1831 / 151 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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bigen Fahne einige Schüsse gethan hatten. Die-National-Garde griff auf den hierdurch entstandenen Lärm zu den Waffen, ver- folgte die Fliehenden und nahm am Morgen drei von ihnen in einem uahen Dorfe gefangen. Aus Fosselin (Departe- ment des Morbihan) wird vom -{18ten geschrieben, daß 4 Sol: daten und ein Korporal mit Waffen und Gepäck zu den Chou- ans úbergegangen sind. Dieses Verbrechen, das ersie in seiner Art, soll streng bestraft werden. In der Nacht vom 16ten auf den 17ten waren 60 bis 70 Chouans in die Wohnung des Wäch- ters der auf dem halben Wege von Josselin nach Ploërmel ste- henden Pyramide eingedrungen und hatten ihn, so wie den Wirth

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sigen Gouvernements abgegangenen Deputation ziemlich bestimmt geäußert hätten, daß Alerhöchstsie im Laufe dieses Sommers Is hierher, und zwar auf etliche Monate, zu begeben beabsich- igten. Wiesbaden, 21. Mai, Folgendes ift nach seinem we- sentlichen Inhalte der Schluß des (in Nr. 148 der Staats-Zei- tung mitgetheilten) amtli<hen Schreibens über die Nassauische Domainen - Verwaltung : /, Während also guf diese Weise Arreragen, Schulden und Grund- sto>=Verwaltung nur Sto} zur Anerkenntniß und Beruhigung dar- bieten, glaubt man in der laufenden Verwaltung es in vielen StÜk- ken besser machen zu fönnen. Die Herzoglichen Receptur- Beamten haben im Allgemeinen die Weisung, human und enge zu verfah- ren; schonend bis zu dem Grade, wo die Gränzlinie zwischen einer geregelten und fortschreitenden, und zwischen einer laxen in Rü>- gang versinkenden Verwaltung gezogen ist. Gerade zur Schonung des Einzelnen muß jede Verwaltung, für welche Rechnung sie auch geführt wird, Überall das Princip der Oeffentlichkeit, der Konkurrenz ctabliren. Sehr oft müssen ganz nahe liegende Verwaltungs -Bor- theile diesem Princip wirklich geopfert werden. Sollte der Sab nicht mehr gelten, daß bei Arbeits - Vergebungen, bei Verpachtungen 2c. cin Unterthan gerade so viel Recht haben müsse, als cin anderer, die Verwaltung würde schr oft bessere Arbeiter, bessere Preise 2c. erhalten. Um ‘so auffallender is es, daß gerade dieses Prin- cip der dffentlichen Verwerthung o viele Gegner findet. Man scheint die Sache nicht in ihrem ganzen Zusammenhange Übersehen zu haben. Man bedenkt nicht, daß gerade diese Form guch die Ver- waltung hindert, für unentbehrliche Produkte einen willkührlich ho- hen Preis zu seßen, Arbeit um zu geringen Lohn zu verlangen. Es ist der feste Wille, daß von Seiten der Herzogl. Receptur-Beamten der freien Konkurrenz fein Zwang angethan werde. Jn keinem Theile der Verwaltung liegt der Beweis, daß freie Konkurrenz die billigsten Preise bewirkt, selbstredender vor, als gerade bei den Verpachtungen der Domainen-Grundstücke. Es soll der Fall gar nicht mehr vorkom- men, wo leidenschaftliche Preise sich bilden; man hat die Pachtrenten allgemein zu würdigen gelernt. Und wirklich zicht die Domaine aus ihren Gütern cine höchst mäßige Rente: 4—5 Fl. von dem Morgen im Durchschnitt. Eine für das Land Überhaupt sehr folgenreiche Admini- stration ist die der Mineralquellen. Der halbe Werth des verkauften Was- sers bleibt im Lande für Krüge, Transport, Arbeitslohn 2c. ; das Land ver- dient auf diese Weise weit über hunderttausend Gulden jährlich bei den Herzoglichen Mineralbrunnen. Die Revenüe, welche die Domaine aus Wein bezieht, wird gewöhnlich viel zu hoch geschäßt; man erwägt nicht/ daß leider viele Fehljahre im Kreislauf der Natur liegen. Jm 14jâhrigen Durchschnitt steht der ganze Weinerlds nicht hdher als 88,741 Fl. 22 Kr. Brutto. Darunter ste>t der ganze Erldôs aus o ansehnlichen vortrefflichen eigenthümlichen Weinbergen. Von jenem

der Fürstin Gagarin und der Gráfin Nesselrode zu Sidmoutlhresse morgen ein Projekt in dieser Beziehung vorlegen werde. erwartet, um dort die Seebäder zu gebrouchen. Ï (5s nähmen hierauf die Berathungen über den Geseg - Entwurf, Die Wahlen ‘in England (mit Ausnahme der für Pembroke je National-Belohnungen betreffend, ihren Anfang. Hr. Fris sind nun beendigt, und ergeben, mit Einschluß der für SchotFon hielt das ganze Gese für unnüß, weil die Bürger, welche land und Jrland bereits bekannten, 385 Mitglieder für und Nich in der Revolution ausgezeichnet, in der öffentlichen Achtung gegeu die Reform. : re {önste Belohnung finden müßten; er hielt eine Auszeich- Fm Courier heißt es: „Das neue Parlament wird, wsung aber auch für gefährlich, weil sie in einem Augenbli, wo man versichert, an dem in der Königlichen Proclamation fesizÄintracht so unumgängli<h nöthig sey, zu Mißgunst und Neid An- seten Tage, nämlich am Dienstage den 14. Juni, ganz besaß geben würde, und stimmte daher gegen das Geseß. Hr. Fran s- stimmt zusammenfommen. Die Wahl des Sprechers des Hanan und Herr Jottrand äußerten sh in gleichem Sinne. ses und die D T Met dann Hir “err Trentesaux verlangte, daß man den Entwurf theile, und f sf q wieder nah E c. einer nahe gelegenen Herberge entwaffnet. Unterm 21sten d. | die übrigen Tage der oche in Anspru ) nehmen. Am 20siFie Bestimmung wegen des persöulichen Ehrenzeichens , von den (By Dec M bear O Ca «an, 33. d. M. da- | meldet der Ami de la Cc: „Den neuesten aus dem De- | wird sich der König wahrscheinlich in feierlicher Prozession in d(Fhrenfahnen, welche ganzen Corps ertheilt werden sollen, trenne. tirte Königl. Verordnung, wodur der dritten Legion der Pari- | partement des Morbihan und den andern Departements der Bre- Parlament begeben, um die regelmäßlgen Sißungen zu eröffneies rourde genehmigt, und darauf der 1., 2. und 3. Artikel, irte König G ST di Erlaubniß ertheilt wird in einem jeden | tagne. in Nantes eingegangenen sicheren Nachrichten zufolge, ist | die, wie man glaubt, nicht vor Mitte Septembers beendigt sehelche von den persönlichen Ehrenzeichen handeln, verworfen, e gg <8 il u dié jevi en beiden Grenadier - Compagnicen | seit den zulest gemeldeten Ereiguissen auf den genannten Punk- | werden.“ L : er‘4te aber, welcher die Vertheilung von Ehrenfahnen bestimmt, 1Yrêr vier Q N 32 u Metallèn Anch die vier Legionen | ten ni<ts Unangenehmes vorgefallen. Die aus Bourbou - Ven- - Jn ‘der Limeriker Ev ening-Posi liest man: „Als He ngenommen. bis, um ta S. n bis Sabin ihre gegenwärtige Circumscrip- | dée eingehenden Berichte sind von derselbeu Art.“ O'Görman - Mahon hier ankam, um, der Verabredung gemi. Lord Ponsonby ist gestern Nachmittags von London zurüd- E oen 28 Der Herzog von Orleans hat den ihm dargebotenen Titel | mit Herrn M. E ¡usgmmeninliesen- Sitte bor \rwartet nan: e j î ; V | vier es Ehren-Vräsidenten der Gesellschaft des Bulletin universel | Pöbel zusammen und verfolgte den Wagen des Hrn. D Sormg Fn Antwerpen haben wieder tumultuarische Auftritte stätt- Das AntwortshreLen E N e eines N | [M Mahon mit wüthendem Geschrei. Derselbe stieg aus, um efunden. Das Hans ‘des Herrn Thieriot de Graeve ist E Wähler - Aus\{uß Al A die Frage zu beleuchten, in wie Die hieflgen Fnhaber von Cortes-Bons hatten beim Finanz- | Menge anzureden, und begab si mit vieler Kaltblütigkeit mitt zerstört, weil er, wie das dortige Blatt L'Esc aut berichtet, Débats Anlaß, Ba A igt ate Die Wähler N eini Depu- | Minister darum nachgesucht, daß die offizielle Notirung der neuen unter den Hausen. Diese Kühnheit hätte ihm indeß bein(nstand genommen hatte, Einquartirung in sein Haus aufzuneh- weit es ang ea dée ¡enes Votum zur Wflicht machten. | 3proc. Spanischen Rente au der hiesigen Börse untersagt werde; | das Leben gekostet, er wurde zu Boden. geworfen und mifhWen, umd man ihm Aenßerungen zu Gunsten des Hauses Ora- tirten im Es Tesbè o Niibereii O: bejahend | der Minister hat indeß dieses Gesuch abgewiesen. „Als Opfer | delt, wußte sich aber dur< persönlichen Muth und durch seien Schuld gab. Namentlich soll er geäußert haben, daß er e N de Geseye nicht mehr iden Kammern, son- | eines, allen Principien der Gerechtigkeit uud des Kredits zuwider: | Körperstärke wieder frei zu machen, Der Lord-Mayor erschieber 20 Holländer als 2 Belgier in sein Quartier nehmen wolle. gelöst, 18 e ahl- Kolle ien erörtert , so ist der ‘Deputirte uicht laufenden Beschlusses‘/, heißt es unter Anderem in seiner Ant- | endlich mit Militair, trieb das Volk auseinander und bot Hr die Bürgergarde stellte die Ordnung wieder her und verhaftete E 2 R irte Frankreichs sondern bloß der Bollzieher eines | wort, „können die Jnhaber von Cortes-Bons nicht an dem leb- | O’Gorman- Mahon eine Wache zu seiner Sichecheit an, welyei Personen. j E "Mandats Die Ueberzeugung des Deputirten ist | haften Mitgefühl zweifeln, das die Regierung für ihre Interessen | derselbe aber ablehnte. j E Ans Namur wird gemeldet, daß außer dem Quartiermeister Se Se us efesselt sein Votum ist ihm vorgeschrieben, hegt; sle wird sich stets bereitwillig zeigen, sle zu unterstüßen. Die Kausleute und Schiffsrheder, die für ZurückhaltuWDüutilleux, no< ein Brigadier an seinen bei der lezten Affaire= C entli S rathun ist ni<ts mehr als eine lá- | Eben so wenig will die Regierung für die von Spanuien einge- | ihrer Schiffe Entschädigung von der Portugiesischen Regieru der Stadt erhaltenen Wunden gestorben ist, und 22 Personen, uge J eus M, 2 ini g Zeitverlust ‘Sn der That, | gangenen Berpflichtungen Bürgschaft leisten 1nd nie Specula- | verlangten, haben von Lord Palmerston die Mittheilung erhorunter si die Lieutenants Houorez und Tops befinden, schwer G Zar digtutiten , wem ‘feine Diskussion der tionen billigen, durch welche Französische Kapitalien in Gefahr | ten, daß die Englische Regierung die von Portugal geforde rwundet slnd. 300 Zreiwillige sind zu Gefangenen gemacht, Milt e Meinung eines Deputirten mehr ándern darf? | kommen fömen.‘“ Dennoch, heißt es am Schlusse, stehe es nah | Summe empfangen habe und bereit sey, re<tmäßige Forder! ünd werden in der Reitbahn unter Aufsicht gehalten. Daß die Wähler im voraus und ganz im Allgemeinen über die :

den geltenden Gefeßen dem Finanz s Minister nicht zu, die amt- | gen zu bezahlen. | L 4 | Grundsäße eines Kandidaten Erkundigungen einziehen, daß sie liche Notirung irgend eines Staats-Papieres zu erlauben oder zu Fn Lloyds Kaffeehaus ward dieser Tage ein Schreiben |! as R n <land. sein früheres politisches Leben prúfen, um zu erfahren, in 1wie Hannover, 27. Mai. Nachdem sich beide Kammern un-

verbieten. Geschäftsträgers der Men Portugal, M N g

ó Regier ß izini ie für Stu- | Li chlagen, in welchem derselbe erklärt, daß er beistrer Stände - Versammltiung am 18. v. M. dahin vereinigt hat- ; : d ob er der Negierung oder Außer der von der medizinishen Akademie für das Stu- | Lima, angeschlagen, 1n ; cÉlärt r bei | i ba verei

A ea 0 oui Zweifel L Aialide dium t Cholera in Polen ernannten Kommission hat eme seh, im Namen der Regierung Donna Maris in Teteeirá, 11, Se. Maj. um die Ernennung Königl, Kommissarien zu er- Fol des ahl-S ems. Daß aber jeder Wahl-Bezirk seine Kan- | zweite, aus vier Militair - Aerzten, den Herren Chamberet, Jac- Eigenthümern des Fahrzeuges „„Coquette‘/ jede billige Ents(süchèn, die gemeinschaftli<h mit den Ständischen Kommissarien a 1lich \ Fematisch frage, nicht bloß was sie gethan, sondern aues, Trachez und Guyon bestehende, denselben Auftrag erhalten. | digung zuzugestehen, wenn sich die Nachricht, von ‘der ihm úübn Staats-Grundgeset nach einem Seitens Sr. Majestät der G tan werden, und ‘sona ihre Stimme üher alle | gens bis jeßt nichts Offizielles bekannt sch, bestätigen sollte, Kommission mitzutheilenden Entwurfe ausarbeiten und dem ge- ,

man jenes Schiff in Terceira zurückgehalten habe.

den Herzog von Orleans gebeten, an ihren Uebungen Theil zu nehmen. Nachdem der Prinz solches versprochen, bégab er sich am 22sten Morgens in der Artillerie-Uniforn, und begleitet von seinen Adjutanten, von Eu nach Dieppe, wo er von einem De- taschement der National - Garde zu Pferde empfaugen uud bis zum Schießplage geleitet wurde, Sofort begannen die Uebun- gen. Der Prinz bediente, gleich den übrigen Artilleristen, das Geshüg, wobei er alle Berrichtungen eines Kanoniers durch- machte. Das Ziel wurde einigemale getroffen. Nach beendig- tem Exercitium luden Se. K. H. das Offizier-Corps der Natio- nal-Garde und zwei Kanoniere von jedem Geschüße zum Früh-

auszufinden. Man erwartet tägli die Nachricht, daß die Fran- zösische Flotte in den Portugiesischen Gend r a und soll dieselbe, nah den leßten Berichten aus dem Súden von Spanien, bereits die Meerenge dur<\<iff}t haben. Fn Cadix ist der Hollándische Konsul und in San Lucar de Barrameda sind die Vice-Konsuln zweier Europäischen Mächte verhaftet wor- den. Diese Vorfälle haben größes Aufsehen unter der Handels- welt erregt. Es will verlatten, daß sie auf Schleichhandel er- tappt worden sind. Da in Folge der levten Verordnungen eine sehr große Anzahl Menschen, die man auf 6000 anschlägt, Cadix verlassen mußten und gegen 10,000 Andere noch ein gleiches Schicksal erleiden dürften, so hat die Handels-Kammer, vereint mit dem Ayuntamunto (Stadt-Magistrat) jener Stadt, eine Depu- tation an Se. Kathol, Majestät abgesandt, mit dem Gesuch, ent- weder die Verordnungen, wodurch eine so große Anzahl Einwoh- ner verbannt würde, zu widerrufen, oder das Geschenk des Freihafens zurtikzunehmen, indem es den zurü>gebliebenen Be- wohnern von Cadix unmöglich sey, die ihnen zu entrichten auf- erlegte Averssonal - Summe aufzubringen. Es will verlautten, daß der Staatsrath Erro, Mitglied der Junta von Oyarzun, als Spanischer Gesandter nach Neapel gehen dürfte. Er is ein Hauptpfeiler der sogenannten Junta Apostolica und war immer innig mit dem Franziskaner - Mönch Pater Cirilo verbunden. Im Königreich Granada treibt eine Räuberbande, „„las Cotijas““ genannt, vielen Unfug und begeht oft unerhörte Grausamkeiten. Vor einigen Tagen ist Se. Durchlaucht der Herzog Karl von Braunschweig mit Gefolge in zwei Wagen hier eingetroffen ; der- selbe will sich, dem Vernehmen nah, 6 Monat hier aufhalten.

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Der Hamburger Korrespondent  l Schreiben aus Rio Janeiro vos 18. März, Am s M. trafen JI. MM. der Kaiser und die Kaiserin aus der Pro- vinz Minas ganz unerwartet in St. Christovao ein. An felbi- gem Abend ward die Ankunft des Monarchen durch Jllumina- tion der Hauptstadt gefeiert. Gegen 8 Uhr Abends hatten sich eine Menge Mulatten auf der Rua direita zusammengerottet und brachten ein „„Lebehoch der Republik Rio Janeiro‘, Audere ließen den constitutionnellen Kaiser leben, wieder Andere Dor1 Pe- dro 11, und riesen: „Weg mit den Portugiesen! Es leben die Brasilier!‘/ Es eutstand natürlich ein großer Auflauf, welcher sich in eine Schlägerei verwandelte und nur durch schnelle militairi: \<he Maaßregeln beendigt werden konnte; 22 wurden erstochen

Ln met A D S Ä I R S I S E E N P E L E E B R T E Gtr uan

heute abermals mit mehreren po-

Der Assisenhof hatte sich | : l Zwei Individuen, ein

litischen Prozeßsachen zu beschäftigen. nwáärtigen Landtage vorlegen sollen, hat das Königl. Kabinets-

voraus feststelle, dies heißt, der

Fragen von einiger Wichtigkeit im t s heißt, de Kammer jede Freiheit und Würde nehmen. Wie gesetwidrig ein sol- ches System wäre, geht \# <on daraus h ervor, daß den Wahl-Kollegien jedwede Berathung streng verboten ist, wogegen diese den Deputir- ten förmlich obliegt. Wie willman unter solhen Umständen verlangen, daß die Deputirten unter sl< nichts beschließen, sondern nur die blinden Werkzeuge der Wähler seyn sollen? Man wird uns viel- leicht antworten, daß dem Deputirten no< übrig bletvot, die An- sicht seiner Kommittenten von der Rednerbühne herab geltend zu machen. Was fann aber alle seine Ueberredungsfunst ihm hel: fen, wie darf er hoffen, seine Zuhörer für sich zu gewinnen, wenn diese, wie er, hon eine vorgesaßte Meinung haben? Lie Berathung würde alsdani_ nicht mehr von Deputirten zu De- putirten, sondern von Wahl-Kollegien zu Waht- Kollegien stattfinden. Es ist übrigens leicht abzusehen, wohin mau zielt. Wir haben vel uns noch eine hochwichtige politische Frage zu erledigen: die Erb- lichfeit der Pairs-Würde, Wie sie auch entschieden werden mag, es ist niht mehr als billig, daß sle zuvor frei und gründlich er- 4rtext werde. Ist die Erblichkeit der Pairie en blofies Privilegium, so mag sic abgeschafft werden. Zhh sie ader das Lebeus-Prinzip dev zweiten Kammer seibst, ist sie für die Würde und Unabvzangigke:l der Pairs-Kammer nothwendig, so handelt es sich nicht mehr um die Frage, ob sie beizubehalten seh, sondern ob es iberhaupt lünftig eine oder zwei Kammern geben solle, Was will man nun heutiges Tages? Man will, daß die Kandidaten im voraus Berpflichtun- gen eingehen sollen, die jede fernere Erörterung unmöglich oder erfolglos machen ; man will die Frage durch die Wähler entschei deu lassen, ehe noch eine feierliche Debatte die offentliche Mei- nimg a!fgeklárt hat. Die Wähler werden aber hoffentlich nicht in die Falle. gehen; bevor sie entscheiden, werden sie hören und prüfen wollen. Wehe den Bölkeru, dic sich zt einem Beschlusse hinreißen lassen ; darans ollein find alle Fehler der fonftititirenden und geseßgebenden Versammlung, wie des Kouvents, hecvorgegan- dUl, AEV Parfteigeist allein sucht jede Erörterung zu vermel- den, und um dahin zu gelangen, will ex die Wahl-Bersamm- lungen in legislative Versammlungen ohne Neduerbühne ver- wandeln. Die Wähler werden sich dazu nicht hergeben.“

Der Temps bemerft in einem Artikel über die Wahlen: „Fn wenig Tagen wird die Kammer anfgelst, und die MWahien beschäftigen bereits alle Gemüther. Die Einen scheu zu ver- zweifeln und auf bessere Zeiten zu warten; alle Nüúaucen der Mitte sind in Bewegung und scheinen gewiß zu fehn, daß sie allein Zutritt in die Kammer erhaiten werden ; rli Partei, die mühsam alle Trümmern zusammen sucht, zeigt den- no< mehr Hoffnung, als die äußerste Linke. Alten Anschein nach, roird das Ministerium großen Einfluß auf die Wahlen aus- üben. Der allgemeine Geist des Landes, die Furcht vor einec Umwálzung und die Fehler einiger Männcrx der ent:

die Karlistische -|

gegengesezten Partei lassen feinen Zweifel darüber übrig. Die Regierung wird daher eine Kanimer erhalten, die bereit jehn wird, sie in ihren Verbesserungsplänen zut itiiterstilen, És liegt im Interesse des Ministeritnns, daß alle Meinungen 1 der näch- sten Kammer repräsentirt werden. Weiche Belehrung wird ich aus einer Disfussion zwischen den Herret1 ro Berryer \{öpfen lassen! Auch dem jungen Frautreih missen die Thore des Palastes Bourbon geöffnet werdên; man lasse die Herren Mignet, Cousin, Lamartine, de | gen (als Vertheidiger des Ex-Ztinisters von Ehantelauze) emen Namen in Paris erworben, so wie die jungen Professoren Saint- Marc - Girardin, Jouffroy, Artaud n, A. eintreten; wir haften dafür, daß das Land, wie das Ministerium, sich dadet gut vefln- 11, Ri Im Departement des Nieder - Rheins hat sich die Zahl der Mühler in Folge des neuen Geseßes von 6l5 auf 1324 R Dichter Herr Lamartine wird bei den bevorstehenden Wahlen in Dünkirchen als Kandidat auftreten, ; / j Dem Yournal du Commerce zufolge, hätten si die General-Conseils der meisten Departements gegen den von der Regierung begonnenen Verfauf der Staatswaldungen ausge- S Ami dela Charte meldet aus Nantes vom 21sten d. M, daß eine Bande von Chouans sih in dem Flecien Ber- tou in der Nacht gezeigt habe, um si<h der auf der dortigen Mairie befindlichen Geroehre ztt bemächtigen. Die Magd des Hauses verriegelte von innen die Thúr und rief aus dem Fenster . eines höheren Stocwerks: „Feter!“ Die Räuber entflohen hierauf, nachdem sle nah der auf der Mairie wehenden dreifar-

Odilon - Barrot und | ie | Englischen Gewehren eiugelanfen ; Fr. in Bacren und baarem Gelde aus England dort Sauzet, der sich in zwei La- |

Buchdruckergehülfe aus Warschau imd last Luxembourg, waren am 14. Februar verhaf

rend die dur< die Todtenfeier für gereizte Menge nach N selbe zu plündern und zu verwtisten, diesen Volkshaufen zurückdrängte, Mitte desselben, der zum

net, an der Spive des Hausfens Nieder mit der National-Garde!

0E ais L Nach dem Seminar!“ Nachden

palme sein Requisitorium und die Advokaten die Vertheidigungs- gehalten haticn, wurden dieje von

Reden der Angeschuldigten der gegen fie erhobenen Unflage de

gegen die öffentliche Macht, der Aufforderung zum Plündern und der Beleidigung der Nationalgarde frei gesprochen.

dere Judioiduen, von denten das ei anderen als Ausrufer

nitetir, betitelt: „Verhaftung von 2

mit Doichen bewaffnete‘/ vor Gericht geladen und angeklagt 1a- ren, eine Schrift unter einem falschen Titel debitirt zu haben,

da jener lügenhafte Bericht in einem aber im Moniteur gestanden hatte,

nen ebenfalls freigesprochen. Der dritte vor den verhandelte Prozeß betraf den Redacteur

A. Thourcet, der wegen Aufnahme dreier verfassungsmäßige Autorität und die Aufreizung zu Haß und Ver-

fen „(a Nevolution““, Artikel des Angriffs auf die Rechte der beiden Kammern, der achtung gegen die Regierung und Gesetze angeklagt war. Nachdem Anwalts dic einzelnen Anklagepunkte

mont für Herrn Thouret plaidirt und dieser zuleßt noch selbst zu seiner Vertheidigung das Wort ergriffen hatte, sprach die Fur nach eiustündizer Berathung den Angeklagten frei, Gerichtshof die Zurückgabe der in Beschlag plare befahl.

Dec Uhlanen - Nit mit dent Nedacteur der Revolution

über den patriotischen Verein vorgeladen war, kam zu \spát, wes- halb feine Sache besonders verhandelt werden wird. Heute wird

der Assisenhof sein Urtheil über zeh

angetlagt sind, am 15, Februar einen Posten der National-Garde mit bewaffneter Hand angegriffen zu haben. gen werden zwei bis drei Tage dauern. L

Der Redacteur der „Tribune‘/, deren vorgestrige Nummer

in Beschlag genommen worden, ist digung der Perjou des Königs dur

eine von Sr. Majestät während Jhrer jeßigen gehalt Rede und der Beleidigung der National-Garde, vor die Assisen

geladen worden.

Der Marquis Sau - Adria, Grande erster Klasse und Kam-

verherc des Königs von Spanien,

eise hierher in Bayonne angekommen. Fn Calais is am 2Wsien d. die Brigg

2,736,000 angefommen.

Lever im Palaste ward als neuernanuter Pair zuni -

Titeln und BNemtern neu bekleidete

ner Städte, Kirchspiele, sung des lebten Parlamentes ;

Se. Majestät haben Fiu-Clarence, dem Capitain in der und dem Geistliczen Herrn August die Vorrechte jüugerer Söhne ein Königreiches, so wie den drei Schi

Vereinigten Königreichs verliehen, Die Großfürstin Helena von

dem Seminar St. Sulpice drang, um das-

Glück Die beiden angetlagten Individuen hatten, mit Stöcken bewaff- gestanden, welcher gerufen hatte :

eines angeblihen Auszuges aus dem Mo-

Großbritauien und Frlan d. London, 27, Mai, Vorgestern hielten Se. Majestät ein von St. James. t Zandfuß zugelassen; außerdem würden Sr, Majestät mehrere, mit der Nitter- Würde und mit

Grey Überreichte dem Könige Danksagungs - Adressen verschiede- Dörfer und Jnnungen, für die das Nämliche geschah durch die Herzoge -vou Devonshire und Richmond, ;

dem Obersten in der Armee, Friedr.

Gemahlin des Sir Philipp Sidney, Lieutenant Fox und der verwitweten i j 1! den Titel und die Vorrechte jüngerer Töchter eines Marquis des

ein Diener aus dem Pa- stet worden, wäh- den Herzog von Berry auf:

91s die Mational - Garde fiel ein Schuß aus der Niemanden verwundete.

Fort mit der Priesterkappe ! der General-Advokat Dela-

s bewaffneten Widerstandes

Drei an- ue als Drucker, die beiden

00 Studenten, worunter 2

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anderen Blatte, keinesweges wurden von den Geschivore- gestrigen Affsi- des Journals

zum Ungehorsam gegen die der Substitut des Genueral- behauptet, der Advokat Beth-

worauf der enommenen Exem- tmeister Lennox, der zugleich als Verfasser eines Artikels

n VFndividuen fällen, welche

Die Verhandlun-

unter der Anklage der Belei- < einige Bemerkungen über Reise gehaltene

ist am 15ten d, auf seiner

„„Nereide‘/ mit 3000

binnen einer Woche waren

Der Graf von Munster

Individuen vorgestellt. (Graf

_.

Auflô-

Marine, Adolph Fiß-Elarence, Fißz- Clarence den Titel und es Marquis des Vereinigten vestern derselben, nämlich der der Gemahlin des Oberst- Gemahlin des Hrn. Ersfine,

Der Courier enthält folgendes Schreiben aus Mal vom 4. Mai: „Die Schiffe „Ganges‘“/ und „„Kent‘“ fanÿ hier am 16. April an, und am 18ten fehrte Admiral Malcol! mit der „VBritannia‘/ und den Melville‘‘, nachdem er zehn Ti an der Sicilianischen Küste gekreuzt hatte, hierher zurück. Hei Morgen verließen uns alle diefe Schiffe, um im Kanal zu fri zen. Die „Scylla‘/ kömmt so eben von Tripolis an, wo wie es heißt, wegen Major Laing?s Papiere hingesendet wor

war. Die Brigg „„Pelikan‘“ kam am lsten d. in sieben Taz von Nauplia mit Depeschen von Herrn Dawfkins an und feh

gestern dahin zurü. Der „„Pelikan‘/ ist das einzige Sj welches uns seit dem 26. Márz von dorther zugekommen | Das Russishe Geschwader war in Poros, aber die Linien!

und eine Fregatte sollten nach den Griechischen Ostern (1. M

von dort absegeln. Jeder Brief von Griechenland is mit Y

richten über den unglücklichen Zustand dieses Landes angefül Húdra, Spezzia, Aegina und Sparta befinden si<h im Ausfi gegen die Negierung des Prásidenten und verlangen eiue bestehenden Berfassung des Landes angemessene Verwaltu Es is zu erwarten, daß der ganze Peloponnes und Demzufolge glaubt man, daß es dem Grafen Capodistrias n ( länger mögli seyn wird, die Zügel der Regierung m Händ zu behalten; für sein Leben ist nichts zu befürchten; denn es das Türkische Joch abgeschüttelt, hat sh das Griechische V nicht dur< Mordthaten entehrt. Jn Sparta i} Blut gefloss und die Truppen des Präsidenten sind gezwungen worden, die St zu verlassen. Der Präsident hat Hhdra und Mistra auf ein Russischen Schiffe von 74 Kanonen besucht; aber man sagt, ihm, obgleich er alle seine gewöhnlichen Mittel angewendet um der Jnsurrection Einhalt zu thun, dies doch nicht gelung seh. In Hydra ist, unter dem Schutze der Primateu, die Fi heit der Presse eingeführt worden, welche leßtere sich in den tigsten Ausdrücken über das Betragen des Prásidenten ergil Am meisten fürchtet man von den Spartanern, welche dur f Art, wie man ihre Anführer behandelt hat, im höchsten G erbittert sind. Viele Bewohner von Nauplia sind, eine K befürchtend, von der Insel geflüchtet. nieder, und die meisten Läden sind ge\chlo}en. ,

Fn einer großen Versammlung der hiesigen Radikalen Hunt nach lebhafter Diskussion ihres ferneren Vertrauens # wúürdig erklärt worden.

Der Morning- Herald giebt an

Paganini folgenl Rath: „Die Engländer sind leicht in gute Laune zu verse

wenn ihnen der Beleidiger eine Ehren - Erklärung giebt. f Paganini möge sein erstes Konzert und sein erstes Erschel#l vor dem Englischen Publikum dadurch verschönern, daß er Einnahme zum Besten der leidenden Frländer bestimme. B dies einmal geschehen, so wird man ihn mit offenen Armen F anch mit weit geöffneten Borsen empfangeu. Mir wüns daß dieser Rath beobachtet werden möge. ‘‘

Die Getreide-Zufuhrena sind seit Montag sehr bedeutend wesen, aber der Zoll, der auf 13 Schil, 8 Pce. gestiegen wird verhindern, daß sie sogleich an Markt gebracht werden.

unverändert und nominell,

V Ce Lande,

Brüssel, 27, Mai, In der gestrigen Sigung des K gress\es las zuvörderst der Vicomte Vilain XIIII, eine fügung des Regenten vor, wodurch die Ernennung des Gen Dusfailly zum Kriegs-Minister angezeigt wurde. Darauf ta! der Minister des Jnnern einen Bericht über die Bürger den ab, aus welchem hervorging, daß das Gese über diese G an vielen Stellen dunkel und mangelhaft, und dadurch bis die vollständige Ausführung desselben unstatthaft gewesen So fóönne er z. B. die Zahl der bestehenden Legionen nicht geben, weil der Artikel, der diese Anzahl feststellt, von sei Borgänger anders ausgelegt worden set, aló von ihm, und

Verschiedenheit der Ansichten, die Nichtausführung des Ari zur Folge gehabt habe. Was die Zahl der Büúürgergarden | anbetreffe, so könne man dieselben, obgleich noch nicht alle L! beim Ministerium eingegangen seyen, auf 600,000 Mann {hd Ueber die Zahl der Gewehre, welche die Bürgergarde besige, hal es für zwe>mäßig, Stillschweigen zu beobachten. Uebrigens hab! Erfahrung gelehrt, daß das Gesey über die Bürgergarde Verände

Rußland wird in Begleitung

gen unterworfen werden müsse, und ex zeige an, daß er dem

übrige Griechenland sich dieser Fnsurrection anschließen werd

Die Geschäfte liegen

Getreide - Handel ist es außerordentlich still; die Preise f bl aht,

inisterium unterm 16. d. M vorläufig Folgendes erwiedert :

„Unter den Vorträgen, welche die löblihen Stände am sten v. M. an Uns haben gelangen lassen, haben diejenigen sere ganz besondere Aufmerksamkeit in Anspru<h nehmen müs- 1, welche die Abfassung eines Staats-Grundgesebes, die Ber-

¡igung der landesherrlichen und Landes-Kassen und die Publi- át der ständischen Verhandlungen betreffen. Obwohl Wir bei r hohen und folgenreichen Wichtigkeit dieser Anträge der von br, Majestät dem Könige solcherhalb zu fassenden Entschließung <t vorgreifen können, so haben Wir gleichwohl keinen Anstand hmen zu dürfen geglaubt, den löblichen Ständen zu erfenuen geben, daß Wir Uns um so mehr beeilt haben, deren Wunsch, e Anträge zur unmittelbaren Kenntniß Sr. Majestät des Kö- gs zu bringen, sofort zu erfüllen, als die Geueigtheit Sr. ajestät des Königs, billige Anträge Jhrer getreuen Stände d Unterthanen, so weit AllerhöchstJhre Negenten - Pflichten [ches zulassen, huldreichst aufzunehmen, die sicherste Gewähr

stet, daß die von Sr. Königlichen Majestät zu fassende Ent-

liesung von neuem den Beweis liesern werde, daß das

Blu, die Wohlfahrt und der Frieden dieses Landes das alleinige

d höchste Ziel aller Fhrer Bestrebungen sind. Insofern nun ‘e. Majestät der König in Fhrer Weisheit dafür halten sollten, ß dieser Zweck auf die angegebene Weise zu erreichen sehn lte, so wird es Unsererseits ‘einer Versicherung uicht bedürfen, ß Wir die möglichste Beschleunigung der Ausführung der Be- hle Sr. Majestät des Königs Uns zur angelegentlichsten Pflicht achen werden. Die löblichen Stände werden indessen nicht fennen, daß diese Ausführua1g Vorarbeiten nothwendig macht, lche, wenn Wir auch die für solhen Fall zum Grunde zu le- nden Hauptzüge schon jeßt zu erörtern begonnen haben, den- < eine mit der Wichtigkeit des Zweckes übereinstimmende Zeit d eine vielseitige Erwägung {on aus dem Grunde erfordert, nit die zu treffenden Bestimmungen geeignet sehn mögen, die ohlfahrt dieses Landes dauerhaft zu begründen. Unter diesen ständen würde es Unserer Ansicht nach kaum ausführbar seyn, ; die Stände - Versammlung so lange beisammen bliebe, bis e Vorarbeiten beendigt und zur Diskussion vorgelegt werden nen. Da nun die löblichen Stände ohnehin darauf angetragen ha- 1, daß diese Angelegenheiten zuvor mit ständishen Kommissa-

anno< in Berathung genommen werden mögen, über deren wählung Wir annoch die Anzeige gewärtigen, so würde es s angemessen erscheinen, wenn die löblichen Stände gegenwär-

die eiligsten Geschäfte, wohin Wir Unsere Anträge wegen 6 Budgets und was damit in Verbindung steht, so wie die undsáve über die Ablösung der Gefälle, rehnen, möglichst schnell 1 Ende fördern und die weniger dringenden Angelegenheiten istweilen ausseven würden. Ju solchem Falle werden Wir

dnn gerathen halten, die löblihen Stände einstweilen baldthun-

»st zu vertagen, und Uns vorbehalten , Dieselben so zeitig wie bglih, und so bald die Vorarbeiten so weit gediehen sind, im erbste dieses Jahres nochmals wieder zusammenzuberufen, da- t sodann vor der Auflösung des jeyigen Landtags das Weitere Erwägung gezogen werden fönne.““ Die zux Entwerfung des Staats-Grundgeseßes beizuordnen- ständischen Kommissarien sind von beiden Kammern \ch on

In der zweiten Kammer wurde der Antrag gemacht, an

Königs Majestät eine Adresse gelangen zu lassen, durch lche Allerhöchstdieselben ersucht werden, aus landesväterlicher ld und Gnade seine Deutschen Erblande, wo irgend thunlich, < in diesem Jahre durch die Allerhöchste Gegenwart seiner abenen Person zu beehren und zu beglücken. Dieser Antrag rd von der zweiten Kammer mit 34 gegen 20 Stimmen an- ommen. Den von derselben Kammer konkludirten Antrag möglichst baldige und möglichst vollständige Preßfreiheit will erste Kammer, nah einer darüber eingegangenen Mitthei- 9, bis zur Berathung über das Staats-Grundgeses aus- n, weil dieser Gegenstand jedenfalls einen wesentlichen Be- dtheil der Verfassungs-Urkunde ausmachen müsse, Die ite Kammer hat indeß zur Aufrechthaltung ihres Beschlusses rt die ecste Kammer zu einer Konferenz eingeladen.

Der Vice-König wird im Laufe dieses Sommers auf den lô}sern zu Monbrillant und zu Rotenkirchen zu bestimmten Iten verweilen, die Vice-Königin aber in den ersten Tagen des näch- 1 Monats eine Reise nach London antreten. Dagegen wollen An- e wissen, daß Se. Maj. der König gegen ein Mitglied der vor meh-

Rer Zeit von hier nach London in besonderen Aufträgen des hie-

Erlds müssen die Bau- und Erntefosten bestritten werden; durch erstere kommen jährlich 18,000 Fl. in Circulation. Man hat der Dymai- nen-Verwaltung vorgeworfen, als begünstige sie die Prozesse mit den Ein- wohkern des Landes. Daß die General-Domainen-Verwaltung im Allgemeinen keine ungerechten Prozesse führen will, dafür bürgt der Mga der Urtheile. So sind z. B- ungeachtet die Fustiz - Stellen durch eine eigene Verordnung vom Fahre 1806 angewiesen, in zwei- felhaften Fällen gegen den Fiskus zu erkennen, im Fahre 1823 zwan- zig Prozesse zum Vortheil und nur zwei zum Nachtheil entschieden worden; im Fahre 1824 zwei und zwanzig zum Vortheil, acht zum Nachtheil; im Jahre 1825 neun und zwanzig zum Vortheil, einer zum Nachtheil u. #. w. Sechszehn sind verglichen wor= den. Diesen Weg des Vergleichs würde die Verwaltung bei- nahe immer vorziehen ; sie will aber die Erfahrung gemacht haben, daß der Einzelne gar übertriebene Ansprüche geltend zu machen sucht, wenn er einer dentlichen Kasse gegenüber steht. Daher is die Verwaltung wirklich oft geradezu gendthigt, den Rich- ter entscheiden zu lassen. Die General-Domainenkasse zahlt in 4 Simpeln an direkten Grundsteuern und Steuer - RÜ>kvergútungen weit über Hunderttausend Gulden. Bei allen Zahlungen wird die Domaine voll angezogen; ste bezahlt 29,000 Fl. für den Forstschuß und die Administration nach dem vollen Ansaß von 12 Kr. von dem Morgen. Fúr den Kultus werden nicht weniger als 58/382 Fl. 34 Kr. tdhrlih bezahlt, wobei die Bau-=Reparaturkosten für geistliche Gebäude, welche in der Hauptsumme der 20,000 Fl. Baukosten viel- leicht mit der Hälfte ste>en, noch nicht angeschlagen sind. FÚr Ho hauerlohne giebt die Domainen-Kasse baar 35/900 Fl. und für Forsl- Kultur 10,000 Fl. aus. Se. Herzogl. “Durchlaucht verwilligen an- schnliche Beiträge für den Vicinal-Wegbau. Höchstdieselben haben ur Emporbringung utiserer inländischen Bade-Anstalt, ohne RÜ>- icht auf den Zinsertrag, sehr bedeutende Summen verwenden las- sen, wodurch dem Lande ein schr wesentlicher und bleibender Vor- theil verschafft worden ist. Es haften Grundlasten auf den Domai- nen, welche tm Anschlag von 29,000 Fl. radicirt worden sind. - Es ist gewiß, daß die Herzogl. Domainen în vierzehnjährigem Durch- schnitt, einschließlich der in jedem Jahre eingegangenen Rückstände, die Summe von 1/420,000 Fl. ertragen haben: aber diese Summe ist nicht reiner Ertrag; es ist die rohe Einnahme, welche größten- theils durch die darauf haftenden Lasten absorbirt wird. Diese La-

sten sind in den neueren Fahren durch Pensions - Heimfälle leichter geworden ; ste betragen aber einschließlich der Zinsen für die Kapi- talschuld heute noch 904,009 Fl., so daß an reiner Einnahme von den Durchschnitts - Einnahmen nur 516,000 Fl. Übrig bleiben. Davon müssen zuvörderst Witthum uad Appanagen nach den Familien - Verträgen bezahlt werden, welche dermalen 68,041 Fl. betragen, steigen und fallen können, und der Rest dient zu den Aus- gaben Sr. Herzogl. Durchlaucht, HôchstFhrer Hofhaltung, und zur allmäligen Schulden - Tilgung. Wenn gerecht und billig erwogen wird, daß Se. Herzogl. Durchlaucht alleiniger Fideikommiß-Erbe der C Linien Saarbrücken, Usingen und Weilburg, und der rafschaft Hachenburg sind, so betragen die Höchstdenselben zur Disvosition bleibenden Summen nicht \o viel, als Hd sidiefelben aus dem Nachlasse jener Fúrsten- und Grafen - Stämme verlangen können. Es ist daher auch in dieser Hinsicht durchaus kein Grund vorhanden, gegen die Verwaltung der Domainen vorgefaßte Mei- nung zu hegen.“ Karlsruhe, 27. Mai, Am 21sten d., als am Geburtstage x, K. H. dex Großherzogin Sophie, hat der hier seit kurzem be- fiehende Verein zur Belohnung trener Dienstboten 49 Jndivi- duen die Prämie zuerkannt, Diese besteht außer baarem Gelde in einer die Sinnbilder des häuslichen Fleißes und der treten Anhánglichkeit darstellenden silbernen Denkmünze und einem Eh- renbriefe.

S Ane

Madrid, 13. Die Negierung hat dem am hiesigen Hofe afkreditirten Botschafter des Königs der Franzosen, wegen des, einem von ihm als Kabinets-Courtier nach Paris ab- gesandten Französischen Offizier von Seiten der Spanischen Be- hörden in Tolosa aus Jrrthum zugefügten Unrechts, wozu der Offizier jedo in vieler Hinsicht Veraulassung gegeben hatte, voll: fommene Genugthuung zu Theil werden lassen. Der in Rede stehende Offizier, Hauptmann Desjardins, hatte sich durch die Wahl seiner Kleidung, als Spanischer Schleichhändler, viele Pi- stolen, Dolche 2c. im Gürtel tragend, und durch die Art der Fortsezung seiner Reise, indem er von Vitoria mit zwei daselbst gemictheten Maulthieren um Mitternacht aufbrach, im höchsten " Grade verdächtig gemacht, und es war wohl auf diese Weise den Spanischen Behörden nicht zuzumuthen, namentlich zu jéner Zeit, wo man einem großen Verbrecher, der sich mit verfälschten Pässen nach Frankreich flüchten wollte, auf der Spur war, unter einex folchen Maske einen bei der Französischen Gesandtschaft atta-

Mai,

und mehr als 200 verwundet. Dieses Unwesen erneuerte sich am folgenden Tage, jedoch hat die Regierung bessere Vorkehrun- gen getroffen, und, außer einigen geringen Störungen der öffent- lichen Ruhe, lief dieser mit Schre>en erwartete Tag glüclich- ab. Der Kaiser befand si< no< immer in St. Christovao ; am 13ten d. M. ließen Allerhöchstdieselben öffentli< bekaunt machen, am 15ten d. M. JFhren Einzug in die Stadt halten und über die Milizen und 2 Linien-Regimenter Revue passiren zu wollen. Der 13te und 14te d. M. gingen gleichfalls nicht ganz ruhig hin; Massen von Herumtreibern, Tagedieben und- Vagabunden zogen durch die Straßen, mit dem Ausruf: „Es lebe die Republik! Fora 0s chumbeiros!’”’ (ein Spottname für die Portugiesen) oder: „Es lebe Pedro 11. !// Diese Leute haben nichts zu verlieren, werden von den Angesehenen besiochen oder thun es bloß, um bei einer Revolution stehlen zu fönnen. Die Nacht vom 14ten zum 15ten d. M. hindurch stand das Militair unter den Waffen. Am 15ten d. M. waren alle Straßen auf das prachtvollste ge- \<mü>t, vorzugsweise die Rua de Ouvidor, wo meistentheils Fremde wohnen, und die der Kaiser zu passiren hat, um nach seinem Palaste in der Stadt zu gelangen. Unx 11 Uhr hielten II. MM. der Kaiser und die Kaiserin Jhren Einzug, begleitet von Tausenden von Bürgern zu Pferde, der Ehren- garde und den Kongreß - Mitgliedern, so wie allen Mini- stern und Herren des Hofes. Von allen Seiten erscholl ein Viva 8. M. D. Pedro ‘Imperador ‘constituizional do Brazil! Viva S. M. nossa Imperatriz! und- Seder, der sich auf der Straße befand und nicht mitrief, wurde als Republikaner angesehen und gleih von Kavallerie - Patrouillen oder Bürgern derb abgeprügelt. Se. Maj. zeigten sih hierauf, nach beendig- tem Handkusse, auf dem Balkon und wurden auf enthusiastische Weise von dem Volke begrüßt; das Volk liebt die Verändertuig, und somit ist die Ruhe wieder hergestellt. Einige hundert Mu- latten sind, so wie eine ganze Schule Brasilischer Jugend, arre- tirt worden, und, wie es heißt, haben Se. Maj. beschlossen, die-- selben zum warnenden Beispiele auf öffentlichem Marfte aus- peitschen zu lassen und sie dann dem Geseze zur Bestrafung zu tibergeben. Die Marquisin v. Loulé, welche vor einiger Zeit hier angekommen, logirt_ in S. Christovao, im Schlosse - ihres Kaiserl, Bruders, und ist mit aller ihrem Stande gebührenden Achtung hier empfangen worden,“

Col Umb Len,

In England eingelaufene Zeitungen aus Famaifka brin- gen Nachrichten aus Carthagena bis zum 6. April und ‘aus Bogota bis zum 26. Márz. Die früheren Nachrichten über. einen in Carthagena ausgebrochenen Bürgerkrieg bestätigen fich vollfommen. Nach Bolivars Tode rief eine Partei ihren. An- führer, den General Luque, zum Gouverneur der Provinz aus und bestand darauf, daß der zeitherige Gouverneur, General Montiila, si. zurüc>ziehen solle, Vêontilla, der sih von der ganzen Bevölkerung der Stadt unterstüßt fand, erklärte seinen Entschluß, die Verwaltung der Provinz beibehalten zu wollen. Luque versammelte darauf 1000 bis 2000 Mann, mit denen er nach Carthagena marschirte, um Montilla zur Abdankung zu zwingen. Die Stadt ward in guten Vertheidigungsstand geseßt, und Luque erklärte sle in Belagerungszustand, Die Verbindungen mit dem Jn: nern waren dergestalt gehemmt worden, daß Lebensmittel selten und sehr theuer wurden, Britisches Eigenthum ward jedoch respef- tirt. Bei Carthagena lagen zwei Englische Fregatten zu Be- f{üßung der dort ansässigen Briten, die jedoch durch nichts wei-

irten und als Kabinets - Courier reisenden Stabs - Offizier her-

ter zu leiden hatten, als eben dur< die in Folge jener Ereig- nisse nothwendige Stockung in allen Geschäften. Bolivia und Peru sollen sich einander den Krieg erklärt haben; als Grund davon giebt man den in der Provinz Areguissa liegenden Hafeu Arica an, auf dessen Besiß Bolivia Anspruch macht.

S 0 1.0,10-d.

Berlin, 1. Juni. Das Koblenzer Amt shlatt ent- hält das nachstehende Allerhöchste Kabinets\schreiben :

„Auf Jhren Fahres-Geschäfts-Bericht der Landwehr vom

{Zten v. M. eröffne Jch Jhnen, daß Jch aus der Mir vor-

gelegten Uebersicht gern ersehen habe, mit welcher loben8wer-

then Folgsamkeit die Kriegs-Reserve-Manuschaften und Land-

© wehrmänner si< zu den monatlich eintägigen Uebungen und

Kontroll - Versammlungen gestelit haben, Wie im Verhältniß