1831 / 191 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

die Mittel finden ich helfe Euch. Nicht nur hofe ih zu Gott, daß er Euch Erbarmen {chenke, sondern ih glaube es fest. Nehmt Euch cin Boispiel an mic: Auch ih war strafbar und gegen meinen Kaiser ein Revell, und was erzwe>te ih“ dadur<? Daß Blut vergossen wurde viel Blut. Daß ich in Demuth niederknieen und um Gnade flehen mußte, die mir des Kaisers edles Herz auch gnädig angedeihen ließ. Spiegelt Euch an mir, und wagt cs um Gnade azrzuflchen, so wie ih es wagte, und es wird auch Euch ver- ziehen. Wücrdiget meinen freundschaftlichen Math, den ich Euch hiermit gegeben habe, wo nicht, so falle alle Sündenlast auf Eure Seelen, und alles Blut, das durch Euren Starrstun vergossen wird, soll auf und úbver Euch vergossen werden, und jedes Elend, was hier- dur den Menschen drü>cn kann, falle auf Euch Schuldige. Zum Schlusse hôrt: Geschicht es, daß ih mit meinen Serviexn gegen Euch zu Felde ziehen muß, so will ih meinem Kaiser und der Welt die Ueberzeugung geben, daß ich cin treuer Diener meines Herrn bin. Kragocvacz, den 29. Mat (1. Juni) 1531. Milosch Obreno- vich m. p./ Fürst von Servien.‘/

F-n16 n: Di

Berlin, 10. Juli. Die Königl, Regierungzu Münster belobt n ihrem Amtsblatte das Benehmen der Kreis-Deputirten des Standes der Stádte und desjenigen der Landgemeinden der Kreise Marendorf und Tecklenburg, welche auf eine Entschädigung an Neisekoñen und Diäten für die Beiwwohnung der Kreistage ver- zichtet haben. : Man schreibt ans Memel vom 6. Juli: Jn der Nähe von Polangen und ungefähr 3 Seemeilen von hier lagen geftern 8 Russische Kriegsschiffe, darunter mehrere Dreimaster, vor An- fer. Se<hszehn Kanonen sollen nah Polangen ausgeschisft wor- den sehn,

L B Æ

Cholera.

Nach den neuesten aus Danzig eingegangenen amtlichen Berichten ergiebt si< über den Stand der Cholera Folgendes:

frank Hinzuge- genesen gestorben bleiben krank

fommen 5. Zuli... 76 8 9 16 59 Pers. 13 51

G, DO 14 9 E ea D 13 1 6 57

n drei Tagen also 35 19 35 Pers.

Am

| 1162

Bis zum 6. Yuli Mittags sind abgesperrt 427, entsperrt 121, bleiben mithin no< gesperrt 306 Wohnunzen.

So wie eine erfreuliche Abnahme des Uebels in Danzig bemerkli<h wird, eben so scheint dasselbe au<h in den anderen davon ergriffenen Ortschaften sich zu ermäßiaeu, Aus den Brück- {en Amtsdörfern sind keine neue Ecfrankungen angezeigt, und die álteren sind in Rahmel um 6, im Brück unr 1 durch Genesung vermindert, Nur im leßtgenamiten Orte is bis inclusive den Zten d. M. einer der älteren Kranken verstorben. Es bleiben demnac< franf: in Rahmel 3, in“ Brück gleichfalls Z Personen. Jm Danziger Landkreise hat sich fein=neuer Er- franfungs-Fall ereignet. /

Auch in Dirschau ist bis jeßt bei keinem der Kontuma- zisten eine Erkfranfung an der Cholera vorgekommen. Zwar ift der Schiffer Borruszewsfki daselbst verstorben, jedoch nach der

| Anzeige des ihn behandelnden Arztes an einem gallichten Ner-

ven - Fieber.

Fn Schirwind, im Pillfallner Kreise (im Gumbinner Re- gierungs-Bezirke), is von mehreren daselbst angetommeuen jaisz serl. Russischen Soldaten, welche aus der Polnischen Gefangen- chaft entflohen waren, einer in dem zur Kontumaz augeiviefe- nen Lokale am 1sten d. M. mit Shmptomen der Cholera er- franft und bald darauf gestorben. Nicht lauge nachher erfranfte und starb auch cine Person, welche die Kranfen-Wartung in dem Kontumaz- Gebäude übernommen hatte. Es if auf das angemessenste dafür gesorgt worden, daß die Russischen Flücht- linge in der Quarantaine bleiben und durch sie die Krankheit nicht weiter verbreitet wccde.

Außer diesem Falle sind keine Anzeigen über verdächtige Erkrankungen aus den Provinzen eingegangen, vielmehr ift überall der Gesundheits-Zustand vollklommen zufriedenstellend.

Bei Schmalenigken slnd 61 mit verschiedenen Gegenst :nden beladene Polnische Wittinnen angekommen und haben deu Strom- Eingang in Preußen gewünscht. Es slnd dieselben aber unter Kontumaz gestellt und übrigens alle Vorkehrungen getroffen wor- den, um die Einschleppung der Cholera durch 1hre Führer oder

Ladung unmöglih zu machen.

In Schlesien ist der Militair-Cordon wegen der Weiter-

verbreitung der Cholera in Polen und namentli des Ausbru- ches derselben in Czenstochau, Siewierz und Chrzanow von Lubliniß bis zur Weichsel, Oswiencim (Auschwiß) gegenüber, verfiärkt worden. wie au< in Kaidan, unfern Georgenburg, soll von neuem die Cholera um sich greifen.

Fn Russisch Neustadt und in Willfowischken,

Königliche Schauspiele,

Montag, 11. Juli. Fm Opernhause: Das Kamäleon, Ly spiel in 5 Abtheilungen. l

Dienstag, 12. Juli, Im Schauspielhause: Die Onkel oder: Das Französische Lustspiel, Lustspiel in 1 Aft, von Múllner. Hierauf, zum Erstenmale: Arlequin in Berlin, fon hes Zauber- Ballet in 2 Abtheilungen, von Hoguet. Die d gehörige Musik ist komponirt uud arrangirt von K. Blum, F neuen Decorationen und Maschinerieen sind von dem Könj Decorations-Maler Herrn Gropius und dem Königl. Maschiny Meister Herrn Gla.

Zu dieser Vorstellung sind Schauspielhaus - Billets, y ,„„Montag“/ bezeichnet, gültig.

Königstädtisches Theater. Montag, 11. Juli.

im Feenreidhe.

Auswärtige Börsen. Hamburg, 8. Juli. Oesterr. 5proe. Metall, 794. 4proc. 674. Bank - Actien gy

Wien, 5. Juli. 4proc. 674. Part.- Oblig. 1137.

5proc. Metall. T€2, Actien 988. L S T L N dEO 24 B Badi Biie R G Es R T P S I N ZMNSAA BRIEE R NEUESTE BŒRSEN-NACURICHTEN, Paris, 4. Juli, Z5proc. Nente

66. 15. fiu cour. 66. 30. S5proc, Span. Nente perp. 47 Franksurt a. M., 7. Juli. Oesterr. Zproe. Metall,

tien 1212. 1209, Partial: Obl, 1145. 156, Poln. Loose 403. Br.

Redacteur Fohn. Mitredacteur Cottel.

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Gedruckt bei A. W. Hayn.

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Bekanntmachungen.

Das Hypotheken-Document über die auf das im Straßbur- ger Kreise belegene freie Alivdial - Rittergut Szramowo Nr. 55 (frher 179) Rubrika I111., Nr. 10 für die Wittwe Marianna von Rentbielinéfa geborne von Kalkstein, Hinsichts des für sie sub No. 9 eingetragenen Brautschaßes als Gegenvermächtniß aus dem Erbrezesse liber den Major von Nembielinekyschen Nachlaß vom 9. April 1799 und dem gerichtlichen Protokoll vom 11. Juni desselben ahres, nach der Verfügung von demselben Tage eingetragenen 1686 Thlr. gr. oder 5000 Fl. Preuß. ist angeblich verloren gegangen, und soll auf den Antrag des jelziaen Besißers des gedachten Grund- stücks amercifire werden. Es werden daher alle diejenigen, welcbe an die vorgedachre SGeldpo| und das darüber ausgestellté Dokument als Eigenthümer, Cessionarien, Pfand- oder sonstige Briefé-Fnhaber An- spri:che zu haben vermeinen, hiermit aufgefordert, sich in dem auf den 15. Oktober c. vor dem Herrn Ober-Landesgerichts - Assessor Schulze hierselbst Vormittags um 10 Uhr anstezenden Termine entweder persönlich oder durch einen zulässiaen Bevollmächtiaten, wozu denselben bei mangelnder Bekanntschaft die hiesigen Äustiz- Commissarien Schmidt, Raabe, Landaerichts-Rath Köhler und Justiz- Commissions-Narh Hennig in Vorschlag gebracht werden, zu mel- den, und ihre Rechte geltend zu machen, widrigenfalls dieselben mit ihren erwanigen Ansprüchen an das bezeichnete Document und das dafür verpfändete Grundstück werden präcludirt und thnen damic etn ewiges Stillschweigen wird auferlegt, auch das erwähnte Hypothe- fen : Dokument wird fur ungültig erflärt werden.

Marienwerder, den 14. Juni 1831.

Königl. Preuß. Ober-Landesgericht.

Oelrichs.

Edtéctal -Ladunas.

Bon uné, den unterzeichneten Gerichten allhier, wird Johann August Heinold, von hier aebürtig, welcher im Jahre 1812 den Französischen Feldzug gegen Rußland mit angetreten, und seitdem weder seinen Verwandten noch seiner Obrigkeit irgend eine Nach- richt von sich ertheilt hat, auf Antrag der Erstern hiermit geladen

den 30 November 1831; entweder in Person, oder durch einen legitimirten Bevollmächtigten an hiesilaer Gerichtsstelle zu erscheinen und sein Vermöaen in Em- pfang zu nêhmen, außerdem aber zu erwarten, er für todr er- éiärt, und sein Vernidgen an diejeniaen, welche gegründere An- sprüche daran nachweisen fönnen, werde verabfolat werden. Für den Fall seines Abiebens werden zugleich seine Erben so wie über- haupr Alle, die aus iraend einem Rechtsgrunde Ausprüche an sein Vermögen zu haben meinen, hiermit aufgeforderr, an dem benann- ten Tage vor hi?sigen Gerichten in Person oder durch Bevollmäch- tigte, bei Verlust ihrer Ausprüche, und der Wiedereinsezung in vorigen Stand, sich einzufinden, und ihre Forderungen zu liquidi- ren und zu bescheinigen, bierauf Ven anu ar 18382, der Inrotulation der Akten, und Ven 0 Pil d, ai,

der Publikation eines Urrchels aewärtig zu seyn. Im“ Uebrigen hángen die hierauf Bezug habenden Edictalien sowohl in hiestger Dorfschenke, als auch bei den Sradträthen zu Berlin, Dresden, Plauen und Groß-Glogau öffentlich aus.

Kömmlis, im Bezirk des Amtes Borna, den 31. Mai 1831.

Adelig Rexische Gerichte daselbst. Dr. Moriß Meißner, Ger. - Dir.

Das Dampfschiff Elisabeth, Kronprinzessin von P'eußen, wird in diesem Jahre 6 Fahrten von Stettin nah Puttbus so leisten, daß es am 16., 23. und 39. Juli , 6., 13. und 20. August Morgens

5 Ubr von Stettin abgehen, in Swinemünde sich eine Stunde aufhalten, und dann fogleich seine Fahrr fortseßen, am Abend in Puttbus eintrefea, am darauf folgenden Sonntage dort verweilen, “und am Montag, als am 18. und 25. Juli, 1, 8., 15. und 22. Au- gust Morgens 42 Uhr von Purtbus wieder abgehen wird, um nah einer einstüundigen Weile in Swinemünde no< an demselben Abend wieder in Stettin einzutreffen. Für die Fahrten zwischen Stettin und Swinemünde gelten die bekannten Preise von 24 Thl. à Per- son auf dem ersten Platze, 1 Thl. 4 sgr. für Kinder unter 12 Jahren, und 20 sgr. auf dem zweiten Plaue, hingegen zwischen Swinemünde und Puttbus betragen die bei dem Herrn Hins? in Swinemünde

und dem Königl. Post-Expediteur Herrn Weber- in Puttbus zu

Allgemeiner Anzeiger für die Preußischen Staaten.

lôsenden Billets 23 Thl. à Person des erfte Platzes, 14 Thl. für Kinder unter 12 Jahren, und 1 Thl. à Person des zweiten Plages. Stettin, den 5. Juli 1831. A. Lemonius,

Bevollmächtiater der Stettiner „Dampf- schifffahrts - Gesellschaft.“

Literarische Anzeigen. Von Dr. J. R. Lichtenstädt?s trefflichem Werke: Die Asiatische Cholera iu Russland, in den Jahren 1830 und 1831, nach Russischen Acteustücken und Berichtieu bearbeitet, hat die zweite Lieferung, welcher eine hdchs interessante „v vll- ständige (rabellarische) Uebersicht der Cholera-Krautken in Mosfau, mit Angabe der einzelnen Stadtrheile, und der Verstorbenen nach den verschiedenen Ständen 2c.“ beigegeben, in unserm Verlage so eben die Presse verlassen, und ist durch alle Buchhandlungen brochirt für 2 Thl. Preuß. Cour. zu beziehen. Die erste Lieferung, welche im April d. I. erschien, kostet brochirt # Thl. Berlin, 1831. Haude und Spener sche Buchhandlung.

e Bei G. Reimer, Wilhelmftraße Nr. 73, ist erschienen :

Schleiermacher, Fr., der christliche &laube nach den Grund- säßen der evangelischen Kirche im Zusammenhange dargestellt. 92e Théil, Arte umgearbeirete Auêgabe. gr. 8vo. Nachschuß 15 sar Preis beider Bände 5 Thl

Da der 2te Theil bedeutend stärker gewo*"den ift, als es An- e bere<ner wurde, so hat der Preis um 15 sgr. erhdht werden müssen.

Goßner, Ioh., das Erbauunaébuch der Christen, oder die hei- ligen Schrifcen des neuen Bundes, mit Ertlärunaen und Be- trachtungen. 8r Theil, enthaltend: die apostolischen Briefe an die Hebräer, dei acobus, Pecrus, Johannes, Judas und die Offénbarung. gr. 8o. Druckpapier 175 (gr., weiß Druckpap. 221 sar. Dies Werk is hiermit beendigt. Der Preis der 7 ersten Bände ist auf Druckpapier 4 Thl. 25 sgr. auf weißem Druckoapier 5 Thl. 263 sgr.

Schmidt, Dr. Ed, Ideen zu einer ernenerten Kritik der Ver- nunft 1er Theil. Kritik der Uitheilbkraft. Aach unter dem besonderen Titel: Erster Versuch einer Theorie des Gefühls, gr. 8vo. 1 Tul. 15 gr.

France, Fr, Philosophie und Leben, oder: Ast es ein Traum, auf einem dauernden Frieden in und mir der Philosophie zu hoffeu? Ein Betrag zur Förderung des Studiums der philo- sophishen Anchropologie. gr. 8vo. 225 far.

Bauer, Dr. K G, des Volkes Leben. Ein Versuch zur Be- freundung der Regierenden und der Reg'erten. 15 fr.

Trachten uud Gebräuche der Neugriéchen, von O. M Baron v St1ackelberg. Fol. Velinpap. Mit 31 Kupfertafeln. Schwarz 8 Thl. Colorirt 22 Thl

v. Heyden Fr., Reginald. Romantisbes Gedicht in 5 Gesän- gen. gr. 8vo. Fein Papier. Elegant broch!rt 1 Thl. 5 sgr

v. Lußow, K. Ch F., Versuch einer praamatischen Geschichte von Meklenbura. L2r Theil. gr. 8vo. 2 Thl.

Der erste Theil, welcher im Jahr 1827 erschien, kostet 1 Sl, 15 (07

Q. Horatius Flakkus Oden, deuts<h und mit Anmerkunaen, vom Verfasser des deutschen Verébaues. Fein Papier. gr. 8vo. 1 Thl. 10 sar.

Heidenreich, F. W. Orthopaedie, oder Werth der Mechauik zur Heilung der Verkiümmungen am menschlichen Leibe. 2e Abtheilung, mit 5 lihographirtenr Tafeln, 1 Thl. 20 sgr.

Die erste Abtheilung, welche im Jahr 1827 erschien, kostet 1 Thl. 10 sgr

Lehmann, Dr. I. W. H., Anfangégründe der höheren Mecha- nik, nach der antifen rein geometrishen Methode bearbeitet. Mit 2 lithographirten Tafeln. gr. 8vo. 3 Thl.

Vot Sap ar 0 D e T überseßt : ; von Schlegel und Tie, ist kärzlih der 5te Band erschienen. Der 6te; wovon bereits die

Hälfte gedru>kt und der Rest des Manuscripts in meinen Händen ist, erscheint in 6 Wochen, so mie der 7te in der Michaelis - Mesfe Bei den getroffenen Vorbereitunaen fann ich aber die Vollendung

zur Michaelis - Messe bestehen noch folgende ermäßigre Preise für alle 9 Bânde auf Druckpapier 4F Thl. , auf Patentpapier 5# Thl, und auf Veliaupapier 85 Thl ;

Ge Rep m é p:

m Verlage der Schlesingerschen Buch - und Musikhand- lung in Berlin, unter den Linden Nr- 34, is erschienen : Bildung und Führung ciner Infante! 1e-Compagnie, mit Bezugnahme auf das Preuss. Infanterie-Reglemeut. Hand-

buch für Offiziere, geh, 20 sgr.

Die große Nüßlichkeir dieses Handbuches tür Offiziere und alle, die sich zum Offizier-Exramen vorbereiten, besonders aber für Offiziere der Landwehr, bewirkte die schnelle Verbreitung. Zur wenige Exemplare sind noch vorrâthig

Wichtige Anzeige für Zeitungs8leser. Bei G. P. Aderholz; 1n Breslau sind erschienen, und in der Stuhrschen Buchhandlung zu Herlin, Schloßplaß Nr. 2, nahe der Brüderftraße, ju Neu-Ruppin bei Riemschneider zu haben: Karto der Rusfischen Ppyovinzer, Lirthauen, Wolhynien, Podolien, Curland, Liefland, Wilna Und der Ufraine, neb| den angrenzenden Gou- vernementcs. Folio, illuminirt. Preis 73 sgr.

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nebs den daran grenzenden Preuß. Provinzen: Schle- sien, Posen, Os- und Westpreußen und dem Gebiete der freien Stadr Krafau. Folio, illuminirt. Preis 73 sgr.

Für den geringen Preis von 15 sgr. erhält hier das Publi fum zwei, nach den besten Hulféquellen entworfene Karten, welt den Kriegëschauplaß der Russen und Polen vollständig umfassen, uno für jeden Zeirunasleser unentbehrli.h siad. Druck und Lithy graphie sind gi wiß {dn zu nennen.

Bei I. M. Oebera in Rosto iff so eben erschienen, und it Berlin bei L. Hold, Könfasfraße Nr. 62 neben der Post zu haben: Sendschreiben an Deutschlands Aerzte über die Cholera.

Vom Dr. Siemerling zu Stralsund. 8vo. 2x sgr.

Am Verlage der Dyfkschen Buchhandlung in Leipzig ist eben erschienen: Sibestus, Dri M, Geo; De, neueste ableitende Behandlungsart

der frampfartigen Cholera asiatica. Mit Abbildungen der lustrumneata discussoria der Orientalischen Nationen. Nebst einer Abhandlung von I. Mouat, Esq. Med, Deect,, über die Cholera morbus, welche 1828 zu Berhampore il Andien beim 14. Engl. Reaimente geherrscht hat. Aus dein Calcutta Transact. Vol, LV. 1529, überseßt und mit Anmerkungen begleitet

| gr. 8vo. Preis 1 Thl. 10 sgr.

(Is in allen Buchhandlungen, in Berlin bei E. S. Mittler, Stechbahn Nr. 3, und in dessen Handlungen zu Posen, Brom- berg und Gnesen zu bekommen).

Bei uns is erschienen : Ln M C Ein Gemälde des Lebens dieser Residenztadt und ihrer Bewohner, dargestellt in genauer Verbindung mit Geschichte und Topographi?- Mit mehreren Kupfern und dem neueñen Grundriß von Berlin. gr. 8vo. carton. 27 Thl. Das

Römische Dotal-Recht. Eine civilistishe Abhandlung von Dr. Fr. Wilhelm von Tigerstróm. 1x Band. gr. 8vo Preis 2 Thl. e W. Natorff & Comp, Heiligegeiftstraße Nr. 23, Ködnigsstraßen Ee.

i Zum Erstenmale: Schön - Clärhe} romautisches Gemálde in 4 Aften, von Charlotte Birch: Pfeifnss Dienstag, 12. Juli. Lindane, oder: Der Pantoffelmaty

Russ. Engl. Ant. 851. Russ. Anl. Hamb. Cert. o15. Poln. 81. Dän, 6M

Bald

pr. compt. 85. 70. (l conr. 85. 90, Zproc. pr. compt, 56. 75. fin cour. 56. 90. 5p neue Anleihe der 120 Mill, 86. 5proc. Neapol, pr. com}

792. Aproc. 672. 67#. 2Eproc. 414. 1proc. 172, B. Bank: 1143. Loose zu 100 ¡i

des Reiches die erstgenannten

terie, } E in den ihuen untergeordneten Landestheilen alle Rechte und Ge-

des Ganzen bis zur Oster-Messe 1832 zuversichtlich versprechen. Bis walten, welche die Verwaltung der großen aktiven Armee einem

hat demnach aufgehört : Fist bei dieser Ritter des Mladimir- Ordens Zter Klasse ernanut worden. F fehlshabers des áten Reserve-Kavallerie-Corps, General - Adju- T tanten Nüdiger, au den Oderbefehlshaber der ersten Armee, vom

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Ü 8.

# Serokomla) zu marschiren, um dic Adtheilung, die Koi

j sch in der Nacht auf

è an; aber auf allen Punkten geschlagen un

Allgemeine

Preußische Staats-Zeitung,

“Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.

Seine Majestät der König haben dem Geheimen expedirenden Secretair, Amelang, und : dem Geheimen Negistratux-Vorsteher, Hofrath Frese, "im Finanz - Ministerium den Nothen Adler - Orden vierter Klasse Di verleihen geruht.

Kriegsrath

Î Se. Königl. Hoheit der Großherzog von Mecklenbur g- Streliß, ist von Neu-Streliß hier angekommen.

Î Abgereist: Der General - Major, General - Adjutant Sr. Majestät des Königs und Commandeur der 2ten Garde-Kavalle- Mrie-Brigade , Graf von Noftiz, nach Karlsbad.

Zeitungs-Nachrichten.

Ausland.

MNuUKfland.

Î St, Petersburg, 2. Juli, Se. Majestät der Kaiser ha- Then dur<h Allerhöchstnamentlichen Ufas an den dirigirenden Se- nat vom 10ten (22sten) v. M. verordnet, daß von den durch Îden Ufas vom 1. (13.) Dezember 1830 in Kriegszustand erklär- Îten Gouvernements Podolien, Wolhynien, Grodno, Wilna, und "der Provinz Bialysto, in dem gegenwärtigen Zustande derselben Dund wegen der Entfernung der aftiven Armee von den Gränzen : 2 Gouvernements dem Ober-

Befehlshaber der 1sten Armee, General - Lieutenant Grafen

ÎSaden, und die lébteren gemeinschaftli<h mit Bialyfto> dem

d

N Ober-Befehlshaber der Reserve-Armee , General von der Junfan-

Grafen Tolstoi, untergeordnet seyn und beiden Generalen

Ï Ober: Befehlshaber derselben ertheilt, zustehen sollen.

| Auf den Antrag des General-Feldmarschalls, Grafen Paske- wits<h-Eriwansfi, ist der Naib von Nachitschewan, Oberst Yschan- Chan, zum Ritter des St. Annen-Ordens 2ter Klasse ernannt

worden. Der Französische Botschafter, Herzog von Mortemart , hat dem hiesigen Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten die Mittheilung gemacht, daß die Französische Regierung das hiesige Französische General - Konsulat aufgehoben hat und die dahin ge- ‘hôrigen Geschäfte künftig unter der Gesandtschaft stehen werden, [bei welcher fünftig ein Kanzlei- Direktor für die Konsulat - Ge- Ï cháste, in der Qualität eines Vice-Konsuls, fungiren soll. Das Amt des zeitherigen General - Konsuls, Baron von Malvirade, : zur Bezeugung des Kaiserl. Wohlwollens Gelegenheit der benaunte Herr von Malvirade zum

Nachstehendes ist der (gestern erwähnte) Bericht des Be-

(20.) Juni: i Aus meinen früheren Berichten haben Ew. Excellenz ersehen, [daß ih, nach Zusammenziehung von 11 Bataillonen Fnfanterie und l 18 Esfadronen Kavallerie, am »„. 17.) Juni von Lublin dem Wieprz- [Strom zu marschirte, den ih am bten (18.) Morgens bet Tages- Anbruch vor dem Fle>en Lysobyki durch cine Furth passirte. Nach- dem ih über den Wiepr eine Brücke erbaut, Lysobyki béseßt und dur<h meine Kundschafter in Erfahrung gebracht hatte, daß die | Truppen der Rebellen in verschiedenen Abtheilungen in Baranow, 5 Budziska, Serokomla und Kozk kantonnirten, und daß, mit Ausnahme | der vom linken Weichsclufer herbeigezogenen Truppen, der grbßte * Theil derselben unter dem Befchl des Generals Jankowski von | Warschau gekommen war und noch auf cinige Kolonnen seines Corps * wartete, beschloß ich ihre beiBudztiska befindlicheHauptmacht anzugreifen, | bevor ihnen die erwartete Verstärkung zukam. Fch seßte mich dem gemäß lam ten ( 19ten) bei Tagesanbruch von Lifobift auf der direkten Straße nah Budisfko in Marsch und befahl dem General - Major

| Dawidof, mit ciner Brigade Jäger von der 10ten Infanterie - Divt- | fion und 4 Esfadronen der 2ten Division reitender J ger nach Pod- Ï liadow zu marschiren, und sih von dort aus jenseits Ges wteder | mit mir zu vereinigen und meinen linken Flügel zu bilden. Der General - Major Plochoff} hatte Befehl, mit der lsten Brigade der 1sten Dragoner-Division und einem Bataillon des JFnfanterie-Regi- ® mentes Krementschug nach Talczyn (auf der Straße von Kozk nach f hesett hielt,

zu verhindern , si< mit den Truvpen zu vereinigen, die ih bei Bu- © dzisfa angreifen wollte. Fch hatte diese Disposition in der Voraus- * sezung gemacht, daß, wenn die Rebellen, die ih für s<hwächer hielt, Baranow zurü>zichen würden, der General- ' Major Dawidoff meine Avant-Garde bilden sollte, um ste zu verfolgen, T und daß, wenn sie ihre Streitkräfte in Serokomla vereinigt bätten, der General-Major Plochof meinen rechten Flúgel bilden und mir in meinem Angriff auf diesem Punkt beistehen sollte. Der General-

| Major Dawidoff stieß, nachdem er durch Podliadof gekommen war, | in dem Walde, der mich von ihm trennte, auf eine starke feindliche Kolonne, die im Begriff war, von Budziska nach Podliadow zu mar-

| sciren; er licß si< mit dieser in ein schr hartnä>kiges Gefecht cin, | und ih meinerseits sandte ihm cin Bataillon Fnfanterie zu, um eine Verbindung mit ihm zu erdffnen, indem der Wald {hon von den

| Rebellen bescht war, während ich von einer anderen Seite in 4

Ÿ ner Person die Truppen angri/ die in Budziska ihre Stellung

Bewegung nöthigte die gegen den General- sich eilig auf thre frühere Stel- in ihrem Rücken zu operiren. Macht und griffen uns ) auf die den Wald begrän- rfen , zogen sie sih rechts durch den Wald von wo dieselben, nachdem sie die Abthei- an si geogen, ihren Rü>kzug nach Die Zahl

hauptet hatten. Diese Major Dawidoff kämpfende Kolonne, lung zurü>zuziehen, indem ich anfing, Später vereinigten die Rebellen ihre ganze

zenden Höhen zurükgewo nach Serokomla zurü>, lung, welche Kozk ae hielt, Gulowska - Wolga fortseßten. dieser Gelegenheit entwi>elten

der von den Rebellen bet Truppen belief sich auf 12,000 Mann.

Berlin, Dienstag den 12fe

————-

Sie erwarteten noch frische Vernörtung: ih vereinigte deshalb die meinem Befehl anvertrauten Truppen in Kozk und der Umgegend, um besser für die Sicherheit der Gränzen des Wolhynischen Gouver- nements zu wachen. Als der General-Major Plochof sich dem Dorfe Rudka näherte, stieß er auf eine starke Kolonne der Rebellen, was ihn be- wog, seincBewegung einzustellen und vor dieser Kolonnezu mandvriren, um sie zu verhindern, mir in den Rücken zu kommen, oder sich mit den bei Budzisfa kämpftenden Truppen zu vereinigen. Dieser Plan gelang ihm vollkommen. Eine Abtheilung des Mosfkauschen Dragoner-Re- giments unter Anderem, die er unter dem Befehl des Majors Bara- Petroffsky nach dem Dorfe Rudka gesandt hatte, jagte mittels eines lebhaften Angriffs die dort befindlichen Truppen auscinanver, bemäch- j tigte sih des Artillerie- Parks des Jankowskischen Cveps, des Ne- giment-Gepä>es, und machte den Major des General-Staabes Bu- trym, den General - Quartiermeister des Jankowskischen Corps, den Capitain Ragoffsfi, Adjutanten des Generals “Jankowski, den Lieu- | tenant Grafen Malachowski, Adjutanten des Generalissimu3 Skrzy- nezki, und gegen 70 Unteroffiziere und Gemeine zu Gefange- nen. Der Gesammt-Verlust des Feindes beläuft sich wenigstens auf 1000 Getödtete oder Verwundete; außer den obengenannten Gefangenen wurden no<- 9 Offiziere und 506 Unter-Offiziere und Gemeine zu Gefangenen gemacht. Mein rascher Abmarsch von Lu- blin und mein unerwartetes Erscheinen in Lysobyki hatte übrigens noch die Folge gehabt, daß eine Abtheilung von 3000 Mann neu

ebildeter Truppen, welche am bten (18.) cine ftarke Stellung in

odliadow eingenommen hatte, wieder Über die Weichsel zurüctge- gangen war, ohne meinen Angriff abzuwarten. Wir haben in die- sem Kampf nux 200 Mann verloren. Jch halte es für meine Pl das Zeugniß abzulegen, daß die Truppen, die an dem Kamp Theil nahmen, außer dem Muth und der Tapferkeit, welche den Russischen Soldaten von jeher auszeichneten/ einen solchen Eifer an den Tag gelene haben, daß ih nicht Worte genug finde, ihn würdig zu schil-

ern; ganz vorzüglich zeichnete sich die Jäger-Brigade der 10ten Fnfanterie-Division gus.‘

Die hiesige Zeitung enthält heute folgenden, von dem Chef des Generalsstabes der aftiven Armee, General-Adjutanten Grafen Toll, Sr. Majestät dem Kaiser aus Pultusk unter dem 11. (23.) Yuni über den Stand der Sachen bei der Armee ab- gestatteten Bericht :

„„Rachdem die Empdrer von Oftrolenka zurü>geschlagen worden waren, zogen se sich nah Warschau selbst zurü> und unternah- men, um unsere Hauptarmee von dem vorbereiteten Uebergange úber die Weichsel abzuzichen, mit ihrer Hauptmacht eine Bewe- ung nach Brzesc. Am sten C Suni verließen sie War- haR und lagerten si< vorläufig zwischen dem Fle>en Sienniza und der Brzescer Chaussee, während sie ihre Vorposten in Wo- dynie auf dem Wege aus Latowicz nach Sicdlce hatten. Am 5ten (17ten) Abends erschienen sie vor dem leßtgengnnten Orte, gingen über das Flüßchen Muchawiez bei Wysznowa, Sekula und Fganie und bivouakirten auf dem rehten Ufer des Flüß- chens. Dieser Umstand veranlaßte die vorderen Detaschements: des Generals Baron Rosen, unter Anführung des General- Majors Gerftenzweig, und des Generals Baron Creuz,-unter Anfüh- rung des General-Majors Sievers, ersteres nach Miendzyrzecz/ lette- res nah Kozuchowska zurü>kzugehen. Der General Baron Creuz selbs beseßte Sa und beorderte den General-Lieutenant Murawiew, si<h nah Sokolowa zu ziehen. Die Generale Gersten- ¡weig und Sievers waren auf jenem Marsche nicht im mindesten von den Rebellen behelligt. Ersterer beseßte, nachdem er Miendzyrzecz erreicht hatte, am bten (18.) den Fle>en Radzyn mit einem starken Posten. Sobald der General-Adjutant Graf Toll hiervon Nach- richt erhielt, licß er die Hauptmacht der aftiven Armee, wie früher, in den Umgebungen von Pultusk und machte eine Demonstration nach Sierozk, um dadurch die Rebellen zu nöthigen, wieder nach der Weichsel umzukehren. Er langte am öten (17.) persönlich mit dem Lu- benschen Husaren - Regiment in Sierock an und verfolgte von dort die Rekognoscirung des Flusses bis Zegrz. Gleich auf diese Ka- vallerie traf in Siero-k eine Brigade der 1sten Grenadter-Division mit 4 Kanonen Artilleriè ein, die, nachdem sie sich im Angesichte der Rebellen gelagert hatte, die Vorarbeiten zur Errichtung einer Brücke begann. Die Vorposten der Empdrer,/ hierdurch sehr beun- ruhigt, begannen eilfertig zu retiriren, und ihre Hauptarmee, die keinen Erfolg für ihre Absicht voraussah, vielmehr befürchten mußte, von Praga abgeschnitten zu werden, gab nicht nur sogleich ihre Bc- wegung auf, sondern koncentrirte, sich auh, nah eingegan- genen Rachrichten, aufs neuc bei Praga. Unterdessen er- bielt Graf Toll einen Bericht von dem Feld- Ataman,, der mit einem fliegenden Detaschement nah der niedern Weichsel abgefertigt war, daß er am sten (19.) um 2 Uhr, Morgens. die Stadt Plozk beseyt und daselbst einiges Geschüß / geringe Provision und gegen 490 Kranke der bei Ostrolenka Verwundeten vorgefunden habe. Außerdem nahm man vter mit Weizen beladene Boote, welche cben damals die Weichsel oberhalb passiren wollten. Auf dem Marsche nach Plozk und in leßtgenannter Stadt selbsi machte das Detasche- ment 4 Offiziere mit 47 Gemeinen zu Gefangenen, von welchen er- seren si< zwei in der Wojewodschaft befanden, um Stcuern aus- zuschreiben. Aus den lezten Berichten des Generals Baron R9- sen geht hervor, daß durch die Overationen der von thm abge fertig- ten Detaschements unter-der Anführung des General - Lieutenants Golowin und der General - Majore Fest und Linden / in Bialowie- ser Haide die Ruhe wiederkchrt; die Wächter und Schüßen kch- ren in ihre Wohnungen zurü>; viele haben bereits ihre Waffen ausgeliefert, andere verpflichten s\<h gleichfalls dazu, und die Ein- wohner in dem an die Haide gränzenden Wolkowischen Kreise haben angefangen, die Forderungen der Civil-Obrigkeit zu respektiren.//

Das genannte Blatt meldet weiter: „Eben bei Lbfert!: gung dieses Raportes erhielt der General - Adjutant Graf Toll Berichte von dem' General Baron Crenz unter dem 9teun (21ften) und von dem General-Major Olpherjew unter dem 10ten (22fien) d. M. Der Erstere meldet, daß am 7. (19,) d, M, die Truppen der Nebellen die Stadt Siedlce verlassen haben, die am Sten (20sten) von dem Nordertreffen des Generals Baron Sreuz be- seut wurde, der darauf auch seine ganze Avantgarde dorthtn vek: legte, mit seiner Hauptmacht aber, das Detaschement des Gene- ral - Lieutenants Murawjew mit eingeschlossen, s{< bei Siedlee zwischen Ossuchorzebrh und Malagyn fkonzentrirte. Der zweite Bericht enthält, daß die Avantgarde des General-Majors O lpher- jew, bestehend aus 2 Esfadronen, unter dem Kommando des Obersten Hoffmann, in Punsk vou etwa 300 Eupoie2 zu Fusi und zu Pferde, angeführt von Puschet , angeatissen1 wo-den, Dei Genccal - Major Olpherjew gedachte dem Ober? Hoffmann not

Juli

v elt aber, no< che wei Esfadronen Verstärkung zuzusenden, erhielt aa, Be dies bewerkstelligt werden konnte, dessen Bericht, daß der Rebci-

1831.

“F

lenhaufe völlig zersprengt seh , wobei ein Stabsoffizier, 4 Ober- offiziere und 180 Gemeine in unsere Hände gefallen waren. Viele der Empörer blieben todt und verwundet auf dem Plage, die Uebrigen liefen auseinandec. Der Verlust auf Seiten des Ober sten Hoffmann besteht in drei verwundeten Soldaten.“

“Die Gemeindeglieder im Nylandsiahnschen Kirchspiele Sibs bo in Finuland haben si< in öffentlichex Kirchen : Versammlung verpflichtet, eine na< Grundsäßen der Billigkeit zu vertheilende Beisteuer zu liefern, um eine Bewachung auf den YFnfeln der Sitboschen Scheeren zu unterhalten, um der möglichen Einschlep= pang der Cholera auf ankommenden Fahrzeugen zuvorzukommen. Der Rigaer Kaufmannschaft ist der bisherige se<smonat- liche Termin zur Entrichtung der Zoll - Abgaben, so wie das zeitherige achtmonatliche Lagerungs - Recht einkommender Waga- ren in den Zoll -Packhäusern, um 2 Monate verlängert worden.

Auf Vecfügung des Finanz-Ministers sind für die Mannschaf- ten ausländischer Schiffe,) für den Fall; der Cholera, beim Ri- E Hafen in Bolderaa und in Archangel Hospitäler errichtet worden,

__ Eine Gutsbesißerin im Gouvernement Pukltawa hat ein Ka- pital von 146,000 Rubeln in dem Moskowischen Leihhause nie- dergelegt, um von den Zinsen desselben die jährlihe Kopfsteuer für 1463 ihrer Bauern zu zahlen und den Ueberschuß zuni Ka- pital zur ferneren Unterstüßung ihrer Bauern zu schlagen. j

P olen.

Warschau, 7. Zuli. Fn der Sibßung der vereinigten Kammern am 1sten d. M. legte der- Finanz-Minister der Vets sammlung den Geseßentwurf zur Berathung vor, wonach die Polnische Bank ermächtigt wird, unter strenger Beaufsichtigun der Schulden-Tilgungs-Kommission, für 10 Millionen Fl. Bank- Billets zu 1 und 2 Fl. in Umlauf zu bringen, wogegen Bank= Billets zu 50 Fl. im Betrag der genannten Summe zurüge- nommen werden sollen. Gegen dieses af wurde im Allge- meinen ausgestellt, daß die geringere Mitgliederzahl der Kam- mern nicht befugt seh, über eine Sache zu entscheiden, die tun- mittelbar der Justitution der Bank, welche niht vou dem Willen des Reichstages abhänge, eine Bevollmächtigung ertheile; und daß, wenn man neué Papiere in Umlauf bringe , dies nur daztr dienen werde, den Kurs der vorhandenen- herabzudrücen, so daß man am Ende, wie der Landbote'Wenzhfk sih ausdrücte, für eine Mittagsmahlzeit 500 Papiergulden werde bezahlen müssen. Der Finanz-Minister seyte jedo<h, von anderen Mit- gliedern unterstlißt, obigen Bemerkungen Folgendes entge- gen: die geringere Mitgliederzahl sey gerade dazu vorbehalten und verpflichtet, über Finanzangelegenheiten, also auch über die vorliegende, zu entscheiden, und der Kurs der umlaufenden Bil lets könnte nur in- dem Fall eine Shmäálerung dadürch erleiden, wenn die zu creirenden Billets auf neu anzuweisende Gegen- stände, nicht aber auf die bestehende Dotation der Bank aus- gestellt und begründet würden. Judem daher die dringende Noth- wendigkeit in Betracht gezogen wurde, die Auswechselung der Kassen- und Bank:Billets in kleinere Quoten zu erleichtern, da eine solche theils wegen des Mangels an Silber, theils weil die Múnze außer Stande seh, die erforderliche Quantität von Schei- demünze zit prägen, nicht in Geld stattfinden könne, so- beschlos: sen die Kammern, das eingebrachte Projekt, seinem Hauptinhalt na<, anzunehmen. Jn BACROL auf die einzelnen Ar- tifel aber verlangte der Landbote widzinsfi unter An- derem, daß in dem vorliegenden Geseßentwurf der Name der Bank nicht erwähnt werden solle, weil diese niht von dem Reichstage begründet und bestätigt sey; die Majorität der Kamniern stimmte jedo< der Erklärung des Finanz - Mi- nisters bei, daß die vorgeschlagene Veränderung nur den Kre- dit der Bank \{<wächen und dieselbe unzubere<hnendem Verlust aussezen würde, und beseitigte jenen Antrag. Der Depulirte Krhsinsfi verlangte, daß man, um den in Umlauf zu brin- genden neuen Papieren einen besseren“ Kurs zu verleihen, die Bank-Billets zu 50 Fl., welche in entsprechender Quantität au- ßer Kurs geseßt werden sollen, nicht bloß der Schulden-Tilgungé- Konmission in Verwahrung geben, sondern soglei< verbrennen müsse. Jn diesem Antrage wollte der Finanz-Minister zwar einen entschiedenen Verlust für die Bank erblicken, indem die- selbe nach Herstellung des Friedens, wo die Kassen-Billets, welche auf größere Summen ausgestellt seyen, mehr gesucht seyn würs den, dadur< der Nothwendigkeit ausgesegt werde, wiederum der- gleichen anzufertigen und in Umlauf zu bringen ; indeß, um den Kurs der neu zu creirenden kleineren Billets zu erhöhen, erklärte er sich mit einem solhen Opfer einverstanden. Demzu- folge wurde der Vorschlag des Deputirten Krhsinsfi angenom- nien. Der Artikel, im ursprünglichen Entwurf der Zte, wo- dur< die Poluishe Bank verflichtet sehn sollte, spätestens ein Fahr nah Beendigung des Krieges die Billets zu 1 und 2 Fl. für baares Geld einzulösen, wurde weggelassen, indem man be- merkte, daß eine sol<he Vorschrift zu dieser Zeit für die Bank \<wer zu erfüllen sehn möchte und sogar als überflüssig erscheine, sobald die Kammern beschlö}en, daß die außer Kurs geseßten Bank-Billets zu 50 Fl. nicht aufbewahrt, sondern getilgt werden sollten. Endlich wurde die Verantwortlichkeit, welche den Mit- gliedern der Bauk und der Schulden: Tilgungs - Kommission für den Fall auferlegt wird, daß sle die Gesammtsumme der Kassen- und Bank-Billets zu 1 und 2 Fl, auf eine Höhe brächten, wel- e die Dotation der Bank überstiege, auf den Antrag des De- putirten Krh\insfki, no< durch den Zusaß vermehrt, daß diese Mit- glieder mit ihrer Person und Habe für eine solche Uebertretung verant= wortlich seyn sollten. Hierauf wurde das gatize Projekt angenommen, und in folgender Abfassung in einen Reichstagsbeschluß verwan- delt: „Die Senatoren- und Landboten - Kammer , auf. Borstelz luna- der National - Regierung und nah Anhörung der Neichs- tazs: F ommissionen, in Betracht, daß die verhältnißmäßig zu ar-ße Quantität von 50 Fl. -Billets eine Hemmung des Han- dels veranlaßt und in den Tagesverhältnissen bedeutende Unan- nevmlichkeiten verursacht, haben beschlossen und beschließen, wie folgt: Art, 1, Die National - Regierung ertheilt der Polnischen