1831 / 281 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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nes lebel is die große angt \hlechthaltiger Kupfermün- ze, welche überall cirfulirt. ie hat fast nur einen fin- girten Werth und bedroht , in Gemeinschaft mit der vie- len falschen Münze aus dem Jn - . und Ausland, Handel und Regierung mit einer plöglihen Ebbe. Jn dieser Beziehung find der Kammer bereits zwei Geseßentwürfe vorgelegt, von de- nen. der eine seiner Unausführbarkeit wegen einstimmig verwor- fen, der andere aber von der Spezial- Kommission selbst, welche mit Prüfung des ersteren beauftragt war, ausgearbeitet wurde. Zwei Theile treten in diesem Entwurf vorzüglich hervor : erstens derjenige, wo die Kommission mit Gründlichkeit die Finanz- Maximen auseinanderseyt, von denen sle sih bei ihrer Arbeit leiten ließ, mit besonderer Berücksichtigung der verschiedenen Lage derjenigen Provinzen, wo Papier cirkulirt, und derjenigen, wo noch die Circulation fostbarer Metalle ftattfindet ; die Ursache, weshalb das Kupfergeld den Vorzug über das Papier behauptet, schreibt - die Kommission mit Recht der ungeschickten Eintheilung dieses Papiers zu und schlägt als das unfehlbarste Mittel, diesem Uebel abzuhelfen, die Verausgabung kleiner Billets vor; zwei- tens derjenige, wo der Vorschlag zu Provinzial-Banken gemacht wird, die auf Actien von höchstens 500,000 Dollars in jeder Provinz gegründet werden sollen, und denen das Einziehen des Kupfers und des Papiergeldes der vormaligen Bank von Rio Yaneiro und ihrer Filial:Banken zu übertragen wäre ; für die Sicher- heit ihrer Billets hätten diese Provinzial-Banken zwei Drittheile des Werths ihrer Noten in der Tilgungs-Kassezu deponiren; diese Noten sollten in allen Verwaltungs - Zweigen für baar angenommen werden; von dem Tage au, wo eine Bank aufhörte, ihre Bil- let? nach Sicht in klingender Münze zu bezahlen, ware sie als bonkerott zu betrahten; mache eine derselben der Regierung ein Darlehen, so solle augenblicklih die Gesellschaft ihrer Actionnaire aufgelöst werden. Auch dieser Entwurf möchte jedoch vielen Schwierigkeitèn bei seiner Ausführung begegnen ; denn abgesehen davon, daß die Kommission nicht" angiebt, wie, wann und unter welchen Bedingungen jene Banken das Einziehen des Kupfers und Papiergeldes bewerkstelligen sollen, so scheint in der Organi- sation dieser Banken ein Hauptfehler niht bemerkt worden zu seyn. Einerseits nämlich genöthigt, zwei Drittheile des Werths ihrer Billets in der Tilgungskasse zu deponiren, würden sie noth- wendiger Weise wenigstens die Hälfte desselben Werthes zu ihrer Verfügung bereit halten müssen, um ihre Billets nah Sicht realisiren zu fönnen, und so wären sie genöthigt, gegen das Prin- zip der Banken, eine weit größere Summe, als die von ihnen in Umlauf gebrachte, unbenugt liegen zu lassen und hierdurch die Geldgeschäfte einer Stockung auszuseßen, die in Brasilien um so mehr zu besorgen stände, als hier Industrie und Handel bereiis von Kapitalien sehr entblößt slnd, die sich dann alle in diese Banken vergraben würden, wenn dieselben ein so überaus großes Vertrauen darböten; auch ift es sehr zweifelhaft, daß die in der Civilisation noch sehr zurücksteh-nden Provinzen- die zur Organisation solcher Finanz-Justitutionen nöthige Jutelligenz besißen möchten, Zwar würde man in den aufgeklärteren Provinzen, wie Nio Xaneiro und Bahia, weniger Gefahr damit laufen; indeß haben selbst hier die Operationen der vormaligen Bank eben nicht von roßer Einsicht gezeugt. Es exiftirt nun aber noch ein dritter Értiwürf, der den anderen ihr Gutes entlehnt und außerdem die Klippen zu vermeiden scheint, an denen jene bei der Ausführung wahrscheinlich scheitern würden. Dieser Entwurf, welcher unser ganzes Finanz-Shstem umfaßt, geht von einer völligen Umge- ftaltung des Münzwesens aus. Hierzu bietet sich um so mehr die Gélegenheit dar, als in den bedeutendften Provinzen Gold und Silber als Waaren betrachtet werden und das Kupfer dort nur noch eine eingebildete Münze ist. Nach jenem Plan sollte nun das Kupfer in allen Provinzen zu gleicher Zeit und, wo mögli, binnen einem Monat von der Regierung selbst eingezo- gen und ein Zwölftheil davon, oder, wenn es anginge, zwei Zwölf- theile in Kupfer und Scheide-Münze von gutem Gehalt, nach dem neuen Geldfuß, neun oder aht Zwölftheile aber in einem für jede Provinz besonderen Papier, das nur in dieser Provinz cir- fulicen dürfte, bezahlt werden. Dieses Provinzial-:Papier würde auf den inneren Werth des alten Kupfers und auf eine Spe- cial-Steuer oder eine Voraus-Erhebung der {hon existirenden Steuern ausgestellt werden. Die Einlösung dieses Papiers und der Antheil der Coupons sollen sich danach richten, ob in den Provinzen entweder Metall oder Papiergeld in Umlauf ist, Während nun die Kammer slch mit Maaßregeln von so großer Wichtigkeit beschäftigt, ist es niedershlagend, den Ausbruch von Unruhen zu sehen, welche nur zu Anarchie und Auflösung aller Verhältnisse führen können und die nütlihsten Arbeiten verei-

Krise sehn werde, indem ‘alle gutgesinnte Bürger ih um die National - Repräsentanten vereinigen, um deren Unverletlichfeit zu {üben und ihre und ihres Vaterlandes Zukunft zu sichern.

Inland.

** Straßburg (Wesipreußen ), 5. Okt. Die Polnische Armee hat heute die Preußische Gränze üdershritten und bei YFastrzembien das Gewehr geftreckt. Als bereits 2 Divisionen die Waffen niedergelegt hatten, entspann sih zwischen der Ar- rière-Garde der Polen und den Russen ein Gefeht. Es wurde sogleich ein Preußischer Offizier zu dem Russischen kommandiren- den General gesendet, um ihn mit der Lage der Dinge bekannt zu machen, worauf der General Doktoroff, welcher die Russische Avant - Garde befehligte, soglei das Gefecht abbrach und der Uebertritt ruhig fortgesest ward. Folgendes ift der Stand der ubergetretenen Polnischen Armee: General en Chef, Rhbinsfki ; Chef des Generalstabes, General Lewinski; General: Jutendant, Dobiezki; die Divisions- Generale Dembinsfi und Woyczhnski; die Brigade - Generale Muchowski, Ziemienzki, Sobierzhnski, Wroniezki, Böhm, Oborski, Dluski; drei Jufanterie-Divisionen, bestehend aus 12 Jufanterie-Regimentern, 6 Batterieen; 2 Ka- vallerie - Divisionen, 15 Regimenter, 2 Batterieen; eine Re- serve-Artillerie von 4 Batterieen; 1 Artillerie-Park und 1 Ba-

taillon Sappeurs. # #

# Cho 1e r6, În der Residenzstadt Berlin waren erfr. genes. geflorb. Beftand bis zum 7. Oft. Mittags 1155 261 729 165 Hinzugek, bis zum 8. Oft. Mittags 32 20 18 159

Bis zum 8. Oft. Mittags Summa 1187 281 TAT 159 Aus dern weiteren Berwaltungs-Be- zirk von Berlin bis zum 3. Oft. 19 3 15 1 Fn obiger Zahl Militair 11 2 8 L Fn ihren Wohnungen werden behandelt 102 Personen, in den Hospitälern 57. Regierungs-Bezirk Potsdam. Fn der Stadt Potsdam sind erfr. genes. gest. Bestand. bis zum 5. Oktober 16 4 8 d hierunter vom Militair 1 1. Ober-Barnimscher Kreis. Jn Leuenberg is eine Person an der Cholera verstorben, weitere Spuren der Krankheit haben sih nit gezeigt. Nieder-BVarnimscher Kreis. Am 2, Oktober ist die Cholera in Liebenwalde ausgebrochen, und sind bis zum bten d. M. bereits 5 Personen daselbst gestorben. Kreis Angermünde. Ju Hohensaaten und Liepe hat sie sich am 1. Oktober gezeigt. Regierungs: Bezirk Magdeburg. Fn der Stadt Magdeburg sind erfranft genesen gestorben Bestand bis Um: Dttober.... 9+ 8 1 darunier Militar .... 1 7 1 : Negierungs-Bezirk Gumbinnen. Ausbrüche der Cholera find bemerkt : ) Kreis Lyck, in Groß Prostken und Neu Jucha bis zum 26. Sept. ; Kreis Sensburg, der bisher von der Anfteckung ver- \chont geblieben war, in Alt- und Neu-Ucta bis zum 28, Sept. Regierungs-Bezirk Königsberg. Fn der Stadt Königsberg Ba erfr.

gest, Bestand. 97, September 1505 913 4

98. September 13 8 Z2

929, -

30. - 6 33 1. Oftober 16 43 2, c 9 42

Summa 1557 ; 42 darunter Militair 113 : ) 4 Ausbrüche der Cholera sind bemerkt : Kreis Mohrungen, in der Stadt Saalfeldt am 27. Sept. Kreis Heilsberg, wohin die Ansteckung bisher noch nicht gekommen war, in Scharuifk am 26. Sept.

gen. bis zum hinzugekommen am

Der in der Stadt Oppeln vorge ommene ; d eTrdac ige desfall ist nicht der Asiatischen Cholera zuzuschreiben,

Berliner Börse. r Den 8. Oktober 1831. «3

Amt]. Fonds- und Geld-Cours-Zettel. (Preufs. C; [Z}. (Brief [Geld] [Z/ [Brief

G S E R I A

912 | 907 JOstpr. Pfandbrf.| 4 | 985 100 | 996 Pomm. Pfandbr. 1057 |{ | 987 JKur-u.Neum.do. 105 845 | 841 ISchlesische do. 89 | 881 IRkst.C.d.K.-u.N 89 1Z.-Sch.d.K.-u N. 918 | 911

90 902

'EEMOGT D C A E St.-Schuld-Sch. Pr. Engl. Anl. 18 Pr. Ens]. Anl. 22 Pr. Engl. Obl. 30 Kurm.Vh m.L.C. Nmk.Int.Sch. dt Berl. Stadt-Obl. Königsbg. do. Elbinger . do. Danz. doe. in Th. Westpr. Pfandb. 964 Friedrichsd’or . Giosshz.Pos.do 99 Disconto

D SDIE V M B. UER I LCR I m CRLLS T M? I’, “C UACRLUD 3” P: PCE A V-A SAIDSTEEIE“ 2M P D ACTE T C K ie

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Amsterdam

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O 300 Mk. O C 1 LSil, P. SaO0UIE Wien in 20 Xr 150 Fl. Augsburg 150 Fl. Breslau 100 ‘Thl. Leipzig E R T 100 Tht. Frankturt a. M. WZ 150 1. Peterehura Deo «t. ile 100 Rbl. |3 Woch. Warschau 600 FI. Kurz

Auswärtige Börsen. s

2 "t. Kurz 2 Ut. 3 Mt. 2 Mt. 12 Mt. 2 Ut. 2 Mt. 8 Tage 2 lt.

Amsterdam. 3. Oktober. N run, fDie Direction des chirurgischen und pharmaceutischen Studiums

Niederl. wirkl Schuld 363. Kanz-Billets 134. Oesterr. fj

Metall. 77. Russ. (bei Hope) 863.

Hamburg, 6. Oktober. Oesterr. 5proc. Detall. 794 à 794. 4proc. 685 à 685. I Actien 940, pr. Nov 945. Russ, Engl. Anl. 885. oll. v. 183 Dän. 59. Poin. 100.

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London, 1. Oktober. 3proc. Cons. 814. Bras. (ex Diy.) 443. 36. Port. 514 Russ. 912.

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Königliche Schauspiele, Sonntag, 9. Oft. Fm Opernhause: Der Freischüt, d in 3 Abtheilungen ; Musik von C. M. v. Weber. (Mad. Fis vom Großherzogli Badenschen Hoftheater zu Karlsruhe: |

the, als Gastrolle.) Montag, 10. Okt. Fm Schauspielhause: Friedrich A

in Madrid, Schauspiel in 5 Abtheilungen, von C. Blum,

Königftädtisches Theater. Sonntag, 9. Okt. Der Bernsteinring, oder: Die máhlung an der Oftsee, Zauber - Oper in Z Akten. Montag, 10. Oft. Benvenuto Cellini, oder: Das |

der Porzia, Lustspiel in 4 Akten.

9

Dem heutigen Blatte dieser Zeitung ist die Bekanntma der Königl. Haupt-Verwaltung der Staats-Schulden, die ge liche Niederlegung der von derselben im Jahre 1830 für Amortisations - Fonds eingelösten Staats-Schuld-Verschreibu

betreffend, beigefügt. C C EL E B M F E D * SASCPE S E NE i UESE R La I O E R vi KIIET A J NEUESTE BŒRSEN - NACHRICHTEN, Frankfurt a. M., 5. Oft, Oesterr. 5proc. Metall. 8027, 4proc. 697. 693. 27proc, 403. 40g. 1proc. 173. Br, Y Act. 1171. 1169. Partial: Obl. 119Z. Loose zu 100 Fl. 164; Poln. Loose 513. 51.

Redacteur Fo hn. Mitredacteur Cottel. ——— —GEEEEE E E Gedruckt bei A. W. Hayn.

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R A G E E P E

Allgemeiner Anzeiger fúr die Preußischen

Bekanntmachung.

V 1. 0

D' ordine dell’ Imperiale Regio Tribunale Provinciale di Ve- rona notifica a Giuseppe Burri del fu Gio. Battista nativo di Pojana, indi domiciliato in Quinto di questa Provincia entrato al servizio Militare vel già quarto Reggimento Italiano di fanteria di linea in qualità di coscritto li 11. novembre 1812, e rimaslo poi perduto nella ritirata di Dresda a Lipsia il giorno 13. ottobre 1813, rientrato al suo corpo, e quindi non essendosì più ayute lella di lui esistenza, la di lui moglie Catteriua Fenzi del

4

più notizie j i fu Giovanni ha prodotta a questo [mmperiale Regio Tribunale li 22 gennajo prossìmo passato al N, 1209 una instanza affinchè venghi dichiarata la di lui morte. :

In conseguenza pertanto di tale istanza, viene col presente Ediito citato ess80 Ginseppe Burri a comparire innanzi questo/ me- imo Tribunale in persona, o col mezzo di un suo Procutatore te costituito nel terinine di un anno, coll’ avvertenza, che ndo o non dando in altro modo notizia della di lui procederà colla prov ocata

des legalmmen

nou compare esistenza in vita nel termine suddetto,

dichiarazione della di lui morte.

Si notifica inolire allo stess0 Giuseppe Burri essergli stato dal Tribunale deputato in curatoz:e l’avvocato sg. Alessandro Brogno- ligo, incaricato di praticare le più diligenti ricerche relative alla suà esìstenza, ed al qual curatore potrà, volendo, dirigere le sne notizie.

Restano infine diffidati tutti caloro, che hanuo, o avessero

qualche notizia della vita, o delle circostanze della morte dell’ as- sente suriferito Giuseppe Burri di farue le relative indicazioni a queste medesimo Tribunale o al curatore suddetto. i; [1 presente sarà pubblicato in questa città ed inserito per lre volte nelle pubbliche gazzette di Verona, Berlino, e Dresda, a cura e spesEe dell’ instante Catterina Fenzi Burri,

Dall' Imperiale Regio Tribunale Provinciale,

Verona, li 3. marzo 1831.

De Battisti Presidente.

Rosini I. R, Consigliere,

Patirani I. R. Consigliere, Negri.

Literarische Anzeigen.

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Das Interdictum uti Possìdetis und die Nori oper!

Nunciatio, Zwei civilistishe Abhandlungen von L. G Wll

derhold, Obergerichts-Assessor. «Hanau, 1831, bei F. K0n19

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Allgemeine

ische Staats-Zeitung.

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L O Ce R E E S E TSUNSE ZRA T E E i -- I L L e E L P R E E E E E Det T E T Ee T T

Montag den 10e Oftober.

Armátlihe Nachrichten. Nronikl dét Tages

Alle diejenigen, welche slch, ohne nah den bestehenden Ge- eßen immatriculationsfähig zu seyn, dem chirurgischen oder phar- nacentifchen Studium hei der hiesigen Universität widmen oder das schon begonnene fortseßen wollen, werden hierdurch aufge- ordert, sich noch vor Beginn des bevorslehenden neuen Stndien-

Semesters bei Unterzeichnetem (Französische Straße Nr. 42, in D / ade ‘Kad j

en Morgen - Stunden von 83—10 Uhr), mit Beibringung der iber ihre Schulkezuntuisse oder über bereits gehörte Vorlesungen prechenden Zeugnisse, zu melden, 1d haben, wenn ffe hiernach

pder nach einer, erforderlichen Falls noch zu veran!lassenden, Vor-

rüsung geeignet befunden werden, die Zulassung und nähere {nleitung zum betreffenden Studium zu gewärtigen, : Berlin, den 9, Oktober 1831. :

bei hiesiger Universität. M,

Cw Br E M I M AET TEFTIS I RS D E IOED T E I E B E G e PRRTE L

Zeitungs-Nachrichten. N-u Tati d,

Fran tet,

Deputirten-Kammer. Die Sibung vom {. Okt. röffnete Herr Mallet mit einem Petitions- Berichte. Die rste Eingabe, die er zum Vortrage’ brachte, rührte von etwa 9600 Fmwohnern der Städte Caen, Dijon, Châteay-Thierry, Sémur ind Paris her, we!che slch qu die Kammer rit der Bitte wand- en, ihre Wünsve zu Gunsten der Poieu zu- den Flißen des hrones niederzilecen, Der Berichterstattex bemerkte, daß, seit- em diese Bittschriften abgefaßt worden, sich in der Lage der Dinge in Polen gar nranches geändert habe; damals habe nan io einige Hoffnung gehegt, daß die Sache der Polen nicht interliegen werde; jeßt aber frage es sich mr noch, ob mit der tiederlage der Polen zugleich auch ihre Nationalität unterge- jangen seh, „Wir können dieses nicht glauben““, fügte er hin- u: „Sie haben „ja gehört, wv H. , tale der Winißer der .aus- pärtigen Angelegenheiten von dieser Nednerbübne herab erklärt at, daß der Kaiser von Rußland das feierliche Versprechen ge- jeben habe, er werde jene Nationalität aufrecht erhalten. Wir ürfen diesen Versprechungen um so mehr Glauben scheufken, als derselbe Kaiser sl zu dem Grundösaze bekennt, daß das Wort er Könige unverleßlih, wie die Rathschlüsse der Vorsehung, yn msse.“ Der General Lafayette meinte, man habe Un- echt, wenn man die Polnische Sache {hon ganz verloren gebe; o beflagenswerth auch der Fall von Warschau sey, so bleibe den dolen noch ein patriotisch gesinntes Land und ein treffliches Heer brig, in dessen Mitte si die beiden gesetzgebenden Kammern efänden; unter diesen Umständen seh immer uoch Grund genug orhanden, Fraufkreichs Theilnahme an dem Schicksale der Po- n zn erfennen zu geben und eine nachdrüfliche Vermittelung ur Behauptung ihrer Unabhängigkeit eintreten zu lassen, Die etrefenden Bittschriften wurden hierauf, dem Antrage des Be- ihterstatters gemäß, an den Präsidenten des Minister - Rathes erwiesen, Andere Petitions-Berichte, die jedoch fein erhebliches Fnteresse darboten, wurden von den Herren Martin, Marchal, on Cormenin und Taillandier abgestattet. Unter dea Zittschriften, die demnächst Herr Charpentier zum Vortrage rate, gab eine einzige zu einer lebhaften Debatte Anlaß. Ein ewisser Mercier zu Rongemont (Dep. des Doubs) verlangte amlich, daß alle vom Staate besoldete Geistliche gehalten seyn Jollten, den verfassungsmäßigen Eid zu leisten. Der Berichter- atter bemerkte, daß, da die Geistlichen nicht zu der Klasse der Staats-Beamten gehörten, sie auch nicht jener Eidesleistung un- erworfen werden fköunten; mdessen sey doch die Frage von Wichtig- ‘it, ob man nicht icgend einen andern Eid von ihnen verlangen nßte, und die Kommission wünsche sonach, daß man die be- effende Bittschrift dem Minister des Kultus überweise. Ge- n diesen Antrag erhoben sich zahlreihe Stimmen in den Een- is und verlaneten, daß man zur Tages-Ordnung übergehe. Hr. evêque de Pouilly berief sh dabei auf das Gese vom Jahr 1791, welches ebenfalls von den salarirten Geistlichen einen id verlangt, aber bei diesen großen Widerstand gefunden und en bald darauf ausgebrochenen Bürgerkrieg nur um so blutiger emacht habe. Herr Charpentier seinerseits crinnerte daran, es viele andere Vürger in Frankreich gebe, die feine Staats- ‘amten wären und dennoch den verfassungsmäßigen Eid leislen Mußten, wie z. B. die Advokaten, Sachwalter, Wähler u. #. w. Ver Redner wollte die Gründe, weshalb die Komniisslon den igen Antrag formirt habe, noch weiter entwickeln. Man ließ

Mnn indeß niht zu Worte fommen und mehrere Stimnien rie-

n, es seh gefährlich, dergleihen Fragen, wodurch die Gemüther den slidlichen und westlichen Provinzen nur noch mehr gereizt burden, öffentlih zu verhaudelu. Die Bersammlung ging dar- if über die gedachte Bittschrift zur Tages - Ordnung über.

Eine andere Eingabe, worin über 100 Pariser Fabrik: rren die endliche Feststellung der Civil - Liste verlangten, burde, nah einigen Bemerkungen des Herrn Carl Du- in, der sich derselben mit vieler Wärme annahm, dem Dräsidenten des Minister-Raths zugestellt. Man ersuhr bei die- r Gelegenheit, daß der von den Ministern bereits der Kamnier ngekündigte Geses-Entwurf über die Civil - Liste erst im Laufe er nächsten Woche vorgelegt werden würde. Herr Rehnard erichtete hiernächst über den in der Sißung vom 13. Sept. Nr, 263 der St. Z.) vorgelegten Geseß-Entwurf, wonach, hin-

Mchtlich der Getreide:-Einfuhr, das Gironde-Departement von der weiten in die dritte Klasse verseßt und also die Einftthr in

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ördeaux, glei den Städten La Rochelle und Nantes, {on

Mann erlaubt feyy olf, wenn das Héeftolitèr 20 Fe: gilt, Des

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j rer jcbiget Megterung it Eiuklutg z

S Clerslatter erklärte, daß die Kommission einmüthig für die innahme dieses Entwurfs stimme, zugieih aber den Wunsch hege, daß die Regierung baldmöglichst ein definitives Geseg über den Getreide-Verfehr vorlege, und dabei für immer auf das un- bedingte E:afuhr - Verdot verzichte. Hr. Jay bemerkte, daß der vorliegende Gesey- Entwurf nicht bloß für das Departement der Gironde, sondern für alle angränzende Provinzen von der höch- D n ! ) G EPOM 3 T he ch sten Wichtigkeit seh, weil die diesjährige Ernte in diesem ganzen Theile Franfreichs als völlig mißfiratheu betcachtet werden müsse; mittlerweile rúde die strenge Jahreszeit heran und es h daher nothwendig, für die Subsistenz dèr ärmereu Klassen des Gironde- Departements, namentli aber in Bordeaux, wo der Handel täg- lich mehr in Verfall gerathe, Sorge zu tragen; mau möge aljo vor Allem diesen Gesez-Entwzarf erledigen. Als von mehreren Seifen verlangt wurde, daß man erst das Pairs-Geses zu Stande bringe, äußerte Hr.-Jay: „Wir werden nachher immer noch Zeit genug haben, unsere politis&en Theorieen zu entwickeln, Hunger und Elend aber können nicht lange warten. Ich bitte daher dringend, daß wir uns über das in Rede stehende Gesetz schon in unserer nächsten Sißung berathen.“ Der Marquis von Brhas füigte hinzu, Bordeaux seh nur sehr schwa -verprovian- tirt; im ganzen Languedoc fcy so gut als Nichts geerntet wor- den, so daß slch von dieser Seite für das Gironde-Departement ichts ertoarten la}e, und legteres also allein dur Getreide aus der Osisee verproviantirt werdea könne; er bes{chwöre die Kam- mer, diesen bedenklichen Zustand der Dinge in Erwägung zu zie- hen. Die Versammlung beschloß hierauf, den mehrerwähnten Geseß-Entwurf schon in ihrer nächsten Sibung (Montag) zu dis- futiren,. Nu der Tages-Ordnung war jegt die Fortsebung der Berathungen über das Pairs-Geses.

„Herr Mavrchal vertheidigte die konfiituirende Gewalt der De- putirten - Kammer; gleichwie Fete Kammer im vorigen Jahre die ganze Charte revidirt habe, also stche ihr auch jeßt die Revision des 23sten Artikels derselben zu. Er erhob sich sodann schr nachdrúck= lich gegen das Prinzip dev Erblichkit und vertheidigte das System der Kakdidaturen : dagegen wax er der Meinung, daß, was die Zahl der Pairs betreffe, dieselbe unbeschrênkt seyn müsse. „Durch unsere neue Verfassun t äußerte der Röder am Schlusse seines Vortra- ges, /isff die Theilung der böehsten Macht zwischen dem Kdnige und den Kammern erf ins Lehen getreten: sie erkennt der Deputirten- Kammer, gleich der Regierung, di: Juitiative in der Geschgebung zu und überträgt ihr die Sorge, Zuch die Unabhängigkeit der an- deren Kammer zu Echern nd dite eßtere mit dem Systeme Uünsc-

: 1g int g A bringen. Es fragt sich nun, ob Sie, m H., der Pairs-Kammer ihre wahre Bestimmung geben wollen, indem Sie ihr gestatten, aus der Wahl-Urne einen Theil der Sou- verainetät zu schöpfen, der auch die Krone und die Deputirten-Kam- mer ihre Macht verdanken: oder ob Sie, den Charakter der leßten Revolution verkennend, die Pairs - Kammer in dem Zustande einer sefundären Gewalt erhalten wollen, worin beide Kammern sich un= ter der vorigen Dynastie befanden. Fch meinerseits bin Überzeugt, daß die Pairs - Kammer als politische Gewalt auf derselben Hdhé stehen muß, wie die beiden anderen, denen ste als Vermittlerin die- nen soll, und daß sie auf diese Hôhe nur durch die Annahme eines guten Wahl-Sysiems gebracht werden kann; hiernach werde ich spd- rerhin die Ehre haben, Fhnen ein Amendement vorzulegen, welches die Dazwischenkunft der Wähler- Klasse mit den übrigen Bedingun- gen, denen dic Organisation der Pairie genügen muß, ver- schmelze.// Der Baron von Brigode sprach sih zunächst ge- gen die Erblichkeit aus: doch war er der Meinung, daß, wenn dieselbe abgeschafft werde, man nothwendig der Kammer auf einem anderen Wege die Achtung und die Unabhängigkeit er- seßen müsse/ als deren vornehmste Bürgschaft viele Staatsmänner nicht ohne scheinbaren Grund die Erblichkeit betrachteten; ohne eine solche Vorsicht würde man die Fnstitution der Pairie nur noch mehr herabwÜürdigen; leßteres würde aber ganz unfehlbar der Fall seyn, wenn man einerseits die Erblichkeit aufheben, andererseits aber die Wahl der Pairs nicht dem Könige (denn der König thue nichts aus sich selbsi), sondern dem Ministerium Überlassen wolle; nachdem die Erblichkeit einmal abgeschafft worden, hänge das Le- hens - Prinzip der Pairs - Kammer allein von einem guten Wahl- Systeme ab; bevor man sich Überhaupt den Kopf zerbreche , wie ein Gleichgewicht der Gewalten am leichtesten“ erzielt werden könne, solle man untersuchen, ob es dergleichen Gewalten gebe; er seiner- seits erkenne bei dem gegenwärtigen Zustande der Gesellschaft nur eine eme Gewalt an: die Volksgewalt, der der König sowohl als die Deputirten - Kammer ihr Daseyn verdankten; unmöglich könne man hiernach der Pairs-Kammer irgend eine Konz sißenz verleihen, wenn man sie aus anderen Elementen ‘'zusammen- schen wollte; um sich dem Wahl-System möglichst zu nähern, schlage die Kommission vor, daß man es dem Könige zur Bedingung mache, die Pairs nur in gewissen Klassen der Gesellschaft zu wählen; diese Fdee habe aber cinen doppelten Nachtheil: einerseits ergebe sich näm- lich aus eiter oberflächlichen Berechnung, daß es, nah den von der Kommission gestellten Kategorieen, unter den 32 Millionen Franzo- sen nur etwa 2000 Pairs-Kandidaten geben würde, andererseits aber würde man sich, da gewisse Beamte erst nach jähriger Dienstzeit wählbar seyn sollten, gendthigt sehen, noch 4 Fahre hinter einander die Pairs unter den Beamten Karls X. zu ernennen. (Sensation) Man würde, äußerte Herr v. Brigode, großen Schwierigkeiten entgangen seyn, wenn man die Patrs = Kammer gleich nach der leßten Revolution rekonstituirt hätte: siatt dessen habe man damals Anstand genommen, 2 300 máchtige Fami- lien einer scchzebhnjährigen Würde zu berauben, als ob man nicht mehrere derselben sogleich wieder neu hätte einseßen können: nur hâtten die Pairs anerkennen müssen, daß sie ihre politische Ext- stenz einem neuen gesellschaftlichen Prinzipe verdankten. Was da- mals nicht geschehen, müsse man jeßt, o gut es sh thun lasse, nach- holen, und er mache hiernach der Versammlung folgende Vorschläge: ¡Die Ernennung der Pairs steht den Wahl-Kollegien zu. Die Zahl derselben wird auf 250 festgeseßt. Sie müssen 40 Fahre alt seyn und 1000 Fr. an direkten Steuern zahlen. Die Pairs - Würde wird auf 10 Jahre verliehen. Der König hat das Recht, die Pairs-Kam- mer ‘aufzuldsen. Die jeßige Pairs-Kammer wird völlig neu organi- sirt.// Herr Tardieu hielt eine Rede gegen die Erblichkeit. „Fe mehr wir uns//, äußerte er, „dem heilsamen Wahl-Prinzipe nähern, um #0 mehr Macht und Ansehen werden wir auch der Pairie ver- leihen. Jn dem Vertraueu der Nation müssen hinführo alle gesell- schaftliche Elemente geschöpft werden. Eine Ernennung durch den König, sie geschehe auf direkte oder indirekte See: könnte in dem gegen= wärtigen R Ee vielleicht keine große Gefahren bieten; denn der

ürst; den wir auf dem Throne exblicken, kennt sein Zeitalter und würde Mad mit seite iee gewi n solche Mlnner da die dié allges

meine Achtung und dic Erkenntlichkeit des Volkes ihm dazu bezeichneten Wir müssen aber guch an die Zukunft denken und zum Besten un- serer Nachkommen ernsilich darauf bedacht seyn, dem Lande Bürg- schaften zu gewähren und es vor dem ministericllen Einflusse zu be- wahren , der si, wollten wir den Geseß- Entwurf in der uns vor- gelegten Abfassung annehmen, ohne allen Zweifel geltend machen würde. Argwohn und Mißkredit würden sih dann aufs neue zei- gen, und von einem solchen Zustañde zu der radikalen Ohnmacht der

egierung is die Entfernung nicht groß. Fch erfläre daher, daß allein cin solcher Organisations-Modus meinen Beifall haben kann, der sich dem Prinzipe, welchem die beiden anderen Staats-Gewalten ihre Existenz verdanken, mdglichst nähert, und den ih für den angemessensten fürdie Bildung einer vermittelnden Gewalt halte, die allein der Weisheit, der Erfahrung und den geleisteten Diensten zugänglich seyn soll. Als Herr Daunou, der nah Herrn Tardieu das Wort hatte, die Tri- bune mit einem ziemlich dicken Manuskripte bestieg, verlangten einige Stimmen von der linken Seite die Vertagung der Debatte bis auf den nächsten Montag; viele Mitglieder der Centra protestirten ie- doch dagegen, da es erst 53 Uhr sey und man nie fertig werden würde, wenn man die Sißungen so früh schließen wollte. Als der Präsident abstimmen ließ, ergab sich eine starke Majorität für die Fortseßung der Debatte. Herr Daunou suchte nun in seinem aus- gedehntet Vortrage zuvörderst darzuthun, daß es in Frankrcich keine wahrhafte Pairie gebe; dieses Wort komme nicht ein einziges Mal in der Charte vor, welche immer nur von Pairs und einer Pairs- Kammer spreche. (Da die Stimme des Redners ußer schwach war, #0 verließen bald die meisten Deputirten ihre Pläße und nä- herten fich der Tribune, um besser hdren zu können.) Eine wahrhafte Pairie bestehe nur in England, wo sie “auf ci- ner indie Sitten des Landes tief eingewurzelten Aristokratie be- ruhe; zwischen der Englischen und der Französischen Pairie sey aber nicht die mindeste Achnlichkeit vorhanden. Die Charte stelle die Pairs-Kammer, mit Ausnahme der richterlichen Befugnisse für ge- wisse Fâlle, auf eine Linie mit der Deputirten - Kammer; sie {ey schlechtweg als eine der heiden geseßgehenden Kammern zu betrach=- ten; der Charakter einer vermittelnden erhaltenden Gewalt werde ihr von der Charte nicht gegeben, und nur durch die Art threr Theil- nahme an der Geseßgebung übe ste einen Einfluß im Staate gus. Jn Ansehung der künftigen Organisation dieser zweiten gescßgeben-- den Gewalt behauptete der Redner, daß die Ernennung der Pairs nicht dem Könige zustehen könne, sondern nothwendig vom Volke auf dem Wege der Wahlen ausgehen müsse. Die Kommission habe die Schwierigkeiten dieses Punktes durch Beschränkung der Königlichen Wahl auf gewisse Klassen der Gesellschaft zu umschiffen gesucht; die Aufstellung solcher Kategorieen sey aber nach seiner Ansicht in Sachen der Politik immer etwas Schlech= tes und Willkürliches, und die von der- Kommission in Antrag gebrachten Klassifizirungen würden bet dem Mangel einer all- gemeinen Richtschnur zu endloscn Diskussionen führen, aus denen sich die Unmöglichkeit einer solchen Maaßregel ergeben werde. Went die Eigenschaft, Beamter der Regierung zu seyn, Lnspruch auf die Ernennung zum Pair gäbe, so würde es die Regierung in ihrer Gewalt haben, die Kandidaten-Listen größtentheils mit den Namen solcher Männer zu füllen, dic ihr unbedingt ergeben wären: wenn man dagegen die Wahl des Königs bloß auf die Beamtenklasse und die von thren Mitbürgern mehrmals gewählten Deputirten be- schränkte, so würde man eine große Anzahl anderer verdienstvoller Männer von der Pairie ausschließen. Ein dritter Uebelstand sey, daß viele ausgezeichnete Männer in keine der von der Kommission vor- geschlagenen Kategorieen einbegriffen wären, obgleich der Königl. Wahl immer noch ein großer Spielraum gelassen sey, wie schon daraus hervorge= he, daß nach der dem Kommissionsberichte angehängten Veranschlagung ungefähr 2000 G! Pairs-Ernennung geeignete Personen vorhauderr seyn würden. Besser würde es seyn, der Ernennung des Königs gar keine Schranken zu seßen, als ein System von Kategorieen ein- zuführen, welches einerseits der Wahl der Krone zu viel Freiheit gewähre, andererseits aber dennoch den Eintritt in die Pairs-Kammer manchen für die geseßgebenden Functionen höchst geeigneten Män- nern versage. Der Redner war scließlich der Ansicht, daß an der Ernennung der Pairs Wahl-Versammlungen durch Aufstellung dreier Kandidaten für jeden im Schoße der Pairs-Kammer erledigten Plaß Theil nehmen müßten.

Nach Beendigung dieses Vortrags, der bis 63 Uhr dauerte, wurde die Sizung aufgehoben und die Fortseßung der Diskus: sion auf den nächsten Montag angeseßt. Unter den zuerft cin- geschriebenen Rednern befinden sich die Herren Thiers, Bignon, und Roher- Collard.

Paris, 2, Oft. Der unlängst ans den Vereinigten Staa- ten von Nord - Amerika zurückgekehrte General - Lieutenant VBer- e hatte gestern die Ehre, zur Königlichen Tafel gezogen zu werden.

g Mer Herzog von Orleans reist heute Abend nach Mau- euge ab.

Der Herzog von Mortemart ist gestern Abend hier ange- fommen.

Lord Granville ist nach London abgereist, um an der wich- tigen Abstimmung über die Reform-Bill Theil zu nehmen.

Der heutige Moniteur promulgirt mit dem Datum des 28. Sept. das Geseß, wodurch dem Minister des Handels und der öffentlichen Bauten ein außerordentlicher Kredit von einer Million Fr. für Sanitäts - Maaßregeln eröffnet wird. Da - selbe Blatt enthält eine vom 29sten v. M. datirte Königliche Verordnung, welche die Uniform der hiesigen National - Garde definitiv feststellt, Die von den National-Garden der Departe- ments angenommene Uniform bleibt unverändert.

Der 6te Wahlbezirk des Departements des Morbihan zu Ploërmel hat statt des Herrn Gaillard- Kerbertin , der für Van- nes optirt hatte, Herrn von CEivry zum Deputirten gewählt.

Nachdem die Deputirten-Kammer in ihrer vorgestrigen Siz- zung die Proposition des Herrn Vatout sammt dem Amendenieut des Herrn Comte (\. Nr, 280 d. St. Z.) verworfen hatte, hat Lebterer sein Amendement in der Form einer besouderen Propo: sition geftern in den Bureans noch einmal zur Sprache gebracht, ist jedoch zum zweitenmale damit gescheitert, indem die 9 Bureaus die Vorlesung und Entwickelung des Antrages in öffentlicher Sißung nicht genehmigten. Der Zweck der Proposition war, mehreren nicht besteuerten Bürger - Klassen, als den Mitgliedern der General-Conseils, den Maires der größeren Städte, den Mita liedern der Gerichtshöfe, den Advokaten, Sachwaltern, Verzten,

itgliedern des Nnstituts u, \. nw, das Wahlrecht zu versam

Dér Côttexier frangais eili (n Erfahrng gèbracze had