1831 / 279 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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sammelt hatten, dessen Resultat bei Abgang dieser Nachricht zwar noch nicht befaunt geworden, jedoch nah Aussage mehrerer Polnischer Offizicre kein anderes sehn fann, als daß die Polni- \che Armee, Schuß sucheud, die Preußische Gränze betreten ioerde, da sle von allen Seiten von üverlegeuen Russischen Streitkcäften umrinat ist, Ja Gollub in Weftpreußen sind am lsten d. gezeu Abend 60 Poinische Offiziere, worunter 2 Ge- nerale, angekommen und dort von den Preußischen Behörden unter Quarantaine gesezt worden.“

_——. Von dex Poluischen Quarantaine-Anstalt zu Schilluo und auf dem Schlo}e zu Gol- lnb is aber:nals eine bedeutende Anzahl Polnischer Osfiziere ver- \chicdenen Ranges, worunter au< der ehemalige Französische Lieutenant Joseph Poniatowski und ein Adjutant des Generals Dembinski befindlich sind, aufgenommen worden. Gestern ift auch die Poluische Bauk, weiche angeblich eine M llion Thaler in baarem Gelde enthaiten soll, mit einem ansehnlichen Perso- nale in Schilluo angelangt. Bis zur Preußischen Gränze war sie von einem Polnischen Uhlanen-Reg ment begleitet worden, woelhes H, nachdem jämntlihe Wagen von einer Preußischen Esforte itbernommen wocdeu waren, alsbald wieder entfernte. Dem Bernehmen na, werden morgen auch die noch übrigen in der Nähe befindlichen Potnuischen Truppen auf die Preußische Gränze übergehen und das Gewehr fireten, indem sle, wie man hört, es ausgegeben haben sollen, si< no< in einen Kampf mit der auf dem rechten Weichselufer heraurückenden Russischen Trup- penmacht einzulassen,

Deut <, Land

München, 1. Oft. Gestern Abend in der 9ten Stunde erfüllte die Straßen der hiesigen Hauptftadt der frendigste Ju- bel, indem Se, Maj. der König, von Berchtesgaden kommend, in der Mitte Ihrer getreuen Münchner wieder eintrafen. Zu Yorneding waren Höchstdieselben von einer Abtheilung des hie- jigen Magistrats und der Gemeinde: Bevollmächtigten auf das ehrfur<tsvollste bewillfonimnet worden. Ju Trudering erwartete den König cine zahllose Menge vou WBúürgern zu Pferd und zu Magen, die den geliebten Landesvater mit Musik und den rau- \c<hendsten Vivats begrüßten.

Dresden, 29. Sept. Se, Königl. Majestät mud des Prinzen Mitregenten Königl. Hoheit haden dem bisherigen Ober-Bürgermeister zu Leipzig, Dry Schaarschmidt , unachden1i der: selbe auf diese Stelle resiguirt hat, eine MVBiederanftelluug in Höchst: ihrem Dienst dergesta!t zu verleihen geruht, daß er, bis zu deren beabsichtigter Gewährung bei dem zu organisirenden Ministerium des Innern, bei dem Geheimen Rathe als Geheimer Neferen-

. Q ar 19927 Var (M4 IIiVC,

1

Gränze, 2. Oft. Ju der

Ole èrre <G Vom 929. bis 30. Sept. Mittags sind

Mien, 4 O. i der Cholera erfranft, 14 genesen und

bier 45 Zudividuen an 33 gestorben, Ra lie N

Rom, 22. Sept. (Allgemeine Zeitung.) Eine merkwür- dige Bulle ist hier ausgefertigt, als deren erste Folge gestern der Marquis von Labradia, Botsczaster Dom Miguels, welcher \<on drei Fahre hier unanerkfaunt lebte, in einem prächtigen Aufzuge fich nach dem Quirinal zu den heiligen Vater begab, woselbst er Audienz hatte, Er verfügte sh dann in demselben Aufzuge na der Peters- Kirche, dankend für den glücklichen Erfolg so

langen Harrens ffir die endliche Anerkennung Dom Miguel?s,

GreGenla nd.

Nach einem Schreiben aus Patras vom 28. August (in

B'ättern) soll ‘Maurokordato, das Haupt der Expedition der mit den- brigen Rebellenhäuptlingen nach von dem Bolte gesteinigt worden seyn. Die Rulssiszen Schiffe, die si, wie man glaudt, mit den Englischen und Französischen Schiffen vereinigt haben, blofiren Hydra und verlangen die Auslieferung der Urheber der Jnsurcection, um sle zur verdienten Strafe zu ziehen, Es heißt, daß am 7. Sept. der Natioualkongreß werde zusammenberufen werden, wodurch jeder fernere Versuch der Uebelgesinnten vereitelt werden wird. Briefen aus Atheu zufolge, will der P .sldent dieser Versamm- lung ein neues Protokoll vorlegen, welches er bis dahin aus Lou- don erwartet, und welches die Ernennung eines Souverains von Griechenland enthalten soll. Der Secretair des Auswärtigen, Nizo, soll entschtossen seyn, si< von den Staatsgeschästen zurück- zuziehen. Der Weh von Maina, Meter Mauromichali, und feine Vrüder slnd noch immec zu Napoli verhaftet. Die Ne- gieruzg soll Willens sehn, 9 Millionen Phönix in Papiergeld auszugesen,

Far: der Zusurgenten , Hydra floh, dor!

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika. New-York, 31. Auzust. Der heutige Courrier des

Etats-Un1s melder: „Jn Virginien ist unter den Séflaven einiger Pflanzuugen eine Fnsurrection ausgebrochen. Folgende

Auszüge enthalten die wichtigsien Details dieses unglücklichen

Ereignisses:

Aus einem Privatschreiben aus Richmond vom 23, Au- gust: „Eine diesen Morgen hier angekommene Staffette hat dem Gouverneur die Nachricht überbracht, daß in der Grafschaft Sou- t zamton ein Aufstand ausgebrochen, daß bereits 70 Weiße um- gebracht worden sehen, und daß die 300 Mann starke Miliz sich vor einem Haufen von 7 800 Negern zurückziehe, Ein Plat- regen, der in dem Augenblicke fiel, wo die Truppen einen An- griff gegen die VFnsurgeuten ausführten, machte das Pulver der Ersteren naß, so daß sie sich genöthigt sahen, vor den mit Sensen, Beilen und Flinten bewaffneten Aufrührern das Feld zu räumen. Unsere Freiwilligen sud auf dem Wege nach dem Schauplabe des Anfstandes, eben dahin if ein Tcupp Kavallerie abgegangen. Diesen Abend wird ein Detaschement Artillerie mit 4 Kanonen sich auf dem Dampfboot „„Norfoik‘“ einschiffen und bei Smith- field landen. Die Grafschaft Southampton liegt 89 Meilen súdli<h von Richmond unterhalb Petersburg.‘ Der Nor- folk-Herald vom 26. Augufi meldet über dasselbe Ereigniß: „Der Aufstand ist das Werk einiger Neger, welche handelten, ohne sich vorher in Einverständniß mit den übrigen Sklaven der- selben Grafschaft gesegt ¿u haben. Das blutige Unternehmen wurde von 7 Individuen, 3 Weißen und 4 Negern, begonnen, die reine Plünderungssucht dazu trieb ; alle ihnen begegnende Ne- ger zwangen sie, unter Androhung des Todes, sich mit ihnen zu ver- einigen, und brachten auf diese Weise nahe an 200 Mann zusammen. Bon Croß- Keyhs nahmen sie die Richtung na< South - Quay, um sich na< Dismäl Swamp zu flúchten, von wo es Schtwie- rigkeiten haben wird, sie zu vertreiben. Jn der ganzen Nachbar- chaft, in Virginien wie in Nord - Karolina, hat die Miliz die Waffen ergriffen, aber in den Grafschaften Sotithamyton, Nans

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1528

semond und Jsle of Wight sehlt es den Soldaten an Feiterge- wehr und Kugeln; eiuige s{<ießen nur mit fleinem Blei. Doc werden die vou allen Seite herbeiftrömenden Streitkräfte die Fortschritte der Empörer bald gehemmt habn. Den gestern ein- gegangenen Nachrichten aus Suffolf zufolge, waren durch diese Stadt Truppen unter den Befehlen des Commodore Elliot und des Oversten Worth eiligst nach Southampton marschirt. Unter den übri gen Nationen hat sich noch fein Symptom derUnzufriedenheit gezeigt. Die Fnsurgeuten sind 200 Mann stark und meist gut bewasfact ; sle greifen aber nur in Abtheilungen von 40 an; da jeut uber 3000 Mann zu ihrer Verfolgung ausgezog?n sind, so werden sle ohne Zweifel baid umringt tind zu Gefangenen gemacht werden, Die Ruhe beginnt wiederhergestellt zu werden ; die von hier und Portsmouth abgegangenen Freiwilligen, so wie die Artillerie-Com- pagnie, sind auf dem Dampfboote „„Conslitulion“* heute hierher zurückgekehrt. Der in Smithfield kommandirende Offizier hat erklärt, er bedürfe ihrer Dienste nicht, da die Miliz der Umze- gend mehr denn zureichend sch, um die Mörder den WBehörden 1 TEDEDLIC E Dasselbe Blatt giebt eine Liste der von den Negern umgebrachten bis jeßt aufgefundenen Personen : ‘diese sind: die Familien Waters, Whitehead, Vaughan, Willian?s, Travis, Reese, Báines, Turner uud 10 Unbekannte,

Oa.

Verlin, 6. Oft. Auch der Bischof von Trier, Herr von Hommer, hat. (der Kölnischen Zeitung zufolge), für den Fall, dag jene Gègenden von der Cholera ‘heimgesucht werden, ein geeignetes Pastoral -Schreiben au seme Diócesanen er- gehen lafcu. i :

Im verflossenen Zten Quartal slnd in den Hafen zt Swinemünde 343 Schiffe vou zusammen 28,076 Laften Größe eingelaufen. Davon waren 934 beladen, 85 bedallastet, 23 Noth- hasuer und 1 Nothrheder. Ausgegangeu sind dagegen 261 Schiffe von zusammen 20,414 Lasten Größe und darunter 170 beladen, 65 beballastet, 25 Nothhafuer und 1 Nothrheder. Unter den eingelaufenen Schiffen befanden Nc< 260 und unter den ausge-

laufenen 172 Preußen. F #6

tk Cle r s

der Nesidenzfladt Berlin wären erfr. genes. bis zum 5. Oft. Mittags 1071 233 Hinzugekf. bis zum 6. Oft. Mittags 51 14 33is zum 6. Olt. Mittags Summa 1122 247 Hierunter sind vom Militair . 10.2 S Jn ihren Wohnungen werden behandelt 119 Personen, m

Sn gestorb. Bestand 680 158 29 166

709 166

| den Hospitälern 56.

Negierungs-Bezirk Dam ai

Nachdem in der Stadt Danzig vom 26. September bis 1. Oktober 2 Personen neu erkcankt, 3 gestorben, 3 genesen wa- ren, befand si<h daselbft. an diesem Tage fein Cholera - Krauker mehr. Es sind überhaupt erfranft, genesen, gestorben.

1439 383 1051 und zwar in 5 äußeren. Vorstädten 106 19 87 in den ländlichen Ortschasten des Sa- *> nitäts- Bezirks 105 2 93 in der Stadt selbst 1228 3957 871 Sumna . 1439 388 1051 Darunter Militair . 245 136 109 Civil, . ¿1194 252 942 Ansgebrochen ist die Cholera:

Danziger Landkreis, am 23. Sept. in Groß- Tram p- fen; Neustädter Kreis, m Rieben am 27. Sept. ; Star- gardter Kreis, in Raliska und Amtsfkrug Stargardt; Marienburger Kreis, in Pahlschau und Groß: Li ch- tenau; Berenter Kreis, in Alt-Paleschfken am 23, September.

Im ganzen überhaupt :

Regierungs - Bezirk sind bis zum 1. Oktober

erfranft, genesen, gestorben, Bestand. 4513 1458 2958 97 :

Jn der Stadt Elbing scheint die Cholera ganz aufgehört

zu habez1. : Regierungs-B ezirk Oppeln.

Kreis Ratibor. Außer in der Vorstadt von Ratibor ist bis zum 28. Sept. die Cholera in Oftrog, Plania und Bosay zum Vorschein gekommen.

Kreis Pleß. In Groß Chelm ist sie am 24. Septbr. neuerli<- wieder ausgebrochen.

Im ganzen Regierungs: Bezirk sind bis jet überhaupt

erfranft, genesen, gestorden, Bestand. 389 151 230 8 Regierungs-Bezirk Breslau.

Fn Breslau sind am 30. September und 2. Oftober 2

unbedingt der Cho!era beizumessende Fodesfálle vorgekommen.

Wenn bei den meisten der bis jeht hier beobachteten Cholera- Kranken eine La Anste>ung nachgewiesen werden konnte, #9 ist doh nicht zu läugnen, daß bei einer genau erforschten Anamnese der einzelnen Krankheitsfälle fast immer anderweitige schädliche Ein- flúisse aufzufinden waren, wodurch die nachgewiesene Kontagion als eine hierdurch bedingte erscheinen mußte. ;

Eine Sammktung solcher Krankheitsfälle, wo bei einer erwoiese- nen Anste>ung,- troh der sorgfäitigsten, vdllig vorurtheilsfreien Nach- forschung, feine anderc schädliche Einflüsse, weder gleichzeitig wir- fende, noch unmittelbar vorhergegangene, nicht die Pjiyche ergret- fende, nicht den Körper afficirende, aufzufinden waren und nur das Zusammenseyn mit einem Cholera - Kranken , oder der Aufenthalt in einem inficirten Lokale, zur Ausbildung der Krankheit im konkreten Falle genügte, möchte daher wohl von- allgemeinem Futeresse und als cin Beitrag zur einstigen Lôsung der das ärztliche Publikum jept besonders beschäftigenden Aufgabe zu betrachten seyn.

1

Am 12. September suchte der Arbeitsmann F. bei mir Hülfe fúr seine Tochter, die, wic er glaubte, bet der Wartung einer an der Cholera leidenden Frau angeste>t seyn mdchte; leider fand ich dies bei meinem Besuch beslätigt. Sie wurde als vdllig ausgebil- dete Cholera-Kranke der Behandlung des Herrn Wr. Rombecg über- liefert und am 24sten ejd. geheilt aus der Anstalt entlassen. Am 13ten Morgens besuchte ih den fontumazirten F., einen kräftigen, in manchem Feldzuge abgehärteten, Sechziger. Er evbietet sich zum Krankenwärter und glaubt sich zu diesem Geschäft besonders des- halb geeignet, da er gar nicht wisse, was Furcht vor der Anfie>ung

und Ekel scy. Drei Stunden spâter bricht bei ibm die Cholera aus, er wird in die Heil - Anstalt gebracht und stirbt am 4ten Tage in einem typhdôsen Zustande.

2,

Am 13ten Sept. wurde der an der mann T. obducirt. Nach der Obduction ih über ihren so eben erlittenen Verlust sprach : scy doch au< kein gani junger Mann mehr gewesen, 9der später würden wir Alle demselben Sehicksal erliegen.//

Cholera verstorbene Kauf, äußerte seine Witiwe, als „der Verstorbene und früher

Jhr Ges

1 « o «f o [. Stag,

suntdheitszustand war [zu der Zeit ungestdrt, \o wie sie dent Über.

haupt mit einer eben fo festen physischen Constitution als schwer jy afficirendem Gemüth begabt erschien. Jn der * folgenden Nacht je:

doch exkranft sie und eine, in demselbán Hause wohnende, S ek j . farben wurde feines der

Yerstorbenen vielfach beschäftigt gewesene Freundin. Beide im Lauf des folgenden Tages; bei der Obduction

bet Cholera-Leichen konsianten Symptome vermißt. 3

Der Schlosser- Gesell M. verliert am der durch die Cholera und hofft, sein lebtes 1 zu erhalten, indem er es aus der cernirten Wohnung entfernt un) dasselbe der Pflege einer thm befreundeten Familie übergiebt , die, wie er wußte, in einem bis dahin nicht inficirten Hause in etncy entfernten Stadttheile wohnt. Nach zwei Tagen erkrankt das biz: her gesunde Kind plöhlich und stirbt nach wenigen Stunden unt Erscheinungen der Cholera. Die Obduction der kleinen Leiche ver: bannte jeden Zweifel Über die Todes - Ursache. Am 26sten wird dit bisherige Pflegeriti des Kindes von der Cholera befallen, eine rüstige, vollkommen gesunde Frau. befördert. 4 Der Rentier K. wo zwei Tage vorher die Cholera auëgebrochen war / und stirbt an nachdem die Erscheinungen der Cholera beseitigt roaren in einem typhdsen Zustande. Sein bisheriger Wärter B. wird Be: hufs der Kontumazirung in der nirt. Nach zwei Tagen wird er von am 3. Oktober Vormittags. Jn der

genannten Zufälle beseitigt, so daß er gegen Abend in eine Kont

maz - Anftalt gehen kann.

Bom 2Nften bis inkl. 27sen d. M. sind nachstehende milde B träge zur Erleichterung des beigeführten Nothstandes eingegangen :

3569) H. Demuth 5 Rthle. 370) Dlle. Fohanna Flatau 3 Nthlr, D 2 N 2 o Nthlr. 373) das Hoh: [òôbl. Offizier-Corps des 2ten Garde - Uhlanen-Regiments 36 Nthlr. 20 Sgr. 374) die Avancirten der în Torgau garnisonirenden Artil: lerie- Abtheilung 20 Nthlr. 23 Sgr. , zusammen "72 Rthlrx. 13 Sgr,

Berlin, den 28. September 1831.

Fm Namen des Vereitts: 9. Boyen. Fränkel. Friese. Köhler. Muhr. Poselger.

v. Auerswald.

Berliner Bs 6 Den 6. Oktober 1831. / Amll. Fonds- und Geld -Cours- Zettel. (Preuss. Cour)

7 Orte] G4] | Zf.| Brief. Geld, 987 |

| Ostpr. Flandbrf. | 4

| Pomm. Pfandbrf. | 4 1054 | 981 fKur- u. Neum, do.| 4 1055 832 ISchlesische do. —- [Rkst.C. d. K.-u.N.|- Z.-Sch. d.K.- u. N-

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St, - Schuld - Sch. Pr. Engl, Anl. 18 Per. Engl. Anl. 22 Pr. Engl. Obl. 39 Karm. Obl. m. !.C. Neum. Int.Sch. do. Berl. Stadt-Ohblig. Königsbg. do.

Elbiager do.

Danz. do. in Th. VVestpr. Pfandbr.

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Amsterdam 50 FI. dito 250 Fl. 2 Mt. Habe N 300 Mk. [Kurz dito 300 Mk. (2 Mit.

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8 Tage 9 Mt.

3 V och. Kurz

Wien in 20 Xr

Augsburg

Breslau

Leipzig

Frankfurt a. M. WZ

Petersburg BN. Warschau

150 Fi. 100 Rbl. 600 F.

23. September zwei Kin: Fahr altes Kind si

Sie wurde in dic Hil - Anstalt Nr. [i

erkrankte am 29. September in einem Hause}

Wohnung des verstorbenen K. cer der Cholera befallen und fstirh{ Nacht vor seinem Tode be: fommt der ihn wartende G. pléßlich Leibschmerzen - Diarrhoe un)! Erbrechen; zwe>dienliche Mittel haben bis zum anderen Mittag dil

durch die Cholera in den Provinzen her: F

Brief. | Geld,

Auswärtige Börsen. Amsterdam. 1. Oktober. Niederl. wirkl. Schuld 372. Kanz-Billets 134. Oesterr. Sproc Metall. 771. Russ. (bei Hope) €£63. Hamburg, 4. Oktober. Oesterr. 5proc. Metall. 80. proc. 6°. Bank-Actien 965. Engl. Anl. 894. Russ. Anl. Hamb. Cert. 822. Poln. 102. Dän.

Lonilon, 39. September. 3proc. Cons. 813. Bras. 467- Dän. 621. Griech. 20.22. Mex 36. Portl. 51. Russ. 913. Wien, 1. Oktober. 5prac Metall. 795. 4proc. 695. Bank-Actien 960.

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Königliche Schauspiele,

Freitag, 7. Oft. Jm Opernhause, Don Juan, Opt in 2 Abtheilungen; Musik von Mozart. (Mad. Fischer, von Großherzoglich Badenschen Hoftheater zu Karlsruhe: Donn

Anna, als erste Gastrolle.)

Sonnabend, 8. Oft. Im Schauspielhause: Das Blatt hat sich gewendet, Lustspiel in 5 Abtheilungen. (Mad. Wolff : Amts rathin Toll.) Hierauf: Demoiselle Bock, Lustspiel in 1 Aft.

Königstädtisches Theater.

Freitag, 7. Oft. Zum Eistenmale:

NEUESTE BŒRSEN -NACGHRICHTEN,

Paris, 30, Sept. 5proc. Nente lin cour. 87. 70, Zpro( fn cour. 58. 95. S5proc. Meap. fin conr, 69. 60. j

Frautfuri a. W., D Okt. Oesterr. 5proc. Metall. 79 795, 4pvroc. 69. 684#. 27proc. 40. 393. dproc, 175. Br. Bank: Act. 1154, 1152. Partial - Obl. 1183. G, Loose zu 100 Fl 1612, G, - Poln. Loose 505. 50.

———

Redacteur Fo hn. Mitredacteur Cottel. L I Ü E GBedru>?t hei A. W, Hy?

Russ

Fen Beamten

Der Berichterstatter Propositionen, ‘wobei er die Ausicht geltend machte, daß es un-

2tproc. 404. Part.-Oblig. 115)

Das Portrait der Mul ter, oder: Die Privatkomóödie, Lusispiel 11 4 Akten, von S' chröodet. F

E esammt - Ausgaben nmiît 1,172,512,439 r

Allgemeine

Preußis<he Staats-Zeitung.

: 279.

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Berlin, Sonnabend den E o E t

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8gten Oktober.

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Amtlihe Nachrichten. Kronik des Tages.

Se. Majestät der König haben dem vormaligen - Bezirks- dorsteher, Rentier Koh zu Berlin, den Rothen Adler: Orden erter Klasse zu verleihen geruht.

Zeitungs-Nachrichten. Ol U 0.

Rußland,

St. Petersburg, 28. September. Se, Majestät der aiser haben dem Ober: Commandeur des Hafens von Kron- adt und dortigen Militair-Gouverneur, Vice-Admiral Roshnow, ir dessen Anstrengungen während der Cholera- Seuche und die lungene Erhaltung der Ordnung in jener Stadt und im Ha- n, die brillantenen Fnsignien des Alexander-Newosfy-Ordens und m Commandeur der ersten Division der Baltischen Flotte, zice:-Admiral Grafen Heyden, für dessen Mühwaltungen während s von ihm geführten Kommando?s der Eskader im Mittellän- hen Meere, so wie während der Zeit, wo die Cholera in ronstadt grassirte, das Großfreuz des St, Wladimir - Ordens ter Klasse verliehen.

Die hiesigen Blätter enthalten den Kaiserl. Ufas we- en der (von uns bereits gemeldeten) Erhebung des Grafen \asfewitsh von Eriwan in den Russischen Reichs - Fürstenstaud, nter dem Titel: Fürst von Warschau.

Der General-Major Koschkull is zum Commandeur des eibgarde- Kürassler - Regiments und der Flügel - Adjutant Sr. Naj., Oberst Grünwald, zum Commandeur des Nowgorod schen Rürassier- Regimenis ernannt worden.

Der Fürst Serge Gagarin ist zum Ober - Hofmeister Sr. Maj. des Kaisers ernanut worden. ;

Ein Ertraklatt der hiesigen Zeitung enthält den Be- ¡<t über die lepteu Operationen des Generals von Nosen gegen as Romarinosche Corps. (Der Jnhalt desselben stimmt mit em bereits in den Warschauer Zeitungen bekannt gemachten und

Nr. 272 der St. Zeit. enthaltenen Bericht völlig überein. )

Nach einer in der Handels - Zeitung enthaltenen Uebersicht

immt die Gold- Ausbeute im Ural jährlich zu; in der ersten Hálfte dieses Jahres betrug sle 192 Pud 28 Pfd. 12 Pud 143) (04 Pfd. mehr, als im entsprehenden Zeitraume vorigen Jahres ; 1427 A 153i M 1523 Y 3 "lt. ) :Al h 2 At. »

n Platina war dagegen geringere Ausbeute gewesen. Fn den vier Tagen vom 23ften bis 26ften d. M. sind hier Personeu an der Cholera erkrankt, 7 genesen und 8 ge-

Morben.

Syn tre 0.

Deputirten-Kammer. Die Sißung vom 29. Sept. sröffnete Herr von Cormenin, indem er der Versammlung die achstehende gesegli<e Bestimmung vorschlug: „Das Gese vom 1, Sept. 1807 in Betreff der den höheren Staatsbeamten zu ewilligenden außerordentlichen Pensionen ist aufgehoben.‘ Die Rammer willigte darein, daß Herr v. Cormenin diese Proposition ah der Erledigung des Pairs-Geseyes näher entwickle. Hier- uf wurden die Berathungen tiber das Budget von 1831 fortge- e6t und beendigt. Die Versammlung war Tages zuvor bei dem tat des. Finanz- Ministeriums, dem lebten, worüber sie noch zu ebattiren hatte, stehen geblieben; in diesem hatte das Kapitel iber die General-Einnehmer Herrn Alby zu der Proposition be- pogen, daß man die geseßlich verfügten Gehalts - Abzüge nach em Gesammt - Einkommen der Einnehmer bere<ne, einem

ntrage, welcher, so wie ein ähnlicher des Herrn Havin, des Jn- alts, daß man auch das Pausch -Quantum, welches die höhe- für ihre. Bureaus erhielten, jenen Abzü- en unterwerfe, der Kommission zur Prüfung überwiesen wurde. stimmte jeyt für die Verwerfung beider

illig seyn würde, einem Beamten eine Einnahme zu verkürzen, ie er nicht zur Bestreitung persönlicher Ausgaben , sondern zur Bercichtung seines Dienstes erhalte. Ueber diesen Antrag erhob < eine weitläufige, jedo< an sich völlig unerhebliche, Debatte. herr von Podenas unterstüßte die Propositionen der Herren lby und Havin, während Herr Humann sih denselben wider- 6te. Als es zur Abstimmung fam, wurde zunächst der Antrag des Herrn Havin verworfen. Herr Alb y trat jegt zur Berthei- digung des seinigen auf. Der Finanz-Minister bekämpfte denselben; es würde, meinte er, schon deshalb unmöglich sehn, den General-Einnehmern außer ihrem Gehalte an< no< von hrer Neben-Einnahme Abzüge zu machen, als diese leßtere si< pie genau bere<hnen lasse. Herr Humann fügte hinzu, einige

WGeneral-Cinnehmer hätten vor wenigen Mochen #0 schlechte Ge-

<áfte gemacht, daß man sie ihres Amtes habe entlassen mússen.

H, Dies kommt daher, ‘“ rief Herr Dubois-Aymé, „weil sie ihre

igenen Geschäfte und nicht die des Landes besorgten.‘ Herr umann fuhr fort: Man dürfe nicht außer Acht lassen, daß die General-Einnehmer eine bedeutende Caution stellen und eine Summe von gleichem Betrage stets in Kasse haben müßten ; die Faution werde ihuen mit 4 pCt., der eiserne Bestand aber mit 5 pCt. verzinst; sle hätten also ihr Kapital durchschnittlich nur rit 47 pCt. angelegt, wogegen sie 6 pEt. haben fönnten, wenn sle proc. Nente zu 90 pEt. kauften. Nach einigen anderen Be- nerkungen in dem Jnuteresse der General: Einnehmer, die (wie ereits gestern gemeldet) nur ein Gehalt von 6000 Fr. beziehen, urde die Proposition des Herrn Albh mit starker Stimmen-

ehrheit verworfen, und die Kammer bewilligte hinter einander ie Ausgaben für die Erhebung der indirekten Steuern, für die

Wiosten und für die Lotterieen, so wie demnächst das Kapitel der

ore CŒœ

Dex Ueberschuß

der Einnahme über die Ausgaben (nämli<h mit Hinzurech- nung der außerordentli<hen Einnahmen) wird im Zten Arti- fel des Budgets auf 131,187,437 Franfen berechnet und soll auf das Budget von 1832 libertragen werden. Auch dieser Artikel ging ohne Weiteres dur<. Herr Dubois-Aymé trug sodaun auf folgende Zusay - Bestimmung an: „Die Regie- rung darf hinführo nicht anders als mittelst Publicität und Kon- kurrenz Kontrakte abschließen, Käufe oder Verkäufe vornehmen, Neubauten oder Reparaturen verfügen, sobald der Gegenftand mehr als 3000 Fr. beträgt. Nur in dringenden Fällen, die in- deß gehörig nachzuweisen sind, kann der betreffende Minifter von dieser Bestimmung abgehen. Ausgenonmmen davon sind alle Er- werbungen oder Bestellungen im Gebiete der {önen Künste.‘ Herr Salverte unterstüßte diesen Antrag, während der Be - ri<hterstatter und demnächst auch noch der Handels-Minister sich demselben widerseßten. Lebterer bemerkte unter Anderen, die Negierung seh gewiß sehr für den Grundsaß der Puböli- cität und Konkurrenz eingenommen; indessen dütfe dieser Grundsaß do< uicht in #2 absoluter Weise verstanden werden, daß man ihn der Regierung als eine allaemeine Negel aufstelle; wo es sl< z. B. vom Brü>ken- , Schleusen- oder Chaussee-Bau handele, möchte es sogar gefährlich seyn, den Weg der bffentlichen Submission zu wählen, da bei solchen Gegenstän- den ni<t sowohl der Mindestfordernde, als der Geschickteste be- rücésitigt werden müsse; er hoffe daher auch, daß die Kammer der Regierung die Wahl der Gegenstände überlassen werde, die ohne Nachtheil für den öffentliczgen Dienst den Mindestfordern- den in Entreprise gegeben werden könnten. Als es zur Abstim- mung fam, erhob si die äußerste Rechte und Linke, so wie ein Theil des Centrums, zu Gunsten des Amendements, worauf der Präsident erklärte, daß dasselbe verworfen seh. Mehrere Stim- men stellten dies jedo<h in Abrede. Der Präsident bemerkte darauf, daß, während die ihm zur Rechten sißenden Secretaire der Meinung gewesen wären, daß die Majorität der BVersamm- lung si< gegen das gedachte Amendement erhoben habe, die Secretairs zu seiner Linken, wie er so eben erfahre, nicht eben so einmüthig darüber dächten. Es wurde daher zu einer zweiten Abstimmung darüber geschritten, deren Resultat die An- nahme des Amendements war, Ein anderes Amendement des Hrn. Chasles, des Jnhalts, daß hinführo die Budgets- und Rechnungsabschlú}e, sammt alleu Belägen dazu, au sämmtliche Bibliotheken des Landes versandt würden, wurde dagegen ver- worfen und das ganze Budget zuleyt mit 261 gegen 15 Stim- men angenommen. Am folgeuè?n Tage begannen in der Kam- mer die Berathungen über den Geseß-Entwurf wegen der Reor- ganisation der Pairs - Kammer. Zugleich verlangte der Präsi- dent des Minister- Raths einen neuen Kredit von 500,000 L zur Unterstößung der Ausläuder, die si< wegen politischer

reignisse nach Frankreich geflüchtet haben. Die Kammer hatte zu diesem Behufe bereits die Summe von 1 Million auf das diesjährige Budget bewilligt.

Paris, 30. Sept. Vorgestern Abend fand im Palais- Royal ein großes Konzert statt, welchem der Kaiser Dom Pedro mit seiner Familie, die Infantin Donna Anna von Portugal und deren Gemahl, der Marquis von Loulé, mehrere auswärtige Gesandte, so wie viele Pairs und Deputirte, beiwohnten.

Eine Deputation des Departements der Nieder-Loire hatte vor einigen Tagen die Ehre, dem Könige die (neulich erwähnte) Adresse der Stadt Nantes zu überreichen, worin diese ihren Un- willen über die legten hiesigen Unruhen zu erkennen giebt.

Fn der inneren Einrichtung der Tuilerieen, die in der näch- sten Woche die Königl. Familie beziehen wird, haben nur wenige Veränderungen stattgefunden; der Thronsaal ist fast ganz so wie- derhergestellt worden, wie er vor der Juli-Revolution war. Der früher von der Herzogin v. Berry bewohnte Pavillon wird, wie es scheint, leer stehen bleiben.

Einem der hiesigen Blätter zufolge, hat Oberst Feisthammel gestern das Patent als Gouverneur der Tuilerieen erhalten.

Mittelst Königlicher Verordnung vom heutigen Datum ift Herr Nau de Champlouis von seinem Poflen, als Práfeft des

epartements des Niederrheins, mit Vorbehalt einer anderweiti- gen Anstellung, entlassen worden und hat den bisherigen Prä- feften des Departements des Doubs, Herrn Chopin d’Arnou- ville, zum Nachfolger erhalten. Der Messager des Cham- bres bemerft, der Grund zu der Entlassung des Herrn Nau de Champlouis sey seine bei den Straßburger Unruhen am 2s5ften d. M. bewiesene Schwäche.

„Ein ganz unerwartetes Gerücht“, heißt es im Courrier francais, „hat sid gestern verbreitet. Fn dem Augenbli>e, wo Herr Périec sein Kabinet befestigter als jemals glaubte, führt das Ausscheiden eines Ministers vielleicht die gänzliche Auflösung desselben herbei. General Sebastiani saß gestern nicht auf der Ministerbank, sondern neben Herrn Bertin Devaux (im linken Centrum). Mehrere Deputirte erzählten gestern Abend, General Sebastiani habe gegen sle geäußert: er scheide aus dem Ministe- rium aus; weder im Fnneru noch na< außen hin seyen ernft- liche Schwierigkeiten zu befürchten; alle unter feinem Minifte- rium begonnene Angelegenheiten sehen fast beendigt, und es könne daher der Erfüllung des {hon lange von ihm gehegten Wunsches, sich zurückzuziehen, nichts im Wege stehen. Man will wissen, der Entschluß des Grafen Sebastiaui stehe mit der Angelegen- heit des Geueral Guilleminot im Zusammenhange; es fey nämkih erwiesen, daß dieser zu dem von ihm gethanen Schritte, welcher seine Zurlickberufttng herbeiführte, Befehl erhalten habe, 1nd daß dieser Befehl ihm ohne Mitwissen des Kabinets übersandt wor- den sey. General Guilleminot hatte bekanntlich vor einigen-Ta- gen eine Privat-Audienz im Palais - Royal ; die auf seine Abbe- rufitng bezüglichen Thatsachen sind in der. Kammer zur Sprache gekommen und dennoch hat er selbft si enthalten, die Auffklä- rungen darüber zu geben, welche die Oeffentlichkeit, die die Sache dadur erhalten, zu fordern schien. Jedoch soll er sich gegen seine Freunde ausgesprochen haben, Dies Alles d indessen uo Gerüchte; uur so viel ist bis jegt gewiß, daß General Se:

basiani aus dem Ministerium tritt.‘ Der Messager des Chambres wiederholt diese Gerüchte ohne weitere Bemerkung.

In der heutigen Sißung der Pairs-Kammer ftattete der Graf v. Tournon den Kommisslons-Bericht über den Gesey-Ent- wurf in Betreff der Eröffnung cines außerordentlichen Kredits für die Kanalbauten ab und trug nah einigen Bemerkungen auf die Annahme desselben an. Nach einer Erwiederung des Handels: Ministers wurde der nur aus einem Artikel bestehende Entwurf mit 62 unter 63 Stimmen angenommen.

Der hiesige erste Wahl-Bezirk hat gestern an die Stelle des Hexrn C. Périer den ehemaligen Polizei-Präfekten, Herrn De- bellehme, mit 551 unter 714 Stimmen zum Deputirten gewählt. Ju Lapallisse (Dept. des Allier) ist siatt des Hercn v. Tracy, der für den Bezirk Moulins des}elden Departemeuts optirt hatte, Herr Paul Meilheurat zum Deputirten ernaunt worden.

Der heutige Moniteur promulgirt mit dem Datum des 28. Sept. das von den Kammern angenomniene Geseb über die MWähler- und Geschwornen-Lifien.

Die Nord - Armee soll dur eine neue, vom General- Lieute- nant Janin befehligte, Fnfantecie : Division und dur zwei bei Givet liegende Kavallerie-Brigaden verstärkt werden.

Dem YFournal des Débats wird ans Charleroi ge- schrieben": „„Seit vier Tagen hat die Räumung Belgiens dur< die Franzößishe Armee begonnen und wird mit dem 30fien been- digt seyu. Die Dragoner-Brigade von Latour-Maubourg hat sich zuerst in Bewegung gesebßt; ihr folgten die Artillerie, der Train und das 65ste Fnfauterie-Regiment. Alle diese Truppen standen zwischen Charleroi und Beaumont. Gestern is das Haupt- quartier des Generals Tiburtius Sebastiani von hier abgegangen ; er felbst ift von hier abgereift, sobald ihm der Ausbruch der leßten Pariser Unruhen bekannt wurde. ‘‘

Auf Befehl des Kriegs- Ministers is das Depöt der Frem- den- Legion von Bar-le-Duc nach Tonl verlegt worden,

Jn der Armee haben neuerdings zahlreiche Beförderungen ftattgefunden.

Der Vicomte von Martignac ift vorgestern hier angekommen.

__ Briefen aus Neapel zufolge, steht der Minister der auswär-

tigen Angelegenheiten, Fürst von Cassaro, im Begriff, sich nach Genua einzuschiffen, um für den König um die Hand der Prin- zessin Christine von Sardinien anzuhalten.

Die France Nouvelle meldet: „Von den 206 in Paris befindlichen Jtaliänischen Flüchtlingen sind 87 in die Amnestie einbegriffen ; 35 von ihnen find bereits ‘abgereist, um in die Päpstlichen Staaten zurücfzukehren, und die übrigen 52 haben ihre Pásse verlangt, um ihnen zu folgen.“

Fn der Nacht vom 28flen auf den 29sten d. wurden an die Straßen-Ecken des Faubourg St. Jacques viele mit Lilien ein- gefaßte Proclamationen mit der Ueberschrift: Es lebe Heinrich V. angeheftet. Auch cirkuliren große bronzene Medaillen mit dem Bildnisse des Herzogs von Bordeaux und der Umschrift: Hein- ri< V. König von Frankreih und Navarra. An der Stelle der Fahreszahl steht: der Zweite August 1830. (Tag der Abdankung Karls X. und des Herzogs v. Angoulème.)

Die gestrige Nummer der Quotidienne is, weil in ihr ein Artikel aus einem konfiscirten Blatte dec Tribune wiederholt war, auf der Post in Beschlag genommen worden. Gleiches Schicksal traf gestern das Journal „la Caricature‘‘, welhes no< vor sei- nem Erscheinen beim Buchdrucker in Beschlag genommen wurde.

Großbritanien und Jrland.

Parlaments-Verhandlungen. Oberhaus. Siz- zung vom 29. Sept. (Nachtrag.) Nachdem Lord Wharn- cliffe auf die bei Gelegenheit der Edinburger Bittschrift vom Lord-Kanzler Qa ten Bemerkungen entgegnet hatte, daß man die Englische Reform-Bill füglich verwerfen und doch für eine Ver- besserung in der Schottischen Repräsentation seyn könne, sagte der Lord-Kanzler, es freue ihn, zu vernehmen, daß mindeftens do< Schottland in jedem Falle, nah den Anti:Reformisten dazu verdammt, seiner eigenen Meinung nach dazu vom Himmel aus- ersehen sey, eine neue parlamentaris<he Verfassung zu erhalten. Jedenfalls werde er jedoch nicht zugeben, daß Englands Gatton imd Alt-Sarum im Oberhause Guade finden, während Schott- lands Edinburg und Glasgow mit revolutionnairen Reforn1- Maaßregeln heimgesucht würden. Wollte man in England die Mißbräuche bestehen lassen, so würde er selbst die von Schott- land in Schuß nehmen. Lord Camperdown meinte, es sey nichts ungereimter, als die Ansicht, daß Schottlands Wohlftand seinem \schle<ten Repräsentativ - Shsteme beizumessen sch, dieser wáre vielmehr ledigli der Union mit England zuzuschreiben. Die Lords Melville und Caruarvon schlossen si< der An- siht des Lord Wharnclisfe infoferu an, daß auch sle erklärten, die EnglischeReform habe mit der Schottischen nichts gemein, und wer ge- gen die erstere sey, könne doch die legtere in Schuß nehmen, Der Lor d- Kanzler, der demnächst eine Bittschrift der Londoner Cith zu Gun- sten der Reform-Bill überreichte, suchte das Unhaltbare des Rai- sonnements, daß England der Neform toeniger bedürfe, als Schott- land, darzuthuii und sagte tinter Anderem: „Der Wohlstand Schottlands oder Englands unter dem bisherigen Syhfieme be- weist gar nichts. Unbezweifelt war der Zitstand dieses Landes au blühend, bevor wir den Afrikanischen Sklavenhandel abschaff- ten, und do< wird si< gegenwärtig Niemand dazu hergeben, diesen Hande! anzupreisen, den wir zeßt als ein Diebes - Hand- werf ansehen. Das Land prosperirte vor der fatholishen Eman- cipation ebenfalls, und doch bezweifelt jeßt Niemand mehx die Zweckmäßigkeit und Gerechtigkeit jener großen Aenderung eines lange beibehaltenen Systemes. Ein \o ungereimtes Argument, wie das vorhin erwähnte, würde in der That allen Verbesserun gen, die wir jeßt vornehmen wollten, in den Weg treten.‘ Lord Wynford nahm die Gelegenheit wahr, um zu bethenern, daß er fein Anti- Reformist sey. (Hört, hört! von den ministeriellen Bänken.) „„Dieser Beifall‘, fuhr der Lord fort, „soll mich nicht verhindern, zneine Meinung deutlich an den Tag zu legen. Jch bin nämlich kein Anti-Reformift; nah dem aber, was der edle und gelehrte Lord (Brougham) geäußert, und