1831 / 230 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

BekanntmachungtN?.

N Bekanntmachun"... R Die im Belgardschen Kreise belegenen, dem Liencenaut v. Jas mund gehvrigen Güter Groß -Popplow a. und b. Bruygen uud Vorwerk? Carziu nebü Percinenzien, welche nach der gerichtlichen Taxe vom Jahre 1839 auf 44677 Thl. 12 gk. 2 pf. gewürdiget, und wyvrauf in dem bereité angejstandene!! Licirations-Termtaex von den Magisîrot zu Srettin 71800 Thl. geboten worden, sind, weil lep- rerer sich uit dac legitimiren föunen, nochmals zur Licitation ge: | fellr, und if dazn ein peremtrorischer Termin auf | den Ih Orftober 0, E evor dem Deputirten, Over-Landeösgerichts-Rath Dees, angeseßt, wozu Kaufliebhaber hierdurch mit dem Bemerken eingeladen wer- den, daß die Tare und Fanf- Bedingungen 111 unserer Registratur und im Termine selb eingesehen werden können. Göôslin, den 24. Juni 1831. / Königl, Oder- Landesgericht von Pommern.

Edietal Ci tati

Nyn den unterzeichneten Ober - Landes - Gerichte ist, auf den Antraa der Beneficial-Erben des am 16 Lpril 1830 zu Demmin verstorbenen Licurentants außer Diens| , Friedrich Wilhelm Ludwig Erich Karl von Parsenow, der desseu Nachlaß , mie Jnbegriff der demelben niche lange vor seinem Tode angefallenen Érbschafr sei- ner Mucter, der Wittwe des Hauptmanns von Parsenow auf Schnarsow, Adelheid Louise gebornen von Bomin der erbschaft-

uiche Liquidations - Prozeß erdffner und ein Geueral - Liguidarions- Termin auf

den 4. November 1831, hora 9, vor dem ernannten Deputirten, Ober-Landeë-Serichts-Rath Ludolf anberaumt wörden, /

Die undekanncen Gläudiger des Gemeinschuldners werden da- her sorgeladen, i Bein gedachten Termin, 1m Ober-Landes-Gorichre hierselb eutweder in Perion, oder dur genügend informirte Be- vellmöchtigte, wezu- ihnen von den hiesigen Justiz-Commissaxien die “iustiz -Commissions-Râthe Calow, Remy, Krüger und Boehmer, der 5af» Fisfal Reiche und der Justi -Commissarius von Dewik vorgeschlagen werden, h einzufinden, ihre Forderungen nebst Be- On auzugeben und die darüber sprechenden Dokumente vor- zulegen.

j Die in dem augesezten GBeneral-Liquidations-Termin ausblei- benden Gläubiger haben zun erroarten, daß sie aller ihrer etwaigen Norrechte, durch ein soglei, ah Abhaltung des Termins adzu- safenbes Grfenntniß werden für verlustig erklärt und mit ihren Torderungen gur au daéjenige, was, nach Befriedigung der sich ge- meldeten Gläubiger, von der v. von Parsenowschen Liquidations- “Nase übrig bleiben möchte, verwiesen werden.

_Sretrciit, dei 19, Mai 1831.

Königl. Preuß. Ober-Landesgericht von Pommern-

4 E C D ma E mr A

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j Avertissement.

Die auf dem Rittergute Doelzig nebst Vorwerken Neuscheune und Linde im Kdnigoberaschen Kreise der Neumark, Kubr. Ul, No. 12. hyporhektarisch eingetrageie, von dem Besizer dieses Gutes, 1ezigen Dbrißlieutenant Varl August von Treskow, seiner damali- gen Ehegenofsiu, Henriette Alwine gebornen Klamann - ausgeftellte Obligation vom 2. April 1813 über 9200 Rihir, zinsbar zu 5 pCr., nebß dem diesex Gläubigerin darüder ertheilten Hypotheken - Re- fognitionischeine vom 1. September 1813 find angeblich verloren gegangen. Es werden daher alle diejenigen, welche als Eigenthü- mer oder dessen Erben, oder als Cesfionarien, Pfand- oder sonstige Briefs - Inhaber, Unsyrüche an dieses verloren gegangene Dokument und das darin verschriebene Capital und Zinsen zu haben vermei- nen, biermit öffentlich vorgeladen, diese ihre Ansprüche bei uns, und svätestens in dem vor dem Referendarius v. Manteuffel auf

den 17. October d. J., Vormittags 10 Uhr, an hiesiger Serichtöftelle anberaumten Termine, entweder per (dnlich oder durch einen zulässiien Bevollmächtigten, anzumelden, und: den Nechesgrund, worauf dieselben beruhen, anzuzeicen; im Fali der unterlassenen früheren Anmeldung, so wie im Fall ihres gänzlichen Ausbleibens in diesem Termin aber zu gewáärttaen, daß úe mis diesen ihren etwanigen Ansprüchen an das vorbeschriebene verloren gegangene Dokument und die da'in verschriebene Forde- rung werden präfludirr, und ibnen de-halb ein ewiges Stillschwei- gen auferlegt, auch das aufgeborene Dokument wird azuoriuisire

werden. , Frankfurt a. d O., den 17. Juni 1831. Kbnigl. Preus. Ober-Landesgericht. Zarnacck. i Avierti\ ement. Nachdem von dem unterzoichneten Gerichte über den Nachlaß

ded, auf der Neu-Barnimer Herrnwiese verstorbenen Besitzers der- selben, Friedri Wilhelm Scheeffer, wegen wahrscheinlicher In- sufficienz, auf den Antrag der Beneficial - Erben, der erbschafrliche Liquidations- Prozeß eröffnet roorden, werden die unbekannten Gläu- biger des 2e Scheeffer zu dem, zur Liquidation der Forderungen auf deu 20. Seyrember er., frúh 11 Uhr, vor dem Herrn Assessor Hankwin im hiesigen Land - und Stadtge- richt angesenteu Termin, hierdurch mit der Auflage vorgeladen, in demselben persönlich oder durch einen zuiässigen Bevollmächtigten, wozu die hiesigeu Justiz+ Kommissarien Guticke und Auguftin in Vorschlag gebracht werden, ihre Ansprüche anzumelden und zu be- scheinigeu, widrigenfalls die Auébleibenden aler ihrer etwanigen Vorrechte für verlustig erklärt, und mit ih1en Forderungen, nur an dasjeuige, was nach Befriedigung der sh meldenden Gläubiger von der Masse noch übrig bleiben möchte, verwiesen werden. Wriezen, den 28. Mai 1831. Kônigl. Preuß. Land- und Stadtgericht.

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' Saale!!! 61,

Nachdem auf Todeserklärung des Apothekers, Johann Wilhelm Silkrodt, geboren ¡u Nordhauseu am 31. März 1771, welcher sich vor etwa 30 Jahren von hier entserut und von seinem Leben und Aufenthalreu keine Nachricht gegeben har, angetragen worden if, fo werdeu derselbe und dessen etwa zurückgelassenen Erben und Erbnehmer hiermit aufgefordert, sich bei dem unterzeichneten Ge- richte vder in der Registracur desselben, und späteftens in dem auf

den 25. M ., Morgens 9 Uhr, vor dem Herrn Justiz-Rath Saalfeld anberaumren Termine scrist- lich oder dersonlich zu melden, und daselbst weitere Anweisung zu érwarten.

Gollte ch der Apotheker Johann Wilhelm Silfrodt in dem anberaumten Termine oder vorher nicht melden, wird derselbe für todt erflärt, und die Erbfolge über seinen Nachlaß eröffnet werden. Nordhausen, den 6, Mai 1831.

Kdnigl. Preuß. Land- und Stadtgericht.

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i Bekanntmachung fat: andertveitigen Verkaufe der auf 25274 Thl. 13 sgr. 5 pf.

faudi Krei haben

afrlich abgeschdyten, der Landschaft adjudizirten, im Loebauer e delagenen adeligen Guts- Antheile Trzinno A. 8. C. D. wir einen dentlichen Licitations - Termin auf

den 22. September c. Vormittags 11 Uhr, auf dem hiesigen Landschaftshause angesezt, zu welchem wir Kauf- lustige mit der Versicherung hierdureck einladen, daf, sobald ein

Allgemeiner Anzeiger für die

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annehmliches Gebot verlautbart worden, auf Nachgebote tveiter teine Rücksicht acnommen werden soll. Marienwerder, den 31. Mai 1831. i / K dnuisal. Prvvinzial- Landschafië-Direktion.

In dem über den Nachlaß des hier verstorbenen ehemaligen Kaufmanns, nachheriaen Mühlenbesißers Carl Friedrich Sponholz éeróffneteu Concurse, is ein General-Liguidarions-Termin auf

den 24. October d. À., Vormittags 9 lhr, vor dem Herrn Sradegerichts - Ässessor Giebe im hiesigen Gerichts Locale angeseßt, zu welchem alle, welche an deu vorerwähnten Nach- laß irgend einen Anspruch machen zu föonnen glauben, hiermit vor- geladen werden, un sodann entweder in Person oder durch einen gehörig legitimirten und mit Information versehenen Bevollmäch- tigten, wozu denen, welchen es hier erwa au Bekanntschaft fehlt, der Stadrgerichts - Registrator Henkel in Vorschlag gebracht wird, ihre Forderungen anzumelden, und deren Richtigkeit nachzuweisen. Die Ausbleibenden sollen mit ihren Ansprüchen an die Masse präs cludire und ihnen deéhalb gegen die übrigen Gläubiger ein ewiges Stilischweigen auferlegt werden. Greifenhagen, den 20. Juni 1831 | Königl. Preußs. Stadtgericht.

Bekanntmachung

Von den untenbenannten adelig Arnimschen Gerichten zu Kriebs fein bei Waldheim, sind auf darum geschehenes Ansuchen folgende

Abwesende : l 1) Chriftlieb Scheller, welcher den 3. Dezember 1787 in Höfaen bei Waldheim geboren, im Jahre 1810 zur Königl. Sächsis. Armee als Trainknecht ausgehoben, und zu Aufange des Mo- nats Januar 1811 zum Dienste nah Dresden einberufen wor- den i, auch der Armee nah Rußland har folgen mussen, seit dem Monat Januar 1811 aber von seinem Leben und Aufenthalte keine Nachricht ertheilt hat, sowohl aus den Feldzügen von 1812 und 1813 nicht zurückgekehrt, und von dessen Leben, Aufenthalte oder Tode, auch nach Beendigung des Feld¡ugs von 1813 eine Nachricht nicht eingelangt, auch, alier múhsamen Erfundigungs- Einziehungen ungeachtet , bet den dießfallsigen Militair - Behörden nicht zu erlangen gewe-

sen if;

3) Iohann Gottlieb Herrmann, welcher am 15. April 1778 zu Reinsédorf bei Waldheim geboren ist, die Lohgerber-Profe\sion erlernt hat, in Mittweyda Meister geworden, 1edvch spáter- hin wieder als Geselle gewandert is, und die leßte Nachricht unterm 24. Mai 1807 von Ortrand aus gegeben hat;

3) Carl Gotcfried Schulze, welcher am 2. November 1789 ün Unterrauschenthal bei Waldheim geboren, im Jahre 1812 als Trainsoldat zur Königt. Sächsis. Armee auëgehoben worden ist , und dieser im nämlichen Jahre nach Rußland hat folgen mussen, die lezte Nachriche im Jáhre 1813 aus Gallizien seinen Angehorigen ertheilt hat, aus deni Feldzuge von 1813 aber nichr zurückgekehrt, und von dessen Leden und Aufent- halte oder Tode, auch nach Beendigung dieses Feldzugs eine Nachrichr nicht eingelangt, auch nichr zu erlangen gewesen ist;

oder, dafern diese Abwesenden nicht mehr am Leben seyn sollten, alle diejenigen, roelche an das Vermögen derselben einige Ansprüche, es sey nun aus dem Rechte der Erbfolge oder irgend einem andern Grunde, zu machen haben, unter der Verwarnung, daß jene, die Abwesenden, für todt, diese hingegen, die Anspruchsberechtigten, ihrer Forderungen und der ihnen etwa zustehenden Rechröwohithar der Wiedereinsezung in den vorigen Stand, für verlustig werden erachter werden, zu Beibringung der erforderlichen Legitimation, so wie zu Angabe und Bescheinigung ihrer Forderungen auf bevor- stehenden j : i: dreißigsten November dieses Jahres offentlich vorgeladen, auch zugleich der dreißigste Dezember dieses Jahres zu Inrotulation und Versendung der Acten uach rechtlichem Er- kenntcnisse, sowohl der vier und zwanzigste Februar künftigen Jahres zu Publicarion des einzuholenden Urthels festgesezt worden. Solches wird mir Beziehung auf die bei den Sradtgerichts- stellen ¡u Dreeden, Leipiig, Großenhayn, Orcrand, Lemberg und Breélau, so wie hièr aushangenden Edictal - Ladungen geseulicher Bors þrifr zufolge hierdurch zur öffentlichen Kenncniß gebracht. Schloß Kriebstein bei Waldheim, am 20. Mai 1831. Adelig Arnimsche Gerichte daselbst. Theodor Albert Krauße, Ger. - Dir.

Edictal -Laduns.

Von uns, den unterzeichneten Gerichten allhier, wird Johann August Heinold, von hier gebürtig, welcher im Jahre 1812 den Französischen Feldzug gegen Rußland mit angetreten, und seitdem weder seinen Verwandten noch seiner Obrigkeit irgend eine Nach- richt von sh ercheile hat, auf Antrag der Erstern hiermit geladen

den 30 November 1301 entweder in Person, oder durch einen legitimirten Bevollmächtigten an hiesiger Gerichtsstelle zu erscheinen und sin Vermöaen in Em- pfang zu nehmen, außerdem aber zu erwarten, daß er für todr er- lärt, und sein Vermogen an diejenigen, welche gegründèce An- sprüche daran nachweisen fönnen, werde verabfolgt werden. Für den Fall seines Ablebens werden zugleich seine Erben so wie über- haupt Alle, die aus irgend einem Nechtsgrunde Ansprüche an sein Vermaògen zu habrn meinen, hiermit aufgefordert, an dem benann- ten Tage vor hiesigen Gerichten in Person oder durch BevoUmäcy- tigte, bei Verlust ihrer Ansprüche, und der Wiedereinsezung in vorigen Stand, sich einzufinden, und ihre Forderungen zu liquidi- ren unv zu bescheinigen, bierauf Wen aat 1909) der Inrotulation der Akten, und L A

der Publikation eines Urthels gewärtig zu seyn. Im Uebrigen hängen die hierauf Bezug habenden Edictalien sowohl in hiesiger Dorfschenke, als auch bei den Sradträthen zu Berlin, Dresden, Plauen und Groß-Glogau offentlich aus.

Könmmliz, im Bezirk des Amtes Borna, den 31. Mai 1831.

Adetig Nerishe Gerichte daselbst. Dr, Moriz Meißner, Ger. - Dir.

Transportables Russisches Dampfbad.

Schon lange beschäfrigre mich die Idee, ein billiges Russisches Dampfbad im Hause zu haben. Die Annäherung- der Cholera und die vielen Empfehlungen derartiger Bäder als Schußmittel gegen diese Seuche, verwirklichten die Ausführung derselben, weiche mir, nach dem Auëspruche mehrerer angesehenen Herren Kerzre, in der zweckmäßigsten Art gelungen ift. et

_ Dieser Apparat is mir geringen Kosten anzuschaffen, und mit Leichtigkeit in jedem Zimmer auszustellen, er vereinigt mit den Erfordernissen eines Russischen Bades, nämlih die Einathmung der reinsten, durch erhinte Feldfteine erzeugten, Wasser- dämpfe ohne daß sich dieselben im Zimmer weiter verbreiten, M O e E y De E selbs frottiren fann, 1 l asserstaub- und Douschebad, womit auch aroma- tische Bäder verbunden werden- können. e 1

E E E L SEL S M EER E E

E. B B S L Ä E R E T E R,

Preußischen. Staaten.

Um nun meine Erfuduug ohne afléu Nutzen für mich \lb| 6 aemeinnáßig als moglich zu mzcheu, habe ich in meiner Woh nung, Spittelmaikc Nr. 2, einen solchen Apparat zur Ansicht aus: geñellt, und 500 Abdildungen desselven neb| Beschreibung lirhogra: E lassen, wonach zeder Tischler und Klempner ihu anfertigen ann.

Reder, der diesen Apparat zu seheu wünscht, wird ersucht, eine solche Abbildung zu nehmen, und dafür 22 sgr. in eine, mit des Ma: aistrats Siegel versehenen Büchse zu legen. Der ganze hieraus ¡y lójende Ertrag soll, ohne irgend einen Abzug zum Besten der An- stalten : „zum Schus geaen die Verbreitung der Cholera in hiesiger Stadr‘“, dem Magistrat übergeben werden.

Noch bemerke ich, daß ich mich in Correspondenzen um An- schaffung eines solchen Apparars uicht einlassen kann.

Berlin, den 7. Auguft 1831. |

Der Kvönigl. Hof - Lieferant C. E. Richter.

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Literarishe Anzeigen.

Fúr Bibelfreunde. So eben 1 erschienen, und in der Ensölinschen Buchhand- lung in Berlin, Breice Straße Nr. 23, zu haben:

Hauff, De. C. V., Die Authentie und der hohe Werth des Evangeliums Jooannis, mit Rücksicht auf neuere Einwendungen, für Wahrheit suchende Bibdelfreunde. Eine von der Gesellschaft im Haag, zur Vertheidigung des Chriften- thums gekrönte Preisschrift. gr. 8o. Nürnberg, bei Haubenstricker. 194 Bogen. Preis 1 Thl. 5 sgr.

Diese Schrift wurde zu Auégang des Jahrs 1829, von der B genannten Gesellschaft gefrönr. Nach der vorgelegten Preis - Auf: f

gabe sollte die Aechtheir des Johanneischen Evangeliums mit Wi- |

derlegung neuer E:nwendungen, hauptsächlich aus innern Gründeu

dargethan, zugleich der hohe Werth dieser Bibelschrifc gezeigt, und f

-

das Ganze so viel möglichst populâr, für Gebildere, wenn gleich Ungelehrte, bearbeiter werden.

Dies ist nun nah dem “rtheil der |

Haager Geselischaft (o geschehen, daß der Zweck erreichr wurde. |

Die Schrife ist mcht nur zur Belehrung, sondern auch zur Erbau- ung eingerichtet. Da sie vorerst ins Holländische üdersent und in diejer Sprache ausgeaeben werden sollce, so konnte das deutsche Original nicht eher im Druck erscheinen, als jeut, nachdem die Ucbersezung ins Holländische wirklich herausgekommen war.

Biblisch- praktische Auslegung des Evangeliums Johannis,

bearbeicec von Carl Fikenscher. Nürnberg, bei Haubenfricker.

Dr. gr. 8ro.

Hiervon ist des ersten Bandes erstes Hefe erschienen, und |

durch alle Buchhandlungen zu beziehen. Biblische Theologen und | alle Freunde gründlicher und gläubiger Schriftauslegung werden i in diesem, nach der Weise der alten Eregeten, bearbeiteren Kom- | mentar eine Bereicherung der theeloaiscben Literatur erfennen. |

Vier Hefte bilden einen Band von 26— 27 Bogen, der 14 Thl. fofier.

Des ersten Bandes erstes Heft if vorräthig in der Euslin- f

Hen Buchhandlung in Berlin, Breite Straße Nr. 28.

Beachtenswerthe juristishe Schrift!

Vei A. Baumann in Marienwe!1der ij so eben erschieneu, =

und durch alle Buchhandlungen, (in Berlin durh L. Hold, Kd nig¿straße Nr. 62, neden der Pos) des Prenß. S 4tTEI u Auslandes zu beziehen:

Ist die Hypothek, nad Preußischem Rechte, ein acee(

einander bestimmt.

sorisches, oder ein selbftstándiges dinglihes Ret? f

und fann der Hypotheken - Schuldner über den loeus ohne Einwilligung der poftlocirten Gläubiger verfügen, wenn der dore eingecragene Gläubiger der Hypothek entsagt, ohne daß er die Forderung aufgiebt? Ein Beitrag zur Erkenntaiß der Natur der Hyporheken-Rechte nach Preußischem Rechte, von *", gr. 8vo. broch. Preis 5 sgr.

O Ul e n Mo 2D Die indische Cholera, einzig und allein durch kaltes Wasser vertilgbar. Allen Regierungen, Aerzten und Nicht- är ten zur Beherzigung, vom Professor Dr. Oertel. gr. die. e , Campe. à 10 sgr. L iese wichtige, in das Jnnere des geheimnißfvoklen Uebels dringende, hoöchft belchrende Schrift wird Ruhe in die Gemürher bringen; wir lernen taz Wesen der Krankheit genau kennen, wir erfahren die Mittel gegen ste wer diese Vorschriften befolat, kann sicher seyn vor der fürchterlichen Seuche. Man lese, prüse und urtheile ers dann, weil die Schrift bei Weitem mehr erityäle, D einfache Titel sagr: nicht vom Wasser ailein if die Zu haben bei E. S. Mittler, Stechbahn Nr. 3, und iu dessen Handlungen zu Posen, Bromberg und Gnesen. q

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Zur Beruhigung des Publikums. So eben ij bei uns erschienen: e hat mos e vor der Cholera zu hüten, und was hat ‘i ibr intritt zu ihrer Heilun Verhütu der weiteren Veröreitung u ie: O I __ beantwortet von dem Geh. Medizinal - Rath s Prof Dr, Ern Horn 4 und dem Ptof, und Qua » Tr Dr. Wilhelm Wagueky 4 in Berlin. (Der Ertrag dieser Schrift is zum Besten der dur die Cholera hulfébedürfcig gewordenen Danziger). Preis 72 sgr. Co¿mar nid Krause, Schloßpl ¡® und Breite Straßen - Ee Nx. 1-

I Wünsche

Ì fen, das wahre JFnteresse meines Landes

# vorübergehe. L 1 | Ï dieser mußte einen großen Einfluß

Allgemeine

Preußische Staats-Zeitung.

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Amtliche Nachrichten.

Kronik des Tages.

Se. Königliche Majestät haben den Hosmaler Wilhelm Hensel zum Professor der Geschichtsmalerei Allergnädigst zu ernennen und das Patent Allerhöchstselbst zu vollziehen geruht.

Angekommen: Der Königlich Schwedische Kammerherr, außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister am hie- sigen Hofe, von Braudel, und der Kurfürstl. Hessische Geschäftsträger am hiesigen Hofe, Major Freiherr Wilkens von Hohenau, von Dresden.

Zeitungs-Nachrichten. M0010 l, D.

ante. Deputirten - Kammer, Sipung vom 10. August,

(Nachtrag.) Nach dem Marschall Clausel verlangte der Graf Sebastiani das Wort und äußerte sich etwa folgeudermaßen : „M. H. Die Thron-Rede hat die Ansicht dev Regierung über

unsere auswärtige Politik Fhrem Nachdenken Übergeben; meiné Sa- che ist es, Jhnen die Richtung, dic dieser Politik gegeben worden ist, und die vir mühsam vorbereitet haben, näher zu entwickeln und darzuthun, daß sie versiändig, nüßlich und national war, daß sie die Gegenwart befestigt und die Zukunft fruchtbar für uns gemacht hat. Bald werden die Ereignisse, die besser und lauter reden, als alle Be- trachtungen ungereczte Vorurtheile zerstreuen und zeigen, ob wir oder unsere Gegnev, Zeit, die Menschen , die Umstände und die wahren Fntercs 3 Landes besser zu würdigen verstanden. Der Europäische Frie das System, welches von der Französischen Regierung erfaßt seit der Revolution unabänderlich festgehalten worden is; ste glaubt , diesem System treu geblieben zu seyn, ohne cine threr Pflichten verleßt zu haben, und steht nicht an, zu behgup- ten, daß das Heiligthum der National - Ehre in ihren Händen un- verschrt geblieben is. Die unheilvollen Verträge von 1815 hatten die Gränzen der verschiedenen Europäischen Staaten und das Staatsrecht festgestellt, welches die Beziehungen dieser Staaten zu i Was sollten wir thun? Den sta!us quo annch- men, wie wir gethan haben, oder im Gegentheil erklären , daß die Juli- Revolution die bestchenden Verträge vernichte, das Werk der Gewalt durch die Gewalt zersidre und Europa ein neues Staatsrecht auflege? Diese Frage hatten wir zu lôósen. Das erstere dieser Systeme sicherte die Aufrechthaltung des Friedens, das zweite würde cinen allgemeinen Krieg herbeigeführt haben. Jch weiß sehr wohl, daß die Französische Nation tapfec und großmüthîtg ist, daß sie nah Ruhm strebt ; ich weiß, daß hohe Seelen, energische und edle Charaktere mit Ungeduld die Erinnerung an unjere Un- lücksfälle von 1815, an unsere damals erlittenen Verluste und Nie- Mlaaen in sich tragen. Der Anblick der dreifarbigen Fahne hat fie an unsere alten Gränzen erinnert; ste glaubten, die Zeit sey gekom- men, das Problem der Suprematic der Nattonen zu unseren Gunsten

Ï zu entscheiden. Bescelt von einer lebhaften Sympathie für die Völker, F die lange Zeit hin! l die Juli- Revolution als das Signal zu deren

Glück getheilt haben, begrüßten sie i Befreiung und zoll- ten den muthigen Austrengungen derer, die ihre Unabhängigkeit wie- der gewinnen wollten, ihren Beifall. Fch theile diese Gefühle; auch mein Herz klopft bei der Erinnerung an unsere Gròèße. Meine immten stets mit denen meiner Mitbürger und der gan- zen Menschheit zu Gunsten einer heldenmüthigen Ration überein, deren Befreiung kein Problem mehr seyn würde, wenn sie der sichere reis der Tugend und des Muthes wäre. Da ich aber den Auftrag

abe, mit meinen Kollegen die auswärtige Politik unseres Landes

zu leiten, so habe ich meine Gefühle und Erinnerungen unterdrüf- falt erwägen und den Rath

der Vernunft, wie der wohl verstandenen Ehre, meiner Gesinnung entgegenstellen müssen, denn es giebt Zeiten , wo man ihr widerstehen muß,

hindurch unser

| wie laut auch thre Forderungen, wie lockend auch ihre Stimme scyn mag.

Das Jnteresse Frankreichs und seiner Institutionen verlangte , ich habe es auf dieser Rednerbühne schon einmal gesagt, daß unjere Re- volution im Jnnern ohne Unruhen, nah außen hin ohne Krieg Von der inneren Ruhe hing der äußere Friede ab, und auf die Erhaltung der inneren Ruhe üben. Ohne Zweifel hat die Mehrzahl der Kabinette die Juli- Revolution nicht schr günstig aufgenommen; die Vertreibung etner Familie, welche von den Fremden zweimal auf den Franzdsischen Thron zurÜckgeführt worden war, mußte die Mächte wie cin Bliystrahl trefenund beunruhigen. Dennoch becilten die Kabinette sich, das bei uns durch den Nationalwillen gegrn ette Königthum anzuerkennen, und wenn eines derselben anfänglich vorden Eret nissen zurückschrecte, die es hei der weiten Entfernung nicht beurtheilen konnte, so brachten die übrigen Mächte dasselbe bald zu einer richtigeren Würdigung des Standes der Dinge zurück. Man kann also in Wahrheit sagen, daß Europa, gleich Frankreich, die vorige Dynastie aufgegeben hat. Aber warum? Weil die Fuli-Revolution nur der Sieg des Rechtes und Geseßes über die rode Gewalt und den Despotismus war; weil diese rechtmäßige Reaction da Halt machte, wo der Mißbrauch des Steges begontten hätte; weil sie alle Existenzen und Interessen achtete, und weil die in den vollen Besiß ihrer Souverainetät zurückgekehrte Fran- prsae Ration allen Mitgliedern der grvßen Europäischen Familie reundschaftlich dic Hand reichte. Die Französische Nation sagte zu thnen : Der Friede is das erste Bedürfniß Aller und jedes Einzelnen; erhalten wir, befestigen wir ihn durch gegenseittge Zugeständnisse.

Fch bin gegen keine Regierung feindlich gesinnt, vorausgeseßt, daß îic die Unabhängigkeit der anderen Staaten achtet. Die reiheit,

deren ih genieße , ist nicht mehr jene unerträgliche , ausschließliche, welche alle Staaten nach ihrem Ebenbilde umformen wollte. Jch will zu vergessen suchen, was ich einst war, und welche Opfer früher das Geseb Vev Stärkeren mir auferlegte, aber ich fordere dagegen auch die Achtung aller Rechte, die ich wieder erworben und proëla- mirt habe. Unter diesen Bedingungen biete ih allen Regterungen und allen Völkern meine Freundschaft an; meine Aufrichtigkelt gtebt mir ein Recht, auf die ihrige zu zählen ; sie würde nicht ungesiraft verkannt werden.//// Diese Mäßigung, die, wie es mir scheint, nicht ohne einigen Stolz ist, hat der Juli-Revolution das Vertrauen der Regierungen, wie der Nationen, erworben; ohne Feindschaft sahen se, sich eine Ordnung der Dinge befestigen, die mit der inneren Anarchie zugleich den Eroberun sgeist aus\chloß. KHâtte Frankreich im Gegentheil alle Kabinette herausgefordert und sie mit seinex

My

Berlin, Sonnabend den î0«n August,

L 9 Mr C e PNRCRLIDO I a) "D TA TINDN TCTADENT E T

Suprematie und seinen Lehren bedroht , so wäre sogleich ein allge- meiner Krieg ausgebrochen, und würden wir dann nicht das Ausland sich in unsere politischen Zwistigkeiten haben mischen und diese nähren schen, um uns zu entzweien und zu {chwächen? Nein, die neue, aus dem Prinzipe der Souverainetät der Nation entstandene Dy- naßie konnte und durfte, um des Wohles Frankreichs willen, sich nicht in Feindschaft mit den uns umgebenden Staaten verseßen und die Resultate der großen bei uns vorgegangenen Veränderungen nicht den Zufällen des Krieges preisgeben. Sie konnte es nicht; denn wo waren ihre Armeen, ihre Angrisssmittel? Die militairi- hen Trúmmer der vorigen Regierung boten kaum cinige zerstreute Truppen dar, und man hâtte h chsens 50 60,000 Mann zusam- menbringen können, die noch dazu damals durch Mangel an Mannszucht entnervt waren. Was die Massen von Freiwilligen anlangt, welhe der Enthusiasmus ins Feld getrieben hätte, so sind sie für die Vertheidigiing des Landes eine unschäß- bare Hülfe, aber für einen Jnvastons - Krieg ohne Bedeutung. Konnten wir mit solchen Streitéräften wohl den schlagfertig da- stehenden Heeren Oesterreichs, Preußens und des Deutschen Bundés die Stirn bieten? Man hat viel von der Sympathie der Völker für unsere Revolution und von dem Empfange gesprochen, der un- serer bei ihnen warte. Man täusche sich aber nicht; dicse Sympa=- thie galt unserer Mäßigung, und ste -würde verschwunden seyn, wenn wir în die fremden Länder eingedrungen wären. Der Eroberungs- geist unserer ersten Revolution, so wie des Kaiserthums, machte,

daß die Völker dem Bunde der Könige gegen uns beitraten. Bei den unberechenbaren Gefahren eines allgemeinen Krieges, in den el-

nige Parteien uns verwickeln wollten, will ih nicht länger verwei len, sondern mich damit begnügen, zu beweisen, daß dieser Krieg ungerecht gewesen wäre, daß die Billigkeit, die Vernunft und das Fnteresse des Landes es uns zur Pflicht machten, dic zwischen Qiant- reich und den Nachbarstaaten bestéhenden freundschaftlichen Be ic- hungen fortzuseßen. Seit 42 Fahren hat fich zwischen der alten und neuen Lo, ein Kampf entsponncn, der in den Bedürfnissen der modernen Civilisation seinen Ursprung hat. Die Regierungs- form, welche für die aus dem Mittelalter hervorgchenden Völker geeignet war, konnte der Aufklärung des 18ten und 19ten JFahrhun- derts nicht mehr zusagen. Fast überall schleicht sch die politische Reform, wo nicht in die Einrichtungen, doch mindestens in die Ge- danken und Sitten ein. Dessenungeachtet muß man zugeben daß nicht alle Vdlker von Europa fúr die Repräscntativ- Verfassung in gleichem Grade reif sind, und es würde eben so ungercht und un- potitisch seyn, diese ihnen aufdringen zu wollen , als es ungerecht und unpolitish wäre, sie alle unter die absolute Gewalt beugen zu wollen. Die Propaganda für die Freiheit is eben so gehässig, wie die fúr den Despotiömus; beiden liegt ein Du zum Grunde, der moralische Zwang und die Willkür , und ste wirken durch dieselben Mittel: durch Gewalt und Unterbrückung. Unternehmungen dieser Art haben nur zu oft die Regierungen und die Völker, die derglei- chen versuchten, in Gefahr gebracht. Krieg , ein allgemeiner Krieg ist das System unserer Gegner; denn dis ret haben sie noch kein anderes ausfindig machen können, oder wenigstens haben sie uns mit dem, welches sie in Reserve haben, nicht bekannt gemacht. Nicht Regeln eines politischen Verhaltens bieten sie uns dar, sondern Waffen, die nur dazu dienen könnten, alle erhalten- den Prinzipien der gesellschaftlichen Ordnung zu vernichten. Rein, die Würde einer Nation besteht nicht darin, alle bestehenden Verträge zu zerreißen, cigensinnig Gesetze vorzuschreiben und die Ehre , \o wie das Nationalgefühl anderer Völker zu verlcßzen. Es ats Männer, welche glauben, daß Frankreich den ihm gebührenden Rang in Europa nur dann einnimmt, wenn es die anderen Staaten beherrscht und unterjocht, Männer, die uns in einen Meinungskrieg und cinen angeblichen Bund der Völker gegen die Regierungen fort- reißen, d. h. uns in die Not weni gin verseßen möchten, den Frie- den nur den demokratischen Republiken, und aus besonderer Gnade hôchstens noch den Repräsentativ - Regierungen zu gewähren. Wir wollen sie nicht fragen, mit welchem Rechte sie sich oder uns die Aufgabe stellen wollen, alle Völker zu revolutionniren. Wir kennen ihre geheimen Zwecke und Gedanken ; diese Männer, deren verbreche- rische Absichten wir keinesweges mit chrenwerthen Gesinnungen verwechseln, diese Männer, und ich brauche nicht ers zu sagen, daß ich in dieser Versammlung keinen von ihnen sehe, wollen innere Um- wälzungen durch äußere bevbeifähren, Wir haben die Hoffnung auf- von ihrem Frrthum zurüczubringen. Nicht an sie is

gegeben, sie ‘th i und Vertheidigung des Systems der Regierung ge-

dic Darlegun richtet; was

ie wünschen, das vermeiden wir, was sie fürchten, da- nach streben wir; ihre Aufmunterungen, ihre Besorgnisse und ihre Freude enthüllen uns den Abgrund, in den sie uns stürzen möchten. Diese allgemeinen Betrachtungen schienen mir nothwendig, um den Gedanken zu entwickeln, der die auswärtige Politik der Regierung geleitet hat. Die Wichtigkeit des Gegenstandes wird meine Aus- äAhrlichkeit entschuldigen.// Der Minister ging nunmehr zu den Hauptbeschwerden der Opposition Über die auswärtige Politik Úber und suchte zunächs| das Benehmen der Regierung in Betreff Polens zu rechtfertigen. Man werfe dieser vor, daß sie den Polen keine Hülfe geschickt oder wenigstens dieses Volk nicht anerkannt habe. Frankreich scy keinesweges ruhiger Zuschauer des Kampfes etnes Flei- nen heroischen Volkes gegen ein anderes von 40 Millionen Menschen geblieben, sondern habe den eifrigen Vermittler gespielt. Welche Hülfe meine man? Etwa die Sendung von Munition und Waffen? Man brauche nur einen Bli auf die Charte zu werfen und dic vollkommen binnenländishe, aller Seehafen entbehrende, Lage Polens zu betrachten, um einzusehen, daß diese unmdglich scy. Dieselben Hindernisse und in noch viel höherem Grade hätten sich der Sendung eines Húlfs - Corps entgegengestellt. Welchen Weg hâtte dieses einshlagen sollen, ohne die Neutralität zu verletzen? Hâtte dieses Corys 50 100,000 Mann fslark seyn sollen? Die leßtere Zahl sey nicht zu groß, wenn man bedenke, daß bald mehr denn ein Viertheil der Truppen von der Seuche hinweggerafft wor- den wäre, der se hätten entgegengehen müssen. Habe Frankreich nicht schon insofern etwas für die Polen gethan, als seine Armee von 500,000 Mann die Gränzstaaten neutral erhalten habe? Wel- chen Theil von Polen wolle man denn in der Adresse anerkannt wissen? Nur das Königreich Polen, welches das Signal zur Polnischen Révolution gegeben, oder das ganze alte Polen? Jm ersteren Falle habe Frankreich Ru land, im leßteren aber auch Preußen und Oesterreich we- gen Posen und Gallizien den Kriegzu erklären. Was Napoleon in Wilna mit 300,000 Mann und im Besiy von Litthauen und ganz Polen nicht zu thun gewagt, das solle rankreich jeßt unternehmen? Zur Bel- gischen Frage übergehend, bemerkte der Redner zuvörderst, daß mch- rere Selten dersclben ‘bereits vdllig erschöpft seyen, und er suchte daher das Ministerium nur von dem Vorwurf zu reinigen, Belgien den Ee preisgegeben zu haben. Es sey nicht denkbar, daß die Belgier, durch die Bande unaufldslicher Freund-=-

aft und zw athie an Frankreich geknüpft , leyteres durch die G ihres Fürsten hätten beleidigen wollen. Dieser habe ohnehin

1831.

jeßt sein Vertrauen zu Frankreich gezeigt und dadurch scine Gesitt= nungen, so wie die der Belgischen Nation an den Tag gelegt. Wenn Leopold auch dur Dankbarkeit und Freundschaft an England ge=- knúpft sey, so werde er doch das Juteresse seines Landes höher stellen und könne ohnehin als constitutionneller Fürst niht nach Belieben mit den Kräften des Landes schalten. Die Schleifung der Belgi- {hen Gränz-Feüungen werde das im Jahre 1815 gegründete Sysiem des Hasses und Mißtrauens gegen Frankreich vernichten und ver- spreche einen langen Frieden. „Die Kammer‘, so {loß der Ml- nister, „wird von uns allc Aufschlüsse erhalten, \ T ist, und die mit der Wichtigkeit der Jnteressen verträglich sind. Wir wünschen, daß diese Aufschlüsse von ihr genügend be- funden werden mögen. Wir haben wenigstens gesirebt , thre und des Landes Billigung zu verdienen. Mögen unsere Gegner thr Sy- stem aufstellen , damit es mit dem unsrigen verglichen werde, und damit Frankreich entscheiden könne.//

Durch die (bereits gestern mitgetheilte) Rede des Generals Lamarque fand der Graf Sebastiani sih veranlaßt, zum zwel- tenmale die Rednerbühne zu besteigen, um mehrere von diesem aufgestellte Behauptungen zu widerlegen. Zunächst bemerkte er, daß, wenn Oesterreich die Pläße Comacchio, Ferrara und Piacenza noch jeßt beseßt halte, solches fraft der bereits im Jahre 1819 geschlossenen Verträge geschehe, keinesweges aber ein Resultat der legten Jutervention dieser Macht in die Jtaliänischen Angelegen- heiten seh. Man berufe si auf die frühere Politik Frankreichs in Bezug auf Italien und auf die in diesem Lande erfochtenen Siege, um es zu tadeln, daß Frankreich die Jnsurrection in Bo- logua niht mit dem Schwerdte in der Hand unterstüßt habe ; auch er (der Redner) erinnere sih jener Siege sehr wohl, da er selbst Theil daran genommen habe, doch habe er auch uicht das Mißgeschick der Französischen Waffen in Jtalien vergessen, und er berufe slch auf das Zeugniß eines Jeden, der die Geschichte der Jtaliänischen Feldzüge nur einigermaßen kenne, ob nicht diese Feldzüge eben so viele Unfälle für Frankreih gewesen wären. Das Ministerium würde sonach sehr Unrecht gehabt haben, wenn es diese Lehre der Geschichte vergessen hätte, „Jedermann weiß übrigens“‘, fügte der Redner hinzu, „daß der Zustand der Civi- lisation in der Romagna und die dort herrschenden religiösen Vorurtheile dieses Land noch nicht dazu geeignet machen, die Wohlthat aller der Institutionen zu empfangen, die wir zu besiyen das Glúct haben. Alles, was wir daher thun konuten, war, daß wir intervenirten, um das Verwaltungs - und Fustizwesen zu verbessern und sonach allmálig die Elemente zu einer verfassungsmäßigen Erziehung vorzubereiten.“ Der Minister wandte si hierauf zu der Belgischen Angelegenheit. Es sey, meinte er, das ge- wöhnliche Tagesgespräch, daß Belgien den Engländern in die Hände gespielt worden sey; er müsse s{ nux wundern, wie ein so!ches Vorurtheil sogar in einem so aufgetlärten Kopf, wie der des vorigen Redners, habe Eingang finden können, Hätte Lud- wig Philipp die Krone für seinen Sohn angenommen, so würde (wie er den Beweis in Händen habe) ein allgemeiner Krieg die Folge davon gewesen seyn. Der König habe es daher in dem Interesse des eigenen Landes vorgezogen, jene Krone zurücfzuwei- sen. P habe Belgien, aus freiem Antriebe und ohne den Einfluß Frankreichs oder irgend eines anderen Landes, (Unterbrechung zur linken Seite) den Prinzen Leopold gewählt. Sehr Unrecht habe man aber, wenn man hieraus den Schluß ziehen wolle, daß Belgien dadurch den Engländern úberliefert worden seh, denn von dem Augenblick an, wo der Prinz Leo- pold die Krone angenommen, habe er auch seiner Eigenschaft als Engländer entsagt und sey durch die Bande der Belgischen Ver- fassung eng an das Interesse des neuen Vaterlandes gebunden. Ju Bezug auf Polen áußerte der Graf Sebastiani am Schlusse sei- ner Rede: „Der vorige Redner, ein ausgezeichneter Militair, der uns bereits viele Beweise seines Muthes und seines glänzenden Verstandes gegeben hat, macht uns einen Vorwurf daraus, daß wir den Po- len nicht werkthätige Hülfe geleistet haben. Er hätte uns aber sagen sollen, wie dieses möglich gewesen wáre. Zweihundert Mei- len trennen uns von Polen. Geseßt, wir wollten uns morgen in Marsch seyen, so würde uns zunächst ein allgemeiner Krieg erwarten. Angenommen, daß es uns wirklich gelänge, in weni: gen Monaten die Macht Preußens und des Deutschen Bundes zu werfen und in das Herz Deutschlands vorzudringen, so wÜür- den wir zuglei genöthigt seyn, ein großes Heer an der Ftaliä- nischen Gränze zu sammeln und unsere Kräfte zu theilen. Die erste Campagne würde uns also allenfalls bié zum Main, die zweite bis zur Oder und erst die dritte nach Polen führen. Aber, wird man uns entgeguen, ein solcher rieg würde mindestens den Polen Luft machen. Keinesweges! denn an dem Tage, wo wir den Krieg erklärten, würden auch 60,000 Preußen und 60,000 Oesterreicher zur Vertheidigung Posens und Galliziens in jenes unglückliche Land einrücken. Die vorgeschlagenen militairischen Mittel würden sonach, anstatt zu dem beabsichtigten Zwecke zu führen, nur das Verderben jener braven und hochherzigen Na- tion beschleunigen und vielleicht durch einen allgemeinen Krieg das künftige Schicksal unseres Landes aufs Spiel seßen. Wer möchte unter diesen Umständen zu solchem Unternehmen rathen !‘“ Hr. Mauguin, der gleich nah dem Minister das Wort er- griff, ließ sich also vernehmen:

„Fch komme nicht, um dem Minister der auswärtigen Angele- genheiten zu antworten; meine Absicht is nur, später ein Amende- ment zu der Adresse vorzulegen. Die Thron-Rede spricht von Un- terhandlungen, und wir sollen nun in unserer Adresse sagen, ob diese Unterhandlungen der Ehre und Würde des Landes entsprochen ha: ben. Wir .mússen also wissen, was man gethan hat; zum Theil ken- nen wir es durch die Journale; die Kammer kann aber nicht nach den Berichten der dentlichen Blätter gehen ,* sie, bedarf offizieller Aktenstücke, und diese muß das Ministerium vorlegen. Erst wenn dies geschehen, können wir gründlich darüber sprechen. Wir billigen die Expedition nah Portugal; die Ehre des Franzöfischen Namens isst mit den Waffen vertheidigt worden; wir fragen aber, wie der Minister der auswärtigen Angelegenheiten mit dem in Portugal regierenden Fürsten hat unterhandeln kön- nen, nachdem ex ihn ein Ungeheuer genannt? Ferner fragen wir, ob die verlangte Entschädigung unsere Kosten decken wird,

was man mit den PortuglesGen las Ab machen will, wenn England sich hierbet nicht etwa eingemischt hat, und was wir, wen

die se zu erwarten -