1831 / 170 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

d. nur 26 Individuen erkrankt und in dem städtischen Hospitäl in Bagetelle nur no< 19 Cholera-Kranke befindlich.

Die Hannöverschen Nachrichten enthalten folgende Bekanntmachung des Königlich Hannöverschen Kabinets - Mini- steriums, die Cholera betreffend. „Obwohl zu hoffen steht, daß den mit der ruhmwürdigsien Vorsicht getroffenen Vorkehrungen der Königl. Preußischen Regierung, so wie den, in den hiesigen Landen und in den benachbarten Deutschen Bundes - Staaten unverzüglich angeordneten, die Abhaltung der aus der Ostsee kom- menden Schiffe bezweckenden Quarantaine-Maaßregeln es gelin- gen werde, das Eindringen der Cholera im das hiesige Königreich zu verhindern, fo ist jedo bei dem in mehreren Ostseehäfen er- folgten Ausbruche dieser Krankheit die Möglichkeit des Gegentheils Vvicht zu verkennen, und es hat daher von Uns für rathsam er- achtet werden müssen, Uns nicht bloß auf jene wegen Abweh- rung der Cholera durch die betreffenden Landdrosteien bereits er- lassenen Verfügungen zu beshränken, sondern {on jeßt diejenigen Borschriften zu ertheilen, welche sür den Fall zu beobachten sehn werden, daß die Cholera den hieslgen Landes-Gráänzen sich nähern oder aber im Königreiche wirklih zum Ausbruche kommen sollte. Fndem Wir mm die diese Borschriften enthaltenden Jnstructio- nen, bei denen Wir die von der Königlich Preußischen Regierung getroffenen Bestimmungen in allen wesentlichen Punkten beibe- halten und solche nur hier und da den befonderen Berhaltnisseu der hiesigen Lande angepaßt haben, zunächst den ODbrigfkeiten und Gemeinden des nördli belegenen Theils des hiesigen Königreichs und demnächst erforderlichen Falls auch den übrigen Landes- Distrikten mittheilen lassen werden, vertrauen Wir, daß für den unverhofften Fall, da, aller dawider angewandten Maaßregeln ungeachtet, die Cholera den hiesigen Landen sich nähern oder in dieselben eindringen sollte, sämmtliche Gemeinden und Einwoh- ner den vorgeschriebenen, lediglich ihr eigenes Wohl bezwecenden Anorduungen bereitwilligst sich fügen und nicht einer kleinmüthi- gen Furcht sich überlassen, sondern mit den obrigkeitlichen Be- hörden, auf deren diensteifrigste Thätigkeit Wir in dieser wichti: gen Angelegenheit mit voller Zuversicht rechnen, alle ihre Kräfte vereinigen werden, um die weitere Verbreitung der Cholera zu hemmen und deren möglichst baldige Vertilgung zu vefördern, indem die Erfahrung lehrt, daß durch zwe>mäßige Vorkehrungen auch diesem gefährlichen Uebel erfolgreich entgegengewirkt wer- den kann. Nicht minder e erwarten Wir von allen Aerzten und Wundärzten , daß sie, wenn die Cholera ausbrechen sollte, 2 mit Eifer, Umsicht und Thätigkeit der Kranfen sich annehmen [ , und auf das bereitwilligste dahin eilen werden, wo ihr Rath und L ihr Beistand erforderlich isi. Endlich haben Wir den Abdruck

einer Belehrung über die zu beobachtenden Vorsl{<htsmaßregeln, um si gegen die Cholera möglichst zu schüßen, so wie über die bei dem, ersten Ausbruche derselben bis zu der unverzüglich her- beizurufenden Hülfe eines Arztes vorläufig anzuwendeuden Mit- tel verfügt, und empfehlen sammtlichen Einwohnern , damit fich bekannt zu machen und eintretenden Falls danah zu versahren.

Hannover, den 13. Juni 1831.

Zur Regierung des Königreichs Hannover verordnete Vice-König,

Staats- und Kabinets - Minister und Geheimer Rath.

Adolphus.“

Anch die Französishe Regierung hat nunmehr Vorsichts- Maaßregeln zur Abwendung der Cholera getroffen. “Der Mo: niteur vom 12, Juni enthält in dieser Beziehung ein Rund- {reiben des Präsldenten des Minister- Raths an sämmtliche Sanitäts-Behörden, worin angeordnet wird, daß bis auf weiteren Befehl alle aus der Ostsee fommeude Schiffe ohne Ausnahme gehalten sehn sollen, einen Gesundheits-Schein vorzuzeigen. Die aus den Russischen Häfen des Schwarzen, des Asowschen Mee- res und der Osisee fommenden Schiffe sollen als aus angestecten Gegenden fommend angesehen und als solche einer Quarantaine

i von 15 bis 25 Tagen, wenu sie giftfangende, und von 10 bis 15 Tagen, wenn sie nicht giftfangende Waaren ‘enthaiten, un- cerworfen werden. Derselben Quarantaine müsen sich alle übrige, aus angeste>ten Häfen kommende Schiffe unterziehen. Schie, die aus Russischen Häfen kommende Waaren an Bord nehmen, ohne Vorsichts- Maaßregeln zu treffen, oder die aus Ländern kommen, die, ohne getroffene Vorkehrungs-Maaßregeln, in Communication mit jenen Häfen stehen, sollen als verdächtig betrach- tet und einer Quarantaine von 10— 15 Tagen unterworfen werden. Die aus nicht angeste>ten Häfen. der Ostsee fommenden Schiffe haben eine leichte Quarantaine von 5—8 Tagen, wenn sie gift-

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E ————

“Bekanntmachungen.

Von dem Königl. Preuß. Hofgerichte von Pommern und Rügen werden auf Anhalten der Vormünder der Kinder des verstorbenen Hauprmanns Christian Ludwig von Barneckow auf Lanken die fr ihre Pupillen die väterliche Erbschaft nur mir Vorbehalt der gesetzlichen Zugeständnisse angetreten haben alle diejenigen, wel- che air die Verlassenschaft des defancti und inébesondre an die da- zugehörigen auf Jaëmund belegenen Gürer Lanken - Kloster , Dar- gat, das A>kerwerk Buddenhagen , das Braugehbft und sonstigen Antheil in Sagard, die Droschwißer Schmiede und den Schlöner Acker, ingleichen den v. ‘Barneckowschen Antheil in dem auf Witr- tow belegenen Gute Putgarten, Real- und Personal - Ansprüche haben , vorgeladen, solche am 13. Mai oder 10. Juni oder 9. Juli d. I. hierselbst anzugeben und zu bescheinigen, mit der Androhung, daf sie sonst vermittéls| der am 30. Juli d. I. zu erlassenden Prâ- clusiv - Erkenntniß damit werden ausgeschlossen und abgewiesen werden.

Creditores, denen das hiersclbst attestirte Schuldenverzeichniß vorgelegr werden wird, find jedoch von solcher Anmelduna befreiet, und bewirkt eine Anzeige von ihrer Seite keinen Kostenersag.

Datum Greiféwald , den 5. April 1831.

Kduigl. Preuß. Hofgericht von Pommern und Rügen. v. Möôll er, Director.

A n j éi g

Obaleich ih die emaillirten Porzellan-Zähne zuerst, und zwar con vor 10 Jahren durch die hiesigen Zeitungen bekannt gemachte und empfohlen habe, so ist mir doch durch die bisher damit ge- machten Erfahrungen die Ueberzeugung geworden, daß dabet vorsich- tia die Srellung der Zähne im Ober- und Unterkiefer berücksichtigt werden müsse, und daß dieselben daher nichr in allen Fällen an- wendbar siad, vielmehr die Anwendung derselben oft ganz unstatt- haft is; weder dic tünstlichez, noch die naturlichen Zähne können dem;ufolae völlig entbehrt werden. Vielen Personen, die sh hier und in Paris Porzellan-Zähne haben eirsezen lassen, habe ich solche durch natürliche oder künstliche Zähne erseßen müssen, und viele (olcher, als ganz unstatthafr befundener Garnituren liegen zur belie- biaen Ansicht bei mir vor. Jn den Fällen jedoch, wo die Anwen- dung derselben durch den Bau der Kinulade und der Stellung der Zähne gerechtfertigt seyn sollte , bin ih im Stande, dieselben nach

- e

den neuesten und verbesserten, französischer und englischer Zahnärzte

1076 fangende, und von 3—5 Tagen, wenn sie nicht giftfangende Waaren an Bord haben, zu bestehen. Bis auf weiteren Befehl wird auf die- aus der Ostsee fommenden Schiffe nur das Mini- mum der Quarantainezeit Anwendung finden, Die beiden strengen Quarantainen können nur auf folgenden Punkten abgehalten wer- den: Auf den Rheden von Marseille und Toulon von den aus der Levante kommenden Schiffen, von den übrigen auf der Jn- sel Tatihou (Departement des Kanals), der Insel St. Michel (bei l’Orient), der Rhede von Trompeloup (Dept, der Gironde), an der Spiße du Hoc, bei Hâvre, in Treberou (Dept. des Füui- ftère) und in der Quarantaine-Anstalt von Bahonne,

VFun der Warschauer Staats-Zeitung befindet sich fol- gender Artikel tiber die Cholera:

„Der ungünstige Erfolg der bei der jetzt herrschenden Krankheit Cholera morbus vorgeschiebenen Hcilmethode bewog denkende Aerzte, auf Mittel zu sinnen, deren Anwendung der gewaltsamen Steige- rung des bereits vorhandenen Ucbels vorbeugen könnte. Das Blut- lassen muß bei dieser Krankheit, wo cine außerordentliche Entkfräftung das erste Zeichen is, und wo das Gefühl eines Mangels an Kräf- ten alle andere Zufälligkeiten begleitet, cher schädlich als heilsam scyn und darf nur in den Fällen empfohlen werden, wo man es aus RÚcksicht auf den individuellen Zustand und Bau des Körpers nicht zur Heilung der Krankheit, sondern zur Vermeidung von mög- lichen nachtheiligen Kongestionen des Bluts bei ihrer weiteren Ent- wi>elung für nothwendig hält. Da aber diese Krankheit selten voll- blütige und starke Personen überfällt , so kann man das Blutlassen feinesweges als cin überall heilsames Mittel ansehen, wie mich meine eigene Erfahrung hinreichend Überzeugt hat. Kalomel oder üßer Merkur reizen den Speisekanal und wirken gewöhnlich laxirend, können daher auch bei dieser Krankheit keine günstige Wirkung thun, um so mehr, als dabei gar fein entzündcter Zustand vorhanden ist. Opium is zwar unläugvar empfehlenswerth, weil es gewaltsame Auslecrungen verstopft, wie sie bei dieser Krankheit von . oben und unten ununterbrochen fortdauern; aber die Erfahrung hat gezeigt, daß kleine Dojen Opium keinen Erfolg haben; in Masse angewandt aber, wird dieses Mittel oft sclbst gefährlich und führt durch narkd- tische Vergiftung den Tod des Kranken herbei. Unter allen ange- priesenen Heilmitteln scheint das Einnchmen von warmem Wasser das wirksamste zu seyn. Doch mdchte dieses Mittel für“ sich allein zur Heilung der wirklichen Cholera schwerlich hinreichend scyn. Ohne dahex der Ansicht anderer Acrzte und den von ihnen angez- wandten Mitteln zu nahe zu treten, halte ih es doch für metae Pflicht , das Publikum von den Mitteln zu benachrichtigen, welche mir mein Nachdenken bei Heilung der Cholera an die Hand gege- ben und die Ecfahrung mît dem günstigsten Erfolg gekrönt hat. Zuerst hatte ich in meiner Privatpraxis unläugbare Beweise in die- ser Beziehung aufzuzcigen, und ich berufe mich hierbei auf das Zeugniß der Doktoren Remer aus Breslau und Hille aus Dres- den, welche von ihren Regierungen abgeschi>t worden sind, um Úber diese bei uns herrschende Krankheit Beobachtungen anzustellen. Sodann, nachdem mir seit zwei Wochen die Heilung der von der Cho- lera Befallenen in dem im Krzeminskischen Hause bc ndlichen Mikitair- Hospital anvertraut worden, habe ih von der Zahl der während die- ser Zeit hinzugekommenen Kranken keinen Einzigen verloren ; viel- mehr geht bei Anwendung mciner Methode die Genesung so {nell von Statten, daß in 5 Tagen die Heilung als beendigt angeschen werden kann. Zur Bestätigang dieser Wahrheit berufe ih mi hier auf das Zeugniß des Dirigirenden von besagtem Militair - Hospital, Professors Doktor Szczuzki, so wie der Doktoren Sauvan und Enoch,/ welche, zum Besuch meiner Kranken von mir eingeladen, meine An- gabe für richtig anerkannten. Eben o haben sich der Kurator, die Offiziere und Beamten, welche in diesem Lazareth angestellt sind, von dem erwünschten Erfolg mciner Methode mit eigenen Augen Überzeugt. Meine Heilungsart bestcht darin, daß ich dem Kranken, nach Ver- hältniß der Umstände, alle zwei oder drei Stunden 3 Gran magiste- rii Bismuthi mit cinem Zusaß von Zucker eingebe; außerdem lasse ih den Kranken etwas Melissentrank einnehmen, und wenn der Schmerz in Händen und Füßen sehr heftig is, so lasse ich ihm die- selben mit ciner erwärmten Mischung von einer Unze liquoris aino- nii causfici und 6 Unzen spiritus anzelicie compositi einige Male des Tages cinrciben. Dies muß zuweilen 48 Stunden hindurch ununterbro- <en fortgescßt werden, bis sich cine Absonderung von Urin cinstellt, welche bei dieser Krankheit im Allgemeinen sehr gering und fast ganz gehemmt ist, wenn gleich das Brechen und Laxiren schon zeitiger aufhört und oft die natürliche Wärme an Händen und Füßen ers später zurü>kkchrt. Jn den Fällen, wo die Zunge des Kranken mit starkem gelblichen Ueberzug belegt ist, pflegt ein Zusaß von 3 Gran Rad. rhei tosti auf jede einzelne Dosis des obigen Arzneimittels sehr vortheilhaft zu seyn. Der Arzt muß die Geduld nicht verlieren und kein anderes Mittel, weder vor noch nach Eingebung des Bismuthum, anwenden, weil dies dessen Wir- kung vernichten würde. Sobald sich Absonderung des Urins einge-

Allgemeiner Anzeiger für die Preußishen Staaten.

Dieses Buch is, wie der Herr Verfasser in der Vorrede be |

mit denen ih |ets in Verbindung stehe, anzufertigen, und kann den Preis derselben um o billiger stellen, da ih nichr nothig habe, sie von Paris zu beziehen, so, daß selbst weniger Bemitrttelte davon Gebrauch machen fönnen. Wie ich seit 18 Jahren durch Solidität und Dauer meiner Arbeiten das Vertrauen eines geehrten Publi- fums mir erworben habe, sv hoffe ih dies dur< meine fünfcigen Leistungen völlig befestigt zu sehen. Berlin, den 14. Juni 1831. S. Wolffsohn,

Königl. Hof-Zahnarzt. Unter den Linden Nr. 31.

Literarishe Anzeigen. Bei Brandenburg in Berlin, Ober-Wallsraße Nr. 6, sind folgende. Werke zu billigen Preisen zu haben:

Conversations-Lexicon, 7te (neueste) Auflage in 12 gr.

8vo.-Bdn., auf weißem Papier mic großem Druck für 15 Thl. Dasselbe Werk, frihere Auflage, jedo<h eben so vollständig

als die neuecse Auflage, in 17 guten neuen Bänden für 10 Thl. Sch illers sämmtliche Werke, 22 Halbfranzbände mit Kupfern

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Kouebues sämmrliche dramatische Werke, 44 Halbfranzbände. |

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Van der Velde sämmtliche Werke, 25 Halbfrzbde. (Ladenpreis und Bd. 25-Thl.). 15 Thl. ; i / Wielands sämmtliche Werke, 48 Halbfrzbde. Velinpapier. (La-

dengpreis und Bd. 92 Thl). 30 Thl. Herders sämmtliche Werke, 46 Halbfrzbde. (Ladenpr. und Bd. 50 D), 24 D Beckers Weltgeschichte neueste Auflage, 14 Halbfrzbde. 15 Thl. Thaers Grundsäse der rationellen Lanowirthschaft, (nach Preuß. Maaß und Gewicht), 4 Dheile in Halbfrzbde. 8 Thl. Verhandlungen des Berliner Garten - Vereins. 14 Lieferung. (Ladenpreis 30 Thl.). 14 Thl.

Bei Duner und Humblot in Berlin ist so eben erschie- nen und in allen Buchhandlungen zu haben :

GLuUnbrig Der. CAEMi e,

897

zum Gebrauche für die Schüler höherer Lehr - Anstalten. Unorganische Chemie: 15 sgr:

fiellt hat, kann man noch einige Tage hindurch früh und Abey ein Pulver eingeben. Da es in der, Provinz hâufig an uni c und an Apotheken- fehlt, so rathe i oder sagten Pulver zu verschen, welche #0 wenig ftosten- deren zeitigem Gebrauch oftmals das Leben des Kranken abhiy

Nur sehr vollblütigen und jungen Personen fann man 6—8 Uny Blut lassen, und wenn sich die Kranken über heftige Schmerzen | der Magengrube selbst beklagen, so muß man ihnen 12 bis 16 Bly Pulver eingegeben werden.

mir angenehm, das Publikum benachrichtigen zu kdnnen, daß di( meine Heilmethode, welche der Doktor Malcz dem Doktor Mik linsfi, der das Hospital für Cholerakranke in der Bagatelle dirigi mitgetheilt hat, von diesem thätigen und einsichtsvollen Arzt , t aus seinen Berichten deutlicher erschen werden kann, mit dem gli

i ansehen, che thnen jene besagten i

lichsten Erfolg angewandt worden ist. Warschau, den 11. Funi 1831.

Verein für Pferdezucht und Pferdedressur.

Am 18ten Funi Nachmittags fand in der Bahn des Hen i

Stallmeisters Seeger die Verloosung der vou deim Verein | Folge der Konkurrenzen gekauften Pferde statt. Bei der Ziehy fielen die Gewinne in nachstehender Reihefolge : 1) auf Nr. 1679., Hr. Graf v. Herzberg auf Trabehn h Neu-Sttettin, der Rubens. 2) auf Nr. 1472., Hr. .v. Winterfeld auf Cadow bei Fanny der Orion. Z) auf Nr. 338., Hr. Rittmeister v. Vismark, der Aly. 4) auf Nr. 375., Hr. Hof- Marschall v. Rochow auf Stüly der Dagobert. ; 5) auf Nr. 27 4., Hr. E. Uphagen in Danzig, die Clementiy 6) auf Nr. 347., Hr. v. Gröning aus Bremen, der Sitz auf der Bahu zu Auflam. | Fz. v. ÉEckard stein. v. Willisen.

Könizgiiche Schanspiele, Montaa, 20. Juni, dra, T-auerspiel in 5 Abtheilungen, Vorher: Zwei Nichten s Eine, Lusispiel in 2 Abtheilungen. Königstädtisches Theater. Montag, 20, Juni.

in Z Akten. Hierauf: Das Fest der Handwerker.

Auswärtige Börsen. Amsterdam, 14. Juni.

Niederl. wirkl. Schuld 39. Kanz-Billets 143. Russ. (bei [Lo

Vesterr. 5pruc, Metall. 81.

Hamburg, 17. Juni. Gesterr. 5proc. Metall. «25. 4proec. 705: Russ. Engl. Anl. 8&4. Poln. 8:7

Wien, 14. Juni. 5proc. Metall. 814. 4proc. 704. Bank-Actien 1037f.

Bank - Actien 104

NEUESTE BGŒRSEN-WNACHRICIITEN.

Paris, 13. Juni. cour. 89, 70. 3proc. pr. compt. 61. 65. 5proc. neue Anleihe der 120 Mill. 89, 60.

1227. 1225. Partial-Oblig. 1157. 1155. B. Poln. Loose 433. 43#-

Redacteur Fohn. Mitredacteur Cottel.

Gedruckt bei A. W. Hayn.

merkt, auf Veranlassung des Curatoriums der Gewerbschule l Be-lin entworfen, und für den chemischen Unterricht zunächst ai

dieser Anstalt bestimmr. So wie ein solches Buch hier schon langst F entbehrt wurde, möhce es wohl auh im Allgemeinen bei diestt F

Arc Uaterricht ein Bedürfniß geworden seyn. Es enthält in möp lichster Kürze die Hauprpunkre, die durch den mündlichen Unter richt und durch die Versuche näher erklärt werden, und wird übe haupt bei chemis<hen Vorlesungen den Zuhörern ein brauchbart Leitfaden seyn. Die Herren Lehrer, welche es bei ihrem Unter richte einführen wollen, verweist der Herr Verfasser auf Berzelius Lehrbuch der Chemie, welches diesem Compendium zu Grunde liege,

Am Verlage der Gebrüder Bornträger zn Königsberg if so eben erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben, (in Berlin namentli<h in der Enslinshen Buchhandlung, Breit Straße Nr. 23):

Han od uh Cbr dlé

firhlihe und Schuls-Geseßgebung,

für den ganzen Umfang der amtlichen Stellung des Geistlichen im Preußischen Staat,

mit besonderer Verüksichtigung von Oftpreußen und Litthauen l ; |

vom Prediger J. C. F. Bro. gr. 8vo. 382 Bogen. 2 Thl. 10 sgr.

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des

j ärztlidi < jedem Guts8besih

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Zproc. Rente pr. compt. 89. 65. fi sin cour. 61. 7h 5proc. Neap pr. compt, 69. 75. lin cour, 69. 90. Sproc. Span. perp. 5A Franffurt a. M., 16. Juni. Oesterr. 5proc, Metall. 80 8022, 4proc. 692. 6977. 2zproc. 425. 1proc. 183. Br. Bank-AF Loose zu 100 Fl. 157Þ T über die Einzelnheiten der Schlacht vom 14ten (26.), welche Be-

Î richte hier nebst allen Beilagen mitgetheilt werden. Î1) Unterthänigster Rapport des Ober-Befehlshabers

Dr. Le o. M

pachowsfi, über Lübe nach St, Petersburg.

Fm Schauspielhause auf Begehren : Ps

Herr Joseph und Frau Baberl, ode Der Viehhändler aus Oedenburg, Wiener Lofkalposse mit Gesa

Ä den Adels - Deputirten des Gouvernements Witepsk, Herru von ASzadursfi, zum Kammerjunker des Kaiserlichen Hofes ernannt.

| Rapport Sr. Kaiserl. Hoheit des Kommandirenden des Garde-Corps ; Garde-Corps vom 30. April bis zum 13. Mai, 12. —25. Mai dar- E zulegen, woraus Ew. Majestät zu erschen geruhen, daß der Rüc{zug F jenes Corps, ungeachtet der Uebermacht der Rebellen-Armee sowohl

E wo sie

f

denten Dr. N iß\< zu Wittenberg den Rothen Adler - Orden ajveit

Orden zu verleihen geruht.

M Majestät des Königs) ist nach Halberstadt abgegangen.

Nachrichten: „Der Ober-Befehlshaber der aktiven Armee Gene- Djestät dem Kaiser Nachstehendes, über die Nesultate der am

14. (26.) d. M. den Rebellen bei Oftrolenka geliefer- ten Schlacht: :

Ÿ ergriff,

È in einem Zustande, der nicht die entferntesten

[D Rapport Sr. Kaiserl. Hoheit des Kommandirenden

| der Operationen der Gardetruppen gegen die Rebellen , April bis zum 13ten Mai, v 7 Micht halte, Ew. Excellenz die

i Xeit, die Géneral- durch Geschiklichfert, Muth und

| bei Zoltki mit Gewalt zu exzwingen. : General - Majore Polâschfa und Graf Nostiz/

Allgemeine

Preußische Staats-Zeitung

7 170.

R I T I Ee 1 L At D T L I T-Z

T RTI T KiZ R eman ————

Amtliche Nachrichten.

i Nron(l bes Tages Seine Majestät der König haben dem General-Superinten-

4 O

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er Klasse mit Eichenlaub zu verleihen geruht. Seine Majestät der König haben dem Prinzen Viktor (madeus zu Jsenburg in Offenbach den St. Johanniter-

Dame E S

Der Justiz: Kommissarius Höpfner zu Fürstenwalde is zum Notarius im Departement des Ober- Landesgerichts zu Frank- urt a. d. O, ernannt worden.

Se. Königl. Hoheit der Prinz Wilhelm (Sohn Sr.

Abgere i st : Der Kaiserl. Russische General-Major v. War -

C E ELEE L E E E L Ä H E E P I E

Zeitungs-Nachrichten.

Ausland.

Rufßland, St. Petersburg, 11. Juni. Se. Majestät der Kaifer haben

Die hiesigen Zeitungen enthalten folgende .Armee-

ral Feldmarschall Graf Diebitsh-Sabalkanskfi berichtet Sr. Ma-

¡Rach dieser Schlacht, in welcher die Rebellen, troß ihres hôchfi verzweifelten Widersiandes so tapfer von unseren Truppen geshlagen wurden, retirirte dîe Havptmacht ihrer Armee, in der

größten Verwirrung, mit Zurücklassung ciner Menge Verwundeter und Erschöpfter, die immerfort zahlreich eg werden. Die Rordertruppen unserer Avant-Garde, welche die Empdrer verfolgen, vesezten am 17. (19.) Sierozk und Zedrt/ und die Rebellen havett/- n«< \<hn&ller Flucht, kaum auf dem linken Ufer des us Posto ge- faßt, nachdem ste den Fluß passirt und die Brúcken sowohl Äber det Bug bei Zegrz- als Über die Narew bei Sierozk hinter sih zersört hatten. Ünsere Avant - Garde , befchligt von dem General von der Kavallerie, Grafen Witt, befindet sich bereits in Pultusk, wohin am sten auch die Hauptmacht der Armee rücken sollte.//‘/ | „Zugleich sind vom Ober-Befehlshaber folgende einzelne Rapporte eingegangen : 1) Ueber die Operationen des Garde- Corps am 30. April, (12. Mai),. vor der am 13. (25. Mai) geschehenen Vereinigung desselben mit der Haupt-Armee, und 2)

der aftiven Armee vom 19. (31. Mai) aus Oftrolenka. „Fch habe das Glú>k, Ew. Kaiserl. Majestät im Original den

nebst der beigelegten Beschreibung der Operationen der Truppen des

als der forcirten Märsche, dennoch mit der ausgezeichneten Ordnung und Regelmäßigkeit vor sih ging, deren sich Ew. Majestät Garden stets rühmen konnten. Sobald das Garde-Corps aber die Offensive verfolgte es die Emydrer, ohne sie zu Athem fom- men zu lassen und ohne selbst an Erholung zu denken, indem es in drei Tagen gegen 110 Werst zurü>klegte. Nach so angreifen- den Märschen sah ih dies ausgezeichnete Corps, als es gestern durch Osirolenka zog, voll; Freude, ja ih kann sagen: voll Bewunderung

puren von Erschdpfung jeigte; die Leute hatten dasselbe wa>ere und gesunde Ausschen, wie Petersburg - die Munition war in der vollkommensten Ordnung, die Pferde wohl bei Leibe. Kurz, man kann diesen Truppen keinen besseren Zustand wünschen, als den, in welchem sie sich jeßt unter dem Befehle Sr. Kaiserl. Hoheit befinden, Hdchstderen unermüdlicher Vorsorge sie so viel verdanken. Dieses Ew. Kaiserl. Majestät zu bezeugen, halte ih für meine heilige Pflicht.//

des Garde-Corps an den Oberbefehlshaber.

¡Fch habe die Ehre, anbei Jhrem Ermessen die Beschreibung vom 30sten

vorzulegen. Jndem ich es für meine ( : apferkeit, Unermüdlichkeit und gus=- Be Ordnung dieser Truppen, #0 wie den kriegerischen Keist, der sie alle ohne Ausnahme beseelt, zu bezeugen / iebt, gegen die Emydrer fechten und in vollem Maße das Vertrauen rechtfertigen, welches der Kaiser unausgeseßt. diesem Corps zu erweisen geruht, erachte ich es zugleich für meine erste Obliegenheit, zur Kunde Ew. Excellenz zu bringen, daß ih bet allen Anordnungen in Bezichung auf die Operationen der Garde-Truppen den auf wahren Nußen und vieljährige militgirische Erfahrung ge- gründeten heilsamen Rathschlägen des bei dem Garde-Corps gegen- wärtigen General-Adjutanten Fürsten Schtscherbatow vorzüglich viel zu verdanken habe; für die musterhafte Ordnung aber, mit wel- cher der shwierige Rückzug, im MgestGte der ganzen Rebellen- Armee, von Sniadow bis hart an dîe Narew vor sich ging/ der wohlberechneten Geschicklichkeit und dem ausgezcichneten militairt- hen Talente des General-Adjutanten Bystrôm verpflichtet bin, der îïtets die von ihm befehligten Truppen gufzumuntern weiß. Der General-Adjutant Schenschin hat durch seine ausgezeichnete Tüchtig=- keit im Felde, so wie durch seine verständigen Anordnungen, der Ge- neral-Major Bergmann durch seine persönliche exemplarische Tapfer- ajore Ssumarokow und Bibikow Jeder von ihnen seltene Kaltblütigkeit gemeinschaftlich dazu beigetragen, die Empdrer daran zu verhindern , den Uebergang Der General-Adjutant By=

strôm ertheilt seinerseits das größte Lob dem Verfahren der Herren

Berlin, Dienstag den 21e Fun i,

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1831.

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Geistesgegenwart und klugem Ueberbli> jedes Unternehmen der Gegner vercitelten und durch ihr persönliches Beispiel den Muth der Truppen anfeuerten ; ferner dem General-Major Gerbel, der die Artillerie der Avant-Garde befehligte, und durch seine Unerschro>en- heit, gestüßt auf seine vieljährige Kriegserfahrung/ zur Erfechtung der Vortheile Über die Empdòrer viel beitrug; dem General - Major Schilder, den seine rastlose Thätigkeit und vollkommene Sachkennt- niß stets ausgezeichnet haben; besonders aber dem General -= Major Statkowsfi, stellvertretenden Chef des Stades bet der Avant-Garde, der dem General - Adjutanten Bystrôm der nüglichste und eifrigste Beistand im Gefechte war. Bet dieser Gelegenheit mache ih mil’s noch zur Pflicht , Ew. Excellenz den glänzenden Muth, die thätige Umsicht und die unermüdlichen Ansirengungen zu bezeugen, welche der Oberst Weymarn , stellvertretender Chef des Corys- Stabes , der Ober - Quartiermeister des Garde-Corps, Oberst Tutschkow, und der Ober- Quartiermeister der Avant - Garde, Oberst Brúmmer, be- wiesen haben.‘/ (Fortseßung folgt.)

Vor einigen Tagen kehrte der Minister des Junern, Graf Sakrewski, der zugleich General-Gouverneur des Großfürstenthums Finnland is, von Helsingfors in die hiesige Residenz zurü.

Die hiesige akademische Zeitung enthält eine ausführ- lihe Beschreibung und Kritik des Gemäldes des Professors Krü- ger in Berlin, eine große Parade der Königl. Preußischen Gar- den vorstellend.

%n Moskau wurde die jährliche Ausstellung von einheimi- hen Gewerb - Erzeugnissen am 29. Mai eröffnet; sie ift in 18 Sálen nach jeder Gattung von Fabrifaten vertheilt und beson- ders reihhaltig an Maschinen, unter denen sih eine zur Verser- tigung von Kaschmir - Shawls auszeichnet, welche der Besiger vor dem Publifum arbeiten läßt. Zu dieser Ausstellung, die 5200 Nummern zählt, lieferten 480 Fabrikanten Beiträge.

Der Prásident des Lievländischen Ober-Konsistoriums, Graf Mellin, hat ein Kapital von 1800 Alberts - Thalern ausgeseßt, von dessen Juteressen alljährli<h Bibeln und andere nügliche Bü- er, baares Geld oder Effeften unter diejenigen von der Lievlän- dischen Bauernschaft beiderlei Geschlechts vertheilt werden sollen, welche dur< ächte Religiosität, gute Sitten, ordentliche Haus- haltung, nüßliche Jndustrie, Pflanzung, Schonung und Aussaat von Holz, gute Behandlung der Thiere oder sonst etwas Tugend- haftes und Gutes sich vor Auderen rúhmlichst auszeichnen.

Nach Berichten aus Archangel vom 27. Mai, war dort noch fein fremdes Schiff angekommen; die innere Schifffahrt war aber in voller Thätigkeit.

Bis vorgestern waren in Kronstadt 460 Schiffe angekon: men und 172 abgesegelt.

P o-l en.

Warschau, 16. Juni. Vorgestern war die geseßliche Voll zahl der Landboten-Kammer nicht zusammengekommen; da jedoch die zur Berathung vorliegenden Gegenstände für sehr dringend gehalten wurden, so vereinigten sih beide Kammern, dem Reichstags-Beschluß vom 26. Februar d. J. zufolge, und hielten eine gemeinschaftlihe Sibung. Bei Eröffnung derselben zeigte der Finanz- Minister Senator Kastellan Dembowsfi der Ver- sammlung an, daß er, den Befehlen der Regierung gemäß, das Finanz-Ministerium übernommen habe, gab dann eine furze Schil- derung von der jeßigen Lage des Schaves und stellte dar, wie sehr derselbe ershöpft seh und der schleunigsten Unterstüßung be- durfe. Sodann fam ein Geseß-Entwurf folgenden Inhalts zur Verhandlung: „Die Senatoren- und Landboten-Kammer haben auf Antrag der National - Regierung und nach Anhörung der Reichstags-Kommissionen, in Betracht, daß, um si ferner noch in die Möglichkeit zu verseßen, die Kosten zur Erhaltung der bereits vermehrten und noch zu vermehrenden Streitkräfte dec Na- tion zu deen, die Nothwendigkeit eintritt, die Einkünfte des Staats-Schaßes nah Verhältniß der si<h steigernden und unvermeidlichen Bedürfnisse unverzüglich zu vergrößern, be- {hlo}en und beschließen, wie folgt: Artikel 1. Für die Bedürfnisse des Landes wird auf ein Mal die Erhebung einer außerordentlichen Steuer beschlo}sen. Artikel 2. Als außerordentliche Steuer sollen in die öffentlichen Kassen entrich- tet werden: a) von der 50pCtigen und 40pCtigen geistlichen und Lehnsgüter-Ofiara, # der jährlichen Gebühren; b) von der 20: und 10pCtigen geistlihen Ofiara, von der 924pCtigen Grundsttüick- Ofiara, von der 5: und 10pCtigen Lehnsgüter-Ofiara, von der frei: willigen Ofiara und derjenigen von den neuen Feldfrüchten, c) von der Hubensteuer, d) von dem Mühlen- und MWindmühlen- Kanon, die Hälfte der jährlihen Gebühren; e) von der alten Rauchfangsteuer der Hauptstadt Warschau und der Stádte jedes Ranges, f) von der erhöhten Ranchfangsteuer dieser Städte, die vollen jährlichen Ge- bühren. Art. 3. Die Pächter der weiter unten erwähnten Gü- ter und Titel einer außerordentlichen Steuer entrichten: a) von dem Pacht an Privatgrundstücken , au National-, Kron-,Bergwerks- und se- questrirten Gütern, 5 pCt. von der jährlichen Brutto -: Pacht- summe; b) von dem Pacht der Consumtions- und Tabacks- Einkünste, der Wege- und Brückenmauth, 5 pCt, -von den fontraktmäßigen jährlichen Summen. Die Pächter von Gütern und von deu erwähnten Einkünften sollen ni<t das Recht haben, von Seiten derer, mit denen die Kontraïte ah- geschlossen morden sind, irgend eine Vergütigung in dieser Hinsicht zu fordern. Art. 4, Zur Vermehrung der Schayp-Ein- fünfte soll die Zoll-Abgabe, wie sie in dem geseßlichen General- Tarif bestimmt ist, um 10 pCEt. erhöht und auf diesem Fuß bis zu Ende des Jahres 1831 erhoben werden. Nr.t e 2 9D1€ in den Artikeln 2 und 3 festgeseßte außerordentliche Steuer soll

Erhebung derselben muß im Verlauf der Monate Juli und Ok- tober d. F. unter Androhung administrativer Execution bewerk- stelligt werden ; die um 10 pCt, erhöhte Zoll: Abgabe aber soll mit der gewöhnlichen Zoll-Abgabe zusammen erhoben werden. Art. 6. Außer der außerordentlichen Steuer sollen die Kontribuenten der direkten Steuern an den Staatsschaß die halbjährigen Gebühren aus dieser Quelle fúr das Fahr 1832 anticipando entrichten, und

die mit vorzüglicher

zwar neben Bezahlung der laufenden Steuern und än denselben

in zwei Raten an die Bezirks-Kassen entrichtet werden, und die

Einkünste sollen an die öffcutlichen Kassen unter dem |

Terminen, welche für die außerordentlihe Steuer im zweiten Semester des laufenden FJabres bestimmt sind. Art. 7. Mit Vol- ziehung gegenwärtigen Beschlusses wird die National : Regie- rung beauftragt.‘ Die gewaltsame Nothwendigkeit, in welche der Schaß verseßt sey, dieses Gesehes zu bedür- fen, seßten der Staats - Referendar Lesfki und der Landbote Wenzyk im Namen der Finanz - Kommission auseinander. Dex Deputirte Klimontowicz meinte, im Finanzwesen mache zweimal zwei nicht immer vier, und es sey unmöglich, von deu Steuerpflichtigen mehr zu verlangen, als sie zu geben im Stande seheu ; dennoch beruhe das eingebrachte Projekt gerade auf einern solchen Grundsas. Er zählte die Lasten auf, welche die Grund- eigenthümer {on jeyt tragen müßten, und bewies, daß diesel: ben, wenn man die gewöhnlihen Steuern und außerordentlichen Abgaben zu verschiedenen Zween einrehne, bereits 120 pEt. betrugen und also das Einkommen selbst überstiegen; deshalb sehen diese Eigenthümer außer Stande, diese neue Last zu ertra gen. Dasselbe sagte er in Beziehung auf die Einwohner beson- ders der kleineren Städte, und selbst in Bezug auf Warschau erklärte er, daß der glänzende Zustand dieser Stadt sich jest. be- deutend verändert habe, und daß, da der größere Theil der Háu- ser nicht vermiethet sey und die Wohnungen überall im Preise fielen, die Forderung von Abgaben, über das Maaß und die Möglichkeit hinaus, gewiß einen großen Theil der Hauseigen- thümer nöthigen würde, dem Schab die Administration die- ser Häuser zu überlassen. Der Senator Kastellan Sol= thf ertheilte den Nath, die von den Pächtern zu entrichtenden Abgaben noch zu erhöhen, indem er auseinanderseßte , daß die Pächter in allen Kriegszeiten am wenigsten zu den öffentlichen Lasten beigetragen hätten. Der Deputirte Jablonsfi behaup- tete, man müsse gleih den Pächtern auch die Hypothekare mit Steuern belegen. Der Landhote Swidzinsfi ging bei Be- fämpfung des Geseß- Entwurfes von dem Grundsaß aus, daß der Krieg nicht mit Steuern, sondern mit Kapitalien geführt werden mtisse. Da die im Auslande projektirte Anleihe von eiz nigen 80 Millionen Gulden, nach den so eben aus England ‘er- haltenen Nachrichten, zu Stande kommen werde, meinte er, so müsse man mit einer Maaßregel zurüchalten, welche dieje- uige Einwohner - Klasse, die gegenwärtig dem Lande die größten Opfer bringe, am meisten - bedrticken würde, und solle man in dringenden Fällen mit Auflegung von Lasten lieber bei der Klasse der Proféssionisteu, Handeltreibenden und Kapitalisten beginnen, welche bis jest den geringsten Antheil an den öffentlichen Lasten gehabt habe. Der Landbote Rembow= st i verlangte, man möchte in dem vorliegenden Geseh ausdrüi>- lih bestimmen, daß dessen Vorschriften niht auf den Theil des Landes ausgedehnt werden sollten, welchen der Feind beseßt ‘halte und zwar deshalb, damit der lebtere nit, auf den Grundsas dieses neuen Gesetzes gestüßt, von den Einwohnern dieser Lanz destheile die neu aufzulegenden Steuern einziehen fönnte. Hierz auf nahm der Finanz-Minister das Wort, um auf ‘die man: nigfaltigen Anträge zu antworten. Er bemerfte unter Anderem, daß er in Bezug auf die- im Auslande abzuschließende Anleihe noch feine Gewißheit besiße, und selbst wenn diese Anleihe zu Stande fáme, könne man do< nicht behaupten, daß sie den Bedürfnissen des Schauves noh zu rechter Zeit in den Monaten Juni, Juli und August zu Hülfe kommen würde, Sodann fügte er. no< zur Beruhigung der Besorgniß des Landboten Swidzinski hinzu, daß die Regierung nicht unterlassen würde, alle Einwohnerklassen auf gleihe Weise zu besteuern, und daß zu diesem Zweck in furzem dem Reichstage mehrere Projekte hinsichtlich einer Patent -, Klassen- und Silbersteuer vorgelegt werden sollten. Nachdem hierauf der Antrag, das- disfkutirte Projekt no< einmal an die Kommissionen zu überweisen, verz worfen worden, schritten die Kammern zur Verhandlung über die einzelnen Artikel desselben und nahmen es zuleßt mit einigen Abänderungen einstimmig an.

Die Staatszeitung äußert in mehreren Artikeln ihren Unwillen über die beabsichtigte Regierungs - Veränderung und will darin die Jntriguen und Kabalen einer Coterie sehen, welche immer bedeutender werde und auf verschiedene angesehene Mit= glieder der Kammern ihren Einfluß zu äußern beginne. So, behauptet sie, habe man Herrn Wolowski dur die Aussicht auf eine Stelle im Senat zum Stillshweigen zu bringen gesucht und ihn an der Redaction des Gesey-Entwurses über die Regie- rungs-Veränderung Theil nehmen lassen, und zwar auf ganz ungeseßliche Weise, damit er nur nichts dagegen einzuwenden haben sollte; eines no< ungeschi>teren Mittels habe man sich bei Herrn Krhsinsfi bedient, an den der Adjutant des Generalif= simus abgeschi>t worden sey, ein Manu, der, obgleich er nicht einmal mit den Russischen Gefangenen zu sprechen verstanden, do< jenem Publizisten habe Vernunft beibringen und ihn be- stechen sollen; andere Landboten habe man bei Gastmahlen gez firet und fatechisirt, ja selbst hinter der Kammer sehen geheime Npostel, Anhänger des Despotismus und Kongreganismus, verz borgen. Das genannte Blatt will alle Namen dieser Nänke- \{<mieder kennen und sle publiziren, fobald ihre Machinationen {<limme Folgen haben sollten, damit die Nation sehe, wem sie die Entzweiung der Gemüther, Zank und Hader, ja vielleicht igr Verderben, zu verdanken habe. Hierauf werden folgende Hauptpunkte angeführt, wodur< angeblich im Publifum am meisten Furcht und Schre>en verbreitet wütden : erstens, daß man die höchste Gewalt den Händen eines Einzigen anvertrauen, zweitens, daß man den Reichstag unter mancherlei Vorwänden prorogiren wolle, dann die Zurücknahme des Geseß- Eutwurfs hinsichtli<h Verbesserung des Zustandes der Bauern, ferner die Suspension oder Einschränkung der Preßfreiheit und die zu bes fürhtenden Verfolgungen , Proscriptionen und Einkerkeruno,en, wenn die Nation der Wächter ihre Fceiheiten, der Kap.imern und der Presse, beraubt wäre, endlih die Unterhandluv.zen über eine Basirung des Königreiches auf die Grundlagen ves Wiener Kongresses. Die genannte Zeitung “meint, däß es uicht an

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feierlichen Versicherungen und Declamationei (ber ächten Patrio-