwurf eines Gesezes zur Abänderung des

Gesetzes, betreffend die Ein- und Ausfuhr von

‘KriegS8gerät, vom 22. Dezember 1920

ist nebst Begründung dem Reichstag zu möglichst baldiger

Beschlußfassung zugegangen. Er lautet, wie folgt:

An Stelle des Gesetzes, betreffend die Ein- und Ausfuhr von

Kriegsgerät, vom 22. Dezember 1920 (RGBI. S. 2167) treten die

folgenden Vorschriften : ;

Die Einfuhr von Waffen, Munition und Kriegsgerät jeder Att

ist verboten. d Ausfuhr von Waffen,

Dasselbe gilt für die Anfertigung und Munition und Kriegsgerät jedér Art für fremde Länder.

S 2 Als Waffen, Munition und Friegdgerät im Sinne des $ 1 gelten folgende Gegenstände : i _ 1. Geschüße (Kanonen, Haubizen und Mörser) jeglicher Art. 2, Fahrbare Lafetten, Vorholer und feststehende Lafetten für Ge- \chüte jegliher Art. j Z 3. Geshükmunition aller Kaliber, umfassend: Geschoß, Patronen- hülse, Zündhütchen, Pulver, Zünder, Granatfüllung und Schlag-

rohre.

. Einzelteile von Geschützmunition aller Kaliber.

, E aller Kaliber und Arten, ihre Lafetten nebst Zu- behör.

. Minenwerfermunition aller Kaliber und Arten.

. Maschinengewehre aller Art mit ihren Fortbewegungsmitteln fowie militärishe Handfeuerwaffen.

. Alle Arten von Muniiion für den Gebrauch der unter 7 genannten Waffen. e j

. Granaten aller Art und Typen, militärishe Blendfeuer, milt- tärische Leuchtgranaten, Flammenwerfer, militärishe Gas- und Nauchapparate.

. Tank- und Panzerwagen.

. Militärische Traktoren, d. h. alle Arten von Fahrzeugen und Loren mit Selbstantrieb, die speziell militärischen Zwecken an- geyaßt find, nebst den dazugehörigen Anhängewagen.

. Militärischen Zwecken dienende |hädlihe Gase und Schuß: einri@tungen gegen folche. ; i i

. Militärpulver; Sprengstoffe mit Ausnahme derjenigen für Bergbau und andere wirtschaftliche Zwecke.

. Militärishe Scheinwerfer. S

. Feld-Funkentelegraphen-Anlagen und andere Arten militärischer Anlagen für Uebermittelung, Empfang und Auffangen von Signalen. : N

Gelhävisterungseinrichtungen, Feuerleitungsapparate, militä- rishe Éntsernungs- und Schallmeßgeräte.

. Milttärishe Beobachtungswagen, militärishe VBeobachtungs- leitern und Zubehör dazu.

. Militärische optishe Instrumente. :

. Militärwagen, soweit nicht bereits unter 17. erwähnt.

. Militärishes Pferdegeschirr.

j Manger se. N Militärishe Bätckereien.

Feldbäcereien. /

. Militärische fahrbare Küchen.

. Militärische fahrbare Werkstätten.

. Lanzen, Bajonette und militärishe Säbel.

. Militärishe Ausrüstungsstücke für Soldaten aller Waffen.

, Für Kriegszwecke besonders eingerihteter Stacheldrahßt ein- {{ließlich der dazu gehörenden teidigungsgeräte.

j Alle militärischen Werkzeuge zum Gebrauch durch Truppen, eins{ließlich des militärishen Miniergeräts.

. Militärise Pontons und Sondergeräte Brückentrains, ;

. Munitionskisten und Pakkästen förderung und die Aufbewahrung gerichtet find.

. Geschüßtzlafetten ur richtungen (hydraulisch,

Schiffsartillerie. . j C :

. Alle zur Leitung der Schiffsartillerie dienenden Apparate, ein- \{ließlich der Feuerleitungsgeräte, militärisher Visierungs- einrihtungen und. militärischer Aufs(lagsbeobachtungsgläser.

. Panzerplatten und Geschützschilde. Torpedos. : :

. Gefechtsköpfe und Uebungsköpfe für Torpedos.

: O Zündladungen und Neßscheeren.

. Torpedokreisel. | j

; T ociekorobre und militärische Maschinenanlagen in Verbindung der Torpedoanlagen. : ;

. Alle Instrumente, die zur Leitung der Torpedowaffen dienen, einschließlih militärischer Ziel- und Nichtapparate.

. Unterseeboots\chrohre. .

. Verankerbare Seeminen, umfassend Gehäuse, Verankerung, R A S Pistole- und Zündladung.

. Nichtverankerbare Seeminen. y 1

" Eialalieile von Seeminen aller Art, einshließlich der Ab- feuerungseinrihtung. _ :

. Tiefenladungen und Einzelteile davon.

* Einzelteile von festem oder beweglichem Unterwasserne {uB.

Militärische Flackerfeuer, Lichter und Signalapparate aler Art für Marinezwecke. |

. Sprengladungen für Marinezwedcke.

. Torpedoausstoßladungen. | l : E

Munitionsaufzüge und Ladeeinrihtungen für Marineartillerie.

. Mechanishe und elektrische Abfeuerungseinrihtungen für Marineartillerie und Torpedorohre. /

. MilitärisGhe Einrichtungen zu Unterrichtszwecken, zur Aus- bildung von Personal im Marineartillerie- und Torpedowesen.

G9.

Als „tmilitärisGe im Sinne des $ 2 sind nur solhe Gegen- stände anzusehen, die sich infolge ihrer friegerishen Zweckbestimmung in Art und Form von den zu frievlichen Zwecken bestimmten Gegen- ständen gleicher Benennung unterscheiden.

8 4. ; : er den Vorschriften dieses Gesezes zuwiderhandelt, wird mit Geiting ris bis zu sechs Monaten oder mit Haft oder mit Geldstrafe bis zu einhunderttausend Mark bestraft. : j Neben der Strafe können die Gegenstände, auf die si die e bare a bezieht, eingezogen werden, ohne Ukterschied, ob sie dem Täter gehören oder nicht. Jn der dem Geseßzentwurf beigegebenen Begründung wird ausgesührt: Buri E Pariser Beschlüsse vom 29. Januar 1921 ist der Deutschen Regierung mitgeteilt worden, daß die Alliierten Mächte die zur Ausführung der Marinebestimmungen des Friedensvertrags er-

für militärische

die besonders für die Be- von Kriegsgerät ein-

und Unterbauten sowie maschinelle Cin- elektrisch oder mit Handbetrieb) für die

Stühßen und anderer Ver- *

nteralliierten Kontrollkomanission vom 6. April ergab f, daß die Bemängelung ih auf das Gesetz, betreffend die Ein- und Ausfuhr von Kriegsgerät, vom 22. Dezember 1920 bezog. Die Kommission rügte, daß in diesem Geseg nur die Ausfuhr, niht aber die Einfuhr von Marinekriegsmaterial verboten sei; fie erhob außerdem einige weitere Anstände formeller Art gegen das Geseg. Nachdem #ich Deutschland durch die Annahme des Ultimatums vom 5. Mai ver- pflichtet hat, die Bedingungen der Pariser Beschlüsse in der Ent- waffnungsfrage auszuführen, werden die von der Kommission ver- langten Aenderungen des Geseßes vorzunehmen sein. Der Entwurf trägt ihren Forderungen Rechnung. Der $ 4 des Entwurfs ift den S des $ 24 des Ausführungsgesezes zum Friedensvertrag angepaßt.

Die Interalltierte Militärkontrollklommission hat in ihrer Note vom 12. Mai als Frift für die Mitteilung des abgeänderten Gesectzes- tertes den 30. Juni bestimmt.

Das Mitglied des Reichstags Karl Aderhold (un- abhäng. Sozialdem.), Vertreter des Wahlkreises 18 (Süd- hannover-Braunschweig), ist nah einer Meldung von „W. T. B.“ ans Hannover am 20. d. M. gestorben.

Statistik und Volkswirtschaft.

Ueber die die Lage des Arbeitsmarkts in der Provinz Brandenburg

eittnehmen wir einem sich auf die Zeit vom 5. bis 11. Juni d. I. beziehenden Bericht des brandenburgischen Landesarbeitsamts (Berlin SW. 11, Königgräßer- Str. 28) folgende Angaben: Die Arbeits- losigkeit in einzelnen Berufen ist allmählih im Abnehmen begriffen. Es besteht starke Nachfrage nach landwirtscchaftlichem und baugewerblihem Personal. Vollständige Betriebs- einstellungen sind bisher in geringer L erfolgt, da sich die einge- tretene Stockung in der Steinklohlenzufuhr bisher allgemein noch nicht aks wesentliche Hemmung für die Industrie erwiesen hat. In den daniederliegenden Gewerben sui man \sich zunächst durch Arbeits- zeitverkürzungen den Verhältnissen anzupassen. Arbeitslosigkeit besteht unter den Wachmannschaften und Angestellten der zur Auflösung ge- langenden Interniertenlager sowie im Schiffergewerbe, das infolge des Polenaufruhrs in Oberschlesien fast völlig stilltegt. Durch Notstandsarbeiten auf den märkishen Wasserstraßen wird für etwa 83000 arbeitslose Schiffer Beschäftigungsmöglichkeit ge- sichert. Die Nachfrage nach landwirtschaftlihen ledigen Arbeitern sowie SMnittern ist nach wie vor lebhaft. Deputat- familien und landwirtschaftli*ße Beamte konnten dagegen nur vereinzelt in Arbeit gebracht werden. In den Orten Scmarfow, Klockow, Grünbera, Trampe und Waäddow (Kreis Prenzlau) rourde noch gestreikt; auch in Altgau (Oberbarnim) traten die Landarbeiter in den Ausstand. In den Torfgräbereien, besonders bei den Werken im NRhinluch, zeigt sh erhebliche Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage und Einschränkung der Produktion. Bemühungen des branden- burgischen Landesarbeitsamts, die auf Ablöfung der Ausländer gerichtet sind, haben bereits troß großer Schwierigkeiten zu Erfolgen geführt. Im Kreise Prenzlau hat das Torfwerk Schönwerder den Betrieb wieder auf- genommen, desgleihen mehrere Torfgräbereien in der Gegend von Lübben und Krossen. Von der Ziegelindustrie werden noch dringend gelernte und ungelernte Ziegel- streiher und Arbeiter benötigt. Angebote find an das Landesarbeitsamt zu richten. Die Lage in der Tafelglasindustcie ift unverändert {hlecht; Entlassungen sind jedoch nicht mehr erfolgt. Eine Besserung der Arbeitsgelegenheiten trat im Metalkl- gewerbe ein. Besonders gut war die Fahrradinduftrie in Brandenburg und Spremberg beschäftigt. Die Beleg- haft der Märkishen Industriewerke in Golm, die in der Vorwoche bereits kurz vor der Entlassung ftand, hat in der Berichtswoche gearbeitet. Der Streik bei der Eisengießerei und Maschinenfabrik in Angermünde dauerte an: -l1o-gelernte Kessel- \chmiede sucht dringend das städtische Arbeitsamt in Cottbus (Tel. 223). Rege Vermittlungstätigkeit fand in der Optik statt. In der chemischen Industrie ist die Arbeitslosigkeit ebenfalls nur sehr gering. Die Textilindustrie hat sih weiterhin eines regen Geschäftsgangs zu erfreuen. Jn Cottbus werden ungefähr 10 Kammgarnweber für dauernde Beschäftigung gesucht. Die Papier- und Lederindustrie hat keine wesentlihe Verände- rung zu verzeihnen. Im Holzgewerbe fanden Vermitilungen nux in geringer Zahl statt. Im Baugewerbe werden Maurer und Maler allenthalben gesucht. Aus- funft erteilt das brandenburgishe Landesarbeitsamt (Telephon Kurfürst 9886/87). Die Arbeitsgelegenheit für Techniker und Kaufleute is gering. Ungelernte Arbeiter fanden bei Notstandsarbeiten Beschäftigung. Auf dem Arbeitsmarkt für weibliche Personen zeigte sich eine leihte Besserung der Lage. Fn der Hut- und Textilindustrie sowie in der Optik bielt der floite Geschäftsgang an, so daß zahlreiche Arbeiterinnen Unterkunft fanden. Der Mangel an ländlihem und weiblihem Dienfst- personal besteht weiter. Jn der Provinz Brandenburg waren gemeldet: 6326 männl. Arbeitsuchende, davon 2975 männl. unterit. Erwerbslose, und 2547 weibl.¡Arbeitsuchende, dabon 879 weibl. unterst.

Erwerbslose.

NArbeitsstreitigkeiten.

Nach längeren Verhandlungen ist, wie das Nei ch8-Postamt mitteilt, am 15. Juni zwischen dem Reihs-Postministerium, dem Deutschen Verkehrsbund, der Deutschen Post- gewerkshaft und dem Verbande des Bayerischen Post- und Telegraphenpersonals ein neuer Tarif- vertrag für die Arbeiter im Bereiche der Netichs- Post- und Telegraphenverwaltung abgeschlossen worden, der am 1. Juli in Kraft tritt.

Aus Görliß wird dem „W, T. B." gemeldet, daß mit den am Sonnabend wegen Lohnforderungen in den Aus stand getretenen Maurern und Bauarbeitern sich die Zimmerer soli- dari s ch erklärt und ebenfalls gestern früh die Arbeit ntieder- gelegt haben. Im ganzen feiern etwa 1500 Mann.

Der Vollzugsausshuß der Arbeiter der eng- lis{chen Baumwollindustrie hat, wie M. L Q qus London erfährt, einstimmig die Annahme der leyten Vor- \Gläge der Arbeitgeber empfohlen.

Wohlfahrtspflege.

Chicagoer Freunde der Nationalstiftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen haben, wie „W. T. B.* berichtet, sih bereit erklärt, die Kosten für das Kindererholungsheim der Nationalstiftung zu übernehmen, und eine Anzahlung von 10 000 Dollgr geleistet. Den hochherzigen Spendern zu Ehren wird das Heim „Chicago-Kinderheim der National-

iftung“ getaust. g Non Read und Freunden in Argentinien ist der Nationalstiftung eine namhafte Spende argentinischen Mehls, und zwar 222 Sack, übermittelt worden.

Kunst und Wissenschaft.

Bei Ausgrabungen in Askalon ist nach einer Mit- teilung des „Wolffschen Telegraphenbüros“ ein Teil des von Herodes dem Großen erbauten Palastes bloßgelegt, dessen Schönheit und Größe der Geschichtschreiber Josephus als be- wunderungswürdig bezeihnet. Es wurden Bildwerke des Apollo, der Nenus, einer Viktoria und eines Giganten und eine Statue des

Königs Herodes gefunden.

Meithewars A Morea bir N Kriegerehrenmal un riegergrabstetne auf d Sennefriedhof inBielefeldwird von dem Magistrat Biele-

Ein

tona „Femeinsamen Beratung des eatani über die Heeres stärke die Mitglieder des

in verschiedenen Punkten für unzureichend hielten; fie M ebet worden, dem abzuhelfen. Aus einer Note der

feld unter Künstlern deutscher Reichsangehörigkeit, die in der Provinz