1831 / 158 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

tigen Feind erfohtenen Sieg, während Wilhelm-IV. den wohl- thätigeren blutlosen Sieg über seine inneren Feinde die Burgfle>enhändler auf eine gleiche Weise feierte.“

Fn der Times liest man: „Man will einen Versuch ma- cen, dem Oberhause ein Mittel zur Hintertreibung der Reform- Bill zu bezeihnen, das wenigstens das Verdienst des Neuen für sich hat, indem dieses Haus bis jegt gewöhnlich innerhalb der Schranken der Pflicht geblieben is und si< atler Ausdehnung seiner Macht auf Kosten des Unterhauses enthalten hat. Der Weg aber, den man jebt vorschlägt, würde geradezu das Recht des Unterhauses, eine Bill vorzuschlagen, verlezen, da man den Rath giebt, daß das Oberhaus, sobald sich das Parlament ver- sammelt und vor Beginn anderer Geschäfte, si< auf irgend eine bestimmte Weise gegen die Reform oder wenigstens gegen die besondere Maaßregel, vermittelst welcher diese bewirkt werden soll, erfláre. Eine solche Erklärung würde eben so thöricht als gefährlich seyn; denn wie kann sle gegen eine allgemeine Re- form gegeben werden, da fast alle Mitglieder des Oberhauses si< dahin ausgespro<hen haben, daß irgend eine Reform durchaus nöthig seh? Richtet man sie gegen die besondere Maafß- regel, so fragt es sl<, welches Recht das Oberhaus hat, seine Meinung über eine Bill auszusprechen, die eben erst in das Par- lament gebracht wurde und noch dem Unterhause vorliegt? Der Rath, den man den Lords ertheilt , scheint mithin nichts mehr und nichts weniger sagen zu wollen, als: laßt Euch unrechtmä- Figerweise sobald als. möglich mit dem Unterhause in Streit ein. Die Lords sind zu weise, um sol<hem Rath zu folgen. Wahr- scheinli< werden sie warten, bis ihnen die Bill vom Unterhause zukommt, und sie dann mit der Achtung und Ruhe in Erwägung ziehen, welche die Wichtigkeit des Gegenstandes und die vorher- gegangene Entscheidung eines Zweiges der gesepgebenden Gewalt erheischen. Wir fürchten nichts für die Bill im Oberhause, wenn sie im Unterhause in einer dauerhaften und angemessenen Form durchgeht.““

; n Bezug auf Belgien bemerkt die Times: „Da die ge- máßigte Partei in Belgien immer mehr Grund gewinnt da der Kongreß die Thorheit seiner früheren Prahlereien und An- sprüche einsleht da die heftigen patriotishen Vereine, die sich zu dem Zweck bildeten, um Holland den Krieg zu erflären, an- statt ihm gereht zu werden, ihre aufregenden Maaßregeln einge- stellt haben so darf man, ungeachtet der Anstrengungen einer republikanischen Faction und der Ränke der Französischen Agen- ten der Propaganda, eine freundschaftliche Ausgleichung hoffen, eine Ausgleichung, die den Belgiern die ganze Gebiets-Ausdeh- nung sichert, die sie mit Recht fordern oder vermittelst Geld- Entschädigung si verschaffen können, die ihren Handel wie- der herstellt ihuen freie Schifffahrt auf der Maaß und Schelde gewährt, ihnen, wie es mit der Schweiz der Fall ist, eine im- merwährende Neutralität mitten unter kriegführenden Nationen bewilligt und sle Uuter einem Könige ihrer eigenen Wahl zufrie- den unnd glücklich macht.“

Aus Portsmouth meldet man: „Die im Mittelländischen Meere zeither stationirten Russischen Linienschiffe nebst einer Fre- gatte sind im Begriff, nach der Ostsee zu segeln; vorher aber wollen sle bei Alexandrien anhalten und dort einige Alterthümer an Bord nehmen, Admiral Ricord wird seine Flagge von einer Fregatte wehen lassen, bis ihm ein anderes Linienschiff zugesen- det wird, das -man tägli<h in Spithead erwartet. ‘“

Graf von Northesf, der leute noch am Leven gewesene Ad-

miral aus der Schlacht von Trafalgar, is im 74sten Jahre sei: |

nes Alters gestorben. Der Minister des VZunern, Lord Mel-

bourne, ist franf.

Man hat hier die Nachricht von der Bildung eines neuen Ministeriums -in den Verciuigten Nordamerifanis<hen Staaten, bestehend aus den Herren E. Livingston als Staatssecretair des Xunern, H. White für das Kriegswesen, Ls. Maclane für die Finanzen und A. Stevenson für das Seewesen.

Niederlande.

Aus dem Haag, 3. Juni, Jn der geftrigen Sizung der zweitén Kammer der Generalsiaaten wurden die Bera- thungen über den Zolltarif begonnen. Auch giug bei der Kam- mer ein Geseß- Entwurf über eine freiwillige, oder, wenn diese niht zu Stande kommen sollte, gezwungene Geld-Anleihe ein, Die freiwillige Anleihe wird zu 21 Millionen eröffnet, jedoch fönnen dazu Subscriptionen bis zum Betrage von 36 Millionen Gulden angenommen werden. Die dafür auszugebenden Schuld- scheine werden 6 pCt, Zinsen tragen. Bei der Einzahlung der Gelder sollen die aus der freiwilligen Anleihe vom 13ten April d. F, herrührenden Reverse zum Betrage von 10 pEt. ange- nommen werden. Steigen die freiwillig unterzeichneten Sum-: men über 21 Millionen, so soll der Uebershuß zum Eiufauf von Schag-Billets angewendet werden. Falls das freiwillige Anlehen nicht zu Stande kommt, o wird eine auf dem Prin- cipe der ahtfachen Erhöhung der Personalsteuer beruhende ge- zwungene Anleihe ausgeschrieben werden , bei der die an die Unterzeichner zu dem freiwilligen Anlehen auszustellenden Re- verse ebenfalls angenommen werden sollen.

Die Staats:Courant begleitet das (von uns in 154 der Staats-Zeitung mitgetheilte) Schreiben des Lords Ponsonby mit folgenden Beuierkungen: „Wenn man obiges Aftenstü> mit dem von uns der Hauptsache nah mitgetheilten Protoftoll, worin unter Anderem mit so viel Worten gesagt wird, daß die in den Protokollen vom 20. und 27. Januar festgestellten Bestimmun- gen hinsichtlich des Gruad- Gebiets fundamental und un- widerruflih sehen, in Verbindung bringt, so scheint es, daß die Bevollmächtigten der großen Mächte fortdauernd bei den Gewalthabern in Brüssel auf die Annahme der in dém lebtge- nannten Protokoll, Beilage A., aufgestellten Grundlagen der Tren- nung dringen. Man sieht aber auch, daß diese Annahme in Brússel no<h Widerstand findet; aus der Erbitterung, die viele Mitglieder des Brüsselshen Kongresses während und nach der Borlesung obigen Schreibens an den Tag gelegt haben, so wie aus der unsinnigen Sprache, welche die Belgischen Blätter dar- über führen, läßt si<h genugsam {ließen , wie wenig man dort noch für die Annahme gestimmt ist. Es \cheint sogar, daß von Nielen der Gedanke an den Wiederbeginn der Feindseligkeiten gegen uns gehegt wird. Wie dem au seyn möge, die Berichte von unseren Gränzen stimmen darin überein, daß man von un- serer Seite auf allen Punkten gegen einen Angriff gerüstet ist, und daß unsere Truppen überall vom besten Geiste beseelt sind und die Angreifer des vnterländischen Bodens für ihre Verwe- genheit bestrafen werden.“

Fn der Nacht vom 2ten auf den 3. April war an dem Schelde-Deiche, da, wo er si<h an das Fort Lillo anschließt, eine Stelle eingesuufen, aber durch {nelle Añwendung der nöthigen Mittel wieder hergestellt worden. Derselbe Borfall hat si<h am 30. Mai Mittags an der námlichen Stelle, und zwar in viel áär- ‘gerem Grade, als das erste Mal, wiederholt, Sogleich wurden namentli auch vòón der Besagung des genannten Forts alle

Kráfte angespannt, um einen gänzlichen Durchbruch zu verhindern ; die anfänglihe Hoffnung auf das Gelingen dieses Unternehmens wurde aber vereitelt, und der Deich brach Abends um 6 Uhr

durch.

Antwerpen, 2. Juni. Heute früh fuhr ein Holländisches Fahrzeug lángs dem Quai nach der Citadelle zu. Die Scthild- wache verlangte, das Fahrzeug solle si< vom Quai entfernen; da dies aber nicht geschah, so gab sle Feiter. Ein Offizier der Búür- gergarde eilte hinzu, mißhandelte, wie es heißt, die Schildwache und riß ihr die. Flinte weg. Dieses Schauspiel zog eine Menge Menschen herbei; den Offizier führte man vor die Obrigkeit. Wie man verninimt, entspaun si< unterweges ein Streit, dessen Veranlassung noch nicht bekaunt ist, und der sich damit endigte, daß der Offizier von einem Sergeanten einen Säbelhieb empfing. Das erhizte Volk begab sich in die Wohnung des Offiziers und warf sein Hausgeräth aus deu Fenstern. Die Besabung eilte hinzu, und um 2 Uhr war die Ordnung wiederhergestellt.

Wie es heißt, is die von den Holländern besebte Stadt Sluis und ‘die Gemeine von St. Anne dahin übereingekommen, gegenseitig die Aussaaten bewerkstelligen zu lassen.

Brüssel, 3. Juni. Niemals war der Zudrang zu der Sigung des Kongresses so groß, als zu der gestrigen. Schon fruh waren die Thüren des Sizungs- Palastes von der Menge belagert: Die Behörden hatten ganz ungewöhnliche Vorsichts- Maaßregeln ergriffen ; außer zahlreichen Abtheilungen der WBür- gergarde, denen die Aufrehthaltung der Ordnung anvertraut war, hatte au<h no< die Verwaltung der öffentlichen Sicherheit meh- rere Polizei-Agenten auf die öffentlichen Tribunen vertheilt. Herr von Pelichy verlangte zunächst, daß, bevor die Sißung eröffnet werde, der Prásident die Artikel des Reglements, welche sich auf die öffentlichen Tribunen bezögen, vorlesen möchte. Ge- stern seyen Unorcuungen vorgefallen .…. (Hier unterbrach den Redner eine Stimme von der öffentlichen Tribune mit den Worten: „der Kongreß sollte mit gutem Beispiel vorangehen.“‘) Der Präsident verfügte zuvörderst die Verlesung des Protokolls der gestrigen Sißung. Nachdem dies geschehen war, trug Herr Liedt s mehrere Bittschriften vor, unter denen sih eine von 160 Ein- wohnern Gents befand, die den Krieg gegen Holland verlangse ten. Herr von Pelichy erneuerte darauf sein Verlangen und bemerfíe, daß er um so mehr darauf bestehen müsse, da gewisse Fournale die Meinung verbreiteten, daß die Bersammlung sich unter dem Einflusse der Tribunen befände. Der Präsident fand si< hierdur< zu der Erklärung veranlaßt, daß, wenn stórende Auftritte, wie sie gestern vorgekommen, si<h heute er- neuerten, er ni<ht anstehen würde, sich selbst die Schuld bei- zumessen. Er ermahnte hierauf die Mitglieder des Kongresses, die Würde nie aus den Augen zu lassen, welche den höchsten Geseßgebern eines Landes zieme; sie möchten alle Perfsonlich- feiten und bittere Reden vermeiden und die Sprache der Lei- denschaften aufgeben. Wenn, sagte er ferner, die Zuschauer auf den vffentlihen Tribunen neuerdings Versuche machen follten, die Berathungen zu stören, so seyen die allerwirkfsamsten Maaß- regeln vorbereitet, um dieselben augenbliclih zu unterdrü>en. Nach einer kurzen Gegenbemerfkung des Herrn von Nobaulx wurde zur Fortseßung der Diskussion über den zweiten Artikel des Entwurfs der Central - Section geschritten, Derselbe lautet: „Die Regierung wird ermächtigt , Unterhandlungen zu eröffnen, um alle Gebiets - Fragen mittelst pecunigirer Opfer zu beseiti- gen und förmliche Anerbietungen in diesem Sinne zu machen. “‘ Herr A. Gendebien bemertte, daß, als er gesie:n tiber diesen Artikel gesprochen, er denfeiben für unntiß und lediglich dazu die- nend, deni Ministerium eiue Fndemnitäts-Vill zu verschaffen, erflárt habe, Das Protofoll Nr. 24 beweise, daß seine Ansicht rihtig sch, Als man na< Bekanntwerdung des Briefes des Generals Belliard, in welchem derselbe angezeigt, daß Lord Pon- sonby der Konferenz Vorschläge in Bezug auf Luxemburg ge- macht, den Miuister gefragt habe, in wessen Namen diese Borschläze gemacht worden sehen, hätte derselbe geantwortet, daß man dem Lord Ponsonby feinen Austrag ertheilt habe. Aus den Worten des Protokolls gehe aber deutli hervor, daß die Belgische Regierunz es gewesen seh, welche den Wunsch ausge- drückt habe, Luxenburg zu kaufen. Dadurch erkläre es sich auch nun, wie Locd Ponsonby der Konferenz dergleichen Vorschläge habe machen fönuen. Wenn mau mum zu diesem Behufe einer Jndemnitäts-Bill bedürfe, so solle man es offen sageu, aber nicht jeßt eine Ermachtigung zu etwas verlaugen, was man schon ge- than habe, nämlich vorzuschlagen : Luxemburg durch das Abtre- ten Limburgs oder wenizstens beide Provinzen durch Geldzah- lungen zu erhaiten. Man mache diefe Borschläge, um sich eiuer Majorität im Kongresse zu versichern, welche jeßt nur durch frü- here Umtriebe so beträchtlich seh. Schließlich sagte der Redner: „„Man schlägt Jhnen heute vor, den Prinzen von Sachsen: Koburg zu wählen, und zu gleicher Beit verlangt man von Fhnen, daß Sie die Regierung ermächtigen sollen, Unterhandlungen zu be- ginnen, und wenn 2 oder 3 Monate über dem Unterhandeln verflossen sehn werden, so wird man Sie fragen, ob Sie Luxem- burg durch das feige Aufgeben Limburgs erkaufen wollen. Warum stellt man denn die Fragen nicht ganz offen? warum fragt man nit: Wollt Ihr die Zustimmung zu den Protokollen? Die Na- tion wird nein antworten. Wollt Jhr Luxemburg faufen, indem Fhr Limburg aufgebt? Jch, Repräsentant der Nation, werde ein antworten. Man drücke si< nur wenigstens deutlich aus und verwicele uns nicht in Unterhandlungen, deren Erfolg weder möglich no< wahrscheinlich ist.‘ Hr. Lebeau erwiederte darauf, daß das Ministerium keinesweges durch den Iten Artikel des Eut- wurss eine Jndemuitäts- Bill zu erlangen beabsichtige, sondern eine Ermáchtigung zu Unterhandlungen zu erhalten wünsche, die außer dem Bereiche der vollziehenden Gewalt lägen. Man werfe der Regierung vor, daß sie diese Ermächtigung zum Unterhan- deln nicht abgewartet habe; er könne indeß versichern, daß das Ministerinm niemals Anerbietungen in Betref} Luxem- burgs gemaht habe; aber man finde in der Vergangen- heit wohl die Beweise auf, daß die provisorische NRegie- rung, zu der auch Herr Gendebien gehört habe, förmlich den Wunsch ausgedrückt, si<h Limburg?s mittelst Entschädigungen zu versichern , und er mache der provisorischen Regierung feinen Borwurf darüber. Um seine Behanptung zu belegen , berufe er s< auf einen Bericht des Herrn van de Weyer, der damals Belgischer Gesandter bei der Londoner Konferenz gewesen seh, worin derselbe die Nothwendigkeit darstelle, Geld-Entschädigungen für Flandern, Mastricht mit seinen Umgebungen und für Luxem- burg anzubieten, weil “man dieselben ohne Opfer nicht erlangen werde. Hieraus gehe hervor, daß der Wunsch, den friedlichen Besi Luxemburgs durch Entschädigungen zu erlangen, bereits förmlich ausgedrücft worden, und es seh wohl möglich, daß Lord Ponsonby, auf dieses Aktenstück gestüst, der Konferenz gesagt habe, daß die Belgische Regierung deu Wunsch hege, den Be- siß Luxemburgs zu erkaufen. Das Ministerium hätte, diesen Vorschlag nicht gemacht, und selbst nicht einmal einen Wunsch in dieser Beziehung ausgedrückt; er berufe sich dieserhalb auf

| Mitglieder den Namens - Aufruf.

die na< London abgesandte Deputation. Wenn der 2te Artik niht angenommen würde, so werde das Ministerium gezwun sehn, unthätig zu bleiben, da es ohne eine besondere B: fügung nicht das Recht habe, Anerbietungen zu mache Graf F. v.on Merode sagte, er músse als Mitglied der Lond ner Deputation erkläcen, daß, wenn diese von. Entschädigunge gesprochen, immer nur von pecuniairen Entschädigungen die R) gewesen seh, und die Deputirten in Betreff eines Austausch zwischen Luxemburg 1d Limburg stets erflärt hätten, daß B gien niemals darein willigen werde. Er unterstüße den 2 Artikel und das ganze Dekret, weil er in demselben ein Mit sehe, den Frieden vorläufig zu erhalten, und man immer \u<#> müsse, das gute Recht auf seiner Seite zu behalten. Dies j {ehe dadurch, wenn man der Konferenz versöhnende Vorschlä mache und dieselben dur< die Wahl eines Prinzen unterstüj der allen Mächten angenehm sey. MWúürde Belgien alsdann di zu einem Kriege gezwungen, so hätte es wenigstens der Welt h wiesen, daß es Alles aufgeboten habe, um denselben zu verm den. Der dritte Artikel gebe Holland und Deutschland, dus eine mehr oder weniger lange Beseßung Mastrichts von eins fremden Garnison, alle wúnschenswerthe Garantieen. Dadu daß man si< in diesem Punkte nachgiebig zeige, beweise m zur Genüge, daß die Gefühle der Ehre, des Vertrauens und h Menschlichkeit die Schritte der Belgier leiteten, und diese Y trahtung múüsse am Ende der Londoner Konferenz tiber die w ren Gesinnungen dieses Landes die Augen öffnen, Die Wah \cheinlichfeit dessen, was er vorausfeße, sey {on aus dem Y nehmen des Lords Ponsonby zu entnehmen. Wenn dieser früh für die Wiederherstellung des Hauses Nassau bemüht gewi} seh, so habe er si< do endlih überzeugt, daß er, uni s Pflichten als aufgeklärter Agent Englands zu erfüllen, ein deres Qiel vor Augen haben müsse; er habe sich überzeugt, è Belgien vom Hause Nassau regiert, oder \chlecht begränzt, s feine glücflihe Zukunft versprechen dürfe, und wenn die Konferenzn( feine Entschlüsse gefaßt habe, die der persönlichenAuftlärung des Loi entsprächen, so mü}e mau bedenken, daß eine Konferenz f Diplomaten, deren Höfe Hunderte von Meilen entfernt wär eben so {wer in Bewegung zu seßen seh, wie ein NatiorF Kongreß, der einen großen politischen Entschluß zu fassen ha Nachdem der Redner noch hinzugefügt hatte, daß er, obglif persönlich ein Anhänger der Vereinigung mit Frankreich, doch, i Deputirter zum Belgischen Kongreß, dem Millen seiner Ky mittenten gemáß, die Sache des Prinzen Leopold als eine Pfli lebhaft erfaßt habe, shioß er mit den Worten : „Wenn wir, unserer Bemühungen ungeachtet, zu einem Kriege gezwuny werden follten, so würde ih unseren Mitbürgern öffentlich d rathen, zu erflären, daß, wenn die Londoner Konferenz f führe, uns so zu behandeln, wie sie es bis jeßt gethan hd wir auf allen unseren Kirchthürmen die dreifarbige Fahne aufpflanj würden.“ Hr. Fottran d sprach sich gegen den 2ten Artikel aus 1 behauptete, daß der Augenblick zu energischen Maaßregeln, den Hr, Merode noch in der Zukunft suche, schon jeßt erschienen sey. de Theux äußerte sich zu Gunsten des Artikels, weil, wenn ten und man späterhin zu einem Ki

Unterhandiungen mißglüci ) j schreiten müsse, die Nation denselben um fo kräftiger und de Weyer sprach si

{lo}ener führen werde. Herr van

das allecbestimmteste gegen jede Zerftückelung des Gebiets dl aber meinte, daß, wein man jeßt Krieg anfinge, die Result desselben do immer Unterhandlungen unterworfe11 fehn würdi

| man solle also lieber jest unterhandeln, aber wälzrend dessen ü

| Anstalten treffen, um die Konferenz zu überzeugen, daß im F geven ; Der j Y um Ausfunft über die Maaßregeln zu bitten, welche seitdem zur

dem Degen in der H

einer Weigerung die Belgier mit Bess zu neh

die bestrittenen Länder behaupten uud in : wissen würden. Schließlih wünschte er, daß der K} greß seine gestrige Entscheidung zurüctneh1nen und ei Termin feskseßven möchte, bis zu welchem die Unterhandlun beendigt seyn müßten. Herr J. Faminé äußerte sich sehr h tig gegen die Erwählung des Prinzen vou Sachsen-Koburg 1! gegen jede Art von Unterhandlung. Er have bisher gegla daß die Wahl des Prinzen Leopold ein Unte‘cpfand fúr den;

| den sehn würde, aber uach Lesung der leßteri Protokolle sey |

die Binde vou den Augen gefallen. Der zweite Artikel wu hierauf mit 150 Stimmen gegen 40 angenommen. Der di Artikel, der bestimmt, daß man in Mastricht eine fremde Ga son zulassen wolle, faud heftige Gegner in den Herren D este velle d’Elhougne und von Ansenbucrg, welche auf dess Verwerfung antrugen, da er die Ehre der Nation beeinträchti Als man über den Artikel abstimmen wollte, verlangten meh Herr Lebeau bemerkte, f die Verwerfung des Artikels einstimmig votirt werden wt und daß man den uamentlichen Aufruf nur deshalb f lange, um die Entscheidung zu verzögern; er verlange dal daß die Namen derjenigen, welche den namentlichen Aus verlangten, ins Protokoll eingeschrieben würden. M rere Mitglieder riefen ihm darauf zu: „Wohlan, \<rel Sie uns ein!‘ Hierauf entstand ein so furchtbarer Lärm F dgr Versammlung, und die Tribunen tobten so heftig, daß Prásident aufstand und die Sigzung für aufgehoben erklärte, Nach 2 Stunden wurde dieselbe wieder eröffnet und der Artifel mit 180 Stimmen gegen eine (Herr C. Vilain X verworfen. Hierauf wurde der 4te Artikel in folgender f sung mit 150 Stimmen gegen 40 angenommen: ,, Das rangement, welches ' in Folge dieser Vorschläge zu Stande k men dürfte, wird der Ratification des Kongre}es unterwor! und auf jeden Fall wird der Versammlung, spätestens am è Fun i, ein Bericht abgestattet, und diese wird sogleich darl! entscheiden, ob die Unterhandlungen fortzuseßen sind, oder nid Das ganze Dekret wurde darauf mit 150 Stimmen gt 40 angenommen. Die Diskussion über die Wahl des Stall

Oberhauptes wurde auf den folgenden Tag verschoben.

Schweden und Norwegen.

Sto>holm, 341. Mai. Se. Majestät werden noch zu len mit einem spasmodischen Husten beschwert und leiden M gel an Eßlust, Jhr Zustand war nach dem leßten Bulletin F ser, do< mit fortwährender tattigkeit verbunden.

Ein Kronfahrzeug ist nah Riga beordert worden, wo U! Konsul allen aus Liefland nah Schweden abgehenden Schif Befehl ertheileà soll, in Gottland anzulaufen, um dort Qua!

taine abzuhalten.

Deutschland. 8 Dessau, 6, Juni. Gestern Mittag ward auf 8 Herzogl. Schlosse dec uns von der Borsehung am 29. April X, geschenkte lange ersehute Erbprinz, in Gegenwart der Her) Familie und einer zahlreichen Versammlung, durch den Het} Konsistorialrath und Hofprediger Köppe feierlichst getauft. der furzen, aber gehaltreihen Rede desselben knüpften sl{< the Erinnerungen aus der Vergangenheit an fromme Wünsche ® Hoffnungen für die Zufunft an, Der junge Erbprinz erhielt A

î b

Namen: Leopold Friedrich Franz Nikolaus, von denen er erste seit länger als einem Jahrhundert in unserem Fürstenhause einheimis< ist, die drei leyteren aber Jhm ah Jhren Majestäten, dem Könige von Preußen, Sei- em Groß-Oheime, und den Kaisern von Desterreih und Rußland beigelegt worden sind, Allerhöchstwelche das hohe Eltern- aar dur< Annahme von Pathenstellen zu erfreuen geruht hat- en. Nach beendigter Taufhaudlung war Cour in den Gemächern Nhrer Königl. Hoheit der Herzogin. Freude und Rührung spra- Jen aus Fhren Blicken und theilten si< jedem mit, welcher das lu hatte, sih der erhabenen Frau zu nahen, wel<e, um dem veliebten Gemahle und dem Lande die nunmehr so glü>lih er- llten, früher mehrmals getäuschten Hoffnungen zu erhalten, die <wersten Entsagungen und Opfer nicht gescheut hatte. Nach ver Cour war große Tafel. Vorzüglich erfreulich für den Herzog nd sein ganzes Haus war =die persönliche Gegenwart Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Wilhelm von Preußen (Sohn Sr. Majestät des Königs), Jhrer Durchlauchten des Herzogs und der Herzogin „on Anhalt- Köthen und des Fürsten und der Fürstin von Schwarzburg - Rudolstadt , Höchstwelche nebst FJhren Durchlauch- en, der Frau Herzogin Mutter und den Prinzen, Brü- dern des Herzogs, den Erbprinzen als gegenwärtige hohe Mathen úiber die Taufe hielten; so wie die Anwesenheit des errn Ritter von Berfs, K. K. Oesterreichishen General - Kon- ls in Sachsen und Geschäftsträgers bei den Herzogl. Anhalt. göfen, welchen Se. Majestät dér Kaiser ausdrücklih abzuordnen geruht hatten, um der Taufhandlung als Zeuge beizuwohnen nd den Durchlauchtigsten Eltern Allerhöchst Jhre Glückwünsche persönli zu überbringen. Als ein rührender Beweis treuer Anhänglichkeit und Liebe für unser Regentenhaus verdient noch erwähnt zu werden, daß Tages vor diesem höchsterfreulichen Feste eine Deputation aus der Stadt- und den Dorfgemeinden des

erzogl, Amtes Sandersleben Sr. Herzogl. Durchlaucht dem Herzoge ein sehr \{<öón verziertes silbernes Taufbe>en zum Ge- schenkt überbrachte und dabei, Namens der sämmtlichen Ein- wohner jenes Amts, in wenigen, aber tief gefühlten Worten die Gesinnungen derselben ausdrückte. Se. Herzogl. Durchlaucht nahmen diese aus dem Kaufmann Stahlschmidt von Sanders- leben und den Gemeinderichtern von Drohndorf und Fregleben bestehende Deputation mit der größten Huld auf und befahlen, daß neben dem Taufbe>en, aus welchem eine lange Reihe Fúürst- licher Ahuen die Weihe zum Christenthume empfing, auch von dieseni aus so gutem Herzen dargebrahten Geschenke bei der heiligen Handlung Gebrauch gemacht werden solle, Die drei Deputirten wurden von Sr. Durchlaucht zur Taufe und zur Herzoglichen Tafel Höchsiselbst eingeladen, bei welcher die beiden waeren Gemeinderichter in ihrem {li<ten ländlichen Anzuge er- shienen. Gott erhalte unser theures Fürstenpaár und gebe in dem jungen Sprößlinge Jhres Hauses dereinst unseren Kindern und Enfeln einen Seiner Hohen Ahnen würdigen, weisen, gerech: ten und gütigen Beherrscher.

Kassel, 3, Juni. Jn der vorgestrigen Sivung der Stände-Versammlung berichtete unter Anderen Herr E - hardt über das Gesu<h des Magistrats und der 144 Bürger von Friblar, welche wegen vorgefallener Gewaltthätigkeiten und Drohungen von Seiten des dort in Garnison liegenden ersten Husaren-Regiments, um Verwendung für die unverzügliche Dis- location desselben bitten. Dem Gesuche und dem Antrage des Aus\chuses zufolge, ward beschlossen, diese Bittschrift an das Kriegs - Ministerium zur geeigneten Berticksichtigung \<hleunigst abzugeben; der Vorschiag des Herrn Dedolph aber, zugleich

Bestrafung der geschehenen und zur Verhütung künftiger Excesse ergriffen worden seyen, verworfen.

Karlsruhe, 2. Juni. Nachdem in der heutigen Sizung der zweiten Kammer vom 31. Mai der Präsident eine Mit- theilung der ersten Kammer, wonach diese der vou der zweiten Kammer beschlossenen Adresse um Aufhebung des persöntichen Briefportofreithums nich t beigetreten ist, zur Kenntniß gebracht, erstattete der Abgeordnete Gerbel im Namen der Minorität der Petitionsfommission Bericht über die Bitte der Bekenner mosaischer Religion um bürgerliche Gleichstellung mit ihren <ristlichen Mitbürgern. Der Antrag der Minorität ging bedin- ungsweise auf völlige Emancipation. Die Berichterstattung Namens der Majorität wurde verschoben. und die Diskussion über den von der ersten Kammer angenommenen Geseßentwurf über die ehelichen Vermögensverhältnisse des "Adels von dem Prásidenten eröffnet. Dieser Entwurf wurde mit mehreren Ab- änderungen von 44 gegen 14 Stimmen angenommen.

; Desterxrel1l.<.

Wien, 3. Juni. Die heutige Wiener Zeitung mel- det: „So wie Se. Majestät dur<h die im vorgestrigen Blatte der Wiener Zeitung *) bekannt gemachte Aufstellung einer eige- nen mit ausgedehnten Befugnissen versehenen Sanitäts - Kom- mission in Gallizien bereits allergnädigst fürgedacht haben, daß die Cholera morbus daselbst fräftigst bekämpft und ihr BVor- dringen verhindert werde, haben Allerhöchstdieselben, von gleicher Sorgfalt für die übrige Monarchie geleitet, auch an der Gegen- gränze Galliziens Absperrungs- und Quarantaine-Maßregeln an- zuordnen geruht. Fn Folge dieses Allerhöchsten Befehles hat die Central - Hoffommission die Verfügungen getroffen, daß die Allerhöchste Willens - Meiuung unverzüglich vollzogen werde und daher zum Schuße Mährens und Schlesiens in Gallizien längs dem diesseitigen Ufer des Flusses Sola ein wohlbeseßter Militair-Sanitäts-Cordon aufgestellt und mit der bereits einge- leiteten Absperrung Ungarns und Siebenbürgens von Gallizien in Verbindung E b C.

Zara (in Dalmatien), 13. April. Am «4ten d. M. hatte

N hier die Jubelfeier der am 1. gedachten Monats vollendeten 50jäh- E rigen Dienstleistung Sr. Exc. unseres allverehrten Herrn Civil - # und Militair - Gouverneurs, Feldmarschall - Lieutenant, Freiherrn

von Tomassich, statt.

A ralli en Neapel, 20. Mai. Die hiesige Gazetta del Regno

delle due Sicilie meldet: „Wir erfahren durh den Telegra-

phen, daß Se. Majestät der König auf Ihrer nach einigen Pro- vinzen diesseits des Pharus unternommenen Neise fortdauernd der besten Gesundheit genießen. Der unermüdliche Monarch

# nimmt überall die Bittschriften und Reclamationen an, leiht

denen, die dieselben überreichen, huldvolles Gehör und ordnet demgemäß schnelle und weise Maaßregeln an. Auf seiner Durch- reise dur< Apulien erhielten die Straf-Gefangeuen in Melfi ein Geschenk von mehr denn 100 Dukaten; ein zweites von 2000 Dukaten wurde zur Vertheilung unter die Armen zurückgelassen, und zwei arme Jungfrauen erhielten eine Ausftattung. Jn allen übrigen durchreisten Provinzen hat Se. Majestät reihe Geschenke

*) Vergl, das vorgestrige Blatt der Staats-Zeitung,

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zurücfgelassen und als wahrer Familienvater die gegründeten Ne- clamationen der Bevölkerungen angehört, die sl<h auf seinem Wege uberall herandrängten. Se. Majestät sind am- 14ten in Ascoli eingetroffen.“ Am 7ten d. M. sind die Mönche, die alljähr- li< na< dem heiligen Lande- reisen, um die Summen zu über- bringen, die von den hiesigen Gläubigen für die Bedürfnisse des dortigen christlichen Kultus dahin geschit werden, von hier nach Ferusalem abgegangen.

Sp: anien

Madrid, 24. Mai. Dreiundzwanzig Spanische Jnstirgen- ten, unter denen sich au< Torrijos und einige Andere befinden sollen, sind aus der Bai von Gibraltar auf einem Englischen Fahrzeuge nah Gibraltar unter Segel gegangen; sie wurden von der Korvette „Akftäon‘/ esfortirt.

Po. v ttigia l,

Fn England eingelaufene Nachrichten aus Lissabou brin- gen Folgendes: „Am 16. Mai kam hier die Französische Kriegs- brigg mit dem Begehr der Französischen Regierung an, den Rath und die Richter zu verabschieden, die zwei Französische Untertha- nen, Sauvinet und Bonhomme, verurtheilt hatten, und die Eig- ner der von dem Portugiesischen Geschwader , das Terceira blo- firte, ungeseßmäßig genommenen zwei Französischen Schiffe zu ents<hädigen. Auch heißt es, fordere die Französische Regierung von der Portugiesischen eine Vergütung der Ausrüstungskosten des vor Lissabon liegenden Französischen Geschwaders. Man verlangte 48 Stunden längere Zeit zur Antwort, als sle vom Capitain des „„Endymion““ festgeseßt worden war; da Lebterer aber nicht berechtigt war, diesem Verlangen zu willfahren , segelte er am 21sten zum Geschwader zurü>, um Bericht zu erstatten, Es sind hier 2 von der Regierung veranlaßte Flugschriften erschienen ; die eine führt den Titel: „,,„Umständliche Antworten auf verschiedene von dem Französischen Konsul in Lissabon in seiner Note vom 28ften Mai an die Portugiesische Regierung gerichtete Fragen, ‘‘‘‘ und die andere: „„„„Gesezmáäßige Ansichten und Bemerkungen über den neulich stattgehabten Briefwechsel zwischen dem Französischen Konsul in Lissabon und der Portugiesischen Regierung.“ ““ Die Tendenz beider ist eine Vertheidigung des Verfahrens der Portu- giesischen Regierung. ““

T U rf el

Die Leipziger Zeitung meldet unter Triest, 18. Mat: „Die Ottomanische Pforte hat eine aus fünf Korvetten und ei- ner Fregatte bestehende Escadre in das Adriatische Meer einlau- fen lassen, um den Aufrührern in Albanien jegliche Zufuhr von Kriegsbedürfnissen und Lebensmitteln abzuschneiden. Ju dieser Absicht is die bereits mit Türkischen Truppen beseßte Albanische Küste, von Prevesa bis Cattaro, in Blokadezustand erflärt und jeglichem Fahrzeuge, ohne Unterschied der Flagge, oder ob es be- laden sey oder nicht, die Einfahrt in die Häfen oder das Anle- gen an die Landungspläte jener Küstenstre>e, mit der Andro- hung, daß gegen die dawider handelnden feindselig verfahren werden würde, untersagt worden. Diese Blokade sollte 24 Stun- den nah dem Eintreffen der Escadre in Wirksamkeit treten.‘

T Man D,

Der gestrige Tag war für die Stadt Bonn ein Tag des Jubvels und der allgemeinen Freude. Se. K. H. der Prinz Wilhelm von Preußen, General - Gouverneur hiesiger Provinz, mit Höchst Jhrer Fürstlichen Familie , geruhten, die Stadt Bonn mit Jhrer Anwesen- heit zu beglú>en. Se. Königl. Hoheit sind mit Ihrer Familie gestern Morgen, unter dem Jubel des Volkes, hier eingetroffen. Eine Deputation des Stadtrathes und der Universität war den Hohen Herrschaften bis zur Baungränze des städtischen Bezirkes, wo eine Ehrenpforte errichtet war, entgegengefahren. Der Reftoc der Universität, der Landrath des Kreises und der Over -Bür- germeister bewillklommten die hohen Gäste. Am Eingange der Stadt und dur die Straßen waren Schulen mit ihreu Fahnen, auf dem Markte aber die Bonner Schüßen-Gesellschaft aufgestellt. Auf der Vorder-Treppe des Rathhauses, wo der Stadtrath, die öffentlichen Behörden und Beamten versammelt waren, rief die weiblihe Jugend mit Blumengewinden und Kränzen unter wohl- beseßter Musik und dem Geläute aller Glocken dem verehrten Fürstenpaare ein herzliches Willkommen eutgegen, Ulle Straßcn waren festlich mit Laubwerk geschmlict und die Häuser mit fro- hen Menschen beseßt. Se, Konigl. Hoheit geruhten, im Gast- hofe zum goldnen Stern Jhr Absteige-Quartier zu nehmen. Gleich nach der Ankunft fand die Vorstellung der Civil- und Militair- Behörden, des Stadt-Raths und der Mitglieder des Kreisstan- des statt. Eine Abtheilung junger Töchter aus dem Bürger- stande hatte das Glück, Sr. Königl, Hoheit ein Bewillkomm- nungs-Gediht im Namen der Bürgerschaft, und der erhabenen Fürstin einen ausgesuchten Blumensirauß zu überreichen, welches mit größter Huld und Leutseligkeit entgegengenommen wurde, Hierauf geruhten Se. Königl. Hoheit in dem Universitats: Gebäude si<h die Professoren 1nd akademischen Behörden vorstellen zu lassen, sodann die große Aula, die Biblio- thek, die flinishen Anstalten und sämmtliche Jnstitute der Hochschule, sowohl in Bonn als im Schlosse Poppels- dorf, in Augenschein zu nehmen.

gar bis zum Krankenbette der in den Klinifen aufgenommenen Personen Worte des Trostes und der Aufmerksamkeit gespendet. Fm Poppelsdorfer Schloß - Gebäude wareu einige Erfrischungen

nischen Gartens die genonunen. Se. Absteige - Quartier gehaltenen Geistlichen-, Civil- und Militair-Behörden, raths und der Bürgerschaft, huldreichst zrizuziehen. hobener Tafel fand die Vorstellung der Damen aus der Stadt und Umgegend statt.

Tafel Deputationen

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einen sehr zahlreih beseßten feierlichen Fackelzug, welchem Se. Königl. Hoheit mit den Durchlauchtigsten Prinzen besondere Auf- merksamkeit shenkten. Die von der Bürgerschaft zu Ehren des allgefeierten Prinzen veranstaltete Beleuchtung war wahrhaft fest- lich. Ausgezeihnet waren dabei unter Anderem die Beleuchtung des Hotels des Freiherrn v. Fürstenberg, die Transparente an den Kasernen, die Jllumination des Rathhauses, des Höchsten Absteige- Quartiers und vieler Häuser wohlhabender Bürger. Se. N. D und Höchstdero Familie geruhten, von dem Lebehoch der fröhlichen Volksmenge begleitet, die Straßen zu durchfahren und den vou der Bürgerschaft veranstalteten Fesiball “in dem Schauspielhause mit Jhrer Anwesenheit zu beehren, wo Höchstdieselben den Tanz

eröffneten und bis gegen Mitternacht an der Feier der Bürger

Berlin, 8. Juni. Aus Bonn vom 31. Mai wird gemeldet: |

Die Höchsten Gäste sind den | Anlagen mit der lebhaftesten Theilnahme gefolgt und haben so- |

Theil nahmen. Das Schauspielhaus war angemessen ges<hmüd>>t, und eine sinnvolle Juschrift legte die Huldigung der treuen und dankbaren Bonner gegen den würdigen Stellvertreter unseres all: verehrten und allgeliebten Königs und sein Durchlauchtigstes Haus an dea Tag. Bei dem Wegfahren drückte Se. K. H. dem Vorstande der Stadt die höchste Zufriedenheit über die herz- lie Aufnahme der Bürgerschaft und die empfangenen Aeuße- rungen der Ehrfurht und Lièbe aus. Heute Morgen in der Frühe hat Se, K. H. das 7te Uhlanen- Regiment und das zur Uebung zusammengezogene hiesige Landwehr - Bataillon bei der an dem Wilhelmsplate gelegenen neuen Reitbahn die Revue pas- siren lassen, und hierauf sebten die Durchlauchtigsten Herrschaften die Reise über Neuwied nah Koblenz fort. Allgemeiner Jubel begleitete die Hohen Gáste, und die herzlichsten Segenswünsche folgen dem Stellvectreter unseres geliebten Landesvaters, ‘‘

Jn Magdeburg wurde am 1sten d. M. das 50jáährige Dienst-Fubiläum Sr. Excellenz des Königl. General-Lieutenants von Brause, Commandeurs der 5ten Division, feierlich be- gangen. Am Morgen des Tages führten die Musik - Corps der beiden dort garnisonirenden Fnfanterie-Regimenter (8te und 12te) in der Wohnung des Jubilars mehrere dem Gegenstande der Feier angemessene Musikstücke aus. Zuerst wurde dann der Ju- bilar von seinen Z ältesten Söhnen, Offizieren in der Armee, von denen zwei aus ihrer Garnison fi< zu der Feier in Magde- burg eingefunden hatten, in findlicher Liebe begrüßt. Gegen 10 Uhr begab si<h Se. Königl. Hoheit der Prinz Wilhelm, Sohn Sr. Maj., der zur Feier dieses Tages von Berlin eingetroffen war, zu dem Jubilar, um demselben seinen Glückwunsch, so wie auch ein gnädiges Kabinets\schreiben Sr. Maj. des Königs, dar- zubringen. Gleichzeitig hatten au< die Chefs der Militair - und Civilbehörden, sämmtlihe Offiziere der Garnison, die städtishe Behörde und die Vorsteher der Kaufmannschaft ihren Glücéwunsch an den Tag gelegt. Mittags war von Sei- ten der Offiziere der 5ten Division, die si<h au< von den aus- wärtigen Garnisonen zahlrei eingefunden hatten, zu Ehren des Fubilars ein Diner“ von 170 Eouverts im Saale des Hotels zur Stadt London veranstaltet, an wel<hem Se. Königl. Hoheit -der Prinz Wilhelm, die Chefs der Militair- und Civil:Behörden und mehrere Königl. Beamte Theil nahmen, Der herzlichste Frohsinn herrschte bei diesem Mahie, das durch die Hohe Gegenwart Sr. Königl. Hoheit und dessen alle Gemüther erfreuende Leutseligkeit verherrlicht wurde und den Jubilar, welchem von allen Seiten die Gefühle der Verehrung und Liebe ausgesprohen wurden, in die freudigste Stimmung verseßte. Ueberreicht wurden an die- sem Fube!seste dem Jubilar von Seiten Sr. Majestät des Kö- nigs drei mit herrlihen Malereien gezierte Porzellan-Vasen, als Beweis der Königl. Anerkenntniß der Verdienste desselben. Das Offizier-Corps der 5ten Division brachte dem Jubilar einen \{óön gearbeiteten silbernen Pokal dar. Der Ober-Bürgermeister France war von der Stadt Frankfurt a. d. O. beauftraget worden, dem Nubilar das Ehren-Bürgerre<ht jener Stadt, als einen VBerwveis der Anerkennung seiner großen Verdienste um dieselbe, einzuhän- digen. Die Regierung und andere Behörden Franfsurts hatten Gratulations- Schreiben und die dortige Freimaurer - Loge, „zum aufrichtigen Herzen“, eine goldene Tabatière einge- \chi>t. Auch wurde von einer Deputation der Magdeburger Loge „Ferdinand zur Glücfseligkeit“/, deren Hochachtung und Liebe sich der Jubilar hon wahrend seines kurzen Aufenthalts daselbst er- worben hatte, demselben die Ernennung zum Ehbren- Mitgliede er genannten Loge überbracht. Alle diese Zeichen von Achtung imd Liebe nahm der würdige Fubilar mit sihtbarer Rührung auf. Abends fand ein glänzender Ball bei Sr. Excellenz dem General-Lieutenant und 1sten Festungs- Kommandanten, Grafen von Hacke, statt. Auch hier befand si< der verehrte Jubelgreis von neuem in der Nähe des geliebten Königssohnes, so wie sei: ner ihn verehrenden Waffengefährten, und die freudigste Aufre- gung und Gemüthsstimmung veranlaßte den bejahrten, aber no< fräftigen und rüstigen Krieger, zur Freude aller Anwesenden, si in einem rasen Walzer zu versuchen. Der 5ten Division ward hierdu:< die frohe Hoffnung gegeben, daß sie das Glück haben werde, ihren verehrten Chef noch lange an ihrer Spibe zu sehen, der, wein es gilt, sie mit bewährtem Muthe ‘in den Kampf füh- ren wird, unter dem innigen Ausruf: Es lebe der König!

Das Amtsblatt der Königl. Regierung zu Düsseldorf vom 21. Mai enthält die Ausschreibung einer Kirhen- und Haus - Kollefte für die Herstellung des Doms ¡u Köln. Die Königl, Regierung hat außerdem in besonderen Abdrücken, zur Vertheilung bei Sammlung der Beiträge, den Orts - Behörden ein Cirkular zugehen lassen, in welchem es heißt: „Unter den be- wunderungswürdigen Werken der Vorzeit nimmt der Dom zu Köla, wenn auch no< unvollendet, eine vorzügliche Stelle ein. Dieses erhabene Deukmal der Frömmigkeit und der Baukunst des 13. Jahrhunderts, seit mehr als einem Jahrhunderte ganz vernachlässigt, war niht nur in seinen äußeren Formen vielfaltig beschädigt, sondern au< in scinem Zusammenhange seids dur die Witterung so angegriffen, daß ein Einsturz der Haupt- theile zu befürhten war. Längst hatte man dieses kannt, aber der Ueberbli> der ungeheuren Koften f te von jedem Versuche der Ausbesseruna des und der Abwendung der Gefahr ab. Seiner Majeftät, ums allergnädigsten Könige, war es vorbehalten, dieses Monument der Nachwelt zu erhalten: Allerhöchfidieselben willigten bedentende Zuschüsse aus Staats-Fonds, geneznugten für den Zwe> eine Kathedral - Steuer und ließen die Ausdese- rungen beginnen; so wird nun seit 6 Jahren mit ununterdrochenem Eifer gearbeitet. Obgleich es. nicht auf cine VoUfüdrung des Unvollendeten, sondern nur auf eine Eraänzung

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in Bereitschaft, und hierauf wurde nach dem Besuche des bota-

Munster - Kirche in Bonn in Augenschein | Königl. Hoheit geruhten, zu der in Jhrem | fämmtiicber ; so wie des Stadt- | Nach aufge- | no<

Die Studirenden brachten am Abend den | Ausschluß Hohen Gäslen unter Musik und allgemeinem Zusirömen des Bolks |

Reit Zerstórten und auf eine Sicherumg vor abgesehen ist, so wird do<h noch eine: lange Neide von Jahren die Arbeit fortgeseßt werden müßen, ehe duese l erreicht sern wird. Die von des Könias MWMajéesiät bereits ewiesenen 105,340 Ntblr. tmd der teuer der lezten 5 Jahre de>en orderii& zur Hälfte; deun bloß Í des (Rehr 4 16th; 015 T pri d Domtirch p Lau Oi 1544 c A4 A m Tre F mit ( d Thurms, ift 284,000 Rthblr. geshäßt. Des Königs Majestät haben der Hoffmmg no< Raum gelas: sen, daß au<h no< fernere Znschússe erfolgen werden; allein die G n don T5 P auch an den Tag legen,

» at a av N Î Y ° nD Nheinländer und Westphalen jollen un

daß sie hohen Werth auf die Erhaltung dieses hehren Denk: mals seken: daß fle die väterliche Fürsorge des Königs Majestät zu schaßen wissen. Sie kömen dieses am besien dadur< zn er- fennen geben, daß sie bei der jest ausgeschriebenen Kollekte, jeder nach seinem Vermögen, Beiträge reichen. Die jezigeu ZYJeitaez noísen werden den Vorwurf nicht auf si laden woUen, daß fie niht einmal zu erbalten vermöchten, was ihre Vorfahren Gro: ßes und Ehrwürdiges ibnen hinterlassen.“

Vhn einer zu Elberfeld am Lten d. M. gehaltenen reftorial-Raths-Versammlung der Rheinish:Westindishen pagnie wurde folgender Beschluß gefaßt: „Jn Erwägung, daß

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