1831 / 100 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

mit dem Bajonett angegriffen hatte, schon entschieden, die Schan- zen erobert und der Kampfplas mit Leichen und Nerwitndeten bede>t. Nach dieser ersten Affaire, in welcher das Corps des Ge- nerals Geismar innerhalb 2 Stunden zersprengt worden war, stellte si< General Gielgud. an die Spiße der Kolonne und verfolgte die Russen mit der Avaut-Garde auf der Straße nach Siedlke. JFhm folgte in einiger Entfernung der übrige Theil der TFrupvoenu, welche zu dieser Expedition gehörten. General Dziakouski hatte unterdessen die Russen aus Wionzowna, _rechts von der Hanupt- siraße, zurückgedrängt und diesen Ort eingenommen, Wie Straße na< Siedice führt fast ununterbrochen durch IBäalder und hat viele {<wierige Uebergang8punkte. Es ist daher nicht möglich, große Truppenmassen auf derselben zu entwickeln, da der Angegrissene tiberall schr zum Abwehren des Angriffs geeig- nete Positionen findet. Die Russen suchten fich mehrmals da- durch zu halten, wurden aber von der Avant-Garde der Polnischen Koloumne, in der sich einige Artillerie befand, und die zt beiden Seiten T ¡railleurs ausgeschicét hatte, weiter fortgedrängt. So währte der Marsch einen Theil des Tages unter immerwährendem Ranipf bis na< Dembe - Wielkie hin, welcher Punkt, als Vereinigung mehrerer wichtiger Conmmuicationen, von großer Wichtigkeit ist, unnd den der Genceraljssimus daher no< an diesem Tage einzu- nehnren suchte. Der Nusfische Befehlshaber suchte fich ebenfalls in dieser Position zu behaupten und gab den

Zefehl, dieselbe bis aufs Aeußerste zu vertheidigen.

J

| Bei Dèmbe hatte fich das 6te Russische H{rmee - Corps unter den Befchien des Gene- rais Nosen versammelt und eine vortheilhafte Stellimg auf emer

Auhöhe jenseits Dembe eingenommen, wo es seine sämmtlichen | Der linke Flügel desselben wurde durch |

Kräfte entfalten konnte. L cin fleines sumpfiges Flüßchen gede>t, welches sich von Dembe nach Wionzowna hmzieht. Sein rechter Flügel war durch sumpsiges

Dickicht geschüßt: Bor der Front war der Boden so feucht und mora-

stig, daß die Artillerie und Kavallerie nicht darauf operiren founten. |

Um die Aufmerksamkeit dec Gegner auf der rechten Seite der Straße zu beschäftigen, hatte der Generalissimms das 4te Linien - Regi- memt und die Kavallerie des Generals Skarzyusfi dorthin abge- sandt. Dieses Regiment näherte sich unter dem Kanonenfener, welches von Seiten der Polen nicht erwiedert werden fomte, jenem Flúüfchen, und auf beiden Seiten desselben eutspann fich cin starkes Tirailleurfener. Den Russen konnte nian jedoch nur auf der linken Seite der Straße beifommen, und anch dort war der Zugang für die Jnfauterie sehr schwierig und für die ande- ren Truppen fast nnmöglih. Dahin nun richtete simus den Haupt-Angrif} und bestimmte dazu den , lachowsfi mit Z Bataillonen des 8ten Regiments, denen als NRe- erve 2 Bataillone vont 2tcn Jäger- Regiment zu Fuß folgten, Das 8te Regiment verdrängte die Russische Jnfanterie aus den

Dikicht und griff ihren rechten Flügel an, wo sie von einem |

starken Gewehr - und Kartätschenfener empfangen wurde, dem man feine Kanonen eutgegenrihten konnte. Die Bataillone drangen aber dur< den Wald und rückten in Kolonnen, von T1 railleurs angeführt, auf freiem Felde weiter vor. Bier: mal wurden fie angegriffen, warfen aber die Russen im- mer wieder zurück. Jedo<h wax es uicht möglich, den weit stärkeren Gegner zu \{lagen, und das Treffen blieb ohue Erfolg. —- Nur auf der großen Straße war es möglich, Artillerie und

Pferde fortzubringen, und diese bildet vor Dembe einen hohen |

und so engen Damm, daß nw 6 Pferde neben einander gehen fonnten, Obgleich daher der Major Wodzynski mit eiuem WBa- taillon des áten Regiments die ersten Häuser von Dembe ein- genonmen und der Adjutant des Generalissimus, Thomas Vo- tocfi, 2 Positions-Geschüße unter dem Unter-Lieutenant Nie- przecki an das Dorf heranführte, wo dieselben, zugleich mit 3 anderen den Ruísen abgenonimen, gegen 6 Russische Geschüte fenerten, sv hielt der Generalissimus doch die Lage der Poken für zu {wach und befahl dem 4ten und Sten Regiment, mit dem Angriff cinzuhalten, jcdo< den Kanpfplaß zu behaupten, unt von da aus von neuen anf die Gegner einzudringen, wenn der Hauptangriff auf die Mitte des Dorfes gerichtet worde.

Dies sollte mit Einbruc der Dámmerung geschehen, damit die |

Russen, wenn sie bei herannaheuder Nacht aus ¡ihrer Position verdrängt würden, niht im Stande wären, derselben zu verstichen. neral Sfrzhuecki eine Kolonne Reiterei und 2 Schwadronen vom 9ten Chasseur- Regiment die Front einnehmen ; binter denselben aber stellte er 4 Schwadronen Reiterei auf, denen als Re- serve das 5te Zamöoysfkische Uhlanen - Regiment folate. Diese Kolonne sollte der Genexal Sfarzhnsfi dur< das größten- theils no< von den Nussen beseßte Dorf Dembe führen und jenseits desselben auf den Gegner eindringen. Dies wurde attch ausgeführt. Artillerie, Kavallerie und VFnfanterie wuïr- den’ zu“ gleicher Zeit hinter dem Dorfe von dem 2ten Chaf- seur - Regiment mit großer Heftigkeit angegriffen! und zersprengt,

noch einmal und suchte den General Sfarzynskfi zurtictzuschlagen, rvas ihm jedoch ni<t gelang. An diesem Tage waren die Polen 5 Meilen von Warschan unter inimerwährendem Kampf vorgerückt. Das, was der Bericht des Generalissimus über die Operatio- uen am 1. April enthält, ist {hon bekannt, Der General Lu- biensfi verfolate das Rosensthe Corps mit seiner Avant-Garde bis hinter Kaluszyn. Am 2. April : stand die Polnische Avaut- (Sarde bei Boynue, zwischen Kaluszyn und Mingosh, und nah allen Seiten hin wurden Streifcorps aisgeschi>kt, fo daß ith, wie der- Bericht sagt, zwischen dent Bug und den: Ort lin bis an den Liwiec keine Russishe Trnppen mehr befinden. Bon Seiten der Polen ist der Major Staniszewsfi und der

Lieutenant Wodnicki, von Seiten der Russen der Oberfi Butry- |

mow geblieben, Am 1. d. ist voni Seiten des Landschaftlichen Kredit - Ber-

eins die Verlosung derjenigen Pfandbriefe erfolgt, weiche n dem |

X

laufenden halben Jahr mit der Summe von 2,459,100 Gulden airs dem Amortisations-Fonds getilgt werden sollen. Die Liste die: ser Pfandbriefe ist den Warschauer Zeitungen beigefügt, i Stad E Ci

Deputirten-Kammer. Die Sigzung vom 2. April hob mit einem Bittschriften - Berichte an, deu Herr von'Sal- v andy absiattete. Ueber die Eingabe eines Einwohners von Or- 1cans, worin dieser die Ernennung des Herzoas von Elchingen, zweiten Sohnes des Marschalls Ney, zum Rittmeister bei den FKarabiniers als eine förmliche Verletkttng des Rekruticrungs-Ge- cetzes bezeichnete,- wtirde, da der Herzog zuvor in Königl, Schwe-

dischen Diensten gestanden 1md es kein Geseß giebt, welches die |

Xe unter wel<en ein Franzose aus fremdem Dienste wieder in den Landesdienst zurücêtreten kanm, zur Tagesordnung geschritten. Dasselbe geschah hinsichtlich einer Vorstellnug eines gewissen Maillot in Paris, welcher eine besondere Auszeichnung für die Armee in Algier verlangte, Die Bittschrift eines gewissen Romand,

dex Kaiserlichen Armee, welcher darüber

Bedingungen näher bestimmt,

ehemaligen Offiziers in Klage führte, daß ihm

| jenigen

der (Seneralis- | General Ma- |

| verheimlicht.

die Wiedereroberung | Zu der bezeichneten Zeit ließ der Ge- |

Garwo- |

|

|

|

|

| 2 : ; ;

| Landes verfügt wnrden, und verlangte, daß man sich dieselben |

| bewilligen würde.

| brau< gemacht werden soll.

î

|

|

| aid, A j Junuern, |

|

|

\

o e: L (5 E # ei A L M ee Ai eni Adria. ara hie di Ainis dhe aaialn A

{90

das vou Napoleon ihm während der hundert Tage verliehene Kreuz der Chreniégión entzvgen worden, wurde dagegen, auf die Be- merfung des Generals Lamarque, daß sih eine Masse von Offzieren der alten Armee in demselben Falle befäu- den, dem Kriegs - Minisier und dem Präsidenten des Mi- ister - Raths überwiesen. —. Herr Thil wollte hierauf ei- nen ziveiten Petitions - Bericht abstatten. Diesem widerseßte si aber die Mehrzahl. dexr Bersammlung und. verlangte, daz man die Tages zuvor eröffnete Berathung über die einzel- uen Artikel des Gefetes wegen der Volksaufläufe fortseze. Dies acschah: zuvor besticg indeß der Baron Lepelletier d’Aul- na die Nednerbühue und machte, in seiner Cigenschaft ais Be- richterstatter der mit der Prüfung des Gesel - Entwurfes wegen des eventuellen Kredits der 100 Millionen beauftragten Kommis: sion, der Versammlung den Vorschlag, diefe Kommission mit der- ¿u vereinigen, die den Gese - Eutwurf wegen der außer- ordentlichen Sreuer-Érhebung pro 1831 zu prüfen hatte, indem die Geschafte beider Kommissionen in fo naher Berührung mit einander ständen, daß die erstere, wenn sie für fih allein han: deln sollte, erft dann würde ihren Bericht abstatten können, weun die Kanmier über die Vorschläge der andern einen Beschluß ge- faßt hätte. Da der Berichterstatter die Bersicherung gab, daß durch diese Verschmelzung feine Verzögerung hinsichtlich der VBe- rathung über den Geseß-Entwurf wegen der Erhvóhung der Grund- stetièr für 1831 (die am nächsten Montag begiunen sollte) her- beigeführt werden würde, so ging die Fammer auf seinen An- trag ein. Hierauf wurde die Disfussion über das Gefeß, wegen Unterdrückung der Voiksanfläufe wieder aufgenommen. Die Debatten, wozu dieselbe Anlaß gab, boten fein erhebliches Rutrerese dar. Nachstehendes ist der wesentliche Inhalt der Art. 5 11, wie solche von der Versammlung angenommen wurden: „Wenn bei einem Auflauf nach der ersten Aufforderung das Böolk nicht auseinandergeht, so können die Theilnehmer verhaftet und sofort vor die einfach polizeilichen Tribunále geladen wer- den, Nach der zweiten Aufforderung tritt cine Gefängniß- strafe von höchstens Z Monaten ein, und nah der dritten fam diese Strafe bis anf 1 Jahr gesteigert werden. Die Hauyter des Auflaufs- so wie diejenigen Individuen, bei denen man verborgene Waffen findet, trifft eine 3 monatliche bis 2 jährige Haft. Die Berurtheilten können zugleich dazu fondem: nirt werden, si na< úberstandener Strafe höchstens 1 Fahr lang auf 10 Myriameters von dem Orte, wo der Auflauf stattgefunden, entfernt zu halten. Lassen sie sich dennoch, ohne Rücksicht auf ein solches Erkenntuiß, an dem ihnen verbote- nen Orte betreffen, so können sie zuchtvolizeilih belangt und zu einer Haft verurtheilt werden , ‘die der Zeit gleich fommt, während -welcher fie si< von dem gedachten Orte ent- ferut halten sollten. Jede Waffe, die in einem Auflaufe bei einem Individiumn vorgeftinden wird, fällt, im Falle der Verurtheilung dieses leutern, - dem Staate anheim. Hat der Aufianf einen politischen Charakter, so fönnen die Schuldigen anf 3 Jahre der in den 4 ersten Paragraphen des 42siten Artikels des Strafgeseßbuches erwähnten Nechte ganz oder theilweise für verlustig erklärt werden *). Alle Personen, die fic) nac< einer dreimaligen. Aufforderung nicht zerstreut ha- ben, fömnen solidarisch für den Ersay der etwa hieraus enut- stehenden Schäden in Anspruch genommen werden. Ueber

alle Vergehen erkemit das Zuchtpolizei-Gericht; es sey denn, daß der BVolksauflauf einen politischen Charafter hatte, in wel- die Angeschuldigten vor den Affsisenhof gewiefen

<zenm Falle werden. “‘ Nach der Annahme dieser verschiedenen Bestimmungen ging das ganze Geseß mit 227 gegen 54 Stimmen dur. Fett bestieg der Prásideut des Minister-Rathes die Redner- bühne, um einen abermaligen Kredit von der Kammer zu ver- langen. „M. H.‘‘, hob er. an, „die Minister haben Jhnen bis- her Nichts, weder über den uns von der Vergangenheit vererbten Zustand des Schaßes, noch über unsere sofortigen Bedürfnisse Unter diese lekteren werden Sie ohne Zweifel die polizeilichen Maaßregeln zur Aufrechthaltung der offentlichen Orduting zählen und uns die zur Anwendung derselben erforderlichen Gelder bewilligen. Ein ehrenwerther Deputirter (Hr. Kératry) nahm in einer der lesteren Sitzungen die Wach- amkeit des Ministeriums für gewisse Jntriguen in Anspruch, am folgen; er erinnerte an eine Reit, wo der Westküste des

denen wir aufmerff außerordentliche polizeiliche Maaßregeln an jest zun Vorbilde nehme, wobei er zugleich versicherte, daß der Patriotismus der Kammer alle dazu erforderliche Mittel gern Hierauf re<nen wir auch, m. H., indem wir diese Mittel jezt von Jhnen verlangen. Die Polizei - Behörde, die tibrigens nur in gefeßliher Weise agiren will und kein Ber-

| fahren kennt, wodurch sich der Briefwechsel nach Holyrood auf Das Russische Corps sammelte si< unter dem Dunkel der Nacht | dem gewöhnlichen Wege verhindern ließe, bedarf eines Kredits | von anderthalb Millionen, wovon jedoch nur in Nothfalle Ge-

Sie werden uns denselben nicht verweigern, m. H,, damit wir während Jhrer Abwesenheit tn- sere Pflichten in ihrem ganzeu Umfange erfüllen fönnen. Sie wissen, daß die geheimen Ausgaben des Ministeriums des die noch vor wenigen Jahren im Budget mit 2,400,000 Fr. angeseßt waren, seitdem allmálig bis auf 1,500,000 Fr. redu- cirt worden. sind, so daß man si<h im Auaust v. J. genöthigt sah, eincu Zuschuß von 500,000 Fr. zu verlangen, Dieser Kre- indefsen größten Theils nur für die laufenden Ausgaben | bestimmt. Da das Budget für das jevige Jahr noch nicht bes | willigt ift, so hätte ich freilich zu dem Kredite der 300 Millio- nen meine Zuflicht nehmen fönnen, den die Kammer der Re- ! gierung bereits bewilligt bat; i< habe es jedoch schon um des- | halb für angemessener befunden , einen besonderen Kredit vou hnen zu verlangen, als- Sie sich danach überzeugen werden, daß wir feine der ins von Zhnen angedeuteten Vorsichtsmaaßregeln | gegen mögliche künftige Fälle verabsäumen. M. H., jeder außer- | ordentliche Kredit ist ein Beweis des Vertrauens, als einen sol: | <en verlange i< ihn von dieser Kammer. Ausfuhrlichere Erör-

terungen tber diesen Gegenstand fönnten eben so nachtheilig

werden, als ein Zandern von Jhrer Seite. Die wahren Be-

weggründe werden fich aus den Nesultaten ergeben. Sie werden

ins nicht die Mittel verweigern, dém Vertrauen zu entsprechen,

das mis von Ihnen zu Theil geworden ist.‘ Der Minister ver- ' sas hierauf den ans einem einzigen Artifel bestehenden Geseb- Entwurf felbst: er lantet also: „Dem Minister des Jnnern wird

a!s ein Nachschuß für die geheimen - Ausgaben des Jahres 1831,

so wie für audere dringende und unvorhergesehene Bedürfnisse, | ein außerordentlicher Kredit von 1,500,000 Fr. bewilligt.‘

Nach Herrn Cas. Périer ergris der Haudels-Minister das

Nf it e 14 ¿j

1 [ | j

*) Diese Rechte sind : das Wahl-Recht; das Wählbarkeits-Recht ; die Befugniß, zu den Geschwornen - Verrichtungen, so wie zu_an- deren fentlichen Aemtern berufen zu werden; und das Recht, Waf= fen zu tragen.

eann d A O C G L VEAA C D S E G R L t a E N R 0m E E V f E E e t t E L A

einer kurzen Einleitung an,

Wort und kündigte nach : (in der Absicht, der dürfti:

daß die im September v. J. gen Klasse Arbeit zu verschaffen) ¿u verschiedenen öffent: lichen Bauten, namentlich “in der Hauptstadt , bewilligten 5 Millionen si< als unzureichend erwiesen hätten, und daß es zur Beendigung derselben eines Nachfschusses von 800,000 Fr, bedürfe. Dieses Verlangen erregte große Unzusriedenheit. Et: nige Stimmen riefen, die Ausgabe gehe den Staat nichts an und müsse von der Stadt bestritten 10erden. Der Minister be: meríte indessen, daß der Stadt:Rath, in Betracht, daß nicht bloß Pariser Arbeiter, sondern Lente aus allen Departements bei den angeordueten Bauten Beschäftigung fänden, es nicht mehr als billig erachtet habe, daß dec Staat auch seinerseits zu den Ko: sten dieser Bautcn beisteuere; der Stadt-Rath habe sonach die zur Beendigung derselben noch erforderlichen Summen nux unter der ausdrüflichen Bedingung angewiesen, -daß der Schaß den dritten Theil der Ausgabe mit etwa 868,000 Fr. übernehne. Da, fügte der Graf v. hehlen fönne, daß die Abnahme in deu (Finfünften der Stadt es diese für den Augenblict mumöglich mache, eine so große Ausgabe allein zu bestreiten, anderer Seits aber die Nothwendigkeit an; ertenne, daß es zur Beschäftigung der arbeitenden Klasse im Scine-Depariement große öffentliche Werkstätten gebe, so glaube sie, daß der Staat an dem gedachten Unternehmen Theil neh: men müsse, weshalb er (der Minister) sich die Ehre gebe, hier mit einen Gesct-Entwurf wegen eines Machschusses von 800,000 Fr. zu den bereits im September betilligten 5 Millionen vorzu: legen. -— FKartim hatte der Handels-Minister die Nednerbtihne verlassen, als Herr v. Corcelles die Frage fiellte, wann end: lich das von der Pairs - Kammer veränderte Wahlgesez wiede vorgelegt werden würde. Herr von Argout erwiederte, daf solches unverzüglich geschehen werde. „Man verlangt Geld von uns‘, bemerkte Herr Dupont von der Eure, „wir mise! endlich wissen, woran wir uns zu halten haben.‘ Hr.'v. Podenas äußerte, die Berathung über das Wahlgeseß miisse nothwendi} derjenigen über die Erhebung abermaliger Stener - Zwölftheile vorangehen. „Anh der Berathung tiber die Erhohung der Grund: steuer und über den eventuellen Kredit der 100 Millionen!“ bemerkte eine andere Stimme. „Fa wohl‘‘, rief Herr v. Bri: queville, „vor Allem das Wahlgeses.// Hierauf wurden dit Tages zuvor von dem Großsiegelberoahrer eingebrachten beideuß Gefeß-Entwürfe wegen des künftigen Verfahrens vor den Affsisen: höfen bei Preßvergehen und wegen der Berichtigung des Fehlers, der si< in das Gesey uber das Zeitungswesen eingefchlichen hatte, ohne Weiteres angenommen; der erste Entwurf ging mit 208 gegen 15, der zweite mit 208 gegen 13 Stimmen dur, Herr Dumeyhlet fam jet no<h einmal auf das Wahl - Gese zurü. Die meisten Deputirten verließen ihren Play und nähert ten sich der Tribune. Der Redner äußerte, es gebe gewiß Nie mand in der Kammer, der sich nicht für überzeugt halte, daß da Wahl - Gesez unter allen das wichtigste seh; er erklärt daher, daß, so sehr er au mit einem großen Theile seiner Kol: legen wünsche, das Ende der Sessiou möglichst zu beschleunigen, er seinerseits doch den Ministern kein Geld bewilligen fönne, be vor das Wahlgeseß nicht angenommen worden; er verlange, daß man sich vorzugsweise mit diesem leßteren beschäftige, bis dahin aber jedwede andere Berathung ausfeze. Hr. Mercier stimnilt diesem Antrage bei. Indessen war die Versammlnng nicht meh! zahlreich genug, um darüber abzustimmeu, Der Präsident fün digte sonach für den nächsten Montag den Kommissions-Berih! über die Proposition des Hrn. Murat in Betreff der Famiili Buonaparte und sodann die Diskussion über den Geses - Ent: wurf wegen Erhöhung der Grundsteuer für das lanfende Jal und der Enrifssion von 50 Millionen in Renten an, Man glaubk! indessen, daß an diesem Tage zugleich auch das Wahlgesetz mil den Amendements der Pairs-Kammer vorgelegt werden wird.

Paris, 3. Avril. Der König arbeitete gestern mit den Ministern des Hanbvels, des Krieges nund der Fustiz tmd ertheilt dem Sardinischen Botschafter, so wie dem Polizei - Präfektei, Privat-Audienzen. Heute werdenSe. Majestät im Hofe der Tui lericen fe<s Bataillone der National-Garde mustern.

Der heutige Monitenr enthalt unter dem Datum de 30. Márz das Gesey über - die Verbesserung der Pensionen di 1814 und 1817 außer Aftivität geseßten Marine-Offizierxe.

Derselbe Moniteur erflärt die von mehreren Blättern ve breiteten Gerüchte über Unruhen in den westlichen Departement und namentlich die Nachricht, daß Soldaten vom 9. Regime! ihre Fahne verlassen und sich einigen in jenen Gegenden herum irrenden Landftreichern angeschlossen hätten, für durchaus grundlos

Das genannte Blatt enthält auch folgenden anscheineu amtlichen Artikel: „Seit zwei Tagen find beunruhigende Gertich! mit einer strafbaren Geschäftigkeit verbreitet und von Einigen, wel dur< die offenen Erklärungen der Minister gegen jede Ueb ras<ung hätten behutsam gemacht werden sollen, mit zu groß Leichtgläubigkeit aufgenommen worden. Man beharrt darauf, j wiederholen und zu glauben, daß andere Nachrichten, als die v! der Regierung bekannt gemachten, in Paris angekommen wäre! und daß die Aussichten auf die Erhaltung des Friedens {wäh} zu werden schienen, Die Regierung hat aber nichts verhcehl! sie hált es in einer so wichtigen Sache für ihre Pflicht, oh Rückhalt zu sprechen. Nichts hat sich in dem Stande der Dinÿ seit den von ihr auf der Rednerbtihne gegebenen Erklärung! geändert, welche hinlänglich andeuteten, daß Erörterung! stattfinden, welche Antwortcn und Repliken erfordern. Das Lan) weiß also jegt über die Sache eben so viel als die Regieru und wir können das Publikum ver den beunruhigenden Gertichtel welche böser Wille oder Gewinnsucht ausftreuen, nicht genug v warnen. Man fann si versichert halten, daß, wenn irgend e Ereigniß eine bedeutende Veränderung in der Lage der Din hervorbringen sollte, die Regierung sich beeilen wird, es befan zu machen. Jhr Stillschweigen muß daher immer für ein Unt pfand der Sicherheit genommen werden. Viele lassen si n! zu leicht von falschem Lärm hiutergehen , dessen Opfer sie leid auch werden.“ N /

General Sémélé is, wegen Theilnahme an der Affssociatis des Mosel-Deyartements, seines Postens als Commandeur ein Militair - Division entlassen worden. Herr Taschereau, der zu Comité der hiesigen Association gehört, hat seinen Abschied al Requeten - Meister nachgesticht. :

Auch Herr Lanjuinais, Subsftitut des Königl, Profkurato! beim hiesigen Tribunale erster Justanz, ist wegen Theilnahme ( der Association seines Amtes entlassen worden.

Der Baron Cuvier is zum General - Studien - Jnspektor d hiesigen Universität ernannt worden ; er ist der erste Protestan| der diesen Posten bekleidet.

Herr Odilon-Barrot hat um Aufnahme in den Advokatel stand des hiesigen Königl. Gerichtshofes nachgesucht.

Einem Beschlusse des Kriegs - Ministers zufolge, wird di

souft gewöhnlich am Schlusse des Jahres stattfindende

Argout hinzu, die Regierung sich einerseits nicht ver:

M efi

inz von Zöglingen der polyte<hnishen Schule zu Artillerie: fizieren diesmal {hon im Mai vorgenommen werden und diese günstigrnig 60 bis 70 Zöglingen zu Theil werden.

Der Herzog v. Luynes hat ein Schreiben an den Kriegs- inister gerichtet, worin er sich erbietet, für die Bedürfnisse des terlandes 10,000 Fr. ‘in die Staatsfasse zu zahlen und. sich Falle eines Angriffs der fremden Mächte auf den Posten zu peben, den ihm der Minister anweisen würde. Dieser hat dem zoge folgendes" Autwortschreiben übersandt: „, Herr Herzog! ) erhalte so eben Jhr heutiges Schreiben, womit fie mich be- en, und worin Sie mir anzeigen, daß Sie eine Sumnie von 000 Fr. zur Berfügung der Regierung stellen und sich ver- <ten, in Person zur Vertheidigung des Vaterlandes auszu: en, falls die Nativnal:Unabhängigkeit bedroht werden solite.

zolle einem so edlen Aufs<hwunge des Patriotismms meinen fall und beeilè mi<, den König davon zu benachrichtigen,

wie ich nicht zweifle, darin Jhce ehrenwerthe Hingebung die Sie beseelenden hochherzigen Gefühle erkennen wird. < werde ich dem Finanz-Minister von Jhrem Anerbieten An- je machen, da es ihm zukommt, dasselbe realisiren zu lassen.

s Zhyr Anerbieten anlangt, in der Reihe, die man Jhnen eisen werde, ins Feld zu rücken, so bitte ih Sie, überzeugt séhn, daß ich, wenn Veraulassuñg dazu vorhanden seyn sollte, it ermangeln werde, Sie demselben gemäß in Anspruch zu men und Fhuen den Ehrenposien anzuweisen, den Sie ein- ehmen verdienen. Empfangen Sie, Herr Herzog, die Versi- ungen meiner ausgezeichneten Hochachtung.

Der Marschall Herzog von Dalmatien.‘“

Die Anklage - Kammer des Königl. Gericht3hofes hat sechs

den Gefangenen von Ste. Pelagie, die am 15. Febrttar bei legenheit der damaligen Unruhen aus dem Gefängnisse aus- jen wollten, unter der Anklage des Versuchs, mit Hülfe de vait und sogar des Mords zu entweichen, vor den hiesigen isenhof gewiesen, :

Jn Bastia sind 15 Jtaliänische Staatsgefangene angekom: 1, die auf Pápstlichen Vefehl aus CEivita-Castellana freigelas: wordeu sind,

Das Memorial de Toulouse hat eine Subscription

Bezahlung der Geldstrafen, zu denen die Redaction der otidienne verurtheilt worden ist, eröffnet.

Fn einem, von- der Allgemeinen Zeitung mitge- lten Privatschreiben aus Paris vom 29. März. heißt es: eit Fahren ist das Negiment bei uns nicht so kräftig geftihrt den, als gegenwartig : das Hercische, das man am Charakter ers ersten Ministers tadelt, hat bis jevt gute Früchte getra-

Seine Kollegen scheinen vollkommen mit einer Politik ein- anden, welche Talent und Festigkeit durchzusezen im Stande : er scheint durch seine Entschlossenheit ihr Vertrauen gewe>t, < seine Ueberiegenheit bereitwilliges Anschließen von ihrer te herbeigeführt zu haben. Allen Behörden wird strenge Un- rdnimng in Dienstsachen- und unbedenklicher Geborsam zur icht gemacht, und die Uebertretung des Geseyßes wird feinem, nag heißen, wie er will, nachgesehen. Hr. Cafimir Périer es außerdem an Erfkflärungén aller Art, an Rundschreiben, Glaubens - Bekenntnissen nicht fehlen; keine Ungewißheit in en Schritten, nichts Zweideutiges in seiner Sprache; ohne Éhalt soricht er die Bedürfnisse des Staates aus und bindet beinahe selbst für die Zukunft durch die bestimmteßen Aus- n; seine Sprache ist zuverslht8voll und doch nicht vermessen ; yricht seine Ansicht der Dinge und, man muß es sageu, sei- Willen unverholen aus, also’ daß Keinen1 verborgen oder Yar bleiben fann, was der Regierung eigentliches System sey. heit, so weit mit derselben die Ordnung bestehen fann, und Unterthänigkeit gegen das Gefey gegründet; Achtung für Bestehende, in sofern es nicht die Freiheit gefährdet; stufen- es Fortschreiten an der Stelle übereilter Umwälzungen ; nach- iches Vernchmen gegen alle Mächte, so lange feine derfelben Ehre oder den Vortheil des Landes beeinträchtigt, -— das die cinfachen Grundsäue, von denen sie sich leiten läßt. Grund:

.

, denen fein Unbefangener, fein Biiligdenkeuder seinen Bei- |

versagen fann. Mag auch unlauterer Zusaß mit dem rei- Metalle vermengt, mag anch hier und da ein nicht wohl legtes Wort gefallen seyn, im Ganzen is das Ministerium sein System tobenswerth. So wie aber in Zeiten unruhi- Bewegung der Gemäßigte selten Recht findet und die ru- Vernunft nux bei Denfkfenden, nicht aber bei der stürmischen ge sih Gehör verschafft, so ist au<h Hr. Cas. Pé:ier, sonst horhgefeierter Freiheitsheld, jeyt nihts weniger als populair wird es anch so bald nicht werden, denn ér schmeichelt deu teien nit, denn sein Beruf ist es, unerbittlich dem Sturme egen zu treten, der in allen Gemüthern tobt, uud jede An- ing in ihre Schranken zurüucfzuweisen: ein Geschäft, bei dem g die Eigenliebe gekränft und die Selbstsucht gedemüthigt den muß, das folglich nicht geeignet ist, den beliebt zu ma- , der sich desen unterfangen hat. ““

Großbritanien und Frland. London, 2, April, Se. Majestät der König haven den itain der Maxine, George Francis Seymour, zum Comman: des Guelfen - Ordens ernannt. Der Französische Botschafter stattete in Begleitttng des ih hier angefommenen Hercn Périer (Sohn des Franz6ösi- Ministers) dem Grafen Grey- einen Besuch im Schayamte nd hatte eine lange Unterredung mit demselben. Jn der Times heißt es: „Man hält jevt ziemlich allge- dafür, daß niechrere Mitglieder des Unterhauses, die fich zweiten Lesung der Reform-Bill widersegten , erflärt haben, deder die Minisier im Ausschuß untersttipen oder, um alie stungen zu vermeiden, gar nicht mitstimmen zu wollen. Leßtere würde auf jeden Fall nußlos und tadelus- h sern ; tadeluswerth wegen cines dadur< an den zu legenden Mangels einer männlichen Entschlossenheit, nuslos, weil ein solches Verfahren die erbärmlichen und rigen Bewegungsgründe, die dasselbe veranlaßten, dem Auge eobachters nicht verdecken würde. Noch ist es einigen erigen Gegnern der Reform möglich, sh mit dem Laude usöhnen, und gewiß verdienen sie von ihren politischen Freuu- feinen Tadel, wenu sle jeßt, wo die Majorität des Parla- tes und die allgemeine Stimme der Nation si< zu Gun- der Bill erklärten, sih aufrichtig und kráästig der Unter- mg einer Maaßregel anschließen, die, wein sie auch bei ih- borigen Ansicht bleiben sollten, jede Opposition besiegen wird. r individuellen Ehre haben diese A genug gethan; sie n sich fberzengt, wie unzeitig die Berechnungen ihrer politi- Leiter waren; daß ein ernsthafterer Widerstand, selbst 1 er für einen Augenbli> die Oberhand gewönne, eine rztigliche Anuflösmig des Parlaments" oder eine allgemeine pfhafte Bewegung im ganzen Reiche zur Folge haben müßte, daß folglich ditr< Beharren bei ihrem zeitherigen Verfahren

791

ni<ts zu eivinnen ist; wogegen der feste Entschluß, die vorge: schragene Reform von nun an ernstlich zu untersilben, die zeithe- rigen Gegner dersetben wieder mit der Englischen Nation aus- söhnen würde. Was den Ministern zu thun übrig bleibt, liegt klar vor Augen ; ist das Kabinet feiner mächtigen Majorität ge- wiß, so sollte es der Krone zu einer unverzüglich en Auflö- sung rathen. Eine kleine Majorität schließt eine zahlreiche Mi- norität in si; und eine solche, wenn ihr auch zuleßt der Sieg entrissen wird, fann, bis es dazu fonmmt, dem Lande große Ver- legenheit und viel Unheil zuziehen, indem es feinem Zweifel unterliegt, daß das Schicksal der Bill im Oberhaus nicht bloß von ihrer Annahme im Auss{usse und ihrer dritten Lesung ab- hängen würde, sondern von der Stärke der Majorität ihrer An- hcuger im Untechause.‘( :

Ju Edinburg sind in mehreren Häusern, die wegen der er- folgten zweiten Lesung der Reform-Bill illuminirt waren, die Fenster eingeworfen worden. f

N) Cart S t! Ae ; Man vernimmt, daß bie Englischen Gewehre, welche unsere | Fabrifanten in Birmingham geliehen und die |

Negierung den nach Franfreich ben, um an die

Die Bank Wechseln von 4

gingen, ihren Weg nah Brüffel gefunden ha- Belgischen Truppen vertheilt zu werden.

von Jrland hat ihren Diskonto von Handels- auf 5 pTt, erhöht.

a N e: D erlan de, | Mt mt u L 5 April Der General-Lieutenant Dib- Tage T Hop n vom Dk >tarz, daß eine an diefem Beikifihen “R Î i: g ausgesandte Kavallerie - Patrouille einem ae e N e en leh, der zwei Gewehrfchüsse abfenerte, M S O fue, dîe mger am sogenannten Linden: C halben Wege nach Tonugern errichtet und seit- S g |<leift wurde, jegt wieder von den Belgiern hergestellt vorden.

Die Generale van Geen und Trip, die si seit einigen Ta- gen hier befanden, sind wieder zur Armee abgereist. i __ Brüssel, 5, April. Auch gestern, am Oster - Montage, fand eine Sibung des Kongesses statt, Mehrere Mitglieder ent- \chuldigten sich schriftlich wegen ihres Ausbleibens, Herr Wer- broof Pieters (aus Antwerpen) reichte seine Dimissiou ein umid schrieb, daß er sein Deputirten: Mandat als abgelaufen ansehe. Der Baron O \y (ebenfalls aus Antwerpen) fuchie einen 14 tà- gigen Uxlaub uach, da seine Geschäfte ijm nach Paris riefen. An der Tages-Ordnung war das Geseß wegen Mobilmachung des ersten Aufgebotes der Bürgergarde. Nach dem Vorschlage der Cen- tral-Section sollten die Einleitung und der erste Artikel dieses Gesetzes mit Bestimmtheit dahin lauten, daß das erste Aufgebot mobil gemacht werde. Hr. H. v. Broucere trug jedoch darauf an, daß nur gesagt werde : „Da die gegenwartigen Zeitumstände eine Mobilmachung als dringend erscheinen lassen, so wird der Negierung anheimge- stellt u. #. w,“/ Mehreren Mitgliedern schien diese Fassung des Geseßes angemessener, weil der Krieg vielleicht noch vernnzieden werden fonne und die Regierung daher auch nit in die Noth- wendigkeit verseßt zu werden brauche, eine Mobilmachung cintre- ten zu lassen, Andere Mitglieder erhoben eine Distujsion dar- über, ob nur ein Theil des ersten Aufgebotes oder s\o- gleich das ganze einberufen werden soll, ob die Einbernufe- nen ihren Sold vom Tage der Mobilmachung oder erst von dem ihres wirklichen Eintrittes in den aftiven Dienst genießen follen u. #. w. Endlich würde der erste Artikel folgendermaßen abgefaßt: „Die Regierung wird autorifirt, das erste Aufgebot der Vürgergarde ganz oder zum Theil mobil zu machen,‘ Art. 2 lautet: „Es soll vorzngsweise aus Freiwilligen jedes Alters, die zum Militair- Dienste tauglich sind, gebildet werden. Diese Freiwilligen werden vom -gewöhnlichen Kontin- gente abgezogen und sind in allen Stücken den Verbindlichkeiten des ersten Aufgebotes unterworfen.‘ Act. 3: ,„, Freiwillige , die zugelassen werden wollen, nissen si vor der Errichtung der Compagnieen gestellt haben. ‘“ Art. 4: „Der Dienst des mobil gemachten ersten Aufgebotes kann nicht bis über den 31. Dezenm- ber d. J. hinaus. dauern, wenn nicht eine geseßliche Bestimmung darüber anders verfügt.‘“/ Das ganze Geses wurde von 80 ge- gen 26 Stimmen angenommen, '

Die vom Kongreß ernannte Kommission zur Untersuchung der leßten Aufstände ist bereits in Thätigkeit getreten.

Der Oberst-Lieutenant Edeline ist auf dem Wege nach Frankreich, eine Stunde jenseits Enghien, von den Gendarmen verhaftet und nah Brüssel gebracht worden. Anderen Offizie- ren der in Mecheln stehenden Uhlanen foll ihre Fiucht besser ge- lungen seyn, Einige haben Befehl erhalten, si na< Nivelles zu begeben und dort das Resultat der gerichtlichen Untersuchun: gen abzuwarten. |

__ Das Fort St. Marie isi raumt worden.

Gent, 4. April.

von den Holländern wieder ge-

Heute hat hier wieder ein furchtbarer Exceß stattgefunden. Hr. Voortman, einer unserer angesehensten Fabrikanten, ist ein Ovfer der Pöbelwuth geworden. Zuerst be- gab si< ein Haufe nah seinen Fabrikgebäuden und verlangte die Kanonen, die angeblich dort verste>t seyn sollten. Da diese sich nicht vorfanden, so überließ sich der Haufe der Zerstörung und Plünderung der Gebäude und war eben noch damit be- schäftigt, als der Eigenthümer selbst dazukam. Er war bewaffnet und wollte sich den Plünderern zur Wehr seßen, doch der Haufe entivaffnete. ihn und fiel über ihn her. Verwundet wurde er in der Stadt umherzeführt, und, wie die Wilden ihre Schlachtopfer, \chleppte man ihn auf dein Freitags-Markft um den dort aufge- pflanzten Freiheitsbaum drei Mal herunz. Er wurde an den Baum, den er nicht füssen wollte, mit Gewalt herangestoßeu, uind als ihn endlich die Behorde aus den Händen der Wüthe- riche befreite, um ihn nach dem Gefängnisse abzuführen, war er halb todt und hatte 13 Wunden. Man zweifelt au scinem Auf- fommen, wiewohl das ournal de Flandres das Gegentheil versichert. Mehrere andcre Gebäude sollten ebenfalls no< ge-

plúündert werden, als der hier jeut befehligende Genexal Vaüthier | {7 Sl h Sfr g ; / i | keit und dem Fleiße es nie an Verdienst fehlen. So wird denn tese

| tief eingreifende Verordnung nirgends wesentlih verwunden. Die=

die Besazungs-Truppen aufmarschiren und auf dem Markte eine Kanoue aufpflanzen ließ.

SwWhweden und Norwegen. Stockholm, 1. April. Am 27sten v. M. kam der Königl. Franzöfische Pair und General-Lietitenant Graf Sparre hier an, wie man vernimmt, mit einem Auftrage an unsere Regierung. Es ift hier eine Unterzeihuung zu Beiträgen für die Hun- gersnoth leidenden Bewohner unserer westlichen Provinzen eröffuet.

Dáäánemarf.

Kopenhagen, 5. April. Am 31. v. M. feierte die Aka: demie der \{önen Künste ihren Stiftungstag. Se. Königl. H. der Prinz Christian präfidirte und theilte die Belohnungen an die jungen Künstler aus. Der Salon,“ der an Arbeiten theils hie- siger, theils sich im Auslaude aufhaltender, so wie einiger frem- den Künstler, dieses Fahr rei ist, wird niorgen eröffnet werden ¡und steht dem Publikum diesen ganzen Monat ofen,

Durch die Verorduung vom 2. April 1814 war die Einfuhr von Ttichern und kurzen Waaren, Wolle und Baumwolle anf L Uten beschränkt. Die Einfuhr derselben Waaren ist jeyt auch in den Stifts- städten Nafsfkov, Odense, Aalborg, Aarhuus, Fridericia und Ringk- jóbing erlaubt, doch solchergestalt, daß die in den leztgenannten Orten verzollten und gestempelten Waaren nicht zum Verbrauch oder Verhandeln über die Gränzen des Stiftes verführt werden- dtir- fen, wáhrend die in Kopenhagen verzollten Waaren, wie früher, tiberall im Lande verschi>t werden dürfen. Die unterm 16. März erschienene Verordnung enthält die näheren Bestimmun- gen hierüber,

Deutschland.

L M ünchen, 5. April. Dem „JFnland“/ zufolge, is der Aus\{ußbericht über die Geschäfts - Ordnung zur Borlegung bet der Kammer der Abgeordneten bereit und soll darin auf An- nahme des Entwurfes angetragen werden. Auch der Vorírag über die Rechnungen der zweiten Finanzperiode soll der Bollen- dung nahe sehn. “D Affe ths Blatt bemerkt: „Daß die Regierung in Beziehung auf die Finanzen und den Staatshauss- halt seit dem Jahre 1825 in der That sehr bedeutende Verdienste sich erworben hat, geht vorzüglich daraus hervor, daß, ungeachtet der beträchtlichen autßerordentlichen Ausgaben für Ergänzung der Arz mee-Requisiten, weder eine Erhöhung des Militair-Etats, noch ein besonderes Kredit-Botum in Antrag gebracht worden Mt“

__ Mainz, 5, April, Die hiesige Zeitung theilt hetite die, in der Sißung der Central - Kommission am 31sten v. M. von dem Präsidenten Geheimen Hofrath v. Nau gehaltene, das neue Rhein - Schifffahrts - Reglement erläuternde Rede mit; sie G ad: folgt :

¡Der im Jahre 1804 zwischen der Französischen Regierung und dem Kur-Erzkanzkler abgeschlossene Rhein-Octrosvértrag machte vie- len Mißbräuchen cit Ende, welche die Schifffahrt und den Han=- delszug Über den Rhein seit Jahrhunderten plagten. Die Schisf= fahrt wurde durch diesen Vertrag regelmäßig geordnet, die Abgabeu, zuvor durch mehrere Plakereien zwischen Schiffern und Zollbeamten einer völligen Willkür unterworfen, festgeseßt und die Güterfrach- ten nach den Stromstre>en verhältnißmäßig regulirt. Eine Gilde- Ordnung sorgte für taugliche Schiffer und Steuerleute, fie traf Vorsorge für verunglückte Schiffer und Schifferwittwen, kurz dieses Reglement ließ für die N Zeit wenig zu wünschen übrig. Der Flor der Schifffahrt und des Handelszugs über den Rhein nahm von Jahr zu Jahr, besonders in leyterer Zeit, durch Verbes» serung der Uferbauten und vollständige Hersiellung der Leinpfäde- zu. Die Schnelligkeit der Güter-Transporte, in neucser Zeit durc! die Erfindung der Dampfschiffe weit mehr befördert, machte die ver- jährten Privilegien der gezwungenen Umschläge, mit welchen einige Städte am Rhein begünstigt waren, völlig unnüß. Diese Privilegica, vor Jahrhunderten zum wahren Vortheil des Handels gegeben, um bei dem äußerst langsamen Güter - Transport, die Waaren zu lüften und ihre Emballage auszubessern, fand ran jeßt um fo Li - stiger, je unnüger, zeitversplitternder und kostspicliger dicses Umla-= den bei der dermaligen Schnelligkeit der Transportmittel war. Die Wiener Kongreß - Akte hatte schon diese lchten Hindernisse der Schiffahrt ohne alle Rücksicht p sie hatte dabei allc Fesselir geln, welche lästig mit diesen alten Einrichtungen zusammenhingen: Damit waren die Schiffergilden und die damit verbundenen Rang- oder Tourfahrten gemeint, in welche sich cine Übergrofße Anzahl Schiffer theilte. Daher sind alle Rechte, Privilegien und Gebräuche, die mit dieser Bestimmung direft oder indirekt in Verbindung sie- hen und in dén Rheiuhäfen oder sonsi roo auf dem Rhein éntwe=- der zum Vortheil einer Schiffer-Gilde, und um die unter thnen hergebrachte Rangfahrt zu begünstigen, oder aus einem audern Grunde hervergebraht waren, ein für allemal abgeschafft und dürfen, unier welchem Namen es immer sey, nie wieder ctngeführt werden. Das neuc Reglement überläßt es dem Handelsstand der Städte, Gesell schafr5-Fahr- tenzu ordnen, die Zahl der Schiffer hierzu nach dem Bednrf des Güterzugs zu bestimmen und die Frachten zu reguliren; die Unterschiede der gronen intermecdiären und kleinen Schifffahrt sind aufgehoben. 21 <ncller Entscheidung sircitiger Rhbeinschtffahrts - Angelegenheiten werden in jedem Rheinstaate besondere Zollgerichte in erster und zweiter Jnsianz ernannt; die Zollbeamten haben hiermit nichts mehr zu schaffen. Die daraus hervorgehenden Vortheile für die Schnelligkeit, Wohlfeilheit und Sicherheit der Handels - Trans- porte is nicht zu berechnen. Dieser Gewinn erstre>t sh vermdge des neuen Vertrags nicht bloß Über dic bisherige conbeittióirelie Rheinstre>e, sondern von der Baseler Gränzcan Über den Strom und die schiffbaren Niederländischen Wasserwege bis ins Meer. Ferner giebt der neue Vertrag statt der gezwungenen Umladeplähe, auf deut ver=- schiedenen Rheinsire>en, von der Sce an bis zur Schweizergränze- Fretihäfcn. Die Rheinstaaten haben deren an allen wichtigen Abjah= punkten errichtet. Die Niederländische Regierung hat in ihren Haupt- fcehâfen solche feeie:Niederlagsplähe edffinet und dadurch allen Verfen=- dungen Über See und von daher die hôchfic Erleichterung verschaft. Der Vertrag gicbt noch mehr; Schiffe, die Eigenthum der Untertha- nen der Uferstaaten sind, können direkt in die See sicchen und eben jo ihre Waaren von der See her durch die Niederländischen Gewä'- ser unmittcibar in den Rheinhäfen abseßen. Der direkte Handels= Veréehr mit anderen Seestaaten is hiermit auf die liberalste- Weise gestattet. Dem Großhändler wird dadurch von neuem der Weg zu bedeutenden Speculationen geöffnet. Den Unterthanen der Rhein- staaten sind alle Wasserstraßen ofen, ihren Produkten Abgang zu verschafft. Unter diescn Umständen läßt si< crwarten, daß man im Allgemeinen die Sanctionirung diescr neuen Navigatiots- Akte als nüßli<h und vortheilhaft anerfennen werde. Jiach Vollzug der neuen Anordnungen werden manche spezielle Weisungen erfor- derlich werden: diese sollen, so viel es die Lokal-Verhält nisse zulassen, überall gleihförmig und so schnell wie möglich nachfolgen. Bei den Schifferstand mag der neue Vertrag anfangs Klagen und Beschwer: den hervorrufen: Beschwerden, weil #5 der Verdien| nicht mehx an die gewohnte Reihenfolge ciner übergroßen Schifferzahl binden kann; Klagen, weil eine neue Ordnung der Dinge, mit nothwendi- ger Ablegung alter Gewohnheiten verbunden ist, die ihm zum Theil zur Natur geworden sind. Die braven, soliden, thätigen Schiffer wer- ven im Ganzen gewinnen. Sie werden von den Handelssiädten in die Beurten aufgenommen werden; doch kann es sich auch fúgen, daß glcich brave und würdige Schiffer anfangs sich auf Nebeufahr- ten beschränïen müssen. Die Regierungen der Rheinftaaten werden Sorge tragen, es an gercchten und billigen Untersiußungeu nicht fehlen ju lassen ; doch, wo bei sets sich vermeÿrenden Handelszug die Schifffahrt blüht, wird in den Häfen des Rheins der Thät'g-

jenigen, welche berufen waren, um die Wirkung auf das große Gan, e ins Auge zu fassen, werden die Pflichten einer zarten Schonung nici t

| vergessen, mit weicher die sehr verschiedenen Verhältnisse der einzelren

Jndividuen der Gilden überall berücksichtigt zu werden verdienen. Das vorliegende Reglement . trägt dic Bürgschaft seiner Dauer in seinem Ursprung. Seine Grundpfeiler hat der Wiener Kongreß er= richtet: die Vollendung war der Weisheit der Regierungen der Rheinstaaten Überlassen, Wir aber, die sämmtlichen MMitglicder der Central - Rheinschifffahrts - Kommissioti, die durch heutigen feierlichen Aft den Haupttheil ihres Berufs erfüllt zu haben glauben , überla= sen uns der Hoffnung, daß dieser Gegenstand in der Folge untcr den Auspicien ihrer Allerhöchsien und Hbchsten Kommittenten die allgemeine Zufriedenheit erreichen werde. Die künftige Ordnung ist ihr Werk: unter ihrer Obhut, unter ihrer Sorgfalt und Pflege wird se gedeihen. Fn dieser Ueberzeugung kdnnen wir (jcpt Volt n diger, als es bisher hâtte geschchen können) den unterzeichneten Aft unseren erhabenen Kommittenten zur Ratificatiort vorlegen. Am Schlusse dieses Protokolls sehe ih mich veryflichtet, in meinem un?