1831 / 142 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

in diesen Ruf ein. Nach dem Vortrage eines zweiten Liedes wandte si<h der Herr Bürgermeister zu den Herren Obersten und Offizieren des Sicherheits-Vereins und ersuchte sie, bei dieser feierlichen Veranlassung auf ihren Unterthanen-Eid durch Hand: schlag ihm anzugeloben :

„Seiner Königl. Majestät von Preußen, Friedrich Wilhel:n dem Dritten, unjerem allergnädigsten Herrn, treu und gehorsam zu sehn und in ihrer Eigenschast, als Mitglieder und Führer des Sicherheits-Vereins, si< gegenseitig unterstüßen ‘und nach den Anordnungen der vorgeseßten Behörden für die Erhaltung oder Wiederherstellung der bffentlichen Ruhe, Ordnung und Sicherheit wachen zu wollen. ““

Nachdem die Herren Offiziere den Eid geleistet hatten, dräng- ten sich viele der Anwesenden zu dem Herren Bürgermeister und dankten ihm für die herzlihen Worte, mit denen er die Gesin- nungen der Bürger Achens geschildert hatte.

Ein Bankett, bei welchem der Herr Bürgermeister Sr. Ma- jestät dem Könige so wie der ganzen Königlichen Familie, ein be- geistertes Lebehoch ausbrachte, {loß das schöne Fest, das gewiß no< lange in der Erinnerung der Achener leben wird.

Aus einer Bekanntmachung der Königl. Regierung zu Achen, worin dieselbe das Ableben Sr. Excellenz des Königl. Geh, Staats-Ministers und Ober-Präsidenten, Frhrn. v. Jngers- leben, zur Kenntniß der Beamten und Verwalteten ihres Be- zirks bringt, entlehuen wir noch folgendes Nähere darüber: Zwar {on seit mehreren Monaten körperlich leidend, hatte der ehr- würdige Greis si< doch den Dienstgeschäften niht ganz entzo- gen, ift vielmehr bis zum Todestage in Dienstthätigkeit verblie- ben. Er ftarb am 13ten d. M. Nachts 117 Uhr plöblih und verschied äußerst sanft. Sein Tod ward durch einen Lungenschlag herbeigeführt. Der Verstorbene hat ein Lebensalter von un- gefähr 80 Jahren erreicht und 63 Jahre dem Staate gedient.

Fhm ist noch die Freude geworden, sein einziges Kind, die Frau Ober - Landesgerichts - Prásidentin Frein von der Re> von Frankfurt a. d. O., nebst deren zwei Töchtern während der beiden leßten Lebenstage um sich zu sehen.“‘

Aus Stettin berichtet die dasige Zeitung: „Des Kö- nigs Majestät haben allergnädigst geruht, die Fortdauer des bis zum Ablauf des Jahres 1830 bewilligt gewesenen steuerfreien Entrepots für die zu Stettin seewärts ein- und wieder ausgehen- den Waaren, mittelst Allerhöchster Kabinets-Ordre vom 15. Sep: tember v, J., auch ferner und ohne Begränzung auf einen be- stimmten Zeitraum zuzugestehen,““

Aus Königsberg wird unterm 17. Mai geschrieben : Es geht hier so eben mit Estiafette aus Tilsit die Nachricht ein, daß die Litthauischen Fnsurgenten von den Kaiserl. Russischen Truppen hart gedrängt würden und si<h der Preuß. Gränze nä- herten, welche sie zu überschreiten Miene machten, daher das erste Anfgebot der Landwehr schleunig einberufen worden, um unver- züglich nach der Gränze zu marschiren.

——_

Für das dem verewigten Schiffs - Lieutenant van Speyk in sei nem Vaterlande zu errichtende Denkmal sind ferner bei der unter- zeichneten Redaction etngegangen:

[llgemein Bekanntmachungen.

Nachdem Seitens der Richterin Lennich, gebornen von Spie- ael, auf die Todeserklärung deren verschollenen Bruders Ferdinand “ohann Nepomuc von Spiegel, eines am 14. Mai 1787 zu Prag gebornen Sohnes des vormaligen Lieutenants im Kaiserl. Oester- reichischen Graf Anton Kinskischen Linien - Infanterie - Regiment Nr. 47, Joseph von Spiegel und der Karoline, gebornen von Alt- vater, angetragen worden ist, so wird der gedachte Ferdinand Iohann Nepomuc von Spiegel, oder dessen etwa zurückgelassenen unbekannten Erben hiermit aufgefordert, spatestens in dem auf

Den 12 Sem Or 183% vor dem ernannten Deputirten, Herrn Ober - Landesgerichts - Rath von Natorp, im Gebäude des Ober-Landesgerichts angeseßten Ter- mine, entweder persönlich oder schriftlich sich zu melden, und wei- tere Anweisung zu gewäartigen.

In dem Falle, daß weder der von Spiegel selb| oder seine unbekannten Erben sich melden, wird seine Todeserklärung erkannt, die unbekannten Erben mit ihren Ansprüchen nicht berücksichtigt, und sein Nachlaß den sich legitimirt habenden Erben ausgeantwor- tet werden.

Paderborn, den 5. October 1830.

Königl. Preuß. Ober - Landesgericht. v. G o-l d be >

aar r erm

Nord-See-Bad der Jnsel Helgoland. Das hiesige See-Bad, welches bisher ungetheilten Beifall ge- funden, und dur<h den Besuch der Herren Naturforscher und Aerzte im vorigen Jahr um so mehr ruhmlichst bekannt geworden ist, wird medio Juni d. F. eroffnet. O10 Di OTTLUO 1

Zum bevorstehenden Johannis - Termine erlauben wir uns ein hochverehrtes Publikum hierdur<h darauf aufmerksam zu machen, daß wir auch dieses Quartal sowohl bei der hochlöbl. Land- \chafr, als au< bef andern Behörden 2c. 2c. die Zinsen- erhebung und Auszahlung von Pfandbriefen, Staatspapie- ren, Hypotheken und Dokumenten jeder Art, gegen eine Vergütigung von 2# sgr. vom Hundert fortwährend übernehmen, ¡edoch von 1000 Thl. an sind nur 14 sgr. zu bezahlen.

Zugleich empfehlen wir uns den Herren Kapitali- sten zum Ein- und Verkauf von Staats - und andern Documenteu, so wie zur sihern Unterbringung ihrer verfügbaren Gelder, von der größten bis zur kleinsten Summe auf Hypotheken und Wechsel zu 5 und 6 pCt. jährliche Zin- fen, und versichern die prompteste Ausführung.

Breélau, den 10. Mai 1831.

Anfrage- und Adreß-Büreau imalten Rathhause.

I OMILIO ISINTEMT ) 113.657 A d B I T R

Literarische Anzeigen.

Bei Brandenburg in Berlin, Ober-Wallstraße Nr. 6, wird zum herabgesezten Vreise verkauft : Thaers Landwirthschaft (nah Preuß. Maaß und Gewicht) in 4 eleganten Halbfrzbdn. für 8 Thl. Aderbaugeräthschaften compl. in Halbenfrzbd. 5 Thl. Annalen des Ackerbaues, 1r —8r Bd. (Laden-Preis 263 _Thl.) 8 Thl. Süß Auszug aus Krünig dkonom. Encyclopädie, 32 Bände. 10 Thl. Aacobsons te<hnolog. Wörterbuch, 8 yo?. Quart. 8 Thl. Dicetrichs Garten - Lexicon, 21 Bde. für 22 Thl.

nerstag‘“ bezeichnet.

er Anzeiger für die Preu

960

12) vott Gr. aus Dammgarten in Neu-Vorpommern 1 Rthl. 1

Kass.- Anw. ;

13) von N %, 10 Rthlr. Gold in einem Dänischen Doppel=-

riedrichsd’or;

14) ved dem Herrn Premier- Lieutenant Kappe zu Angerburg in Oftpreußen , als Ertrag einer Sammlung im Kreise dasiger Waffengefährten und Bekannten, 13 Rthlr. Kass.-Anw.;

15) von dem Herrn Kandidaten Hoffmann hier, höherer Beitrag fúr das von ihm herausgegebene Gedicht „van Speyk's Ab- schied//, 5 Rthlr. Gold in 1 Frd'or.; ;

16) von einem Ungenannten aus Höxter eingesandt mit dem Motto:

¡¡Fedem Preußen bist Du verwandt, j Weil Du treu Deinem König warst, treu Deinem Vaterland! 1 Rthlr. Kass.- Anw. ; / Sämmtliche Beiträge von Nr. 1 bis 16., zusammen im Be- trage von

St. Friedrichsd'or (wobei 2 Dänische) und 1 Dukaten haben wir bei der Königl. Hochlöbl. Haupt-Bank hierselbst gegen cinc Anweisung von 486 Gulden 37 Cts. auf Amsterdam umge cat und diese zur Beförderung an das mit der Errichtung des Denfmals beschäftigts Comité nach Holland gesandt. i

Die Redaction der Allgem. Preuß. Staats-Zeitung.

Königliche Schauspiele,

Sonntag, 22. Mai. Fm Opernhause: Die Belagerung von Korinth, lyris<hes Drama in 3 Abtheilungen, mit Ballets; Musik von Rossini.

m Schauspielhause: Pour la première représentalion de Mr. Closel: 1) L’amour et la raison, comédiec en !1 acte. 2) Michel et Christine, vaudeville en 1 acte, par Scribe. 3) La première représentation de: Le bon papa, vaudeville en 1 acte, par Scribe. (Dans la seconde pièce Mr. Closel remplira le rôle de Stanislas et dans la troisième celui du

bon papa.)

Sn Charlottenburg: Zum erstenmale wiederholt : Das Har- fen-Mädchen, Schauspiel in 3 Abtheilungen. Hierauf: Onkel Brand, Lustspiel in 3 Abtheilungen.

Montag, 23. Mai. Jm Opernhause: Die Jungfrau von Orleans, romantische Tragödie in 5 Abtheilungen, von Schiller.

Im Schauspielhause: Pour la seconde représentation Mr. Closel: 1) Philibert marié. vandeville en 1 acte, par Seribe. 2) Le mariage de raison, vaudeville én 2 actes, par Secribe. (Dans la première pièce, Mr. Closel remplira le rôle de Philibert, et dans la seconde, celui de Bertrand.)

Königstädtisches Theater.

Sonntag, 22. Mai. Lindane, oder: Der Pantoffelmacher im Feenreiche, großes romantisches Zauberspiel in 2 Aften.

Montag, 23. Mai. Aline, oder: Wien in einem anderen Welttheile , Volks - Zauber - Oper in 3 Akten, von A. Bäuerle; Musik von W. Müller. Mit grotesken Tänzen , arrangirt von Herru Tescher, und ausgeführt von 16 Kindern. (Dlle, Schrei- ber, vom K. K. Theater an der Wien, neu engagirtes Mitglied dieser Bühne: Aline, als Antrittsrolle.) i

Die zu dieser Vorstellung gültigen Billets sind mit „Don-

a. d. Winkel Handbuch für Jäger, 3 Halbfrzbde. (fehlt) 9 Thl. Verhandlungen des Preuß. Garten-Vereins, 1 —14 Liefer. 14 Thl.

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Zur Vermittlung der Extreme in den Meinungen;

von Friedrich Ancillon. Zweiter Theil: Philosophie und Poesie. gr. 8vo. Gehefter 1 Thl. 20 sgr. >

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. I. Ueber die Grenzen der Wirksamkeit des Staats. Ueber das Verhaltniß des Jdealen und der Wirklichkeit. Ueber die classische und romantische Poesie in den lezten Decennien. Ueber das Verhältniß des Allgemeinen zum Besondern in der menschlichen Erkenntniß. Ueber Idealismus, Materia- lièmus und Dualiómus. Ueber das Absolute und Relative. Ueber Freiheit und Nothwendigkeit. Ueber Eudämonismus und Ethik. Ueber eigennüßige und reine Liebe. Ueber Glauben uud Unglauben. Ueber italienische und spanische Poesie in den fünf lezten Decennien.

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Den 21. Mai 1831. Amt]. Fonds- und Geld-Cours-Zettel. (Preufi. Cour,

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London, 14. Mai. 3proc. Cons. 824. Bras. 60. Dän. 614. Mex. 374. Port. y Russ. 923.

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Redacteur Foh n. Mitredacteur Cottel. E

Gedruckt bei A. W. Hayn.

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¿ur Erhaltung der Gesundheit und Verhütung von Anste>kung bei eiwa eintretender Ebolera Ep demis, so viel als mögli<h zu verbreiten, und auch den Unbemitrcelten dit Anschaffung zu erleichtern, is solche von heuce an bei Unterzeih/ netem für 2 Dent

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In diesem Buche übergiebt der durch seine frühern, günsti aufgenommenen Schriften wohlbekannte Herr Verfasser dem Publi kum das Resultat seiner eigenen, seit vierzig Jahren im Gartel/ bau gemachten und erprobten Erfahrungen und es is nicht z1 s zweifeln, daß es dem auf den Titel ausgedrückten Zwec> genüs€l, entsprechen werde, weshalb es jedem Gartendilettanten sowohl, 0 dem Gärtner von Profession mit Ueberzeugung empfohlen werden fan!

Russ. (b,

Russ. En:

| Schritt, eine Flintentugel durch

Amtliche Nachrichten.

Kronik des Tages.

Berlin, den 22, Mai.

Se, Majestät der König haben hente Vormittags um 103 uhr in Allerhöchst Jhrem Palais dem Königl, Sardinischen Ge- sandten, Herrn Chevalier de Brême, eine Privat-Audienz zu ertheilen und aus dessen Händen das Schreiben Allerhuldreichst entgegen zu nehmen geruht, wodurch der jeßt regierende König von Sardinien Sr. Majestät das Ableben des Königs Carl Fe-

[ix notificirt und zuglei den gedachten Herrn Gesandten aufs

¡eue am diesseitigen Hofe affreditirt,

Angekommen: Der General-Major und VFuspecteur der isten Ingenieur - Inspection, von Neiche, von Stettin,

Durchgereist: Der Königl, Französische Kabinets - Cous rier Lasieyrie, von St, Petersburg fommend, nah Paris.

Zeitungs-Nachrichten.

Ausland.

Rußland,

St, Petersbnrg, 14. Mai. Se. Majestät der Kaiser haben den Befehlshaber des 4ten NReserve-Kavallerie-Corps, Ge- neral-Lieutenaut Rüdiger 1,, zu Allerhöchst Jhrem General-Adju- tanten eruaunt, :

Die Helsingforsischen Zeitungen enthalten folgenden Anszug aus einem Rapport des General-Adjutanten Byftrom, vom 1sten (13.) April an den Befehlshaber des Garde-Korps,

Se. Kaiserl. Hoheit des Großf ürsten Michael Pawlowitsch: „Von

Rusejt fertigte der General-Major Nejelow den Major Kamar- nißfi mit einem halben Bataillon des FJnfanterie-NRegimentes Prinz Wilhelm von Preußen, zwanzig Mann Finnisher Scharf- shußen und eine Schwadron Elisabethgradischer Husaren nach Dronsewo ab, und zog selbft mit einem halben Bataillon des obengenanuten und des Jnfanterie-Regimentes Prinz Karl von Preußen, zwanzig Mann Finuischer Scharfschüßen , einer Divi- sion Leibgarde-Kosaken und einer Schwadron Elisabethgradischer Uhlanen nah Kräsnosfeley hin, wo si< etwa 15 Offiziere und 60 Mann Nevellen des. sogenannten Augustischey Regimentes jeigten. Ohne unsere Krieger abzuwarten, entflohen fle über ein Gerüst, das über die zerbrochene Brücke gelegt war, auf das re<hte Ufer des Orsches, und eröffneten von dort ein Gewehr-

| feuer; allein die ausgezeichnet sichern Schüsse der Finnischen | Scharfschüßen, wodur< in wenigen Minuten eine Menge der

Rebellen verwundet wurden, zwangen sie zur Flucht; worauf sie

\ sich wieder am Waldrande, eine Werft von Krasnosfelep , auf- stellten. [D Finnischen Leibgarde-Sarfschüßen leiht blessirt. | dem das Haldbataillon des Regimentes Prinz Wilhelm von Preußen nebst den Finnishen Scharfschüyßen den Strom über | Brückengerúiste passirt waren und die Shwadron der Leib-Garde- | Kosaken ihn durcywatet hatte, führte der General-Major Neje- | low sein Detaschement gegen Wconsewo, um den ihm ertheilten Auftrag anszurichten.

Unteroffizier MNach-

Bei dieser Gelegenheit wurde ein

UÜnterweges aber erhielt er einen Bericht von dem Major Kamarnivky: daß ein Bataillon der ueu formir- ten Infanterie, Einhundert Mann der sogenannten unüberwiud-

| lihen Scharfschüßpen und eine Schwadron Krakuseu, persönlich | angeführt von dem Partheigänger Godlewski, sobald sle die | Schüsse von Krasnoseley veruahmenu, die Flucht ergriffen hatten,

und daß der Major Kamarnibßfky bei seiner Ankunft in Dronsewo,

dasselbe vou den Mebvellen geräumt und die Brüke völlig zerstört } gefunden have. | Der Major Kanarnigzti jandte zur Verfolgung des Feindes eine | Schwadron Uhlanen ab, welche dur<h. den Sirom wateten und } den Kornet Lewißky, eine: Cavitain und einen Junker von der Schle der Untersähnriche net einem Unteroffizier zu Gefange-

Godlewsfi hatte si na< Praschuiy begeben.

neu machten. Bei Krasnoseiey gerieth ein Lientenant in unsere

| Gefangenschaft, dem der Srab{-Capitain Wendt vorm Fiunischen

Leibgarde-Scharfschützen-:Vataillon , in einer Entfernung von 400 die Bruft gejagt hatte. “/

Aus Riga schreibt man: „Der allgemeine Wunsch, ein Freicorps zu bilden, um an der heiligen Sache der Bekämpfung

} des Lufruhrs, der an der Gränze der benachbarten Provinz aus-

gebrochen ist, Theil zu nehmen, ist von unserem Hecrn General- ouverneur zur Kenntniß des Kaisers gebra<t und von Sr. Majestät beifällig aufgenommen worden. Es wird in Folge dessen ein aus 500 Freiwilligen bestehendes Reitercorps errichtet werden; die Anschaffung der Pferde ist auf 100,000 Rubel an- geschlagen und die Verproviantirung na< den für die leichte Kavallerie bestehcuden Vorschriften Allerhöchst anbefohlen worden. Durch eine hier eröffneteSubscription zumUnterhalte der Bedürftige- ren, die in dieses Corps zu treten wünschen, famen in einex Stunde 15,000 Rubel zusammen. Die Bildung des Detaschements ift dem hiesigen Polizei-Meister, dem Oberst-Lieutenant der Kavalle: rie, Wassulski, übertragen, der die Angelegenheiten mit Hülfe eines Comité’s, das aus dem hiesigen Plag- Major und zwei vom Nathe erwählten Mitgliederu aus dem Kaufmannsstande besteht, leitet. Schon am 26sten vorigen Monats fertigte der Gene- ral-Gouverneur einen Oberoffizier und 40 Gemeinen dieses Corps, mit Pferden, Waffen und allem Zubehör versehen, nach der Litthauishen Gränze ab. Bis zum Zten dieses Monats hatten < wieder Z Offiziere und 85 Gemeine gemeldet.“

An die Stelle des Kammerherrn Kakoschkin ist der Kollegien- Rath Sagosfin zum stellvertretenden Direktor der Kaiserlichen Theater in Moskau ernannt worden.

Die heutige Haudels-Zeitung enthält ein Verzeichniß von den Zoll-Einnahmen und von dem Betrage der Ein- und Ausfuhr-Waaren und Münzen im ganzen Russischen Reiche vom Jahre 1823 an bis 1830 (in“lusive), Aus diesem Verzeichnisse

geht hervor, daß die Zoll-Einnahme, die im Fahre 1823 auf 40,586,743 Rubel ‘belief, in immer Bf aeb Becdäkint im Jahre 1829 bis auf 66,575,272 Rubel gestiegen war; in vorigen Jahre betrug sie 65,708,646 Rubel. Die Gesammt- Einfuhr an Waaren betrug 1823 gegen 158 und 1830 gegen 192 Millionen; die Gesammt-Ausfuhr im Y. 1823 gegen 195 und im J. 1830 über 258 Millionen, An Gold und Silber, gemunzt und in Barren, wurden im erstgenannten Jahre gegen bz und im vorigen Fahre über 37 Millionen ein - und dagegen ausgeführt im J. 1823 gegen 2 und im F. 1830 über 2 Mil- lionen; im Lande blieben im Laufe von 8 Fahren 108,508,410 Nubel in Gold und Silber.

Bis vorgestern waren in den Hafen von Kronstadt zusams men 152 Schiffe eingelaufen.

_— Moskau, 6, Mai, Hier hat die Cholera so weit s aufgehört , s seit dem 22. April nur ein einziger un- ezweifelter Fall im Ardinskischen Hospitale vorgekommen ist, wenn nicht etwa noch in Privat -Wohnungen einige Kranke sich befunden haben. Wider Vermuthen is nun auch die Oster- Woche, in welcher der gemeine Nusse na einem langen stren- gen Fasten sich gewöhnlih mit einem Male allen sinnlihen Ge- nüssen überläßt, ohne beunruhigende Krankheits - Erscheinungen vorübergegangen. Es haben seit kuczem einige sehr kalte Nächte, ja auch einige recht kalte Lage bei niedrigem Barometer-Stande stattgefunden, ohne daß auch dies zu einem neuen Ausbruche der Krankheit, wie man es befürchtet hatte, Veranlassung gege- ben hätte. Dagegen hät fi< die Cholera in dem 30 Werst süd- lich von hier gelegenen Podol gezeigt.

P 6 le: mi

Warschau, 19, Mai. Fn der Sigung der Landboten: Kanmer vom 9ten d. M. trat vorzüglich der Graf Mala- howsfki gegen die Ausschreibung neuer Repräfentanten-Wahlen auf und äußerte sih in seiner Nede folgendermaßen: Er könne um so gewissenhafter und freier si<h über den zur Verhandlun vorliegenden Gegenstand auslassen, als seine Wahl bereits ick den wichtigsten Ereignissen und fast im Angesichte des Feindes erfolgt seh, und er werde sonach seine Meinung ohne Rückhalt aussprechen. Nicht über die Absichten derjenigen wolle er urthei- len, welche für eine neitee Repräsentanten - Wahl sehen, sondern die Folgen einer solhen Wahl und die Unausführbarkeit dersel: ben für diesen Augenbli> berücksichtigen; denn es sey ganz na- türlich, daß nah dem Ausscheiden derienigen Mitglieder, welche Beweise von ihrenr Patriocisnais gegtben hätten, die Wahl sol- che treffen könnte, welche die Meinung derjenigen repräsentirten, die sich allen Beisteuern und Gefahren entzogen hätten, Wenn man die Kammer jevt auflöse, so entsage man zugleih dem an dieselbe gefnüpften Souverainetäts- Rechte und sitrze in eine Anarchie, Mau habe zwar bemerkt, daß die jezigen Repräsen- tanten ihre Macht bis zu den neuen Wahlen behalten könnten ; welche Gültigkeit wüirden aber ihre Verhandlungen haben, wenu man deren Vollmacht für ungenügend halte, Oftmals sehen an diesem Ort die Ansprüche des gegenwärtigen Reichstages an die Dankbarkeit der Nation, an die Bewunderung der Mit- und Nachweit erwähnt worden; der Vorwurf aber, daß die jezigen Repräsentanten feine Vollmacht hätten, heiße so viel, als an der Gülttgfeit aller ihrer früheren Handlungen zweifeln; die Revo- lution würde dann feine nationaie mehr seyn, die Erklärung, daß der Poluische Thron erledigt sey, und das Manifest an die Völ- ker Europa’s in Nichts zerfallen. Habe man nun früher zu folhen Handlungen das Mandat gehabt, warum solle man es dann in diesem Augenblick uicht mehr haben: den Gründen zur Beantivortung dieser Frage, wolle er nicht na<fors<hen. Man habe diese Kammer nit Vorwürfen überhäuft und do< mehr- mals geáußert, daß sle mit si zufrieden sey; sle besiye aber, wie jedes Individuum, ein inneres Bewußtseyn, welches beruhige oder verdamme, und die jezige Kammer habe das Recht, ihre Haadlungen mit Senugthuung zu betra<hten. Die Aus- schreibung der Wahlen sey au< in den von den Russen beseßten Landestheilen s{hle<terdings nnmögli<; und man würde entwe- der feine volle Zahl zu Stande bekommen, oder vernunftwidrig für Einige das Mandat beibehaiten müssen, das man für Alle als annullirt betrachtet hätte. Es laufe aber allen mathemati- {hen Axiomen zuwider, daß der Theil ci:es Ganzen bestehen fönne, wenn dieses Ganze selbst uicht mehr bestehe. Uebrigens hátten die Litthauer vermittelst ihrer Handiungen deu jeßigen Volksreprásentauten das Mandat übergeben und diese Lepteren es angenommen. Solle man nun Jene sich selbst überlassen? Man lege der Kammer zur Last, daß sie keine Vollmacht habe ; seiner Meinung na aber hátte fie im Gegentheil eine höchst glänzende; die Repräsentanten hätten sie begriffen und würden ihr entsprechen; die Vollmacht, das Land zu erhalten, sey ihnen verliehen, und fein böser Wille vermöchte, sle ihnen streitig zu

machen. Auch sey dieses Mandat zum Theil hon vollzogen, aber man müsse das Werk sicher stellen; und dieser Pflicht werde | s{< der Polnische Repräsentant, die Polnische Kammer, da die |

Gefahr noch drohend scy, nicht entziehen.

Fn der vorzestrigen Sizung der vereinigten Kammern wurden die Verhandlimgen tiber die Angelegenheit des Gutsbe- sißers Naphael Cichocki fortgeseßt, und anm Schluß der Diskussion fam man einstimmig dahin überein, daß die Entscheidung dieser Sache nicht vor das Forum des gesepgebenden Körpers gehöre und daher der National-Regierung mit Darlegung des Wunsches, sobald als mögli den Gegenstand ins Reine zu bringen, über- sandt werden solle. /

Gestern wurde der von der Landbotenkammer bereits ange- nommene Geseß-Entwurf in die Senatorenkammer einge- bracht, wonach für die abwesenden Mitglieder beider Kammern ein leßter Termin festgeseßt wird, und zwar für die im Lande befindlichen von. 15, für die außer Landes verweilenden von 30 Tagen, bis zu welchem sie den Reichstags-Akften vom 18. De- zember v, und 25. Januar d. F, beitreten sollen, widrigenfalls sle Siy und Stimme in den Kammern verlieren, Der Senat

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nahm das Projekt mit der geringen Majorität von 12 gegen 11 Stimmen an, und es wurde darauf in ein Gese verwandelt.

Die Landboten - Kammer beschloß in ihrer gestrigen Sitzung, einen bestimmten Tag in der Woche für sogenannte Präliminarfragen festzuseßen, damit die Tages - Ordnung nicht stets dadurch aufgehalten und unterbrochen werde. Hierauf nahm der Landbote Niemojowski in einer persönlichen Angelegenheit zu seiner Vertheidigung das Wort, welches einige Erörterungen veranlaßte. Endlich wurde die Ordnung bestimmt, in welcher mehrere Gesez-Entwürfe zur Verhandlung kommen sollten, und zwar wurde zunächst für das vom Senat angenommene Projeft hinsichtlich der in den alten Russish-Polnischen Provinzen zu or- ganisirenden Repräsentation entschieden, welches demzufolge heut vorgenommen werden soll.

ÎIn ihrem vorgestrigen Blatte sagt die Staats-Zeitung: ¡Gestern Nachmittags wurde in der Gegend des Dorses Diu- giesiodlo, zwischen dem Bug und der Narew, die Avant- Garde der Russischen Garde mit bedeutendem Verluft, der an Gefangenen 2000 Mann betragen soll, zurückgedrängt. Der Ad- jutant des Generalissimus, Graf Thomas Potocki, wurde bei dieser Attafe verwundet; eine Karabiner - Kugel ging ihkn durch das Gesicht,‘ Gestern dagegen berichtet dieselbe Zeitung: ¡Die Nachricht, als hätte vorgestern bei Dlugiesiodlo cin bedeu- tendes Treffen stattgefunden, zeigt si als irrthümli<h. Es wa- ren nur kleine Scharmüßvel, in denen ungefähr 50 Gefangenc von der Garde der Finnländischen Fäger in unsere Hände fielen.“ Die gestrige Warschauer Zeitung sagt: „Gesieru waren verschie- dene Gerüchte von Affairen im Umlauf, die mit dem Feinde ftattgefunden haben sollten; amtliche Nachrichten sind jedoch dar- über noch nit eingegangen, Das is indessen unbezweifelt, daß vorgestern auf unserem linken Flügel bei Dlugiesiodlo, oberhalb Whs;kow, ein Kampf vorgefallen ist, der uns bedeutenden Vor- theil gebracht hat.‘““ Heute meldet dasselbe Blatt: „Auch gestern ließen die Gerüchte von immerwährenden Operationen unserer Truppen gegen den Feind, der si<h zwischen dem Bug und der Narew befindet, nicht nach. Unsere Avant-Garde soll denselben

estern bis nah Sniadow, in der Wojewodschaft Augustowo, verfolgt

Kain, Im gestrigen Warschauer Kurier heißt es in derselben Beziehung: „Vorgestern, am 16ten, fand zwischen Wyszkow , Rozan und Pultusk bei dem Dorf Dlugiesiodlo ein Kampf statt, von dem wir bis jeßt nur so viel mit Sicherheit wissen, daß wir bereits mit der aus Petersburg angelangten Rusz sischen Garde zusammengetroffen sind und deren Avant - Garde mit bedeutendem Verlust zurückgedrängt haben. Von den Ge- fangenen, die dabei in unsere Hände gerathen find, haben wir noch keine sihere Nachricht. Der Befehlshaber der National- Garde hat die Nachricht erhalten, daß scin Schwestersohn, der Graf Thomas Potocki, Adjutant des Generalissimus, im Ge- sicht verwundet worden ist, Auch hat sich das Gerücht verbrei- tet, daß zwei unserer Stabsoffiziere, die si<h auf Refognoscirung der Umgegend zu weit entfernt hatten, von Kosaken umringt und gefanzen genommen worden seyen; do< bedarf diese Nachricht noch der Bestätigung. ““

Mir Bezug auf das (im leßten Blatt der Staäts- Jei- tung erwähnte) Treffen bei Alt-Zamosc, meidet die War- shauer Staats- Zeitung: „Das Corps des Generals Chrzanowosfi wendete si<, nachdem es aus Köck ausmar- \chirt war, mitten durch feindliche Corps über Lubartow, Lenczna und Krasnystaw nah ZYamosc zu ;-in Z Tagen legte es 18 Meilen zurü, brachte den Russen dreimal mit unbedeutendem Berlust einen Echec bei und machte 800 Mann zu Gefangenen. Gene- ral Krysinsfi ging ihm entgegen, da er iu der Entfernung von einigen Meilen den Kanonendonner hörte; aber diese Hülftstrup- pen langten erst bei Alt- Zamosc an, als die Russen schon zum Núückzuge genöthigt waren, Wolhynien wird auf diese Weise von neuen bedroht, und General Rüdiger wird, wenn er si< unseren Gränzen nähern sollte, einen Gegner antreffen. So- bald das Corps des Generals Chrzanowsti, ungeachtet der Ge- genbemühungen von Seiten der Russen, sich über Lublin hin- aus geschlagen hatte, begannen die Leßteren, nach ihren frühe- ren Positionen Patrouillen auszusenden. Am {15ten d. langten gegen 50 Kosaken wiederum in Pulawh an, wurden aber von unserer Jnfauterie zurückgetrieben.““ Der Warschauer Ku- rier sagt in dersclben Beziehung: „Wir haben zuverlässige Nach: richten, daß das in der Gegend von Zamosc gelieferte Treffen in mancheclei Hinslht für uns sehr vortheilhaft war: die An- näherung unseres Corps an Wolhynien verändert alle Pläne des Feindes. Zu den ungewissen Nachrichten gehört, daß General MNRomarino dabei verwundet worden sey. “‘

Die Staats-Zeitung meldet aus Brody vom 10. Mai Folgendes: „Die von Wien aus erwartete Entscheidung hinsicht- lich des Dwernickischen Corps ist nun angekommen, und es sol: len vermöge derselben General Dwernicki nebst seinen Offizieren nach Laybach, die Soldaten hingegeu na<h Siebenbürgen abge- führt werden. Jede Russische Waffe wird dem General Rüdiger ausgeliefert; diejenigen Waffen aber, welche man als Eigenthum der Polnischen Regierung anerkennt, sollen in Verwahrung ge- nommen werden. Die Pferde der Offiziere werden ihnen als ihr Eigenthum verbleiben, General Rüdiger ift gestern vou Beresteczko aufgebrochen, um sih mit seinem Cocps zur Nussi- schen Haupt-Armee zu begeben.“

Jn kurzem, sagt der Warschauer Kurter, wird der Reichstag über einen neuen Gese: Entwurf hinsichtlißh VBergrö- ßerung der Polnischen Armee berathschlagen. Jede Wojewod- schaft Und die Hauptstadt Warschau sollen noch eine verhältniß- mäßige Anzahl neu konskribirter Truppen bewaffnen. D em: selben Blatt zufolge, hat die Landboten - Kammer beschlossen, daß von jeßt an in allen Somabend-Sibßungen derselben die Minifter anwesend seyn sollen, um den Landboten und Deputir- ten auf die an fie gestellten Fragen Rede zu stehen.

Die hiesige Staats-Zeitung enthält unter amtlicher Ru- brif folgende Bekanntmachung: „„ Fern no<h war von unserem Lande die Krankheit, cholera morbus genannt, als schon das allgemeine Medizinal - Conseil, die Möglichkeit vorhersehend, daß

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