1831 / 205 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

der Landbote Swirski den Antrag, eine Deputation zu bezeich: nen, welche den Kammern über jeden Einzelnen der voxgelesenen Senatoren : Liste Bericht erstatten sollte. Dem widersesten fih der Landbote Ledohowsfi und der Deputirte Zwier- fowsfi, weil diese Förmlichkeit nit aud in Bezug auf den Landboten Yablonowski beobachtet worden. Nach lan: gem Hin- und Herfstreiten wurde endlich dem von dem Land: boten N iemojowski unterstützten Antrag des Kastellans Wen- ¿yf Gehör gegeben, wona die Kammern es dem Senats-Prä- sidenten Kochanowski übertrugen, ¡jene Senatoren Bericht zu erstatten. , l Kammern die Wahl des Herrn Aloislus Biernazki zum Depu- tirten für Sieradz und des Herrn Eugen Slubizki zum Land- boten des Distrikts Brzesc-Kujavien ; ermáchtigten dann einftin- mig den Grafen Johann Ledochowski, die Pflichten eines Be- fehlshabers des allgemeinen Landfturms in der Wojewodschaft Ktakan zu übernehmen, und versagten dagegen den von der Na- tional-Regierung zu Juspektoren der General-Armee-Intendan- tur ernaunten Mitgliedern der Landboten-Kammer, Herren Jie: mienzki und Klimontowicz, die Bevollmächtigüng zur Uebernahme dieser Aemter. Zu dieser leßteren Entscheidung wurden die Kam: mern vorzüglich durch die Benterkung des Deputirten Kr y- \insf i: veranlaßt, welche au< die Repräsentanten Niemojowsfi, MWenzyhk, Kaczkowski, Biernaczki, und selbs Jiemienzki und Kli- montowicz unterstüßten, daf die Jutendantur eine unconftitution: nelle Behörde sey tund eigentlich mit dem Ministerium des Jn- nern vereinigt werden müsse, daher es um so weniger sich zieme, ja sogar der Würde eines Repräsentanten widerspreche, die be- sondere Aufsicht darliber anzunehmen.

Hiesige Blätter melden, däß bereits 1500 Gefangene von dem Corps des Generals Golowin in Warschau eingebracht worden sehen, daß sich dieser General über den Bug zurü>gezo- gen habe, und daß sl die Ueberreste seines Corps in der Ge- gend von Biala, jenjeits Siedlce, „sammelten, Die Kanonade, welche man am 18ten d. M. gehört, meint der Warschauer Kurier, habe wahrscheinlih von dem Corps des Generals Rü- diger ‘hergerührt, mit dem die Polen diesseits des Wieprz zu- sammengetroffen seyn müßten, und dem- der Uebergang über die: sen Fluß, der bedeutend. ausgetreten sey, wahrscheinli sehr be- schwerlich werden würde.

Am {18tea d. solléèn die Russen, dem Warschaner Ku- rier zufolge, wieder in Plozk eingerü>kt seyn. Man ist in War- schau auf einen Angriff gefaßt. eim Vice-Gouverneur, heißt es, melden fi fortwährend Freiwillige und ersuchen um die Be- stimmung, mit was für Waffen und wo ste kämpfen sollen. Heute früh um 7 Uhr sollte unter Musik und Gesang der Mu- nicipalrath an der Spive von Bürgern jeglihen Standes, Ge- \shle<ts und Alters ausziehen, um vor der Stadt Schanzen aufzuwerfen. Der Municipal-Rath hat in dieser Beziehung eine Proclamation an die Bürger von Warschau erlassen, worin er se auffordert, sich zur Arbeit nah den Wällen zu begeben und der Thaten des Schusters Kilinski und Fleischers Sierakowski eingedenk zu seyn, Jenseits Wola und Powonsk siud die Wälle dur<' gedungene Arbeiter beinahe beendigt.

“Der Wars aier Kurier enthält ein Schreiben aus Plozk vom táten d., worin si<h unter Anderem folgende Nath: rihteu befinden: „Am 7ten Abends zog die -aus Kosaken be: stehende Avant-Garde zu gleicher Zeit in Bielsk, Drobin und in Plozk ein; fie kam aus der. Richtung von Plonsk her ; am folgenden Tage, den 8ten, rü>ten die Kosaken aus Bielsk anf der Straße nah Dobrzyn vor, und nachdem die Haupt-Armee binnen 2 oder 3 Tagen gegen die Weichsel nachgefolgt war, nahm der Feld-Marschall Paskewitsch sein Hauptquartier in Plozk, der Großfürst Michael aber bei Plozk in Szczepoiv: der Troß fkantonnirte in Feldlagern. auf der Straße von Bielsf nach Dobrzyn, so wie in der Richtung von Konary nac<- Plozk, und in der Umgegend, Am Sonntag, den 10ten, ließen fi< Polnische Patrouillen in der Gegend von Plonsf, bei Gora und von ‘Racionz bis Drobin bli>en, wo vier Rus sische, entweder verirrte oder franké, Offiziere von denselben gefangen genommen wurden. Das Russische Hauptquartier rúdte in Folge dessen vôn Plozk nah Parzen. Am [Zten verließen auch die lezten Arrière - Gardén Plozk 1nd die Umgegend , und die ganze feindliche Armee lagerte sich nun im Bezirk von Lipno, von der Linie,“ welche die Straße von Plozk über Jasien nach Lipno bildet, dis zum Weichselufer ; das Hauptquartier war am lten d. in der Gegend von Dobrzyu. An diesem Tage war man in

Plozk in großer Unruhe darüber, was weiter erfolgen würde : es war dort bekannt, daß man von Ciechanow und Plonsk her feine. Russische Truppen mehr zu erwarten habe. Die Russen hatten bei Plozk, von einem Werder aus, und in Dobrzyn Brücken aufzuschlagen versucht, waren aber von: den Polnifchen Kanonen am linken Weichselufer darau verhindert worden und hatten nachher eine große Menge Pontons über Bielsk herbei- geschafft ; die Offiziere sollen jedo gemeint haben, daß dieselben für den jeyt sehr breiten Strom nicht zu gebrauchen wären. Die Russische Armee wurde auf 100,000 Mann angegeben, die Po-

«Jen behaupteten aber, fie betrage nur 50,000 Mann, wovon der größere Theil aus Kavallerie bestehe. Kanonen hatte ste sehr

‘viele bei si<. Bei Plozk sah man auf deu Anhöhen Polnische

:- Regimenter na<h Wlozlawek vorüberziehen. Dic Russen haben "atel Discretion gegen die Einwohner von Plozk bewiesen. Alle Lébensniittel, als Mehl, Brod, Getreide, wurden baar bezahlt. “Die Offiziere, welche dort im Quartier standen, zeigten alle die

‘größte Artigkeit und Zuvorkommenheit gegen die Bürger und | ‘erwiesen ihnen mannigfache Dienste. Das Regiment, welches zuerst die Brücke bei Ostrolenfa überschritten hatte, besand sich ‘“au< dort im Quartier und bestand no< aus einigen hundert

‘Mann.

Die Staats- Zeitung euthält jet no< einen verspäte- ten Detail - Rapport des Generals Rohland an den General “Gielaud úber die Schlacht bei Raygrod.

- Vorgestern slnd, der Staats-Zeitung zufolge, die bei - Mlynarze gefängen genommenen Russischen Dragoner mit ‘Pfer- den ind Rfístung nah Warschau gebracht worden.

__ Dasselbe Blatt meldet, daß in diesen Tagen zwei Grafen Potozki, Alexander und Wladimir, aus der Ukraine, wo sie an- fehnliche Güter besiyen, in Warschau angekommen und in die Reihen der Krieger eingetreten sehen; der Erstere hat außerdem 200,000 Fl. zur Organisation einer Schwadron Ukrainischer Truppen beim Kriegs-Ministerium deponirt.

Der Warschauer Kurier will wissen, daß die Jusurgen:- ten des Distrikts von Moshr im Gouvernement Minsk sih mit denen des Distrikts Owrutsh in Wolhynien vereinigt, alle gegen sie ausgeschi>te Russische Corps zurückgedrängt und 6 Kanonen erobert hätten.

m Kujavischen soll, dem Warschauer Kurier zufolge,

oden dur die häufigen Regengüsse sehr wei<h und mora-

so daß er fix eine Armee äußerst \{<wierig

der stig geworden seyn,

am 20sten d. Monats übér | t i ura d Hierauf bestätigten die | Einwohner des Königreichs Polen erlgssen, worin es heißt, daß

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Seen, und die Flú}e Skrwa und Bzura verursachen häufig Ueberschwemnmnmungen. Der Befehlshaber des Landsturms im Bezirk von War- schau, Herr Jakubowicz, hat eine Proclamation àn die Bemvoh- | ner dieses Bezirks erlassen, worin er sle vorzüglich auffordert, den | Landsturm, welcher bis jegt aus bloßer RXnfanterie besteht, mit einigen Pserden zu unterstüßen:

Die vom Reichstage ernannte Deputation, um tiber die | Vollziehung des Geseges hinsichtlih der zu entrichtenden Silber: Abgabe ju wachen, hat eine Proclamation an die Bürger nnd diese Abgabe ganz voy dem guten Willen der Bewohner ab- hänge, indem es sich hier nicht von einem sirengen Census han- dele, sondern die Classification mur als Andentung dienen solle, um das Verhältniß der Gaben zu bestinumnen, und die Deputa- tion bloß darauf zu achten habe, daß si fein Vermögender die- ser Pflicht entziehe.

Die National-Regierung hat zur Sicherung der Hauptfiadt gegen Mangel an Lebensmittel, auf den Fall, daß die Feinde sich derselben näherten, verordnet, daß aus den am nächsten gelegenen Bezirken so viel Rindvieh herbeigeschafft werden soll, als hinrei- <end ist, um 1,800,000 Pfd. Fieisch zu liefern. Ein aus Bür- gern zusammengeseptes Comité soll diese Rinder. abschägen und fúr die Unterbringung und Ernährung derselben sorgen.

Am 17ten d. M. find die Poluischen Agenten Linowski und Komierowskfi, welche von der National - Regierung mif einer Mission na< Konstantinopel abgeschickt worden waren, über Krakau wieder in Warschau eingetroffen.

Der Graf Gustav Malachowski, früherer Minister der aus- wärtigen Angelegenheiten, ist von einer gemachten Reise hierher zurückgekehrt.

Der patriotishe Verein in Lenczhz hat in seiner am 30. Juni gehaltenen Eröffnungs-Sizung den Bezirks-Kommissar Jo- seph Zawadzfi zum Präsidenten und den Reftor Karl Bhftry und Propst Vincenz Odrobinski zu Vice-Prásidenten erwählt.

Es ist hier ein Werk von Herrn Johaun Oftrorog unter dem Titel : „Memoiren zur Verbesserung der Republik Polen‘/ im Dru>k erschienen.

Auf den lezten Warschauer -Márkten zahlte man für den Korzez Roggen 30—32 Fl., Weizen 37#—45 Fl., Gerste 26 bis 28 Fl., Hafer 21— 22x Fl., für das Fuder Hèu 8— 12 und 16— 20 Fl., für die Fuhre Stroh 6—8 Fl.

…— Vou der Polnischen Gränze, 22. Juli. Man hatte si< in Warschau mit der Hoffnung geschmeichelt, daß es dem General Chrzanowsfi gelingen werde, das Rüdigersche Corps ‘ganz aufzureiben oder gefangen zu nehmen; dieselbe ift jedo, den neuesten Nachrichten zufolge, nicht in Erfüllung gegangen, vielmehr ist hierna< für gewiß anzunehmen, daß die Polnischen Truppen es bei den leßthin stattgehabten Gefechten nur mit ei- nem fleinen vorgeschobenen Theil jenes Corps zu thun gehabt haben und leyteres eine konzentrirte Stellung in der Wojewod- schaft Lublin einnimmt, Man glaubt, daß dasselbe dazu bestimmt seh, bei Pulawy über die Weichsel zu gehen und im Verein mit der Russischen Haupt - Armee gegen Warschau zu operiren, wo- durch diese Stadt um so mehr in Bedrängniß kommeu würde, je s{hwieriger es sehn würde, eine so bedeutende Einwohnerzahl und noch dazu das daselbst zusammengedrängte Militair auf län- gere Zeit gehörig zu verproviantiren, zumal da schon jegt Man- gel in dieser Hinsicht stattfinden soll. Wáre es begründet, daß, wie es heißt, au<h Pulver-Mangel sich fühlbar mache, so dürfte das Ende der Katastrophe wohl näher seyn, als man glaubt. Aus der Wojewodschaft Augustowo erfährt man, daß am 17ten und {18ten d. 20,000 Mann Russischer Truppen, aus Litthauen kommend, zur Haupt-Armee marschirt sind.

S G E r 1 M,

Paris, 18. Juli. Der Moniteur meldet in seinem amt: lichen Theile, daß vorgestern Abends um 8¿ Uhr Herr de la Barra, Geschäftsträger der Republik Chili bei der Französischen Regierung, die Ehre gehabt habe, dem Könige und der Königl. Familie vorgestellt zu werden.

Dasselbe Blatt theilt nachträglich die Antwort des Kö- uigs mit, welche derselbe am 21. Juni bei- seiner Reise durch die öftlichen Provinzen in Colmar den beiden Abgeordneten der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Wyß und Rigaud, auf ihre Betwvillkommnungs - Rede ertheilte: Se. Majestät äußerte darin unter Anderem: „Sie haben Recht, auf die Freundschaft, die Fch für die Schweiz hege, zu rechnen : Niemand nimmt an dem Glücke und der Wohlfahrt derselben mehr Antheil, als Jch. Die Neutralität, deren Sie erwähnten, is für Fraukreich, für die Schweiz selbst und für ganz Europa von Wichtigkeit. Jch be- daure, daß Frankreich dieselbe nicht zu allen Zeiten respektirt hat, während dies immer in seinem Juteresse lag: es if aber nicht gesehen, weil die verschiedenen Regierungen, die über Frank- reich geherrs{t haben , zur Richtschnur ihres Handelns nicht das National - Interesse machten, welches stets Mein Verhalten, so wie das politishe System Meiner Regierung, bestimmte, seitdem der Wunsch der Nation Mich auf den Thron berufen, Fb glaube uicht, - daß wir Krieg haben werden; J versat- me ui<ts, um ihn zu vermeiden, und halte Frankreich jekt für máchtig genug, daß Niemand sh versucht fühlen dürfte, es zum Kriege zu zwingen. Auf das, was in Jhrer Aurede Mich persönlich anging, erwiedere Jch, daß Jch Mich Meiaes Aufent- halts in der Schweiz noch lebhast erinnere; Jh war damals

| sehr unglücflih, fand aber in diesem Lande dennoch auch Ltnde-

rung für Meine Schmerzen. Wenn Jch nicht immer den. gan- zen Beistand fand, dessen Jch bedurfte, so war Jch doch oft A C G é

Zeuge des Bedauerns das inan empfand, ihn Mir nicht ge- währen zu können; Jch wußte, wie sehr die Umstände Mir ent- gegen waren, und die Verfolgung gegen Mich war so stark, daß es des Muthes bedurfte, um Mir Theilnahme zu bezeigen.

meister von Wyß gewählt hat, um Mich hier zu bewillkommnen : den Herrn Shndifus Rigaud hatte Jch schon vor einigen Jah- ren das Verguügen, in Genf und Copet zu sehen, aber Herrn von Wyhß sah Ich noch nie, obshon Jch es seit langer Zeit wünschte, und mit lebhafter Rührung versichere Jch ihm hier, daß der König der Franzosen für ihn noch die ganze Dankfbar- keit Æorby’s bewahrt: dem Herrn von Wyhß, damaligen Schay- meister, und Herrn Kirchberger, damaligen Bürgermeister von Zúürcb, verdankte Jch die Freistätte, die Jch unter jenem Namen einige Monate lang in einer Jhrer Städte fand,“

Die Tribune zeigt s< dur< die vom Polizei-Präfekten über die angeblihen Anwerbungen von Arbeitern im Faubourg St. Antoine gegebene Erklärung zufrieden gestellt, wirft aber jet die Schuld auf die Polizei des Ministeriums des Jnnern, Der Moniteur antwortet ihr hierauf Folgendes: „„Wir erkl: ren dies unsererseits für elne gehässige Verleumdung und fordern

zu pasfiren wáre: es befluden {G in jener Begend sehr - viele

sache für seine Behauptung anzuführen. Uebrigens liegt y Sache den Gerichten vor, und die Wahrheit muß bold an d Tag konmen.‘‘ |

Die Gazette des Tribuneaux bemerkt: „Eine Verordnung vom November v. J., durch welche der heilige (iß Orden und die übrigen jeit der Restauration creirten Orden ay, gehoben wurden, ließ es ungewiß, ob der St, Michaels-, y, St,. Ludwigs - und der militairis<e Verdienst-Orden no< fort ständen, und es entspann si< darüber eiue Polemik unter diy Blättern, an welcher die Freunde des Ministeriums feinen d, theil nahmen. Yeyt ist jeder Zweifel gehoben: der o eben N schienene Almanach national erkennt keinen anderen Königl, d den mehr au, als den der Ehrenlegion: die Zeichen, die sons i diesem Almanach hinter den Namen der St. Ludwigs : und j Michaels-Ritter standen, sind diesmal weggeblieben,‘“ j

Dem Temps zufolge, hat das Ministerium das den Kay mern vorzulegende Departemental-Gesez bereits beendigt,

Einem Schreiben aus Cherbourg zufolge, hat Fhre Majesi die Herzogin von Braganza, deren Gesundheit sich gebessert hy am l0ten d. die dortigen Civil - und Militair - Behörden ey, pfangen. |

Unter deu am l5teu d. mit dem Paketboot in Dieppe q, gekommeuen Reisenden befaud sih der Herzog von Devonshiy der sciner Schwester, Lady (Granville, einen Besuch machen j

Jn einem hiesigen Blatte liesi man: „Der ehemali König von Westphalen, Hieronymus Buonaparte, jeßt Graf Montfort, wird von Rom nach Livorno abreisen, wo ihn (jy Brigg seines Bruders Joseph erwartet, um ihn nach den Y einigten Staaten zu bringen. Er läßt einen - großen Theil dy Statuen und anderen antiken Denkmäler, die sein s{önes Lj, hans bei Fermo in der Mark Ankona zieren, eiupa>en, um dy, selben Bestimmung zu folgen. Hieronymus hat seinem Brit Lucian die s{<önen Statuen abgetreten, die in Ruffinella, dy über den Trümniern der Tusfkulanischen Villa Cicero?s erba ist, gefunden worden sind. Diese Alterthümer werden dem tj <en Museum, das Lucian aits den in einer der Katakomby von Witholonia, der Hauptstadt des alten Etruriens, gefundeny Etrurischen Vasen gebildet hat, neuen Werth verleihen.‘

Aus Versailles wird vom l6ten gemeldet: „„Ein ung wöhnliches Ereigniß hat die öffentliche Aufmerksamkeit auf einy hiesigen Einwohner gelenkt. Vor einigen Tagen war ein Schi ben ohne Namen in dem Wachthause am Pont - Tournant j Paris gefunden worden : es war nicht zerrissen , sondern sorgfl tig in vier Stücke geschuitten und rein. Ein Feeund s<rit darin einem anderen, man habe ihn in ein Komplott gegen dy Leben des Königs hineinziehen wollen: die Anwerber dazw 4 ren Herr Delavigne in Versailles und zwei Stabs- Offiziere d ÎJnvaliden- Hotels, die gleichfalls mit ihren Namen angegebt wurden, Dieses Schreiben wurde voin Tambour gefunden, dey Offizier des Posiens übergeben und von da nach der Polizi Präfektur gesandt. Die beiden Offiziere der Jnvaliden : Anstal wurden noch an demselben Abend verhaftet, und am folgendu Morgen hielt der Königl. Prokurator Hansfuchung bei Hem Delavigne, in dessen Papieren fich jedoch nichts fand, was jen Beschnldigung uur den geringsten Grund hätte leihen kon Als er si< von seinem Erstaunen über den gegen ihn erhoben Verdacht erholt hatte und die Veranlassung dazu erfuhr, gabt folgenden Aufschluß: Jn seinem Hause war ein ehen1aliger Up teroffizier als Aufseher angestellt gewesen, jedo< vor ‘einigen M naten entlassen worden: schon früher haite er im Jnvaliden: ebenfalls seinen Abschied erhalten und geschworen, sich an alu seinen Feinden zu gleicher Zeit zu rächen, Man glaubt, seit Handschrift in jenem Briefe wieder zu erfenneu: die Wahrheil dieser Angabe wird sich bald erweisen. “/

Aus Marseille vom l12ten d..wird geschrieben: „Jn det Augenblick, wo das hier eingelaufene Schiff „„Finistère““ von Y gier abging, verließ der General Berthezène an der Spiye l 10,000 Maun Algier, um die Französische Herrschaft in Meded fest zu begründen. Der Ausgang dieser Expedition is noch nil bekannt. Am î0Hten Abends fam es hier abermals zu ers lichen Uuruhen; man \<lug den Generalmarsch: die Nation

worden: 22 Ruhestörer wurden verhaftet, und um 1 Uhr Mt gens war die Ordunung wiederhergestellt. Die Aufrührer watt größtentheils aus der niedrigsten Volksklasse und riefen: vin

Garde !‘/“‘‘ j

Aus Vannes voni 14. d. {reibt man: „Neunzehn Sihwt zer, fast sämmtlich gewesene Offiziere, sind in unserer Stadt u haftet worden: fle wurden dur< den Telegraphen signalisirt ; ih Vorsat soll gewesen seyn, einen Aufstand in der Bretagne p! Stande zu bringen. Die Wachsamkeit der Regierung hat hindert, daß diefes Vorhaben aub nur emen Beginn von führung erhielt, Einer der Falscbwerber, der hier mit der W angefomnien war, und den man für eine wichtige Person wurde in dem Augenblicke verhaftet, wo er mit einem Jud dunm spazieren ging, in dessen Wohnung eine Nachfuchunz |f halten wurde, die indeß zu keinem Resultate führte, da ei dem Felleisen des Reisenden enthaltenes Paket Papiere bert auf die Seite gefchaft worden war. Die Verhaftungen werdtl inmitten der vollkommensten Ruhe und zur großèn BesturzW der Karlifieén fortgeseßt. ‘“

Der in Rennes erscheiuende Auxiliaiïre Breton meld unterm {láten d, M.: „Die zahlreichen Verhaftungen reisendl Schweizer und einiger vom Ministerium fsignalifirter Franzosen, d! Beschlagnahme wichtiger Dofitmente und besonders die Geständ nisse mehrerer der Angeklagten zeigen, daß die Partei der vorig!l Regiernng ein ausgedehntes Komplott gebildet hat, daß pidt

L Auch ; | äge Fch insbesondere, daß die Eidgenossenschaft deu Burger-

den Verfasser jenes Artikels auf, auch nux die geringste That-

Sw1veizer, Unteroffiziere von der Königl. Garde, von deu Ag ten der Partei angeworben und nach dem Departement des M bihan geschi>t worden sind, wo fie den Kern der Banden bildel sollten. Ueber die Ergebnisse der in unserer Umgegend getro} nen Maakfregeln gehen verschiedene Gerüchte: man spricht 0 zablreichen Berhaftungen in Nantes, Vannes, Lorient, Bri und St. Malo. - Ju dexr Vendée und im Süden wird die Behör! nicht unthätig geblieben seyn, denn das Komplott scheint sich vom V bis zu der Küste des Kanals auszudehnen. Jn Vannes wurd! der Graf v. la Plain, Haupt - Agent der Jntrigue in unse Gegenden, verhaftet: er kam von Paris, um die leyte Hand & Werk zu legen und die Orgauisatiou zu beendigen: seine Papiet! wurden in Beschlag genommen: dur< Fragen ‘und geschrieben! Beweise in Verwirrung gebracht , joll er ‘alle Pláne der Parti! enthüllt haben. Auch spri<ht man vou der Verhaftung eint alten Obersten außer Diensten in Hennebon, bei welchem m0 fiarke, zur Bezahlung der insurgirtenBauern bestimmte Geldsummt!) Papiere u. \. w. gefunden haben soll, Jn unserer Nähe ist auße! einigen zwanzig Fremden ein ehemaliger Garde-Offizier mit seiner 0 Mann verkleideten Frau in der Herberge eines Dorfes verhafté! {hon mehrmals verhört und mit den Schweizern konfrontit worden, Moch gestern fanden in Rennes mehrere Verhaftung!"

I zuweichen : Garde war insultirt und ein Posten derselben zurüd>gedrän|| |

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lebe die Freiheit! Es lebe die Republik! Fort mit der Nation! F

att Der Ami de la Charte berichtet aus Nantes, ein ampfi<if fe unlängst von Jersey oder Guernesey abgegan- gen, unt Waffen für die Chouans an die Küste der Bretagne ider der Vendée zu werfen : die Behörde sey vollfommenu davon uterrichtet. Das Dampfboot sey- mit bewaffneten widerspen: jgen Militair-Pflichtigen bemannt und werde von einem ge: sen Saunier aus Angers befehligt.

Unter den verhasteten Stabs-Offizieren des Juvalidenhauses innt die Gazette des Tribuneaux den Obersten Renaut. Noch immer wird behauptet, die Regierung sey einem FKarlisti- hen Komplotte auf der Spur; zahlreiche Verbafts- und Vor- áhrungs-Befehle werden jeden Augenblick von dem Königlichen \rofurator erlassen, untec Anderen sogar gegen den Herzog von (Caramau mund den Herrn von Castelbajac, die. aber zu rechter ait Nachricht erhalten und si<h dur< die Flucht entzogen haben. (an versichert, der Sohn des (Grafen Bourmont sen einige Fage in Paris gewesen und nach der Bendée abgegangen. - In Rueil bei Versailles wird die Untersuchung gegen die für die Pendée angeworbenen Schweizer thätig fortgeseßt.

Fn Rennes ist, wie das Journal du Commerce mel: det, der Jahrestag des láten d. M. durch Pflanzung eines Frei- heitsbaumes, mit j gefeiert worden : das Ráäthhaus wurde Abends erleuchtet.

Das Journal des Débats enthält das politische Glau: venóbekeuntuiß, das Herr von Salvandy an die Wähler von Condom gerichtet hatte, und worin er si für die erbliche Pairs- ürde aus\sprah, Das genannte Blatt bemerkt bei dieser Gelegenhcit: „Unsere Stellung in Betreff der Frage über die Erblichkeit der Pairie ist bekannt. Eine zugleich philosophisthe und politishe, aus Grinden und aus dem Gewissen hervorge: hende, Ungewißheit , “in der wir uns vor den Wahlen befanden, ist auch nah den Mahlen noch in uns geblieben.“

Mau wird sich erinnern, daß der Oberst Leunox, deu man sür cines der Haupt : Werkzeuge der Napoleonschen Partei hält, jn Folge der Unruhen, die im Anfaug des Monat Mai 1n Paris sattfandeu, verhaftet wurde. Um zu zeigen, daß der Oberst auch hon anderen Parteien gedient habe, theilte der Messager vor ejnigen Tagen ein Schreiben des Herrn Lenuox vom 3. Juni 4830 mit, worin dieser dem damaligen Präfekten des Mosel- Departements séine Dienste für die bevorstehenden Wahlen zu Gunsten des Poliguacschen Shftems mit vielem Eifer anbot. Herr Leunox suchte f< von seinem Gefänguisse aus in der ,,Re- volution‘ dadur< zu entschuldigen, daß jenes Auerdieten “nur eine Verrätherei vou seiner Seite gewesen seh, um die Regie- rung Karls X. zu täuschen und s< die Mittel zu verschaffe, ihr zu schaden ; zugleich brachte er ähnliche Beschuldigungeu gegen den damaligen Herzog v. Orleans vor.

digungsmittel zu würdigen wissen, das dem Obersten in den Augen aller Rechtlichen allen Glauben uehmen müsse. Was übrigens die Beschuldigungen betreffe, so erklärt sih. das genannte Blatt sir ermächtigt , dieselben, sowohl hinsichtlich der darin angegebe- jen Thatjachen , als hiusichtli<h der Unterhaltungen, für völlig ungegründet zu erklären: der Herzog von Orleans würde als sol: her diese Erklärung selbst gegeben haben, der König aber müsse es unter seiner Würde halten, dies zu thun,

Straßburg, 19, Juli. Der „, Niederrheinische Kurier ‘“ meldet aus Mühkibausen vom 16ten d, M.: „Die Mühlhau- senex Mauth hat heute einen Fang gethan, der unsere ganze Bevölkeruna in Bewegung geseßt hat. Er besteht in einem Wa- m mit Spinnnzaschinen, die nach - angestellter Prüfung als himliche Waffenbehälter befunden wurden; man zerbrach diese t gearbeiteten falschen Maschinen, und zog ungefähr 1400 Katenlánfe von alleu RKalibern, die bereits gebraucht waren, 1000 Batterien und einige Hundert Pistolen aus. An Vermu- thungen über die Bestimmung dieser Waffen fehit es nicht ; doch verweilt man am meisten bei folgenden: Entweder rührt die Senduug vom Polen -: Komité her, und sollte über Basel nach

Der Messager des Cham- | hres erwiedert, das unparteiische Publikum werde dieses Verthei-

07 1223 aller bisher berührten Orte genommen und. weil sle auch beser als diese die Bedürfnisse ihres Laudes kennen. Der Empfang hier ließ nichts zu wünschen übrig, und nichts ließ si bli>en, was auch nur die geringste Unruhe erwecken könnte. Als der König. in das Has des Obersten derBúrgergarde eintrat, warf sich eine a<htbar aussehende arme Frau ihm zu Füßen ‘und überreichte ihm eine Bittschrift. Km Anfange schien er etwas verlegen : bald faßte er sich jedoch, hob die arme Frau, der er die Bittschrift abuabhin, vom Boden auf und ‘warf ihr einen so huldvollen Blick zu, daß fie von der Erhörung ihrer Bitte überzeugt seyn konnte : diese betraf den Sohn der Armen, der ih wegeu eines unbedeutenden Dieb- stahls im Gefängnisse befand. -— Die Matrosen von Ostende hatten die Pferde vom Wagen des Königs abgespannt und zogen ihn ju die festlich ges<hmüd>te Stadt. Bald nach seiner Ankunft machten ihm der Bischof von Gent und mehrere - hohe Geistliche ihre Aufwartung. Jn seiner Erwiederung anf deren Anrede sagte der König, daß er diesen Beweis ihrer Jüneigung unge- mein zu s{häpen wisse: er hätte die Ueberzeugung, daß die Re- ligion die Grundlage aller Tugenden sey, und werde daher Alles thun, was sie befördern komne> Seltsam sah es aus, als in

: Dflar ‘ei: | einem Dorfe, dessen Bürgergarden ebeufalls in Parade aufmar- Genehmigung und unter Mitwirkung des Maire, | schirt standen, diese in Ermangelung von Gewehren mit langen

Stöcken präsentirten. Herr Lebeau befindet sich beständig um den König und is, wie man vernimmt, s{hon fehr attachirt an

ihn,

: Im Courier liest man: ¿Ein WMorgenblatt (wahrscheinlich die Morning - Post) bemerkt, daß die Minorität gegen die Re- form-Bill eine kompakte, zusammenhängende und unzertrennliche Körperschaft, entschiedene Feindin der ganzen Bill und jedes einzelnen Theils derselben und eben so entschiedene Gegnerin der verderblichen Verwaltung sey, deren amtliche Existenz davon abhángt, daß die Bill ohne wesentliche Veränderung in ein Ge- seß verwandelt wird, Auf jedes Fndividuum dieser Minorität kann, wie der Schreiber glaubt, bei jeder künftigen Abstimmung mit Zuversicht gerehnet werden. Aber, fragt derselbe, ist auch die Majorität aus solchen Bestandtheilen zusammen geseßt, daß man si< dem Giauben überlassen, oder auch nur die Mög- lichkeit zugeben fann, sie werde auf gleiche Weise zusammen- halten? Augenuscheinlich nein ist seine Antwort. Er giebt zwar zu, daß die Majorität unbezweifelt groß, aber im Allge- meinen doch fleiner sey, als die Freunde 11d Feinde der Maaß- regel erwartet hätten. Es ift daher flar, fügt er hinzu, daß die Bill jekt in einer s{<wächeren Stellung ist, als vor der Abstim- | mung. Wir empfehlen diese Bemerkungen ernftlih den Freunden | der Reform. Das ..divide el impera‘““ ist immer éin Lieblings-Ge- brauch derAnti-Reformistén gewesen. Wir hegen zwar feineBesorgniß, daß irgend eine wesentliche Meinungs-Verschiedenheit unter den Freunden des Volks herrscht: aber einige der leßten Abstimmun- gen im Unterhause veranlassen uns, recht ernftlih in die Frennde der Reform zu dringen, die Wahl ihrer Konstituenten dadurch zu rechtfertigen, daß sie unablässig ihren Pflichten obliegen; und durch die eifrige Unterstlizung eines Ministeriums, wie das Land nie ein rechtlicheres, anufrichtigeres und patriotischeres be- saß, die shändli<hen und factióösen Gesinnungen zu bekämpfen, wodurch sih die Gegner der Reform-Bill vom ersien Augenblick an, wo fie ins Parlament gebracht wurde, bis zur leyten Ab- stimmung, ausgezeihnet haben. Wir besorgen nichts in Bezug auf die Besiamd theile, aus denen die Regierung und ihre Anhänger zusammengeseßt sind, uud noch viel weniger in Bezug auf ihr Nicht - Zusammenhalten. Sié repräsentiren den freien, den ents{hlo}enen Willen des Volks: und was die ihren

Kaudidaten waren im vollflommenen Einklange mit den Wün- schen, nein, mit den Forderungen, welche das Englische Volk zu machen ein Recht hat.‘

Zu Banbridge in Jrlaud ist es am [l2. d. wegen eiuer Orange-Prozession zu einer blutigen Schlägerei zwischen den Ka-

Yolen gehen, um der Aufsicht der uorddeutschen Staaten ans- oder sie war nah dex Vendée bestimmt, in welchem Falle die Karlisten ihre Spedition dur< das Elsaß hätten gehen Î lassen, um die Wachsamkeit der Polizei zu täuschen, die auf E Wege von Paris nah dem Westen weit thaätiger seyn muß.

Großbritanien und Frland.

London, 19. Juli, Die Hof-Zeitung meldet die Er- uennung des Herrn R. Abercrombie (unter Lord Ponsonby Ge- ‘andtschafts - Secretair, früher in Brasilien, später in Brüssel) um Gesandtschafts-Secretair in Berlin.

Mehrere Englishe Blätter liefern Ber!chte uber die Reise des Prinzen Leopold, die von Korrespondenten herrühren, [welche si in dessen Gefolge befinden. Man liest darin unter Anderem die nachstehenden Besonderheiten: Der Konig der Bel- jgier hatte zweierlei Gründe, dem Wege über Calais vor der di: testen Landung in Ostende den Vorzug zu geden. Ersttich ent- sprach er dadur< seinem und vielleicht anch dem Gefühle seiner ‘Unterthanen, daß er der freundlichen Rücksicht entgegenfam, welche die Französische Regierung gegen seine Besteigung emes Thrones } beobachtet, auf den sle, wie man glaubte, mit Eifersucht blicken würde, wenn ein anderer als ein Franzose ihn einnahme, Zweiteus aber

würde er, wenu er nacb einer langen Reise in Ostende gelandet ware, }

neuen auch

vor seinen

vielleicht weniger in Staude geweseu seyn, aufzutreteu :

Unterthanen zum ersten Male vortheilhaft

würde er in diesem Falle einen minder großen Theil seines neuen ; 1vörd _Gerad- | | beit und Deutlichkeit, mit denen jener Anhang A abgefaßt sen, | B l | mit 101 Stimmen gegen 9 angenonmen

Landes no< vor seiner Aukunft in der Hauptstadt kennen gelernt haben. Vou Dünkirchen führen zwei Straßen na Furnes, der ersten Belgischen Stadt: die eine geht an der Seeküste ent- lang, kann jedoch nur zu gewissen" Zeiten der Fluth passirt wer- den, und die andere, zwar minder gut, doch zu allen Zeiten sicher, befindet sich an der Seite des Kanals, der Dünkirchen, mit Brügge verbindet. Der König kounte, vou der Fluth be- \nstigt, den ersteren Weg nehmen und erreichte vier Stunden nordöstlidd von Dünkirchen die Dünen, wo ein einsan stehendes Mhans die Gränzen der beidén Länder bezeichnet. Hier wurde Et. Majestät von einer Kavallerie-Schwadron der Linie, einem etaschement der National-Garde, dem Ober-Befehlshaber die- tt Garde, Baron von Hooghvorst, dem Minifter des Innern und dem Gouverneur von West-Flandern, Herrn von Meulenaere, empfangen. Dem Könige wurden herzliche und enthusiastischeBeweise von Loyalität und Auhänglichkeit gegeben, die derselbe in jener ernsten eise und mit jener tiefen Ueberzeugung beantwortete, die tine Folge der ernsten Verbindlichkeiten und heiligen Ver- bflihtungen sind, die Leopold mit seinen neuen Unter- thanen eingegangen ist. General Belliard, dessen Mission wn der Belgischen Gränze beendigt war, nahm hier von, Sr. Maj. Abschied. Die Aufnahme des Königs in Furnes und auf tr ganzèn Straße his Ostende war ungemein glänzend. Glán- ênder wax sie jedo in Ostende selbst, weil. die Einwohner dies t Hafenstadt ein: lebendigeres Interesse an der Politik als die

tholifen und Protestanten gekommen, die von den verschiedenen | Parteieu verschieden dargestellt wird. Fünf Katholiken, worun- ter eine Frau, und zwei Orangemänner sind dabei umgefomnen, und viele sind verwundet worden, Die Häuser der Katholiken wurden geplündert und zerstört. Ju der Grafschaft Galwayh le- ben gegenwärtig 122,000 Menschen von Almosen.

M eo erlanosL.

Aus dem Haag, 20. Juli, Die Abreise Sr. Majestät und des Prinzen von Oranien zur Armee ist no< um einige Tage verschoben worden, doch sind Höchstderen Equipagen bereits von hier abgegangen,

Der Minister ‘der auswärtigen Angelegenheiten hat den Mitgliedern der zweiten Kammer der Generalstaaten die Ant: wort mitgetheilt, wel<e Namens Sr. Majestät des Königs an die Londoner Konferenz auf deren durch den Freiherrn von Wessenberg uberbrachte 15 Frie- dens - Präliminar - Artikel übersandt worden ist. Diese Antwort enthält eine Vergleichung des Anhangs A zudem Pro- totolle Mr. 12, das seit dem Beitritt Sr. Maj, zu den Protokollen Nr. 11 und 12 als unveráänderliche Grundlage der Unterhandlungen angesehen worden, mit den 18 vorgeschlagenen Artikeln. Es geht aus dieser Vergleichung die große Verschiedenheit der beiden Ak: tenstúcke hervor, so wie das Resultat, daß alle Beränderungen zum Vortheile Belgiens und zum Nachtheile Hollands getroffen ivorden sind. Nachdem auf diese Verschiedenheit hingewiesen worden, wird zuvörderst bemerkt, daß an die Stelle der Gerad-

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in den-uenen 18 Artikeln eine Undeutlichkeit der Abfassung ge-

(id machen würde, zu den Waffen seine Zuflucht zu nehmen, falls er eine billige Ausgleichung durchaus vou si< weisen wollte : in wel<her Hinsicht sich die funf Mächte im Arx. 17. mit der Erklärnng begnügt hätten, daß sie ihre guten Dienste, falls diese von den dabei interessirten Parteien angerufen werden sollten, Ach vorbehielten; ohne daß jedo< hinzugefügt werde, daß man ïi<h dazu verbindli<h mache, oder daß man diese guten Diensie au auf das Ersuchen eiuer der beiden Parteien erwei)en werde, so wie ohne die, im Anhange A befindliche, bestimmteËrklärung,

chen und alle Streitigkeiten nach der mit den erwähnten Grund- lagen am meisten übereinstimmenden Weise schlichten würden. Die Präliminar- Artikel, weit davon entfernt, irgend etwas Ent: scheidendes über die Vertheilung der Schuld, über die Gránz? scheidung oder über andere noch zu regulirende Punkte zu ent- halten, gäben im Gegentheile den Belgiern nur Mittel an die Hand, Alles durch willkürliche Auslegungen in neue Frage zu stellen, Hierbei wird auf die Diskussionen hingewiesen, die bereits in Brüs: fel úber die Práliminar-Artikel gehalten worden, so wie namentlich auc auf eine Rede des Herrn Lebeau, unm darzuthun, was Hols

ganze Bevöikeruug nah dem / Ostender Thore gedrängt,

Konstituenten gegebenen Versicherungen anbetrifft, so sind diesel: | ben ganz aus freien Stücken angeboten worden; die Gefühle der

| mission zu diesem Zweck.

| treten, die um so gefährlicher ware, als man es mit einem Staate | zu thun habe, der si< in revoltitionnairem Zustande befinde und } dessen Neutralität, so bald sie eimmal- anerkannt sey, es unmmog- |

! »> Tage dauern sollen.

daß sie ihre Verinittelung zwischen beiden Parteien geltend ma- | e L) é | ten, und trug deshalb darauf an, daß

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land zu erwarten haben würde, wenn Se, Majestät den vorge- shlagenen Präliminar-Artikeln beiträte. Außerdem wird bemerkt, daß die neuen Präliminarien / au schon die Lösung der Frage über die Souverainetät, welche in dem Protokolle Nr. 12, so wie in dem Anhange A, unbecührt geblieben sey, indem darin bloß von einer Trennung gesprochen werde, enthielten. Ehe der König der Losung dieser wichtigen Frage beitrete, müß- ten Höchstdemselben aub die gerechten und billigen Bedin- gungen gesichert werden, welche die gute Sache ‘und das Juteresse Hollands erheischen. Se. Majestät . hätien mit Leidwesen die vorgeschlagenen Artikel gelesen und mit nicht ge- ringerem Leidwesen dem Laufe zugesehen, den die Unterhandlua- gen genonmen hátten. Nachdem fodann der bieherige Gan4 dieser Unterhandlungen dargelegt und darauf hingewiesen wor- den, wie die legten 18 Artifel ohne die vorherige Zuratheziehung des Holländischen Kabinetts, wie man diese billiger Weise hätte er- warten sollén, abgesaßt worden seyen, wird hinzugefügt, daß, so sehr es Sr. Maj. auch darum zu thun sey, denFrieden von Europa auf: recht erhalten zu sehen, Höchstdieselben doch dieserhalb keinen Bedin: gungen sich unterwerfen können, die mit der Ehre und der Wohl: fahrt Hollands, so wie mit seinem guten Rechte und mit dem Interesse des allgemeinen Friedens selbst, im Widerspruche seyen. Schließlich aber wird no< bemerkt, daß si< der König hinsicht: li der Wahl eines Souverains von Belgien an die Erklarung der fünf Höfe in den Protokolleu Nr. 12 und. 19 halte, worin es heiße, daß dieser Souverain den Grundsäyen der Existenz von Belgien entsprehen, den Nachbarstaaten diè nöthige Sicherhe:t gewähren und die Grundlagen der Trennung angenommen haben müúüfse. Sollte daher ein Fürst die Souverainetät tiber Belgien antreteu, ohne jenen Bedingungen zu entsprechèn, so werde der König der Niederlande einen solchen Fürsten nur als -seinen- Feind ansehen können. (Wir behalten uns vor, von diesem wichtigen Aktenftücke no einige nähere Mittheilungen zu machen. )

Brügge, 18. Juli, Von Morgens 8 Uhr an hatte sich die durch welches der ' König seinen Einzug halten sollte: diese Menschen- meuge vermehrte si< no< dur die Einwohner aus deu Umge- bungen, welche herbeisirömten, um den König zu begrüßen, auf den sje ihre Hoffnungen seßen. Um 10! Uhr verkündigteu Ar- tillerie-Salven und das Geläute aller Glo>ten die Ankunst Sr. Majestät. Dicht vor dem Thore war eine Ehrenpforte errichtet, mit. der- Juschrift: „Leopold dem Ersten, König der Belgier, Höffnung des Vaterlandes.“ Nachdem der Konuig die Behor- den empfangen hatte, seute ih der Zug, untec dem tausendfa- <hen Ruf: „Es lebe der König!‘ wieder in Bewegung. Der König schien außerordentlich ergriffen, er richtete sich mehrere- male in seinem Wagen auf, und grüßte mit vieler Herablafsung und augenscheinlicher Rührung, Der König ertheilte den verschiede- nen Civil- und Militair-Behörden Audienz, und begat si dar: anf zu Fuß nach der Kirche „Unserer> lieben Fratien““, wo er von der Geistlichkeit empfangen wurde: um 3 Uhr verließen uns Se. Majestät. Man sagt, daß der König auf die Rede des Präsidenten der Handels-Kammer vorzüglich passend geantwor: tet habe: er spricht sehr gut Französisch. :

Gent, 18. Juli. Um 43 Uhr in Eccloo angekommen, ließ der König die daselbst garnisonirenden Truppen die Revue passiren und war um 7 Uhr an den Thoren von Gent. Die Stadt ift durchgängig erlertchtet. Was. auch die Böswilligkeit verbreiten mag, Gent äußert die vollkommenste Freunde, und der Prinz, zufrieden, glücklich, ist sehr wohl davon überzeugt, Die Geistlichkeit, so wie alle Deputationen, sind über die Ma- nieren des Prinzen, über die Leichtigkeit, mit der er improvisirt, und bber die Eleganz, mit welcher er “sl{<_ dek Französischen Sprache bedient , erstaunt. Alle gehen voll Bewunderung von ibm. Se. Majestät werden morgen früh um $ Uhr weiter reisen.

Brüssel, 19. Juli. Die gesirige Abend-Sizung des Kon: gresses begann um $8 Uhr. Vei der Diskussion über die Kredit- Bewilligungen griff Herr Meeus besonders den Kriegs-Minister an. Der Juftiz-Minister übernahm dessen Nechtfertigung : er sagte unter Anderem : „wir verlangen nur den verhältnißmäßi- gen Theil der im Januar bewilligten Kredite. Wir haben nur 16 Millionen ausgegeben, und es hat sih darum gehandelt, eine ganze Armee neu zu schaffen. Wenn der Krieg ausbrechen sollte, so wird man die verlangte Summe vergrößern müssen, / dagegen ift dieselbe hinreichend, um den gegenwärtigen Kriegsfuß auf: recht zu erhalten. Wenn Holland die Präliminarien annimmt, wenn wir Friede behalten, so werden wir die Truppen auf den Friedens\uß zurü>bringen, und die Summe wird sih verrin- gern.‘ Auf die Frage des Herrn Mceus, warum der Fuftiz- Minister das Wort für den Kriegs - Minister ergreife, erwiederte Ersterer, daß fie solidarisc verpflihtet seyen. Herr Ch. von Brouckère sagte, daß es eines außerordentlichen Umstandes be- durft habe, um ihn auf die Bänke des Kongresses zurüctzuru- fen: aber seine Pflicht erheische es, wenn davon die Nede sey, die Nation in den Abgrund des Deficits zu stürzen. Die Bud- gets finde er übertrieben und *von den Ministern nicht gerecht: fertigr. Er würde gegen die Kredit - Bewilligungen ftimmen,

wenn die Minister nicht von neuem die Summen untersuchten"

und ermäßigten, Hr. O \h war der Meinung, daß es besser seyn würde, wenn die Kredite nah deu resp. Ministerien eingetheilt würde, und glanbte, daß eine Kommission bis morgen Abend im Stande sehn würde, den Entwurf in diesem Sinne zu verändern. Die- ser Ansicht trat die Versammlung bei und ernannte eine Kom: Herr Defac qz stattete hierauf einen Bericht über das polizeiliche Gesundheits-Geseß ab. Es wurde Die- Siyung wurde um 11 Uhr aufgehoben.

Sitzung vom 19, Zuli. Herr Ch. Rogier entwitelte den am vorigen Tage gemachten Vorschlag, alljährlich die Sep- tember-Tage dur< National-Festlichkeiten zu feiern, die wenigstens

habe, daß er es súr angemessener hielte, denen die genauere Be- stimmung des Tages zu überlassen, wel<e mit Anordnung der Festlichkeiten beauftragt würden. Herr de Neeff (von Lowen) erinnerte an das s{<óne Benehmen der Einwohner von Lowen, welche am 2ten und Zten September eine glü>lihe Diversion für Brüssel, durh Besiegung des Generals Cortheiligers, mah: diese Tage zur Begehung der Festlichkeiten bestimmt würden. Dieser Vorschlag fand indeß feine Unterstützung. Der Entwurf des Herrn Ch, Rogier wurde in folgender Form: „der Jahrestag der Ereignisse des Septem-: bers wird jedes Fahr dur< National-Festlichkeiten gefeiert‘, von 116 anwesenden Mitgliedern einstimmig angenommen. Herr de Theux siattete darauf im Namen der Kommission, welche geftern mit Revision der Preß - Geseße beauftragt wurde, ejuen

ericht ab. Meinting, daß die Gesege

Die Kommission war der : vom 16, Mai 1829 und its 1, Zuni 1830 no< in Kraft seyen

Er bemerkte, daß er die Tage der Fest.

lichkeiten vit genauer bezeihnet, weil vom 21, bis 30. Sept... | si< so viel in Brüssel sowohl als an anderen Orten zugetcagen

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