1831 / 244 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

‘ben wird.

zu œntwi>eln, die Deputirten. auf, ihre persönlichen Ansichten audiu reen. Man wünschte vornehmlich zu wissen, ob in den Falle daß das Ministerium die Erblichkeit der Pairie aufgäbe, die Opposition in die aus\chließli<he Ernennung der Pairs durch den König willigen würde. Man würde sle dann um ihre Mei- nung darüber befragen, ob die Königl. Prärogative absolut und unbedingt sehn, oder ob man gewisse Klassen und Stände bestimmen solle, auf die die Königl. Wahl sich zu beschränken hätte, wie z, B. die Deputirten, die Justiz-Beamten, die Generale, die Mitglieder des JFnstiturts u. #, w. Die Mitglieder der Linken waren im Allgemeinen zurückhaltend, da sle nicht einsahen, was für cin Resultat. diese Art von Konsultirung haben fönne._ Dennoch haben sie nicht verhehlt, daß sle si< uicht für ermächtigt hiel- ten, hinslhtli<h der dem Könige vorzuschlagenden Kandidaten nachzugeben. Man lachte viel über ein ministerielles Argunieut, weiches darin bestand, daß man für die (Güte der Königlichen Wah- ien in der Signatur des verantwortlichen Ministers eine Bürg- schaft finden werde. Einige ministerielle Reduer bekämpften die Ausstellung der Kandidaten, Herr Dumon, ein junger“ De- putirter aus Agen, früher Advokat in Paris und eine der Stügen der doctcinairen Partei , sprah aus allen Kräf- ten súr die direkte Ernennung durch den König; in dem: felben Sinne áußerte sich auh Hecr Pelet von der Lozère. Der General Lafayette bemerkte, wenn man wolle, daß die Pairs- Kammer in der Nation Wurzel fasse, so mü}e man durchaus die Kandidätur dur< Wahlen zulassen. Auch Herr Noyer - Col- lard wohnte der Sigung bei; seine Freunde umgadven ihn und dcangen in ihn, zu sagen, ob er die Minister nit mit seiner Beredsamkeit unterstlißen wolle; statt aller Antwort soll er geäu- ßert haben: „„, „Es giebt feine schlehtere Rolle, als die eines Ad- vokaten sür verlorene Sachen.‘‘‘‘ Das Journal du Com- merce bemerkt: „Die stattgefundene Konferenz hat die An- sichten des Herrn Périer - nicht im mindesten verändert; na< der Siunmng behielt er die Herren Thiers und Rambuteau bei sich und brachte einen Theil der Nacht damit zu, mit ihnen den Gesez-Entwurf anszuarbeiten, der ia der Sonnabend-Sigzung vorgelegt werden soll. Nan darf indeß nicht glauben, daß die Abschaffung der Erb- lichéeit ohne Kampf durchgehen wird; die erbliche Pairie wird vielmehr von den Herren Royer - Collard und Thiers aufs wärmste vertheidigt werden. Aber ernstlihecre Schwierigkeiten lassen f voraussehen; wir wissen, daß ein beträchtlicher Theil der Kammer si< tägli< mehr mit den Uebelstäuden beschäftigt, welche das Aufgeben der, kraft des Artikels 68 der Charte und des anusdrücflichen Mandats der Wähler, den Reprasentanten des Landes hinsichtlich der Eutscheidung über die Pairie zuste- henden konstituirenden Gewalt zur Folge haben würde. Der am nächsien Sonnabend vorzulegende Geseß- Entwurf könnte dem- nach nur als ein Nachweis betrachtet und als solcher der Kom- mission überwiesen werden, welhe von der Kammer mit der Entwerfung eines Beschlusses über die Pairie beaustragt werden wird. Die meisten Pairs sollen, wie es heißt, willens sehn, si< ihrer politischen Functionen freiwillig zu eutkleiden; dieser Be- {uß wäre weise und flug; er würde die Frage vereinfsachen und viele Gemüther weniger ungünstig für die Erblichkeit stimmen. ““

In heutigen Messager des Chambres liest man: „Man versichert, daß der Herzog v. Tarent gestern seine Entlassung als Lanzler der Ehrenlegion eingereicht hat. Einèm Morgenvblatte zufolge, hätte der edle Marschall dem Könige eine von einer Menge von Pairs unterzeichnete Protestation gegeu jedes die Erblichkeit der Pairie besireitende Geses überreicht und in Folge der falten Aufnahme, die er bei Sr. Majestät gefunden, si{h entschlossen, ein politisches Leben, das lange Zeit in den Heeren der Nepu- blif und des Kaiserreichs derbnit war, als beeudigt zu betrach- ten, May fügt hinzu, der Marschall habe die verwihene Nacht in dem Hotel de la Terrasse zugebracht 11d werde in wenigen Tagen auf seine Güter reisen, ““.

Die Tribune greift jeßt auch {ou den erblichen Thron an, „Die Erblichkeit der Monarchie“, äußert dieses Blatt, „wird voc dem gesunden Sinne des Volfes einst eben so gut weichen, w'e jeyt die Erblichkeit der Pairie, Nur wenige Männer wer- den si< zur Vertheidigung derselden finden, und angenonmen, daß der Lauf der Begebenheiten dem jebigen Könige gestattete, sein Leben in Nuhe zu beschließen (was wir nicht glauben), so find twoix überzeugt, daß sein Sohn selbst em das Volk appelliren und seine Krone von dessen Wahl abhängig machen würde, statt fie als ein Ecbtheil in Anspruch zu nehmen. Das Volk ist Sítlave seiner Gewohnheiten; wo diese aber mit seiner Bernunft in Widerspruch gerathen, sagt es sich davon los und bildet sich deren neue. Dies ist das Geseß der fortschreitenden Entwicke: | ling. Heutiges Tages will das Volk von der erblichen Pairie | ni<ts mehr wissen; aber es behält no< die erbiüiche Monarchie. Unfehlbar kommt no< der Tag, wo diese wie jene Unrecht ha- Die gegeuwärtige Kammer, so \{le<t wie sie auch sehn mag, wird dem gesellschaftlichen Zustande doch ihren Tribut pringen; sle wird die Erblichkeit der Pairie abschaffen, die Kö- uigl, Gewalt mehr oder weniger verfürzen, Ersparnisse einfthren und Reformen in der Verwaltung verlangen, lauter Dinge, die die Entwickelung der öffentlihen Sitten beschleunigen und der unwiderstehlichen Bewegung zu Hülfe kommen, die uns einer anderen Regierungsform entgegenutreibt.‘/ Die France nou- velle erwiedert bierauf: „Man sieht aus diesen Aeußerungen, daß die Sachen seit einigen Tagen bedeutend vorgerückt sind; {chon handelt es si<h ni<t mehr um die Existenz einer der fon- stitnirenden Gewalten; das erblihe Königthum selbs wird in Frage gestellt. VBöswillige Einflüsterungen werden nicht mehr aló hinreichend befunden; man will das Land durch traurige Prophezeiungen eins<hüchtern; mau untergräbt allmälig das gesellschaftlice Gebäude, um es einft gänzlich einstürzen zu se: ben. Wir erklären es laut, daß, wenn die Gcundsäze, zu deuen die Tribune sich bekennt, jemals über diejenigen der ri<tigen Mitte, für die man jezt so viel Verachtung zeigt, den Sieg davontragen sollten, wir anch unfehlbar unserem Verderben ent- gegengehen würden. Jhr behauptet, die Erblichkeit des König- thums, dieses dur die Zeit, dur die Charte und durch die gesunde Vernunft aller Volker geheiligte Prinzip, werde in weni: gen Jahren bei uns untergehen, ohne irgend einen Ver- | theidiger zu finden. Wozu dergleichen gehässige Prophe- zeigen? Daß Männer ohne Erfahrung insgeheim das Hirngespinnst der Republik nähren, so etwas begreift und ent- \{uldigt sih; wollen sie sh aber eines Besseren belehreu, so nöôzen sie nur auf offener Straße oder in den Werkstätten hö- ren und beobachten; sle werden alsdann bald erfahren, wie der gesunde Sinn des Volkes über die Nepublik denkt, Wie em- pórend ist nicht eine sol<he Beharrlichkeit im Bösen! Täglich \{<mäht man auf den Fürsten, der dur< die freie Wahl des Bolkes auf den Thron berufen worden ist, um den Abgrund der Anarchie zu verschließen, Man durchftöbert die Vergangenheit, um Verleumdungen daraus herzuleiten; man ist unwillig darúi- ber, auf dem Haupte Ludwig Philipps eine Krone zu sehen, die die Opposition selbst eine Doruen -: Krone nennen sollte, da

chen verfürzen werde. Doch nein! | leich Prophezeiungen keinen Glauben! Giebt es Männer, die sich

Vertrauen des Volkes auf seiner Seite. An diesem Bollwerke werden alle Bemühungen des Parteigeistes scheitern. ‘/

verschiedene Preßvergehen erkannt. Jun zwei Prozessen wurde der Angeschuldigte freigesprochen; der dritte, in dem es sih von einem bloßen Einspruche gegen ein srlheres Urtheil handelte, das Hrn. Thouret zu 3 monatlicher Hast und einer Geldbuße von 2000 Fr. kondemnirte, kam gar nicht vor die Jurh, da der Einspruch uicht ‘innerhalb der geseßlichen Frist erfolgt war. Es hat also bei dem ersten Erkenutniß sein Bewenden.

Der Messager des Chambres meldet: „Man schreibt uns aus Rennes, daß in Folge dec Aussageu eines gewissen Daniel in ciner hohlen Eiche bei Locminé ein Paket mit Papie- ren gefunden wocden is, wel<he das Vorhandensehn einer revo- littionnairen Organisation in den westli<hen Departements be- weisen. Dieses Paket enthäit, mit dec Unterschrift vou Guillemont, Dienstscheine und Befehie, der si< darin die Eigenschaft eines Divisions - Chefs beilegt; in diesen Papieren werden die Herren v. la Goublaye, Billant und la Houssahe als Befehlshaber be- zeichnet. Das Datum jener Briefe ist zwar {hon 6 Monat alt, doch folgt daraus nicht, daß die darm enthaltenen Pláne aufgegeben sind. Die Ereignisse, die si< täglih unter unseren Augen zutragen, beweisen uns das Gegentheil, Diese Ent- de>ung hat die ganze Wachsamkeit der Gerichtsbehörde rege ge- macht, und der Großstegelbewahcer hat dem Geueral! - Prokurator von Nenues den Befehl übersandt, alle dabei kompromittirte Vndioiduen, die kein Mittel scheuen, um das Land aufzuwie- geln, den Händen der Gerechtigkeit zu überliefern.“

Der General - Major Schneider, WVefehlshaber der Occupa- tions - Brigade in Morea, ist zum General - Lieutenant befördert worden,

Durch eine im heutigen Geseß-Bulletin fceheude Königliche

Verordnung vom 22ften d. M, twerden die von den Kammern

| für die zehn ersten Monate dieses Jahres bewilligten 825 Mil-

lionen unter die verschiedenen Ministerien vertheilt.

Der Moniteur macht bekannt, daß die Personen, welche Ansprüche an die von Portugal gezahlten Entschädigungen zu ha- ben meinen, sl{< beim Ministerium der auswärtigen Angelegen- heiten schriftli< melden sollen.

Von dem bekannten ausgezeichneten Publizifien Fiévée wird nächstes eine Schrift über die Pairie erscheinen,

Hr. Chardel erklärt in einem Schreiben an die Wähler des

10ten hiesigen Bezirks, vor welchem sich der Graf v. Lobau in |

Folge seiner Erneunung zum Marschall einer neuen Wahl 1- rerwerfen muß, daß er auf die Kandidatur iu diesein Bezirke in! voraus verzichte.

Briefen aus Marseille vom 2W0sten d. M. Ordnung dort gänzlich wieder hergestellt; die Nationalgarde war

wachsam und fest entschlossen, jeden neuen Versuch zur Stöcung j

der Ruhe zu unterdrücken.

Der ehemalige Dey von Algier fügt sl<h während scines hie- sizen Aufenthaits ganz in die Franzöosishen Sitten; so hat er si< z. B. beeilt, Visiten : Karten zu kaufen, anf denen er sich „Hussein, Ex-:Dey von Algier“ nennt.

Aus Algier schreibt man: „Das Bedürfniß, einen Mann zu haben, der Einfluß auf die Gedirgs-Stämnme ausübt, ihre Sprache spricht und sl< zu der Landes-Religion bekennt, hat die Regierung bestimmt, Herrn Mendiri in den Functionen eincs Aga duch dea Marabout Sidi-Adschi zu erseßen, der der Armee bercits gnte Dienste geleistet hat, Die Französische Verwaltung hofft dadur< die Ruhe daiternd wiederherzustellen. Der Ex-Dey von Titeri ist cin Manan, der sorgfältig beobachtet werden muß; vor kurzen {rieb er hierher: „,„„Fürchtet nichts von den Fran- zosen, sle slnd sehr beschäftigt und haben nicht Zeit, den Kopf auf die Hände zu stügen,‘/‘““ Bei dem Widerwillen, den das biesige Land allgemein den Truppen einflößt, würde es angemessen seyn, den Aufenthalt derselben auf 2 bis Z Jahre zu beschränken. Da der hiesige Englische Konsul sich ni<t mehr für sier hält, so hat der General Berthezène ihm eine Wache zugetheilt und in einem Tagesbefehl die gegen ihn verbreiteten Verleumdungen sür ungegründet erflärt, Unter den aus Hâvre angekommenen Kolonisten befinden sich wenig Ackerbatier, aber desio mehr Hand- werker. Wenn die Kolonie gedeihen soit, so muß man danit beginnen, alle Auhöhen, an die Algier sl{<h anlehut, zu bebaucn ; sle sind sehr groß und leicht zu besch üßen; man könnte si dann weiter ausdeznen und Dörfer bauen, deren Häuser ein großes Viereck bilden müßten, in desen inneren Raum man während der Nacht dié Heerden bringen könnte. ‘/

Briefen aus Pointe-a-Pitre (anf Guadeloupe) vom 1. Juli zufolge, hat der dortige Assisenhof $8 Sklaven, die einer Berschwörung gezen das Leben der Weißen angeklagt waren, einstimmig freigesprochen. Nur zwei wurden zu 10jähriger Ver- bannung verurtheilt, weil sie auf dem Sartine-Plaß eine drei- farbige Fahne mit der Zuschrift: „, Freiheit oder Tod‘/ aufge- pflanzt hatten,

Der Präsident Boher hat den in Haiti wohnenden Franzo- sen eine Frist von einem Monate gestellt, um ihre Angelegenhei- ren zu ordnen und die Jusel zu verlassen. -

Bon dem gestern im Buchhandel erschienenen neuesten Drama Victor Hugo?s, Marion Delorme, wurden in wenigen Stunden 2000 Exemplare verkauft.

Großbritanien und Frlamwd.

_ London, 26. August. Der Königl. Komnmiissarius Herr Hill ist dieser Tage aus Jrland zurü>gefehrt, wo er sl< drei Monate lang aufgehalten hat, Bald nah seiner Nükkehr hatte ex eine lange Unterredung mit Sir F. Graham und Hrn. Stanley.

Der Marquis und die Marquifin von Conyhugham, die seit dem Ableben Georzs lV. auf dem Kontinente reisten, werden dieser Tage hier in London erwartet und sich na< kurzem Auf- euthaite nah Jrland begeben,

Das bekannte Tory-Blatt Age äußert si< in na<ftehen- der Weise: „Die Lage der Minifterien des Grafen Grey und des Herrn Casimir Périer ist jeßt ganz einfa< folgende: Ent- weder die Französischen Truppen verlassen Belgien, und dann muß auch Périer ausscheiden , oder sle verlassen es nit, und dann scheiden Graf Grey und die Whigs ganz sicherli<h aus. Da uns nun das leyterwähnte Ausscheiden das Erwünschtere wäre, so hoffen wir von ganzer Seele, daß die Franzosen min- destens noch eine Zeit lang die Belgischen Festungen besegt halten werden. ““

Die gegenwärtigen kleinen Differenzen zwischen England und Frankrei mit Bezuz anf die Belgischen Angelegenheiten geben den hiefigen Zeitungen Stoff , mancherlei Betrachtungen

man schon jeßt zu verstehen giebt, daß sie die Tage des Monar- | So liest man unter Anderem in der Times: „In den j Schenken wir dergleichen

darin gefallen , sie zu verbreiten, so hat der König dagegen das

Der hiesige Assisenhof hat gestern in 3 Prozessen des Herrn Thouret, verantwortlichen Herausgebers der „Revolution“, über

zufolae, ift die |

) ónen Bronze-Büste des Helden von Trafalgar dient lativen Ideen der Ultra- Royalisten und Bourbonen - Fre fal e e aus dem Schlosse von Bushy-Park Ta gebracht Frankceich is eine anffallende Veränderung eingetreten, w den

sind auf eine heftigere Weise feindselig gegen England, dag g oed lishe Volk und die Englische Regierung geworden, als 4 WBuonapartisten und Jakobiner nah der Schlacht von Wet dem Sturze Napoleons und der Wiederherstellung der Legi tát waren. Die Gazette de France und die Quotidj, sind die Führer in dem Kriege gegeu uns uud enthalten tj Artikel, die im bittersten Geiste der Feindseligkeit gegen \s<e Juteressen und Euglischen Einfluß abgefaßt sind, uy | diese Zeitungen geschrieben siud, unm gelesen zu werden, soy sen sle doch auch auf den Beifall der Partei rechnen, jy Sache sie umfaßt haben, und von deren Protection sle abb Leicht is es, ihre Bewegungsgrüade zu erfeunen, wenn sh Berfahren der Englischen Regierung mit dem ihrer eigenen | gleichen, um zut zeigen, wie schr England bei den legten y handlungen gewonnen, Franfreih aber verloren habe. Day glauben sie auf ein Ministerium und eine Dynastie, wel verabscheuen, ein Odium zit werfen, Eben so leiht beg | 1st es, warum sle das jegige Englische Kabinet, dessen Grun , sle sür identisch mit denen ihrer dermaligen Behercscher un feindselig gegen die der exilirten Familie ansehen, herabs warum das Englische Volk, das na< Reform strebt , von Feinden der großeu Masse des Französischen Volkes, das f éine große nothivendige Reform volibrachte, gehaßt wird, | auffallender Zug dieser Befeinditng ist jedo seine Allgemein die seltsame Verdcehunng der Thatsachen, welche jene Parte führt, tim ihre Antipathie zu re<tsertigen, und endlich der Y den sle zur Befriedigung ihrer Leidenschaften entwirft. Jy | rer Anklage - Afte gegen nus ist die ganze Geschichte der [4 siebzehn Jahre mit aufgenommen, während doch in dieser unsere Regierung mit der ihrigen befreundet gewesen, u Truppen und Subsidien die Bourbonen zwei Mal reftaur und unsere Minister der Reihe nach eben so sehr der Rey

Niederlande,

Brüssel, 27. Aug. Der König hielt heute Revue über ¡ehrere Französische Regimenter, welche in Brüssel angekommen nd. Die s{öne Haltung der Truppen wurde allgemein bewun- ert, Der König lud sämnitliche Französische Offiziere zur Ta-

ein.

* *Nadidem der Kriegs-Minister durch den General-Comman- eur der ersten Militair - Division den Holländischen General de go hatte auffordern lassen, den Kapitalen:Damm und das Ver- at zu räumen, ertheilte der General - Lieutenant de Kock fol- ende Antwort: „Herr Commandeur, der Befehlshaber der Trup- en Sr. Majestät des Königs in dem 4ten Seeländischen Di- trift hat mir Jhren Brief vom heutigen Tage zugestellt, wo: \ur< Sie mich ersuchen, die nöthigen Befehle zu ertheilen, da- it die Truppen Sr. Majestät die Schleusen des Kapitalen- Damms und des Verlaats räumen, Ju Beantwortung dieses Briefes habe i< die Ehre, Jhnen anzuzeigen , daß i< von mei- er Regierung feine andere Beschle erhalten habe, als die Feind- eligfeiten einzustellen und mi<h na< dem Juhalt des unterm 6. ugust abgefaßten 31sten Protokolls der Londoner Konferenz zu ihten, in welchem gesagt ist, daß man übereingefommen seh, daß die Truppen die alten Holländischen Gränzen nicht überschrei- en sollten. Jh weiß nicht, ob die Convention vom 13ten d. M,, auf die Sie sich berufen, diese Bestimmungen ändert, da mir dieses Aktenstück nicht zugekommen is ; da aber die in Nede ste- enden Schleusen auf dem alten Holländischen Gebiet liegen, so laube ih den Ansichten meines Königs und der Konferenz nach- ufommen, wenn ich diese beiden Punkte nicht räumen lasse, und < s{hmei<le mir, daß diese Gründe sie zu derselben Ueberzeu- ung führen werden. Hauptquartier Oostburg, den 21. Au- unsere 1ach ust 1831. Der General - Lieutenant, Ober - Befehlshaber der als die ihrigen der Revolution, widerstrebten, Jhren Aeuße Truppen in Seeland. (Gez.) de Kock.‘

gen nach wäre die Gestaltung Europa?s bei den Friedensslij Der Belgische Moniteur macht diesen Brief zum Ge- von Paris und Wien unser Werk und allein in unserem Jihenstand seiner Betrachtungen und äußert unter Anderem: „Der

resse zu Stande grbracht worden. Wäre dem wirklich \ Winspruch, welchen der Genera! de Kock jeßt geltend machen ivil! würde es doch seltsam schn, daß die Bourbouen so viel undy E E /

s N ndem er sl< unter dem Namen seiner Regierung verbirgt, ist das Englische Voik, dur<h die damals zu Stande gefommermaßen dem Buchstaben und dem Geiste aller Conveutionen Arrangemeuts so wenig gewonnen haben. Noch unerklärli

44 TEUTS 1 / N rliiuwider, welhe vom November bis heute einen Waffenstillstand ist es, wie wir Engländer nach der ganzen 15jährigen ErfahnsÄwischen Holland und Belgien zum Zweck gehabt haben, daß die wir gemacht, so außer Stande sind, einen einzigen Vorh\bir nicht beareifen können , wie die Holländische Regierung den

zu entdecen, dessen wir uns damals auf Kosten unserer eneral de Kok Fnstructionen solcher Art hat zusenden können, | barn versichert hätten. Eine Nation von Handelsleuten |Wh(s die sind, worauf si< dieser General in seinem Schreiben be- | Fabrikanten, wie vir genaunt worden sind, hätte doch wohl j jeht, Als Belgien und Holland jetzt die Feindseligkeiten einstell- politiszen Dienslleisttngen und ihren militairis<hen Ruhm in )

Waagschale ihres Handels gelegt, um sich günstige H dels-BVerträge zu erwirken. Haben wir dies aber ein ziges Mal gethan? Verlangten wir etwa, als wir | Bourbonen reflauixirten, au die Restauration des von Hy

tov. 1830 abgeschlo}enen Waffenstillstandes, dem zufolge die Hol:

Pte I Jadre 1786 mit Franfreih abgeschlossenen H delsvertrags? Jm Gegentheile, Frankceich sezte das NisDie Mächte haben jene Verpflichtungen garantirt, und die Lou-

leonische Koutinental: Sysiem, so viel es selbst dabei beth war, gegen uns fort, und aus iächerlicher Eifersucht habeu| beiden mächtigsten Handels-Nationen, die sl< so ungemein t liegen, einen geringeren Hanudelsverkehr mit einander, als j ! mit dem Kaiserthun Brasilien hat, das in einer anderen Hf ' \pháre liegt.‘ Nachdem die Times hierauf darzuthun | | sucht, daß England bei den Friedeuss{lüs}sen von Paris f | Wien, ebcn so wie gegen Frankreich, auch gegen Sarding | Holland und Spauien ganz ohne Rücksichtsnähme auf das gene Interesse gehandelt, nachdem sie darauf hagewiesen, die Regiertng Ludwig Philipps selbst vom Wellingtonschen d binet ohne Bedinguugeu auertannt worden, fährt fle fort: wird indessen gesagt: „,,„„Jhr habt es bewirft, daß ein von ( land pensionirter Prinz zum Könige der Belgier erwählt wi und if das nicht der deutlichste Beweis von Eurem Ränkema( uud Eurem egoistis<hen Edrgeize?//‘/ Wann wird einmal | Zeit fomnien, daß unsere lebhaften Nachbarn von jeder Fat bei der Wahrheit over bei der gesunden Vernunft bleiben, m sie die Menge anreden? Die Welgier wissen, die Französi Regierung weiß und alle Welt fann es wissen, daß sich Ki Leopold jeßt auf dem Belgischen Throne befindet, uicht weil| Englische Regierung auf seine Erwählung drang denn d | würde gerade ein Grund zu seiner Verwerfung gewesen sehn | nicht weil er ein Englischer Prinz und mit der Königl. Familie! ¡ Englaud verwandt ist, soudern weil in der traurigen Lage des Y gischen Kongresses und Volkes kein anderer Prinz sich ihnen darsidl der so wenig abweislich, wie er, erschien. Wir halten ihn | einen treffüchen Beherrscher des neuen Staates, nicht weil! ein Engländer, sondern troß dem, daß er ein Engländer ist, | wir würden jedem auderen Prinzen den Vorzug gegeben habt der, wie er, zu der nenen Stellung sich eignete, ohne den lädt | lichen Argwohn zu erwe>en, daß er das Juteresse Englands ( | Kosten seines eigenen Volfes begünstige. Sobald Belgien 1 | uicht mit Frankreich vereinigt is und dur< die Stellting seil ¡ Monarchen nicht gezwungen wird, Frankreichs Vorschriften unl! Feindseligkeiten ist, Wenn man die fortwährenden Bewasfnun- dingt zut gehorchen, ist es uns eben so glei<, wer König der WFgen auf unseren Gränzen sieht, kanu man annehnien, daß der gier, als wer Kaiser der Japaneser ist, Wir begehren keine König Wilhelm die Absicht hat, den Feldzug zu verlängern ; was günstigung von ihm, wir wellen nichts auf Koften seiner UnFänoh mehr ist die Feindseligkeiten sind auf einigen Puukten i thanen erlangen, uur Gerechtigkeit, unpartelishes Verfah! in Flandern wirklich wieder begonnen,“

und gleiche Rechte des Verkehrs wollen wir, die, Gott Dasselbe Blatt meldet, daß der Regierung Berichte zu- Dank, die Macht und Majestät Englands immer wird dutsgekommen sehen, wodur es bestätigt werde, daß die Holländer seßen föunen. Deshalb, daß die Konferenzen in der London neuem einige Polder in Flandern überschwemmt und auf Dowuing-Street statifinden, und daß die Englische Regierung wi}diese Weise die Feindseligkeiten wieder begonnen hätten. Man rend der leßten 9 Monate unablässig daran gearbeitet hat, habe alle diese Thatsachen sogleih zu Gegenständen diplomati: her Mittheilungen gemacht.

Niederländischen Ie zu einem befriedigenden E 5 Das Mémoire, welches der General Daine zur Rechtferti:

zu bringen, dürfen die Französischen FJakobiner von der weiß! i: oder von der rothen Art uns nicht der Theilnahme an ihgung der Operationen der Maas-Armee herausgegeben hat, ist im Druck erschienen.

eigenen ehrlosen und schändlihen Plänen bezüchtigen. Wir | Der Abbé von Feure erklärt in den öffentlichen Blättern,

ben nicht gleich ihnen intriguirt, um eine Vergrößerung von Get

oder Einfluß dur geheime Gesellschaften oder priesterliche Ein\Wdaß er das Mandat als Reprásentant, mit welchem ihn eine sung zu erlangen. Wir haben uns nur bemüht, den Europäis(! große Anzahl Wähler in West-Flandern zu bekieiden gedächten, niht annehmen föune.

Frieden zum allgemeinen Wohl Europa?s zu erhalten, und fei Antwerpen, 27. August. Jm hiesigen Journal liest

andere Belohnung erwarten wir für unsere Arbeiten, feine dere Frucht unserer diplomatischen Eroberungen, als die wohls\man: „Wir zeigen dem Handelsftande und dem Publifkirm mit der größten Freude an, daß die Schifffahrt auf der Schelde- für

Ehre eines Olivenzweiges.“/

Dem Star zufolge, beläuft si< der Betrag der nun lFalle Flaggen frei ist, wie dies vor dem Beginn der Feindselig- endigten Jrländischen Kollekte oder des sogenannten NatiowMfeiten der Fall war. Nachstehenden Brief hat der General Lhassé an den General Tabor gerichtet :

e n Heer O’Connell, auf 25,000 Pfd.

Jn dem Verzeichnisse der Fagd-Berechtigten in Mid-Lothiä Herr General! Fch habe die Ehre, auf Jhr Schreiben vom (Schottland) sind füc das laufende Jahr auch der Herr Ot) gestrigen Tage zu antworten, daß, in Folge eines Befehls Sr. von Ponthieu und der Herr Graf von Marnes aus Holhro!PMajestát des Königs der Niederlande, der gestern dem Befehls- House aufgeftihrt, welches, wie der Courier bemerkt, die IFhaber der Flotte von Antwerpen zugekommen ist, die Schifffahrt fognito-Namen Karls X. und des Herzogs von Angouleme siYUuf der Schelde wieder in der Art hergestellt werden soll, wie sle

Von dem Maste des Schiffes „„Victory‘“, in welchem Nor der Wiederaufnahme der Feindseligkeiten stattfand,

doner Konferenz würde sle heute entstellen, wenn sie den Hollän- dischen Truppen erlaubte, Stellungen zu beseßen, < am 21. November in den Händen der Belgier befan- den; der Vorwand, daß diese Stellungen zu dem Holländischen Gebiete gehören, kann ni<t angenommen werden, da ausdrü- ih erflärt worden is, daß die beim Waffenstillstand gezogene inie in nichts die Frage wezen der definitiven Begränzung bei- der Länder beeinträchtigen solle. Die Holländische Regierung hat daher dur< die Konferenz uiht ermächtigt werden fönnen, inem ihrer Generale Jnstructionen zu geden, welche darauf ab: zielen, die Frage wegen des Gebiets schon jeßt zu entscheiden, vel<he no< von den Unterhandlungen zwischen den Holländischen nd Belgischen Kommissarien abhängig ist, Auf folche Art er- ennt sih Holland selbsi, Richter und Partei zuglei, Gebietstheile u, in deren Besißung es si dur< Verlegung des Waffenstillstandes zesest hat, der unter der Vermittelung der fünf Mächte abge- <hlos}sen war; und dies in dem Augenbli>, wo die fünf Mächte, die sich verpflichtet haben, den Waffenstillstand aufrecht zu erha!: en, ihre Verpflichtungen dur<h die Truppen des Königs der Franzosen erfüllen, wel<he im Namen der Konferenz nah Bel- gien gekommen slnd. Der General-Lieutenant de Kock beruft

„die Gränzen von Alt-Holland‘/ entnimmt. Die Belgische Re- gierung weiß durchaus nichts von diesem Protokol!, das übrigens, venn es existirt, niht in diesem Sinne verstanden werden fann, Denn sonst hieße es, die Konferenz in Widerspruch mit sl< selbst stellen; wenn die Frage wegen der Grän- zen {hon jeßt zu Gunsten Hollands entschieden wäre, woztt dann no< unterhandeln und Bevollmächtigte scuden, wie es die Mächte verlangen. Es ist augenscheinlich, daß die Holländische Regierung nicht ernstlih den Sim der Bestimmungen der Kon- erenz hat mißverstehen fönnen, und daß die Beseßunz des RKa-

son seine ruhmvolle Laufbahn endigte, ist dieser Tage ein Thel

über das Verhältmß der Parteien in Frankreich anzustellen.

i Schlosse von Windsor aufgestellt worden, wo er als Pied habe, damít derselben, ohne Unterschied der Flagge, feine Hin

ändishen und Belgischen Truppen gegenseitig wieder die Stel: ; ungen einnehmen müssen, welche sie am 21. Nov. um 4 Uhr | und n i , Nachmittags inne hatten, und zu dieser Zeit hieiten die Beigi- | wissen wir no< nicht; so viel aber lieat außer Zweifel, daß <en Truppen den Kapitalen- Damm und das Verlaat beseut, } ihnen bereits die traurige Ahnung geworden, es sey das Un-

welche- j

î

dernisse mehr in den Weg gelegt werden. Es is wohl überflti Sie Jhrerseits aufzufordern, die nöthigen Beier n A daß die Holländischen Fahrzeuge, welche zur Verbindung mit der Citadelle dienen, ebenfalls respeftirt, und daß feine Feindseligkei- ten gegen dieselben begangen werden. Citadelle von Antwer- pen, den 27, August 1831. (gez) Baron Chas#s\é.‘‘

Oesterrei.

Wien, 22. August. (Aus der Allgemeinen Zeitung.) Der Hof- Kriegsrath hat Bericht erhalten , daß zwei Bataillone Polnischer Jnfanterie und einige hundert Mann Kavallerie das Gebiet des freien Staats Krafau betreten haben und si der Oesterreichishen Gränze nähern. Da hauptsächli<h durch den Einbruch des Dwernizkischen Corps die Cholera nach Gallizien verpflanzt wurde und ein neuer Versuch von Polnischer Seite, die Desterreichische Gränze zu überschreiten, den Gesundheitsstand der Monarchie nur neuerdings gefährden fönnte, so ist geschärster Befehl ergangen, Jeden, der nicht die geseßlihe Quarantaine ge- halten hat, von der Gráne zurtiézuweisen, Jn Krafau follen stündlich Flüchtlinge von Warschau eintresfen, worunter sich die angeschensten Personen befinden. Die Stadt bietet den ‘traurig- sten Anblick dar. Unglückliche aller Art suchen hier Rettung, während die Seuche mit größter Wuth ihre Opfer hinrafft. In Ungarn, wo der Polnische Krieg eine Zeit lang großen En- thuslasmus erregte, nimmt die Theilnahme merklih ab, theils wegen der eigenen Leiden durch die Cholera, theils weil mehrere Edelleute, welche den Jusucgenten bedeutende Beiträge an Geld und Naturalien zukommen ließen, die sie zum Theil dur<h Be- drücung ihrer Unterthanen aufgebracht, nunmehr die Nache der Lebteren fühlen, welche {hon in einigen Komitaten gegen ihre Herren und deren Beamte mancherlei Exzesse und Gewaltthätig- keiten verübt haben,

Schweiz,

Schaffhausen, 26. Aug. Nachrichten aus Zürch zu- folge, hat der Regierungs-Rath am 22sten d. M. beschlossen, ein Truppen-Corps mobil zu machen, welches aus einem Ba- taillon Jnfanterie, 2 Compagnieen Scharfschüßen und 1 Com- pagnie Artillerie mit dem nöthigen Geschüß bestehen solle, um auf den erften Ruf von Seiten der Tagsaßung den Beschlüssen

Gubwyler, Blarer, Buser und Dr. Frey ins Zimmer ; “immer wiederholend, sie würden keine Befehle derTagsapung ach- ten, alles Bestehende müsse aufgehoben werden, fle fürchteten si weder vor Basel, no< vor den eidgenössishen Truppen, auf morgen werde eine allgemeine Landsgemeinde in Liestal ab- gehalten u. dergl. Mit Mühe nur konnte die laute Stimme des Herrn Shdler si< endlih hörbar machen; und aus sei- nem Munde vernahmen die Rebellen nün die feierliche Erklä- rung, daß die Tagsaßung fest entshlo}sen seh, die neue Base- lische Verfassung und die neu eingeführte Ordnung der Dinge auf jede Weise zu handhaben; die Gesandten erneuerten dem- nach den Befehl zur Niederlegung der Waffen und protestirten zum voraus gegen alle Beschlüsse einer sogenannten Lands- Gemeinde. Da das Getöse aber von neuem anhob, reisten sie sogleich wieder na< Basel zurü. Heute vernimmt man, daß diese Nacht no< úber 500 Mann aus anderen Kantonen in Lie- stal eingetroffen sind, und daß von der Geßnerschen Offizin in

r< ein neuer Aufruf an das ganze Volk zum schleunigen Auszuge gegen Basel verbreitet worden is, der mit der ruch- losen Erdichtung anhebt, daß wir am 22sten einen zweiten Zug nach Liestal gemacht, Alles in Asche gelegt, Greise, Weiber und Kinder ermordet hatten, dann aber mit Verlust vielen Ge- \<hüßtes zurückgeschlagen worden seyen. ““

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Mailand, 24. Aug. Die hiesige privilegirte Zei- tung meldet: „Ein großes Spektakelstück, das vorgestern in der hiesigen Arena aufgeführt werden sollte, hatte eine Menge von Zuschauern herbeigezogen. Da die Aufführung der Erwartung nicht entsprah, so äußerte das Publikum seine Mißbilligung dur< Schreien und Pfeifen, und der ungebildete Theil zerbrah die Stühle. Die Mehrzahl der Zuschauer wollte s< eben ru- hig entfernen, als vor den für das herausgehende Publikum ge- öffneten Thüren eine Menge niederen Volks erschien, um in das Ymphitheater einzudringen, wo sie aus Rache das in den Jnhalt des Stücks gehörige fingirte Kastell von Nokeby zerstören wollte. Die Militair - Wachen, die herbeigeeilt waren, um diesen gefährlichen Andrang der tumulkuirenden Menge zu ver- hindern, wurden mit Steinwürfen angegriffen, durch wel- che einige Soldaten und Beamte verwundet wurden. Ein Truppen - Detaschement begann, nachdem es lange dem zügel-

derselben Nachdruck zu geben.

Die Allgemeine Zeitung meldet in einem Privat schrei- ben aus Basel vom 24. August: „Nachdem die vier gestern frúhß angekommenen Abgeordneten der h. Tagsaßung in einer Sigzung des kleinen Rathes den Tagsazungs - Beschluß eröffnet

“und von unserer Seite die Darstellung der lezten Ereignisse vec-

| nommen hatten, begaben sie sich, und zwar um eine vollkommen | en, befanden sie sich wieder unter den Bestimmungen des am 21.

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< in seinem Schreiben auf eine Bestimmung in einem Proto- | olle der Londoner Konferenz, aus welchem er den Ausdru *

vitalèn-Damnmes und des Verlaats eine wirkliche Fortseßung der

Gt : , e nöthi ertheilt | vernehmen; weinend E, der : < in Folge dieser Bestimmung die nöthigen Befehle heilt | e Le An demselben Augenblicke stürzten wie Tobende

unparteiishe Stellung beizubehalten, ohne alle Begleitung nach Liestal, um auch die dortige Gemeinde - Behörde zu vernehmen. elche Ansicht sle durh diese ersten Untersuchungen an Ort und Stelle von dem wirklichen Stande der Dinge gewonnen,

glaubliche denn do<h wahr; wahr, daß es einer ruhlosen Fac- tion gelungen, dur< ein höllisches System der schändlichsten Lügen und Erdichtungen gegen eine ganze Bürgerschaft, de- ren Ruin sie einmal beschlossen, einen großen Theil unserer Nation und ihrer Regierungen sogar s{<mähli< zu bethören und zu fasciniren und dur< die unechörleste Aufhezung und Ver- wirrung aller Begriffe das ganze Vaterland an den Rand des \chre>li<sten Abgrundes- zu bringen. Und no< klarer mußten sie zu sehen anfangen, als fle diesen Morgen vecrnahmen, wie die völlige Anarchie anf unserex - Landschaft eingetreten, wie von allen Seiten bewaffnete Abenteurer mord- und raublustig herbeiströmen, und wie diese hausen, welche Auftritte auch seit der Erscheinung der Gesandten- vorfielen, roie viele Groß - Räthe und Gemeinde-Räthe in die Stadt geflüchtet, um der Wuth der Terroristen zu entgehen; als ihnen die neuesten Nummern unserer radifalen Blätter, des Republifaners und Eidgenossen, zu Gesicht kamen, welche die absurdeste Erzählung über die Er- eignisse vom Sonntag enthielten und dann in gräßlihem Auf- ruf alle Schweizer auffordertem, ungesäumt gegen Basel sich zun erheben, wenn die Tagsaßung es nicht selbst thue! So eden verlassen uns die Gesandten, um nun Sissach und Waldenburg zu besuchen, nachdem sie folgende Proclamation aus- gegeben: „Bürger des Kantons Basel, Eidgenossen ! Nachdem die hohe eidg. Tagsaßung mit tieser Bekümmerniß vernommen hat, daß im l. Stande Basel neuerdings Unruhen ausgebrochen und es selbst unter Bürgern desselden zu ernsten und blutigen Auf- tritten gekommen ist, hat die oberste Bundesbehörde die Unter- zeichneten als Repräsentanten nah dem Stande Basel abgeord- net, mit dem bestimmten Austrage: 1) den Jusurgirten im (8

Zusicherung erhalten, daß sie jedes gewaltsame Einschreiten el-

fortgeseyt statthaben, sondern daß stille und ruhige Einwohner unnd Eigenthum gefahrdet werden. den Beschluß der Tagsaßung der gesammten Bevöikerung des K.

zur Störung der geseßlichen Ordnung die Waffen ergriffen haben, alles Ernstes auf das btstimmteste aufzufordern, dieselben fofort und ohne Zögerug niederzulegen, zur geseßlichen Ruhe und Ord- nung zurizufehren und die sämmtlichen Behörden wieder in ihre ungehinderten Verrichtungen eintreten zu lassen. Die Unterzeich- neten gewärtigen, daß dieser Befehl überall genau und unbedingt vollzogen werde, indem im entgegengeseßen Falle die Tagsaßung sich in die traurige Nothweudigfeit verseßt sähe, solche ernstere Maaßnahmen ju ergreifen, wodurch ihrem Beschlusse die ange- messene und nachdrückliche Folge gegeben würde, S. v. Muralt, Burgermeister d. St. Zürch. K. Heer, Landamman des Kan- tons Glarus. Sidler, L. d. St. Zug. v. Meyenburg, Bürger- meister d. St. Schaffhausen.“ Jn unserer Stadt herrscht 1mene Ruhe, ‘‘ i o be Blatt giebt ferner Nachstehendes aus WBasel vom 25, August, 10 Uhr: „„Die Gesandten sind gestern gegen Abend bei uns wieder eingetroffen. Schon in Liestal sahen sle eine Menge fremder Bewaffneter, Und daß Alles im Aufstande begriffen sey; sie versammelten daher den Gemeinde- Rath, um

und daß | ihn über diese so gänzliche Nichtachtung ihrer -Ausforderung zu

erflärte er aber, daß er nicht das Mindeste

Basel den Befehl zu ertheilen, die Waffen sogleich uiederzule- ; gen und zur geseßliczen Ordnung und Ruhe zurückzufehren, und 2) an die Regierung des K. B. die dringende und bestimmte ; Forderung zu richten, jedes Blutvergießen sofort einzustellen. j Während wir von Seiten der h. Regierung von Basel die |

stellen und von den Waffen nur insofern Gebrauch machen ; tverde, als fie angegr!fen würde, haben wir mit Bedauern ver- | nomnien, daß hingegen auf der Landschaft. uicht uur in verfchie- | denen Gemeinden Aufwiegelungen und unruhige Bewegungen |

auf eine strafwürdige Weise bedroht und selbst an ihrem Leben | Durch diesen Zustand der ? Dinge schen si die unterzeichueten Repräsentanten veranlaßt,

Basel bekannt zu- machen und damit verbunden alle die, welche |

losen Pöbel fruchtlosen Widerstand geleistet hatte und den- | selben nicht länger abhalten fonnte, in die Luft zu schießen, um | Furcht einzujagen, als aber auch dies feine Wirkung hervor- brachte und die Menge immer stärker andrang, schoß es scharf geladen, wodur< ein Jndividuum getödtet und zehn andere mehr oder weniger schwer verwundet wurden. Hierauf zerstreute sich | die Menge ; aller Tumult, der sih übrigens nur auf die Lokali-

tät des Amphitheaters beschränkt hatte, hörte auf, und diese Un- ordnung hatte feine andere Folge für die offentliche Ruhe, die an dem nämlichen Abende in allen übrigen Theilen der Stadt, wie gewöhnlich, vollkommen ungestört blieb“

15. 04-1A,MDi

Berlin, 2. Sept. Se. Königl. Hoheit der Prinz August ist am 2Wsten v. M. in Köln eingetroffen.

Die gestern von uns mitgetheilte Nachricht von der Aller- höchst angeordneten Armee - Trauer für den verewigten General- Feldmarschall Grafen von Gneisenäu ist dahin zu berichtigen, daß solche auf aht Tage (nicht auf drei) festgeseßt worden ift.

Die Kön igsberger- Zeitun g enthält folgende Befannt- machung des dasigen Magistrats ‘vom 27, Aug. : Von Sr. Maj.

Befehl an des kommandirenden Generals Hrn. v. Krafft Exc. vom áten Aug. c. „es mit besonderer Zufriedenheit anerfaunt worden, daß bei den betrübenden Vorfällen am 28. v. M. die Bürgerschaft und ein Theil der Einivohner auf die rühmlichste Weise zu Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung thätig ge- wesen und mit Vertrauen die Hoffaung auf deren ungestörte Ér- haltung bei diesen Beweisen guter Gesinnung‘/ ausgesprochen. Diese huldvollen Aeußerungen des Besten der Könige sind gewiß der schönste Lohn für unsere geehrten Mitbürger uud alle diejenigen, welche an jenem unglülichen Tage si< ihnen an- \hio}en, um die aus einer unglüfseligen Verblendung und Ein- falt hervorgegangenen, für unseren Ort beispielloseu Unordnun- gen unterdrücken zu helfen und die sicherste Bürgschaft dafür, daß der treue Bürgersinn das in denselben gesezte Königliche Vertrauen uie täuschen wird.

So eben (beim Schlusse dieses Blattes) erhalten wir no< die St. Petersburgishen Zeitungen bis zum 24. August. Nach Jnhalt eines darin befindlichen Kaiserlichen Manifesies vom 1. (13.) Aug. ist, zur Komplettirung der Kaiserlichen Armeen, de- ! ren Reihen „sowohl durch Gefechte mit den Rebellen, als mehr no< durch die verheerenden Wirkungen der Cholera-Epidemie ge- ! lichtet worden sind‘ eine neue Nefrutirung anbefohlen worden,

i und zwar sollen im ganzen Reiche, mit Ausnahme von Grusjien | und Bessarabien, feruer der Gouvernements Wilna und Grodno | nebst dem Gebiete von BialystoË, so wie au der Corporation | der Klein-Reujsischeu Kosaken in den Gouveruemeuté Poltawa und Tzchecnizow, von 500 Judividuen viec Rekruten ausgehoben wer- den. Die Cholera war in St. Petersburg fortdauernd im Lld- ¡ nehmen.

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M j C h L C L: Âi | Ln hiesiger Residenz sind von gestern bis heute Mittag nur drei Wersonen uuter der Cholera verdächtigen Symptomen er- | rankt, zwei gestorben, und es befanden si<h überhaupt nur noch | zwei in der Behandlung. ' Regierungsbezirk Gumbinnen. Fn der Stadt Tilsit, wo zwar im Monat Fuli bereits ! verdächtige Erkrankungen vorgekonmien waren, die Seuche aber : bisher uicht um sich gegriffen hatte, ist die Cholera am 22. Aug. wvirflih ausgebro<en, und sind bis zum 26. August bereits 16 Personen erkrankt und 6 gestorben. i Negierungsbezirk Danzig. Fm Danziger Stadt-Bezirk waren erfianft genesen gestorben Bestaud

am 24. Auz. 1366 349 990 I es famen hinzu O, 2 8 9 30 e 20e 2 4 28 eia 1 2 2 25 S 06, 58 g 1 2 24

dem Könige ist in einem sehr gnädigen Allerhöchsten Kabinetés- '

C E E E Q R E R R A E E. R LRR A E H wm

Cumnmna 1379 352 1003 24 und zwar in den fünf äußeren M adtal num indie 9 16 78 2 in den ländlichen Ortschaften . 100 10 89 1 in dec Stadt felbst . s LIGO 326 836 21

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