1831 / 234 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

rer erflárte, daß das Minisierium sich diesem Amendement uit ioiderseße, nur halie cr es für augemessener/ daj man minder beslimmte Ausdrücke wähle, und es scheine 1hm daher, daß das Mort Hoffnung vorzuziehen sey, Hr. v. Diar j dagegen io te:stúßte das Wort Gewißheit und widerseßte sich jedem an- deren milderen Ausdrucke, Die Disfussion wurde hierauf ges{lo sen, und der Präsident schickte sich an, über das Amen- dement des Hrn, Bignon abstimuten 1 lassen. Diejem wider- schte fich Hr, Dupiu, welcher der Meinung war, daß das Un- ter: Amendement des Hrn, Bodin zuerst zur Ubstimmung fom- men müsse. Hierauf verlangte der Prásident des Minister-Raths das Wort, und dies war die Losung zU einem Tumulie, wovon die Nammier bishec noch fein Beispiel aufzuweisen hatte. Die Opposition behauptete námlih, daß fein Minister mehr das Sort ergreifen dürfe, sobald die Disfusslon einmal geschlossen sey, und berjef Nch dieserhalb auf den Buchstaben des Reglements der Kammer. Dex entgegengeseßten Ansicht war die ministerielle Partei und natúrlic) der Prásident der Kammer selbst, welcher der Meinung war, daß ein Minister jederzeit gehört werden múgse, Die Herren Briqueville und Enouf áußerten sih mit großec Lebhaftigkeit gegen Herrn Casimir Périer, der mittlerweile die Rednerbühne bestiegen hatte und ruhig wartete, bis der Lärm sich gelegt habeu würde. Herr v. Briqueville rief mit lauter Stsmme: der Präsident des Minister - Nathes föónue, nawdem die Berathung einmal geschlossen, weder als Minister noch als Deyutirter das Wort ergreifen. Herr Dupin d. A. schien Herru Casimir Pórier ein Mittel an die Hand geben zu wollen, aus der Verlegenheit ¿zu kommen, indem er erklärte, dex Minister wolle fich bloß tiber die Stellung der Frage, worüber abgestimmt werden solle, vernehmen lassen. (Dies ist nämlich nach dem Schlusse der Diskussion noch erlaubt.) Herr Cas. Périer wolite aber hierauf nicht eingehen und behauptete, daß ihm als Minister des Königs und nach dem 46sten Artikel der Charie das Recht zusiehe, zu sprechen. *) Kaum wurde diese Ausicht in der Versammlung fund, als der Tumult aufs höchste ftieg und der General D e- marçay zur Tcibune ftlúrzte, die Hr. Casimir Périer hartnäckig behauptete: „Jch habe‘‘, äußerte jener, „nux zwei Worte zu sagen. Weun der Herr Prásident des Minister-Rathes sich auf die Charte berust, um den Grundsaß aufzustellen, daß er auch nah dem Schlusse der Diskussion noch gehört werden müsse, fo ist dies ein Verstoß gegen das Reglement und gegen den einmal gefaßten Beschluß der Kammer.“ Vergebens bemühte der ‘Práfident sich, Herrn Caslmir Périer Gehör zu verschaffen, vergebens rief dieser mehreremale überlaitt : Er habe das Necht, zu sprechen; mau entgegnete ihm von der rechten und linken Seite, die Werothung sey geschlossen; und als der Prásident erklärte, Herr Casimir Périer verlange das Mort im Momen des Reglenents, erwiederte dieser: „Nicht im Namen des Reglements, im Na: men der Charte will ih reden! Jch bin Minister des Königs und werde mein Recht geltend zu machen wissen. ““ Durch diese und ähnliche Aeußerungen wurde indeß die Versammlung immer uter noch gereizter. Der Präsident gab sich alle ersinuliche Mühe, die Nuhe wenigstens einigermaßen wieder herzuftellen. Als ihm solches gelungen, äußerte Hr. Casimir Périer: „Jundem ich die Rechte dieser Kammer achte, muß ih auch darauf bestehen, daß die Kammer ihrerseits den Vorrechten der Minister nicht zu nahe trete; ich verlange, im Namen der Charte gehört zu wers den.‘

neue begann. Herr Bavoux rief laut:

Kaum hatte er dies aber - gesagt, als der Tumult aufs ; man wolle das Ne- ;

M im Namen der Charte verlegen, und alle Oppositions: '

titglieder erhoben sich von ihren Pläßen. Hr. Jollivet ftüczte zux Mednerbühne mit einem Reglement in der Hand. Hr. C. Périer gab ihm aber nicht Raum und rief: „Jch din Minißer des Königs, Sie lönnen mix das Wort nicht nehmen.“ Bon dec anderen Seite bestieg Hr. Odilon-Barrot die Lri- bune und beschuldigte Hrn. Périer, daß er seine Befugnisse üder- \czceite. Hr. Royer-CEollard versuchte einigemale, sich Gehör zui verschaffen, konnte jedo eben so wenig zu Worte fommen. Der Marschall Lobau forderte den Prásidenten auf, fich, wenn der Lärm fortdatuere, zu bedecken. „„Jch habe,‘ rief Herr C. Périer noch cinmal, „das Recht, zu sprechen, und werde mir dasselbe nit rauben lassen. Kein Geschrei vermag tiber mich eiwas, Jch wiederhole es, damit ich wohl verstanden werde, daß ich als Minister, uicht als Deputirter, und daß ih im Namcu der Charte, nicht im Mamen des Reglements, sprechen will, -— ,„, Nein! nein!‘ erscholl es hier von allen Seiten, und die Op- posstions-Mitglieder echoben sich von ihren Plägeu in so!cher Auf- rezung, daß fich ein gewisser Schrecken \cldst unter den Zuschauncn auf den Tridunen zu verbreiten schien. Der Lärm wurde so groß, daß er si bereits außerhalb des Saales vernehmen ließ und unter dem versammelten Volke zu den seltsamften Vermuthungen Anlaß gab, Einerseits bestieg Herr YJousselin die Rednerbühne und behauptete, die Kammer dürfe sh nicht in ihren Rechten fränken lassen, andererseits dec Eroßsiegeldewahrer, der die Versammlung an ihre Würde mahnte. „Sie haben““, rief ihm Jeuer zu, „so wenig ein Necht, zu sprechen, als Herr Cas. Périer.‘ Jn diesem Augenblicke rückte Here Jousselin dem Präsidenten des Minister- Rathes so nahe auf den Leib und spra mit solcher Hestigkeit zu ihm, daß man einige Augen: blicke besorgt war, er würde ihn beim Kragen fasseu und von der Tribune hinabwerfen. „Will man etwa Gewalt gegen mich brauchen?“ rief Herr Casimir Pórier, und Herr Yrunelle fügte hinzu: „Vas ist ein abscheulicher Skandal: noch nie hat man so etwas erlebt,‘ Da die Gährung mit jedem Augenblicke wuchs und der Präsident fich jeut vou der Unmöog- lichkeit überzeugte, die erhißten Gemüther zu beschwichtigen , so seute er den Hut auf umd erklärte die Sizung auf eiue Stunde für su&peudirt. Ec wollte noch einige Worte himuftigen; med rere Oppositions - Mitglieder unterbracheu ihn indessen mit der Ben1erkuna , daß, da die Siyung suspendirt sen, er yelbst kein Bort mehr sagen dürfe. Es war jezt 6 Uhr, und die Deputir- ten degaben si in der größten Aufregung nach ihren resp. Vit: reaus, während die Minister Herren E. Périer, Soult, Barthe und Argout allein zurüctblieden und mit {nellen Schritten im Saale anf- und abgingen. Gegen 7 Uhr wurde die Sititng wiedex eröffnet. „„Mit großem Leidweseu““, äußerte Hr. Girod, nachdem er den Präsidenten: Stuhl wieder eingenommen hatte, „habe ih mich, nachdem ih kein Mittel unversucht gelassen, die Nuhe und Ordnnng wieder herzuftellen, u dem legten entschlie- en müssen, welches das Reglement mir darbot, indem ich die Herren Deputirten ersuchte, sich na ihren Bureaus zu verfü: geu, Die Kammer wird fühien, daß, wie zart und aufregend anch die zur Eröôrterrmg kommenden Frageu seyn mögen, fle die Redner doch rubig anhören muß, indem nur anf solche Weise

») Dieser Artikel lautet also: „Die Minister knnen Mitglieder der Pairs- oder der Deputirten-Kammer sevn. Sie haben überdies Eintritt in beide Kammern und müssen gebÄrk werden, so oft sie cs verlangen.’ Ader immer nur, meint die Opposition , so lange eine Diskussion noch nicht geschlossen ist.

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jene Fragen aufgeklärt und erledigt werden können. _ Es giebt deren nicht eine, die nit in den parlamentarischen Formen ge: lö} werden fönnte und müßte, Aehnliche tumultuarische Auf- tcitte, wie der vorige, würden ader jede Reprásentativ-Regierung unmöglich machen, und diesen Saal nur zu einen Kanipf- plaze der Leidenschasten umgestalten, während hier doch allein die großen Fnteresscn Frankreichs mit jener Würde wahrgenommen werden sollen, die,das Land von seinen Mandatarien erwartet.“ Da es

jeut bereits über 7 Uhr war, i

so wurde die Sipung aufgehoben und die Fortsezung der Berathung auf ben folgenden Tag verlegt °)

Yaris, 16. Aug. Kriegs: Minister; die Königin die Glückwünsche der Offizier-Corps

und der Garnison. E : Der diesseltige Botschafter 1n Madrid, Graf von Harcourt,

it am 1lten auf seiner Meise hierher in Bordeaux angekommen.

Das Journal deé Débats bemerkt über die gestrige Sinung: „Der Schluß dieser Sißung wurde durch ein Skandal bezeichnet; die Freunde unserer Justitutionen werden sich beim Anblick dieser fast wahnsinnigen Hestigfkeit, welche die angefehen- sten Oppositions-Mitglieder vergeblich zu beschwichtigen suchten, be- trüben. Wir lassen den Herren Manguin und Odilon-Barrot gern diese Gerechtigkeit wider\ hren ; ste theilten die Ansicht der Opposition; aber diese blinde Wuth und dieses Geschrei schienen ihnen tiefen S{chmerz z1! verursachen, Was sollen die rechtlichen und gemäßigten Männer zu folchen Ausschweisuüungen sagen ? Man weigert slch, einen Minifter auf der Rednerbühne zu hören, úberháuft ihn mit Geschrei , Drohungen, uud ein Deputirter, Herr Jousselin, wir nennen ihn mil Bedauerz?, faßt ihn beinahe am Kragen. Es fand ein Ringen auf der Rednerbühne statt, und dieses betrübende Schauspiel würde an die beklagensroerthe- sten Scenen des Konvezn!s erinnert haben, enn die Kammer nicht durch ihren energischen Univillen gezeigt hätte, sie seh nicht gezeigt, so‘che Sfandale ungestraft zu dulden. Nein, wir wer- den die Zeiren nicht wiedersehen, wo die NRevyräsentanien der Nation einander von der Rednerbühne stürzten, wo der berühmte Lanjininais,* als er vom Schlächter Legeudre geschlagen wurde, ihm mit bewundernswücdiger YFrouie sagte: „, „Búrgec - Kollege, laß zuver defretiren , daß ih ein Ochse bin, dann kannst du mich todtschlagen !‘/‘/ Der Temp s dagegen und mit ihm alie Oppositions - Blätter tadelu das Benchmen des Herrn Tas. Pé- rier und wollen darin einen neuen Beweis für die Hartnäigkeit seines Charafters, zugleich aber auch einen Angriff auf die Rechte der Kammer finden.

Jm National liest man: „Herr Périer der Sohn ist vorgestern nah London abgegangen, um die Antwort des Engli- chen Kabinets in Betresf der Besckung Belgiens durch uasere Trappen zu beschleunigen. Unser Minifterium scheint auf der Nothwendigkeit zu bestehen, diese Occupation bis zur Beend?- gung der Anordnungen zwishen Belgien und Holland forts dauern zu lassen, ““

Der Winister des Handeis und der öffentlichen Bauten hat zur Vertheilung unter die Eiuwohner mehcerer, in diesem Jahre von Feuersbrünsten und Metterschäden heimgesuchter Dörfer, die Summe von 29,600 Fr. zur Verfüguug der betreffenden Präfekten gestellt. é

Der König arbeitete gestern mit dem empfing zu ihrem Namens - Feste der hiesigen National-Garde

Großbritanien und Jrland.

Parlaments-Verhandlungen. Oberhaus. Sizung vom 16. Aug. Graf v. Orford brachte wieder die Hollän- disch:- Belgischen Angelegenheiten zur Sprache: „Jch habe‘, sacte er, „dem edeln Grafen (Grey) einige Fragen vor- zulegen, die jeyt das ganze Land beshäftiä:n. jagle vor einigen Tagen, daß die Französischen Truppen na-5 Belgicn berusecn worden sehe wegen der von einer Sette ge- schehenen Verießzing des zwischen den fünf Machen, Holland und Belgien abges{lo}sseneu Maffensillstandes. Man hat sich dabei auf gewisse Aftenjucke deruten ; »och_aus anderen, die jeif- dem erschenen slnd, geht fiar hervor, daß der sogenannte Wosf- fensillstand gar kem Waffenstillstand war. Das vorz 2. Aug, daticte Schreiben des Herrn VBerstoifk van Soelen an die Kon- ferenz sagte deutlich, daß der Kouig der Niederlande zur Erlan- gung billiger Trennungs-: Bedingungen seine Waffen in die Waag- \chale legen, gleichzeitig aber einen Bevollmächtigten nach London senden wolle. Wie konnte mun aber die Konferenz unterm 5. Aug, dem Niederländischen ner Note zwar ersähe, der König wolle zu mittairischen Mittein seine Zuflucht nehmen, sie hätte jedoch aeglaubt, dies würde sich nur auf das Jnnere Hollands teziehen, wem1 ihr nicht die im Publikum bekannten Nachrichten sagten, daß die Holländische Armee Befehl erhalten hake, die Gränze zu überschreiten ?“/ Der Lord gab nun eine kurze Uebersicht der Verhandlungen der Konferenz und der beiden Mächte, Holland und Veigien, von! Protokolle vom 27. Jan. ab bis zu den 18 Artikeln, deren Ad- »eichung von einander, wie von dem Eide, den Leopold sodann auf die Belgische Constitution geleistet, er darzuthun suchte. „Js nun“‘“, sragte er, „die Französische Armee in Belgien ein- gerüucft, um das vom Könige der Niederlande angenommene Pros- tokoll, oder die 18 Präliminar-Ariifel, oder endlich die von Leopold bescchworene Constitution geltend zu machen? Der edle Graf sagte ferner, daß, so wie die Holländischen Truppen ibren Rück- zug aus Belgien angetreten haben werden, das Französische Heer ein Gleiches thun wolle; aus der von cinem Französischen “Minister in der Deputirten- Kammer gegebenen Erklärung geht jedow hervor, daß dies nicht der Fall seyn durfte ; vielmehr heißt es jet, daß die Franzosen so lange in Belgien bleiben wollten, bis jede Chan? eines abermaligen Angriffs der Holländer ganz be: scitigt sev. Darüber wünsche ich nun von dem edlen Grafen einige Lu.c unft zu haben, Eadlich* aber, was die Belgischen Festungen betrifft, so geht aus der Rede des Hrn. Cas, Perier hervor und diese Reden, die in Frankreich oft von denen seibst, die se hatten, publizirt werden, sind als eine Autoritat anzusehen daß der König Leopold nicht eher von Frankreich anerfaznt werden würde, bis Belgien in die Schleifung der fesien Pläge gewilligt habe, Während manu also einerseits in den Protokollen die Schleifung der Festungen zu einer Sache der Oefonomie sür Beigien macht, wird sle andererseits vou Frantreich als die condilio sine qua non gefordert. Möge nun der edle Graf so gefallig seyn und uns sagen, wie die Sache eigentlich steht, und welches die zu schleifenden Festumzgen sind ?‘“ Graf Grey erhob sich ¿zx Beantwortung diescr Fragen, be- gann jedo zunächst mit einex Protestation gegen alle vorgrei-

*) Jn dieser Sibung warde das obige Amendement des Ba- rons Bîgnon angenommen, jedoch weder mit dem Worte Gewiß: heit (cortitude), noch mit dem Worte Hoffnung (ospéranceo), sondern mit dem Worte Zuversicht (assuranco), das der Minister der aus- wärtigen Angelegenheiten in Vorschlag gebrach? hatte.

Der edie Graf *

Minister antwortcn, daß sie aus fei: \ U * feinen Worten geben moczte.

fende Diskussionen, oft niht ohne Gefahr für den öffentlichen Dienst geführt y den föunten, Nachstdem beschwerte er slch darüber, das Fragende nicht die übliche Höflichkeits - Formel beobachtet, Minister vorher von seiner Absicht, solche Fragen vorzulegen, Kenntniß zu seßen. „„Der edle Graf‘, fuhr sodann der 9 nister fort, „wÜuscht zu wissen, zu welchem Zwecke eigentlich Französische Armee in Belgien eingerüct sey? Dieser Z dächte i, sey sehr deutlich ausgesprochen ; Belgien gegen die Jnvasion der den Waffenstillstaud zu erhalten , edle Graf behauptet, daß jedoch nach meinem stimmung der beidea Máchte Holland und Belgien, abge\{ls war. Der edle Graf fordert mich demnächst auf, zu sagen, Frankreich dieses oder jenes Verfahren beobachten werde, bin aber nicht hier, um über das Nede zu stehen, was Fri reich ¿hun wird. Wenn mich indessen der edle Graf fra was die Britische Regierung untex allen Umstände die sich inBezug aufBelgien ereignen möchten, y Franfkceich zu erwarten berechtigt seh, so würde ih i antworten, wir seyen berechtigt dazu und erwarten ay in der That, daß Frankreich, sobaid der Zwedck, dessen Unterstüßung sein Heer berufen wurde, reicht seyn würde, dasselbe zurückzichen wet (Hört, hört!) Was die Authenticität der in Frankrei geht nen Reden betrifft, so möchte ih sie nur mit der vergleichen, eine Berichterstattung von unseren Reden ¿ct, und dann den e) Grafen fragen, ob mau darauf wohi eine Frage an die Ministe gründen darf? Jch möchte den hypothetischen Fall aun men, daß ein Französischer Minister von fein Plate ganz etwas Anderés sagte, als das, waz niedergeschriebenen Engagements festgeseßt if wäre das wohl ein rechtlicher Grund, einen Englischer Wini zur Rechenschast zu fordern? (Hört, hört!) O habe den F uur hzpothetish gestellt, kann aber den edeln Grafen Teine| stimmtere Antwort ertheilen. Was seine legte Frage betrifft, bemerte ih, daß hinsichtlih der zu schleifenden Festungen 1 nichts festgestellt worden. Alles, was bisher entschieden ist, \Hränft fic darauf, daß cin Lebereinfommen unter den Mäh besteht, wonach gewisse Festungen geschleift werden sollen; i die Nanien dieser Festungen, i

von welchem zwar

fo wie über die Bedingungen 1 Verbindlichkeiten, die andere Parteien dabei zu übernchmen

ben, weiß ih jedoch noch nichts zu fagen.‘“ Der Mar on Londonderry sagte, er gebe gern sein? Zufriedenhei1

der erneuerten Versicherung des edlen Grafen (Grey), | Frankreich das Belgische Gebiet nicht läuger besest ha werde, als bis die Holländer es geräumt haben wün zu erkennen. Die Nusregung der Gemüther in Bezug

dieseu Gegenstand und die handgreiflihen Fehler, die

den Uuterhandlungen bereits gemacht worden und, dem /| chäine nach, noch gemacht werden möchten, rechtfertigten jedoh edlen Grafen (Ormond) vollkommen, weun er die Ausimerl feit des Oderhaujes auf die von dem Französischen Minista der Deputirten - Kammer ausgesprochene Bemerkung richtete; werde dur solche Hinweisungen gezeigt, daß es Parteien Lande gebe, die in dieser Hinsicht aufpaßten und entl seyen, die Mirister für die Räumung des Belgischen Gebi von den Franzosen, soba!d die Holländer sich zucüctgezogen ß ben würden, verau: wortlich zu machen. Der Herzog v. Vf lington füge hinzu, ihn nehme die Aengstlichkeit, die allge in dieser Hinsicht existire, nit Wunder. VFnzwischen mache er sil edle Fremidcn bemerflich, daß nic6ts von dem, was ein Minis Frankreich oder inEngland sagte, dieUnterzeihnung eines gescriebl UAktenstückes beseitige. Die Unterschriften von Protofollen

anderen vffentlichen Aftenstüicken würden bestehen bleiben,

aucch hier und dort gesprochen werden möchte. „Wenn 1ch

nit glaube“, feyte der Herzog hinzu, „daß die Beinerku raetnes edlen Freundes (Graf von Orcmoud) ganz 1n:?oibig

ren, so bin (ckch Tot geneigt, es außer Zweifel zu fiellzn daj König der Framnzosea von dem, was e:nmal Fo ini fet ivorden, nit abwe-chen werde.“ Graf Grey deslatizte di!

cht des Herzogs husichtiich der Unierschriftei otfeut:icver À

stücke und wiederholte die Versicherung, daß ec, uls verant

licher Minifter, Ursache have, zu erwarten, daß die Frau

sich, nachdem ihr Zweck erreicht seh, aus Belgien zurüdckji! wrden : doch protestire er gegen jede falsche Darstellung, dit edle Marquis (von Londonde:ry) oder irgend ein andere? Nachdem der Marquis | Fntention von sich abgelehnt, ging das Haus zur Annahnit

Bittschriften über und vertagte sich sodaun.

Unterhaus. Sißung vom 16. August. Nad zahlreihe Bittschriften überreicht worden waren, brachte Si! Clerf die versäumte Anzeige von der Erwählung zweier ta:aents - Mitglieder sür Great - Griméby zur Sprache und auf Vorladung des Over-Sherifs der Grafschaft an, der M chäft darüber zu geben habe, weshalb die Zahl der Mis des Hauses unvollständig gelassen werde. Dex Antrag wut nehmigt. Ats die Minister darauf antrugen, daß dab} in einen Ausschuß über die Reform: Bill übergehe, brachten! rere Mitglicder die auswärtigen Angelegenheiten zur S) Zunächst wollte Lord Valletort über Portugal einigen luß haben. Er glaube gern, sagte er, daß die Minist sichtlich der auswärtigen Angelegenheiten mit schwierigen Ums zu fämpfen hätten: auch glaube er gern, daß se bemüht sehen Frieden zu erhalten; leit möchte jedoch der Friede zu erfauft werden, und dies wäre slcherlih der Fall, wenn durá Frieden Englands Ehre kompromittirt werden möchte. bört!) „Englands Ebre‘‘, fuhr der Lord fort, „ist abet | promittirt worden, undzwar in Portugal. Die Franzosen } seit ihrem Angriffe auf Lissabon der ganzen Portugiesischen / sich bemächtigt und sie, mit Ausnahme, wie ih glaube, | Schoouer, mit s(ch fortgcführt. (Hört, hört!) Die Tho scheint unglaublicb, do ih besize sie aus unzweifelhafter D! und ih hoffe, daß die Minister einen befriedigenden Grund theilen werden, weshalb sie diesen Aft der Plünderun gegeben haben. Unerfahren ia den Künsten der matie, wie ih bin, und meine Ansichten dloß naú öffentlichen Meinung richtend, frage ih mich verg" warun es die Flotte des Admirals Codrington, ftatt il Dien zu liegen, nicht gehindert hat, daß eiu shwacht!/ alter Alliirter von ‘iner auderen Mai erdrückt werde. lich, ih weiß mir keinen anderen Grund anzugeben, als dd Minister eine Flotte nur ansgerüstet haben, weil die Un! mungen des Königs vou Holland die Nevolutionnaire v0" gien, umd vielleicht auc die vvn Frankrei, bedrohten." 7 Palmerston bat den Redner, seine Frage klar uud deutli zufassen, da er bis jeßt noch nicht wisse, wovon cigentli® Medèe seh, und was er beantworten solle. Lord Vallt|

die nicht ohne große Unannehmlichkeit, |

er besteht da Holländer zu beschützen y

er niemals bestanden habe, | Dafürhaiten vollständig, und zwar: mit ÿ

ellte seine Frage dahin, ob die Minister nichts gethan, um zu rhindern, deß sich die Franzosen der Portugiesischen Flotte de áchtigten ? Lord almerfton erwiederte, er glaube, daß die hatsache von der Wegnahme der Schiffe richtig sey. Alle Por- ngiesische Kriegs\chiffe hätten s{ch den Franzosen in Folge des réffens, welches beim Einlaufén ‘in den Tajo stattgefunden, egeben. Ein Theil der Flotte fey als Kriegs - Prise betrachtet und als solche zurüc{behalten worden; ein Linienschiff, das ent- nastet gewesen und an dem Treffen keinen Theil genom: ¿n háíte, seh den Portugiesen gelassen worden. Weiteren (ufschluß über die Sache hätte er niht zu geven. Herc

rourtenah verlangte zu wissen, ob England nicht zur Einmi- j

verbunden seh, wenn ein Angrisfskcieg gegen seinen Al- geführt werde? Lord Palnierston meinte, hierauf h e-er-nicht zu antworten; glaubte man, daß die Minister iht ihre Pflicht gethan, so möge man einen förmlichen Antrag egründen ; alsdann würde er {hon Nede' zu stehen wissen. Herr Fourtenah bemerfte darauf, daß er nächstens einen solchen Un- rag zu begründen gedenfe. Oberst Evans machte Polen zum Hegenstaude eines Vortrages und eincr daranf zu begründenden Mo- jon, Er beklagte sich zunächft darüber, daß, scit der Session von 830, von den Angelegenheiten Polens noch gar nicht die Nede m Parlamente gewesen sey. Er nehme aber um so weniger An- and, diese Sache zur Sprache zut bringen, ais es feine Partei- rage, soudern ein Gegenstand seh, über der zewiß alle Theiíe es Hauses gleicher Beinung wárcn. (Beifall. ) Jeder müsse áhlen, von welcher Wichtigkeit die strenze Beovachtung der Neu- alität Seitens der angränzenden Länder für Volen sey, Er abe aber Gründe, zu glauben, daß das Recht Poleus, von sei- en Nachbarn eine strenge Neutralität verlangen zu fönnen, von den Mächien des Kontinents nicht ge »rig gewürdigt werde. Dieses Recht ginge aber aus der Wiener Kongreß - Afte deutlich hervor, denn in derselben sey ausdrücftih bestimmt worden, daß 9)olen ein für sich bestehendes Königreich ausmachen solle, und venn man es auf dem Wiener Kongresse nicht förmlich wieder hergestellt, sondern der Russischen Dynaftie untergeorduet habe, so seh dies nur der Protestation des Kaisers Alexander zuzuschrei- ben gewesen ; denn England, Oesterreich, Mreußen und Frankreich ätten sicch damals entscieden zit Gunsten jene: Combination ausgesprochen. —— Der Redner gtng ierauf die einzeinen Ar- ¡fel der Polnischen Constitution durch und suchte auch daraus zu er: eisen, daß Polen genügende Ansprüche auf den Schuz des Eu- ropäischen Völkerrechts desive. Nachdem er aisdann noch einige

chung ¡irten

EBemerkungen über das Verhältniß Polens zu Rußland gemacht

Worten: „, Der jezige Französische in einer Rede gesagt, daß Franf- reich Alles aufbieten würde, um den Frieden in Europa aufrecht zu erhalten. Dies ift indeß eine trügerishe Sprache. Der Französische Minister fann das nicht aufrecht erzalten, was nicht existirt; er fann nicht zusammenhalten, was schon zerbrochen ist. Europa befindet sich nicht in einem Zustand des Friedens, fo lange der Krieg in Polen fortdauert, so lange die gro- ßen Mächte die Fortdauer einés Krieges erlauben, dem sle steuern müßten, da sle im Jahre 1815 durch ihre Be- vollmächtigten die National -Unabhängigieit Polens unter Be- dingungen garantirt haben, die fast alle veclezt worden sind. Der Franzöfische Minister der auswärtigen Angelegenheiten hat zwar gesagt : „„„Betrachtet die Landkarte und schet, ob es möglich ist, daß wir den Polen beistehen können,‘ ‘/ Dies scheint mir aber ein shlechtes Argument; denn der Französi he Minister sollte do bedenfen, daß, groß auch die Entfernung Polens von Franfieicy sehn mag, die Franzöosis§-n und Ruislichen Armeen sle in den lesten 20 Jahren zwci- bis dreizial zurücfgelegt haben.‘ Nachdem der Redner noch èie Tapferkeit des Französischen Volks zu einer Expedition uach Polen aufge- rufen hatte, trug er darauf an, daß aue Papiere, die auf die Unterhandiungen über die tralitát anderer Staaten, bei dem Kriege Polen, Beg hätten, dem Hause vorgeicat würden, Lord Palmerston erwiederte darauf, vaß, obglie:.ch es unmöglich fe, dem Autrage des -hreniverthyen und ta eren Herrn zu genügen, er es do fit: unaothig haite, das Haus weitläuftig von den Gründen in Kennin'ß zu segen, iwelche ihn dazu veranlaßten, fc dem Antrage zu wide:scyen. Man fönne nicht von ihm erwar- ten, daß er dem vorigen Redner durch alle die Verhältnisse fo!ge, welche er, in Bezug auf den unseligen Krirg zwishea Rußlaud und Polen, becührt habe. Er sey gewiß, daß das Haus sich von dem tiefen Bedauern überzeugt halte, welches die Winistec beini Anblick dieses Kampfes empfäuden, und daß sie n: ts sehnliher, als die Beendigung desselben wünschten. Zu gleicher Zeit hege er die Ueberzeugung, daß das Haus eùi- sehen würde, daß, wenn er ein Urtheil über die Rechtmäßigkeit dieses Kampfes ausspräche oder sich in eine Erörterang über die Gründe und Umstände einlicße, welche der. vorige Reduer an- geführt habe, oder das Betragen anderer Mächte in Bezug auf Krieg untersuchte , dies ein nicht zu rechtferiigendes Abweichen von dem Wege seyn würde, welchen ihm seine Pflicht als Mini- ster vorschreibe. Er halte es deshalb für seine Pflicht , slch dem Antrage zu widerseßen, und er hoffe auch, daß man es ihm ver- vtihen würde, wenn i

atte, {loß er mit folgenden remier- Minifter hat kürzlich

er es ablehne, irgend einen von den Gegenständen, welche der ehrenwerthe und tapfere Herr in An- regung gebracht habe, ausführlicher zu erörtern. Herr Hume nánnte die Antwort des Lord Palmerfton eine magere oder viel- mehr eine Nicht - Antwort , die auch Niemand, der sih in Eng- laud für die Sache der unglücklichen Polen juteressire , zufrieden stellen würde. Ér wolle besonders gern wissen, warum man nit die Russisch-Polnische Angelegenheit eben so, wie die Hol- ländish-Belgische, zum Gegenstand einer Einschreitung der Mächte mache, da Loch beide in demselben Verhälinisse zum Wiener Kongresse ständen. Lord Palmersion wiedcrholte, daß die Re- ns nichts von dem zu thm versäumt habe, was durch be- ehende Verträge ihr auferlegt sey. Hr. Browne sagte, er unterftüße den Antrag des Oberste Evans, weil ihm die Gieich- gültigéeit zuwider sey, welche das Haus bis jebt hinsichtlih Po- lens beobachtet habe, und wil er ih geshänt hätte, wenn es hieße, daß ein solber Autrag im Unterhause keinen Unterstüzz zer fände. Als Oberst Evaus hinzufügte, er habe seine Pflicht gethan, wenn jedoch das Hans es vorziehe, die sei- nige nicht thun zu wollen unterbrach ihn der Sprecher mit der Bemerkung, daß kein Mitglied das Necht habe, das Haus einer Vernachlässigung seiner Pflicht anzuklagen. err O'Connell protestirte seinerseits gegeu jeden Berdacht der leichgültigfeit für die Polnische Sache ; der Antrag des Obver- sten Evans wurde -jedoch ohne Abstimmung verworfen. Herr Hume machte nun seinen angekündigten Ant'agz auf Erthcilung von Vertretern im Britischen Parlament an dic wichtigsten Ko- lonieen und auswärtigen Besißungen Großbritaniens. Die De- batte über diesen Vorschlag nahm einen großen Theil der henuti- gen Sigßung ein, wtirde jevoV, da die Minister erklärten, daß die jeyige Anregung desselben eine Art von feindlicher Tendenz

, gegen die Reform-Bill habe, ohne Abstimmung verroorfen. Das

úber, seßte seine Berathungen aber uur furze Zeit noch fort , da es zu spät \chien, Es vertagte sich um 125

Donna Maria, gestern Morgen von Elarendon:Hôtel nach Paris

eine Unterredung auf dem Schaßamte

* Artillerie von hier nach

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beobachtete oder uicht beobachtete Neu- | zivischen Rußiand und ;

Eme E B E E

a

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aus ging nun in’ den Auss{uß über die eben genannte Bill um E Gegenstände noch vorzunehmen. x.

London, 17. Aug. Das Hof-CEirculare meldet, daß der Herzog und die Herzogin von Braganza, in Begleitung der abgereist sind, um dem König der Franzosen einen Besuch ab- zustatten.

Der Fürst Talleyrand hatte gestern mit dem Grafen Grey uad alsdann eine Zu: fammenkuünfst mit Loro Palmerston im auswärtigen Amte, wo geftern Depeschen von unserem Gesandten in Brüssel, Sir Robert Adair, eingingen.

Die Times macht in einein langen Artikel Betrachtungen über die vom Französischen Kriegs - Minister gegebene Anfkündi- gung, daß die Fcanzösschen Trappen deshalb (wenn auch die Holländer sich aus Belgien zurückgezogen hätten) noch nicht nach Frankceich zurückkehren wücden. „„Hat etwa‘, fragt die Times, „der Marschall Soult hinzugefügt, daß es der Wunsch des Kö- nigs Leopold sey, daß die Französische Arniee noch im Lande blei- ben möge, oder daf dessen fernere Beseßthaltung die volle Zu- stimmung der verbündeten Mächte habe? Nein, das hat er nicht gethan. Wenn die Französische Arinee so lange bleiben soll, bis man die Gewißheit hat, daß die Holländer nicht zu- rücéfehren werden, so ift unsec Dasürhalten, daß die Minister Ludwig Philipps Belgien auf ganz unbestimmte Zeit und zu Zwecen, die sie niht offenkundig gemacht, beseht haltea wollen. Fischt etwa der Französishe Ministec nach einer Májorität, indem er dem Schulknaben-Appetit seiner Landsleute nah einen allgemeinen Kriege etwas hinwirft ? Dürfen wir etwa, nachdem die Adre }e angenommen sehn wird, erwarten, daß man zu grö- ßerer Rechtlichkeit und zu befriedigenderen Erklärungen zurücéfehren werde? Lord Grey sagte gestern Abends im Oberhause mit gro- ßer Deutlichkeit (vergl. Parlaments-Verhandlungen ), was Eng- land berechtigt ist, zu erwarten, wenn die Holländischen Truppen {ch zurückziehen. Was wird Marschall Soult dazu sagen? Hat er etwa noch nicht genug Kriege mit Englischen Armeen geführt? So sucht auch Herr Casimir Périer unbe- zweifelt auf der Jagd nah Majoritäten , andere Länder zu er- \crecken oder Frankreich einzulullen durch feinen bombastischen Nonsens von 3,500,000 National - Garden, die sich unter den Waffen befinden. Derzgleichen Prahlereien haben wenigen Er- folg ; Europa fürchtet sich vor Frankreich nicht. ‘“

Nt 000 1.la n. d...

Aus dem Haag, 18. August, Der Ober-Fngenieur Lip- fens vom Kriegs - Departement ist mit Errichtung einer Telegra- phen-Linie von hier nach Breda und Herzogenbusch beauftragt.

Aus Herzogenbuscch wird vom gestrigen Tage gemeldet : ,, Die Holländische Armee zieht sih in furzen Tagemärschen zu-

deren Morgen erst ‘in

einige Flintenshüsse zwischen der Vorposten gewechselt

uud sofort durch mehrere Schüsse

freigegeben worden.

gegenwärtig in der Krisis in eiden.

S ch w Luzern, 14. Aug.

rechnen. \{wemmungen statt gefunden.)

rúc:; die Franzosen folgen ihr in der Nähe. Am 15ten befand sich dic erste Division in Dieft und chien den Weg nach Turn- hout einschlagen zu wollen; die Truppen der critten Division standen an demselben Tage in Tirlemont und der Umgegend. Der General Cort - Heiligers hat an den Gouverneur von Nord- Brabant ein für die Schutterei von Herzogenbush wegen ihres Benehmens in den Gefechten bei Hasselt sehr ehrenvolles Schreiben

- gerichtet ; besonders wird der Capitain derselben, van der Schue-

ren, außerordentli gelobt. Am 16ten ging eine Abtheilung Mastricht ab. Man erwartet Kriegsge- fangene aus Hasselt; der Werth des der Belgischen Maas: Ar- mee abaenommenen Kriegs - Materials wird auf mehr denn eine

Million Guiden geschäßt. ““

Brüssel, 17. Aug. Der König hat #ch heute nach Lae- fen begeven md ;st gegen Abend nach Brüssel zurückgekehrt.

Fu Belgischen Moniteur liest man: „Der Köuig be- findet sich wieder m unseren Mauern ; einflimmiger Zuzel hat 1h51 empfangen. Das Voik isi öinou oucchdmn?en, daß ér sein Wort gehalten, seine Pflicht ersäiüt und seme K hat, während Audere nicht eiumal wußten, hre Epaulettes zu gewinnen. Man mag noch so sehr Pessimyi seyn, so muß man doch eingestehen, daß überall, wo der König sich an der Spige der Truppen befunden und fie durch seincu Muth und sen Beispiel angefeuert hat, ste, troy der überlegenen Anzahl des Feindes, den Angriff ehrenvoll destauden haven; bei Bautersem so wenig, als bei Löwen, haven wir eine Niederlage erlitten. Der beklagenswerthe Umstaud, welcher alle Pläne des Kön1gs vereitelte, wac die dreimal wiederholte Weigerung des Ober-:Be- fehlshabers der Maas - Armee, den höheren Befehlen nachzu- fommen, und die unbegreiflihe Flucht, welche dieser Wei- gerung folgte; man darf übrigens, um gereht zu sehu, nicht unbemerkt lassen, daß dieser General in drei früheren Gef-chien die Oberhand behalten hatte, Bei dem Mangel ausgezeichneter militairischer Talente, ja, sagen wir selbs, bei dem Mangel einer militairischen Organisation, hat die Gegen- wart des Königs uns allein vor einer gänzlichen Niederlage be- chügt. Seine Gegenwart is es ebenfalls, die den Namen Belgier rettet. Ohne ihn würde der Versuch des Königs von Holland entweder zur Restauration, oder zur Vereinigung mit Frankreich, oder zu einer Theilung geführt haben. Dies müssen die Belgier, Freunde ihres Landes, bei den schwierigen Proben, auf die wir noch geseßt werden dürften, nie vergessen. ““

Der hiesige Courrier enthält Folgendes: „Es verbreitet sh das Gerücht, daß die Armee aufgelöst und ganz neu orga- nisirt werden wird. Alle untaugliche Offiziere, welche - ohne Ansprüche auf die hohen Grade sind, die sle nur der Verwir- rung der September-Revolntion verdanken, sollen aus dem Dienft entlassen werden. Der nächften Legislatur wird ein Geseß vor- gelegt werden, uin diese Maaßregel, mit so wenig Kosten als mögziih, auszuführen, Herr Chs. von Brouckère, der zum Kriegs- Minister ernannt worden ist, wird mit der Leitung dieser wichti- gen Angelegenbeit beauftragt werden, ‘“ /

Die Französishen Prinzen nud der Marschall Gérarò haben vorgestern mit dem Prinzen von Oronien in Tirlemont, wo sich jeßt das Französische Hauptquartier befindet, eine Zusammeukunst gehabt.

err Teichman, Over-Ingenieur der Brücken und Chausseen, wird als NaGfolger des Herrn Chs. von Brouckère im Ministe- rinm des Funecn bezeichnet. /

Gesiern Mittag war ein großer Minister-Rath versammelt, dec bis um 4 Uhr dauerte. / :

Man versichert, daß dem General Daine, bis auf weiteren Mefehl, die Stadt Huy zum Aufenthalt angewicsen worden seh. Derselbe habe sih vorgenonmnt!en, zur Rechtfcctigung seines Be- tragens ein Memoire herauszugeben. i Die Artilleristen von Mons sind gestern von Brüssel nach Löwen abgegangen, um ihre Kanonen abzuholen, die sle, aus Mangel an Transportmitteln, dort zu lassen genöthigt gewesen

waren.

one gewonnen |

1áten d. M.: Preußische Gebiet schußsuchend pen, ist, nah der abgelaufenen,

Cholera, festgestellt worden. für das Lager von Pacmohnen,

Lager befindlich sind. ‘‘

und des Regierungs -

autersem gervesen, woraus dié

worden sehen. wesen, daß einem Belgier zufällig das Gewehr losgegangen, dies von den Holländern ais eine absichtlihe Feindseligkeit betrachtet

„Jn Erwartung der Allerhöchsten Befehle Sr. Königs über den fünftigen Bestimmungsort der au übergetiretenen Polu:j « mit größter Streuze gehaltenen Kontumaz- Zeit, der Gesundheits-Zustand derselben, 1n Bezuz der Diese Untersuchung hat zunächst

den und silch auf 1 General, 43 Stabs - Offiziere, tern-, 26 nicht regimentirte Offiziere und 3787 Uiterosfiziere und Gemeine der Polnischen Truppen erstreckt, welche in diesem

Dem Belgischen Moniteur zufolge, hätten die Hollän- der am láten Mamienitiags Löwen geräumt und wären an an:

: an Absicht

hervorginge, der Rückmarsch so langsam als möglich “bewerk:- fielligen. Sie hátten das Gemälde von van Brée im philoso-

phischen Kollegium vernichtet (dieses Bild hatte der König der Niederlande der Stadt Löwen geschenkt) und außerdem eine große Menge Munition und Lebensmittel mit hinweggenommen.

us Antwerpen wird gemeldet, daß am 15ten Morgens

Citadelle und den Belgischen Die Ursache davon sey ge:

ecwiedert worden sey. Die

vier von den Holländern genommenen Handelsschisse sind wieder

Polen.

. Blonie, 5. (17.) Aug. *) Auf die Nachricht vom Uebergange des Generals Rüdiger über die Weichsel hat das Russische Heer sich von Lowicz am 3. (15.) Aug. in Bewegung geseyt und ift, ohne vom Feinde Widerstand gefunden an 4. (16.) bis Blonie, 35 Meile von Warschau,

Der Muth der Jusurgenten scheint sehr gefallen, wie alle über- einstimmende Nachrichten, so wie die zahlreichen Uebecläufer, beweisen. Jn größeren und kleineren Partieen kommen diese täglih im Russischen Lager an und werden in ihre Heimath ent- lassen. Das Hauptquartier des Feldmarschalls ist in diesem Au- genblick noch in Blonie, obgleich der größte Theil der Truppen schon weiter gegen Warschau aufgebrochen ist; morgen folgt ih: nen wahrscheintih auch das Hatptquartier. Die Dinge find

zu haben, vorgerüctt.

furzem muß sich Alles eat-

eiz.

' Die Regengússe der vorigen Woche haben den Thuner und den Luzerner enc erhöht, A, in zwölf Stunden um 2 Fuß. Fast die ganze Gegend. zwischen dem Brienzer und dem Thuner See steht unter Wasser. reren Orten mußten sich die Leute flüchten , Häuser wurden zer- stórt, Brücken weggerissen , Straßen unfahrbar gemacht. Berheerungen, welche die Uebdershwemmungen im Berner OÖber- land anrichteten, fiud sehr groß; der Schaden läßt sich kaum be- (Auch in Tirol haben in derselben Zeit große Ueber-

In meh:

Die

J: 6:60

Berlin, 23. Aug. Die Königsberger Zeitung ent- hält nachstehende Bekanntmachung des fommandirenden W- rals des 1fien Armee - Corps, Hcn. von Krafft Excellenz, vom

Naj estät des E omgl. 1 Trup-

Z Meilen von Tilsit, stattgefun-

„Das einstimmige Gutachten der Lager-Kontumazj-Direction Medizinalrathes Pr. Albers, unter Zuzie-

| hung des Regierungs-Kommissarius, Regierungsrathes Wegner,

ist dahin ausgefallen, daß die Polnischen Truppen, nebst allen ihren Kleidungsstücken 2c, , sür der Cholera unverdächtig zu hal-

i ten sind, ausgespr: ez wird, ““

and hierdurch zur

erwähnte ärztliche Atteft. ) Nach Jnhalt einer Zeitung enthaltenen

Generals, t chung des Gefundheits-Zustandes nen , eine

*# Choil meldet,

gemeldet sind.

wohnen au verfiorven, so wie in Acerau, im

eine Person.

erfranft und 13 gestorben.

Fn Memel! nebjr Sandwehr, sind bis zum gestorben,

Im

TGE Blatt aufnehmen könnten, behalten bleiben muß.

im neue Bekanntmachung des genannteu Herrn vom {Sten d. M., hat am lten auch die Untersü-

*) Bleichzeitig mit diesem Schreiben aus dem Russtschen Hauptquartier vom 13. u. 14. d., Operationen seit dem Eintreffen des Gerstenzweigischen Corps bei der Haupt-Armee, so wie Über die vergeblichen Bemühungen der Polen, das Heranrücken jenes Corps zu lehterer aufzuhalten, nicht minder über den Uebergang des Rüdigerschen Corps, ausführliche Meldung ma- chen, Igegangen jedoch zu spât, als daß wir solche noch Ñ

eli es durch nachstehendes Attest noch des Nöheren

allgemeinen Kenntniß gebracht

(Es folgt sodann das am Schlusse dieser Bekanntmachung

sten Blatte der obgedachten

der im zweiten Lager, zu Szer-

Meile von Prófuls, aufgestellten Polnischen Truppen stattgefunden, und es ift derselbe vollflommen gut befunden worden. *

#

ra.

Aus dem Regierungs-Bezirk Königsberg wird ge- daß in Königsberg am lten d. M, 23, am 16ten 55 und am 17ten 38 Personen als an der Cholera erkranft an-

Fm Königsberger Landkreise sind bis zum 16ten d. M.

erkrankt. gestorben. 8 z

in Seligenfeld seit dem Sten d. M. 5

- Awerden 2. 13 Mens 1 i

- Praddau s 8 15ten-s, s 9 9

- Bweglau 6027 Lten 51/7 4 9

- Friedrihshof - e L14ten - - 9 7

- Kaltenho -= - ten - - 9 A Fm Friedländer Kreise ist am Sten im Vorwerke Gah-

eine Frau unter den Symptomen der Cholera plöglich

Kreise Preußisch Eylau,

Jn Neidenburg sind bis zum 16ten d, M. 18 Personen

Bitte und dem Dorfe Schmelz

15ten d, M. 698 Persouecn erkrankt und 367 davon

Regicrungs - Bezirk Gumbinnen sind im

Kreise Heidekfrug erfranft, gestorben, im Dorfe Scvneiderende seit 4. Aug. 3 9 - - Karkeln 11 1 - - Tirkszeln seit 7. Aug. 4 3

find uns auch Nachricht "n tvelche ee die

das weshakth deren Mittheilung vor-

352 Sukbal- -

{B 4h ss

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