1899 / 219 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

E I e a E O Ir or U A R e L

tine Gesandte __schâfte der haïtianischen Gesandtschast übernommen.

Geheime Rath Dr. Fischer is von der Urlaubsre

ierun abber en wo 1, hat bem a Fran A eTepi Ne O

Der Bevollmächtigte zum Bundesrath, Königlich A e na Berlin zurü>gekehrt.

: Bayern,

Seine Königliche Sögeit der Priñz-Regent ist, wie „W. T. B.“ meldet, gestern Abend um 6 Uhr is München eingetroffen Und hat sih unmittelbar nah der Ankunft von dem Minister des Jnnern Freiherrn von Feilißs<, dem Regierungs-Präsidenten von Auer und den beiden Bürger- meistern der Siadt Mürchen über die Hochwasser: Katastrephe Bericht erstatten lassen. Heute fr"h gedachte der Prinz- Regent unter Führung des Minijters des Innern und des Bürgermeisters von Borscht die dur< das Hochwasser an- gerichteten Verheerungen zu besichtigen. Schon von Oberstdotf

“aus hatte der Prinz-Regent in einem Telegramm - an den

Bürgermeister seiner Theilnahme an der Katastrophe Ausdru> egeben.

E Gestern Vormittag fand im Ministerium des Jnnern unter Vorsiß dcs Ministers Freiherrn von Feiliß\< eine Konferenz statt, um über die aus Anlaß der Hochwasser - Katastrophe zu treffende Hilfs- Aktion zu berathen. Es wurden vorläufig ins Auge gefaßt: eine Haussammlung sür den Umfang des Königreichs, die Bildung eines Hilfscomités für die gesammten Uebershwemmungsgebiete, die Errichtung von Sammellisten u. st. w. Die Kreisregierungen und die Distrikis-Verwaltungs- behörden sollen aufgefordert werden, baldmöglichst eine gcnaue Schäßung der Schäden aufzustellen.

Württemberg.

Wie der „Staats-Anzeiger sür Württemberg“ meldet, hat Seine Majestät der Kaiser an Seine Majestät den König das nachstehende Allerhöchste Handschreiben gerichtet :

Durchlauchtigster, Großmähtigster Fürst, ' freundlich lieber Vetter und Bruder ! i

Eure Majestät wollen aus Meiner Ordre an den Gencral- leutnant Freiherrn von Falkenhausen entnehmen, in wel bohem Maße Mich die Leistungen des XIIT. (Königlih Württembergiichen) Armee-Korps befriedigt baten. Es befindet si< in einem fo vortreff- lichen Triegêtüchtigen Zustande, daß I< Eure Mojestät zu solccn Truppen nur aufrichtig beglü>wünschen kann. Wenu Eure Majestät a: < aus vollem Herzen, wie Mir bekannt, Meinen Wunsch theilen, daß unserem theuren deuis@en Vaterland die Segnungen des Friedens erbalten bleiben mögen, so wcrden Eure Majestät aus diesen Uebungen doch glei< Mir die Ueberzeugung gewonnen haben, daß wir der Zu- kunft mit ruhigem Herzen entgegensehen können. Gure Majestät wolen zuglei} Meinen wärmsten Dank entgegennehmen für die so herzliche Gastfreundschaft, die Véir.in Eurer Majestät Hause zu theil geworden ist, vnd wollen aud den Bewohnern Jhres \{<önen Württemberger Landes zu erkennen geben, daß der überaus wohlthuerde und glanzvolle Emyfarg, der Mir bereitet worden ist, ebenso wie die gute Aufnahme, wel{he die zahlreihen Truppen überall gefunden haben, zu Meiner

reude Zeugniß ablegt von der Gesinnung, die in der Armee die feste Stütze für die gedeihlihe Entwid>clung unseres deutsden Vaterlandes erkennt.

Ich verbleibe mit der Versicherung der vollkommensten HoW- atung vnd in aufri>tiger Freunds>aft

Eurer Majestät freundwilliger Vetter und Bruder

Wilhelm R. Karlérube, den 13, September 1899.

Elsaß-Lothringen.

Der Landesaus\<uß erledigte am 14. d. M. in zwei Sihungen in zweiter Lesung die Ocseventwürke, betreffend die Ausführung der Grundbuchordnung, die Ausführung des Reichsgeseßes über die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit, die Ausführung der Zivilprozeß- ordnung und der Konkursordnung und der Rechts- mittel der Kassation, sowie die Ausführung des Reichs- geseßes über die Zwangsversteigerung und die Zwangs- verwaltung vom 24. März 1897.

Grofßbritanuien und JFrland,

Gestern ist in London ein Blaubuch über die \üd- afrikanische Ne eer enpeit veröffentlicht worden, welches die vom 16. Mai bis 8. September ausgetaushten Depeschen e Flat Ueber den Jnhalt derselben berihtet „W. T. B.“, wie folgt:

Der Text der Depesche des Staatsselretärs für die Kolonien Chamberlain vom 8. September stimmt mit dem bereits früber veröffeñtlichten völlig überein. In einer Depese vom 23. August verwahrt si< der Gouverneur der Kapkolonie Sir Alfred Milner dagegen, daß das Anerbieten Trantvaals bezüglih des den Autländern einzuräumenden Wahlrechts nah fünf Jahren als eine liberale Er- füllung der auf der Konferenz von Blozmfontein gestellten Forderungen angesehen werde. Er fügt hinzu, daß der damals gemachte Vorschlag bezüglich des Wahlrechts nur als Grundlage der Debatte gedient habe, es sei unmögli, ihn als eine Panacee für die Klagen der Ausländer anzu- sehen und ron ihm die Regelung aller <webenden Fragen zu erhoffen, jener Dinge, die auf der Konferenz in Bloemfontein niemals berührt worden seten. Die dortigen Besprehungen seien niemals über Vorschläge bezügli<h des Wahlrehts hinausgegangen und bätten einzig und allein flar und deutlich ergeben, daß der Präsident Krüger dem Plane, den Ausländern irgend einen wesentlichen Theil der politischen Macht einzu: äumen, einen unbeugsamen Widerstand entgegen- stelle. Die Folge des Sehldla ens der Konferenz in Bloemfontein sei die, daß der bloße En Dar Milrer die Erörterung begonnen habe, nunmehr als vollständiger, Can tiger Plan für die Reform der Regierung der Südafrikanis>en Mepublik angesehen werde, Der Grund, weêwegen die Konferenz gescheitert sei,- lege darin, daß ssti< bei Berathung der Sieg Vorschläge Sir Alfred Milner's eine so vollständige Verschicdenhcit der Ansichten beider Parteien über die Ersordernisse der Lage gezeigt habe, a8 es nußlos erschienen sei, die Berathung sort;useen. Sir Alfred Milner hake ausdrü>li< die Wahlrehtsfrage in den Vorder- grund gestellt, weil er habe klarstellèn wollen, o Krüger?s Theil- nahme an der Konferenz thatsäli< cuf die Geneigtheit hindeute, die f ndseligkeiten gegen die Uitla nder sowie den Argwokn gegen die b “ische Regierang aufzugeben, oder ob sie ledigli cin diploma- usa es Manövet sei, dur< das Zeit gewonnen werden solle. Sir Alfred eilner hâlt die Erlangung des Bürgerrehts na fünf Jahren als “ine vernünftige, beiden Theilen gere<t werdende Be-

fregit, weist aber darauf hin, das die vershiedenen Maßs-

ire A nacheinander yon Lransvaak horgeshlaçen worden

4 auf dezen Vorhandensein Sir. Alfred Milner wiederholt avfwerk

eines Plans, mit dem Sir Alfred |-

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ise, in e Transvaal-Regierung inflößten, daß fie geretgt

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Wirkung des Vorschlags nöthig sei. Ueberdies scien die Vors- (läge der E duch Bestimmungen beschwert und einges>ränkt, gegen wel die Uitlander energis<e und begründete Verwahrung einlegten. Deshalb sei es durchaus von wesentliher Bedeutung, daß die leßten Vorschläge forgfältig geprüft würden. Die anderen Fragen anlangend, dringt Sir Alfred Milner «uf deren baldige Erledicung urd bält einige derselben für ni<t geeignet, der s{iedsri<terlihen Entscheidurg unterbrestet zu werden, Wenn über die Wahlre<htsfrage eine Vers ständigung erzielt sei, so werte die-Erörterung der anderen Stagen,

am

cemaht, dadur@ ni<t ausges{<lossen, au die Unte-bceitung aller dieser Fragen zur sciedsgerictiihen Catscheidung gerechtfertigt sein. Eine Depesche Sir Alfred Milner's vom 31. August sagt, er babe von vielen Seiten Vorstellungen erhalten, daß er bei der britischen Negierung die Beendigung des ungewissen Zustandes dringend betreiben möge; die daraus e:wc<sendcn Uebelstände scien in der That ernst, besonders in Johannesburg. Die Krisis beei» flusse au die Minen und kie Handelsthättgkeit. Sir Alfred Milner fügt hinzu, Britis - Süd - Asrika sei sür die äuferslen Maßnahmen und bereit, no< viel mehr zu erdulden, um die buitishe Autorität aufre<t erhalten zu seßen. „Ich fürchte ernstl:<“, {ließt Sir Alfccd Milner, „cs wird cine starke Reaktion der Stimmurg gegenüber der Politik der Regierung eintreten, wenn die Dinge vers<leppt werden“.

In Manchester richteie geslern John Morley an mehrere Tausend Zuhörer eine Ansprache. Der Nedner brachte die in seiner vor kurzem in Arbroath Cen Rede angeführten Argumente wieder vor; er gab die Nothwendigkeit zu, den Beschwerden der Uitlander Abhilfe zu hafen; er sci au für die Forderung, daß das Wahlreht nah fünf Jahren erlangt werde, und gebe dem Präsidenten Krüger den Rath, in die Konferenz einzuwilligen. Zum Schluß beantragte Morley die Annahme einer Resolution, in welher unter Anerkennung der Nothwendigkeit einer Reform die Ansicht ausgesprochen wird, daß diese Neform auf friedlihem Wege durchgeseßzt werden könne. Das Mitglied des Unterhauses Courtney befürwortete die Resolution und trat dafür ein, daß die Frage der Suzeränetät dem Geheimen Rath überwiesen werde. Die Resolution wurde mit großer Mehrheit angenommen. Die dagegen stimmende Minorität entfaltete eine britishe Flagge.

Frankreich.

Der Minister-Präsident Walde>-Rousseau erklärte, wie „W. T. B.“ meldet, gestern Nachmittag den Delegirten der radikalen Gruppe des Parlaments, daß unwidcrlegliche Beweise sür die Cxistenz eines Komplotts reihli<h vorhanden seien und kein Republikaner es wagen werde, die Regierung zu tadeln, wenn die Umtriebe der Angeklagten in ihrer Ge- sammtheit bekannt scin würden.

Der Untersuchungsrichter Fabre hat gestern cine Ver- fügung crlassen, dur<h welche die Komplottangelegenheit dem Staatsanwalt überwiesen wird. Der „Temps“ vir- öffentlicht einen ausführlichen juristishenArtikel über das Verfahren beim Staatsgerichtshof und sührt aus, daß der Staatsgerichts- hof bereits in der ersten Sißung über die Zuständigkeit ex officio entscheide, daß aber die Angeschuldigten nicht befugt seien, in der ersten Sißung an der Debatte theilzunehmen. Der „Temps“ fügt bezüglih der Befugn:ß der Angeklagten, sich durch einen Advokaten bei der Kommission des Staai1sgerichts- hofes vertreten zu lassen, hinzu, daß das Gesch vom 8. De- zember 1897, dur<h welches das fkontradiktorishe Verfahren bei der straf richt ba Untersuchung eingeführt wird, dieses Recht nicht festgeseßt habe, daß aber nichts im Wege stehe, wenn bie Kommission des Staatsgerichtshofes den Angeschuldigten die Wohlthat dieses Gesetzes zugestehe.

Der Dampfer „Ville de Maranhao“/, welcher die zwischen der Expedition Voulet und dem Obersten Klobb gewechselte Korrespondenz (\. Nr. 197 d. Bl.) überbringt, wird am 23. d. M. in Bordeaux erwartet. "

Serbien.

Jn dem Hochverrathsprozesse in Belgrad wurden, dem Wiener „Telegr.-Korresp.-Bureau“ zufolge, gestern die Mitglieder der radikalen Partei Teodorowitsch, Stefano- witsh, Miloradowitsch und Rikowitsch, welche wegen Beleidigungen und Drohungen gegen den König und wegen Aufreizung gegen die Dynastie und das herrschende Regime angcklagt sind, vernommen. Die aufgerufenen Zeugen be- stätigten die in der Anklage enthaltenen Behauptungen.

Amerika.

Jn Kingston (Domaies) rngelzofenen Meldungen aus La Guayra vom 12. d. M. zufolge nimmt, wie dem „W. T. B.“ aus New York berichtet wird, die Revolution in Venezuela eine beunruhigende Ausdehnung an. Die Truppen der Regierung erliitcn zwei Niederlagen. Es liege Grund zuy der Annahme vor, daß die Generale der Regierungstruppen im Einverständniß mit den Aufständischen ständen.

Afien.

Der „Russischen Ae eCto E Gu wird aus Chabo- rowsf berichtet, der Kaiser von China habe einen Befehl erlassen, na<h welchem eine Art Nationalgarde gebildet werden soll. Jeder Mann sei verpflichtet, eine gewisse Zeit in den Reihen des Heeres zu dienen. Jm Falle eines Krieges sollen die auf diese Weise oen Truppcn als Hilfstruppen verwandt werden. Die Gouverneure von zwei in der Depesche als Hunsi und Huandun bezcihneten Pro- vinzen hätten angesichts der kritischen Lage in diesen Provinzen Befehl erhalten, im Laufe eines Monats über die Maßnahnien zu berihten, welche sie zur Erfüllung des obigen Befehls er- griffen hätten. Die Gouverneure der Übrigen D av iNieA follen ihren Bericht innerhalb dreier Monate einreichen.

Afrika.

Aus Pretoria vom gestrigen Tage meldet das „Reuter’she Bureau“, daß die endgültige Fassung der An t- wort der Regierung der Südafrikanischen Nepublik in einer geheimen r BS beider Raads berathen worden sei. Die Aniwort solle heute dem britischen diplomatischen Agenten Conyngham Greene zugestellt werden.

Nach einer der „Times“ pugegangenen Ma waren gestern amtlihe Mittheilungen über den L der Antwort vo< nicht bekanni; dem Vernehmen nach sei dieselbe jedo negativer Natur ; es werde darin erklärt, daß die T D Ae Republik an der Konvention von 1884 festhalte, daß sie von der Bestimmung der NUangAng des t fei Me nah sieben Jahren nicht abgehen könne, aber gewillt sei, Rathschläge zur Besserung der Lage anzunchmen.

Die nt, 9 uen el sei, die Frage der Zulassung der Uitlander in dem entgegenkemmenden und großmüthigen Geiste zu verhandeln, wie er für eine erfolgreiche 1

Statistik und Volkswirth\{ ft,

Die deutshe überseei he Auswanderung im M und in dem gleiden Zeitraum des Worjap us 189 4 Gs wurden befördert deutshe Auswanderer im M : 4 ie 1899 1898 August A E C 846 874 Ua 8B 729

deutshe Häfen zusammen . . 1731 T1603 fremde Häfen (soweit ermittelt) 294 314

Ds beut! af AIUE, L E O

us deutschen Häfen wurden im Augu neben deutschen is no< 9604 Angehörige fremder Staat! fördert. Davon gingen über Bremen 6149 Hamburg 3455, ®

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Zür Arbeiterbewegung.

In einer sehr zahlrei besuhten außerordentlizen General versammlung, die am 14. d. M. von der Vereinigung Berling Metallwaarenfabrikanten gemeinsam mit der Vereinigung v Klempner, Kupfershmiede, Gas- und Wasser-Jnstall,, teure und verwantter Berufszweige einberufen war, um ¿u diy Forderungen, welhe die Klempnergesellen (vergl. Nr. 215 d. Bl thren Arbeitgebern unterbreitet batten, Stellung zu nehmen, der „Voss. Ztg.“ folgender Beschluß einstimuig gefaßt: ing Minimallobüsaß für Accord- oder Stundenlohn zu bewilligen; 2) ejy höhere Entlohnung für Ueberstunden grundsäßlih in der Regel nicht p bewilligen, vielmehr derartige Vereinbarungen von Fall zu Fall de einzelnen Arbeitgebern zu überlassen; 3) mit nicmandem außer mit den cigenen Arbeitern über Lohnfragen u. dergl. zu verhandeln; 4) d Forderung der prinzipiellen Einführung der neunstündigen Arbeitézeit nicht zu bewilligen; 5) den Ans{luß sämmtliher Werkstätten an die Vereinigung der Berliner Klempner, Kupferschmiede, Gas, und asser - Installateure und verwandter Berufszweige nad jeder Richtung hin zu fördern, Zu den neuen Bedingungen! arbeiten 342 Klempner; 450 sind noch autständig. Eine Versamm lung hiesiger selbständiger Bildhauer nahm, wie der „Berl. Lok.-Anz* mittheilt, am 14. d. M. zu den Forterungen der Holzbildhauer (vergl. Nr. 216 d. Bl.) Stellung und beschloß, die Verkürzung de Arbeitézeit auf 50 Stunden pro Woche, sowie den Lohnzuschlay von 10% in allen Werkstätten abzulehnen. Der Auf {lag von 50% für Ueberflunden, die Einführung ta Lohnarkeit an Stelle der Accordarbeit und der gefordert Minimallohn von 24 M für den gelernten Bildhauer wurden dagegen bewilligt. Man wählte eine Kommission, die auf dieser Grundlay mit den Gehilfen verhandeln foll. Eine Versamwlung der auß ständigen Pußher Berlins (vergl. Nr. 217 d. Bl.) hat, de „Volks- Ztg.“ zufolge, am Freitag auf die Ablehnung der aufgestellten Forderungen dur deu Arbeitgeberbund hin bes<lofsen, den Ausftand forizuseyen. Ueber die augenbli>lihe Lage des Ausstandes wurde by richtet, daß 40 Unternehmer , darunter au einige Mitgliede des Bundes, die Forderungen bereits bewilligt haben, sodaß 221 Außen puher und 171 Innenpuyer schon zu den neuen Bedingungen arbeitez, Die Zabl der Ausstäntigen beträgt 624. Etwa 100 Puyer auf 26 Bauten lehnten es bisher ab, mit den Ausständigen gemeinsame Sache zu machen. —- Der Ausstand ter Berliner Steinarbeiter (vergl. Nr. 213 d. Bl.) ift, wie die „D. Warte“ mittheilt, beendet, In einer am Freitag abgehaltenen Versammlung empfahl die Lohn fomn:.ission, mit den Unternehmern zu verhandeln und \si< mit den Vorschlägen des Eewerbegericts eir. verstanden zu erklären, welte sid mit den Zugeständnissen, die die Arbeitgeber den Arbeitnehmern bor dem Gewerbegeriht gemacht haben, r>en. Bei der Schlußabstimmung gelangte der Vors(lag der Kommission zur Annahme.

Aus Emmerich meldet die „Rhcin.-Westf. Ztg.“ unterm 15. d. M., daß die Auéstandsbewcgung des Maschinen- und Heizerpersonals der Rheinshleppdampfer no< fortdauert, Zwar hat ein Theil der Arbeiter einen Vertrag unterzeichnet, nad welchem dieselben si mit einer theilweisen Sonntagsrube zufrieden geben; der weitaus größte Theil will aber die Arbeit nit eer auf- nebmen, als bis ißm die Forderungen bezüglih der Sonntagéruhe ganz bewilligt sind. (Vergl. Nr. 182 d. Bl.)

Aus Köln berichtet dasselbe Blait, daß in einer Versammlung der auéständigen Zimmerleute mitgetheilt wurde, eine Abstimmung der Meister habe ergeben, daß si 16 für cine Lohnerhöhung, 18 gegen eine folde erklärten. Die 16 Meister, wel<he die Lohnerböhung ke willigten, beschäftigten über 100 Gesellen. Von den 250 Kölner Zimmerleuten seien 190 organisiert.

Zur Lohnbewegung der Leip¡iger Former und Eisen- gießereiarbeiter (vergl. Nr. 201 d. Bl.) tbeilt die „Leipz. Ztg. unte1nm 15. d. M. mit, taß in ciner von über 300 Personen be suchten Versammlung der Nuéstand als im wesentlichen unverändert bezei<hnet wurde. Es sind gegenwätig no< 428 Gehilfen ausständig, Die |tn einer Fabrik der Leipziger Instrumentenbrand$t auéständigen Arbeiter (rergl. Nr. 216 d. Bl.) haben nunmehr in einer von über 400 Personen besuchten Versammlung folgende Forderungen aufgestellt: 1) Wiedereinstellung der Gemaßregelten, sämmilider Kommwissionsmitglieder und der am Sonnakend enb lassenen Arbeiter; 2) Ane:kexnung des Arbeiteraus\<usses als Be s{werdekommission der Arbeiter und entsprehende Umänderung der Fakbrikordnung; 3) Amtsentseßung zweier Werkmeister; 4) die älteren Arbeiter sind lei Arbeitemangel zuleßt zu entlassen;

5) eine E Revtdierung der Fabrikordnung hat sofort nah

Arbeits8aufnahme stattzufiaden; 6) alle Auéständigen sind wieder an ihre alten Pläge zu stellen, Ferner wurde bes<lossen, ¡um Zwet der 54 “cut der Differenzen das Gewerberiht als Einigungsamk anzurufen. ;

Kunst und Wissenschaft.

S{ulte’'s Kunstsalon, Berlin, Unter den Linden 1, eröffne morgen mit einer anregenden und vielseitigen Ausstellung scine Winter Saison. Der bekannte Marinemaler Hans von Bartels, dessen Aub stellung im Jahre 1888 si< fo großen Beifalls erfreute, tritt mit einer Kollektion ron ca. 50 erken bor das Berlinet Publikum. Bertha Wegmann - Kopenhagen bringt eine Anzall Porträts und landschaftliher Studienz ferner s{<i>ten di! Engländer Robert, W. Allan, Charles W. Bartleti, Alfrä East ,_ Nob. Little, Cecil Rea, Julius Rolshoven Arbeiten und Gbarles Tooby - München ist mit einem Motiv aus det Berliner Deo Garten, „Die Löwin Hero wit ihren Jungen“, ¡ur Stelle. Der intime Naluralist Vittore Grubicy de Dragon | Mailand fandte Landschaften, „Motive aus Jtalien“, und Giovanri Segantini-Maloja ernste Zeichnungen aus früherer Zeit. Neben Han! Fe<ner-Berlin mit einem Porträt Seiner Königlichen He des

rinz-Regenten Luitpold von Bayern werden außerdem no< cine A le E Künstler des Jn- und Auslandes mit Werken bet treten sein.

Land- und Forstwirthschaft.

Notterdamer Getreidemarkt.

Rotterdam, den 10, September 1899, Die Stimmung Marktes war für viele Artikel à la hausse, da cs mehr und mehr

klar wird, daß der Ernteertrag besonders quantitativ weit hinter | den Erwartungen zurü>bleibt. Jedoh haben die Preise si daburh" no< nit viel verbessern können, da das Angebot der Nachfrage i. d |

genügt. Nur für wenige Artikel war das Verhältniß ein anderes. Weizen. Besonders wurden verschiedene Sorten amerikanische!

Weizens hier gehandelt. Auch La Plata spielte no< cine große Ne |

es kamen davon Partien von guter Qualität zu Markt. IndisW Sorten zogen gleichfalls die Aufmerksamkeit auf ih, währen Ladungen von den . Donau- und südrussishen Marken nur Á Preisen angeboten wurden, welhe für die hiesigen Käufer b i zu ho< waren. Die Preise sind im Laufe des Monats nur wenig zurü>gegangen.

ógg t i Hierfür wär fortwährend gute R für den

R vorhanden; în leßter Zeit war diese so stark, daß die Prei e I tegen. Bel der uridhaltin der südrussisden Ex E wurde hauptsähli< Peterèburger gebandelt; die Beschaffenheit der angebrahten Partien übertraf P die Erwazitung. Auch ifanisher Western kommt {on mehr auf den Markt; die Un-

ah eit bezligli<- der Beschaffenheit der neuen Grnte beeinträchtigt e .

en no< das Gesch äf indeffen n e. Die Preise besonders für gewöhnliche ‘Futtersorten sind erheblih gesitegen. Der Vorrath war fortgeseßt gering und <wimmende Waare fand zu steigenden reisen <nell Abnehmer. Amerikanische war wohl zu niedrigeren Preisen zu haben; sie ift aber do< noh vielen bei ihrer größeren Schwere zu theuer.

afer. Hazptsächlih wurde wteder viel und zwar zu billigen Preifen amerikanis<er gehandelt.

Mais. Der Umfag in Mixed hat wieder zugenommen. Die Qualität desselben ist gegenwärtig wieder gut, was von La Plata nicht gesagt werden kann. Von Odessa und Cinguantin is} nit mehr viel auf dem Markt; von Toscanian und Donau sind nur geringe Quantitäten unterwegs.

Die Preise und Vorräthe sind aus na<hstekender Tabelle er- sihilich:

Wie

Getreidepreife PALTOIOe

im Monat August 1899. 1 1, August} Sept.

Gerste

und Weizen | Noggen Mais Last zu

Last zu Last zu 2400 kg | 2100 kg [2000 kg

Fl. F. Fl.

188—167 9590| 600 162—145 2000| 1800 140-128 900] 1000

Getreideart Last

Weizen Roggen Gerste

Ernte und Getreidehandel in Nu mänien.

Galas, den 5. September 1899, Das Wetter war im August normal und giebt zu besonderen Bemerkungen keinen Anlaß. Die Ecntearbeiten konnten unter im allgemeinen günstigen Bedingungen beendet und die Feldarbeiten für die Winterbestelung begonnen werden.

Nach den von der Regierung gesammelten \tatislis<hen Daten bat die diesjährige Ernte Numäniens nachstehende Grträge ergeben :

Weizen 4009/9 einer Durchschnittserate,

Roggen 25% , ¡

Gerste 17% , Z

Hafer 45% ,y s obglei gegen 240 000 ha mebr angebaut worden sind, n:ovon allein 184 000 ha auf Weizen entfallen,

Die Nachuichten hinsichtlich der Wein- sowie der Pflaumen-Ernte lauten im allgemeinen re<t günstig.

Das Getreide-Exportges<ä|t bewegte si< in sehr bescheidenen Grenzen, sodaß kaum verläßlihe Notierungen gegeben werden können, weil die Verkäufer si nit entschließen können, sich von ihrer Waare zu trennen und Gebote anzunehmen, wie sie der Lage der Märkte tes Auélandes entsprechen.

Zufuhren neuer Ernte sind no< immer gering, während die Vorräthe an alter Waare größer sind.

Frahten haben sih etwas erholt, do ist der Bcdarf an Näumte ¡u gering, um auf eine erheblihe Besserung in nät&ster Zeit re<nen zu ïönnen (Rotterdam 9/6, Hamburg 10).

Lie Getreidepreise waren um die Monatswende (Cif p. 1000 kg): Weijen 138C—145 A Roggen 118—120 M Geiste 106—108 M Hafer 112—115. Mais 87—90.

Die Vorräthe werden, wie folgt, angegeben (in Tons à 1000 kg)

in Galaß: in Braila: Weizen 9 000 t 17 509 & Noggen .

v neu 1500,

e M0 300

E aae Q 600 ,„ Mais . 23/000 38 000 ,„

S@&leppfra>ten sind außerordentli vernahläfsigt, und da etne re<t erheblihe Anzahl großer Fabrzeuge in der unteren Donau un- beschäftigt liegt, so können dieselben nur zu sehr reduzierten Raten Nehmer finden. Es wurden 90 Bani von Cetate und 60 Bani von prgiu pro 7 hi1 bezohlt, was kaum zur De>ung der Kosten inreicht.

_Mit dem 1. September sind die neuen Shiffahrtsgebühren am „Eisernen Thor“ in Kraft getreten. Dieselben betragen von L, Severin—Orsova—Alt.Moldova 1 Fk. pro Tonne von 1000 kg, wozu no<h 224 Kreuzer pro Donne für Remorquirungstaxe bei Be- nußung der Nemorqueure der ungarishen Regierung kommen.

In der vorgestern abgehaltenen zweiten öffentlichen Sitzung des 15, Allgemeinen Vereinstags der deutschen landwirth- shaftli><en Genossenschaften in Breélau referterte zunächst Rittergutsbesizer von Graß-Klanin über die genossen s<aftl i<e Organisation des Spiritueabsaßzes in Deutschland. Der Redner gab, wie wir der „Schles. Ztg.* cntnebmen, eine geshicht- lihe Darstellung von der Entstehung der Organisation, welche adurh erleihtert worden fei, daß neben den Spiritus- spekulanten, welhe dur Aufkauf des Spiritus si< die Preis- ildung sicherten, au< Spritfabrikanten vorhanden waren, wel>&e gleichzeitig eia Gewerbe zu vertreten haben und die eberfalls unter

der Sviritusspekulation litten. Zwischen den Spritfabrikanten uid

den Spiritusbrennern sei nun na< mübevoller Arbeit ein Lerirag zu stande gekommen, und am 4. April d. J. babe die Ge- nossenshaft gegründet werden können. Kaum 10 Millionen Liter Spiritus von der deutschen Fabrikation fehlten ter Genoffen- saft. In weiten Kreisen sei die Meinung verbreitet, daß die Spiritusfabrikanten einen zu großen Nuyen aus dem Vertrage gehabt bätten. Van vergesse aber, daß der Nuyen, wel&er aus der sevoffenschaftlichen Organisation entspringe, mit den Spritfabrikanten abe getheilt werden müssen. Jeßt sei die Genossenschaft in der Lage, en Inlandspreis des Spiritus nah ihrem Belieben festzustellen, d. h. auf Grund einer vernünftigen Beurtheilung der Bedeutung dieses töt uktionsartikels, sodaß gute mittlere Preise erzielt würden. ï Vertrag bleibe neun Jahre lang in Kraft. Die jeßigen pr rungen böten die Sicherheit, daß diese - Vereintgung po réeren werde. Das Brennereigewerbe könne alle vertrauen®- auf de se, Zukunft sehen, es könne die Preise für Spiritus ntip tenigen Höhe halten, wele dem landwirthschaftlichen Bedürfniß he. Es werde der Versuhung Widerstand geleiftet wer en, da f Höhe hinauszugehen. Er (Redner) glaube nicht, lUerseët saft unter den gegenwärtigen Verhältnissen staat- Ibtbil besondere U nterftüßung erfahren werde. Umsomehr sei N fe nothwendëg. \— Verbands-Direktor Heller aus Danzig be- ¿entraliszene Unternehmen mit großer Freude, rieth aber, es niht zu ÉwertE e fondera es ‘auf der Grundlage provinzieller Spiritus- Landgeri enossens{.ìft -n aufzubauen. frage de rath Dr. ‘SWetfel aus Darmstadt \pra< über „die arlebugi ündelsihßerheit der ländlihen Spar- und der Verw Assen nach Lage der neuesten Geseßgebung und Anträge : tungs raxis\* und befürwortete die Annabme folgender seeWtfertigte ablehnende Ste une U L pennert 1) die burt) nichts e e lung, die rgerlihe Gesegbuh un Ausführungögesepe der eh 1zelnea Bundesstaaten in der Frage der

Ündelsicherheit dadur eingenommen haben, d sie die Spar |

/ | « und Dare merle nicht unter die mündelsicheren Anstalten eingereiht baben; ersuht 2) die Anwaltschaft, bei den einzelnen Bundesregierungen vorftellig zu werden, daß ín etwa zu erlassenden Anweisungen für Vormundschaftsrihter und Vormünder ausdrü>li< darauf hingewiesen werde, daß die Anlage von Mündelgeldern gemäß $ 1811 des Bürger- lichen Ge]eygbuhes auch bei den ländlihen Spar- und Darlehnska\sen gestaitet werden kann; ersu<ht 3) die Anwaltschaft, die geeignet erschei- nenden Maßnahmen zu ergreifen, damit în den einzelnen Bundes- flaatien die A von Kirhen-, Shul-, Gemeinde-, Siiftungs- und dergleihen Geldern kei den ländlihen Spar- und Darlehns- kassen für zulässig erklärt wird; ist 4) der Ansicht, daß insbesondere Spar- und Beit AR mit unbeschränkter Haftpflicht, die seit längerer Zeit bestehen, der geordneten Kontrole eines Revt- sionsverbandes unterliegen und ciner Zentralkasse angeshlossen find, zur Anlage von Mündelgeldern und von Geldern der unter 3 bere<neten Art geeignet sind." Hierzu nahm der Geheime Ober-Regierungsrath Dr, Hermes das Wort, welcher zunächst die fehr herbe Kritik bedauerte, die im Antrag 1 an der Stellung geübt werde, welche die staatlihen Behörden zu dieser Frage eingenommen baben. Die landwirths{<aftlihe Verwaltung habe fi eingehend mit dieser Frage bes<äftigt. Aber das Grgebniß fei leider cin negatives ge- wefen. Es sei kein Standpunkt zu erreichen gewesen, wel>er der Mündelsiherheit in allen Punkten ‘Rechnung trage, und es fei fraglih, ob man gewisse Kautelen aufzustellen vermöge, bet deren Vorhandensein die Mündelsicherheit beigelegt werden könne. Diese Frage habe der Referent im 4. Anirage zu lösen versucht. Aber diefe Vorausseßungen seien no< nit genügend. Es sei zu bedenken, daß der Revisionsverband keine Exekutivgewalt über die Kassen habe. Die Zentralkafse sei ferner nihts a)s cin Banquier. Die Kassen brauchten niht gerade Konkurs zu machen, sie könnten aber in vorübergehende Zah- lungsschwierigkeiten kommen. Es ließe si< allerdings au denken, daß man nit generalisierend, sondern R A vorgeheund nur mun Kassen das Recht der Mündelsicherheit beilege. Die Prüfung der einzelnen Fälle müßte Sache des Verbandes sein, der die Bürgschaft zu übernehmen hätte. Der Algeweine Verband hate aber diesen Weg vit für gangbac erahtet. Es müßte auf gefeßlichem Wege au vorgesehen werden, daß ein Widerruf der Mündelficher- heit ausgespro@en werden könne. Der Redner ersuhte s{ließli<, die Anträge 1 und 4 des Berichte: statters niht anzunehmen. Guts- besitzer Grinda aus Groß-Wrannen E P fübrte aus, daß das, was fkreditfähig sei, si von selbst empfehle. Man solle nit versuchen, etwas he: beizusühren, was unter Umständen lästig werden könnte. Der Vertreter der Regierung - habe {on darauf hingewiesen, daß bei einzelnen Kassen die Mündelsicherheit widerrufen werden könne. Welche Folgen würde dies haben? Der Berichterstatter seine bei setnen Ausführungen weniger vom Wohle der Mündel als von dem der Darlehnskassen geleitet worden zu sein. Er bitte daher, die Anträge des Referenten abzulehnen. Dr. Rabe befürwortete, im An- trag 4‘ die Worte „mit unbeshränkter Haftpflicht“ zu streichen. Major a. D. EGndell auf Kiekrz trat den Auéführungen des Herrn Grinda bei. Er kenne dfe Kassen in der Provinz Posen ziemlich genau. Unter diesen gebe es verschiedene, welche nit verdienten, für mündelsiher erklärt zu werden. Nachdem der Berichterstatter in seinem Schlußwort gegen die Unterstellung des Herrn Grinta protestiert batte, daß er mehr auf das Wohl der Darlehnskassen als auf das der Mündel bedacht sei, wurde der Antrag 1 des Berichterstatters ah- gelebnt, während die Anträge 2, 3 und 4, leßterer mit dem Amendement des Dr. Rabe, zur Annahme gelangten.

Alsdann berichtete der Genossenschafts-Direktor P. S{@midt aus Halle a. S. über den Stand der Perhloratfrage (Pflanzengift im Chilesalpeter). Er beantragte: „Der 15. Allgemeine Vereinstag ersuht die Anwaltschaft, mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln dahin zu wirken, daß 1) der Salpeter nah der direkten Sti>\toffbestimmung, welhe die einzig rihtige Methode zur Werthbestimmung ift, verkauft werde, 2) seitens der Berkläufer eine Gewähr nicht ra der Durhschnittsanalvse, sondern rah der Zusammenseßung jeder gelieferten Theilladung getoten werde, 3) Salpeter, der mehr als 1 9/6 Perchlorat entbält, den Landwirthen überbaupt nicht geliefert werden dürfe, aber wenn er geliefert würde, zur Verfügung der Lieferanten gestellt werde.“ Nachdem Dr. Zierold aus Stettin und Major a. D. Endell fich für die Anträge ausgesprechen hatten, gelangten diefe zur Annahme.

Direktor, Hauptmann a. D. S@midt aus Breslau referierte über die Frage: „Wie gestaltet und bewährt sich der ge- meinsame Bezug landwirths<aftliher Rohstoffe durch die Spar- und Darlehnskassen?“ Die Entwi>keluna der Berufsgenossenschaften habe fast car ni<t zugenommen und bleibe hinter derjenigen der Darlehnskafsen weit zurü>. Auch der Umsay habe si nit wesentlih vergrößert. Nur in Satbsen bätten sih die Dar- lehnékassen sämmtlih der Bezugsgenossenshaft angeschlossen, während in Schlesien erst 14 Darlebnskafsen ihren Beitritt zur Bezugsgencossensaft erklärt hätten. Der Redner stellte felgenden Antrag: „Der 15. Allgemeine Vereinstag trägt kein Bedenken, eine Entwi>elung der Spar- und Darlehnskafsen gutzubeißen, welche dahin gebt, den Bezug der Waaren für den landwirths{astlihen Bedarf ihrer Mitglieder für Rehnung der Kasse überall da in die Hand zu nehmern, wo lokale Bezugsgenossens<aften fehlen. Für die Zwe>mäßigkeit einer derartigen Entwi>kelung er- scheinen zwet Erfordernisse nothwendig: 1) die Beschränkung der betreffenden Kassen auf einen mögli engen örtlichen Kreis, 2) der Ans<luß der betreffenden Kassen an cine genoffenschaftliche Zentraleinkaufsftelle", Nach kurzer Bespre{ung wurden die An- 1räge einstimmig angenommen mit der Abänderung, taß an Stelle der Worte „überall da“ die Worte „in ten Verbandsbezirken“ und unter Nr. 1 statt des Wortes „Kreis“ das Wort „Bezirk“ geseßt werden.

Ockonomierath Johannssen aus Hannover spra<h über den genossenshaftlihen EGierabsaßk. Wie berechtigt die Er- örterung dieses Themas sei, gehe daraus hervor, daß Deutschland all- jährli für 100 Millionen Maik Eier importiere, eine Summe, welche den Werth des importierten Roggens übersteige. Der Redner faßte setne Ausführungen in folgender Resclution zusammen: „Jn dem genossen- {aftlichen Eierabsaß is ein wichtiges Mittel zur Hebung der ländlichen Geflügelzucht zu erbli>en. Die genofsenschafili(e Organisation des Gier- absaßes is daber mit Nachduu> zu fördern. Wo nicht andere Organisationen den gemeinfamen Eierabsaß übernehmen und ni>t eigene Genossenschaften für den Zwe> gegründet werden, seinen die Mollkeretgenossenshaften besonders berusen zu sein, den Eierabsah ibrer Mitglieder auszuführen. Eine innige Fühlung, eventuell ge- \<äftli<e Zentralisation der Verlaufsorganisationen tnnerhalb größerer Gebiete ist empfehlenswerth.“ Dieser Antrag wurde gleichfalls einstimmig angenommen.

Außer den hier erwähnten Vorträgen wurden no< mehrere andere rein vereinstehnif<er Natur gehalten, welche verschiedene ps en der seitens des Verbandes geübten NRevisionsthätigkeit betrafen. Ein Vortrag über die Haftpfliht der Aufsichtsrathsmitglieder eingetragener Genossen- schaften wurde wegen vorgerü>ter Zeit vertagt. Mit den üblichen Danksfagungen wurden sodann die Verhandlungen von d-m Vorsißenden,

Geheimen Regierungsrath Haas, ges{lofsen.

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln.

s Erlöschen der Maul- und Klauenseuche is dem Kaiserlichen E oru gemeldet worden von der Abtheilung {ür Schweine des Schlacht-Viehbofs zu Nürnberg am 14. d. M.

E len hat die dies

Der internationale Ge‘undheitsrath in Alexandrien hat die dies»

jährige Pilgerfahrt als becndet erklärt und vom d. d. M. ab die

gegen Herkünfte aus dem Hedjaz angeortneten Maßregeln auicebeben.

Die G ausstehenden ilger, voraus\sidtli< einige Hu sollen an den Mosesquellen E "12 tägi S aute mit: Des- melion Guae a E I oe ollen E [PuwSde Bas und die Gebrauchsgegenstände aller au Schiffspassagiere detinfiziert werden. 1A R S RRNNE 7

Nürnberg, 15. September. (W. T. B) Die General- versammlung des „Deutschen Vereins für öffentlihz Ge- sundheitspflege“ wurde heute dur< den Geheimen Sanitätsrath Dr. APREA i Mim Bi 0

porto, 19. September. Die norwegis<hen Aerzte Aaser und Geviswald sind beute hier eingetroffen. i |

Tamatave, 15, September. (W. T. B.) Das Auftreten der Peft wurde hier amtlich festgestellt.

Verdingungen im Auslande,

Oesterreich-Ungarn.

1. Oktober, 12 Uhr. K. K. Staatsbahn-Direktion in Stanislau: Lieferung von Robeifenaktgüssen, als: Lagergeläuse, Bremsklöte , Blatttragfedern, Schne>kenfedern, Schraubenkuppeln, Lugkaken, Puffers stangen und Huffergebäuse, sowie Metallwaaren, als: Kupferblech, ELAEeN jür Sietcrohre, Kupferrohre, Stangenkupfer, Kupfer- draht, Zinn, Antimon, Blei, Bleirohre, Bleiplomben, Messingble< Platen l podraht, Pa>fongble<h und Pa>kfongdraht, Zinkbleh und

attenzin

2. Dftober, 12 Uhr. K. K. Staaisbahn-Direktion in Lemberg: Lieferung von Eisenabgüssen, Zinn, Antimon, Blei, Bleiplomben, Zink, Kupferble<, Kupferrohre, Kupferstußen für Siederohre, Kupfer- \iangen für Stehbolzen ungeloht und Kupferdraht. j

2. Oktober, 12 Uhr. K. K. Staatäbahn-Direktion in Krakau:

Lieferung von 290000 kg verschiedenen Eisenabaüssen, 4000 kg Kupferble<h, 4000 kg Kupferrohren, 75C0 kg Kupferstußen für Siederobre, 11 C00 kg rundes Stangenkupfer, 1050 kg Kupferdraht, 15 000 kg Bancazinn, 5200 kg Zughaken, 8800 kg Pufferstangen, 1500 Stü>k Wagenkuppeln, 90 Stü>k Sceerhaken, 4000 kg Sprung- federn, 32000 kg Volut-Federn, sowie Metallen und Metallwaaren (Antimon, Messingble<, Bleiplomben, Brenner N

2. Oftober 1899, Mittags 12 Uhr. K. K. Staatsbahn-Direk- tion zu Triest: Lieferung für das Jahr 1900 von 90 000 kg Eisen- abgüsse, 100 kg Zinn, 100 kg Kupferble<, 0,5—10 mm stark, 300 kg

Kupferrohre, gezogen, 100 kg Kupferdraht, 1—10 mm ftark, dann Rohmetalle und Metallwaaren (Blei, Zink, Kupfer- und Messingloth, elt MNO und Zinkble<, Messingdraht, Bleiplomben, Roth- gußabgüsse 2c.).

R a bei den genannten Direktionen.

2 Oftober, 12 Uhr. K. K. Staatsbahn - Direktion Wien: Lieferung des auf sämmtlichen Linien der K. K. Oesterreichischen Staatébahnen für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 1900 erforderlichen Bedarfs an: ebenen Lokomotiv-Kesselblehen aus Eisen, Kupferblechen für Lokomotiv-Feuerkisten, Feuerrohren für Lokomotiven aus basishem Martinflußeisen, Radscheiben aus basishem Meartinflußeisen und Reisenräderpaaren mit Radscheiben aus basishem Martinflußeisen. Außerdem noch die Lieferung von vershiedenen Materialien aus Eisen, Ziun, Kupfer, Antimon, Zink, Blei, Messing und Pa>fong. Näheres bezüglih dec erstgenannten Lieferung bei der K. K. Staatskahn- Direktion Wien, Abtheilung 10, und bezüglich der anderen Materialien bei der Abtheilung 4 und beim „Reichs-Anzeiger“.

Verkehrs-Anstalten.

Laut Telegramm aus Köln hat die dritte Post von London über Ostende vom 15. September in Brüssel den O an Lug 66/5 nah Herbesthal—Köln wegen Zug- ver]pätung in England nicht erreicht.

Postanweisungen na<h Jtalien werden in geen aus- geftellt; der darauf in deuts<hem Geld einzuzahlende Betrag wird nah dem Umwandlungsfuß bere<net, welher für die Länder mit Frankenwährung (Frankrei, Belgien u. f. w.) gilt und die Auszahlurg in klingender Münze zur Vorausseßung hat. Die Auszahlung in Italien erfolgt thatfähli< in Metall- geld. Bei Begleihung italienisher Rechnungen, die auf Papier-Lire lauten, ist zu berü>sihtiacn, daß der Betrag in Metall- geld unter den jeßigen Kursverhältnissen 6 bis 7% höber ift als in Papiergeld. Wenn der Absender in Deutschland zur Begleichung einer italienishen Re<hnurg über 100 Lire eine Postanweisung üker 100 Franken abschi>t, so erhält der Adressat 6 bis 7% mehr als seine Forderung beträgt.

Handelt es si um die Einziehung von Geldbeträgen in Italien mittels Postaustrags oder Nachnahme: (auf Einschreib-Brief- sendungen), so wird folgendes Verfahren innegehalten: Hat der Ab- fender ausèrüdli< verlangt, daß die Einziehung des in Franken an- gegebenen Betrags inMetallgeld erfolge was dur den Zusaß payable en or, en argent, en numérairè oder en monnaie métallique zu geschehen hat —, so wird von ten italienischen Postanstalten nur Metall- geld in Zablurg genommen und eine in Papier angebotene Zahlung als Annahme- Verweigerung angesehen. Fehlt der auf die Einziehung des Betrages in Metallgeld hinzielende Vermerk, so nebmen die italienischen Postanstalten auf Wunsch des Schultners die Zahlung au in Papier- geld an und bringen bei Ausstellung der Postanweisungen den nah dein Tageskurse si ergebenden Unterschied zwishen Papier- und Metallgeld in Abzug; der Absender des Postauftrags oder Nahnahme- briefs erbält bann einen dementsprehend geringeren Betrag.

Hamburg, 16. September. (W. T. B.) Die „Hamburg- Amerika-Lintie“ hat von der Bremer Nbedereifirma Ri>mers vier große Fra<tdampfer käuflich erworben.

Theater und Musik,

Deutsches Theater.

Am wenigsten heimisch in Deutschland ist Fbsen? 8 düfteres Drama „Rosmersholm “, welches gestern zum esten Mal auf der Bübue in der Shumannstraße ersien, nahbdem es vor Jahren im Residenz- Theater und später im Lessing-Theater in Scene gegangen war. Das Deutsche Theater darf den Ruhm für fi< in Anspruch nehmen, die am meisten abgerundete Aufführung bes zum theil von unergründli(er Mystik erfüllten Werks zu stande gebraht zu haben. Die unheimlihe graue Nebeltagéstimmung. welche über dem Ganzen ausgebreitet liegt, das Vorgefühl nahenden Unheils als Sühne geschehener folgenshwerer Thaten waren meisterliÞ wiedergegeben und erwe>ten im

erzen des den Vorgängen auf der Bühne willig und mit gespannter

ufmerksamkeit folgenden Zuschauers8 jene T OLE banger Ahnung, welche die handelnden Personen und ihre Um- gebung auszustrahlen s<einen. Freili< verlangt au< dieses Drama jene gespannte Aufmerkjamkeit, wenn die zumeist verinnerlihten, nur secelish #s< abspielenden Vorgänge un ißre Symbolik ri{tig verstanden werden follen, und däs ist wohl au der Grund, warum das Werk bisher keinen dauernden Plaß au deutschen Bühnen zu behaupten vermohte. Vielleiht erwirbt es in der - jeßigen Ausnbrung einen dexen Freundeskrejs. Die weibliche Hauptrolle, die der Rebekka West, wurde von Fräulein Dumont gespielt, welhe der Eigenheit dieses verschlossenen Charafkte:8 bis in die kleinsten S nahgespürt bhátte und ihn glaubhaft wiedergab. Herr Reicher stellte, wie in allen bisher in Berlin veranstalteten Aufführuungen des Werkes, den Pfarrer Rosmer in feiner bekannten geraden, überzeugungstreuen Weise dar. Tadellos war au< bás Zufammenspiel der anderen Mitwirkenden, der Frau von Pöllniß (Hausbälterin), fowie der Herren Nissen (Kroll), Cas (Brendel), Reinkardt S , welche in ihren Leiflungen sämmt- li kleine Kabinetstü>e der Charakterisierungékunst lieferten.

T E: wr wit edi R

(e: as: DNSE deutende ia U di R E