1831 / 132 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

eine Slutorifation sür den Staats -Secretalr, Um élnem Herrn Powell ein Patent zu ertheilen; Berichtigung der Ansprüche von Personen, die in Folge der zwischen den Vereinigten Staaten und dem Könige von Dänemark am 28. März 1830 getroffenen Ueberein- kunft eine Entschädigung fordern dürfen ; eine Berlängerung des bis- herigen Termins für Personen, die Ländereien im Gebiet von Ar- fausas bewilligt haben wollen; eine Verbesserung der Berordnungen in Betreff der fünften allgemeinen Volkszählung; Geld-Bewilli- gung für Yuvaliden; Verkauf von Ländereien 1m Staate Jlli- nois, die früher zur Benußung von Salzquellen ‘am Fluß Ber- million bestimmt waren; Aufhebung von Auflagen auf Pässe ; Verbesserung der Geseze über die Rechte der Schriftsteller ; Geld-Bewilligungen zur Erbauung von Leuchtthürmen , Leucht: booten u. \. w.+ eine dem Marschall des Bezirks von Nhode- Fsland- bewilligte Entschädigung ; Geld-Bewilliguug zur Vollzie- hung Indianischer Verträge sür 1831; Modification einer Afte, um dem Staat Fllinois 3 pCt. des remen Ertrages vom Ber-

faufe der in diesem Staate belegenen Ländereien ausztt- zahlen ; Autorisation zum Transporte von Waaren zu Wasser

oder zu Lande unter gewissen bewilligten Vortheilen; Unterstüz- zung von Schulen in der Provinz Lawrence, im Staat Missisippi; Angelegenheiten der Stadt - und Dorf-Gemeinden in Missouri: aua zu einer Afte vom 31. März 1830, Behufs Abhülfe der Beschwerden von Käufern öffentlicher Ländereien und Unter- drückung bestehender Mißbräuche bei diesen Verkäufen ; Modifi: cation einer Akte wegen Befriedigung der Ansprüche gewisser Käufer von Ländereien im Staate Ohio ; eine Autorisation für den Staats-Secretair der Marine, um den Erben von Livingston nd Armstrong eine Entschädigung zu zahlen ; Modification einer Afte, um den Staaten Missouri, Misfsisippi und Alabama 3 Procent des reinen Ertrages vom Verkaufe der in diefen Staaten bele- genen Ländereien auszuzahlen ; Jncorporatton des St. Bincent- Krankenhauses im Bezirk von Columbia; Modification einer Afte, um gewisse Ländereien zur Aufmunterung der Kul- ur des Weinstoks und des Olivenbanmes aufzubewahren und über selbige zu verfügen; Geldbewilligung zur Berichtigting der Prozeßkosten in Sachen des Richters Pe: Autorisation zur Anstellung eines Unter - Agenten bei den Winnebagoe Indianern am Rocfstrom ; die Gerichtsbarkeit gewisser Bezirk - Gerichte und deren Ausdehnung; Modification einer Acte, um gewisse, noch úbrig gebliebene Ländereien im Staat Alabama zur Berbesserung der Schifffahrt auf mehreren Strömen zu benußen ; Autorisation, um im Gebiet von Florida, durch öffentliche Ländereien, einen Kanal zu ziehen, der den Chipolastrom und die Bai St. An- drews in West-Florida mit einander verbinden soll; Bewilligung für den Staat Jllinois, wegen Ertheilung von Land zur Errich- tung eines Seminariums ; Autorisation zum Verkauf einer Strecke Landes. im Bezirk Cincinnati; Verlängerung eines Patentes auf 14 Jahre ; Berichtigung des Namens enes penfionnirten Nnva- liden W. Turneh. Außer diesen Bills gingen noch 60 durch den Kongreß mit Geldbewillignngen zur Unterstüzung von Ge- meinden und Individuen, unter welchen Letzteren slch auch der

frühere Präsident James Monroe befindet.

Vereinigte Provinzen vom La Ptata.

Nord-Amerikanische Blätter bringen Nachrichten aus Buenos-Ayres bis zum 15. Januar. ‘Diesen zufolge sah man dort täglich wichtigen Ereignissen entgegen, indem ein Krieg zwischen den Küsten - Provinzen und den Provinzen des Înnern nah der allgemeinen Meinung für ganz unvermeidlich gehalten wurde. Der Gouverneur von Chili hatte si als Mittler in dieser Angelegenheit angeboten, ohne daß sich eine Neigung ge- zeigt hätte, dieses Anerbieten anzunehmen. Die frühere Reput- blif La Plata bestand aus 15 verbundenen Provinzen, von denen Buenos - Ayres eine bildete; doch dieses Verhältniß hat längst aufgehört, und jede einzelne Provinz nennt sich jeßt frei, und unab hängig, obgleih mehrere derselben oft vereint handeln, wie es auch dermalen der Fall ist, wenn es ihr gegenseitiges Fateresse -erheischt. Nach Berichten aus dem Anwe hätte der Gouverneur Lopez mit der unter sei- nen Befehlen stehenden sogenannten Besfreiungs - Armee eine Bewegung gegen die Gränze von Cordova gemacht; seine Avant- Garde, bestand ats beinahe 1000 Mann gut montirter Kavallerie und einem wohlgeordneten Zuge' Artillerie. n mehreren Thei- len der Provinz Cordova hatten sich Symptome von Aufruhr gezeigt, in Folge dessen das Haus der Repräsentanten von Bue- nos-Ahres eine außerordentliche geheime Sigung hielt, um si iber eine amtliche Mittheiluùg des Gouverneurs zu berathen.

Inland.

Rai, Jm ts Berlin, 11. Mai, Im Laufe des verflossenen Mona April sind in den Häfen des Regierungs-Bezirkes Stralsund Schiffe ein- und 184 ausgelaufen. Wh B Le den Regierungs Amts - Blättern von Schlesien wer- den sämmtliche, mit der Verwaltung der Gewerbesteuer beschäf- tigte Behörden, \o wie alle diejenigen, welche einer genaueren

E Kenntniß der Gewerbesteuer - Verfassung bedürfen, auf das un-

p längst unter dem Titel: „„Die Gewerbestener - Verfassung „des i Preußischen Staates. Eine alphabetische Zusanimenstellung in Liegni érschienene und durch die landräthlichen Aemter zu be- | ziehende Werk aufmerksam gemacht, indem dasselbe ein bequemes

Mittel darbietet, sich von den über die Gewerbesteuer vorhande- nen Bestimmungen in ihrem ganzen Umfange zu unterrichten und in jedem vorfominenden einzelnen Falle die betreffende Be-

stimmung leicht aufzufinden.

Xnstitut für arháologische Korrespondenz in Rom. Am 21. April, als am Gründungstage der Stadt Ron, hielt das seit dem Jahre 1829 unter der Protection Sr. Königl. Hoheit des Kronprinzen von Preußen dajelbst gegrtimdete Insti: tut für arháologische Korrespondenz seine dritte Jahressipung, welche in dem auf dem Kapitol befindlichen Lofal desseiven von einem auserwählten Kreis der angesehensien diplomatischen Per- sonen, Gelehrten, Künstler und Alterthumsfreunde Roms ge- feiert wurde. Das Fnstitut fährt fort, zu beweisen, wie ein Ver- ein sehr verschiedenartiger und rschiedenste, 1 Europa?s zerstceuter Theilnehmer, troß ungünstiger Zeitumstände, ans eigenen Mitteln bedeutende Leistungen ausführen fônne, \o- bald man sie ernstlich will. Ansehnliche jährliche Lieferungen ab: gebildeter Denkmäler und erläuternder Drucfschriften ; die Lei-

tung und Beförderung fremder Unternehmungen, unter denen

sich Abdrücke von zweihundert seit denx Jahre 1829 zum Bor- \chein gekommener Gemmen auszeihnen ; die allmälige Grün- dung einer archäologischen Bibliothek und eines Archivs von Handzeichnungen in Rom ; hanptsächlich aber die Bewerfkstelligung eines leichten wissenschaftlichen Verkehrs zwischen den entlegen- sten Gegenden Ftaliens und dem Auslande , sind die wesent- lichen und schwierigen Früchte , die man diesem wissenschast-

920 lien Vereine felt ber kurzen Zeit feines WBestehens vere dankt. Die Kosten dieser Unternehmungen sind, mit Aus- nahme der fúr Bibliothek und Archiv des Instituts gemach- ten Geschenke, bisher fast allein . aus dem Absas der Druck- sachen des Instituts bestritten worden ; eine Zahl von 142 Sub- \fribenten, 86 Mitgliedern und 70 Korrespondenten war für die öfonomischen wie für die literarischen Beiträge mehr als genü gend. Von diesen Theilnehmern sind 140 in Jtalien wohnhaft, 49 in Franfreih, 40 in Deutschland, 55 in England, 8 in an- deren Lándern des Nordens, 6 in Griechenland und der Türkei; in gleicher Zusammenstellung aus verschiedenen Ländern Euro- pa?s bestehen die dirigirenden Mitglieder aus den Herren Bun- sen, Fea, Gerhard, Kestner und Thorwaldsen in Rom, Herzog vou Luynes und Panoffa in Paris, Millingen ftr England und Welker in Bonn. MPreiswürdig und überraschend ist der thätige Eifer, mit dem alle Gegenden Jtaliens sich von dem Institut angeregt zeigen, augenfällig die bedeutende Unterstüßung, die es von Französischen Gelehrten und Alterthumsfretmden genießt, unnd wenn in solchem Vergleich Deutschland und England lauer erscheinen, so darf nicht verschwiegen werden, wie, ohne eine ein- zige Deutsche Bibliothek auf der Subskribenten-Liste des Instituts zu sehen, Deutsche Gelehrte in den Werken des Jnstituts hauptscch- lich thätig erscheinen, so wie andererseits, während der literaxi- {e Antheil Englands gering erscheint, die Theiinahme diefes Landes an der Römischen Anstalt sich dur eine zahlreiche Sub-

“\cription thätig erweist.

————AE———

Historishe Parallelen und Zeitstimmen, Velgieu und die Belgier betreffend.

(Fortseßung und Schluß des in Nr. 103 d. Z. abgebrochenen Aufsaßes.)

Der Verfasser der Cansae Calamilatum Belgi bezeichnet auch das unbescheidene und anmaßende Zudrängen der jungen Leute zu Stellen und Würden als einen natürlichen Ausfluß jener Hoffart und jenes Luxus, welche den Belgischen Adel so sehr charafterisirten; das Müßiggehen und die Unwissenheit muß- ten nothwendigerweise Begierden und Leidenschaften des Ehr- geizes weden. Diese Jünglinge, zu Gewalt und Ansehen ge- langt, hätten sodann den Staat in eine Reihe von Gefahren gestürzt und in ihrem Hochmuth nichts für unerreihbar ange- sehen. Auch hätten sie Kriege mit den mächtigsten Fürsten für etwas ganz Unbedenkliches (wie in neuesten Tagen Herr van de Weyer) gehalten. Dadurch entstand natürlicherweise eine all: gemeine Verwirrung aller Dinge, und das Vaterland sah seinem nahen Untergange entgegen. „Es traten“ so bemerft er ferner „Redner von ganz neuem Schlage und Männchen von anz unreifem Alter hervor, um den Ton anzugeben.‘ Der Verf. läßt bei vielen jungen Lenten eine Ausnahme zu, welche wirklih das Beste ihres Vaterlandes bezwectten, aber alsbald fömmt er wieder anf diejenigen zu sprechen, welche durch Büch- leins voll des giftigsten und lügenhaftesten Jnhalts das Volk unaufhörlich gegen die Majestät aufgereizt. Es ist natürlich keine Parallele hier anwendbar, denn- der Verf. -ist ein Anhänger des Spanischen Königs; aber er hat doch den Charafter seiner Lands- leute so gut durcchstudirt, daß man mutalis mutandis ersieht, wie man, um Revolutionen zu machen, in jenen Provinzen operirt hat: dieselben Umtriebe, welche der Belgische Adel und die jun- gen Leute, von denen er spricht, gemacht haben, wurden gleich darauf gegen die Sache der Freiheit und des Prinzen von Ora- nien in Bewegung gefeßt, sobald man in Brabant, auf eigene

in den verschiedensten Ländern.

Rechnung zu handeln, übereingekommen war, und die Priester- schaft, der der Verf. angehörte, wendete dieselben Mittel, in Verbindung mit dem Adel, an, welehe er hier so bitter rügt.

n einem ferneren Kapitel entwielt er, daß die steigende Fndustrie und der große Flor des Handels, welche die Nieder- länder so glücklich hätten machen sollen, bloß dazu gedient, sie zum Uebermuthe zu verführen. Jnteressanter aber ist wohl das folgende, das die Ueberschrift führt: Von der Freiheit, nah welcher die Niederländer so heftig sich sehnen, und was es damit für eine Bewandtuiß habe? Wir stim- men mit der Nußanwendung des geistlichen Herrn gar nicht über- ein, aber die Definitionen und Schiiderungen sind wie eine Apokalypse für die Revolution vom August 1830. „Laßt uns einmal näher beschauen, von welcher Art jene Freiheit seh, welche das (Belgische) Velk mit so großer Herzenssehnsucht gewünscht, für welche es Alles, ja sein besseres Selbst, auf das Spiel zu seßen keinesweges angestanden. Sie bestand in der Befugniß, fünftig von allen Gefeßen, welche die s{limmen Neigungen der Menschen und ihre verkehrten Handlungen sonst einhegen, und eben so auch von der pflichtmäßigen Ahndung sür die Uebertre- tung solcher Geseße ausgenommen zu werden. Sie bestand in dem Recht, alle öffentliche Obrigkeiten abzuseßen, und darin, daß man sich die Autorität beilegte, Geseke nah Gefallen zu ändern, . abzuschaffen oder durch nene zu erseßen; in dem Recht, das einem Jeden einráumt, in religióser und politischer Hinsicht Al- les nach Belieben zu bekennen und zu treiben, "ohne daß das Geseß im geringsten dazwischen einschreiten könne. Kann aber etwas Schâdlicheres verlangt mud etwas Pestartigeres erhal- ten werden, als diese Freiheit, für welche der größte Theil der Niederländer nun streitet? Muß man diejenigen, welche nach einer so ungemessenen Freiheit streben, nicht“ billigerweise mit den Knaben vergleichen, welche der Schule enthoben zu seyn und den Schulmeister weggejagt wünschen, bloß damit sie nach Herzenslust da und dorthin spazieren und Alles thun dürfen, was ihnen durch den Kopf fährt? Oder mit unbändigen Pfer- den, welche Zaum und Zügel zu zerbeißen und den Reiter ab- zuschütteln trahten, damit sie, wohin ihre Phantasie und täu- schende Bilder sie hintreiben, ungestört nachsprengen und somit dem Abgriunde entgegen gehen können? Das Bolk ist nun frei geworden, und seht, alle Gefebe, welche es vor dem Aufstande gezügelt, werden mit Füßen getreten. Es ist frei und verachtet das Anschen aller seiner Behörden und jede Art von Herrschaft. Giebt es irgend Etwas, das der Eine oder Andere, in Hoffnung völliger Straflosigkeit, nicht gewagt hätte? Wie ein dem Zügel entkommenes Pferd is Jeder uur seiner Privatleidenschaft ge- folgt. Doch, alle die Geschenke, welche Niederland durch den Erwerb feiner sogenannten Freiheit erhielt, sind allzu befcunt, als daß es noch vieler Beispiele bedürfte. Um diese Freiheit zu erringen, welche Machinationen hat man nicht angewendet, und welche Frevel sind darauf nicht gefolgt, bis das Ansehen der'Ge- richte zu Boden, die Autorität des Königs zu Grunde gerichtet, die Geseße des Staats zernichtet, die heimathlihen Gebräuche außer Kraft gesezt und die ehemals so herrlihe Blüthe des Landes-zerknickt war! ‘‘

Als Schluß dieses Aufsaßes möge folgender Auszug aus dem Sendschreiben dienen, das ein Patriot im Jahre 1589 an feine Mitbürger richtete und welches den Titel führt : „Advis d’un Asfectionné au Pays Bas à Messieurs les trois Etats du diet

Pays, les admonestant de promptement pouryoir à leurs af-

falres, pour éviter le torrent impétugux, qui va faire uy cours sur eulx, Lyon 1589“, und worin man Stellen find welche wie für das -jezige Geschleht und für die gegenwärtig Revolution in Belgien geschrieben {heinen. „Meine Herren (heiß es darin), es ist bestimmt, daß Gott sein Volk auf verschieden Meise heimsucht, bald mit Glück, bald mit Unglück.“ Wenn ihm Heil bereiten will, so zieht er bei ihm die Bande der Freund {haft und Eintracht fester; wenn er es durch Widerwart zu ¡ü tigen sich vornimmt, s\o duldet er unter ihm die Elemente d Entzweiung, der Herzensbitterkeit und des Argwohns. Jhre wah ren und eigentlichen Feinde reizen die Bürger an, durch ihwy eigenen Arm sich unter einander aufzureiben, sobald der Stroy der Leidenschaften die Dämme einmal durchbrochen hat. Ein sy ches furchtbares Beispiel stellt sich, zu seinem größten Naththej gegentvärtig in unserem Lande dar. Jn früheren Jeiten herrs: ten gute ,Geseße, Wohlstand aller Art, ja Reichthum und Uebe, fluß in unserer Mitte. Fragt Ihr, - warum diese Zeiten (j frenndlicheres Bild gewähren, als die jebigen, #o ist die An wort leiht. Erstlich herrschten in jenen Zeiten mebr Ausfrithtiz keit, -Nechtschaffenheit und Wahrheit unter den Menschen; di drei allein sind es, welche die Geseve kräftig, die freundscaftl chen Verhältnisse frisch. und die Bande des Gehorsams zy hen Fürsten, Obrigkeiten und Staatsbürgern stark erhalte Zweitens gab es damals gute Fürsten, ausgestattet ‘mit Tugy den aller Art, welche mit dem Volke innig verwachsen und fj sein Bestes so sehr erglüht waren, daß dieses leßtere untér ih Sorge und ihrem Schirm sih geborgen hielt und, weil es seh loyal war, auch von ihnen nux Recht und Billigkeit erwarte Es ist wahr und ausgemacht, daß der Fürst als die Leuchte h steht, welche das Volk aufklären und zum Besseren führen nj Die Großen folgen sodann“ diesem Fürsten gern und auth h Niedrigen den Großen. Ein Volk, von einem guten sten regiert, wird, unbekümmert um die verfchiede artigen Lehrmeinungen, welche durch das Gehin der Menschen gehen, sih in seinem Zustande glüdl:F her fühlen, als ein anderes, das sich selbs regier!! Der Verfasser zählt uun die Summe von Glückseligkeit q welche der Niederlandishe Staat unter dem Schuge der bej henden Gewalt genießen könnte, wenn man seinen Vortheil y stände, und erlaubt sich im Verlaufe seiner Abhandlung die Y merkungen: „Wenn dieser so gut geordnete und durch so tif liche Geseße zusammengehaltene Staatsförper auch seine Fehl hat, weil kein Körper ohne dieselben sich vorfindet, so könnten doch gleichwohl leicht verbessert werden, weil bei einem gut eingeriß teten der Kranfkheitsfstoff leichter gehoben werden mag, als hi einem schlecht organisirten. Unser Jahrhundert hat, wie alle übt ge, seinen eigenthümlichen Lauf und giebt dem einen und deren Gutes oder Böses, wie seine Bestimmung es mit \ich brin Auf das Uebermaaß von Wohlfahrt is demnach naturgemäß auß Unglück gefolgt; dieses Unglück aber hat einen so hartnätizt und andauernden Chargfter angenommen, daß es ohne gewal same Hülfe wohl nicht wird gedämpft werden können. Die F gerungen dieser Aurede sind an diejenigen gerichtet, welche All dasjenige verachten, was einen anderen Ursprung trägt , als du ihnen beliebigen, und welche nicht erwägen, daß es gemeinsan Uebel giebt, welhe mehr oder minder alle Nationen drütte Wenn diejenigen Jnstitutionen nicht in- den meisten Städten de Landes erfolgen, welche eine sichere Grundlage haben , so wir der Staat für immer zu Grunde gerichtet sehn. Unx einen zu ten Weinstock zu pflanzen, muß man für einen tüchtigen Sa sorgen. Wenn aber auch bei gutem Sanr1en das eine und ( dere Fahr uns trügt, so darf man die Hoffnung auf einen fru baren Weinherbst deshalb doch niht aufgeben; also ist. es al mit einem Fúrsten beschaffen, der - von eiñer guten Familie ( stammt und in einem Lande sich befindet, das treffliche, gez Willkür \chützende Geseve besißt. Zeigt sich seine Natur i Ganzen nur so geartet, daß er stets den Ruhm seiner Väter bendig vor Augen hat, #o darf man die Verkehrtheit bei ih nicht vorausseßen, daß er vor solchem Ruhme sich nicht beut und nicht ihn nachzuahmen wünschen sollte, Noch mehr i ein neuer Fürst, der frisch in ein Land kömmt, wo die Erint rungen an die alten Herren noch lebendig und die lobsprechend! Vergleichungen zwischen diesen und dem neuen sehr gewöhnli sind, sich alle: Múhe geben, in den Fußtapfen der Gefeierten u! Bedauerten zu wandeln. ‘‘

Königliche Schauspiele. Donnerstag, 12. Mai. Im Opernhause: Armide, g heroische Oper in 5 Abtheilungen, mit Tanz; Musik vom Nit Gluck. (Mad. Milder: Armide.) m Schauspielhause: 1) Le vieux mari, vanudeville en) actes. par Scribe. 2) La seconde année, vaudeyville en 1 act par Seribe. h

d

d

Königstädtisches Theater. Donnerstag, 12. Mai. Der braune Wilm, oder :* Die Et ráuber auf Famaifa, Melodrama in 5 Aften. Zum WBeschlis E Borstellung des Herrn van Klischnig, im Kostüm einb Affen.

odann G

Auswärtige Börsen,

ÁAmsterdam, 6. Mai. y

Niederl. wirkl. Schuld 381. Ausgesetzte do. 17. Kanz -Bil

145. Russ. Engl. Anl. 828 dito bei Hope 88. 854. Oesterr. p Metall. 814. i

Hamburg, 9. Mai. Oesterr, 4proc. Metall. 742. Bank - Actien 1060, Anl. 887: Dän. 59. Poln. 92.

Russ, End

London, 4. Mai. E 1 3proc. Cons. 804. Bras. 587. Dän. 694. Gproec. Mex, Preuss. (1:22) 98. uss. 91.

Vfien, 6. Mai. 5proc. Metall. 815. 4proc. 707. Loose zu 100 FL- 156. Pari Oblig. 114}. Bank-Actien 1008. :

a O O E A

NEUESTE BŒRSEN-NACHRICHTEN,

Paris, 5. Mai. 5proc. Rente pr. compt. 89. 30, cour. 89, 35. 3proc, pr. compt. 62. 90. fin cour. 62, 9 5proc. Neapol. pr. compt. 69, 90. fin cour. 70. 5proc, Spal Rente perp. 532. /

Frankfurt a. M., 8. Mai. Oesterr. 5proc. Metall, $6 Aproc. 73%. G. 2Zproc. 422, 1proc. 184. B. Bank-Actl 1248. Partial-Oblig. 1165. G. Loose zu 100 Fl. 1594. P“ nische Loose 463. B. |

Redacteur John. Mitredacteur Cott el. Gedruckt hei A. W. Hay!

ps ——

———

Courier

definitiv zu fonstituiren, Mie ae wollen wir untersuchen, was die Charte darüber

/ enn Geseßgebung.

Allgemeine

Preußische Staats-Zeitung.

W 132.

R eee nnnnn)

—-—

Amtlihe Nachrichten.

Kronik des Tages.

Ai Der Kaiserlich Oesterreichische Kabinets- zomerra, von Wien. Abgereist: Der Attaché bei der Königl. Grofßbritanischen

Ge andtschaft am Kaiserlih Russischen Hofe, Magenis, als See nach St. Petersburg. Hofe, g /

Zeitungs-Nachrichten.

Ausland.

Frankreich. Paris, 5. Mai, Gestern Vormittag hatte der Königl.

Sardinische Botschafter die Ehre, dem Könige in einer Privat- Audienz das Notifications - Schreiben seines Souverains wegen des Ablebens Sr. Majestät des Königs Karl Felix von Sardi- nien zu überreichen. Se. Majestät arbeiteten demnächst nach einander mit den Ministern des Junern, der Justiz, des Krie- ges, der auswártigen Angelegenheiten und des Handels. Um 9 Uhr begab der König sich zu Pferde und in bürgerlicher Klei- dung nah dem Konservatorium der Künste uud Handwerke, Se. Majestät waren begleitet von den Herzogen von Orleans ind von Nemours, dem Handels : Minister, dem Marschall Gé- rard und dreien Adjutanten. Am Eingange des Konservatoriums wurde der Monarch von dem Maire des Bezirks, dem Direktor und Unter- Direktor der Anstalt, \so wie den Professoren und Mitgliedern des Vervollfkommnungs- Rathes empfangen. Jhre Majestät die Königin trafen gleich darauf mit den Prinzessinnen Louise, Marie und Clementine und dem Prinzen von Joinville ein. Nachdem Se. Majestät das Konservatorium bis in das kleinste Detail in Augenschein genommen hatten, verfügten Höchstdieselben sich nach

em St. Ludwigs- Hospital und besichtigten die sämmtlichen

Sále dieser Anstalt, indem Sie Sich auf das sorgfáltigste nach der Verpflegung der Kranken erkundigien, auch von der Brühe und dem Brode für dieselben kosteten. terstüßungen unter diejenigen Kranken vertheilen, deren Familien. ihm als húülfsbedürftig ges{ildert wurden und gab 1000 Fr. für vie Anftalt selbst. den Höchstdieselben die National-Garde des Stadt - Viertels vor

Der Monarch ließ Un-

Als Se. Maj. das Hospital verließen, fans

emselben in einem Spaliere aufgestellt. Von dém Detaschement

auf das Freudigste begrüßt, {loß dasselbe sich dem Gefolge des Königs an und geleitete Se. Maj. bis nah dem Palais-Royal

zurü.

Mie der Moniteur meldet, so fïnd aus allen auf den

Telegraphen - Linien belegenen Städten, namentlich aus Rouen, Brest und Bordeaux Berichte eingegaugen, denen zufolge das Namensfest des Königs dort mit glänzenden Musterungen der Truppen“ und National - Garden, Stiftung wohlthätiger Anstalten gefeiert worden ist.

állen, Erleuchtungen und

Die Gesamnit- Zahl der auf der lezten Revue von dem

Könige vertheilten Kreuze der Ehren-Legion beläuft sich auf 216, und zwar 1 Großkreuz, 3 Groß-Offizier-Kreuze, 7 Commandeur- Kreuze, 34 Offizier-Kreuze und 171 Ritter-Kreuze. Kreuz erhielt der General-Lieutenant Graf von Anthouard.

Das Groß-

Die Quotidienne hatte gestern gemeldet, daß der Mini-

ster des Kultus, Graf von Montalivet, den Bischöfen ein beson- deres Gebet bezeichnet gehabt habe, das sie bei der Feier des Na- mensfestes des Königs absingen lassen sollten, erklärt heute diese Angabe für völlig ungegründet.

Der Moniteur

Der Courrier français rügt es, daß in den beiden An-

| reden, die der Großsiegelbewahrer und der Erste Präsident des | Rechnungshofes bei Gelegenheit des Namensfestes des Königs, an Se. Majestät gehalten, jener sich des Ausdrucks: „Sire, Jhr Staats-Rath 2c.‘ dieser sh des Ausdrucks: „Sire, Jhr Rechnungshof 2c.‘ bedient habe. | gemessene dieser Redewendung vollkommen gefühlt und dies da- durch zun erkennen gegeben, daß er geantwortet: „Der Staats- Rath 2c. der Rechnungshof 2c., nicht mein Staats - Rath, mein Rechnungshof.“ „„Wir können““, fügt das gedachte Blatt hinzu, „dem Schiklichkeits-Gefühle, das sich in den Worten des Königs ausspricht, nur unseden Beifall zollen. | hartnäckig dabei beharrt, den König bei festlihen Gelegenheiten mit den Worten: hr Conseil, Jhre Armee, F hre Untertha- nen, zu bègrüßen, wird er dann auch fortfahren, jene edlere und seiner würdigere Sprache zu führen? Wir hoffen es für seinen Ruhm; doch müßte man alsdann gestehen, daß wenigstens die-

Der König habe das Unan-

Wenn man aber

enigen nichts dazu beigetragen haben, die sich ihm nähern.“ Der Temps stellt folgende Betrachtungen über die Pairie

an: „Die wichtige, der Session für 1831 vorbehaltene, Frage über die Pairschaft wird jeßt von der Presse verhandelt, welche | fühlt, daß eine organische, von der nächsten Kammer zu revidi- rende Xnstitution zuvor von den Wählern, die diese Kammer er- nennen sollen, beleuchtet werden müsse. Die Regierung fann diese

eleuchtung nicht nnzeitig nennen und fih nicht darüber befkla-

gen, denn ein. höchst günstig für sie gestimmtes Blatt hat die Frage aufs Tapet gebracht. â

zung derselben eine eben so umfassende konstituirende Ge- walt ausfiben, wie im August vorigen Jahres. Man fragt, wie es fommt, daß die Organisation einer. der geseygeben- den Gewalten, sung der Geseße mitgearbeitet hat, bis zur fünftigen Session vershoben wörden ist, und erkennt den im August begangenen

Die Kammer wird bei Erledi-

acht Monate lang. an der Abfas-

welche

rrthum. Es ist niht unsere Schuld; wir haben damals im iderspruch mit denen, die jet unserer Meinung sind, auf die othwendigkeit gedrungen , die beiden gesebgebenden Gewalten Um die Frage jevt so viel wie möglich

sie ist der Ausgangspunkt aller Erörterungen über Unter den besonderen Bestimmungen erklärt ste,

Berlin, Freicag den 13tn Mai.

1831.

daß der Art. 23. der Charte in der Session von 1831 einer nenen Prüfung unterworfen werden solle. Dieser Artikel lautet : 17 1Die Ernennung der Pairs, deren Zahl unbegränzt is, steht dem Könige zu; dieser kann die damit verknüpften Titel verändern und nah Gefallen Pairs auf Lebenszeit oder erblihe Pairs ernen- nen,‘/ ‘/ Die neite, durch die Charte angeordnete Prüfung wird daher alle wesentlichen Punkte dieses Artikels betreffen, nämlich: 1) Ob die Ernennung von Pairs dem Könige zustehe; 2) ob die Anzahl derselben unveshränkt seyn solle; 3) ob sle verschiedene Würden haben; 4) ob sie auf Lebenszeit ernannt oder 5) ob sie erblich seyn sollen; endlich 6) ob der Königliche Wille die ein- zige Regel in Sachen der Pairschaft seyn solle? Ad 1 antworten wir : Nur zum Theil; wir wünschen, daß mit dem Throne zu- gleich das Geseß, die Wahl und das Recht ‘gewisser Stellun- gen in der Gesellschaft an der Pairs - Ernennimg Theil nehmen, so daß es in der Aristokratie vier Elemente von verschiedenem Ursprunge gebe, welche dafär bürgen, daß Alles in ihr repräsentirt ist. Ad 2, Die Zahl der Pairs muß nach unserer Ansicht unbeschränkt seyn; es muß aber dabei ein ge- wisses Verhältniß unter den verschiedenen Elementen der Pair- schaft beobachtet werden. Ad 3. Die Pairs dürfen nicht ver- schiedene Würden bekleiden ; denn ein politischer Körper hat nur Kraft durch die Gleichheit seiner Mitglieder, und in der Pairxs- Kammer soll es nur Gleiche geben; ihr Name sagt dies \{on. Ad 4. Ein Theil der Pairs, nämlich alle mittelst Königl. Ver- ordnung freirten, dürfen nur auf Lebenszeit ernannt werden ; da- gegen müssen ad 5 die durch ein Gese, d, h. durch das Zu- sammenwirfen der drei Staats-Gewalten ernannten Pairs erb- lich sehn. Ad 6. Nach unserer Ansicht is also der Königliche Wille nicht die einzige Richtschnur in dieser Angelegenheit ; wir gesellen ihm aber nichts weiter als das Geseg bei, zu welchem das Königthum selbst mitwirkt.

Gestern hielt, dem Journal du Commerce zufolge, eine große Anzahl von Personen, denen das Juli-Kreuz verliehen wor- den ist, eine vorläufige Zusammenkunft, in welcher beschlossen wurde, daß morgen alle mit dieser Decoration bekleidete Indivi- duen sich versammeln sollen, um über diese Angelegenheit etwas Gemeinschaftliches zu beschließen. Der Courrier français sagt in einem Artikel zur Widerlegung des gestrigen im Journal des Débats: „Es ist uns nie in den Siun gekommen, gegen die Vertheilung der neuen Decoration durch den König in Per- son zu protestiren; vielmehr haben wir in diesem Verfahren ein Gefühl der Dankbarkeit und BVaterlandsliäæ erkannt. Was da- gegen dle Fnschrist: „Gegeben von dem Könige“ betrifft, so hatte man mit Recht bemerkt, daß, da der durch die Defkora- tion zu belohnende Dienst dém Lande geleistet worden, ehe es einen König gab, die Jnschrift „National-Belohnung““/ die einzig angemessene war. Berechtigt die Juschrift, die man ge- wählt hat, nicht zu dem Glauben daß man das Juli- Kreuz den übrigen von dem Könige zu verleihenden Orden gleichstellen wolle? Und würde der Charafter der neuen Decoration nicht gänzlich dadurch entstellt werden? Wenn man also gegen die gedachte Inschrift protestirt, so ge- schieht es gewiß uicht aus Geringschäßung, sondern aus einem Gefühle der Rechtlichkeit, welches verlangt, daß einem Jeden das Seine zu Theil werde. Uebrigens steht die Ordens-Vertheilung noch nicht so nahe bevor. Vis dahin hat die öffentliche Mei- nung noch Zeit zur Reife zu gelangen. Die im Moniteur er- \chienene Liste enthält die Namen von in hohem Grade patrio- tishen Männern. Diese werden, (man kann dessen gewiß seyn) nur- thun, was ihnen s{hicklich däucht. Man G sich daher vor jedem übereilten Beschlusse, der, der Einmüthigkeit entbehrend, uur einen Schein von Meinungs - Verschiedenheit unter Män- nern verbreiten würde, die stets ein gemeinsames Band um- \shlingen muß. ‘‘

Der Fürst v. Polignac wird, wie man sagt, nächstens eine Broschüre als Erwiderung auf die Denkschrift des Herrn von Montbel herausgeben.

Herr Dupin der Aeltere hat sich zur Wiederherstellung sei usr R auf sein Landgut im Departement der Nièvre vegeben.

Der Maire von Rouen hat bei der Lebendigkeit, die der Handel wieder zu gewinnen scheint, bestimmt, daß die städtische National - Garde in Zukunft nur einmal wöchentlich si in den Waffen üben solle. i

Herr Bascans, einer der verantwortlichen Herausgeber der „Tribune,“ welcher, wegen zweier in der Nummer dieses Blattes vom 13. März enthaltenen Aufsäße, unter der Anklage -der An- treibung zu Haß und Verachtung der Regierung, so wie der Auf- reizung zum Bürgerkriege, vor den Assisenhof geladen war, ist estern von den Geschwornen nach eiuer mehr als zweistündigen Me attniia freigesprochen worden.

Die Anklage - Kammer. des hiesigen Königl. Gerichtshofes hat Herrn v. Brian, den Redacteur der Quotidienne, wegen Verläumdung des Maires von Bordeaux, Herrn v. Bryas, vor die Assisen verwiesen.

Seit einigen Tagen hatte sich hier das Gerücht verbreitet, daß die Korvette „la Favorite‘“/ an der Küste von Coromandel gescheitert und die ganze Mannschaft, mit Ausnahme von drei oder vier Matrosen, in den Wellen umgekommen sey. Aus einem am Bord der „Favorite‘“ geschriebenen Briefe (woraus der Mo- niteux einen Auszug mittheilt) ergiebt sich aber, daß die Korvette allerdings an der gedachten Küste auf Klippen gerathen war, sich jedo glücklich wieder losgemacht hatte und ohne irgend einen Verlust auf der Rhede von Manila angelangt war,

Die Korvette „„l’Allier“/ ist am Zten d. M. von Chili und Brasilien in Brest eingelaufen: sle hat Rio-Janeiro am 25, Ja- nuar verlassen.

Das Journal du Commerce meldet in einem Privat- schreiben aus Alexandrien, daß der Vice-König von Aeghp- ten eine Armee nah Shrien {icken wolle, um den fortwähren- den dortigen Aufständea ein Ziel zu seßen, und dann in Bag- dad die Ermordung des Gesandten der Pforte zu rächen. Die Pforte würde als Entschädigung für die Kosten dieser Expedition

dem Vice- Könige die Verwaltung von ganz Syrien überlassen. Dieser hatte starke Truppen - Aushebungen angeordnet und sein Heer auf 70,000 Mann Infanterie und auf 12— 15,000 Pferde gebracht, Die Schiffsmannschaft belief sich auf 6 8000 Mann.

Großbritanien und Frland.

London, 6, Mai. Vorgestern kam der König von Wind: sor nah St. James und hielt ein großes Lever, wobei ihm unter Anderen auch der Nord - Amerikauishe Geschäftsträger in Kopenhagen, Herr Wheaton , vorgestellt wurde. Gestern kehrten Se. Majestät wieder nah Windjor zurück. i

Gestern war der Tag, wo die Stadt-Behörden die Ehre haben sollten, dem Könige aufzuwarten, um Se. Majestät und die Königin zu_ dem Mittags - Mahle der Londoner Corporation am 20sten d. M. nach -Guildhall einzuladen. Als es im Laufe des Abends verlautete, daß der Lord - Mayor und die Sheriffs sh nicht hatten beim Könige einführen lassen, um diese ehren- volle Botschaft auszurichten, gab sich die größte Ueberraschung und Besorgnis kund. Es wurde erzählt, daß der König noch einmal seine Gesinnung in Bezug auf das Mittags-Mahl in dev City geändert habe, und daß dieses der Deputation vor dem Tage, wo sie ihre Aufwartung machen wollte, mitgetheilt sey, um ihr den Schmerz einer abshläglichen Antwort zu ersparen.

Der Morning-Herald sagt in diesem Bezuge: „Es ist wahr, daß die Stadt-Behörden dem Könige niht aufwarteten, und daß demnach Jhren Majestäten keine förmliche Einladung zugegangen ist, Der Grund davon ist, daß der Lord-Mayokë am vorhergehenden Abend eine Mittheilung vom Minister des Jn- nern erhielt, die ihn benachrichtigte, daß, da Se. Maj. kürzlich Anzeichen von einer Wiederkehr der Gicht verspürt haben, es zweifelhaft seh, ob Jhre Gesundheit es nicht nöthig machen würde, ihren beabsichtigten Besuch in der City auf einen andeten Tag zu verschieben, und daß es daher besser sehn würde, es mit dex

Einladung anstehen zu lassen. Der Lord-Mayor und die Sheriffs standen, dieser Mittheilung gemäß, an, um die Audienz nachzu: -

suchen, die der Monarch früher ihnen ertheilen zu wollen so gná- dig gewesen war; und so stehen die Sachen für den Augenblick, Aber die öffentlichen Gerüchte werden sie da nicht lassen; die' Befürchtungen Einiger, und die boshaften Erfindungen Anderer, werden genug falsche Nachrichten über dieses unerwartete, aber wie wir hoffen, nur augenblictliche Hinderniß, welches sih Sr. Mazj. zweitem beabsichtigten Besuch entgegenstellt, verbreiten. Sehr \{merzhaft würde in der That diese Wendung empfunden werz den, wenn in der gegenwärtigen Krisis, tvo die Bolksliebe zw Sr. Maj. den höchsten Grad erreicht hat, und wo die Einwoh- ner dieser großen Hauptsiadt so sehnlichst wünschen, dem Mo- narchen ihre dankbare Ehrfurcht zu bezeigen, irgend etwas dieser Gelegenheit sie berauben sollte. Wenn eine solche Wendung durch Krankheit veranlaßt seyn sollte, so würde dies die Königl. Unterthanen noch mehr betrüben, denn niemals war die Gesund- heit eines Souverains seinem Volke fosibarer; aber gegenwärtig scheint in der That kein ernstlicher Anlaß zu Befürchtungen über Se. Maj. Wohlbefinden vorhanden zu seyn. ““

Der Courier fügt diesem und einem andern Auszuge aus der Morning- Chronicle, die sich in gléicher Art ausspricht, Fol- gendes hinzu. „Unsere Leser werden mit Vergnügen vernehmen, daß die Gesundheit unsers vortrefflichen Monarchen im Allge: meinen gut ist, und daß ungeachtet des Unwohlsehns, von dem er befallen isi, er si anstrengen wollte, die Bürger am 2Wsten d., wie es ursprünglich bestimmt war, zu besuchen ; aber nahdem man überlegt hatte, daß er in diesem Falle bald darauf die City bei Eröffnung der Londoner Brücke noch einmal besuchen würde, so ist vorgezogen worden, die beiden beabsichtigten Besuche zt verbinden.“ - -

Die neuerdings bekannt gewordenen Wahlen fallen ebenfalls im Durchschnitte zur Zufriedenheit der Reform - Freunde aus. Im Ganzen sind jet 380 Mitglieder erwählt worden, von denen 212 für und 168 gegen die Reform seyn \öllen. Die Sache der Reform hat durch diese Wahlen im Vergleiche mit dem %0- rigen Parlamente um 80 Stimmen gewonnen, indem nänalich, nach Abzug der umgekehrten Fälle, an die Stelle von 40 Geg- nern eben so viele Freunde der Reform getreten sind, Unter den neuerwählten Mitgliedern bemerft man die Herren Denifon (mit 1886 Stimmen) und Ewart (mit 1910 Stimmen), für Liverpool, wo General Gascoyhne nur 6i9Stimmen erlangen konnte und sih daher {on vor geschlossener Wahl zurüzog; ferner Hrn. James Brougham für Downton, Sir F. Mackintosh für Knaresborottgh , Hr. Francis Jeffrey für Malton, Sir H. Harz dinge für Newport, Sir Edw. Sugden für St. Mawes, Lord Encombe für Truro und Hrn. W. Dundas für die Stadt Edin- burg, wo der Lord-Advokat für Schottland (der bereits für Mal- ton gewählte Hr. Fr. Jeffrey) durchfiel, was in der Stadt einen so üblen Eindruck machte, daß der Pöbel viele Fenster zerz {lug, und der Magistrat sih genöthigt sah, die Aufruhr- Afte verlesen zu lassen und militairishe Hülfe herbeizuru- fen, Bei der Universität Cambridge war, als die Post von dort abging, die Stimmenzahl folgendermaßen vertheilt : Sir Rob. Peel 781, Hr. Goulburn 785, Hr. Caveudish 605 und Lord Palmerston 586 Stimnien; es scheint demnach wenig Ans= ficht vorhanden, die beiden Leßteren dort erwählt zu sehen. Hr. Edmund Peel, Bruder des Sir Robert, hat sih in Newcastle für einen Reformister erklärt und dürfte dort gewählt werden VFn Exeter ist der Kandidat des Lords dieses Namens durchge- fallen und Herr Tennyson gewählt worden. Fn Norwich, two der bereits in Aldborough gewählte Herr Sadler und Herr Ati- wood als Anti - Reform - Kandidaten auftraten, mußten diese den bisherigen Vertretern, Herrn Robert Grant und Herrn Gurney das Feld iberla}sen. Der Marquis von Chandos dagegen dürfte in-der Grafschaft Buckingham tiber den Neform-Kandidaten Hrn Mente den C damen Tage, y ei der Wahl in Westminster sagte am 1sten d. M. Si F. Burdett unter ungeheurem Beifall: A La AZ so vortrefflichen König, daß, wenn die jezt zu wählenden soge- nanuntea Repräsentanten des Volks die Dreistigkeit haben würs

E G r R “L R Ai E S B T

A E E T

E Z L Bt RE O I E ezr N R fts C R E I E

os

S ARCT a ige E

S E E E A

E H Ee or