1831 / 273 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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_ Framößische Heer so weit es nämlich t / O Regierung trägt zurückzuziehen, E ‘en fet: vielmehr hat jene Verlegung wohl in den beständi- N B Armee-Corps ihren G ie hi L dten des KönigsLeo- Srund.— Die hier angekommenen hohen Berwan R Ai halten sich im Schlosse von Laeken auf und haben den jeßigen An- bli der nenen Königl. Residenz eben nicht sehr erfreulich gefunden ; Al- les ist und bleibt hier ftill und óde. Selbst unser Theater ist geschlossen worden, weil, diejenigen Vorftellungen ausgenommen, die von Köni- die Tages: Einnahmen sich auf nicht viel Der Direktor erbot e zivar, den Schauspielern auch ferner den vierten Theil ihrer bisherigen L R diese zu einer solchen Re- Fndessen spriht man davon, die wenn auch nicht von Künstlern, doch von Ansprüche machen und vorlieb

für getoisse Fälle sogleich bel der Hand

Niederlande. V A

Brüssel, 24. Sept. Die gestrige Sizung der Reprä- fentanten-Kammer wurde mit dem Verlesen ver Dai \{risten eröffuet. Unter denselben befand sich eine des Herrn de Souter aus Gent, welcher auf Beschleunigung seines Pro- ze}ses antrug und eine andere von mehreren ers as E Regimentes, welche sich beklagten, von dem Kriegs-Minister i - lassen worden zu seyn. Sämmtliche Bittschriften wurden er Kommission überwiesen. Der Präsident verlas hierauf einen von mehrecen Reprásentauten auf das Bureau Men Borschlag , folgenden Inhalts: „Die Unterzeichneten haben dit Ehre, der Kammer vorzuschlagen, eine Untersuchung lder ie Ursachen und Urheber unserer Niederlagen während des E Feldzuges zu veranlassen. ‘‘’ Herr Dumortier verlangte Has Wort, um diesen BorsGlag zu entwiceln. _Er bedauerte zuvor- derst, daß es seine: Pflicht:seh, durch die ersten Worte, welche er in der Kammer spräche, an die Unglicköfälle des Vaterlandes er- innern zu müssen: Nachden1 der Redner alle Schuld auf den damalizen Kriegs-Minister und einige Generale gewe hatte, bemerfte er, daß es, tn‘einêm Augenblicke, wo der n der Feindseligkeiten vielleihz niht entfernt seh, dringend noth- wendig wäre, die Ursachen der Niederlage genau kennen zu ler- uen, damit man, durch Erfahrung belehrt, den erlittenen Simpf ráchen fönne. Der Borschlag wurde an die Sectionen verwie- sen. Der YJustiz-Minifter kegte hierauf einen Geseß-Entwur| vor, duch welczen alle diejenigen, welche im Besiß von Kriegs- Waffen sind, verpflichtet werden, ‘innen 8 Tagen den Behörden davon Anzeige zu macheu; widrigenfalls sle mit einer Gefängniß- Strafe von 14 Tagen bis 6 Monaten belegt werden kounen. Der Kriegs-Minister legte ebenfalls eimen Gese - Entwurf vor, weicher den König ermächtigen soll, féemden Truppen den Ausf- enthalt auf Belgischem Gebiet oder deu Durchzug durch das- selbe zu geftatten. Beide Entwürfe wurden den Sectionen zugewiesen. Jn eiuer scheren Sißung hatté Herr Jamme, Búrgermeister von Lüttich, einen Artikel in dem Geseß über die Mobilmachung der Bürgergardeu- dahin ausgelegt, daß der größere Theil der Equipirung dem Staate, zur Last alte musse, Der Kriegs-Minister fand sich jeßt, durch die Weigerung mehrerer Gemeinden, ihre Bürgergarden zu equipiren, veraulaßt, darauf zu dringen, daß. dieser Gegeusiand auf „eine bestimmte Weise von der Kammer entschiedeu werde. Herr Jam ere darauf folgeuden Vorschlag eiu: „„Die Rleidungs- und Equipi- rungs-Stücke, welche die Gemeinden der Büúürgergarden zu lie: fecn verpflichtet slnd, iele uicht die Mittel haben, _slch folche selbst amnschaffen, bestehen einer Bloufe, einem Tschacko und einem Gürtel. Alle andere Kleidungs - und Equipirungs - Ge- genstände fallen dem Staate zur Last,‘ Ln der Tagesord nunz war hierauf die Berathuug über deu Gese-Entwurf 1we- aen der Stellvertreter, welcher mit einigen Amendements vom Senat purücfgekominen war.

Es wurde derselbe ohne weitere Beránderimgen mit 27 Stimmen gegen 26 augenommen und die Sißung um 3 Uhr ausgehoben. | : Dem hiesigen Courrier zufolge, hat der bisherige Mir nister des Jnuern, Herr Teichmann, seine Entlassung eingereicht, an seine Stelle würde Herr Meulenaere treten und Herr Lebeau das Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten erhalten. Der Geueral Mellinet befindet si seit gestern in Brüssel. Das Journal d’Anvers enthält Folgendes: „Die Wer- theilung des großen Preises in der Malerei hat in Amsterdam stattgefunden. Weder der Krieg, noch die Anleihen, noch die politischen Ereignisse haben Holland auf dem friedlichen Weg der Künste aufgehalten, die bei uns in dem Schiffbruche des öffent: lichen Wohlstandes untergegangen sind. Als etwas Merkwuürdi- ges und mit einigem Stolz erwähnen wir, daß ein Schüler der Antwerpener Afademie den ersten Preis und ein anderer dersel: ben Akademie das Accessit erhalten hat. Die Amsterdamer Afa- demie wird also in M Fahr einen Schüler der Antwerpener Nf: ie nach Nom s\chicken. ien, 94. Sept. Das Gerücht, daß am 10ten Okt. die Feindseligkeiten mit Holland wieder beginnen wrden, scheint unsere Negierung absichtlich im Schwunge zu erhalten, Der Kriegs-Minister hält dies wahrscheinlich für das beste Mit- tel, die Thätigkeit der mit der Reorganisation des Heeres M \chaftigten Beamten anzusporunen. Allmälig wird auch in der That eine größere Mannszucht unter unseren Truppen bemerft, und das hiesige erfie Regiment, das seine Wachen täglich, als wenn es zum Ausmarsch ginge, mit Sack nud Pack bezieht, hat wirkli dur seine bessere Haltung ein mehr friegerisches Aus- sehen gewonnen. Die hier anwesenden Französischen Offiziere arbeiten sehr fleißig mit dem Kriegs-Minister; es is , a's wollte man die Lehren, die General Lamarque auf der Französischen NRed- nerblhne vortrágt, vorerst hier im Kleinen und zur Probe in Aus- führung bringen. Unsere Zeitungen lassen úibrigens täglich ein neues Protokoll ankommen; wie zuverlässig ihre D achrichten aber find, läßt sich {hon daraus abnehmen, daß sle in einem angeb- lichen 44sten Protokolle die Bestimmung enthalten sehu lassen, daß Belgien das linfe Schelde : Ufer erhalten werde 7= Ds {(inke Schelde-Ufer, das unter den bestrittenen Landestheilen dasjenige is, das Holland am allerwenigsten abgesprochen wei- den fann, indem seine Bewohner niemals aufgehört haben, Hollánder zu - seum, Holländisch zu sprehen, deu Hollän- Zern Abgaben zu zahlen und selb| unter den Holändi- \ hen Fahnen zu dienen. Das Französische Hauptquartier joll vorgestern wieder mehr von der Französischen Gränze sh entfernt haben und uns näher“ gekommen seyn; dies jedo nicht für ein Zeichen an, daß in dem Beschlusse, das

folhen Beschluß

haben wolle. “‘

gen Hiu- und Hermärschen des Französischen

ge besucht worden waren, mehr als-Nichts reduzirt haben. Gehalte zu bezahlen, doch haben sich duction nicht verstehen wollen. Bühne bald wieder, i | Personen eröffnet zu sehen, die geringere i ebeu so, wie dann das Publikum, mit magerer Kost

nehmen. i / Oesterreich. Mien, 25. Sept.

herr von Eger.

Auch in Mähren und Oesterreichish Schlefien ift, Me li in Teschen, die Krankheit nunmehr zum Ausbruch ge On

Nach der Ofener und Pesther Zeitung vom 18ten ._M. waren im Königreiche Ungarn in uberhaupt 2049 Ortschaften, welche von der Cholera befallen worden, 208,556 Ion A erkrankt, von denen 69,068 genesen, 99,004 gestorben und 40,454 noch in árztlicher Behandlung sind.

S chwe!jz. : i

Basel, 21. Sept. Am 15. Sept. besebten die Jusurgen- ten, etiva 1000 Mann stark, troß der Borstellungen der e on sischen Repräsentanten, das Neygoldswy.er Thal, De Zyfen ohne Gegenwehr, Am 17ten rúckte das L if N Fruppencorps an dcei Punkten im den Kantou ein Le s selbst Liestal, Die provisorische Berwaltung suchte sogleich die Truppen zu gewiunen. Um 18teu wurde sle D Gugel ote dert, auseinanderzugesen; man hatte dabei die Truppen gus rücken und soaar Kanoucn aufpflanzen lassen. êlis sie sich (vei: gerte, ließen die Tagsazungs - Commissaire Die DP QUE a, Hug, Debary und Egli gefangen uehimei und die Zunstaus- \chü}sse auseinandertreiben. /

Sai! En, A

——— Neapel 3 Sopt, Sunge Lage, nachdem der Professo: Hoffmann ans Berlin die in der Nahe von Sicilien enau dent A kanische Insel besucht hatte, is diese iuteressante nene S ang auch von dem Englischen Schisss-Sapitall Senhouse y der sich mit dem Kutter „Hind“/ dahin begeben hatte, nutersucht WOLEE n, indem es demselben glückte, auf der Znsel selbst zu jauden._ Na dein Angaben ‘des genanmnien Capitains hatte der Rand des Gra: ters an einigen Stellen bereits die Höhe von 200 Fuß ver der Meeresfláche erceiht, uud da na seiner (des Capitains) Anslz anzunehmen ist, daß die nette Kusel permanent N / fo hat er am 2. August, durch Aufpflanzunz der Britischen Slagge, im Namen Sr. Majestät des Königs von England davon Besitz genommen und ihr den Namen „„Grahams -Jusel gegebeu, Ob hiergegeu von Seiteu der Neapolitanischen Negierung Et- spruch geschehen werde, sicht zu erwarten.

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Le N i Nesidenzstadt Verlin waren E L d L erfr. genes. gestorb. Bestand S USY 521 133 r) il 38 U

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SAEIMTETEATPGCE N G T 'AT T U TGR: T

bis zum 29. September Mittags

hinzugek, b. z. 30. Sept. Mittags Bis zum! 30. Sept. Mittags Stumzina 870 : Hiermnter sud vom Militair... 10 - S

V&n ihren Wohnmugen= werden behandelt 81 Pecfouen, n den Hospitälern 36.

Breise der vier Haupt -Getreide-Arten

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vierungs- Bezirk Potsdam, d

E R Am oi. Sept. ift die Cholera in tj plos bei Storkow ausgebrochen.

Ober-Barnimscher Kreis.

sind“ überhaupt vom 6. bis 28. Sept. 834

gestorben, 25 genesen, 11 noch frant. Fn

Personen erkrankt, F Nenustadt:Eber

walde befinden sich noch 5 Rekonvalescenten, in allen übri

Ortschasten des Kreises hat die Cholera ganz aufgehört. Regierungs-Bezirk Frankfurt.

Da seit dem 20. September kein Erfrankungs-Fall an Cholera in Krossen vorgekommen, fo ist diese Stadt als g unverdächtig zu betrachten.

Regierungs-Bezirk Oppeln. .

Kreis Kosel. Am 22. September is die Gholera im Q n!fon-Lazareth zu Kosel ausgebrochen, woselbst bis zum 2j bereits $ Mann an derselben gestorben slnd.

Kreis Ratibor. Am 25ften d. M. i in der Oder - Vorstadt von Natibor gezeigt und somit auch diesem Punkt das linke Oder-Ufer erreicht.

Regierungs-Bezirk Danzig.

F: Danziger Stadt:Bezirk wareu erkr. gene|. E vis zum 21; Sept, 1430 384 hiuzngckfommen am 22. 7 1

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Sumnia 143 38 2nsbrüche der Cholera slnd bemecft:

Neustädter Kreis, wmn Sbichan;

Kreis, in Velplin; Marienburger Kreis, in Neumÿg

sterberg und Pruppendor f i

An der Asiatischen Cholera sind vom Tage des Ausbri

dis zum 28flen Lage ihrer Dauer von 1000 Einwohnern gestorif

in Lemberg . 31 Personen, genauer 31,12 *) -

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Riga. o. 45 -

Mitau , . 16 Vos 97 PDetersbucg 93 Königéberg 8 Goa 7 On. 5 Stettil. 05 Berlii 2 —*) Fn Lemberg war die Krankheit zwischen dem 24sten 928fen Tage am verderblichsten; es starben în diejen 4 Lagen l 290 Menschen von einer auf 45,000 anzunehmenden Bevölke also von, 1000 Menschen 18; beinahe der dritte Theil der Opfer, die Krankheit wöhrend ihrex ganzen Dauer in Lemberg hinweg

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: | : A e Par Na A848 ‘i natlichet in den für die Preußische Monarchie bedeutendsten Marktstädten im Monat August 1831, nach einem monatlich

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die Uniform der Fran-

Am 21sten d. M. unterlag hier der Cholera der Vice-Präsident der Allgemeinen Hof- Kammer, Frei-

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Naa D.0.r 8 6 Den 30. September 1831. A 7 A Amil. Fonds- und Geld- Cours- Zettel. (Preufss. Cor) id | Zf-Brief. Geld. Y 914 | 4 | 992 L [08 844 | 837 £9 | 885 89 91.14 100 L e O youwa Ds B41 | a Neue 4904 l'riedrichsd'or . . wad l QO Disconlo.

|Z}. brief. Gid 4 | 994 | 4 1002 [1055 105

St. - Schuld - Sch. Pr. Engl. Anl. 16 Pr. Engl. Ani. 22 Pe. Engl. Obl. 39 Kucm. Obl. m. 1. C. Neum. Int.Sch. do. Berl. Stadt-Oblig. K ônigsbg. do.

Elbinger do.

Danz. do. in Th. VVestur. Pfandbr. Céofili. Pos. do.

Üstpr. Pfandbr! j Pomm. Pfandäbrl. | Kur- u. Neum. do.| 4 Schlesieche do

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Schauspiele,

Königliche

(Hr. v. Schimidtfors,

nsfispiel in 2 Abtheilungen. Miealia j s Chavigny, als

Mitglied des Breslauer Theaters :

Hierauf : )

(Hr. v. Schmidtkow: Nigolard.) Sonntag, 2. Okt, Jm Opernhause :

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Sounabend, 1. Oft. Fm Schauspielhause: Der Diplomat, ehemaliges Gastrolle.) Hans Luft, dramatische Skizze in Z Abtheilungen.

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Preußischen Silbergroschen und Scheffeln angegeben.

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Abtheilungen, mit Tanz; Musik von L. Spohr. (Hr. Ho ffn Nadori.) \

Moutaa, 3. Okt, Jum Schauspielhause: Die Lichtenst oder: Die Macht des Wahns, dramatisches Gemälde in 5 zügen, nebst einem Vorspiele: „Der Weihnachtsabend“/; v. d. Velde’s Erzählung, vou Bahrdt. i

Liga es D L, Sonnabend, 1. Oft. Der Löwe vou Kurdiftan, ron sches Schauspiel in 5 Akten. (Hr. Laddey: Richard Löwe (6 Gas.) / E L L N VESC I R E A8 t S S I Tg V: 0 VAE A S N O8 T A E E V Y

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System nicht liberal genug sey. Hniversal - Votum vor, überzeugt , daß sie dadurch nur günstig auf

Allgemeine

Preußische Staats-Zeitung.

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Berlin, Sonntag den 2ten Oktober.

eran

Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.

Der Fusftiz-Kommissarius Friedrich Karl Emil Schulze Reppen is zum Notarius im Departement des Ober-Landes- rihts zu Fcauffurt an der Oder ernannt worden.

Der Ober-Landesgerichts-Referendarius Niewandt ist zum

/ \ fustiz-Kommissarius bei deu Unter-Gerichten im Bezirk des Land- Fecihts zu Naumburg, mit Aus\{chluß der Praxis bei dem Land-

erichte daselbst, und mit der Anweisung des Wohnsitzes in Wei-

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Stargard Abgereist: Der Kaiserl. Russ. General-Major Fenshave,

1s Courier nah Breslau.

Durchgereist: Der Kaiserl. Rus}. Feldjäger Esimoff, ls Courier aus dem Haag kommend, nah St, Paerviébuia.

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Zeitungs-Nachrichten. Ausland.

San tve 0.

Deputirten-Kammer. Fn der Sibßung vom 23sten den drei vorhergehenden Sißun-

Men, cine große Menge von Zuhörern, und unter diesen auch

dieder der Dey von Algier mit seinem Dollmetscher, eingefun- en hatte, verlangte Herr Laurence von den Ministern Aufs hlússe ber die innere Lage des Landes.

Als ih‘, #o hob er an, „vor acht Tagen diese meine Absicht nkündigte, war eben erst die Nachricht von dem Falle Warschaus ier eingetroffen und hatte auf mich den s{hmerzlichsten Eindruck ge- acht. Der Abend 1e Tages war Zeuge anderer Ereignisse in nserer Hauptstadt selbst. Daß jene Nachricht unter den Bewoh- ern derselben Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Bestürzung verbrei- n würde, dies ließ sich erwarten: ih hatte also auf GemúÜthsbe- begungen, nicht auf Volks-Aufläufe gerechnet. Hiernach verwerfe h zunächst als eine Beleidigung jede Vorausseßung, daß ich, um as Ministerium anzugreifen, jenen Augenblick absichtlich gewählt ätte. Jch bitte die Kammer, mir in dem, was ich ihr zu sagen abe, cin geneigtes Ohr zu leihen; Unterbrechungen würden keine ndere Folge haben, als daß eine fostbare Zeit verloren ginge und je Würde der Kammer aufs Spiel geseßt würde. Die roße Ae ein Ge- enstand des Nachdenkens für Sie und für die Regierung gewesen; e wächst aber mit jedem Tage, und während uns vor einigen Mo- aten ein Lichtstrahl des Ruhmes und der Wohlfahrt leuchtete, chwoinden jeßt diese Täuschungen wieder und lassen in uns nur ein Befühl der Besorgniß Über eine nahe Zukunft zurück, die sih uns 1 den dústersten Farben darstellt. Was erblicken wir im Fnnern? jarteienkampf , eine schwache und unentschlossene Verwaltung, in lauer und entmuthigter Beamtenstand, kühne und drohende einde, Kúmmerniß und Elend. Was nach außen hin? Die llmälige Unterdrückung aller der Völker, die unserem Beispiele olgen wollten, und zwar durch dieselben Waffen, deren man sich päterhin auch gegen uns bedienen wird. Das Lebensprinzip einer ation, meine Herren, liegt in threr moralischen Kraft ; damit diese ber wirksam sey, muß sie von geschickten Händen geleitet werden. Der Einfluß der Verwaltung kann nun, je nachdem derselbe gún- ig oder verderblich is, die Vertheidigungsmittel gegen die in- eren und äußeren Feinde schaffen oder vernichten. Dieser Ein- ist es, den ich untersuchen will. Lassen Sie uns sehen, pie die Hülfsquellen des Landes benußt worden sind. Ge- dissenhaft verlangte Aufschlússe werden hoffentlih auch redlich egeben werden, und sind sie von der Art, daß ste die Besorg- isse verscheuchen, so werden sie auch den Unruhestiftern jeden rneren Vorwand zu Störungen der dentlichen Ruhe nehmen. Bor Allem hâtte man sich mit dem Zustande der Parteien in Frank- ih beschäftigen sollen, und da in dieser. Beziehung das Ministe- um, wie mir scheint, in einen groben Frrthum verfallen is, in- em es die {wächeren Parteien verfolgte, um die stärkeren zu {o-

Men, #0 môchte es wohl nüßlich seyn, zu untersuchen, auf welche

eise sich diese verschiedenen Parteien bisher refrutirt haben. Der edner wies hier darauf hin, daß es gegenwärtig außer der Natio- al-Partei oder derjenigen, die dem jeßigen Zustande der Dinge zu- than sey, noch drei Parteien in Frankreich gebe, nämlich die re- blifanische, die Napoleonische und die Karlistische; von allen sey ese leßtere die gefährlichste; sie greife täglich mehr um sich;

Marseille, Toulouse, Montpellier, Orleans ,- im gan- n Wesien und Süden Frankreichs habe sie ihre Ausshüs- , und scheue kein Geld, um die Zahl ihrer Anhänger mehren; ihre Taktik bestehe darin, das, was sie habe, zu be- lten, und das, was se nicht habe, sih zu erwerben : ihre Haupt- Uße sey die Geistlichkeit, durch deren Vermittelung se sich in das nnerste des häuslichen Lebens einschleihe: von mehreren Seiten yen bereits Klagen über diese Lage der Dinge eingelaufen, ohne ß das Minisierium darauf Rücksicht genommen habe. Hr. Lau- nee tadelte es hier, daß das der Herzogin v. Berry zugehörige

Wut Rosny noch ganz wie vor der Revolution verwaltet werde, \Mnd daß man der Herzogin selbs einen Aufenthalt in der Nähe der Französischen Gränze gestatte; ferner, daß in Burgos und San

Debastian, wie man ihm wenigstens versichert, Franzosen für die drige Regierung geworben würden, und daß die Französischen Kon- iln in Spanien darüber die Augen zudrückten; anderer Seits wei- rten sich die Geistlichen in den südlichen Provinzen, für den Mo- ren zu beten, vielmehr suchten ste den Volk'sgeist irre zu führen, nd in Avignon habe es noch vor wenigen Monaten eine esellschaft von Jesuiten gegeben, die, zwar bei verschlosse- en Thüren, aher doch vor einem großen Auditorium, ofene mpdrung und die- verderblichsten Lehren gepredigt hätten; in nem Bezirke des Departements des Aveyron habe ein Pfarrer im ngesichte seiner Gemeinde die dreifarbige Fahne mit Füßen getre- n und die Büste Karl’'s X. in den Straßen herumtragen lassen. us diesem Allen ergebe sh aber, daß die Regierung zu nachsih- g zu Werke gehe. ;,Die Karlistische Partei //, fuhr der Redner rt, „gebraucht die Kriegslist , daß sie beständig dasjenige heraus- ebt, was die Verwaltung thut, um ihren Ursprung gleichsam zu rläugnen. So hatte man sich z. B. beschwert, daß unser Wahl- Sofort \chlägt jene Partei das

e Massen wirken könne. Andererseits verlangt sie die ÜUnterrichts-

Freiheit, obgleich es allbekannt is, wie sie früher Über diesen Ge- genstand dachte. Gelingt es ihr, den Beifall des Volkes zu erhal- ten, \o geschieht es blo , weil letzteres die Verbesserungen von ihr erwartet, die ste ihr verheißt. Die Mieuns muß also hierin eine Aufforderung finden, die Geseße möglichst liberal abzufassen, um fich dadurch dem National - Wunsche zu nähern. Die leßte Revolution war ein Verbrechen in den Augen der vorigen Dynastie; natürlich wäre es also gewesen, wenn man die angeblich Schuldigen dazu be- rufen hâtte, ihr Werk zu vertheidigen. Statt dessen wurden sie bald wie Feinde behandelt und aus dem Conseil desselben Monarchen, dessen Stirn sie mit dem Diadem geschmückt hatten, verbannt.// Bei diesen Worten wurde der Redner durch die Bemerkung unter- brochen, daß nicht einige einzelne Fndividuen, sondern die gesammte Nation dem Könige die Krone verltehen habe AlsHr. Laurence seine Ansicht in dem obigen Sinne weiter entwickeln wollte, unterbrach ihn der Präsident mit den Worten, man habe ihm (dem Redner) ja eben bemerklich gemacht , daß es die ganze Nation gewesen, die dem Könige die Krone verliehen habe. Sofort rief der General Demarçay: „Wie? Sie nehmen sih heraus, dem Redner vorzu- schreiben, was er sagen soll ?// und von der Rednerbühne herab fügte er hinzu: wenn man nicht die guten Absichten des Präsidenten kennte, #0 müßte sein e in den leßten Tagen zu den selt- samsten Vermuthungen Anlaß geben. Herr Girod -erwiederte: Was sein Betragen als Präsident im Allgemeinen betreffe, so Über- gebe er es dem Urtheile der Kammer und des Landes; den vorlie- genden speziellen Fall anlangend, habe er den Redner nur erst un- terbrochen, als dieser cine von der Kammer gema Phrase in anderen Worten wiederholt habe, und er glaube hierin nur seiner Pflicht nachgekommen zu seyn. Zwar wollte Hr. Demarçay den Präsidenten wegen jener Unterbrechung noch weiter zur Rede stellen ; Leßterer rief ihm aber zu: „Hr. Demarçay! Jch dabe Ihnen das Wort bewilligt, um gegen mich zu sagen, was Sie sagen wollten ; jeßt ist die Rethe wieder an Hrn. Laurence.// Dieser fuhr hierauf in seinen Angriffen auf das Ministerium fort. Es lasse sich nicht in Abrede stellen, äußerte er unter Anderem, daß seit einiger Zeit viele Beamte abgeseßt worden wären; nur der Grund dazu sey nicht immer recht klar; so habe z. B. kürzlich ein Steuer-Einnehmer seine Entlassung erhalten, weil er in einem Wahl-Kollegium einem Kan- didaten der Opposition seine Stimme gegeben habe. Hr. Casimir Périer: „Nennen Sie thn!/ Hr. Laurence: „Es is Hr. Brousse!// Hr. Casimir Périer: „Fch hdre den Namen zum erstenmale.‘ Hr. Laurence: „Desto schlimmer; der Mann hat doch an Sie geschrieben, und Sie haben ihm geantwortet. Der Redner machte hierauf noch einige andere Abseßungen namhaft, die, seiner Behaup- tung nach, aus nichtigen Gründen erfolgt wären. Andererseits, meinte er, würden viele Offizianten im Amte behalten , die solches in keinerlei Weise verdienten; um dem Uebelstande abzuhelfen, gäbe es nur ein Mittel, nämlich eine Ge#cral-Ncvision. Das Ministe- rium begehe den großen Fehler, daß es allein die Börse als das Thermometer für seine Handlungen betrachte; die Börse sey aber nichts weiter als ein geseßlich erlaubtes Spielhaus, mit dem allei- nigen Unterschiede, daß bei den Hazardspielen der Spieler alle Chancen vorher kenne, wogegen man an der Börse nur mittelst des Betruges, der Jntrigue, der Lüge und des Wuchers spiele; hier würden die Geheimnisse des Staats um baares Geld verschachert, und man spekulire auf das Unglück der Völker; Jedermann werde sih noch entsinnen, daß an dem Tage, wo die Nachricht von der Schlacht von Waterloo in Paris eintraf, die Fonds um 10 pCt. stiegen ; eben so werde vielleicht die Rente jeßt auf Pari kommen, wenn erst das feindliche Geschüß vom Montmartre herab gegen die Hauptstadt donnere; für das Ministerium gebe es einen besseren Führer, als die Börse, nämlich den Volksgeiit; wo eine Regierung diesen wahrnehme, da werde sie auch stets Vertrauen einflbßen. Der Redner kam demnächs| auf den Vertheidigungs - Zusiand des Landes zu sprechen, den er nichts weniger als befriedigend fand. Man habe thm, dußerte er, versichert, daß die Gränz- Festungen Valenciennes, le Quesnoy, Maubeuge, Landrecies und Avesnes selbs in diesem Augenblicke noch nicht mit allem ndthigen Kriegs-Material versehen wären, und man müsse sih hierüber um so mehr wundern, als man stets behaupte, tas es 400,000 Mann unter den Waffen habe; eben so nachlässig werde die Organisation der National-Garde betrieben; so gebe es z. B. im Elsaß eine Gemeinde von 2000 Ein- wohnern, die nur 30 Gewehre erhalten, und wo es Mühe gekostet habe, 30 Leute zu finden, die sich damit hätten bewaffnen wollen; in Montpellier, einer Stadt von 33,000 Seelen, gebe es nur 2Compagnieen National-Garde; aber auch im Norden sehe es nicht anders aus; Avesnes habe nur 50 Mann unter den Waffen, in Bouchaitt und Berlemont fehle es gänzlich an Gewehren, und in Solre-le-Château sey die National- Garde völlig desorganisirt; man spreche stets davon, daß 860,000 Flinten vertheilt worden wären; in diesem Falle scy es sehr tadelns- werth, daß man die Gränz - Departements nicht reichlicher damit verschen habe. Nachdem der Redner noch einen Blick auf die all- emeine innere Lage des Landes geworfen hatte, aus der sich - âu- Serte er, Úberall die Schwäche der Regierung ergebe, schloß derselbe mit folgenden Worten: „Fch erwarte von den Ministern Aufschlüsse- die uns wo möglich über die Gegenwart völlig beruhigen und uns eine bessere Zukunft verheißen. Man beschuldige-uns nicht, daß wir die Feinde der Regierung wären; wir verlangen Nichts von ihr, als Kraft und Dauer; wir führen keine systematische Opposition, son- dern lassen nur in feierlihen Augenblicken eine Freundesstimme ver- nehmen. Man spreche uns daher nicht Redlichkeit und Patriotis- mus ab, und, wie wir uns selbs| achten und uns die Achtung un- serer Mitbürger zu erwerben wünschen, also mögen auch die Mini- ster uns nicht die ihrige versagen ‘/ j Kaum hatte Herr Laurence die Rednerbühne verlassen, als von mehreren Seiten der Schluß der Diskussion verlangt wurde.

, R 1 7 » | \ : t Herr Thiers, der das Wort hatte, erklärte daher, daß, insofern | L éer Din: Miu erin

die Majorität der Versammlung sich für die Tagesordnung ent- scheiden sollte, er schr gern auf dasselbe verzichten worde. „Wie sleht es aus, m. H.‘‘, so wandte er sich an die zu Gunsten der Proposition des Hru. Laurence eingeschriebenen Nedner, „stehen Sie von hrem Vorhaben ab?“ „Wie? rief hier eine Stimme , „dies gleicht ja einer Herausforderung und ist nichts weniger als parlamentarisch!‘“/ Herr Laffitte fügte hinzu: „„Noch niemals sind dergleichen Fragen an die Kammer gerichtet worden; wir wissen ohnedies , daß Sie einregimentirt sind, daß Sie heute die Majorität haben!‘’ Da die Tagesordnung nicht weiter verlangt wurde, so bestieg jet Herr Thiers die Rednerbühne und hielt zur Vertheidigung der Minister eine Rede, die im Wesentlichen also lautete :

„Unsere viertägige und bisweilen stürmische Debatte über die aus- wodrtige Politik ist keinesweges erfolglos gewesen, wie einige Redner behauptet haben; sie hat vielmehr durch Fhr gesiriges Votum den Einklang der Staatsgewalten zum ausgesprochenen Resultate ge- habt. Mdge die heutige Disfussion, die weniger stürmisch scyn wird,

diese Eintracht noch vollständiger machenz Nach der etwas hoch- klingenden Ankündigung, die man am- whrigen Freitage machte, ge- fiche ih, daß ih wichtigere Aufschlüsse Über Unseren inneren Zu- fland erwartet hatte, als diejenigen, die Sté so eben vernommen haben. Der Redner hat sih gegen die-Karlistische Partei erhoben, hat erzählt, daß man in den Kirchen das Vomine. salvum fac regem! nicht singe, daß man in der. Vendée den Chouans freies Geleit gebe, daß die Bdrse ein Sptelhagus -sey u. #. w. Dies Alles hat aber so wenig Eindruck gemacht, daß Sie sich nach been- Ae Vortrage gefragt haben, ob die Debatte fortgeseßt werden solle, oder nicht. Leßteres darf jedocy nicht der Fall seyn; es muß erwiesen werden, daß die Regierung auch in ihrer inneren Verwal- tung eben so wenig Tadel verdient/ als in der auswärtigen Politik; daß sie gethan hat, was ihr& Pflicht und das Jnteresse des Landes erheischten. Es sey mir vergdnnt, hier einige Bemerkungen über das Prinzip der Juli - Revolution einzuschalten, dem das Ministc- rium, seinen Gegnern z dge, untreu geworden seyn soll. Die Re- volution von 1789 hat zêrstórt und mußte zerstdren, die Fuli-Revo- lution dagegen soll aufbguen und das Bestehende vervollkommnen. Aehnliches geshah in EnFYand; auch dort zerstörte die erste Revolu- tion, während die zweite cine Dynastie Ee / die zum Ruhme und Glücke Englands lange bestehen wird. Diejenigen, welche un- ter der Restauration die Aehnlichkeit dieser Revolutionen läugneten, waren in éinem Jrrthum befangen, den ‘das Kabinet der Tuilerieen theilte. Die Opposition hingegen behauptete diese Aehnlichkeit, und die Ereignisse haben gezeigt, daß sie sich- nicht täushte. Die Revolution von 1830 muß also bauen und befestigen; die Vernunft ist immer auf Seiten derer, welche gründen und befestigen wollen. Man macht uns, den Vorwurf, wir hätten das Wesen der leßten Revolution verfällt, und fordert uns auf, unsere Anficht über das Prinzip der Volks-Souverainetät zu sagen. Hier is sie. Unter der vorigen Regierung besaßen wir nur das äußere Gerüste der Reprä=- sentativ-Verfassung, die Kammern waren vorhanden, sie wurden aber nur gehört, wenn ihre Meinung mit der der Regierung überein=- stimmte; als diese Uebereinstimmung im Jahre 1829 aufhörte, machte man einen sten August und ein Jahr später eine Rèvolurion. Die Kammern müssen immer gehört werden, denn bei unserer Staats=- form regiert das Land sich selbs, und in diesem Sinne is die Re- präsentativ - Monarchie die beste der Republiken Die Bürger ver- sammeln sih und ernennen ihre Deputirten, das Land berathschlagt durch seine Vertreter Über seine eigenen Angelégenheiten und hat auch auf die Ernennung der Minister durch sein Votum Einfluß. Dies verstehen wir unter Volks - Souverainetät. Der Redner ging nunmehr zur näheren Widerlegung der von Hrn. Laurence dem Ministerium gemachten Vorwürfe und zunächst zur Recht- fertigung seines Verfahrens gegen die Parteien Über. Frankreich be- greife zwei Landestheile von ganz verschiedenen politischen und. reli- gidsen M in sich. Fm Süden walte die sogenannte Kar- listische, im Norden die National-Partei vor. Fm Súden befänden sich in kleinen Städten und auf Landschlössern viele reiche Einwoh- ner, welche das neue Königthum als etwas Unhaltbares und das jeßige Minisierium als einen Ueberrest von Ordnung betrachteten, der durch cine zweite Schreckensveriode untergehen werde. Diese Einwohner schienen sich ganz aus dem gesellichaftlichen Leben zu- rúckgezogen zu haben, um das Volk der Arbeit zu berauben , damit es von der Regierung Brod verlange. Neben thnen stehe der Kle- rus, der in den Bewohnern des Südens aufrührerische An=- sichten unterhalte und ihnen sage, jeßt seyen die Tage der Prüfung gekommen, in denen man sein Herz und seinen Glauben stärken müsse. Daß dieser Zustand des Südens und des Westens die wahren Freunde des Vaterlandes heunruhige, sey erflärlich; nichtsdestoweniger aber sey es ungerecht, die Schuld davon auf das jeßige Ministerium zu wälzen. Es sey allerdings wahr, daß die Karlisten vor einem Fahre nicht so dreist aufgetreten wären, wie jeyt; dies habe aber seinen Grund darin, daß sic ers hâtten abwarten wollen, ob die von der neuen. Regierung versprochene politische und religidse Freiheit wirk- lich eintreten werde, oder nicht. Nachdem sie sich von der Aufrich= tigkeit der Regierung und von ihrer Toleranz gegen alle Parteien überzeugt , seyen die Karlisten kühner geworden und hätten sich \o- gar Beschimpfungen gegen die Regierung erlaubt. Es sey bekannt, daß diese Partei die strafbarsten a hege, ja daß sie viel- leicht Verschwdrungen anzettele; wenn leßteres wirklih der Fall sey, so werde die Regierung bald dahinter kommen; bis jeßt habe sieaber, troß aller Wachsamkeit und L a A p noch nichts der Art entdecken können. Das Uebel des inneren Zustandes liege aber nicht allein in der Karlistischen Partei, sondern auch in der, freilich natür- lichen, Gereiztheit der Patrioten gegen die Karlisten und in dem Mißtrauen der Ersteren gegen die Staats-Beamten. Man verlange, die Regierung hätte nur anerkannte Männer von der Partei der Bewegung anstellen sollen, weil diese bei den Einwohnern mehr Ach- tung finden würden, als die Karlisten. Wenn es sich aber um Voll- ziehung der Gesehe handle, wenn eine Prozession gestòrt und ein Wahl-Skrutinium gewaltsam unterbrochen werde, so sey ein Beam- ter von der Partei der Bewegung gewissen Patrioten nicht lieber, als einer von der Partei des Widerstandes. Daher komme es, daß viele der Bewegung angehdrende Beamte im Süden ihres Postens bald múde würden. Man glaube, durch häuftigere Abseßungen der Karlistischen Beamten könne dem Uebel abgeholfen werden; dieses Absehungs-System finde aber viele Schwierigkeiten, deren erste eben darin bestehe, daß man zuvor entdecken müsse, wer ein Karlist sey, und wer nicht. * Oefter sey der Fall vorgekommen, daß ein Beamter, den die Män- ner der Bewegung als einen Karlisten denuncirt hätten, von den Präfekten in scinem Posten bestätigt worden scy, weil er ihn als einen tüchtigen Geschäftsmann kennen gelernt habe. Diese loben®- werthe Unparteilichkeit habe sogar Herr Odilon-Barrot als Präfekt des Seine-Departements bewiesen. Auch müsse man nicht Überse- hen, daß es viele Beamte von gemäßigter Gesinnung gebe, die | olignac der Partet der Bewegung wesent- liche Dienste geleistet hätten, und die man, ohne undankbar zu seyn, nicht abseßen könne; leßteres würde außerdem auch un=- klug gehandelt seyn, denn man würde jene gemäßigten Män=- ner durch eine Abseßung zwingen, Anhänger der vorigen Regie= rung zu werden. Es fv äußer| schwierig, zu konstatiren, wer ein Karlist sey; \o werde z. B. er selbs (Herr Thiers) in sei- ner Vaterftadt wegen seiner gemäßigten Gesinnung von vielen ein Karlist genannt, obgleich er ein aufrichtiger Anhänger der jeti=- gen Regierung zu seyn glaube. Die Partei, welche auf mehr Ab= seßungen dringe , gerathe überhaupt in Widerspruch mit sich selbst: einerseits verlange sie die Unabhängigkeit der Beamten, andererscits die Verabschiedung der anders Denkenden. Der Vorwurf, daß zu wenig Karlistische Beamte nach der Revolution abgeseßt worden, er- gebe fich bei näherer Beleuchtung Überhaupt als ungegründet. Fast in allen Departements habe man die Präfekten, Unter- Präfekten, die kommandirenden Generale, die General - Prokuratoren, Maires, die General - und Bezirks-Conseils u. \. f. verändert. Der Redner ging hierauf zu dem Zustande der dsilichen und ndrdlichen Depar- tements über, in denen die nationale Gesinnung die Oberhand habe,