1831 / 191 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Bank die Befugniß, unter strenger Aufsicht der Tilgungs - Kont-

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mission, Billets zu 1 und 2 Fl. für die Summe von 10 lionen Polnischer Gulden anzufectigen und auszugeben.

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G s 7 P ¡des Berlangen ausgewechselt werden. ArE, 2. “O Fer \áältniß der Berausgabung derselben soll die Polulsche Wank der ‘taats-- Schulden - Tilgungs - Kommission eine gleihmäßige Quantität von Bank- Villets zu 50 Fl. übergeben, weiche in Gegenwart der Tilgungs - Kommission öffentlich verbrannt erden. follen. Art. Z. Die Mitglieder der Bank soilen mit ih: rer Person und ihrem Vermögen verantwortli< jeyu, wenn ste gestatten, baß die Gesammtsumme der Bank - und Kasseubillets ¡u 1 und 2 Fl, die gegenwärtige oder in Zukunst zur vergrößernde Dotation der Bank überstiege- Zu gleicher Verantwortung so!i- j len die Mitglieder der Tilgungs ? Kommission gezogeu werden,

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wenn cie solche Uebertretung des Geseges mit ihrem Wissen geschieht. Art. 4, Mit Vollziehung gegenwärtigen Geselzes wird die National-Negierung beauftragt.“ Am Schluß der Sigung tüundiate der Marschall den Kammern an, daß in Warschan

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die politische Adels- Versammlung für den Distrikt Rowno #1 Wolhynien abgehalten uud in Folge desen Herr Stanislaus Worcei als Landbote dieses Distrikts für den Polnischen Reichs- tag erwáhlt worden seh. Um die Gültigkeit dieser Wahl zu prü-

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fen, wurde demnáchst eine Deputation aus dem Senator Kastel- lan Mencinski, dem Landboten Godebski und dem Deputirten

Mazurkiewicz zusammengesetzt.

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Fn der politischen Versammlung des Kreises von Sicradz

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ivurde am 27ften v. M. unter dem Vorsiß des Kalischer Woie- ivodsc{afts-Raths, Herrn Gawelczthk, mit einer Majorität von 210 zegen 9 Stimmen Herr Aloysius Biernazki, ehemaliger F:nanz-

“Ninister, jum Deputirten gewählt,

Dasselbe Blatt sagt, . es schen vorgestern eine Menge Bíirger und Bauern ans der Gegend von Siedlce in Warschau augefommen, an demselben Tage sey auch eine beträchtliche Ab- theilung neu ansgehobener Soldaten in der Hauptstadt angelangt.

Das genannte Blatt enthält ein Schreiben aus dem Feldlager des Generals Chrzanowsfi bei Guiewoszow, auf

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nach dem Uebergange , als die Brücke schon zur Hälfte abgebro-

en war, ekrschien die feindliche Avantgarde am anderen Ufer;

jer Morsch ging jedo< ruhig und in aller Orduung von

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N R U G TATIeN.

Ju der Polnischen Zeitung heißt es: „General Chla- powsfi hat bei seinem Corps bereits eine auserlesene Schwadron T artaren. Mehrere Landboten haben den Generalisslmus

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ersucht, daß zur Beruhigung der Hauptstadt das Gericht in der Sache Jankowski?s alle seine Arbeiten öffentlich verrichten möge.

Es sind noch bei mehrereu verdächtigen Personen Papiere in Beschlag genommen worden. Uuter denen des Generals Hurtig hat fih ein Befehl des Diktators Chlopizki vorgefunden, wodur< jener aufgefordert wird, sich darüber zu erklären, weshalb er dem Großfürsten Cesarewitsch, bei dessen Abzug aus dem Köuigreich PBolei, mehrere Kanonen ausgeliefert habe. Vorgestern wurde

in Warschau ein Zwölfpfünder gegossen. ““

Herr Ambrosius Lienard, der die Bildsäulen des Kopernifus nd des Fürsten Poniatowski gegossen hat, macht in der War- \shaner Zeitung bekannt, daß die Behauptung, als wäre er zum (leß vou Kanonen aufgefordert worden und ihm dies nichl

lingen, vollig ungegrtindet seh, und fügt hinzu, daß, wenn man

1 e! dem Beginn des. Stückgießens zu Hülfe genommen hät- te, ex dem General Bontemps schon 100 tüchtige Knnoneu würde geliefert haben.

Ju der Wojewodschaft Kalis<h wird, dem Warschauer Kurier zufolge, der Landsturm mit außerordentlicher Schnellig- keit organisirt, é

Der Landbote des Distrikts Luzk in Wolhynien, Xaver Go- debsfi, hat folgende Proclamation au die Bewohner jenes Di- \trifts erlassen :

,Als wir in den ersten Tagen des Monats April dieses Fah res, ohne Rücksicht auf unsere Kräfte und die Tauscnde von Hin dernissen, welche zu bekärapfen waren, und die zahlreichen Gefahren, welche uns von allen Seiten her bedrohten, unter den Ersten uns befanden, wir kdnnen es mit Stolz sagen, welche in den entrissenen Provinzen die Fahne der Funsurrection entfalteten und mit den

afen in dexr Hand der Nationalsache beitraten, nachdem wir vor |

(Kott und Menschen dexr Polnischen Nation den feierlichen Schwur dex Treue geleistet hatten, wählten wir uns interimistische Distrikts Repräsentanten, welche, mit Civil- und Militair-Gewalt ausaestat tet, den dringenden Bedürfnissen des Augenblicks Hülfe schaffen sollten. Unter diesen Repräsentanten wurde auch ich einstimmig von Euch-erwählt. Die ferneren Wechselfälle unserer Jnsurrection sind Euch nur zu bekannt. Der verfehlte Zwe> der Expedition des Generals Dwernizki und die daraus hervorgegangenen Kriegs-Er cignisse zwangen uns, auf. brüderlichem Boden einen Zufluchts ort zu suchen, nicht um von - den bestandenen Gefahren und

Nühjeligkeiten auszuruhen, sondern um «unsere Arme stärker ¿n bewaffnen und um neue Mittel ausfindig zu machcn , damit wir

das begonnene Werk zu Ende zu führen im Stande sind. Fn be tcächtlicher Anzahl in der Hauptstadt des Königreichs versammelt, fanden wir hier cin Reichstagsgeseß vom 19. Mai v. J. vor, wel ches den insurgirten Distrikten die Befugniß ertheilt, ihre Reprä sentanten hierher zu senden. Jhr werdet gewiß in die Beweggründe eingehen, welche uns bestimmten, #0 schnell als möglich von dem Mitgefühl unserer älteren Brüder Nußen zu zichen. Auch dieses mal wurde ih wieder mit dem einmüthigen Vertrauen der Bevoll mächtigten beehrt. Jch nahm, ohne Rücksicht auf meine Fähigkei ten und den beschränkten Zustand meines Vermögens, einen #0 eh- remrvollen Auftrag an und halte es ‘nun für meine heiligstee Pflicht, Cu davon zu benachrichtigen und alle meine Worte 1nd Handlun gen dem strengsten Urtheil Eurer Meinung zu unterwerfen. Das in seiner ganzen Kraft entwickelte Volksleben, die von Dage zu Tage o\fenex und drohendey sich bildenden Fnfurrectionen in Litthguen

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und anderen Theilen unseres getrennten Vaterlandes flößen die süße und freudige Hoffnungein, daßder Augenbli> nicht mehr fern ift, wo wir mit vollem Willen zum Genuß der Landes-Freiheiten werden srei- Dann werdet ihx die Wahl Eurer Repräsentanten nach den strengsten Vorschriften des Gesehes beginnen : ihr werdet Viele, die fähiger und wÚrdiger sind, als ih, in Eurem Schooß finden ; mit Vergnügen werde ich ihnen meine Stelle einräumen, indem ih die reine Ueberzeugung auf 1acin kleines Erbe mitnehme, daß ich mich bemühte; so viel es meine Kräfte erlaubten, um mein Vater- land und Euch mich wohl verdient zu machen. nn_ auc dann noch der Todesfampf um unsere gemeinsame Unabhängigkeit fortdauert, werde ich mit Freuden meinen leßten Blutstropfen der Vertheidigung unseres Landes weihen.“

Die Warschauer Zeitung meldet, daß General Dwer- Maj. den Kaiser von Oefterreich ersucht habe, ihm eine Reise nah Wien und ein geneigtes Gehör vor Seiner | Allerhöchsten Person zu gestatten, daß aber die Antwort auf die- | ses Gesuch noh hinausgeschoben worden sey.

Der Warschauer Zeitung zufolge, soll der Belgische die Absicht haben, einen Abgesandten nach Polen zu

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Billets zu 1 und 2 Fl. sollen eben so, wis, die E Kassen- und Bank-Billets, dur< die Kasse der Dount auf

Und wenn auch

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Dasselbe Blatt meldet, daß gegen 50 junge Schweizer sich in die Reihen des Polnischen Militairs begeben.

Die Deputation des Bürgerraths, welcher es obliegt, den von der Negierung angewiesenen Fonds unter die Einwohner der Borftadt Praga, die am meisten dur< den Krieg gelitten haben, macht befannt, daß sie sl< nur no< bis zum 15ten . mit diejer Angelegenheit beschäftigen werde, und fordert daher alle dazu Berechtigte auf, si<h bis zu diesem Termin zu melden, weil sle später. ihuen nichts mehr gewähren könne.

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Der König ist gestern Abend von Fon- St.-Cloud zurückgekehrt. Blätter melden, der König habe das Pro- gramm zur Feier der drei Julitage bereits unterzeichnet, Courrier frança1s liest man darüber folgenden Artikel, den des Chambres wiederholt, und ihm dadurch eine gewisse Authenticität verleiht: „Der Bericht an den König über die Jahresfeier der drei Julitage wird, wie man sagt, im näch- sten Vioniteur erscheinen, das Programm der Feierlichkeiten aber spater befaunt machen, mit denen die Regierung die Erinnerungs- feier des 14, Juli, als des Tages der Erstiirmung der Bastille, verf{<melzen wird, um sl< einer besonderen Feier derselben zu

Folgendes slud einige Details über die Feste, die an agen stattfinden sollen. Der erste Tag soll der Trauer liber die für die Freiheit gefallenen Franzosen gewidmet seyn, Die Magdalenen - Kirche, aus der Napoleon einen Tempe! des Ruhmes machen wollte , wird der Tempel der Freiheit werdeu ; ein Trauerzug wird sich auf dem Stadthause und dem Plate der Bastille versammeln und sich dahin begeben: die beiden Kam- mern, die Schulen, die im Juli Verwundeten, die Ritter der Juli-Kreuze und Medaillen, eine Deputation von zehn National- Gardisten aus allen Bezirken Fraukreichs und von zehn Soldaten vou jedem, Regimente der Laud- und Seemacht, werden diesen Zug biiden, in dessen Mitte der König, von den Ministern und den Pariser Stadtbehörden umgeben, gehen wird. Das Stadt- haus und die Magdaleuen-: Kirche werden s{hwarz behangen seyn ; jede Deputation wird eine Fahne tragen, und alle Fahnen, des Zuges fowohl, wie die an den öffentlichen Gebäuden, werden mit shwarzeu Biuden versehen sehn. des Laudes abgeordneten Bürger werden während ihres Aufent- haltes iu Paris bei deur Einwohnern, die Abgeordneten der Li- uien-Neginieuter in den Kasernen einquartirt werden. Der Zug wird sich vom Stadthause durch die Straße Saint-Antoîne und ilber die Boulevards nach der Magdalenen-Kirche begeben. Das auf dem Plaße Ludwig?s AVI. unter der Restauration begon: nene Denfnal foll bis dahin abgetragen werden. lenen- Kirche wird ein neues, vorläufig uur anf Leinwand gemal- tes und später zu vollendendes Giebel - Feld, mit dex Fnschrift : ,, Frankreich feinen Befreieru! ‘/ erhalten. Jm Juneru des Ten1- pels sollen cherne Tafeln mit den Namen der im Juli Geblie- der mit dem Juli-Kreuze Dekorirten, aufgehaugen Abbé Paraveh, derselbe, der am 30. Juli v. J. das (Grab für die vor dem Louvre- Gebliebenen einweihte, wird Tempel eine Rede halten: au< einer der Minister wird das tusterungen, Wettrennen, Fllumina- tionen und alles Schaugepränge gewöhnlicher Feste werden an Tagen des 28, und 29, Juli stattfinden. Familien werden vom 27fieu bis zum 29sten Lebensmittel in ih- xen Wohnungen vertheilt werden: vorzulegeudes Gese wird die drei Juli - Tage zu National - Fest- tagen erklären. “/

Der hiesige Belgische Gesandte, Herr Lehon, is vorgestern, em Grafen Sebastiani und dem General Bel- liard Unterredungen gehabt, nach Brüssel abgereist, um über die wichtige, dem Kongresse vorliegende Frage mitzustimmen. (Seine Aufunst in_ Brüssel wurde bereits gestern gemeldet.)

Dem Courrier français zufolge, haben die Juli- Käm- edaille verxliehen worden is, in einer gestern gehalteuen Versammlung eine Petition an die künftige Depu- tirten: Kammer entworfen, worin sle um die Erlaubniß nach- suchen, statt der Medaille das Juli-Kreuz am blaurothen Bande tragen zu dürfen, so daß zwischen ihnen und den Juli - Rittern, mit denen fle gleiche Gefahren getheilt, au< Gleichheit der Be- lohnungen siattfinde.

Fn der vorgestern stattgesundenen vorläufigen Versammlung d des ersten Devartements, an welcher 600 derselben

heil nahmen, legte der General Mathieu Dumas sein politt-

talnebleau nach

der Messag

eem linken Weichselufer, vom 27sten v. M,, worin es unter An- ¿erem ‘heißt: „Am 25. Juni früh um 6 Uhr seßten wir bei dem Dorfe Golomb glücklich über die Weichsel zurück und schlugen ns zum zroeitenmale durch Rüdigers Corps hindurch, welches, als wir our Lublin zogen, gerade nah Lenczna aufgebrochen war. Der bei Kozf begangene Fehler entzog uns den Sieg und die Aufhe- bung des Nüdigershen Corps, und unsere Truppen, weiche ih iu Rücken waren, geriethen dadurch in die Falle, aus der wir j ¡edoch ohne Verlust anf das linke Ufer der Weichsel zurückgelang- ten, welches den äußerst umsichtigen Manövers des Generals Chrzanowsfi zuzuschreiben ist. Jn Lublin ruhten wir unr acht Stunden aus und brachen dann wieder auf. Nach Zamosc zu: ridtjufehren, war niht mögli<h und auch nicht unser Zweck, um so mehr, als von Krasnystaw her uns die Feinde deu Weg ver- traten, das Rüdigersche Corps in Lenczna uns in der Flanke war 1d Kaissaroff heranrückte. Es blieb uns also nichts übrig, als vorwärts zu gehen, indem si{< s{<on, als wir no< in- der Stadt waren, eine feindlihe Refognoscirung zeigte. Wir zogen daher uach Pulawy hin; bei Golomb wurde in der Nacht eine Bricke aufgeschlagen, und am Morgen gingen wir über die Weichsel zu- rid; indessen hatie uns der Feind nachgeseßt, denn eine Stunde

überlzebeu,

Die von den Bezirken

Die Magda-

| Brüssel, dem Haag und London abgefertigt worden. , 2 J C

beneu, fo wie Der Präsident des Minister-Raths hat in UebereinstimmunWMur ne tri

Wort nehmen. Truppen - Unter die armen

Ein in der nächsten Session

nachdem exr mit

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pfer, dknen nur die *

haben feit einigen Tagen die Resultate der vorbereitenden Wi Bersammlungen mitgetheilt und dabei sorgfältig die Kandidg nach der Zahl der ihnen wahischeinlih zufallenden Stimm, flassifizict, Diese Lisie hat uur einen Fehler, nämlich den, d sie das Werk einer Minorität und in einigen Fällen sogar ej dem Wahl-Kollegium, dessen Namen sie usurpirt, fremden Yj noritát ist, Die nnabhängigen Wähler wissen, was sie von dia fen angeblichen Listen zu halten haben, die man ihnen gern at

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oder einer Cotterie sind; sle warten den Tag der Wahlen

Lohalität, hat den Kampf gegen die ganze Geschicklichkeit d | Hrn. Odilon-Barrot würdig bestauden. Hr. Barthe hat den verlän, derischen Biographieecn ihr Urtheil gesprochen und wurde mit Yy fall überschüttet, als er sich über sein Benehmen und feine politis<y Grundsatze aussprach, Hr, Delessert, dex bei einer ersten Berfanmmluy nur die Minorität erhielt, fann beim entscheidenden Skrutiniy auf eiue große Amah! von Stimmen rehuen. Der Name di

0 en suchte.

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nung und allen, die in einem edlen Charakter eine Garantie sj das öffentliche Leben sinden, Der achtbare Odier, der an ally

gesammten hiesigen Handelsstandes nicht weniger sichere Aus\h, ten, Anch der beruhmte Befehlshaber der hieslgen Nation Garden, der alte Krieger, dessen militairischer Ruf durch einig Epiaramnme unbedenteuder Blätter nichts verlieren kann, tj ebcnfal!s als Kandidat auf und hat zahlreiche Freunde in ally Reihen der Bürger-Miliz, deren Anstrengungen er theilte. A diese Männer haben der Natioñalsache und dem neuen Kön thum mit Hingebung gedient, und die Wähler werden ihnen rechtigkeit widerfahrcu lassen.“ ; Herr Agier hat ein Rundschreiben an die Wähler des J, partements der beiden Sèvres erlassen, worin er si{<h für einy Gegner aller Privilegien erklärt, sich aber weigert, sein Votuy über die Erblichkeit der Pairie im voraus zu binden.

Jm Globe liesi man folgende Erklärung: „Wir haben j Erfahrung gebracht, daß viele, vornehmlih unter den niedery Klassen gewählte Personcu insgeheim zusammenberufeu ivordei, mm bei der Fahreöfeier der Julitage an tumultuarischen Demon: strationen Theil zu nehmen, und daß man dabei den Namn der Saint-Simonianer ansgesprochen hat. Im Namen da Borsicher der St. Simonschen Lehre weisen wir jede Theilnahm aut solchen Versammlungen zurück; wir sind nicht gewohnt, iy Dunkeln zu wirken, wir verbergen weder unseren Zweck, noch u sere Handlungen. Wet ailen unseren Beziehungen zur arbeiten: den Klasse üben wir auf dieselbe nur einen Einfluß des Frieden und der Versöhnung. Uebrigens bezeugt unser politisches Glau: bensbefenntniß, daß wir mit den Handlungen einer tumutltugri: \{<en Opposition nichts zu {afen haben können.‘

Das Engliscze Paketboot „Camilla‘/ ist mit 116 Passagi:fi ren von Southampton in Havre angekommen; seit langer Zeiß sah man in diesem Hafen keine so große Anzahl von Neisende aufomnen.

Der Constitutionnel meldet, daß die Truppenmärstht nach den Alpen und der Belgischen Gränze hin, die eine furt Zeit lang in Folge einer telegraphischen Depesche unterbrowen vorden, toieder beconmnen hätten. General Simmer, der si< s ner Bahl zum Deputirten wegen in Riom befunden, habe Y: fehl! erhalten, sofort zur Armee abzugehen, um das Kommatnds über eine Divislon zu übernehmen. Dem Journal du Com merce zufolge, hat General Negre, designirter Befehlshabt

messenes

mer eine

Kriegs-Minister auf dem Marsfelde gemustert ; ihr Abmarsch sl bevorstehen; sie defilirten mit brennender Lunte.‘/ Fn Folge dec leßten Minister-Konferenzen sind Couriere nah

mit dem Befehlshaber der National-Garde, General Lobau, di hiesigen Wähler für die drei Tage, während deren die Wahl stattfinden werden, vom Dienste als National - Gardisten befreit,

Jm Departement der Meurthe find Schmähschriften gege! den Vice- Admiral v. Nigny, den Baron Louis und den Gent ral Lobau verbreitet worden, wobei manu si<h des Präfektur-Sk gels zur Convertirung bedieut hat. Der Präfekt des Depattt ments hat alle Theilnahme an diesem sonderbaren Mittel, dau Wählern die Pamphlete der Opposition zuzustellen, abgelehnt,

Der Temps sagt: „Das Kabinet des Palais - Royal ht auf die Nachricht, daß die Herzogin von Berry sich nah Tos

den Weg nach England zurück einschlagen. ““

Aus Cherbourg wird gemeldet, daß die vormalige Kaiseri vou Brasilien, welche dort unter dem Namen eiuer Herzogin vol VBragança verweilt, sich in Folge gesegnueter Leibes-Umstände ul: wohl befinde, ihre Zimmer hüte, und feine Besuche annehme, Von der jungén König Donna Maria war uoch feine Nath rit eingegangen.

Der m Nantes erscheinende Ami de la Charte mesldtit: „Jn Lugon wurden am 24. Juni der ehemalige Post- Direkt Namens Briqtueviile und der erste Commis des Post - Büreaus verhaftet. Der Befehl dazu kam von Bordeaux, wo man Kot

sches Glaubensbefenntniß ad, er verwies auf sein früheres ; die beste Bürgschaft sür sein künftiges Benehmen, über | è Frage wegen Erblichkeit der Pairs -Würde weigerte er sich

eine Beroindlichkeit einzugehen, weil er das specielle nicht anerkennen könne; sein Mitbewerber, Herr Nitot, cu Say und verpflichtete si<h, gegen die Erblichkeit 11, Wahler erklärte sich dur<h Herrn Casimir Pé- ¡lar ermächtigt, ihn als Kandidaten aufzustellen, worauf cine | große Menge der Wähler die Anwesenheit des vorgeschlageneu | Zandidaten vexlangte: der Präsident des Minister-Raths erschien Die Wähler gingen ohne eine vorläufige Abstim: Der Messager des Chambres erzählt, die Kandidatuc des Herrn Cas, Perier, die den meisten Wählern | bis dahin unbefaunt gewesen, sey von der großen Mehrzahl der | Versammlung fehr günfiig aufgenommen worden, und seine Er- wählimg scheme gesichert zu sehn.

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aber nicht. ming auseinander,

Die Wähler des 2ten und Bezirks werden heute vorbereitende Sißungen hal- Die Wähler des ztodlften Bezirks versammelten sich vor- gestern 1m Amphitheater des Pflanzengarteus; die Zahl der Votan- ten war 252; Hr. Arago erhielt 159, Hr. Panis 70. Stimmen. Ueber die vorbereitenden Versammlungen der hieslgen Wäh:

respoudenzen in Beschlag genommen hatte, dur< welche dies! Müh?

beiden Personen stark compromittirt werden; die- Sache scheint

nen. Die Gazette kündigt an, daß der Aufsaß in Form ciner Fnd cine Brosch1uxe besondecs abgedruckt erscheinen werde, ebracht :

lex bemerkt das Journal des Débats: „Mehrere Blätter

Straßburg, 5, Juli, Dem Niederrheinischen Cow Fihren Zi

jer zufolge, wollen die sogenannten patriotischen ende Kandidaten in den verschiedenen Ko In den. drei Straßb eral Lafayette, Herrn Odilon: Barrot, Schlottstadt Herrn Champy,

eißenburg Herrn Munt, Notar.

Großbritanien und Jrland. dringen ni1öchte, die aber zuweilen nur das Werk eines Kly Parlaments-Verhandlungen. uug vom 4, Juli,

Wähler fol- llegien des Departe- urger Kollegien den Ge- Herrn: J, V; Coulman ; Saglio, in

ents aufstellen :

in Zabern Herrn

Oberhaus, fuhrte, in feiner Theiles der Graf: gegen den Lord: Kanzler Brougham. ; ¡enc s chast war namlich s{<on untex dem vo- gen Ministerium eiue Gerichts-Person des Meiueid orden, Der Angeschuldigte . hatte darauf an ein seiner Angelegenheit niedergeseßten Jury eiu Schrei in welchem er dieses Mitglied zu seinen Gunste In' Folge die :

: : i i B a Graf v. Harewood um dié wahre Majorität zu zeigen, Einige dieser Versammly jgenschaft als Lord-Lieutenant des westlichen gen find aufrichtiger und ernster gewesen und haben auch andt York, Beschwerde |

Erscheinungen dargeboten. Herr Ganneron, gestüßt anf seWy der genannten Graff

es angeklagt “Mitglied der bein gerich- G n u tis : jes Schreibens und der gegen ihn webenden Anëélage wurde jene Gerichts- Person durch das vo- ge Ministerium in ihrem Amte suspendirt ,

0 L z T cine Entscheidung ses ehrenweriheu Bürgers empfiehlt sich allen Freunden der F Le attc der jeßige Lord - Kanzler bei i l

4, Me | seinem Eintritte in das tinisterium gelten ließ. Allein nachdem vor einiger Zeit der

: A: E, ngeschuldigte von dem Meineide f Akten der Deputirten während der drei Juli- Tage Theil nad Brougham denselben , ohue den Lor findet in der Achtung feiner Mitbürger ‘und in dem Wunsche i haft, durch dessen

freigesprochen worden, seute even , rd:-Lieuttenant der Graf- essen Sermittelung es eigentli hätte geschehen llen, davon in Keuntniß zu seven, in sen Amt wieder ein. ord Harewood fand sich durch diese Uebertretung-\ehr gefränuft nd meinte außerdem, daß die Freisprechung vom Meineide al- in nicht hinreichend gewesen wäre, die Sus e auch durch das Schreiben veranlaßt ne Gerichts-Perfon einen Geschwornen von wendig machen wollen, D

penfion aufzuheben, wordeu sey, wodurch semer Pflicht habe 4 en er Lord-Kanzler antwortete, daß edle Graf, der diese Diskussion in ganz ungehöriger Weise erher gebracit, vergessen have, zu bemerfeu, da treffende Gerichts - Person uicht bloß im Fahre 1820, sondern h im Jahre 1830, nach dem Ableben Georg?s 1V., zur Wie- r:Einsekung in das Friedensórichter-Amt entpfohlen habe. Nächst: fm sch der angeklagt Gewesene (eiu Herr Storfs) auf eine änzende Weise freigesprochen worden; er ( der Lord ) habe also i jeuer Empsehlung und uuter solchen Umständen gar keinen ustand uehmen founen, den Y i< unterzeichnete Bittschriften bei ihm einzuscei1. so se) dies

er selbst die

unsten zahl: eingegangen feyen, Schreiben var etwas schr Unan-

sein Amt n Geschwornen betreffe,

seinem Amte suspendirt zu werden. r Lord-Kanzler iu einem ausführlichen Vortrage gab, war von ¡igen scharfen XBendungen begleitet, in denen er auf das Un- igemessene der ganzeu Berfahrungsweise des Lord Harewood, r, ohne dem Hause Anzeige davon zu machen und nachdem er ihm selbst ein hoflihes Billet geschrieben, gleichsam die An- Mage eincs Minijiers hier zur Sprache gebracht. auch noch mehrere andere Lor en, ging ohne weiteres Resultat vorüber. Der Herzog von bellington sragte, ob der Graf Grey irgend eine Jnstruction Als der Vesfragte dies meinte, fragte der Herzog, ob es nicht nöthig seh, daß der nig binnen einer bestimmten Zeit gewisse Eide leiste, die mit nex Krönung in Verbindung ständen ? fenne diese: Cide zwar, v Jeit oder den

Diese Aufklärung, die

isfussion , an der Theil nah:

er die Kronung des Königs besitze ?

Graf Grey erwiederte, doh wisse er nicht, daß das Gese t vorschreibe, wo sie geleistet werden müßz 1, Die Ursache der bisherigen Verzögerung würde er wohl in r Folge noch dem Hause mittheilen. Die Krouung seh bisher Zusi E R i | e180 sehr fosispielige Ceremonie gewesen: es erscheine je- der Artillerie der nördlichen Observations - Armee, Paris gestern < wichtig, daß der feierliche Vertrag zwischen König und verlassen, Dasselbe Blatt meldet: „Drei Batterieen df der bei dieser Gelegenheit ratifizict werde, mit so we- in Vincennes stehenden Artillerie-Negiments wurden gestern von gen Kosten H i: / My er feine Mike, gebe jedoch dem Hause die Verficherung, seße darüber gegebeue Vorschrift von Sr. Majestät auf eine cise befolgt werden ‘würde. Lord Me - ig auf die zweite Lesung der Bill an, welche den birfungsfreis der Lord- Lieutenants von Jrländischen Graf- ( Nachdem sowohl der Antrageude als x Herzog von Wellington und der Graf Grey einige Worte jer die Principien der Bill hinzugefügt, wurde der Antrag ohne position genehmigt. Unterhaus.

verbunden wiederhole, dieser Hinsicht

daß die vom

e er die andere

haften näher bestimmt.

Sibung vom 4. Juli. Da für die- 1 Tag die zweite Lesung der Reform-Bill angekfundigt it, so war die Gallerie s<on um 1 Uhr Nachmittags von Zu- auern beseßt, und au<h im Junern des Saales, so wie in den leiten: Gallericen, waren alle Siye von Mitgliedern bezeichnet : D Ï j Als um 4 Uhr der Sprecher seinen Prásidial- kana, oder sogar na< Nizza oder Genua begeben wolle, wo si einnahm, waren {on an 300 Mitglieder versammelt, Herr si< mit einigen Männern zut verabreden hoffe, denen sle nd Wume nahm zunächst das Wort und beschwerte si<h über die einigen Einfluß zufreivt, Borsiellungen gethan, welche Get Weise, in welcher die Pläve im Hause reservirt werden. Ihm gefunden haben, und man sagt, die Herzogin werde bald wied lbst seh gesagt worden, daß man damit umgaehe, ihn für den igen Tag um seinen gewöhnlichen Plaß zu bringen: er be daher schon um 10 Uhr “Morgens diesen Plaß durch en Freund bezeichnen lassen: ‘zu seinem Erstaunen habe dieser W [chon über 200 Pläve um diese Zeit bezeichnet gefunden, © jvar jey dies schon um 7 Uhr geschehen: so daß er (Herr

d reservirt.

fine) zu seinem Bedauern jekt die Nachbarn vermisse, die er Da ih nun das Haus an vorigen filage bis zum 4ten d, Morgens um 10 Uhr vertagt habe, so ge er, wie es einem Mitgliede möglich gewesen sch, schon um Uhr hier zu seyn und so viele Pläve wegzunehmen, und ob jl er hierdurch irgend. ein Recht auf die Pläpe erhiel: p Ven eigener Plab sey mit dem Namen N) bezeichnet gew

ohnlih um sich habe.

k Mitglied s Oberst Lind- R a s A | ; ‘jen: er habe si jedoch die Freiheit genom- mit dem Suden tund mit Holy-Rood in Zusammenhang zu sl Mn, diesen Namen, der bereits um 8 Uhr angeheftet worden \eh, Ake Die Verhafteten werden nah Bordeaux gebracht. ‘“ W) einem anderen '

Dex Fürft v. Kaniß, der seit mehreren Monaten wege! M Gebrauch besage eigentlich, daß nur diejenigen, die bei dem ete im Hause anwesend seyen,

Plabe zu verseßen. Der S prech er antwortete,

Schuldeu in dem Gefangniß von Sainte-Pelagie in Haft sis, Wöhnlihen Geb ist aus jein Berl ¡gen nach einem Krankenhause gebracht worden, Whnen könnten : der ungewöhnliche Andrangçs, der jedoch jeut im-

Has Journal du Havre äußert: „Der Korresponden) Mr zum PYarlamente stattfánde, habe in diesem (Gebrauche eine des großen Spekulanten Outvrard zufolge, werden die Wahlen in derung gemacht. den Departements, der Mehrzahl nach, zu Gunsten der reinen Men -Plag bezeichnet, fein Recht darauf: auch gehe jedes Recht linken Seite ausfallen,“ : einen Plas verloren, so oft eine U

Das Journal de Yaris exklärt si< fúr ermächtigt, zu Wald die Y verslchoern, daß der bei Karl X. befindliche Kardinal v. Latil sein Wten, Ju jedem Falle ließe sih hier jedoch mehr von der ge- erzbischosliches Gehalt nicht bézogen habe, noch beziehen werde, Wseitigen Höflihfeit der Mitglieder, als von der strengen An- wie von elnigen Wlattern behauptet worden. idung des Rechtes erwarten, s

Die Gazektoe de France giebt heute deu Scluß eines Frreeicht worden langeu Aufsaßes gegen den Zwiespalt der Meinungen, dem darin |ff zweite Lesung der Reform-Bill an. alles Unglüick Fraukreichs zugeschrieben wird. Einige Blätter d Althorp, wollen in diesem Artikel die Féder des Herrn v. Viilèle erken: Mden war, 1

ihre Pláäue be-

Inzwischen habe der, der vor dem Gebete

: Abstimmuuz stattsände, oder titglieder si< in corpore na< dem Oberhause ver-

Nachdem einige Bittschriften trug Lord Fohn Russell Zuvörderst wurde von der von einem Mitgliede aufgefordert dem Geruchte widersprochen, daß ein Herr (ßregson eigeumächtige Veränderung in der Neform - Bill diese Beränderung, welche diejenigen Häusler betreffe,

ns vierteljährli<h entrichteten, sey vielmehx von den

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Ministern selbsi veranlaßt worden, jedoch hätten diese {on seit- dem eingesehen, daß dadur zu Viele ihr Stimmrecht verlieren würden, und wären bereit, die Aenderung wieder aufzugeben. Als darauf die Bill selbst zur Sprache fam, erhob sich Sir John Walsh, der si< *{hon in der vorigen Session dagegegen opponirt hatte, als erster Opponent. Die Bill, meinte er, würde die Bitterkeit der gegenseitigen Parteien des Landes nur noch vermehren. Schon bei der Zusammenseßung des gegenwärtigen Parlaments sey die bloße ohne weitere Keuut- niß und Untersuchung der Bill gegebene Versicherung mancher Kandidaten, sle unterstüßen zu wollen, hinreichend gewesen, diese Kandidaten ins Parlament zu brinaen. Auf diefe Meise hre die Regierung auf, eine Repräsentativ : Regierung zu seon (Ge- lächter und Hört !): die Ausregung und die Tunmlte im Lande würden dadurch vermehrt. Auch der politische Zustand des Kon- tinents mache mißtrauisc gegen die Maaßregel: den1 nur die Pariser Ereignisse im Juli v. F. hätten in England tas (Beschrei nach Reform veranlaßt. Er glaube nicht, daß die Franzosen lange im Stande seyn würden, ihr im Juli begonnenes System fortzuseßen, wiewohl er, ganz abstrakt genommen, der Meinung wäre, daß die leßte Französische Revolution glorreich sey und das Mitgefühl jedes anderen Volkes verdiene. Er fürchte nur, daß die Franzosen ganz unsähig seyen, mit Máßigung zu verfahren, und daß der jegige Franzosishe Thron auf denx unhaltbarsien Grunde gebaut sey. Leicht könnte Ludwig Philipp ge- stürzt iverden, und habe dies erst stattgesuuden, \o sehen die Errichtitng einer militairishen Mepublik und die Kriegführung mit allen Nachbarn die nächsten Folgen. Während also der Geist der Demokratie in eincmm Nachbarstaate zu befürchten sech wollten die Minister cu< in England den demokratischen Ein: fluß überwiegend machen, Aus diesen Gründen werde er sich der Bill in allen ihren Stationen offen widerseßen und hoffe dadurch, eine große Gefahr vielleicht den Ruin des Landes abzuwenden. (Beifall von der Opposition.) Schiießlich trug der Redner amendementsweise darauf an, daß die Bill erst in sechs Monaten zum zweiten Male verlesen werde. Hr. F. Clinton unterstüßte dieses Amendèment. Da dieser Redner, um seine Argumente gegen die Bill aus der Geschichte nachzuweisen, si< auch auf die (in Larduer’s Kabinet-Enchklopädie enthaltene) Geschichte von England von Sir James Mackintosh berief, so nahm der Lektere, der während der vorigen Session dur ein Unwohl- sehn verhindert wordeu war, an der Debatte über die Reform: Bill Theil zu nehmen, das Wort und sprach in einer ausführ: lichen Rede seine Meinung zu Gunsten der Bill ans, Er wi- derlegte zunächst die Ansicht, daß die Aufregung, die bei den leu- ten Wahlen geherrscht, mit der ruhigen Diskussion, wie sie einer deliberirenden Versammlung gezieme, unverträglich sey. Eine solche Aufregung gehöre vielmehr zu den charakteristischen Merk- malen freier Justitutiouen und müßte von jedem Freunde consti- tutionneller Freiheit unterstüßt werden. Sowoht der Theorie als der Praxis nach entspreche es vollkommen der Verfassung, wenn der Wähler si<h von den Ansichten seines Kandidaten über Fra- gen von besonderem Juteresse genau unterrichte; ja, es sey nicht bloß sein Recht, sondern auch seine Pflicht, dies zu thun. Der König selbst habe bei der Auflösung des Parlaments gesagt, daß es seine Absicht sey, die Ansicht des Volkes über die Art und Weise, wie eine Aenderung in der Repräsentation ein- zuführen sey, fennen zu lernen, Wie aber könne dies anders geschehen, als wenn slch das Volk auf den Wahl-Tribunen aus- spreche, Der erste Redner (Sir John Walsh) habe aus- wärtige Angelegenheiten berührt, auf die er (Sir F, Mactin- tosh) si< nicht weitläuftiger einlassen wolle. Nicht etwa, daß er fein tiefes Mitgefühl für den berührten Gegen-

| stand empfände denn fúr einen Mann, der nur einen Funken

von Freiheit im Busen trage, sey es etwas Unmögliches , dieses Mitgefühl nicht zu empfinden allein er fürchte, daß eine Dis- kussion dieser Art der Maaßregel, wiewohl sie jener Sache selbst günstig seh, doch schaden könne. Uebrigens aber sey es ein Jrr- thum, wenn das ehrenw. Mitglied der Meinung seh, daß der demokratische Geist in einem Nachbarstaate vorherrsche; nicht das Volk habe die Schleuse der Revolution dort geöffnet, sondern zwei Männer hätten es gethan, die, beseelt vom Geiste der Feind- seligfeit gegen alle bürgerliche Freiheit, den niedrigen Versuch -ge- macht, alle Staatsgewalten an si< zu reißen, und unter dem Borwande, daß man sl< gegen die Gefahr, dem Volkswillen allzu viel nachzugeben, hüten müsse, die freien Jnstitutionen, die sie bes<hworen, umstürzen wollten. Nicht die Gefahr der De- mokratie seh es eigentli<, die das ehrenwerthe Mitglied in der Reform-Bill sehe, sondern die Gefahr für Pláne, um dasjenige, was man den demofratischen Geist nenne, zu geseßwidrigen Zwek- fen zu unterdrücken. In Frankreih habe man solche Pláne im Auge gehabt, und auch in England würden sle auffommen,

| wenn die Feinde der Reform eine Macht hätten, die ihrem

Willen gleich fäme. ( Hört, hört!) An dieser Debatte (aus der wir eine na<hträgli<e Mittheilung uns vorbehalten ) nah- men auch noch die Hecren Bruce, Fergusson und Lord Polchester Theil, worauf die Fortsezung der Diskussion auf die morgende Sißung verschoben wurde.

London, 5. Juli. Gestern gab der Prinz Leopold von Sachsen - Koburg dem Könige, dem Herzoge von Braganza, Dom Pedro, und den Mitgliedern der Königlichen Familie ein großes Mittagsmahl, dem unter Anderen auch noch der regie- rende Herzog von Sachsen - Koburg und der Fürst von Leinin- gen beiwohnten. Y

Gestern Morgen empfing Dom Pedro die Besuche vieler hier anwesenden Portugiesen und Brasilianer, so wie einer großen Anzahl von Engländern.

Jn Bezug auf die Véchandlungen im Parlament wegen der großen Kronungskosten bemerkt die Times: „Wie viel wür- diger und feierlicher würde die Kronunugs-Ceremonie sehn, wenn der König vor dem versammelten Parlamente gekrönt und seine Eide leisten würde, ohne die plumpe und burleske Umagebung von Rittern, die Niemand zu bekämpfen haben, und von Fal: fonieren ohne Falken, und ohne em scheinbares Festmahl, bei dem nichts - gegessen wird. Sicherlihh fönnten diese Thorheiten, die bei der leßten Krömma die Scherzlust der Fremden und das Bedauern aller fühlenden Engländer erregten, abgeschafft werden, ohne daß-die Krone dadurch etwas von ihrem (Slanze oder der König etwas vou seiner Größe und Macht verlöre,““ :

Dasselbe Blatt findet die Debatten im Unterhause über die Reform-Bill nicht besonders interessant ; die öffentliche Mei: nung, äußert dasselbe, habe sich s{<on hinlänglich über diejen (egenstand ausgesprochen; es wäre daher ganz uberzlüssig, ihn Tag für Tag durch stetes Wiederholen der nämlichen Gründe vertheidigen zu wollen. i E

Ein Herr W. R. Sydney hat unterm 2ten d. M, die hier befindlihen Jrländischen Parlamentsglieder zu einer am bten zu veranflaltendeu Bersammlung vermittelst eines Umlausschreibens cinladen lassen, um über zwe>mäßige Beränderungen in der Rez form-Bill, über den inneren Zustand Frlands und Abhülfe des

dort herrschenden Elendes, über die Gese nen:Gerichte und mehrere andere, Fand bett ie G anan zu A f \

lm leßten Sonnabend fand eine allgemeine der Actionaire der hiesigen Universität statt, U e C Ne heiten dieser Anstalt zu untersuhen. Anf den Antrag eines Ac- tionairs wurde nach sehr lebhaften Diskussionen die Ernennung eines Aus\chu}es beschlossen, wn mehreren Mißbräuchen , die sl< im der Verwaltung der Universität eingeschlichen und von verschiedenen Seiten her zu Beschwerden Anlaß gegeben hatten abzuhelfen. E

Bon der nächsteu Ernte hat man die besten Hoffnungen und hält ein glückliches Ausfallen derselben in diesem Augen: blick für um so wichtiger, als es wahrscheinli das beste Mittel seyn würde, dem nachtheiligen Einflnsse des Fallens der Wesel: Course und der bedeutenden Ausfuhr kostbarer Metalle entgegen zu arbeiten. i

Nieder Cbe:

_ Aus den Haag, 5. Juli, Der Barou von Wessemberg befindet sl{< noch in hiesiger Residenz und hatte gestern die Ehre, bei Sr. Majestät zut speisen.

Wie es heißt, ist die Königl. Korvette „Meermin““ vorge:

stern aus Vließingen abgesegelt, um unsere Heerings-Fahrzeuge all convohiren und gegen Angriffe zu {üen f Der General - Lieutenant de Kok hat sein Hauptquartier in Axel avfgeschiagen. Auf den Vorposten bei Axel ift Alles gerü- stet ; jedoch hat die Zufuhr von Pfecden , Pulverkarren, Kano- nei Waffen und anderen Kriegsbedürfnissen nah dem 4ten und Iten Bezirk von Zeeland jegt aufgehört. Die Stellung und Zahl der Holländischen Truppen wird täglich stärker, und Alles ist bereit, jeden feindlichen Anfall kräfti abzuwehren, E Die hiesigen Behörden haben die Evfahricis gemacht, daß in Folge der unter dem Schuß einer hiesigen wohlthätigen Ge- sellschaft gesüfteten Armen - Kolonieen sl< die Zahl der Bettler in denselben sehr vermehrte, und sl< in Folge dessen genöthigt gesehen, Maaßregeln dagegen zu tresen,

Brüssel, 5. Juli. Ju der heutigen Sigzung des Kon- gcesses zeigte Herr Vilain XI[lI, an, daß von einer großen Anzahl der Einwohner Lüttihs und Löwens Bittschriften auf dem Bureau niedergelegt seyen, um gegen die Práäliminarien der Konferenz zu protestiren, Hr. Claes (von Löwen) beklagte sich darüber, daß der Bericht über sämmtliche Petitionen dieser Art, der gestern angeordnet worden, von der zu diesem Behufe nie: dergeseßten Kommission no< nicht abgestattet seh, Auf sein Ver- langen wurde die Liste der Personen, welche diese Kommission bilden, vorgelesen, und Herr Claes selb befand sich auf dieser Liste. Dieser Umstand erregte großes Gelächter, An der Ta- gesordnung war die Fortseznng der gestern abgebrochenen De- batte. Herr Lebeau machte zuvörderst die Bemerkung, daß, wenn er auch gesagt habe, daß er sein Portefeuille niederlegen wolle, falls die Propositionen der Konserenz verwocfen würden, dies doch keinesweges implicire, daß er Minister bleiben wolle, wenn die Práäliminarien angenommen würden, Er seh ents<los sen, sl< zurü>zuziehen, man möge die Vorschläge verwerfen, oder annehmen. Er werde die vorliegende Combination bis zum Schluß unterftüven, weil, seiner Ansicht nah, das Glü des Landes da- von abhánge ; aber wenn diese Sache auf irgend eine Weife entschieden sey, dann habe er ein Recht, an si selbst zu denken, und auf der Deputirten-:Bank den Play einzunehmen, dec der höchste Ehrgeiz jedes Mannes von Ehre seh. Der Minister fuhr als: dann folgendermaßen fort: „Unter verschiedenen tven1g parlamentari- hen Ausdrücken, m. H., habe i< das Wort Feigheit aussprechen hô- ren. Ich, als Deputirter, verstehe dieses Wort so: die Feigheit eines Deputirten besteht darin, daß er nicht wagt, das zu fagen, was er will, und das zu sagen, was er ni<t will. Die Feigheit eines Deputirten besteht darin, anderswo, als in seinem Gewis: sen, die Gründe für sein Votum zu suchen; die Feigheit -eines Deputirten besteht endlich darin, zu s<weigen und seine Meinung über eine Combination, die er für nüßli<h für das Land hält nicht auszusprechen.‘ Der Redner erk!árte dann, daß er nit anstehe, eine früher ausgesprochene irrige Ansicht zu widerrufen. Ju einer der leßten Sigungen habe er nämli gesagt, daß die Annahme der Práliminarien eine Beränderung in der Constitu- tion zur Folge haben fönnte. Sein Freund Devaux habe ihn aber bald von seinem Jrrthum überzeugt, und sey ihm nunmehr flar, daß die Annahme die Constitution keinesweges verle. Nachdem der Minister mehrere früher aufgestellte Bemerkungen der Opposition widerlegt hatte, äußerte er si< no besonders über fruhere Worte des Herrn von Brouckère, der gesagt hatte, daß man eine Linie ziehen verde, um den Belgishen Handel mit Deutschland gänzli<h zu unterbrehen. „Selbst, m. A sagte der Redner, ¡venn wir nur den suatus quo aufrecht er- hielten, würde jede Verbindung mit Deutschland möglich seyn. Untersuchen Sie die Karte, und sehen Sie, ob wir feine andere Berbindungswege als Venloo haben. Nicht etwa, als ob ich die Meinung hátte, daß wir gezwungen sehn werden, Venloo auf- zugeben; denn i< hoffe, daß uns diese Stadt mittelft der Unterhandlungen bleiben wird. Man hat Ihnen, mein Herr, ferner gesagt, daß, wenn Sie, nachdem Sie \o energis< gegen die Ansprüche der Konferenz protestirt haben, jest die Vorschläge aunehmen, Die dadurch alle Jhre frühere Zandlungen vecláug- uen. Jch kann mit den Aktenstücken in der Zand beweisen, daß Sie dadurch feine Jhrer früheren Handlungen verläugnen.“/ Der Redner suchte nun ausführlich diese Behauptung darzuthun, in- dem er besonders auf die Ausdrücke in der Protestation gegen das Protokoll vom 20, Januar hinwies, worin gesagt worden jeh, daß man si< feiner anderen Entscheidung, als der der Na- tional-Repräfentation, unterwerfen würde. Wie aber sey dieser Ausdru zu verstehen? Es solle do< wohl so viel heißen, daß der Kongreß gesonnen sey, si{< keiner Entscheidung einer frem- den V »<t zu unterwerfen, und es sey ni<ht darunter verstanden, daß man fi< einer Entscheidung nicht unterwerfen wolle, die von

einer legiüimen und fompetenten Behörde ausgehe. „Und wie,“ jagte Herr Lebeau „wenn sie nun aus Ursachen, welche ih micht voraussehen fann, Sich veranlaßt fänden, einer fremden

Macht irgend einen Landestheil abzutreten, so sollten Sie nicht dazu berechtigt seyn? Sie würden nur ein Recht auslben, welches Sie sih in der Constitution vorbehalten haben, Jch sage wie Sie, nein! der Kongreß wird si< nicht unterwerfen, aber die Na: tion wird ss{< den Dekreten der National- Repräsentation un- terwerfen. Nur Aufrührer können eine andere Sþrache führen, ““ Der Minister glaubte bei diesen Worten ein Pfeifen von der Gallerie zu vernehmen und forderte den Präsidenten auf, die Ruhestörer zure<t zu weisen, Der Práfident erklärte, daß er nihts gehört habe, bei dem geringsten Lármen aber werde er seine Pflicht erfüllen. Herr Lebeau fuhr hieräuf fort; „„Dar- aus, meine Herren, daß wir feinen Anspruch auf die streitigen Gebietstheile hätten, würde immer no< nit hervorgehen, daß wir kein Recht auf die Bewohner derselben hätten! Nein! und hier {ließe i< mi der edelmüthigen Sprache der ehrenwerthen

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