1831 / 272 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Amtliche Nachrichten. “Kronik des Tages.

Seine Majestät der König haben dem Kaiserl, Oesterreichi- hen General: Fetbmarschail und Gouverueur der Bundes-Festung Mainz, Herzog Ferdinaudvon Würtemberg, den Shwar- en Adler-Orden zu verleihen geruht,

Seine Majeflät der König baben dem Professor de Ma- ¿es, am Joachimsthalschen Ghmnaslum zu Berlin, den No- gen Adler-Ocden dritter Klasse zu verleihen geruht.

Des Königs Majestät haben den seitherigen Direktor des Khmnaslums zu Düsseldorf, Professor Brüggemaun, zum Regierungs - und Schulrath bei dem Rheinischen Provinzial: ¿hut Kollegium und der Regierung zu Koblenz Allergnädigst zu cneunen und die desfallsige Bestallung Allerhöchsteigenhändig zu vollziehen geruht.

Der Wesltyriester Dr, Berg ift zum außerordeutlichen Pro- fessor in der fatholisch-theologischen Fakultät der Königlichen Uni- vecsität zu Breslau ernannt wordeu,

Betanitmamuna

Hie Bilder- und die Antiken-Gallerie des Königli- <en Museums slud dem Publifum an jedem Sonnabeud

ind Montag, mit Ausnahme der Feiertage, gegen Einlaß- Kaften geöffnet, und zwar: in den 6 Wintermonaten an beiden Tagen vou 10 bis 3 Uhr; in den 6 Sommermonaten am Sonaabend von 9 bis 1 Uhr und von 3 bis 6 Uhr; am Montag vou 9 bis 1 Uhc. Wer Eiulaß- Karten zur Bilder- und zur Antiken - Gallerie zu erhalten wünscht, hat ein sriftli- <es Gesuch, welches uur die Adresse des resp. Bestellers, so wie die Zahl der gewünschten Karten, zu enthalten braucht, bei* dem Kastellan des Museums in den hierzu bestimmten Kasten wersen zu lasscu, woranf die verlangten Karteu (jedo< nie mehr als drei auf ein Gesuch) den Bestellern durh die Stadt-Posft zu- geschi>t werden,

Die Sammlung der antiken Bronzen und Vasen ist dem Publikum au jedem Mittwoch gegen Einlaß- Karten geöffnet, und zivar: in den 6 Wintermonaten von- 10 bis Z Uhr; in den 6 Sommermonateu von 9 bis 2 und von 3 bis 5 Uhr. Der Eingang zur Vasen-Sammlung ist durch die Thüc- demn ehemaligen neuen Packhof gegenüber. Die Ein- laß- Kárteu zur Vaseu- Sammlung müssen auf dieselbe Weise und unter denselben Bedingungen, welche für die Vilder- und die Antiken - Gallerie hiervor angegeben worden, verlangt und demnächst durch die resp. Besteller an jedem Mitt-

woch beim Kastellan abgeholt werden. Diejenigen |

Personen, welche die erhaltenen Einlaß- Karten zu den verschie- denen Sammlungen des Königl, Museums an dem bestimmten Tage nicht benußen fonnten, werden wiederholt aufgefordert, die- selben im General- Jutendantur- Bureau abgeben oder gegen gültige Karten umtauschen zu lassen.

Schließlich wird das Publikum nochmals darauf aufmerf- sam gemacht, daß es den Gallerie - Dienern auf das strengste untersagt ift, für die Ausübung ihrer Dienstpflicht oder bei der- selben irgend ein Geschenf anzunehmen, und Jedermann daher ersucht, alle Anerbieten dieser Art, als das Ehrgefühl der Offi- zianten verlepend, unterlassen zu wollen,

Berlin , den 28. September 1831.

General-Fatendantur der Königlichen Museen.

Abgereist: Der Königl. Französische Kabinets - Courier

Vouquet, ua<h St, Petersburg.

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Zeitungs-Nachri M 0.0: 1-01 d,

NUKland

St. Petersburg, 21. Sept. Se. Majestät der Kaiser haben dem Kriegs-Gouverneur von Klein-Reuß:n, General-Ad- jutanten Fürsten Nepnin, die diamantenen Jusignien des Alexan- ter: Newski- Ordens und dem General-Adjutanten Potapotw, \o wie dem Kriegs-Gonverneur von Kiew, Generai- Lieutenant Anjäschuin, den St. Wladimir- Orden erster Klasse , dem Fnge- nieur- General - Lieutenaut Carbonnier aber das Großkreuz der zweiten Klasse dieses Ordens verliehen.

Der starke Sturm aus Westen, welcher (wie bereits gemel: det worden) am 31sten des- vorigen Monats und in der darauf folgenden Macht im Finnischen Meerbusen wüthete, hat viele Seeschäden verucsachtz; nah den bis jet hier eingegangenen Nachrichten sind, außer mehreren ausländischen, auch 4 Nussiscbe Schiffe dabei verunglückt.

Während nan sl< in bieslger Stadt einer ansgezeihnet \<ónen Somuer - Witterung zu ecsrenen hatte, ist, Nachrichten aus Moskau zufolge, daselbst ganz der entgegengefebte Fall ge- wesen, Zwar war am Morgen der Himmel meist heiter, bald ober hedecfte er si<h mit Woiken, ein starker Wind erhob si, der gegen Abend immer kälter wurde, und während der Nacht war es in der Negel empfiudlih falt, Gewöhnlich folgte auf zwei bis drei solcher Lage eine ganze Weche von kalten Regen- tagen, worauf dann die heiteren Morgen nnd der Wind aufs neue beganneu. Man rechnet, daß während des ganzen Som-

mers nicht 10 wirklih angenehme Tage gewesen sind. Gewitter -

baben gar nit stattgefunden, wohl aber war die Sonze háufig von di>em Nebel bedeckt, : in den vier Tagen vom {16ten bis 19ten d. sind hier 14

Personen an der Cholera erkrankt, 19 genesen und nur 3 geftor-

ben. m 18ten faut gar kein Kcankheitsfall statt.

Mitan, 8. Sept. Ju dankbarer Anerkennung des hülf- reichen Eifers und der unablässig angestrengten Thätigkeit, welche die hiesigen Aerzte bei Gelegenheit der Cholera: Sencbe hierselbst

an den Tag gelegt haben, hatte die hiesige Bürgerschaft, mêittelst einer freiwilligen Unterzeichnung, eineu großen silbernen Potal verfertigen lassen, der auf der Vorder- Seite die Namen der A Aerzte in alphabetischer Ordnung, von einem Eichen-

ranze, als der von ihnen wohlverdienten Bürger - Krone, unt: geben, zeigt und anf der andere? Seite die Fnschrift hat: „Dem NBereine der Aerzte Mitan?s, in dankbarem Andenken an den Sonnner des Xahres 1831, von den crkenntlichen Bürgern die- ser Stadt,‘ Dieser Becher wurde am 4ten d. M. den zu ei- nem festlichen Abend-Esseu geladenen Aerzten feierlich überreicht.

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_ Warschau, 25, Sept, Folgendes ist die (gestern er- wähnte) Proclamation des General: Gouverneurs vonz König- rei Polen, General - Feldmarschalls Grafen Paskeroitsch vou A an die Einwohner und Behörden des Königreichs

pien :

Se. Majestät der Kaiser und König von Polen haben, in mit- leidsvoller und großmüthiger Erwägung der Lage des Königreichs Polen während des in demsclben begonnenen Aufruhrs, den huld- reichen Beschluß gefaßt, in dem Kbnigreich Polen cine Höchsie Re- R E u errichten, deren Pflicht es sey, die erschütterte

cdnung und Wohlfahrt wiederherzustellen. Fu dieser wohlwollen- den Absicht Me es Sr. Kaiserl. Majestät, den Ober - Befehlshaber der aktiven Armee zum General-Gouverneur des Königreichs Polen zu ernennen. Als die meinem Ober-Befehl huldreichst anvertraute stegreiche Armee Warschau genommen hatte, überzeugte ih mich mit unaussprechlichem Schmerz dur zahllose Beweise, welch? großes Elend die Revolution herbeigeführt hatte. Um seiner Exi- enz und um des Wohls der ganzen Nation willen bedarf das Königreich Polen einer schnellen Wiederherstellung der Ord- nung, Stille und allgemeinen Ruhe. Vermöge der Pflicht des mir auferlegten Amts als General - Gouverneur und um jenen wohlthätigen Zwe> zu_ erreichen, becile ich mich, in Gemäßheit des huldreichsten Willens Sr. Majestät, die Höchste provisorische Regie- rung des Königreichs Polen einzurichten, indem ih ihr die Pflicht auferlege, das Land vorläufig zu organisiren und die Wohlfahrt der Nation zu sichern. Da ich nun dazu schreite, unter der ‘Präst- dèntschaft Sr. Excellenz des Wirklichen Geheimen Raths und Rit- ters Eugel die provisorische Regierung, welche aus ciner gleichen Zahl wadlgegane Russischer und Polnischer Beamten zusammei- escht i, in Warschau zu erdfnen, \o benachrichtige ich hiervon dic

inwohner und alle Behörden des Königreichs Polen, in der Ab- sicht, damit die Ersteren in ihren Angelégenhciten , so wie die Leh- teren in ihren Geschäften und allen Zweigen ihrer Amtsführun ohne Ausnahme an die obengenannte provisorische Regierung wenden und deren Verfügungen, als der höchsten Behörde des Kd- nigreichs Polen, welche n W651 der Polnischen Nation mit Ge- wei und Vertrauen huldreichs beehrt wurde, schnell und pünktlich erfüllen

Die Allgemeine Zeitung enthält unter amtli<her Nu- brik nachstehenden Auszug aus einem am 30. Aug. (11. Sept.) in St. Petersburg erlassenen Allerhöchsten Reskript an Se. Ex- cellenz den Grafen Witt, General der Kavallerie und Comman- deur des Zten Reserve-Kavallerie-Corps :

„Graf Jwan Osipowicz! Aus allen eingegangenen WBerich- ten ersehe ih, mit Vergnügen, daß sih die dur<h Sie formirten Truppen des Fhnen anvertrauten Zten Neserve - Kavallerie - Corps im Verlauf des ganzen Krieges gegen die Polnischen Jnsurgeu- ten dur glänzende Tapferkeit und unerschütterlichen Muth aus-

ezeichnet haben. Die durh Sie erfochtenen Siege find eine Wise der in jeder Hinsicht ausgezeihneten Ordnung, welche Sie \< dur< Xhre Bemühung angeeignet hatten; der unerschütter- lihe und unermüdete Eifer, so wie die einsi<htsvollen Anordnun-

en und die Tapferkeit, die Sie in der Sache der Polnischen Jusurgenten gezeigt, haben Jhnen ein unbesireitbares Necht auf eine besondere Zufriedenheit und Dankbarkeit erworben. Um hnen solche zu beweisen, habe i<h Sie durch einer heute er- lassenen gnädigsten Befehl zum Chef des Ukfrainischen Uhlanen- Regimentes, des áltesten der tapferen Zten Uhlanen-Division, er- nannt. Jch bin feft überzeugt, daß Sie, aufgemuntert durch Meine aufrichtige Hochachtung , nicht aufhören werden, si< dem Dienst mit derselben Hingebung zu widmen, mit welcher Sie ihn bis jeyt erfüllt haben, Jh verbleibe für immer Jhuen wohlgeneigt.““ ' S

Ebenfalls unter amtlihen Nachrichten bringt die Allge- meine Zeitung folgenden Detail-WBericht über die Niederlage des Romarinoshen Corps, welches über die Gallizische (Gränze gedrängt und dann auf Befehl des Oesterreichischen Generals Bartoletti die Waffen zu flre>den genörchigt wurde,

„Als der Feind bis Wonwolniza und Kazimierz vorgerü>t war, folgte der General- Adjutant Baron Rosen am 14. Se-t. mit den ihm anvertrauten Truppen dem General Romarino dicht auf dem Fuß nach Wonwolniza, indem er vorher eine Abtheilung Kosaken auf die Straße nach Kazimicrz detaschirt hatte. Am Abend näherte sich unsere Avant-Garde, ohne des überaus s<le<ten Weges zu ach- ten, dem Dorfe Kowal und rüstete sich ihrerseits, da se den Feind in einer Defensiv-Stellung antraf, zum Beginn des Angriffs. Kaum hi>ten sich unsere Truppen zum Kampf an, so langte alsbald der Parlamentatr Ditalyaskt mit einer Depesche von Romarino au, w90- rin dieser um Auskunft hinsichtlich der Einnahme von Warschau ersuchte und cinen Vertrag abzuschließen begehrte. Es wurde ihm sogleich geantwortet, daß, da er seinerseits die Bedingungen der Ca- pitulation von Warschau nicht erfüllt habe, fernerhin keine Parla-

mentairê von ihm zugelassen werden kbnnten, es sey denn mit der | N daf er sich unterwerse und der Gnade Sr. Maiesiät |

des Kaisers ergebe. Dergestaltr begannen unsere Truppen am Morgen des folgenden Tages gegen den Feind vorzurü>en und s< nah FJozeforo zu wenden. MRomarino nahm eine Stellung bei Opole ein und schi>te sich an, dieselbe hartnä>kig zu vertheidigen, um jur Vereinigung mit einer stärkeren Abtheilung, welche unter Zawadzki über Kazimierz nach Podgorze detafchirt war- Zeit zu gewinnen. Juidem der Feind so viel als mödglich die Fort- schritte unserer Armee erschweren wollte, vernichtete er alle Brücken und verlegte in das Städtchen und hinter dic Verzäunungen, welche sich zwei Werste weit unter Morôêften vor demselben ausdehnten, cine ftarke Besaßung von Jnfanterie und Artillerie. Diese Hin- dernisse vermochten jedoch ni<t, unsere Trupyen aufzuhalten. Dent nachdem se sich, ohne eincn Schuß zu thun, Opole's bemächtigt hatten, verdrängten sie in einem Augenbli>k den Feind aus der zwet- ten Position mit dem Bajonet und ließen nicht ab, ihn zu befiret-

chen und zu verfolgen. Gleich beim Beginn des gegen, Shole ac- richteten Angriffs näherte fich die Avant-Garde Zawadzki's den Ver- zäunungen auf dem Wege von Glusf; aber vont unserer Truppen in der Flanke angegriffen, kehrte sieum und wurde jeßt von den Kosaken úber- fallen. Da die JFnsurgenten, solchergestalt von allen Seiten ange- griffen, sich in ciner traurigen Lage befanden, fo blieb ißnen. nis weiter Übrig, als eiligsi aus Opole zu weichen und sich durch d.e Wälder Über Chodlif und Tryszczaniez nach Kamien zu flüchten wobei sie unterweges Ladung, Munition und (Zeyäck fortroarfen. Der äußerst morastige Weg hinderte uns an ciner kräftigeren Ver- folgung, und diese mußte deshalb bloß der Kavallerie zur Ausfüh- rung überlassen werden. Die augenbli>klichen Verzögerungen be- nußend, bewerkftelligte die Hauptmacht Romarino's thren Marsci) Úber Wrzelowiez, wo ihre Acrière-Garde eine günftige Stellung ein- nahu, aus der fie jedoch verdrängt und zum Rückzug fn die Wäál- der genöthigt wurde. Der Feind konzentrirte ieine Streitkräfte bei Fozeforo noch einmal, um dadur der Abthcilung Zawadzki's Zeit zur Annäherung z1: verschaffen; aber auch hier war es- der ent - scheidende Angriff mit dem Bajonet und eine {nell nah lintshi! ausgeführte Bewegung unserer Truppen, am den Feind zu úber- flügeln, welche die Jnsurgeuten nicht nur zurückdrängten, sonder? sie au<h aus Jozefow selb, woo sich ihre Fäger vergebens in dei cinzelnen Häusern zu halten suchten, vertrieben. Als {on das Du!t- kel der Nacht die Verfolgung von unserer Seite aufhielt , beset;te das Komaréinosche Corps eine Position 3 Werste von Fozefow. Am 16ten mit Tages-Anhruch gab der Geneval-Adjutant Nojsent det? Befehl zum Vorrücken. Der Feiad traf zwischen Rachow 11d Swiecichow mit unserer frischen Avant - Garde zusammen und de- seßte mit seiner Jufanterie den zwischen diesen beiden Punktett be- findlichen Wald. Aber auch diefe Position wurde ohne Verzug ge- nommen, und die Jusurgenten konzentrirten sich hierauf in Rachoro, nachdem sie auf den Anhdhen, der rechten Seite dieses Drts gegen- úber, starke Battericen aufgeworfen hatten. Jhr Widerstand auf diesem Punkt war jedoch m<t von langer Dauer. Die Wirkung unserer Artillerie und der heftige An rif der Jnfanterie nôthictea den Feind, sh ciligst nach Zawicho| zurückzuziehen - _welcher Stadt gegenüber die Jnsurgenten bei dem Dorfe Kosin cine Batterie von 30 Geschüßen aufstellten und unsere Kolon !en bei dem Herausrü>ken aus dem Walde mit heftigem Feucr begrlißten. Ohne hierauf zn achten, begann unsere Infanterte aitf der Front und auf dem linken Flügel cinen nachdrüclichen Angrif- der zugleich mit dem unverhoften Erscheinen eittes Detaschements unserer Kavallerie auf der re<hten Seite von Mniszew her die Ju- surgenten in Unordnung brachte und zum Rückzug nach Borow zwang, nachdem sie vorher ihre Batterieen zu retten suchten; hierbet eroberten wir mehrere Pulverkasten und einige Bagage. Beim Ein- erüen in erwähntes Dorf mußten unsere im Vordertreffen befind !i- chen Truppen eine heftige Kanonade aushalten, womit se der Feind bestrich. Als das Corps Romarino’s Borow passict hatte, fiellte es s dicht an der Oesterreichischen Gränze in Schlachtordnung auf, indem es dieselbe mit seinen hinterfien Kolonnen derührte. Hier begann der Feind ein starkes Kanonenfeuer gegen unsere her- annahenden Kolonnen. Jndeß leuchtete aus allen seinen Bewegungen die Absicht hervor, si< Über die Gränzen der Nusstschen Herrschaft zu: begeben, wozu cin Weiterrücken von 20 Schritten hinreichte. Da nun der General-Adjutant Baron Rosen einen so unnüßen Verlu? von Menschen vermeiden wollte, befahl er den Truppen, sîc<_ ais der Schußweite zu entfernen, und beschränkte fich darauf, die Posi- tion der Jnsurgenten von vorn und von den Seiten zu umzingelt, wodurch Îe bervogen wurden, mit der Kanonade einzubalten und von neuem einen Parlamentair abzusenden. Der Oberst Podczasft verlangte ihrerscits cinen zweitäcigen Waffenstillstand, um Auskunft darüber zu erhalten, auf welcher Grundlage die Capitulation vön Warschau beruhe, und erklärte, daß Romarino mit seinem Corps alles dasjenige zu erfüllen bereit wäre, was die Armee tn Warschau E bâtte. Leicht konnte man in diesem Verlangen den unsch der Fnsurgenten durchschauen , Zeit zu gewinnen, um cine Möglichkeit auf„ufinden, wie se Uber die Gränze sich durchschlazen oder über die Weichsel gelangen könnten, zu weichem Zweck in Za- wichost schon Fahrzeuge in Bereitschaft gebracht wurdeut; daher rourde ihnen die definitive Antwort ertheilt , daß ste auf jeden Fall, ® so wie es ihnen schon früher angekündigt worden, die Waffen nic- derlegen und fh unbedingt der Gnade des Monarchen ergebct müßten. Da Romarino diese Antwort zu wiederholten Maken dur seine Parlamentaire erhielt, so ging er in der Nacht vom l6ten auf den 17ten nah Gallizien, wo er am 18ten d. M. die Waffen strecte. Unser Verlust an den oben genannten Orten beträgt nicht über 500 Mann. Von dem Romarinoschen Corps wurden, außer eincut großen Theil Getddteter und Verwundeter/ gegen 2000 Mann g: fangen genommen, unter denen sich auch der Graf Wladislaus Za- moyski und viele Offiziere hdheren und niedere: Ranges befinden.“

Das oben genannte Blatt theilt jeßt die Name n1¿liste derjenigen Militairs und Kriegs-WBeantten mit, welche der Wöoiln?- {chen Armee nicht gefolgt sind, oder um ihre Entlaffung nachg-fi und bis zum 21. September ein“ hließlih von neuem Sr. jestät dem Kaiser und König den Eid der Treue geleistet, si< über dic Gränze begeben und dort ihre Unterwürfigfei eian haben. Es befinden fi<h darnnter folgende Ger c

Ssidor Kr..sinski, Johann Malletski, Lukas Bieganski, An

D rewski, Meter Boutemps, Johann Tomizki und Auto lowéfi.

Der Graf Friedrich S*farbek hat sich anf einige Zeit au?s Land begeben; doch wird er in kurzem wieder hier zurück ec- wartet. |

Der Kommandant der Hanptftadt Warschau, Beneral-CNajor Maron Korff, hat von Sr. Majestät deu St. Annen-Orden erfier Klasse erhalten.

Der Veneral Woznifin und der General-Major, Fürst Ga- liczha, von der Suire Sr. Majestät, und der Staats-Rath Wende, sind in Warschau angekommen; auch General Werg l gere

stern aus dem Hauptquartier der Polnischen Arnree wieder n9.h

der Hauptstadt zurückgekehrt ; Letterer ift zum General -Adjuig: - teu ernannt worden, :

Der Warschauer Kurier meldet, daß si< der ehemalize Vice-Prásident der Stadt Warschau, Hecr Luboividzfki, gegent-är tig in St. Petersburg befinde.

Die Cholera hat jevt in den Warschauer Militair-Lazaret zen fast ganz aufgehört, und seit einigen Tagen sind überhaupt at: noch sehr wenige Personen davon besallen worden,

Am Ven d. M. wurden auf dem Münzplaze die ver: loosten Pfandbriefe sammt den dazu gehörigen Eonpons öfsezt- lich verbrannt.