1831 / 108 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

er im úInnersten ergeben oar. eine so große Duldsamkeit vereint ;” nie wurde die Selbstverläug- nung und die Liebe zum Lande weiter getrieben. Alle Wünsche des Konigs waren auf die Ordnung, den öffentlichen Frieden, auf das Glück seiner Unterthanen und die Ehre und den Nüuhm Frankreichs gerichtet. Die Vorsehung verlieh seiner Regierung alle diese Güter, aber fie alle wurden verkannt; nicht besser erging es den Absichten des Monarchen, so rein dieselbeu auh waren. Nie sprach ich während meiner Amtsführung dem Könige von cinem Unglücklichen, einem Leidenden, ohne daß er sich beeilte, wohl- wollend id freigebig Hülfe und Trost zu gewähren; und so wa- ren alle Mitglieder dieser Familie, deren Vnrecht nur darin be- stand, daß sie nicht alle von ihr gespendete Wohlihaten bekannt werden ließ... „Wenn auch die Revolution von 1830‘‘, jo heißt es am Schlusse der Protestation, „meinen Sturz und meine Verbannung herbeiführt, so läßt sie mir do< ein {önes Erbe, das ih meinen Kindern tiberliefern kann, nämlich die Er- iunerung an die Treue ihres Vaters gegen jene Grundsáäte, für die ihr Großvater im Jahre 1793 unter dem Weile fiel. Mein Benehmen, ich wiederhole es, ist das Ergebniß meiner Ueberzeugung: ich habe diese ohne Furcht behauptet und werde ihre Folgen ohne Schwäche tragen. Das Gefühl einer erfüllten Pflicht erhebt fich über alles Unglick. Ich befiage diejenigen, die verurtheilt sind, mich zu richten : - ich möchte die Bitterkeit ewiger Verbannung nicht gegen ihre Lage vertauschen; ich protestire gegen ihr Urtheil, wie es auch ausfal- len mag: es fonmt ihnen even so wenig zu, mich srei zu spre- chen, als mich zu verurtheilen. Sie zumal haben weder das Recht, noch die Macht, mich zu brandnmarkten, weil man denje- nigen, der, den Grundsäßen seines ganzen Lebens treu, seine Pflichten nie verkannt, seie Eide nie gebrochen und niemals al: len Fabnen geschmeichelt, nech gegen alle Tyranncien sich servil genonmien hat, wohl unterdrücken, aber nicht brandmarfen fann,““

Der Königl. Gerichtshof hat entschieden, daß gegen die in Beschlag genonmnene Nummer des Blattes l’Avenir vom 18. Mérz fein gerichtliches Verfahren weiter einzuleiten \ey.

Außer der Quotidienne und den Journal de Paris, ist auch die gestrige Nunimer der Tribune in Beschlag genommen worden.

Hr. v. Connh hat in Form eines Briefes an den vorigen Minister des Junern, Hrn. v. Montalivet, eine Broschüre bekannt gemacht, worin er sich lebhaft über seine vierzigtägige Gefan- genschaft beflagt. Die Gazette de France theilt einige Aus- züge ans dicser Schrift mit.

Die Garnison von Mes besteht na< der Angabe hiesiger Blätter gegenwärtig aus 141,300 Maun und 3650 Pferden.

Der Courrier francais tadelt das Ministerium, daß es die anßerordenttiche Grundsteuer für 1831 bei der Berechnung des Wahl-Censtis nichk gelten lasen will. „Herr Casimir Pé- rier‘, äußert dieses Blatt, „führt als Grund seiner Weigerung den, Umstand an, daß die Anlegung der Stenuer-Rolle und mit- hin die Anfertigung der Wahl-Listen zu viel Yeit erfordern wür- den. Dadurch ‘aber, daß der Minister si< bloß auf einen Man- gel an Zeit beruft, giebt er stills<hweigend zu erkennen, daß er das Necht der Bürger, die mit Hinzurechnung der außeror- dentlichen Steuer den Wahl-Census vön 200 Fr. errei- <e!i würden, niht in Abrede stellt, Dies is ohne Zweifel vie feltsamsie Lage, worein sich noch je ein Ministerium versetzt hat: denn entweder erfemt Jhr das Recht der Steuerpflichtigen

nd 1oeist sie bloß einer Zeitbere<hnung wegen zurü, und in ¡jesem Falle erklärt Jhr vorweg die bevorstehenden Wahlen für null und nichtig, indem stimmberechtigte Wähler daran nicht Theil genommen haben : oder Jhr beftceitet den Steuerpflichtigen ihr Recht; alsdann is es aber überflüssig, daß Fhr Euch einer bloßen Form - Frage zum Vorwande bedient, und Jhr thut viel beser, wenn Jhr die Ausschließung bloß dur<h Euren beliebigen Willen motivirt. Man beruft fi{< darauf, daß die 30 Zusay - Centimen "zu der Grundsteuer nur für dieses Fahr ausges&rieben würden. Dieser Grund ist aber eben so unhalt- bar. Man weiß niemals, wie lange eine Steuer erhoben wer- den wird, und während jeßt 30 Centimen ausgeschrieben werden, um sich zum Kriege zu rüsten, fönnten im nächsten Jahre wohl 60 ausgeschrieben werden, um den Krieg zu führen. Das ein- zige wagre Mittel, wie man dem Wahl- Geseke Beständigkeit geben fan, if, daß nian durchaus feine Ausnahme von demsel: ben gesiattei. Wer in diesem Jahre an direkten Steuern, es, seh nun an Hauvtstener ‘oder an Zusaß - Centimen, gleich viel

200 Fr. zahit, ift Wähler: wer sie im nächsien Fahre nicht mehr zahl, ist auch ni<t mehc Wähler.‘

Der Temps. enthält in seinem hentigen Blatte einen mit der Chiffre des Abbé de Pradtr versehenen Aufsaß, worin der Berfasser sl<h über die Belgische Angelegenheit folgender- maßen äußert: „„Beigien begehrte die Trennung von Holland, und es erlangte sie; es begehrte die Unabhängigkeit, und siè wurde ihm zu Theil; jebt will es aber auch no< Luxemburg haven. Hier entstehen zwei Fragen: fann es dies gegen ganz Eitropa wollen? Js ganz Europa verbunden, sich in diesen Wil- len zu fügen? Die Belgier haben zu viel gesunde Vernunft, als daß sie eine Holländische Armee, unterstüßt von einer Englischen Fiotte, in ihr Land ziehen und dem Deutschen Bunde Tro bieten sollten, Wird Europa, Luxemburgs wegen, einen allge- meinen Brand herbeiführen wollen? Haben im Uebrigen die fünf großen Mächte nicht bereits entschieden, und wo wäre die sechste, die sie angreifen fönnte? Ein gemeinsames Band s<{linzt si<{ um Alle: der Wunsch der Erhaltung des, Friedens. Das ü: rige Europa theilt diese Gefinnung: woher könnte daher der Krieg fommen? Will man in die Belgischen Angelegenheiten ve"1mnit- tetud einschreiten, so muß es eher aus Menschlichkeit, als aus Politif geschehen, deun, wie es jeut in diesem unglücklichen Lande sieht, muß man es nicht sowohl gegen eine Holländische Armee, als gegen die Wüthriche, die ihm aus dem eigenen Schoße er- wachsen, schüßen. Wie blind sind doch diejenigen, die \i< des Pöbels zur Verfolgung ihrer Zwecke bedienen wollen! Gewiß wird der Pöbel dem Lande keine Kraft verleihen, und wir wol- len daher hofen, daß die Belgische Regierung sich dem aufge- klärten Theile der Nation anschließen und einen Krieg vermeiden wird, dessen Folgen für Belgien selbst nachtheiliger, als für jedes andere Land sehn würden.“‘

Die Gesellschaft Deutscher Opern- Sänger und Sängerin- nen, déren Vorstellungen im vorigen Jahre mit so großem Bei- fall aufgenommen wurden, wird auch in diesem Frühling hier- her zucüctfehren und ihre Darstellungen im Lokale der Jtaliäni- hen Oper den 3. Mai beginnen,

Großbritanien und Frland,

London, 9. April. Nach dem Hampshire Telegraph sind in mehreren Häfen Befehle eingegangen, die Ausrüstung verschiedener Schiffe, als des „Belvedere ‘/ (42 Kanonen ), „Wellesley“ (74), „Asia“ (84), „„Donegal“‘/ (78) ‘2c. zu be- \chlennigen, Man glaubt, daß einige derselben na< dem Mittel- ländischen Meere, andere nach dex Ostsee abgehen werden, *)

—7Z Bergs, dieNachrichten aus Bließingen (unter Niederlande. /7) |

Nie wax mit so vielen Tugenden |

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- Enn 622

Ani 12ten v. M. lag die „Britanmnia“/ mit der Flagge des Admirals Sir P. Malcolni vor Malta. Viele von unseren Schif- fen im Mittel-Meere haben Befehl, nach Hause zurüctzutehren,

Von dem Asrikaguischen Neijeunden, Herrn Welford, sind folgende Nachrichten in Malta eingetroffen: Am 31. Juli, 37 Tage, uachdem er iu Aegypten ans Land gestiegen, ging er tiber die Nubische Gränze. - Der Pascha hatte Herrn Welford gesagt, daß er wegen des gegenwärtizen Krieges mit Nbossinien uicht, wie er beabsichtigte, nach Sengaur vordringen koune, er möge daher tiber Kordofan gehen, wohin Herr Welford auch beschlossen hat auf dem geraden Wege über Donzola und die Wüste Bah- cuda zu reisen. Ér glaubte, in 6 bis 7 Wochen dort einzutreffen. Herr Welford scheint die Absicht zu haben, Tombuktu auf einen andern, als dem bisher versuchten Wege, zu erreichen. Unter den Einwohnern wütheten intermittirende Fieber, welche ohne die sirengste Enthaltsamkeit den Angegriffenen unfehlbar hin- rafften.

Man liest in der Monthly Review: „Fn Tübet ist nach dem Berichte der Missionaire die Stimmung der Einwoh- ner dem Christenthume so günstig, daß man die größten Hoff- nungen \<öpfen darf. Die Einwohner von Pegu 1nd Korea haben schon oft Missionaire verlangt. Auf Madagaskar und Ceylon, in Bengalen und Persien ist die Anzahl der Christen beträchtlich ‘und nimmt täglich zu. von der Achtung verloren, deren sie sich hiec vor mehr als hun- dert Jahren erfreuten. Der König ist den Franzöfischen Missio- nairs sehr gewogen uud sieht den Erfolg ihrer Bemühungen gern. Ér hat meh?ere Konvertiten zu wichtigen Aemtern beru- fen. Der König von Ligor, wel@er dem von Siam pflichtig ist, läßt den Chrifien denselben Schus angedeihen; er ist ein Fit-st von ausgezeichneten Eigenschaften. Der Kaiser von China und der König von Cochinchina und Tunkin suchen dagegen der Ausbreitung des Christenthums möglichst Hindernisse in den Weg zu legen; inzwischen haben bloß in dex einzigen Provinz Sut- Schuen seit Anfang dieses Fahrhundert über 22,000 Erwachsene und an 200,000 Kinder die heilige Taufe erhalten. Den Mis: sionen dieses Landes steht insbesondere der Stolz der Gelehrten entgegen, und die <risiliche Demuth ist eine Tugend, welche sie nicht begreifen fönnen,‘‘

Aus Tampifo schreibt man unterm 21sten Januar, Herzog Paul Wilhelm von Würtemberg seh dort angekommen und habe von da die Neise nach Mexiko fortgeseßt,

Niederlande,

Aus dem Haag, 13. April. Die erste Kammer der Generalstaaten hat in ihrer gestrigen Sikung den von der zweiten Kammer bercits genehmigten Geseß:-Entwurf wegen der freiwilligen Anleihe von 42 Millionen Gulden ebenfalls ange- nommen.

Zur Unterstüßung der bei der Pulver-Exploslon von Bergen op Zoom Verunglückten, haben Se. Majestät der König einst- weilen 8000 Gulden angewiesen.

Aus Mastricht erfährt man, daß diese Festung immer noch von bewaffneten Belgiern. umschioärmt wird, Kürzlich {oß \o- gar ein solcher gegeu einen auf dem Walle befindlichen Hollän- discheu Offizier sein Gewehr ab, hat ihn jedo<h zum Glück nicht getroffen. ;

Amsterdam, 12. April, Se. Majcsiät und die Königliche Familie beehrten vorgestern Abends cia im Saale der Gefsell-

‘schaft „Felix Meritis““ veranstaltetes glänzendes Konzert durch

Jhre Gegenwart. Jhre Majestät die Königin warèn durch ein leichtes Unwohlseyn zurücgehalten worden, dem Konzerte beizu- wohnen. Auch bei dieser Gelegenheit hat sich die Anhänglichkeit der hiesigen Einwohner an das erhabene Fürstenbßaus auf das un- zweideutigste fund gethan.

Die hiesige Stadt-Zeitung meldet: „Wiewohl Xhre Majestät die Königin noch das Zimmer zu hüten \{heincu, so haben wir do< das Glück, unseren Lesern über das Wohibefiu- den dieser eben so geliebten als allgemein hochges<hätßten Fürstin die bernhigendsten Bersicherungen ertheilen zu fönnen.

Gestern Vormittags lat Se. Königl. Hoheit der Prinz von Oranien die Offiziere der hiesigen Schuttecei in einer Audienz empfangen. Abends beehrte die Königliche Familie wieder das Stadt - Theater, wo eine vou einer bildliczen Darstellung be- gleitete Hymne zum Andenken van Speyfk?s aufgeführ: wnrde.

Heute früh sind Se. Majestät der König mit Sr. Köuigl. Hoheit dem Prinzen von Oranien ausgeriticu, um das Werft und die großen Docks mit der neuen Schleuse zu besichtigen,

Eine Ausstellung von Gemälden und Zeichunngen wird fodann |

vou Höchstdenselven ebenfalls in Augenschein genonmmen werden.

VBließingen, 12. April. Gestern Nachmittags um 5 Uhr sind zu West - Kapelle (auf der Jnsel Walcheren) vierzehn Englische Kriegsschiffe nebst zwei Dampfbooten an- gefommen.

Ein Schreiben aus dem Fort Burcht (an der Schelde) meldet, daß die Belgier alle am Strome gelegenen Forts mit schwerem Geschüße beflanzen und überall am Ufer Battericen anfwerfen, womit 500 Maun Tag und Nacht besch.ftigt sind, Bon unserer Seite werden die Linienschiffe „Beeuw““, „„Kor- tengar‘““ und „Waterloo‘/ von 84 bis 90 Kanonen mit größter Eile in Stand geseßt. Ju Staats-Flandecn erwartet man jeden Augenblick einen Angriff von Seiten der Belgier.

__ Brüssel, 13. April, Kongreß-Sibkung vom 12ten. Eine Bittschrift des Geueral Mellinet, dez um Wiederherstelliniz der 1sten Brigade nachsuchte, wurde der Kommission tiberwiefcn. Hr. Claes, Deputirter aus dem Limburgiscisen, reichte seine ‘Di- mission ein. Hr. Jottrand stattete im Namen der Central- Section über den hinsichtli<h der Loos-Renten geirachten Nntrag

| den Bericht ab, der einstimmig dahin lautete, daß man darüber | zur Tages- Ordnung schreiten möge, weil von aller Melt, und

von Nationen no< mehr, als von Individuen, eingegangene Verbindlichkeiten geachtet werden müßten, Nach einigen Ge- genbemerfungen der Herren v. Robaulx und vau Suic wurde das Uebergehen zur Tages- Ordnung von der Verfan1nz- lung genehmigt. Ein Gleiches ges<hah in Bezug auf den An- trag zur Kriegserklärung gegen den König der Niederlande, bei welcher Gelegenheit Hr. Jottrand sagte: „Da der Köü- nig Wilhelm immer no< auf auswärtige Einmischung zur Geltendmachung der Protokolle zu re<nen scheint, wie dies auch aus der ani 2ten d. M. gehaltenen Rede des Holländischen Mi- nisters der auswärtigen Angelegenheiten *) hervorgeht, \o sollte die Regierung doch genaue Erkundigungen über die Gesinnung der auswärtigen Höfe einziehen.“ Hinsichtlich eines in Bezug auf die Presse geschehenen Antrages suchte der Berichterstatter der Eentral-Section die Nothwendigkeit eines Straf-Gesetes gegen Preß-Vergehen darzuthun, und wurde zur Abfassung eines solchen Geseßes eine Kommission vorgeschlagen. Herr v, Robauktx meinte, es gábe dringendere organische Gesege, als das hinsichtlich

”) Berglelche Nr. 98 der StaatseZéeitung,

Ju Siam haben sie nichts | | jeßt auflosen.

b der Presse, nanicutlicz das in Bezug auf Geschwornen-Gerickte das . ebenfalls noch zu culwerfen se), Ec werde si daher je nem Vorschlage jedeujal!!s widersebrn, Hr. Nothomb suchte zu beweisen, wie sehr eiu Preß-Gescß nothwendig sey, inden: er b. merflich machte, daß sev der Regent von einigeu Zeitungen insuitirt worden sey. Dem angel eines solchen Geseves seven vielleicht die ekten Unruhen zumj<reiben; das Volf habe die Functionen eines Assisenizofses zur Verurtheilung der strafbaren l Presse übernommen. (Murren.) Daher - verlange er, daß die iveise Thatigïeit des Gesebes der Bolts-Ziache substituirt werde Mehrere andere Mitglieder siritten darüber, ob das Geseg übe die Geschwornen, denen , der Bersassung zufolge, alle Preßver; gehen unterliegen, dem Preßgeseße vorangehen müsse oder nicht Endlich beschloß man, daß die in Antrag gebrachte Komntission auch einen Geses- Entwurf über die Wieder- Einsezung der Ge: schwornen mit den angemessenen Modificationen in Borschlag brin: gen soll. Zu Mitgliedern dieser Kommission ernannte der Präsident die Herren v, Sec1s d. Aelt., Naikem, Blarguies, v. Fac9z, Lebe: gue, v. Meeuen und v. Behr. Man ging u zur Berathung lber den Borschlag wegen Auflösung des Kongresses über, welche die Central-Section bekanntlich auf den 1. August hinauszuschie: ben vorschlug. Hr. Fallon meinte, das Mandat des Kongres; ses habe nur bis zur Promulgation der neuen Verfassung, zut der er beauftragt geivesen seh, gedauert; demnach músse er si 1 Der Abt de Haerne, Hr. Nothomb und gay: dere Mitglieder waren jedo< nicht dieser Meinung, sie erklärten vielmehr, der Kongreß dürfe sich nit eher auflösen, bis er das Staats - Oberhaupt ernannt habe. Als endlich die Frage über: haupt gestellt wurde: „Will der Kongreß jeßt {hon die Zeit sei:ff ner Auflösung" festseßen? ‘/ erflarten si uur fünf Mitglieder (die Herren Claes aus Lowen, Maclagan, de Bergeyck, Donis und

unbeschadet der dringenden Fälle, die dazwischen fommen fön: E ten. Der Präsident des Kongresses und der Regent sollen ihn | wieder zusammenberufen fonnen. Das Bureau wird beauftragt, | die an der Tages-Ordnung befindlichen Geseße vorzulegen, damit morgen eine Wahl getroffen werden fönne.‘“ Nach üblicher Nie: derlegting dieses Vorschlages wurde die Sigung aufgehoben.

Neuerdiugs soll Hr. v. Aerschot, seines Gesundheirs - Zu: E halber, um seine Zurückberufung aus London nachgesucht | aben.

Eines der in Brüssel befindlihen Bataillone hat den Be: fehl erhalten, sih na< dem Luxemburgischen zu begeben.

Folgendes is ein Verzeichniß der jeßt im Belgischen Dienste befindlichen Generale: Divisions-Generale: Duvivier, Daine, Dahywaille, Goethals, Nypels, Tiefen v. Terhove, v. Ghignh (zin Disposition) und Vanderburch (Ehren-General). VBriga-: de-Generale: v. Wauthier, du Chasteler, Donier, Dufailly, Duval v. Blarauies, Duvivier, Goblet, Hardy v. Beaulieu, v, Mathieu, v. Niarneffe, Mellinet, Mer>x, Niellou, Vander: mecre ind van Kerkhove.

Der Ausschuß der hiesizen Association hat eine Vroclama: tion an die Belgier erlassen, in der sie aufgefordert werden , bei einer Invasion von außen sogleich zu. dei Waffen zu eilen.

Po P en

Warschau, 14. April. Dic Reichstags-Sibung vom 9ten er: dffnete der Marschall mit der Nachricht, daß er von den ¡11 Krakau de: findlichen Mitgliedern der Landvoten-Kammner, Kaczkow ski und Okencki, schriftliche Petitionen m Verlängerung des dtir< den P Neichstags-:Beschluß vom 30. März bestimmten Termius empfangen f hade, bis 1! welchem, nämlich bis zu Ende des laufenden Mo: k nats, die Neichstags - Mitglieder zu den Berathungen der Kau mer in Warschatt zurückkehren sollten. Der Landbote Kaczkowski und der Deputirte Okencki entschuldigten in den genanuten Schreiben ihr Ausbleiben mit einer gefährlichen Kranfheit ihrer Frauen. Der Marschall schien dem Verlangen dieser beiden Repräsentanten geneigt, unterwarf jedo, den Gesezen zufolge, den Gegeustand vorher der Entscheidung der Kammern. Nath einer furzen Disfussion wurde das Gesuch jener Mitglieder dur Stimmenmehrheit verweigert. Denselben Erfolg hatte eine von dem Landboten Wyhszhnsfki eingereichte Petition, der die Nicht - Erfüllung seiner Pflichten als Reichstags - Mitglied mit eigeucr Unpäßlichkeit entschuldigte, Nächstdem wurde der f 3ke Artifel des zu erörternden Gefeß-Entwurfs wegen Verleihung

| von Nationualgütern als Eigenthum au die Bauern in der zum

driitenmal veränderten Abfassung vorgelesen und in dieser Redac: F tion, weicvc vom Staatsrath Brocki, nach genommener Rücksprache F mit det Deputirten ‘Szauiecki, Mitglieds der legislativen Kon: mission, angefertigt war, endlich einstinmig angenommen, So- dann wurde der 4te Lrtifel vorgenommen, welchen der genanute Staatsrath rechtsertigte, indem er darzulegen su<te, daß au F das Sbsiem der Ausbczahlung sehr angemessen seh, und daß der

landschaftliche Kredit-Berein keinen Verlust dadurch leiden könne, wenn das Grund- Eigenthum einzelnen Bauern zugeschrteben

würde, indem diefe Lesteren zur Uecbernahúie aller damit verbun: M denen Lasten verpflichtet segen. N

Viachdem fich mehrere Mitglie: V der darüber ausgesprochen hatten, las der Deputirte Szanicc ki den, nach den laut gewordenen Wemerkungen in der - Abfassung veränderten 4ten Artike! vor, der sodann einstimmig angenon- men ivurde. i n der hiesigen Staaté-Zeitung befindet si< unter amtlicher Rubrik auch ein Bericht des General-Quartiermeisters, F Brigade-Generais Prondzinski, datirt aus dem Hauptquartier Wiel: golas, vom Sten d. M, worin eine übersichtliche Schilderung von den

seit den Schlachten bei Praga vorgefallenen Ereignissen gegeben wird,

Es heißt darin munter Anderem: „Was das Corps des Generals Dwernicki betrisst, welches von den Russen auf 15,000 Mann angegeben wird, so ist bekannt, daß dasselbe kaum im Beginn

seiner Organisation begriffen war, als es den Gezaeral Geismar

bei Stoczef besiegte. Nach diesem Siege kehrte es auf das

linke Weichsel - Ufer zurück, um den General Creuß aus der E Wojewodschaft Sandomir zu verdrängen, uad beendigte unter: weges seine Organisation. Durch den bei Nowawies über Ge-

neral Creutß errungenen Vortheil machte es das linke Weichsel: F Ufer frei... Damals schon entwarf der Generalissimus den Plan | zu der Expedition, welche in diesen Tagen mit der Befiegung f des Rosenschen Corps endigte, Um zu dem gewünschten Erfolg | zu gelangen, war cs nöthig, einen Theil der Nussishen Streit-

fräfte von Praga zu entfernen. Dazu war General Dwernicki F bestimmt. Nachdem ihm der Weg durch die Eroberung Pula-

wy?s von Seiten des Obersten Lagowski gebahnt worden , seute F er daselbst über. die Weichsel, griff den General Creuß vou ueuen | an, verfolgte ihn mit seiner Avantgarde über Kurow und ver: | drängte ihn aus Lublin, Der Russische Oberbefehlshaber, dur | das Bordringen des Generals Dwernicfi guf seinem linken

Bine beunruhigt, detaschirte einen bedeutenden Theil seines | tveitkráfte unter dem Kommando des Stabs-Chefs, Geners!

je:Wioe>, den die Eppeditión des Generals Dwernicki hatte. Aber

t E Fe p S on unden Polnischen Soldaten, der am 31sten v. M. verwundet Biron) ar, Hr. de The ux f<lug nun folgende Nesolutionyurde, außer seiner Wunde am Fuß, die von einer gewöhnlichen vor: ¿Der Kongreß wird sich unmittelbar nach vollendeter Berz Karabinerkugel herrühre, noch dessen Manteltasche von einer höl- thung der an der Tages-Ordnung befindlichen Anträge trennen, ernen Kugel zerfeßt gefunden; die Kugel sey in der Tasche

Inehrere hölzerne Kugeln vorgefunden. nden sich mehrere Militairs in der Polnischen Zeitung sehr

nicfi aus 18 Eseadrons und 9 Bataillons mit 20 Geschüven

N Tcuppen, welche si< in der Gegend von Joscfow, Tomaszow und Laszfow umbertreiben, ist schwer zu bestimmen, da ihre

cll, gegen denselben und erfüllte auf diese Weise den ersten

ieser Leßtere konnte in der Gegend von Lublin die Annäherung ines so überlegenen Corps nit abwarten. Ec begab si da- er, seiner früheren Bestimmung gemäß, na< Knasnystaw in er Richtung von Zamosc, um den Krieg unter dem Schuß die- r Festung zu führen und dieselbe dagegen seinerseits zu beschützen. ährend dieser Zeit schickte der Gencral Sierawsfi, der si{< au er Weichsei mit Zusammenziehung und Organisation neuer orps beschäftigte, eine Abtheilung seiner Truppen nach Kazi- ¡erz, wo dieselben bedeutende Vorräthe erbeuteten und sie aufs inte Weichselufer hinüberbrachten. Dies war der einzige Zwe> er Expedition des Generals Sierawsfi. Ju Lublin aber hatte Seneral Divernicfi ein aus Refonvalescenten und zu bekleiden- en Truppen bestehendes Bataillon zurüctgelassen, welches bei er Ankunft des Generals Toll, und nachdem dieser* einige Ka- jonenschüsse abgefeuert hatte, welhe das Bataillon mit Gewehr- ener erwiederte, den erhaltenen Befehlen gemäß, Lublin verließ und si, ohne einen Verlust zu erleiden, mit dem General Divernicfi vereinigte. WBei Malufzyn stand der Major Won- \rodsfi mit einer Abtheilung Sicherheits - Garde, die nicht über 100 Manu betrag. Am 8, März von der Uebermacht des inter General Sacken siehenden Corps angegriffen, wurde er us seiner Position herausgeschlagen nund gerieth selbst mit dem größten Theil eines Corps in Gefangenschaft. Aber bald arauf rüctte General Uminsfi heran, verdrängte die Russen von dem ganzen rechten Ufer der Narew und nöthigte den General acéen, sich mit Verlust auf die andere Seite des Fluíses zu- üczuziehen,‘“ Fm Warschauer Kurier wird erzählt, es habe 'si{< bei

tecéen geblieben, und auch auf dem Schlachtfelde hätten sich noch Ueber diese Nachricht

ntrüstet und ersuchen den Urheber derselben, sle als fals mi1d hrem Ruhm nachtheilig zu widerrufen, sonst würden sie ihn n die Schlachtreihen einladen, wo er fich persönlich davon über- jeugen föônne, von welcher Art die Russischen Kugeln seyen. :

„Unter den im Russischen Feldlager erbeuteten Gegenstän- den“, sagt die Polnische Zeitung, „befindet sich auch die Fanzelei des Generals Wlodek; in derjelben haben sich viele in- eressante Papiere gefunden, aus denen hervorgeht, daß es den Russen nicht an Nachrichten über das fehlte, was in Warschau porging; ein Brief des Generais Rosen meldet unter Anderem dem General Wiodek von dem Tage, wo Chlopicfi die Diftatur niederlegte und Weißenhof den Oberbefehl ablehnte, alle Details so genau, wie sie nicht einmal in Warschau befaunt geworden sind; am Schluß des Briefes befindet sich eine Nachschrift, worin es heißt, daß dem Schreiben eine Liste der größten Hiufköpfe un: ter den Polnischen Rebellen hinzugefügt sey; dieses Verzeichniß hat man jedo< unter den weggenommeneu Papieren nicht auf- finden fönnen.““ L

Aus Ezenstochau wird in derselben Zeitung darüber Beschwerde geftthrt, daß fich die aus Gerichts: und Schaß -Be- amten gebildete Sicherheits - Garde daselbst Mißgriffe gegen die Einwohner zu Schulden kommen lasse; so habe sie unter Ande- em einen Bürger beschimpft und in einen ungeziemenden Arrest ge\Gieppt, bloß darum, weil derselbe gesagt, es sey no< eine Stunde erlauvi, f< der Erholung zu überlassen; ein solches Ver- fahren sey um #o mehr zu rügen, als ein Beamter, wenn er als Bürger zur Aufrechthaltung der öffentlichen Sicherheit da- siche, den Anderen mit gutem Beispiel vorangehen müsse.

Der Oesterreichische Beobachter meldet: „Nach: rihten von der Polnischen Gränze vom 6. April zufolge, fol: len unter der Garnison von Zamosc Krankheiten herrschen, welche täglich zwischen dreißig bis vierzig Mam dahin raffen ; auch un- ter den Russischen Truppen des in Wolhynien kommandirenden Generals Rüdiger , der am 2ten d. M. sein Hauptquartier in Wlodzimirz hatte, foll eine bedeutende Sterblichteit eingerissen sehn, Die vor einigen Tagen verbreitete Nachricht von einer Versammlung von 300 bewaffneten jungen Leuten bei dem Klo- ster Poczajow hat sich als grundlos- erwiesen, Nach der Aus- sage von Gefangenen, die in der Nacht vom 1sten auf den 2ten d, M. von einer bis zu dem Dorfe Miaczhn, drei Stunden oft- lich von Yamosc, vorgedrungenen Russischen Streifpartei einge- bracht wurden, soll das Corps des Polnischen Generals Dwer-

bestehen. Die Kavallerie sey per Escadron 30 Pferde starf und größtentheils gus gedienten Leuten zusammengeseßt, die schon ihren Abschied hatten. Die Jusfanterie dagegen bestehe aus lau: ter nen ausgehobener Maunschasi, und nur Offiziere und Unter- offiziere seven von der alten Polnischen' Armee, Ein Polnisches Vataillou soll gegen 840 Nann starf seyn. Die bei diejem Corps befindlichen Geschüße sollen von der reitenden Artillerie sehn. Die Zahl und der Bestand der irregulairen Poinischen

Stärke nach den Umstanden tagtäglich wechseit.““

D euti <lan d

München, 13. April. Jhre Majestät die verwittwete Kö: nigin sind mit F. Königl, Hoù. der Prinzessin Marie von hier nah Dresden abgere:st. Wllerhöchstdieselven nehmen Jhren Weg iber Neuburg, um J. Königl. Hoheit der Frau Herzogin von Pfalz-Zweibrücken einen Besuch abzustatten.

Jn der gestrigen Sißung der Kammer der Abgeordneten wurde die Diskussion über den Geseßz-Entwurf, die Geschäfts- Ordnung der Kammer betreffend, fortgeseßt. Zuerst bestieg der Abge- ordnete Culmann die Reduerbühne, um für den Entwurf zu spreczeu, Derselbe bemerkte (der Münchner Zeitung zufolge) vor Allem, er seh lange zweifelhast gewesen, ob er für, oder gegen den Ent- wurf sprechen solle; derselbe enthalte nämlich bloß partielle Ver- besserungen, es sey aber eine radifale nöthig, denn die Grund- Ideen der Verfassungs-Urkunde, Freiheit des Gewissens und der Mittheilung, Gleichheit vor dem Geseße unnd Standschaft hätten durh die Edikte manche Beschränkungen erlitten; es herrsche feine Freiheit der Gewissen, da nur Bekenner aller drei christli- hen Konfessionen alle S S genössen; die Presse seh nicht frei, ja in neuester Zeit in Fesseln geschlagen ; das Recht der Standschaft, durch die Wahl-Ordnung beengt, durch die Ein- weisungs: Kommission seiner völligen Selbstständigkeit beraubt ; das Beschwerde-Récht habe durch die desfalls getrossenen einzel: nen Bestimmungen seine Kraft verloren ; eine Neform wäre des- halb dringend, - Den vorgelegten Geseg-Entwurf treffe der Vor- wurf, daß er kleinliche, der VerfassungszUrkunde niht angemess

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wie z. B. in Beziehung auf die Zusammenseßung und den

Wirkungskreis der Ausschtisse, nicht berühre ; indessen enthalte er

doch Verbesserungen in Beziehung auf die Vorbereitung der

Diskussion, die Diskussion selbsi und die Abstimmung, Verbesse:

rungen, deren Nothwendigkeit {hon aus dem Umfange der bis-

herigen Verhandlungen erhelle. Nach einigen weitern Bemer-

migen in dieser Hinsicht unterstüßte der Redner den Wunsch

des Ausschusses, durch das Geses möchten bloß die in der Ver-

fassungs:Urfunde enthaltenen reglementairen Bestimmungen auf:

gehoben und die Festsezung derselben den Kammern überlassen

werden, und erklärte sih endlih für allgemeine Oeffentlichkeit

der Abstimmung über alle Gegenstände, welche in öffentlicher Siz- - zung verhaudelt würden, Hierauf betrat der Abgeordnete G me i-

ner die Reduerbtihne, welcher, nah einigen Bemerkungen über

den Geseß-ÉEntwurf im Allgemeinen, ebenfalls dafür stimmte,

daß der Wunsch des Aus\chu}es, die reglementairen Verfügun-

gen des X, Ediftes aufzuheben und die Festseßung solcher den. Kammern zu tüiberlassen, Modification werde, so wie daß man des-

halb tiber die einzelnen Bestimmungen des Geséz- Entwurfes

nicht disfutiren solle, ehe über diese Vorfrage entschieden sey.

Er \<loß mit der Versicherung der Ueberzeugung, die Regierung

werde dieser Modification ihre Zustimmung nicht versagen.

ei der hierguf vom Präsidium erofsneten Diskussion über den

Geses-Entwurf vom Plaß aus ward der obgedachte Vorschlag

des Ausschusses vielfach unterstüßt. Der Ministerial-:Rath von

Abel erklarte dâgegen, der erwähnte Wunsch des Ausschusses

fönne von der Regierung weder als Modification noch als

Wunsch berücksichtigt werden, indem er die Fnitiative zu einer

Abänderung der Verfassung enthalte; worauf jedo< bemerkt wurde, die Juitiative sey bereits von der Regierting gegeben,

der Wunsch des Ausschusses enthalte eine Annahnie einiger $8.

des Entwurfs, so wie den Vorschlag der Verwerfung der übrigen,

es fonne dies Lettere jedoch au<h als Wunsch ausgedrückt wer-

den. Dem Antrage, wöchentli<h wenigstens eine Sibßnng zur Berathung der Anträge und Beschwerden zu bestimmen, wurde

fast allgemein beigestimmt, in welcher Beziehung der Ministerial-

Rath von Abel auch erklärte, die Regierung werde sich diesem

Antrage nicht entgegensezen. Die nächste Sigung zur Fort- sezung der Disfkusslon wurde auf heute anberaumt.

Dresden, 13. April. Von den Landftändcn des König- reichs war mehrmals der Wunsch ausgedrückt worden, daß der anscheinend allzu weite und foftspielige Umfang der beiden zur Ausbildung künftiger Offiziere bestimmten Fnstitute auf ange- messene Weise beschränkt werden möchte. Um diesem Wunsche, so weit möglich, nachzugeben, haben Se. Königliche Majestät und des Prinzen Mitregenten Königliche Hoheit eine eigene Kom- mission zur Erörterung und Begutachtung dieses Gegenftandes, unter dem Vorsiße Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Fohann, niedergeseßt, und es is nunmehr, auf den Grund des fkfommissa- cishen Gutachtens, unter Anderem verfügt worden, daß die bis- herige Militair - Akademie mit Ende Juni d. J. aufgelöft und dagegen eine Artillerie-Schule errichtet werden soll, welche be- stimmt ist, unter der Direction eines Artillerie - Stabsoffiziers dur< einige militairische Lehrer 14 etatmäßige Yöglinge und nah Befinden noch einige höchstens 5 Volontairs zu künfe tigen Jngenieur- oder Artillerie - Offizieren innerhalb eines 4jäh- rigen Kursus heranzubilden und demnächst au< für einige Ar- tillerie:Unteroffiziere wozu immer 10 auf 2 Fahre kommandirt werden sollen einen besondern, ihrer Sphäre angemessenen Lehr-Kursus zu eröffnen.

Kassel, 12. April. Fn der beutigen vorbereitenden Siz- zung beschäftigten sih die Stände mit der Wahl derjenigen Mitz glieder, welche zur landesherrlihen Ernennung, als Präsident und Vice-Präsident vorzuschlagen sind. Wir vernehmen (sagt die. Kasfelshe Zeitung), daß dazu na< absoluter Stimmen- Mehrheit die HH. Ober-Gerichts-Direfktor Wiederhold, Professor Jordan, Ober-Appellationsrath Pfeiffer und Ober-Vorfteher von Trott erwählt wurden.

Schwerin, 14. April. Jhre Königl. Hoheiten, der Erbgroß- herzog und die Erbgroßherzogin, und Se. Hoh. der Herzog Albrecht sind am 12ten d. von Ludwigslust hier eingetroffen und heute dahin zurückgekehrt.

Braunschweig, 16. April. Die hiesigen Annalen enthalten im heutigen Blatte unterm 13ten d. M. Folgendes : „Eine heute Mittag hier angekommene, von dem Ministerialrath (Srafen von Veltheim am 12ten von Berlin entsandte Estaffette hat die frohe Nachricht überbracht , daß die Angelegenheiten unseres Vaterlandes definitiv, no< in diesem onate, zur Freude eines jeden Braunschweigers, entschieden sehn werden.“

S <weiz.

Zür, 8. April. Der Verfassungsrath des Kantons Bern hat in seiner Sißung vom 28, März den ihm gemachten An- trag, den Verfassungs-Entwurf, mit Uebergehung ‘der Kommis: sion der XlXr, sogleich seinerseits zu disfutixea, niht angenom: men, Dem Grunde, daß mau dadurch bedeutend Zeit geivin- nen könnte, ward entgegengestellt, daß man le!<t den Borwurf der Oberflächlichkeit und Flüchtigkeit auf si<h laden würde, und als vollends einiges Mißtrauen laut ward, als möchte man da- dur< dem Verfassungs-Entwurf, der einigen no< nicht demokra- tisch genug scheint, s{nelleren Eingang zu verschaffen suchen, so waren mum diejenigen, welche vorher den Antrag gemacht hatten ind empfehlen wollten, die ersten, welche auf dessen Zurücknahme drangen. Nach dem gedachten Entwurf soll in Zukunft einer- seits ein „Erziehungs-Nath für den öffentlichen Unterricht“/ und andererseits eine Organisation „der Kirche und Shnode und Ka- pitel an die Stelle des bisherigen Kirchen - und Schulraths‘“ tre- ten. Wie man in den großen Rath Geistliche als Staatsbür- ger, aber nicht als Repräsentanten der Kirche aufnehmen will, fo will man auch anderntheils uicht mehr im einer Behörde den Repräsentanten der Kirche Repräsentanten des Staates (geistli- che und weltliche Bauk) gegenüberstellen, als ob hier verschiedene nteressen zu repräsentiren wären, Die Synode sowohl als die einzelnen Kapitel sollen also inm Zukunft nicht mehr mit cinem Kirchenrathe, sondern unmittelbar mit dem Regierungs - Nathe und dessen Rath für die inneren (auch kirchlichen) Angelegenhei- ten forrespondiren. :

În b Sitzung der genannten Verfassungs-Kommission* vom 29. März wurden tmter Anderm folgende Artifel angenommen: Die Französische Sprache ist, gleich der Deutschen, die Volks- sprache des Kantons Bern; die Deutsche Sprache macht in öf- fentlicheu Aften und Urkunden die Ursprache aus. Jn der Kanz- lei wird eine eigene Section zur Uebersezung der Deutschen Verhandlungen ins Französische niedergeseßt werden. Alle Ge- seße, Verordnungen, allgemeine Beschlüsse und alle richterliche Urtheile, welche Theile des Kantons betreffen, in denen die Fran- zösische Sprache vorherrrschend ist, sollen in beiden Sprachen be-

fannt gemacht werden, j : i Dem großen nats wurde: in seiner

; Basel, 9, A ril, G “Sigung dom á4ten über die außerordentlichen Unkosten, wel<be dis

sene, Bestimmungen enthalte, notwendige Verbesserungen aber,

Vertheidigungs- und Befestigungs - Anstalten verursacht haben, Bericht erstattet. Dieselben belaufen \si< bis dahin auf etwa 135,000 Fr., mögen aber, bis die leßteren gänzlih beendigt seyn werden, leicht auf 180,000 Fr. fteigen, Die Mehrheit entschicd um so eher, daß sie aus der Staatskasse bestritten werden sol- len, da manches nun Ausgeführte schon früher gewünscht und vorgeschlagen war und diese Reftauration unserer Schanzen über- haupt und in Beziehung auf die allgemeine Vertheidigung des Vaterlandes von anerfanntem Werthe ist. Die durch freiwillige Unterzeichnung von der Bürgerschaft eingegangene Summe von 80,000 Fr. ift gänzli<h für Verbesserung des Soldes der Dienst- thuenden und zu verschiedenen Unterstüßungen verwendet wor: den. Jn Vezmug auf die Tagsaßung fand diese Behörde, daß bei der gegenwärtigen Lage des Baterlandes ihr langeres Bei- sammenbleiben durchaus nothwendig seh.

Lausanne, 1. April. Am 21. März hielt die Constitu- tions-Kommission ihre leste Sivung, worin sie ihre wichtige Ar- beit vollendete, die nun bald im Druck erscheinen wird. Einer unserer Mitbürger, ein ehemaliger See-Offizier, giebt in öffentlihen Blättern als Vertheidigungsmittel für die Ufer des Genfersee’s die Bewaffnung der drei auf demselben befind- lihen Dampfschiffe, der „„Leman“/, „Winkelried““ und „Wilhelm Tell‘ an; da die große Heerstraße na< Jtalien auf einer vedeu- tenden Länge an den Ufern desselben hingeht, so könnte sie vom See aus mit Kanonen bestrihen und dadur< an einigen Punk- ten der Durchmarsch sehr s{wierig gemacht werden. Unsere drei Dampfschiffe, auf dem Kriegsfuße ausgerüstet und mit 36 Ka- nonen versehen, die nah Verhältniß ihrer Größe unter ihnen vertheilt würden, könnten im Nothfall um so mehr da gute Dienste leisten, da si< auf dem See fein anderes bewaffuetes Schiff befindet, das ihre Operationen hindern fönnte.

Ftalien.

Der Oefterreichishe Beobachter meldet aus Wien vom 12. April: „Einem von dem Feldmarschall-Lieutenant Bá- ron Geppert eingelaufenen Berichte aus Anfona vom 4.. April zufolge, hat si< das Fnsurgenten - Corps, unter Sercognani’s Kommando, welches in der Gegend von Foliguo, Spoleto und Perugia bis gegen Terni hin gehaust und einige Zeit hindur Rom bedroht hatte, nachdem die mobile Kolonne des Obersten D'Aspre Macerata und Teolentino erreicht hatte, gänzlich aufgé-z loft und zerftreut. Der Vusurgenten - Chef Sercognani ift ver- s{<wunden; man vermuthet, er habe sich na<h Marseille einge- \hifft. Das Landvolk ift im höchsten Grade gegen die Jnsur- genten erbittert; in Foligno war es am 31sten v. M. zwischen den Insurgenten, vor ihrer Zerstreuung, und den Bauern der dortigen Gegend zu Thätlichkeiten gekommen. Der Feldmarschall: Lieutenant Baron Geppert hatte bereits die erforderlichen Anord- nungen zum Rückmarsche der K. K. Truppen, ' die, in Folge dessen, mit Ausnahme einer geringen PeaEai in Ankona, von Pesaro, über Rimini, Forli und Ymola, bis Bologna en eche- lon dislocirt sind, getroffen. Da die im Gefechte von Rimini gemachten Gefangenen größtentheils zu den Rebellen übergegan- ene Pápftlihe Soldaten sind, so hatte der F. M. L. Baron eppert dieselbe der Päpftlichen Regierung zur Sammlung in den von ihr diesfalls beftimmten Depots abgegeben. Gleichfalls hat derselbe alles dur< die Entwaffnung der Xnsurgenten eingesam- melte Kriegsmaterial, als. Eigenthum der- Päpftlihen Regierung, in der Citadelle von Ankona deponiren und übergeben lassen.“ Zlorenz, 7. April, Die Toskanische Regierung hat den Truppen des Funsurgenten - Generals Sercognani den Durchzug dur< ihr Gebiet über Poggibonsi und Volterea nach Livorno zur Einschiffung gestattet, nahdem sle vorher die Waffen niedergelegt. Andererseits wird eine Abtheilung Oesterreichischer Truppen von Modena aus durch eine Enflave des Toskanischen Gebietes na<h Massa und Carrara ziehen.

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.

New-York, 15. März. Der Gouverneur von Massachit: setts hat der geseßgebenden Versammlung dieses Staates. meh- rere Beschlüsse der gesepgebenden und ausübenden Gewalt des Staates Alabama ereiGt, in welchem die dem Lande gelei-

steten Dienfte und die allgemeine Politik des dermaligen Präsi- denten Jackson anerkannt und gelobt werden, und zugleich der Wunsch ausgesprochen wird, daß der General bei der nächsten

Präsidenten - Wahl wieder erwählt werde. Bei Ueberreichung dieser Beschlüsse hielt der Gouverneur eine, mit großem Beifall aufgenommene Rede, in welchem er si< als völlig einverstanden mit den Ansichten der Autoritäten von Alabama erklärte.

Eine in Washington erscheinende Zeitung, der Globe, be- hauptet, General Jackson sey es unter den obwaltenden Umstän- den seiner Ehre schuldig, wenn er wieder zum Präsidenten ge- wählt werden sollte, au< ferner no< seine Dienste dem Besteu seines Vaterlandes zu widmen. i

Fn dem amtlichen Fahres- Bericht Über den Zustand des Kanalwesens der Vereinigten Staaten heißt es unter Anderem: „Obgleich im verflossenen Fahre bei den schiffbaren Kanälen feine wesentlichen N R vorgenommen wurden, verbes- serte sich ihr Zustand do< im Allgemeinen. Am 20. April wur- den der Erie, Cayhuga-, Seneca- und Oswego-Kanal eröffnet ; die Eröffnung des Champlain-Kanals fand wegen Erbauung dreier Schleusen erft am 1. Mai ‘statt. Von diesen Epochen au wurden die genannten Kanäle bis zum 18. Dezember, wo sie zufroren, beschifft ; die Nie Yoll-Einnahme betrug wahrend dieser Zeit 1,056,799 Doll. 67 Cent.‘

Der große ‘Delaware - und Hudson- Kanal beginnt bei der am Hudson- Strom liegenden Stadt Kingston, 90 Englische Meilen oberhalb New-York, und zieht si<h auf einer Strecke von 108 Englischen Meilen, die ihm das Wasser von 5 Strömen, und namentli<h vom Delaware, zuführt, in südwestliher Richtung bis zur Provinz Wahne in Pensylvanien. Die Schleusen und Wasserleitungen sind theils aus gehauenen mit Cement verbun- denen Steinen und auf steinerne Pfeiler gestüßt, theils aus dauerhaftem Mauerwerk. Die Breite des Kanals beträgt 36 und die Tiefe 4 Fuß; die Schleusen sind zwischen den Thüren 76 Fuß lang und 9 Fuß breit. Eine 16 Englische Meilen lange Eisen- bahn verbindet die großen Kohlen-Minen von Carbondale mit dem Kanal, welcher der Gesellschaft, die ihn erbaute, 2,300,000 Dollars kostete. ) ten, war der Transport von Steinkohlen aus den reichen Minen Penshlvaniens nah dem Hudson-Strome.

Hiesige Blätter euthalten eine Liste der Bevölkerung der beträchtlichsten Städte der Union, die mehr als 5,000 Bewohner zählen, nach dem legten Census von 1830. Dieser Liste zufolge, hat New - York 213,470, Philadelphia 161,412, Baltimore 80,519, Boston und Charlestown 70,164, Charleston 30,289, Cincinnati 21 Albany 24,216, Washington 18,823, Provi

dence 17,823,- Pittsburg 17,365, Richinond 16,085, Salem 13,826, Portland 12,601, Wrooflyn 12,403, vier Städte übex

Der Hauptzweck, den die Erbauer desselben hat-'

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