1831 / 228 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Zu

gtoßer Bedetitung entwickelte, so ließ er nur noch 2509 Manu

sem Angenbli> mn

. vit nöthig, uns zu übereilen; jede gewonnene Stunde ist eine

! ; tzgestel bes lin i h'elten jedoeh Bergehk, Borkel und Luikgestel beseßt. Am e hielten sle si< ruhig, do<h am d5ten Morgens 0E N Be versammelten sie si< auf der Heerstraße, nahmen Bal Ie E siármender Hand und hofften sogar ungefähr 900 Se Ba; schließen zu köunen, was ihnen jedo tmißglückte, indem das Da- taillon des Herrn Kerkhoven in einen Moraft gerieth. Am bten drángteu unsere Truppen die feindlichen Vorposten bis hinter He!chteren zurück, das die zweite Brigade besebte, und Po 9s Hauptquartier des General Cort-Heyligers blieb, Die erste Bri- gade, unter dem General Knotser, avancirie bis hinter Houtha- len, in welchem Dorfe sie Nachmittags ankam, Bon Hechel ab wurde das Gebiet siets hartnäckiger vom, Feiude vertheidigt, und als unsere Mannschaften zu Houthalen ihr Nachtlager aufschla- gen wollten, begann das Gefecht mit den Tirailleurs, die auf bciden Seiten des Weges im Gebüsche verste>t waren, aufs neue. Je länger das Gefecht dauerte, um so heftiger wurde es, und der Feind entwi>elte dabei so viele Macht, daß zu vermu- then isi, dàs’ ganze Dainesche Corps, das auf 8000 Maun ge- {hätt wird, seh daselbft beisammen gewesen. Da der Feind Ver- suche machte, die Unsrigen zu umziehen, so rücite die zweite Bri- gade vor, und noh in der Nacht wurde die feindliche Stellung von den beiden Brigaden tournirt, und diese waren bereits am 7ten früh bis nah Heuven hinter Yorhoven gekommen.“ L „Hinsichtlich des Ausfalles, den General Chassé am 5ten d. Maus der Citgdelle vou Antwerpen gemacht, können wir nun no< mittheilen, daß, da der General es zur guten Verthei- digung seiner Feste für nöthig hielt, den Posten am Milch-Hause von seinen Kriegéleuten besten zu lassen, er am Iteu Morgens 500 Mann Kerntruppen unter dem Befehle des Oberst-:Lieutenants Nolkhemer hat ansrücten lassen. Ein Detaschement von 120 Maun erhiclt den Auftrag, sih des genanuten Posiens zu bemächtigen, während der Oberst - Lieutenant mit den übrigen Mannschaften re<ts von der Lünette Kiel in der Absicht Posto faßte, den Feind zurückzuhalten, falls seine Truppen aus dem Dorfe dieses Na- mens dem Posten zu Hülfe kommen möchten. Ohne Verlust bemáchtigten sich die Unscigen des Postens, vertricben deu Feind und unterhielten cin lebhaftes Tirailleur- Feter mit ihm. Da der General inzwischen bemerkte, daß der Feind feine Macht von

unter dem Ober- Lieutenant Naudascher und cin Detaschement Artilleristen, Mineurs und Sappeurs unter dem Fngenieur-Haupt- mann Alewyn, zu denen sih noch freiwillig der Oberst de Gumoëns gesellte, ausrúcten, Diese Kolonne bemächtigte sich, während der Oberst - Lientenant Volkhemer fortwährend im Tirailliren blieb, hinter cinander fünf feindlicher Batterieen, bestehend aus 16 Mörsern, 4 s<weren metalleneu Stücken und 2 weren metal- lenen Haubigen. 18 dieser Feuershlünde wurden vernagelt, die Laffetten und Ladungs-Geräthschaften in Stücke zerschlagen, und cin bedeutender Vorrath von Schießbedarf und gefüllten Bom: benu wurde ins Wasser geworfen. Auch bei diefer Gelegenheit haben die Soldaten in Muth und Ansdauer mit einander gewett- cifert, Der dabei unsererseits erlittene Berlust von 5 Todten und Z7 Verwundeten ist besonders auch der Dertlichkeit zuzuschrei- ben, da das Gebiet überall von Häusern bede>t und von Hecken, Gebüschen und Gráben dur<\{<nitten ist, wodurch der Feind nach sciner gewohnten Weise, Krieg zu führen, uns Nachtheil bringen konnte, ohne daß er zu erreichen nar.“

„Am 7. Angust ist in der Nähe von S\luis (l’Ecluse) in Flandern neuerdings ein. Gefecht vorgefallen, woruber ms die näheren Angaben no< fehlen. So viel weiß man inzwischen, daß sich die Unsrigen dabei nicht allein in ihrer Stellung be- hauptet, sondern au< einige Vortheile über den Feind davou- getragen haben.‘

Antwerpen, 9. August. Das Dampfschiff der Flotisle ist geftern Abend mit der Antwort aus dem Haag zurüctgetom- men ; sie lautet nicht günstig für uns. Die Citadelle wird heute Abend die Feindseligkeiten wieder beginnen; der König von Hol: land hat si< geweigert, den zwischen dem Grafen Belliard und dem General Chassé abgeschlossenen provisorischen Waffenstillstand zu ratifíciren. Der General Chassé hat unterm gestrigen Da- tum, Abends 11 Uhr, folgendes Schreiben an den General von Tabor gerichtet: „„Herr General! Jn Folge der Befehle meiner Regierung, welche ni<t für gut gefunden hat, die provisorische Convention zwischen dem Grafen Belliard und mir zu ratifici- ren, befinde i< mi in dem Fall, Jhnen aufs neue den Wasf-c fen stillstand auffündigen zu müssen; der Wiederbeginn der Feindseligkeiten tritt demnach morgen ani 9, August, Abends 11 Uhr, ein. YJudem ich die Ehre habe, Ihnen diese Mit- theilung zu machen, glaube ih denno< zu Jhrer Keuntniß brin- gen zu müssen, daß die Stadt Antwerpen nur daun die ganze Strenge des Krieges, welcher ihre Lage sie ausseßt, zu ertragen haben wird, weun sle angriffsweise zu Werke geht und mich da- durch in die Nothwendigkeit verseßt, Repressalien zu gebrauchen, oder wenn der Gang der Kriegs - Operation es erfordern sollte. Empfangen Sie u. #. w.

(‘gez.) Baron Chassé.‘

Löwen, 10 August. Eine Nachschrift des Jndependant enthált folgende Meldungen : „Heute Morgen beroerkstelligten die

Holländer eine plöglihe Bewegung auf ihrem linken Flügel, in- |

dem sie fi< na< St. Trond wandten und Diest fast ganz ent: blößten. Jhre Absicht scheint zu sehn, si<h in Masse auf das Corps des Generals Daine zu werfen, dadurch unsere Maas-Armee zwischen zwei Feuer zu bringen und Verstärkungen nach Mastricht hinein zu werfen. Unsere Truppen, den König an ihrer Spiße, haben gestern eine Rekognoscirung bis in die Umgegend von Dicst vorgenommen und si< von den Bewegungen des Feindes Kenntniß verschafft. Es wurde darauf angenblickli<) Befehl ge: geben, das Lager bei Aerschot aufzuheben: die Armee sezre fi gegeu Löwen m Bewegung und licß in Aerschot nur so viel Truvpen zurück, als zur Vertheidigung dieses Punktes unumgang- ‘li< nöthig waren. --- Demzufolge ist gestern Abend die ganze Armee, mit dem Könige und den Generalen Ticken, Niellon, Goblet u. #. w., hier angekommen. Man ersieht daraus, daß der (Seneral Daine seine Vereinigung nicht bewerkstelligt hat, ob: gleich der Moniteur solches {on 5 bis 4 Mal verkündigte. Unse offizieller Kollege hat seine Wünsche für Wirklichkeiten angenom- men und hat darauf gere<uet, daß die Befehle seiuer Beschüz- zer feinem Widerstande begegnen würden; aber unglütlicher

Meise verrechnet sich derjenige oft, der ohne den Mirth rechnet, !

mnd es scheint, daß General Daine zu starken Widersiand in Limburg gesunden hat, um die ihm vorgeschriebene rüctgängige Bewegung auf Diesi ausführen zu können, Uebrigens ist das, vas aufgeschoben wird, deshalb nicht verloren; während der Feind seine Zett jn strategischen Bewegungen verliert, orga: uisirt sich unsere Aymee und wird bald verdreifacht seyn; in die- Daine eine Truppenzähl zu seiner Verfü- gung haben, die sih auf das Doppelte von der beläuft, über die ‘er beim Beginn der Feindseligkeiten verfligte. Wir schätzen seine ‘Armee auf ungefähr 30,000 Mann, Wir haben durchaus

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Wahrscheinlichkeit zum Siege mehr. Die tapferen Walloneu fangen an, si< mit unserer Armee ‘zu vereinigen: es ist gestern ein Bataillon von Charleroi, ein anderes von Mons und 2 Ka- nonen, vou Bürgergarden aus legterer Stadt: bedient, ange- kommien.‘‘ ¡V ; Brüssel, 10. August. Der Belgifche Moniteur mel- det um 7 Uhr Abends: „Nach den Berichten, die uns von Löwen zugehen, hat General Daine einen ziemlich bedeutenden Echec erlitten. Die Französische Armee wird wahrscheinlich diese Nacht in Belgien einrü>en t i Die beiden Sohne Ludwig Philipp?s sind heute Mittag in Brüssel cingetroffen und im Palast des Regenten abgesiiegen, wo sie vom Herrn von Mentlenaere tnpfangen 1d, Herr Adair, außerordentlicher Gesandter und bevollmächtig- ter Minister Großbritaniens bei unjerer Regierung, is gestern Nachmittag mit seinem Gefolge in Brüssel eingetroffen. Der- selbe wird sih heute Morgen ms Hauptquartier nah Lowen begeben. R

Ans Brügge melden die hiestgen Zeitungen unterm 9ten August, daß das Englische Geschwader am 8ten vor Ostende rschienen seh. \ A 0 7 9. August. Ein gestern Abends von Brüssel hier | cingetroffener Courier brachte die Autorisation, die Französische Armee auf unser Gebiet einzulassen, Zwei Gardisten zu Pserde gingen sogleich nah Maubeuge ab, um diese Autorisation mit- zutheilen. Heute früß war unsere ganze Bürgergarde unter den Waffen und ging den Franzosen entgegen. Der Marschall Gérard, Ober-Befehlshaber der Nord- Armee, und die Herzoge von Orleans und Nemours mit ihrem General!slave sind um Mittag mit der Avantgarde des Heeres, die aus dem 5. Dragoner: und dem 12. Linien - Regiment besteht, hier eingetroffen. Der hiesige Magistrat hat den Generalstab an den Stadtthoren em- pfangen, und in der Anrede an den Herzog v. Orleans sagte der Magistrat, daß Se. Königl. Hoheit wie Lafayette nah Amerika fomme, um die heilige Sache der Unabhängigkeit der Völker zu vertheidigen. Die beiden Französischen Regimenter haben, ohne sich aufzuhalten, ihren Weg nah Brüssel fortgeseut; die Prinzen blieben noch in der Stadt. Als die Bürgergarde vor der Post, | wo die Prinzen abstiegen, defilirte, erschienen dieselben auf dem | Balkon und begrüßten die Garde, so wie das Voik, zu mehreren

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sein Hauptquartier aufschlagen werde. Marschall Gérard hat vor feinem Anfbruche aus Maubeuge nachstehende Proclamation an die Nord-Armee erlassen: „Soldaten! Die Armee ift berufen worden, um die Unab: hángigfeit des Landes zu schüßen, wel> kre Spiße seiner Freunde stellt. Se. Majestät der König der Bel- gier wird uicht vergeblih den Beistand des Königs der Franzosen angerufen haben. Die Holländer, welche die Tapferkeit der Bel- gier kennen, reizen dieselbe aufs neue, indem sie den Frieden Eu: ropas, den großen Mächten , welche übereinstimmend die Unab- hängigkeit und die Nentralität Belgiens anerkannt haben, zum Trosb, stören wollen. Soldaten, wir vertheidigen die Sache Frank: reichs, indem wir unseren Allirten unterstüßen. Jhr werdet dem Französischen Namen durch Euer Betragen in einem befretmde- ten Lande Ehre machen und dadurch der Erwartung unseres Kö- niges entsprechen, dèr eben fo sehr anf Eure Mannszucht rechnet, als er Euces Muthes gewiß is. Im Hauptquartier zu Mau: beuge, den 9. Anguft 1831. Dex Marschall von Frankreich, Ober - Befehlshaber der Nord - Armee. (gez.)' Graf Gérard.“ Lüttich, 11. Aug. Eiu Offizier der hiesigen Bürgergarde wurde gestern nach Namur abgesandt, um die Ankunft der Fran- zosen zit beschleunigen. Dieser hat den General Dejeau ge|pro- chen, der seit gestern 3500 Mann in Namur erhalten hatte, beute 4000 und morgen no< 3500 erwartete ; da er aber den Befehl hat, nicht eher auf Lüttich vorzugehen, als bis sich 15 bis 20,000 versammelt haben, fo hat er aungenbli>li< an den Mar- schall Gérard geschrieben und um nete Befehle gebeten.

Das hiesige Journal theilt über die Stellungen der Armee und über die neuesten Begebenheiten folgende Details mit: „Zehntausend Mann Holländischer Truppen befinden sich,

Malen. Es heißt, daß der Marschall Gérard hier auf drei Tage ;

welches Frankreich an die j

unter dem Besehl des Generals von Sachsen-Weimar, in der Ge: gend von Looz. Diese Truppen haben Hasselt gestern verlassen. Heute werden noch 5000 Maun, unter dem Befehl des Prinzen Friedri, von Hasselt nach Looz marschiren. Mehrere hundert Belgische Gewehre sind auf den Feldern von den Bauern gefun- den worden. Die Holländer, sobald es si<h ni<t von dem gro: ßen Wege handelt, überla}sen den Bauern alle diese Beute. Tongern is vom Feinde beseßt. Die Verbindungen mit dieser Stadt sind frei, ausgenommen dur das Lütticher Thor, welches geschlossen ist. Die Holländer logiren nicht in den Häusern : sie begeben si<h nur am Tage- dahin, um zu essen und zu triuten. Man versichert, daß die Holländer demjenigen 2000 Gulden ver- sprochen hätten, der den General Daine tödten wvúrde. Ulle Bewegungen der Holländer deuten darauf hin, daß sie nichts ge- gen Lüttich unternehmen, sondern si< na< Brüssel wenden wollen.“

Stati 6

Livorno, 3. Aug. Vorgestern ist der Ex: Dey vou Algier, bloß von zweien seiner Lente und einem Jtaliänischen Bedienten begleitet, von hier nah Paris abgereist. Er wird bei der dorti- gen Negierung Reclamationen machen, iudem nah seiner An- gabe der General Bourmont ihm die zugestandenen Bedingun: | gen nit erfüllt hat. Die Herzogin von Berry befindet sich in Massa di Carrara; man sagt, sie werde na< Livorno fom- men, um die Seebäder zu nehmen nd sich ‘nah Neapel einzu: \chifffen.

Ute

Die Allgemeine Zeitung meldet in einem Privat schrei- ben vou der Wallach ischen Gränze, 24. Juli: „Den neue- sten Berichten aus Bucharest zufolge, ist die Cholera nun auch ¡in diese Stadt eitgedrungen. Viele der angesehensten Familien ‘sind augenblicklih von dort weggereist, ein großer Theil armer der Stadt nicht angehöriger Bewohner wurde durch die Regie- ritng sortgeschafft, so daß man hoffen dürfte, diese Seuche werde dort uicht in dem hohen Grade, wie überall in jenen Gegenden, ivo fle hinfommt, wüthen. Indessen ift die Zahl der täglichen Opfer seit drei Tagen von 8 bis auf 40 und 50 gestiegen, und mit großer Schnelligkeit greift sie nah allen Seiten fortwährend um si<. Da sie hon in Krajowa herrscht , so hegt man auch ernstliche Besorgnisse für Servien; Fürst Milosch hat deshalb längs der ganzen Türkischen Gränze seines Landes einen Cordon angeordnet. Wie man aus Skutari s{reibt, hat Mustapha Pascha noch einmal eine Offensiv - Unternehmung versucht, soll jedo< seinen Harem dur< Montenegro nach Dalmatien geschi>t haben, welchem er im Falle eines Mißlingens folgen will,

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Cholera. Königsberg sind nach den von dort eingegangenen (j

lichen Anzeigen vom 8ten d. M. 53, am Iten 71 und am 1

32 Persoñen erkrankt. Stand der Cholera daselbst sicht man noch entgegen.

Einer vollständigeren Uebersicht über)

In dem Dorfe Seligenfeld bei Königsberg sind y

7ten bis 10ten d. M. Morgens 7 Personen unter den E) ptomen der Cholera erkranft und 5 davon gestorben.

a

gegriffen, und es sind bis zum 11. frankt und 6 davon gestorben. t benachbarten Dorse MNißponie ein Todesfall an der Chy

ereignet.

bis zum 12, August

Im Regierungs - Bezirke Marienwerder ts|st am <tey

in dem Dorfe Rowicnißka, Schweber Kreises, die Ch ausgebrochen. 1 des Berichtes bereits eine verschieden.

Vou vier erkraukteu Personen war beim Abgg Jn der Stadt Mewe hat leider die Seuche weiter um

Aug. daselbsi 8 Mekischey Eben so hat |< in dem N

Im Regierungs-Bezirk Cöslin hat sich leider in

{hon früher genannten Dorfe Wussow an (ten d. M, verdächtiger Érkrankungsfall dur< die Bemthung der

hergestellt ( Lauenburg am 6ten d. M. statt und endete mit dem J

Aller Wahrscheinlichkeit uach ist der leßtere Todesfall nit Cholera zuzuschreiben.

creignet. i \<hnell herbeigeeilten Aerzte hj

worden. Ein ähnlicher Erkrankungsfall fand

Aus der Provinz Posen wird gemeldet : Fn Posen waren 1p * Besi - L f erkcanft, genesen, gestorben, gebl

429 135 298 d

Es tamen hinzu ant 13. 16 i 6

14. 10 11 8 | SGumma 455 153 272

und zwar vom Militair 58 30 28 vom Civil 397 123 244

Auszug aus dem Schreiben eines deuts<hen Naturforschers,

si< seit etwas mehr als aht Tagen ein oulkanischer Aus

nmtng sogleich näher zu betrachten, wir natürlich nicht unte! werden.

währen, was i<h {on lange gewünscht habe; und seitdet

Wissen schaftlihe Nachrichten. -

si< seit dem Oktober 1830 mit Untersuchung der geognost Verhältnisse und vulkanischen Erscheinungen in Sizilien \chásftiat, ;

Palermo, den 16ten Juli 18)

„Bei Sciacca an der Südwestküste dieser Jns

im Meere, etwa zwanzig Miglien ( fünf deutsche Meilen) der Küste entwickelt, und es scheint fast, als bilde fich dort der Richtung auf Bantellaria , eine neue Insel, deren E

Wahrlich, es konnte uns kein s{öneres Geschenk den, um unsern Studien in diefem merkwürdigen Lande jl

seit einigen Tagen hier verbreiteten Gerüchte zur Gewißheit den, haben wir uns entschloßen, sogleich abzureisen. Diese

no<h gehts nah Corleone, und {on überntorgen werdel selbsi sehen, was Gott Vulkan uns in seinem Vaterland

scheert hat. ‘“ H.

Königliche Schauspiele. Mittwoch, 17. Aug. Im Schauspielhause : Onkel Y Lustspiel in 4 Abtheilungen. \{<ón, Burleske in 1 Aft, mit Gesaug, nach der Jdee des F von K. Vium, Königstädtisches Theater. Mittwoch, 17. Âug. Der leute April, dramatische Kl

feit in 1 Aft. Hierauf, Zum erstenmale wiederholt: Der

dit, Drama mit Gesang in 2 Akten, na< dem Englische!

F, Planché,, von L. W. Both; Musik von Cosmali.

Der Patient if jq

M Deputirten-Kammer.

Hierauf : Der Spiegel des Tau

Vreußis

Allgemeine

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we Staats-Zeitung.

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D t E: C0 DE S E L E d R C Spa T T A MTCAEA Pt A C

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Amtliche Nachrichten.

Kronik des Tages.

Der Herr Graf von Werdenfels ist von Fürstenstein jer eingetroffen.

| Zeitungs-Nachrichten. | Ausland.

Sb N E00,

rt Sitzung vom 9. Aug. Schon ige vor Erössuung diefer Sigung harte sich eine große Anzahl on Deputirten für oder wider den Adreß- Entwurf eintragen sen. Die öffentlichen und vorbehaltenen Tribunen waren {hon i guter Zeit überfüllt, Um 125 Uhr wurde die Sibung in jegenwart von etwa 250 Deputirten eröffnet. Zunächst verlas r Prásident einige ibm von verschiedenen Deputirten zugegan- ne Schréiben. Die doppelt gewählten Herren Pelet und Frau: ville entschieden si<, ersterer für Blois, leßterer für St. Omer. Narshall Gérard und Herr Madier de Montjau verlangten ei- n Urlaub, ersterer wegen des ihm tibertragenen Kommando?s, terer Krankheits halber. Einiges Aufseheu erregte ein Schrei- n des Hru. Salverte, worin dieser sich darüber beshwerte, daß 1s Journal des Débats seine bei der Kammer eingereichte \roposition wegen künftiger Organisation der Pairs - Kamnier fentlih bekannt gemacht habe, bevor dieselbe einmal von ihm twicelt worden sey. Der Präsident versprah dem indisfreten orrespondenten jenes Jouruals nachzuspüren und ihn, Falls es n Beaniter der. Kammer seyn sollte, zur Verantwortung zu ehen, Hr. Salverte verlas hierauf seine Proposition und er- áärte, daß er sie glei na< den Berathungen über die Adresse jher entwieln werde. Alsdann wird auch eine zweite \roposition des Herrn Glaise-Bizoin des Inhalts, daß s Gehalt des Vrásidenten der Kammer- künftig auf 100 Fr. monatlich festgeseßt werde, das Amt der Quästoren ber unentgeltlich seyn folle, zur Sprache kommen. Nachdem ehrere Deputirte, die si< bisher über ihre Wahlfähigkeit noch <t gehörig ausgewiesen hatten, von der Versammlnng aufge- ummen worden waren, erhob si< eine weitläuftige Debatte per die Frage, ob der Präsident den Adreß-Entwurf sofort vor- en solle, oder ob die Deputirten zuvor in ihren Bureaus von Kenntniß nehmen wollten. Die Mehrzahl der Mitglieder r Kammer meinte, das leßtere verstehe si< von- selbst, indem Mes Verfahren reglementsmäßig sey. Die öffentlihe Sizung urde daher eine Zeitlang unterbrochen und um 3 Uhr aufs ette eróffnet. Während dieser Zeit hatten sh sämmtliche Mi- ster eingefunden. Der Präsident verlas hierauf den Adreß- 1twurf , wie er zuleßt von der Kommission abgefaßt worden : ex lantet also:

B 0Trl1.020. D 00S: Den 16. August 1831. Amtl. Fonds - und Geld-Cours- Zettel. (Preu/s. Ü

T Brief GeIIT “7 Brief

&St, - Schuld - Sch.| 4 | 891 | 884 fyOstor. Pfandbrf. | 4 | 97, Pr. Engl. Anl. 18| 5 | | 984 Pomm. Pfandbrf. | 4 1054 Pr. Engl. Anl. 22| 5 | | 9521 tKur- u. Nenm. do.| 4 [105i Pr. Engl. Obl. 30| 4 | 783. | 7a3 fSchlesische do.| 4 106 Kurm. Obl. m. I. C.| «61 | Rkst.C.d.K.-n.N.|—| Neum. Int. Sch. do.| 4 | 862 | 1Z.-Sch. d.K.-u. N.|— | Derl. Stadt-Oblig.| 4 1892: 1 897 S Königsbg. do. 48 } Elbinger do. 41 | Hol. vollw. Duk. | 185 Danz. do. in Th.|— | 34 Neue dito | | 194 VWestpr. Plandhbr,| 4 | 94 H Friedrichsd’or. . |— | 125 Grasahz. Pos. do.| 4 | 954 | PDieconto . . . | 35 i big E Ds Preusd Wechsel-Cours. —— Brief A a O 250 Fl. {Kurz H G Ge E g e O 2 L Mare. e oge ooloe s DUO Mk. [Kurz 1515 M o C O0 E, 2 TOOOO C N 1 LSu. 8 L Bs e e A OUY I 2 e: 80 M M O éd 150 V1. 12 M. —- O 150 V1. T2 0e r M aaa dio A 100 Tul 2. Cs E 100 Thl. |8 Tage Et A An 150 Fl. [2 Mt. 1034 Ps D, es did ce uts 100 I, 13 oco. L C Le S 600 Fl. [Kurz Auswärtige DBütsen i Amslerdam, 11. August. | Niederl. wirkl. Schuld 353. Kanz- Bill. 124. Oesterr.

Metall. 77. Russ. (bei Hope) 843. S1. Petersburg, 5. Augusl. Hamburg 3 Mon. 93. Silber-Rabel 3714 Kop. 1a T e E e A E T A T 3 O

NEUESTE BŒRSEN-NACHRICETEN,

Paris, 10. Aug. 5proc. Rente lin cour. 895. 60. fin conr. 53. 70, S5proc, Neapol. lin cour. 66. 30.

Frankfurt a. M., 13. Aug, Ocsterr. 5proc. Metall, 7755, Aproc. 654, 65. 2zproc. 40, lproc. 165. Br. Act, 1155. 1153. Partial - Obl. 1133, 113. Loose zu h 1547, Br. Poln. Loose 41¿, G.

Redacteur Foh n. Mitredacteur Cottel. inr O I Ce

- Gedruet bei A. W. Hay!

L | Adreß-Entmurf.

Sive, die Abgeordneten der Departements wünschen si<h Glück, u Vorabend der großen Fahrestage der Fuli-Revolution in der Mitte eses hochherzigen Volkes, das solche mit seinem Blute besiegelt hat, h elangt zu jcyn. Wir erfüllten cine Pflicht- als wir den cdclmü- gen Opfern dieser Revolution den Tribut des schmerzlichen Be- üerns und der Thränen Frankreichs darbrachten, und wir danken wv. Majestät, daß Sie uns zu Zeugen jener feierlichen Siegesfeste macht haben, die der Patriotismus mit seinem ganzen Glanze ge- mú>t hat, die durch die ofene und majestätische Einigkeit cines nzen Volkes so imposant geworden sind. Fn diesem rührenden causpicle der dentlichen Eintracht haben wir die Gesinnungen s um scinen verfassungsmäßigen Thron versammelten Frankreichs ledergesunden. Um diese Uebereinstimmung zu befestigen, richten ir alle unsere Wünsche auf ein einmüthiges Handeln sämmtlicher jewalten. Die Gleichförmigkeit der Staats - Verwaltung in de- n ganzen Hierarchie, und die Ausübung derselben von immer rei- n und fähigen Händen, die den Grundsäßen der Fuli-Revolution eu sind, werden Fhrer Regierung eine Einheit geben, wodurch de- n Kraft verdoppelt wird, und ihr jene ofene Mitwirkung zusichern, e Ew. Majestät von uns verlangen und die wir Jhnen versprechen. Dies ist das wirksamste Mittel, um den Bewegungen, die Frank- ih erschüttern und ermúden, ienen strafbaren Umtrieben der hänger der gefallenen Dynaftie, ein Ziel zu seßen, deren Kühnheit enge Aufsicht, deren Komplotte. eine ernste Unterdrü>kung erhci- en. Auf solche Weise werden die Hoffaungen jener Unsinnigen rhwinden , die , dur das Hirnspinnsi einer von dem National- efühle mit so vollem Rechte verworfenen Republik, die Gesell- aft stòren und beunruhigen , und die nur allzu oft die Mit-

uldigen einer Faction werden, welche, ihren \himpflichen laditionen getreu, zu Excessen aufmuntern, um uns zu tiweien und zu {wächen. Diese eiteln Theorieen werden an

r Festigkeit Frankreichs, an dessen Erfahrung scheitern, die das ind vor dem strafbaren Ehrgeize aller Zeiten und vor den Täu- ugen einer Vergangenheit bewahrt, welche niht wicderkehren in und von dem gesunden Sinn der Menge unwiderruflich ver- heilt worden ist. Gesiúßt auf die Mitwirkung des gemcin- aftlichen Willens wird Fhre Regierung die Aufrührer, wie sie h heißen mögen , niederhalten und die innere Ordnung je mehr nd mehr befestigen. Eine nationale Regierung kann nicht ohn- ätig seyn ; ihre Kraft liegt in ihrem eigenen Ursprunge / in den nteressen und Gesinnungen Aller. Hiervon hat Ew. Majestät lebte else Thnen den Beweis geliefert: überall haben Sie dieselbe Be- isterung für den durch die Juli-Revolution gegründeten Thron funden: Überall haben Sie nur den einstimmigen Wunsch vernom- en, diesen Thron aufrecht zu erhalten und zu vertheidigen. Die s von Ew. Majestät angekündigte allmählige Entwickelung der ational-Fnstitutionen kann diesen Geist der Vaterlandsliebe und ingebung nur stählen. Wir werden die uns von der Charte auf- legte und von der vorigen Legislatur vererbte Pflicht der Prüfung ner wichtigen verfassungsmäßigen Frage, deren endliche Lösung die igkeit der großen Staats-Gewalten sichern und sonach Fhrer Re- rung dicienige Stätigkeit geben soll, die das Vertrauen we>t und nterhält, getreulich erfüllen, Dieses Vertrauen wird aufs Neue e Quellen der National - Wohlfahrt dfffnen. Die Krise, die den andel und. Gewerbfletfi tvifft, cine unvermeidliche Folge der {<ütterung einex großen Revolution in dex Gesellschaft, muß

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Berlin, Donnerstag den 18ten August.

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in demselben Maaße verschwinden , als die dffentliche Sicherheit ver- bürgt wird: und wir verdanken vielleicht die betrübende Verlängerung dieses leidenden Zustandes allein jener Ungewißheit, an deren Ziel wir glücklicherweise zu seyn scheinen. Mit Vergnügen vernehmen wir, daß unsere finanzielle Lage beruhigend ist, und daß unsere Bedürfnisse nicht unsere Hülfsmittel übersteigen. Die Opfer, die Frankreich mit einer Beharrlichkeit und Hingebung trägt, denen Sie selbst, Sire, Fhre Bewunderung zollen, gebieten uns, gemeinschaftlich mit Ew. Ma- jestät alle mögliche Ersparnisse tin unsere Ausgaben einzuführen. Bei einem Volke, wo die Gleichheit nicht allein dur< das Gesetz, sondern dur< die Sitten bedingt wird, ist Sparsamkeit die vor- nehmste Pflicht der Verwalter des Staats - Vermögens. Stände aber Frankreihs Würde und Sicherheit auf dem Spiele; wollte man es versuchen, thm den Rang streitig zu machen, der ihm in Europa gebührt und den es sich nit rauben lassen wird, so würde es eben #0 wenig mit scinem Golde, wie mit seinem Blute geizen. Frank- reichs größter Reichthum if seine Una hangiglett: sein kosibarsies Gut, seine Freiheit. Seine Armeen und National-Garden sind bereit; bei dem ersten Rufe würden sie unter dem Schuße jenes ruhmvollen Paniers, des Sinnbildes so vieler Erinnerungen, des Pfandes o vieler Hoffnungen, ins Feld ziehen. Ew. Majestät wünschen Sich Glü>k zu den Verhältnissen, welche die auswärtigen Regierungen mit der Jhrigen unterhalten. Es freut uns, daß die Bande, die uns mit den Nord - Amerifanischen Freistaaten , unseren natürlichen Alliirten und deren erse Freunde wir waren, verbinden, enger geknüpft worden sind. Wir erwarten die Mittheilung der mit ihnen, wie mit den Republiken Mexiko und Haiti abgeschlossenen Verträge, und werden die darin enthaltenen Stipulationen untersu- <en. Wir danken Ew. Majestät aufrichtig für die von Jhnen getroffenen Maaßregeln, um die Ausführung des Gesehes gegen den Sklavenhandel, das eine m eGeige Habsucht leider no<h immer zu umgehen sucht, zu verbürgen. ieser schimpflihe Handel muß un- ter ciner Regierung vershwinden, die sh auf die ewigen Gesche der Gerechtigkeit und Menschlichkeit gründete. Die Kammer hofft,- daß der Wunsch der Charte, in Betreff der Kolonial - Gesehgebung, binnen kurzem erfüllt werden wird. Die Beseßung der Römischen Staaten von Seiten Oesterreichs hatte mit Ret die National-Em- pfindlichkeit gereizt ; der, wenn gleich späte, Rú>kzug seiner Truppen beweist, daß Ew. Majestät Worte Gehör gefunden haben. Eine wirkliche Amnestie, die Abschaffung der Confiëcgtion und Verbessc- rungen in dem Verwaltungs - und Justizwesen sind Wohlthaten, die jenen Völkern einigen Trofi verleihen können. Wir geben uns gern der Hoffnung hin, daß die von Ew. Majestät erlangten Verspre- chungen getreulich in Erfüllung gehen werden, daß die Amnestie all- gemein seyn wird, daß die fe eln aller Gefangenen fallen werden und daß, wenn die Politik zufriedengestellt ist, auch die Menschheit nicht mehr zu seufzen haben wird. Die Rechte dieser Leßteren sind in Lissabon auf eine edle Weise gerächt worden. Unsere Lands- leute schmachteten in Kerkern. Da ließen Ew. Majestät Jhre Stimme vernehmen: unser Geschwader eëschiéi, e&roang: tapfer den Eingang

in den Tajo, und die dreifarbige Fahne wehete siegreich an den Or- -

ten, wo sie beschimpft worden war. Die National-Ehre ist behaup- tet worden und dieses kräftige Beispiel hat gezeigt - wie Frankreich auf cinen ihm angethanen Schimpf antwortet. Wir sind stolz auf einen solchen Erfolg unscrer Flagge, und wir wünschen unserer bra- ven Marine Glück zu der neuen Siegespalme, die sic ihren Trophäen hinzugefügt hat. Belgien, das sih, wic wir, nach freier Wahl einen König gegeben hat / ist kürzlich angegriffen worden: unsere Heere eilen ihm zu Hülfe und Frankreich gesellt < mit Begeiste- rung einem hochherzigen Unternehmen bei, dessen Zwe> die Verthei- digung und Befefligung des Prinzips unserer glorreichen Revolu- tion, die definitive Pun unserer Verhältnisse mit unseren Nach- baren und die Verscheuchung aller Zweifel ist, wovon Frankreich sch peinlich Ege fühlt. Noch ein anderes Gefühl erfüllt und bewegt tief die Herzen Aller, nämlich dasjenige, welches das Loos des U ERA S und bel)enmüthigen Polen cinflö|. Frank- reich dankt Ew. Mai. , daß Si: Jhre Vermittelung angeboten ha- ben. Die Stimme Jhrer Diplomatie konnte sich nicht zeitig und fceâftig genug zu Guntîten eines Volkes vernehmen lassen, dessen Wie- derhersiellung în der Reihe der Nationen \o lebhaft von allen hoch- herzigen Seelen, von allen wahren Freunden der Europäischen Civi- lisation gewünscht wird. Wir hegen das Vertrauen, die Prüfung dieser schwierigen Unterhandlungen werde uns den Beweis liefern, daß die wahren Fnteressen Frankreichs mit Würde und Beharrlich- keit vertheidigt worden sind. Einem politischen Systeme, das unserem Vaterlande die Wohlthaten der von ihm errungenen Freiheit sichert, das die innere Wohlfahrt begründet, und das Land nach außenhin mächtig und angesehen macht, wird Frankreich auf das vollsiändigsie und nachdrü>lichste beipflichten. Wenn Europa heutiges Tages von der Redlichkeit unserer Absichten und von der Aufrichtigkeit un- serer Wünsche zur Erhaltung des Friedens durchdrungen ist, so muß es auch von der Kraft und dem Willen, unserer Unabhängi keit und unseren Rechten Achtung zu verschaffen, Überzeugt seyn. Frankreich wird über diese leßteren mit eifersüchti- ger Sorge wachen. Bei dem ersten Kriegörufe , der stch verneh- men ließ, haben unsere hochgesinnten Landeskinder vor Freude ge- bebt: Frankreich sicht mit Stolz die Söhne seines Kbnigs zum Kampfe eilen und an das Beispiel mahnen, das ihnen ihr Vater gab, als das*Land den ersten Kanonenschuß für die Freiheit löste. Was uns betrift, Sire, denen Frankreich in so ernsten Momenten sein Vertrauen geschenkt hat, so werden wir unser Mandat erfüllen, indem wir uns um Jhren verfassungsmäßigen Thron reihen und diesem unsere Einigkeit, unsere Beharrlichkeit und unsere unver- brüchliche Hingebung für das Vaterland als Schuß und Schirm dienen lassen.

Als der Präsident seinen Vortrag beendigt hatte, erhob si< eine zweite Debatte über die Frage, ob die Diskussion über den Adreß-Entwurf unmittelbar beginnen, oder ob leßterer zuvor ge- dru>t und unter die Bureaus vertheilt werden solle, Hr. André verlangte das Leßtere im Namen des fünften Bureaus; sein An- trag fand indessen feine Unterstßung und als es zur Abstimmung fam, entschied {< die Versammlung zwar ffir den Druck des Entwurfes, beschloß aber nichtsdestoweniger, die allgemeine Berathung immer zu eröffnen. Bevor dieses aber ges{ah, ver- langte Herr Casimir Périer das Wort und äußerte si folgen- dermaßen : *) : :

,-M. H: Jn dem Augenbli>ke, wo die Kammer si anschi>t, ihre Meinung übec das System und die Handlungen des Ministe- riums abzugeben, wird es mir, wie ih glaube, gestattet seyn, thr die von uns seit dem Schlusse der leßten Session befolgte Politik ausführlich darzulegen, sie mit den Gründen dersclben bekannt zu

») Wir glauben, diese Rede ausführlich geben zu mússen, da sie L intere und ânßere Politik des jezizen Franzdsischen Mini-

zu eriums 1mfasit:

t L: p A r tw On T Ann A r

1831.

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machen und deren Resultate hervorzuheben. Noch vor wenigen Ta- gen rechnete ih nicht darauf, als Minister auf dieser Rednerbühne L erscheinen. Meine Kollegen und ih hatten geglaubt, daß ein urchaus verfassungsmäßiges Motiv uns gebiete, einer Aufgabe zu entsagen, die zu jeder Zeit schwierig, heutiges Tages aber, ich wage es zu behaupten, unmöglich is, wenn man nicht Jhr ganzes Ver- raus besißt. Reben dieser parlamentarischen Pflicht aber, welche E Aufldsung des Kabinets erheischte, führten äußere Umstände eine ani e dringendere Pflicht herbei, die jene Auflösung verbot. Jh Da je mir Glü> hierzu , m. H., denn wenn einerseits meine po- pre Ueberzeugung mich aufforderte, dic Last des Staatsruders niederzulegen, o that es mir andererseits doh wehe, die Handlun- gen der von mir geleiteten Verwaltung verurtheilt zu - schen, ohne daß ih noch auf meinem Posten war, um, wo möglich auf eine no< direktere E, meinen Antheil an der Verantwortlichkeit in Anspruch nehmen zu können. Nur zu oft seit 5 Monaten hat man es durch ungerechte anae en versucht , den Geist unserer Verwaltung tir den Augen Frankreichs zu entstellen. Dank Fhrer Gegenwart , 1. H., betreten wir endlich wieder die Bahn der politischen Diskusstoti- und Sie sollen jeßt Richter seyn, ob wir nicht einige Ursache ha- ben, bei einem Systeme zu beharren, hinsichtlich dessen unsere in- nere E troy aller citlen Angriffe, sih nicht geändert hat. Erinnern Sie sîch, m. H.,- unter welchen Umsiänden die Gewalt in die Hände des am 13. März. gebildeten Ministeriums gelegt wurde. Rach allen Seiten hin war unsere Lage düster und entmuthigend- und es Be vielleicht hinreichend seyn , Sie daran, daß wir dcr Schwieri keiten dieser Lage zu troßen wagten, zu mahnen, und Jhnen ein getreues Bild von demjenigen zu entwerfen, was Frank- rei damals war, und was es jeht ift. Es ist aber- nicht hinrei- chend, daß wir in unseren Hoffnungen nicht gescheitert sind, nit hinreichend, daß wir die Hindernisse, denen wir entgegengingen, viel- leicht mit einigem Glücke beslegt haben; unsere Handlungen leisten Jhnen Gewähr für die Vergangenheit. Jeßt kommt es darauf an- das politische System, das uns diese Handlungen eingegebc1r hat, vor Fonen zu vertheidigen und Sie zu überzeugen , daß diescs System allein uns die bereits errungenen Resultate auch für die Zukunft sîchern kann. Dieses System, das wir uns nicht {mei= cheln erfunden zu haben, denn man erfindet kein politisches S1 - stem, das _aus der Natur der Dinge selbs hervorgeht, worin be- sicht es? Jn unseren inneren Angelegenheiten ist es die Charte- die ganze Charte, nichts als die Charte. Fadem ich diese Worte ci- nem berühmten Freunde entlehne, ‘den Frankreich schmerzlich bc dauert, finde ich darin a politisches Symbol. Ja, m. H, in deu geheiligten Umkreis der Charte von 1539 haben wir die Ausübung unserer Autoritär verschlossen; mir wollen bis auf ihre äußersten Sven vorgehen, diese aber niemals überschreiten. Wer vermöchte zu behaupten, daß ein solches System nicht dem Geifte der Juli-Re- volution gemäß sey, daß es sich den Folgen derselben widersebe, daß es die fortschreitende Bewegung hemme? Hat die Juli - Revolution mehr als die Charte verlangt? Niemand möchte es wohl wagen- so etwas zu bchaupten. Diese Revolution bat unsere erste nicht von vorn wieder A IoO sie hat sie beendigt. Sie is nicht- ein dem Lande und der Welt gegebenes Zeichen , abenteuerliche Erfahrungen zu machen und sich in endlose Kämpfe einzulassen. Sie soll uns cinc definitive Regierung zusichern, und die Charte ist das einzige Pro- gramm dieser Regieruttg (Beifall). Was muß man denn also thun, um dem Wunsche der Juli- Revolution getreu zu bleiben? Man muß die Charte ofen und redlich vollziehen. Je nun, m. H.- dies haben wir gethan. Zwei Dinge umfaßt jeßt das politische Geseß- buch: bereits gegebene und noch ju ¿B Gesche. Was die ge- gebenen betrifft, so sind sie getreulich beobachtet worden. Sie selv- m. H., sind Zeugen davon/- denn eines dieser Geseße hat Sie auf die Bânke dieser Kammer berufen, und Sie wissen, mit welcher Gewissenhaftigkcit alle, auch die geringsten Bestimmungen desselven- vollzogen worden find. Eben so verhält es sich mit den anderen nicht minder wichtigen Geseßen, die auf dem Prinzipe der Wahl beruhen. Das Gesch Üder die National - Garde hat fas in ganz Frankreich scine Ausführung erhalten: das über die Organisation der Municipalitäten wird binnen kurzem ins Leben treten. Was dic noch zu gebenden Geseße betrifft, so sollen dieselben Jhnen unge- säumt vorgelegt werden, und es wird nicht von uns abhängen, wenn die gegenwärtige Session nicht alle Versprechungen des Arti= kels 69 der Charte erfüllt. Täuschen wir uns nicht, m. H., jenseits der Charte, jenseits des constitutionnellen Königthums, d. h. ien- seits der Regierung der drei bei der Abfassung aller Geseße und Ein- richtungen mitwirkenden R S, giebt es nichts, was der Juli- Revolution wirklich angehörte. Dabei ist sie stehen geblieben, und Alles, was man Jhnen für dic Folgen dieser Revolution giebt, ist nur das Vorspiel einer neuen Revolution. Frankreich sagt aber täglich laut, daß es Abscheu vor jeder neuen Revolution hege. (Neuer Beifall.) Wenn wir so von Folgen zu Folgen fortgehen wollten, wohin wür- den wir zuleßt gelangen ? Zur Vernichtung des Staats. Wehe uns, wenn wir, dieser kurzsichtigen Logik folgend und das Auge nur auf cine erträumte Zukun j nossen lassen wollten, um nur immer nach unerreichbaren berunt- en zu streben. Möge ein neueres Beispiel uns stets gegenwärtig seyn. Durch wen is die vorige Dynastie untergegangen? Durch diejenigen , die sich ausschließlich ihre Freunde nannten, durch ihre nie ju befriedigenden Forderungen, durch die logischen Folgen des göttlichen Rehts. Nur dadurch, m. H., daß cine neue Regierung dem Umsichgreifen dieser von unbesonnenen Freunden verlangten Folgen Widerstand leistet - während es no<h Zeit is, nur da- durch kann sie si< eine Zukunft gründen. Frankreich besißt dieses Gefühl, denn es dúrstet jeßt na< Ruhe und Stabili- tât und fühlt nach dem ungeheuren Wege, den es scit einem Fahre zurü>gelegt hat, das Bedürfniß, wieder zu Athem zu kommen: Seine Sitten sind, wie Sie oft bemerken werden, noch dinter seinen Gescßen zurú>, und nur in einer fernen Zukunft würden die Ein-

. richtungen, die es si< jeyt errungen, thm ungenügend erscheinen

fönnen Man muß daher Frankreih vor jenem unnatürlichen Wachsthum bewahren, der den gesellschaftlihen Körper entnervt und ihm den Untergang bereitet. Diese Pflicht haben ih und meine Amtsgenossen uns auferlegt; diesem ernsten und mühsamen Ge- schäft haben wir uns gewidmet. An JFhnen is es jeßt, m. H., uu- [e Werk zu vollenden; während Jhrer Abwesenheit haben wir einen <wierigen Kampf unternommen und fortgeführt ; nah Jhrem Zu- sammentritt aber vermögen wir nichts mehr ohne den Beistand Jh- rer Ansivengun en und Jhres Vertrauens. Der Staat besteht nur durch den Einklang zwischen den Bewahrern der Gewalt und den Vertretern der Nation, und zwar muß dieser Einklang vollständig seyn: is er es nicht, wo bliebe dann die Kraft, wo die Stüße für eine Verwaltung, die den unvorhergesehenen Entscheidungen der Kam- mern preisgegeben ist? Unter solchen Bedingungen das Staats= ruder länger ju führen, würde uns strafbar erscheinen. Das Ver=« trauen des K

Nux vyox einem #9 innigen Vereine werden die Partetert, welche \>

rihtend, die Früchte unserer Siege unge- -

nigs kann niht von dem e Va getrênnt werden.

L B G E

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L S T E