1831 / 283 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Waaren keinen Vorzug mehr vor den auf. fremden Fahrzeugen eingebrachten genießen.

Fn Nord- Karolina hat der Dr. Hall, welcher mehrere Jahre hindur< Repräsentant auf dem Kongreß war, in diesem Jahre in der Person des Herrn Joseph Lloyd einen Gegner gefunden. Wenigstens hat dieser Leßtere in der Graf¡haft Pitt eine Ma- jorität von 277 Stimmen erhalten. Doch glaubt man, daß in den anderen Grafschaften jenes Staats die Majorität auf Dr. Hall fallen wird.

Der hiesige American enthält folgendes Schreiben aus Murfreesborough, welcher Ort etwa 15 Englische Meilen von dem Schauplaß des in Vicginien stattzehabteu Negerauffiandes entfernt liegt: „So viel befannt ist, haben in Nord ? Karolina feine Unruhen stattgefundei, und obgleich man starken Argwohn hegt, daß sich die Schwarzen im geheimen Einverständnisse mit einauder vefinden, so ist doch nihts vorgefallen, was diesen Ver- dacht beflätigte. Heute, am 25. Aug., haben wir uichts weiter von jenen Vorfällen gehört. Nach den Bestunterrichteten sollen gegen 30 Neger getödtet worden sehu, und der Kerker zu Jerusa- lem is {ou mit Gefangenen úübersilt. Wenn uicht schon Alle etödtet und gefangen slnd, so halten wir sle do< sicher für itberwältigt. Die bedeutenden Streiikcäfte Virginiens machten jede weitere Hülfe von unserer Seite eutbehrlich, Unsece Leute schildern die Lage- jenes Landes in den düfstersten Farben. Die Leichname der Weißen und Schwarzeu liegen unbeerd:gt da, so wie sle erschlagen worden. Doch traf mau Anstalten zu dere Beerdigung.“ Hierauf folgt eine Liste von 59 Weißen, welche, da man feine Nachricht von ihneu hat, wahrscheinlich ermordet sind. Reisende, welche aus Fayetteville fonmmen, sagen aus, daß, den leßten Nachrichten zufolge, 120 Neger getödtet wor- den sehen. f

Die Baltimore-Zeitung sagt: „Während unserer let- ten Exkursion in den Distcikt von Columbia bemerkten wir zu unserer großen Freude in Washington und Georgetown viele Anzeichen einer durchgreifenden Vervollkommnung des gesunden Urtheils und guten Geschmacks, Die öffeatlihen Gebäude in Washington erscheinen jeßt in einem volleudeteu Zusiand; die geräumigen Pläge um dieselben sind anf eine s{oue nnd nüß- liche Weise nit NReiheu von schattigen Bäumen geschmückt, die höchst erfrischende und augenehme Spaziergänge darbieten, welche “zu jeder Yeit den Einwohner und Fremdeu cen stehen. Eine

große Zahl vou Privätwohnungen, deren Form und Ansehen ih- “ren Erbagueru Ehre machen, find in kurzer Zeit errichtet worden und tragen viel zur Verschönerung dec Stadt bei. Jn George- ._“toron slnd viele vou den frühec leer flehenden alten Gebäuden : »jept wieder vermiethet; an verschiedenen Orten sahen wir An- * stalten zur Gründung neuer Häuser; der Kanal, welcher s< dur

den belebtesten Theil der Stadt hinzieht und überall, wo erx eine

Straße durchschneidet, {öne Brücken aus Quadersteinen mit zierlichen eisernen Gittern trägt, gewahrt dem Aublick von Goeor- getown etwas höchst Anziehendes und Pittoresfes.‘‘

Im Cherokeser Phönix heißt es: „Vor einigen Tagen wurde der Herausgeber dieses Biattes aufgesordert, vor dem Be- fehlshaber der Georgishen Miliz, Oberst Nelsón, der gerade mit cinem Detaschement hier anwesend tvar, zu erscheinen, um eine Lection in Bezug auf sein künftiges Verhalten zu empfange. Mir föunen nux das Wesentliche dieser Lection hier mittheilen. Der Obverft bemerkte gegen uns, daß in dem Phönix eiue große Menge Lügen, Schmähreden und Lästerungen publizirt wordeu setzen. Diese Verieumdungen wären gegen den Staat Georgia und die Georgische Miliz gerichtet gewesen. Er fuhr sort, daß, da man uns nicht als Pasquillanten verklagen kfönue, das einzige Mittel, uns zu bestrafen, darin bestände, unis unseren individuel- len und Privat-Eige schaften gemäß zu behaudeln, uns an einen Baum zu binden wo ms tüchtig die Peitsche zu gebeu, und “dies würde sicherlich geschehen, wenn wix iu unseren Berletn- dungen nicht nachließen.‘“ Hierauf läugnet das Blatt, daß es fich jemals Schmáähcedeu gegen Georgia erlaubt habe, und wena jener Oberst in einigen Artikeln angegrissea worden sch, so wäre dies nit von rethen Männern, soûderu von den weißen WMissio- nairen geschehen, und jeue Drohungeu zielten nur darauf ab, die Cherofesen zii unterdrüen, :

Vor ungefähr einem Jahre kaufte die Eisenbahn-Gesellschaft ein Stück Land von etwa 15,000 Acces, zwischen dem Cooper- und Ashley-Fluß, 21 Euglis(@ze Meilen von der Stadt Charlestown. Dieser Aukfauf geschah anfängs bloß des auf. jenem Fle> befiud- lichen Bauholzes wegen; da man aber fand, daß die Lage des seiben sehr gesund und freundlich war, so beschloß die Geselischaft, daselbst eine Stadt anzulegen. Dér Pian wurde mit großen Bortheil ausgesährt, und bereits erheöt < auf jenem Plaß un- ter dem Namen New-Summerville, ein s{<hbnes Städichen mit rechtwinfklichen Straßen, in dem die Einwohner vou Charlestioton ihre Somaiersiße aufshlagen. Diese Speculation war, wie es heißt, so einträgli&, daß man für 600 Dollars an 10—12,000 Dollars gewonnen haben will.

Ju der Irren - Anstalt zu Hartford in Connecticut, welche scit 7 Jahren besteht, sind während dieser Zeit 298 Kranke auf- genommen toorden. Von denen, deren Wahusinu schon aus srí- heren Jahren tief eingewurzeit war, wurden 31 wieder hergestellt, von 143 späteren Fällen aver 133 geheilt, ein Verhältn;ß, wel- hes mehr als #5 beträgt. ü

Brasfilién N

Die Times enthält Folgendes in ihrer Privät- Korrespon- denz aus Brafilien: „Man wird si< dort vielleicht nicht sehr úber die Uncuhen gewundert haben, welche hier am 12ten und 17ten Zuli ausgebrochen sind, indeß kann ich als Augenzeuge ver- sichern, daß der äußere Anschein gauz so war, als ob die Duge hier eine günstige Wendung nehmen würden; denn Jedermann sehnte si< na< Nuhe und Frieden. Die Regierunz gewann anscheineud täglich mehr an Kraft; die Anarchisten schienen ihrer vergeblichen Anstrengungen müde zu sehn, und die Bürgergarden

stellten das Bertraïñen ivieder her. Dessenungeachtet haben we- uige Stunden uns gezeigt, {M die Regierung von Brasllien weder moralische no<h physM<he Stärke besißt, uud daß eine Handvoll der verworfensten Menschen duch eine un- sihtbare Macht geleitet hinreicht, die populaice Re- gieciung des großen und mächtigen Brasiliens zu erschätteru, Sie, in Jhrem friedlichen und glücklichen England, fönnen sich auch nicht einen entfernten Begriff von den Gräueln y7.chen, wel<he einen Aufstand dieser Art hier zut Lande begleiten, es über: steigt alle. Beschreibung. Der färchterlich deinoralisirte Charakter dieses Volkes isi von der Art, daß die kaltblütigsten Mordthaten am hellen lihten Tage begangen werden, ohue daß Jemand wagt, dazwischen zu treten. Aus dea Zeitungen werden Sie zwar er- sehen, was vorgefallen isi; aber man verheimlit alle Details, wel<e den Brasilianischen Charakter in ein nachtheiliges Licht stellen könnten.“ Nachdem der Berichterftatter hierauf den Gaug der Rebellion und die Art, wie die Nuhe wiederhergestellt wor- den ist, erzählt hat, fügt er am Schlusse seines Schreibens noch

L544 hinzu: ¿Man glaubt allgemein, daß der Geueral Lima fo tief in diese ganze Sache verwi>eit ist, daß er si, gleich einigen an- deren Behörden, uicht wird rechtfertigen köunen; man ist jeßt allgemein der Meinung, daß eine Berschworung im Werke war, um die Republik zu proflamiren, daß dieselbe aber durch ein Miß- verständniß zu srüh ausbrach. ““

A 46.8 D. ;

Berlin, 10. Oft. Fn der Sigung der geographischen Gesell: {aft am 8. Oktober machte der Herr Direktor zuvörderst der Gesell- {aft die Mittheilung, daß der von ihr mit Justrumenten unterstüßte Reisende, Herr Pr. Westphal, leider in Sicilien gestorben ist. Herr Dr. Reingauum sprach sodaun über die Nachrichten, weiche uns das flasslshe Alterthum über das Emporsteigen von J'isein ais den Meeresfluthen überliefert hat. Herr Prof. Pr. Wal: ter las über die Sprache der heutigen romanischen Bevölkerung Tirols und Graudúndtens uad úiver die daraus zu folgernde Abstammung jener Volksftäamme. Herr Geheime Rath Engel- hardt legte eine Karte von der Gegend vor, in welcher der nete Buikan bei Sicilien entfanden ist. Herr Geheime Rath Hoff- mami zeigte Stücke der Auswürflinge jeues Vulfkaus so wie Abbiidnnzeu desselben vor. Herr Prof. Zeune mate eine kurze Mittheilung über einen von Douville neu entde>ten Buls kau an der Westküste Asrika?s und einen dergieichenu in Hindostau, so wie in Neu - Seeland. Herr P-:of. Dove las fodaun uber physisbe Extreme auf der Erde, Herr Legationsrath Olffers trug eine Abhandlung über das niedrige Felsenriff an der Küste Brasiliens vor. Herr Julius Curtius berichtete Über die Avendröthe vom 25. Septembec und legte Abbildungen dersei- ben vor. Herr Major Blesson legte einen Plan von Berlin mit der Angabe der Verbreitung der Cholera in der Stadt vor; Herr ‘Major vou ODesfeld eine gleiche aus einer anderen Ansicht bearbeitete Darstellung. Herr Geheime Rath Lichtensiein legte die Koppinsche Karte vom Oderbruche vor und gab dazu Bemerkun- gen. Mehrere Geschenke wurden mit Dank eutgegengenonmen,

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% D040: P70 Jo der Nesideuzfsiadt Berlin waren Aa erfr. genes. gestorb, Wefiand bis zum 9. Oft. Mittags 1214 295 764 155 Hinzmgek, bis zum 10. Oft. Mittags 36 12 34 145

Wis zum 10. Oft. Mittags Summa 1250 307 79S 145 Hierunter find vom Militair A2 2 8 2 n ihren Wohnungen werden behandelt 85 Personen, den Hospitälern 60. Negierungs- Bezirk Magdeburg. In der Stadt Magdeburg slnd erfranft genesen gestorben Bestand 9 - 8

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bis zum 7. Ofktoder . hinzugef. am 8. Oftobver .. 7

Bis 8. Oft. Mittags Summa 16 - Negierungs-Bezirk Stettin. Kreis Randow. Die Cholera ist am Z0sten Septbr. in Schüne ausgebröchen, hat aber in Carow, Rosow, SDtol- zenhagen und Möhringen bereits wieder aufgehört. Jn Fürstenflagge, Kreis Naugard, ist nur eine Person ge- stocbeir, eben so n Pakulent, Kreis Greiffenhagen. Aus dem ganzen Regiermgs - Bezirk sind bis zum 7. Oft. angemeldet als erfcranft 673 Personen, gestorben 419.

Bei- nachstehenden Mittheilungen sieht si< die Redaction zu der erneuerten Bitte vecanlaßt: nur diejenigen Notizen über die Cholera als amtlich betrachten zu wollen, welche unter der ausdrückliven Rubiuik „, Choleca‘“, mie solches seit längerer Zeit son der Fail ift, von ihr gegeben werden. Alle andere Mit- theilungen in diefer Materie, cs mögeu sol<e in einzelnen No- tizen oder umfassenderen in das Gebiet der Wisseuschaft einschla- geuden Abhandlungen und Aufsäßen bestehen, fommen der Re- daction auf Privat- Wegen zu; bei deren Auswahl sle übrigens durchaus selbstständig versährt und, ohne ihrerseits irgend einer Doktrin zu huldigen, nur das Juteresse der Wissenschaft, wie das ihrer Leser, nah Möglichkeit zu berücksichtigen bemüht ist.

Jn St. Petersburg sind in den drei Tagen vom 27. bis 29. Sept. ‘26 Personen an der Cholera erkrankt, davon 2 genesen und 7 gestorben.

Jn Wien find vom 3. bis 4. Okt. Mittags 63 Personen an- der Cholera erfranft, 24 genesen und 24 gestorbeu.

Unter der Ueberschrift: „Materialien zur Beantwortung der Frage über die Berbreitungsart der Cholera‘/ enthält das von dem Hrn. Dr. U, Sachs herausgegebene „Tagebuch über das Berhaiten der böosartigen Cholera in Berlin“ nachstehenden durch Hru. Nj. Thaer, Arzt bei der 17ten Schuß- Kommission, mitge- theilten Aufsaß :

¿Fn den Dörfern des Oderbruchs, in der Umgegend von Wrie- ßen a O, litten in der leßten Hälfte des Augus sehr viel Menschen an nervdsem Fieber, an ruhrartigen und an Brech - Durchfällen. Ganz besonders wurden die dort schenden Cordon - Truppen vom Füstlir-Bataillon des 2tèn Garde-Regiments hiervon befallen. Ge- gen Anfang des Septembers kamen immer mehr Fälle in Wrießzen und der Umgegend vor, welche der Cholera ähnlich waren, und am 12ten Sept. zählte man namentlich unter jenem Militair {hon 17 konstatirte Fälle von Asiatischer Cholera Jeht wurden nach dem Dorfe Lüdersdorf 5 Offiziere und 25 Gemetne, nach Biesdorf eben so viel Gemeine und nah Schulhendorf ein Offizier und dieselbe Zahl von Soldaten verlegt und bei den Einwohnern einquartirt. Fene Dôr- fer liegen zwar sehx nahe bei Wriezen (Biesdorf 4 Meile, Lüdersdorf und -Schulzendorf aber eine schwache halbe Stunde von da), allein sämmtlich nuf der schr tro>tenen Hdhe, etwa 209 Fuß über Wriehzen, und find dem Winde von allen Seiten ausgescht, indem keine Wal- dung in der Nähe ist. Seit dieser Dislocation der Truppen, wel- che alle schon erschdôpft ankamen, erkrankten bisher bis zum 29. Sevt. nur no<h 3 Soldaten, einer davon den Tag nah dem Eiit- rücken in Schulzendorf, welcher auch dort starb. Von den Ein- wohnern jener Ddrfer aber erfrankte Niemand, ungeach- tet sie in täglichem Verkehr mit Wriegen blieben, wo bei Häuser- sperre in no<h nicht 3 Wochen einige 90 Menschen, d. h. auf 1000 Menschen mehr als 25 erkranften!: nicht ganz 4090 Einwohner.) ;

Stellt man dieses Faktum mit dem Gange der Krankheit zu- sammen, den sie von Danzig aus gegen Elbing, Königsberg und Memel nahm, während sie sich nah Westen sehr wenig verbreitete, und betrachtet man ferner .den Gang derselben, von Pofen durch das Neß=- und Warthebruch bis nach Küstrin, mit der kleinen Di- versión nach Selow am Rande des Oderbruchs (7 Meilen von Ber- lin), dann ihren weiteren Gang nach Neuendorf, Garß* und Stet- tin und endlih ihr Heranschleichen dur<h die Niederung des Fi- nowkanals, wo sie Úber Zerpenshleuse nah Charlottenburg kam, während in Berlin mit dem ersten Krankheitsfall in Ae neurs zugleich (in dex Rosenquergasse, in der Nähe der Holzmarktstraße

| Westpr. Pfandb.

(Wrießen hat nämlich |

der erfte sehr verdächtige Fall bet einer Frau von 74 Jahren | kam, so ergiebt sich wohl, daß die tro >nen Höhengegenden y merns, Mes dem Weichsel- und Oderthal , die Mauer gew sind, welche die Krankheit nicht überschreiten konnte, während y lin, was von Selow aus so nahe bedroht ward, die Krankheit d falls nicht auf dem so {wer zu sperrenden E Über die hen, zwischen Selow und hier, sondern auf dem großen Umweg Wassersiraße der Oder und des Finowkanals bekam.

Rur von tro>enen Hdhe- Gegenden läßt sich jedoch eine f mung der Seuche gewärtigen, nicht aber von jenen Berg=Geget) die von sumpfigen bewohnten Thälern durhschnitten sind, wie | gleichen selöst în den höheren Regionen der Gebirge fast nie fes Wo also die Cholera Gebirge Überschritt, da geschah dies gewiß durch Vermittelung eben jener Thäler. ) gy

Ein Mehreres Über diesen Gegenstand in der Folge. len wollte ich nur die oberwähnten Fakta mittheilen, welche ein Aufmerksamkeit wohl nicht ganz unwerth seyn dürften.‘

Im Oesterreichishen Beobachter liest man Folgen)

„Unter ven Erscheinungen, welche den Berianf der Choh in Ungarn bezeichneten, verdienen auch folgeadc, aus amtli Berichten herausgehobene, Umstände besondere Aufmerksamh Fn Pesth hatte das Bersaß-Amt, um der á nflen Klasse Einwohner während dex ‘öffentlichen Drangsale die Zuflucht n zu entziehen, feinen Augenblick seine Amtsverric, ¿agen eingest| Eine ungeheure Menge Geg-nstände von Lein- und Wollway wurden manipulirt, und doch ist fein einziger Beamter Amtsdiener an der Cholera eckrankt. Ja Slawouien ift Brechruhr zuer| in Borovo, enem an der Donau liegen Orte Beröczer Komitats, und zwar am 10. Aug., ausgedbrot Bereits seit dem 5. Juli war jeder Verkehr mit dem li Donau- Ufer abgebrochen und seit dieser Zeit dort kein S gelandet. Die Einwohner, welche ledigli vom Ackerbau l und durchaus feinen Handel treiben, befolgten die vorge schri nen Maaßregeln genau, verließen während. dieser Zeit auf f, Meise den Ort und hätten sich die Krankheit selbst anßer | Gränzen ihres Ortes nicht holen köunen, da sl{< der ganze | mitat des besten Gesimdheitszustandes erfreute, Ueberdies der nächste Ort Battina, wo die Cholera geherrscht hatte, entgegengeseßten Donau-User im Baranyer Komitat, von rovo a<t Meilen entfernt. Eiu anderes, weit merkwiirdigy Beispiel dieser Art ist im Sohler Komitat vorgekommen, ungeachtet die Krankheit dem Granflusse folgte und alle an dems ben liegende Ortschaften ergriff, dec Ort Bacsa, der doch di an diesem Flusse liegt, von der Seuche bis jegt frei geblid it, Dies erscheint um #o selisamer, als diesec Ort, von a Seiten mit Or:schaften, welche von der Seuche ergriffeu si umgeben, ein sehr starker Transennat-ODrt und Poststation ist, Die Lösung dieser Erscheinung wird in dem Umstande gesu daß VBacsa eincm, aus drei Thäleru herwehenden, immerwäh den Luftzuge ausgeseut ist,“

B erl iun e: r: D O0 Sve Den 10. Oktober 1831. Amt]. Fonds- und Gelu-Cours-Zettel. (Preufs. Cou

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Auswärtige. Börsen. Amsterdaiu, 5. Oktober. Niederl. wirkl Schuld 374. Käanz-üillels 133. Metall. 772 Russ. (bei Hope) &7#. liambutg, 8, Oktober. Qesterr. 5prec. Metail, 794 Br., 794 G. Aproc. 69 Br., 68; Bank-Actien 952 à 959, pr. Nov. 956 à 654. tiuss. Engl. Anl. Holl. v. 1831 81 à 802, Russ. Aul. Hamb. Cert. 82, do. in Ind 82. Dän. 594, Pola. 103 à 1021, do. Pfandbriefe 77. London, 4. Oktober. Bras. 441, Dän. 605.

Vesterr. Spn

3proc. Cons. 81. Russ. 9114.

Königlihe Schauspiele. Dienstag, 11. Oft. Jm Schauspielhause: Erinnerung, Schi spiel in 5 Abtheilungen, von A. W. Jffland. (Hr. Lem

Wardamm.) Im Opernhause: Die Schweizer:

Mittwoch, 12, Oft. milie, Singspiel in 3 UAttheilungen; Musik von Weigl. (M Fischer, vom Großherzoglich Badenschen Hoftheater zu Karlsru! Emmeline, als Gastrolle.) Hierauf: Der Bär und der

Fm Schauspielhause: Ouverture dau théâtre français. Po la première représentation de l’abbonnement: 1) La dai et la demoiselle, comédie en 4 actes et en prose, par zères. 2) La première représentation de: Le Quaker et danseuse, vaudeville nouveau en 1 acte, par Scribe.

Die eingegangenen Meldungen um bestimmte Pläge zu | Franzosishen Vorstellungen sind möglichst berücksichtigt worden, U föonnen die Billets im Billet-Verkaufs-Bureau abgeholt werde

Sonnabend, 15. Oft, Jm Opernhause. Zur Höchsten 0 burtsfeier Sr, Königl. Hoheit des Krouprinzen Friedri< W helm: Festrede, gedichtet von C, v, Holtei, vorgetragen von M Crelinger. Hierauf, zum Erstenmale: Der Liebestranfk, Oper 2 Abtheilitngen, mit Ballets; Mußk von Auber.

Die zu dieser Vorstellung eingegangenen Meldungen l Billets sind berücksichtigt worden, und fönnen dieselben im V let:Berkaufs-Bureau- von Mittwoch den 12ten d. M. au in E pfang genommen werden,

Königftadtisches Theater,

Dienstag, 11. Oft, Dec Berusteinring, oder: Die V mähiung an der Osijee, Zauber- Oper in 3 *lkien.

B S B S Is BEHCE S S 1 Da P U N PR (B P C I Q N A0 B S GIR T I I VE S B, P: 191 4 R N URLSTE D dA NACL A CEN, Paris, 4. Okt. proc. Rente pro. comat, 87; 65.

cour. 87. 60, 3proc, pr. compt. 58. 20. 6x cour. 58, 9

Sproc. Neap. fin cour. 69. 30, 5proc, Spar: R ute perp. 467. Franfsurt a. M7, 7. Oft.

803, 4proc. 693. 695. 23proc. 403, 405, 1proc. 172, Br. Bw

Act, 1166, 1164. Partial: Obl, 1194. Loose zu 400 Fl. 165, 0

Polin. Loose 515. 514.

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Redacteur Fohn. Mitredacteur Cottel. enne memer Uf N Aa fta: o. _— Sedru@t hel A. W. Hayn.

Allgemeine

Preußishe Staats-Zeitung.

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918 Sch.d.K.-u N. - 20000

Desterr, Zv". Metali. 80)

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erlin, Mittwoch den 12ten Oktober.

1831.

———

Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.

Se. Königl. Majestät haben den bisherigen Ober- Landes- richts: Assessor Sörnig zum Nath bei dem Landgerichte in rfurt Allergnädigst ernannt.

Der Justiz-Kommissarius Guticke zu Spandau is zugleich m Notarius publicus in dem Departement des Kammerge- <hts bestellt worden.

Der bisherige Ober - Landeszerichts - Referendarius Karl riedri<h Ludwig Steinmaaun ift zum Justiz - Kommissa- s sür die Kreise Ohlau, Strehlen und Namslau, mit An- sung seines Wohnorts in Ohlau, bestellt worden.

Veranlaßt dur< den Nothstand, in welchen so viele Be- phner der Monarchie dur< die Verheerungen der Asiatischen holera und deren nachtheilige Folgen verseßt werden, und an- feuert durch die überaus günstigen Resultate, welche srühere uliche gemeinsinuige Unternehmungen gewährten, hat der hie- e Maler, Herr E. Gebauer, das im Besiß Sr. Majestät des ónigs befindliche Gemälde des Professor Hensel, Christus und

Samariterin am Brunnen darstellend, fopirt, und \< ent- lossen, diese Kopie sowohl als ein Brustbild Sr. Majestät des ónigs zum Besten der durch die Cholera in Nothstand gerathe- n Bewohner der Monarchie, so wie der eingerihteten Armen- Me Rate, in Stein - Abdríücken auf Subscription her- szugeben.

Die Wohlthätigkeit des Zweces macht es mir zur ange- hmen Pflicht, das Publikum auf dieses gemeinnüglihe Unter- hmen aufmerksam zu machen, und alle diejenigen, welche ge- igt sind, zur Beförderung desselben beizutragen ,- zur Subscrip- n anf die gedachten Bilder einzuladen.

Uebrigens habe ih die Königl. Negierungen, so wie das sige Königl. Polizei : Prásidium veranlaßt, den Debit dieser ilder, sobald das Náhere wegen der Preise festgestellt seyn rd, dur< Annahme von Subscriptionen möglichst zu befördern, d hoffe, daß das gegenwärtige Unternehmen des Herrn Gebauer, i dem si< überall bethätigenden Wohlthätigkeitssinn, eben so gemeine Unterstüßung finden wird, wie sie seinen früheren men- enfreundli<hen Bemühungen zu Theil wurde.

Berlin, den 7. Oktober 1831.

Der Minister des Jnnern und der Polizei, Frhr. von Brenn.

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Zeitungs-Nachrichten. Ulan d.

Frankreich.

Pairs-Kammer. Sitzung v. 3. Oktober. Vn dieser bung, die nur drei Viertel Stunden dauerte, legte der Finan z- inister das von der Deputirten - Kammer bereits angenom- ne Budget für 1831 vor. Es wurde sofort eine aus 7 Mit- dern besittyende Kommission zur Prüfung desselben ernaunt d die Sipung sodaun aufgehoben.

Deputirten-Kammer. Jn der Sitzung vom 3, Oft.

(wie bereits gestern gemeldet) der Geseß- Entwurf zur Be- hung, wodu:< das Gironde - Departement in Bezug auf die treide : Einfuhr von der Ilten in die 1Ulte Klasse verseßt wer-

soll. Herr Falguerolles hielt das Geseß für überflüssig d bemühte sih, zu beweisen, daß dasselbe uicht die guten Fol-

haben würde, die man slch davon verspreche. Herr Caba- n stimmte dagegen für die Annahme des Entwurss, indem jedo< zuglei< den Wunsch zu erkennen gab, daß die Regie-

g je eher je lieber die gesammte Geseßgebung in Betreff des treide-:Verkehrs einer Revision unterwerfe. Hr. Karl Dupin nte, daß gewiß jeder Deputirte sich mit Bergnügen beeilen rde, der Stadt Bordeaux, diesem Mittelpunkte der Civilisa-

des südwestlichen Frankreichs, ihren früheren Handelsflor zu- zugeben; um indessen diesen Zweck zu erreichen, müsse man nicht

Mittel bedacht seyn, die seiner Meinung nach gerade das entge- geseßte Resultat herbeiführen würden; er halte sih überzeugt,

der vorliegende Geseß:Entwurf zunächst den Juteressen der umliegenden hauptsächlich Ackerbau treibenden Departements ordogne, Charente, niedere Charente, Corrèze, Aveyhron, Tarn,

Tarn und Garonne, Lot und Garonne, obere Garonne, Haiden ) obere Pyrenáen), späterhin aber auch dem wahren Besten der adt Bordeaux selbst zuwider seyn würde; denn während einer- 8 jene 12 Departements ihr Getreide vornehmlich nach dem Gi- de:Departement abseuten oder über Bordeaux ausführten, wären andererseits wieder die Haupt - Konsumenten für alle in den Prdeauxer Hafen eingeführte außereuropäische Artikel, Der dner wies nun auf die Nothwendigkeit hin, dieses Wechsel- ältniß nicht zu stören, was unfehlbar der Fall seyn würde, n man die Getreide-Einfuhr aus Ostsee-Häfen begünstigte. hrend jene 12 Departements durch eine solche Begünstigung nbar leiden würden, würde aun< Bordeaux seinerseits bald

Gegenftoß dur< die Verminderung des Absaßes außer- dpáischer Waaren na< jenen Departements empfinden.

sey eine leider nur allzu oft verfkannte Wahrheit, daß

Hafensiädte und die Städte im Fnnern keine wahren eressen haben fönnten, die si< einander freuzten; ihre hlfahrt sey unzertrennli<h, wie ihr Verfall. „Was wir

ah au beschließen mögen“‘, so endigte der Reduer, „„hü- wir uns wohl, dur< die Annahme des uns vorgelegten Ge-

Entwurfes einem verderblichen Prinzipe zu huldigen; trenuen

nie den Markt einer großen Hafenstadt von den inneren ften, die jenen in gewöhnlichen Zeiten verproviantiren sollen.

n beruft sl< darauf, daß Bordeaux großen Mangel leide, be- ft aber gar nicht, daß die nächsten Zufuhren immer erst aus

Nord-Amerika kommen könnten; denn aus Marokko ist unter den gegenwärtigen Umständen fein Getreide zu erwarten; in England und sogar in Jrland ift es gewiß theurer, als in Toulouse, und wer wollte in der jesigen Jahreszeit no<h Bestellungen in den Ostseehäfen machen? Die Hülfe käme also jedenfalls zu spät ; das einzige Mittel, wie man das Gironde-Departement vor der Hungersnoth bewahren kann, ift, daß man die Zusendungen aus den Departements der Dordogne, des Lot, des Tarn, des Gers u. \. _w. nicht ganz un- mögli< mache. Zu einec Zeit, wie die jeßige, wo man außer- halb dieser Kammer unaufhörli<h bemüht is, den Samen der Zwietracht unter die verschiedenen Klassen der Gesellschaft, die Beslvenden und die niht Besivenden, die Konsumenten und die Produzenten, anszustreuen, müssen wir innerhalb dieser Kammer mehr als je darauf bedacht seyn, die Gesebe frei von allen Leiden- schasten zu betrachten ; denn wenn wir sle von dieser Rednerbühne herab gehässig machen oder mit Geringshäßung behandeln, wie können wir dann das Volk tadeln, wenn es sie mit Füßen tritt? J<{< bin fest überzeugt, daß, wenn wir mit Ruhe zu der Quelle unserer Uebel hinauffteigen und zur Beseitigung derselben nur reiflih überlegte Mittel antvenden, wir uns au< schnell aus der befla- genswerthen Lage herauswinden werden, in die wir dur< unsere politischen Zwistigkeiten gerathen sind,“ Der Handels-Min i- ster hielt einen ausführlichen Vortrag zur Verieidiltung des Gese - Entwurfes und kündigte zugleich der Versammlung an, daß die Regierung si< mit einer General: Revision der ganzen Geseygebung über den Getreide-Verkehr beschäftige, wona das unbedingte Einfuhr-Verbot gänzlich aufhören werde; er habe, wie man si leiht denken fönue, für diese Arbeit mancherlei Mate- rialien einsammeln müssen, hoffe aber, daß es ihm mögli sehn werde, das neue Geseß innerhalb zehn Tagen der Kammer vorzulegen, Mittlerweile leide Bordeaux großen Mangel, da in den beiden Depts. des Gers und der oberen Garonne, aus denen jene Stadt haupt- sählih ihren Bedarf beziehe, in diesem Jahre uur eine höchst mittelmäßige Ernte gemacht worden sey, in den Departements des Gard, der Ardèche und der Lozère aber der Weizen 26 bis 239

Fr, gelte und die Getreidehändler in Toulouse daher einen grö- . ßeren Vortheil dab® fänden , ihre Vorräthe nach den östlichen,

als nach den westlihen Departements abzusezen. - Was die Be- hauptung des Herrn Dupin betreffe, daß selbst bei einer An- nahme des Geseves die Hülfe füc Bordeaux immer zu \pát fom- men würde, so müsse er - bemerken, daß diese Stadt, wo das E egenwärtig 23 Fr. 32 Cent. foste, si< in sehr kurzer

eit aus Spanien, namentli<h aus Santander und Bilbao ver: sehen fonne, wo der Weizen nur resp. 17 und 16 Fr. gelte. Er müsse unter diesen Umständen bitten, daß die Kammer das Geses annehme. Der Marquis von Bryas (Maire von Bordeaux ) ließ si< ebenfalls zu Gunsten des Entwurfes vernehmen, dessen Annahme, meinte er, die Folge haben würde, daß Schiffsladungen aus Hamburg, so wie aus Danzig und mehreren anderen Ostsee-Häfen, ungeachtet der vorgerückten Fah- reszeit, no<h auf Bordeaux dirigirt werden würden. Am Schlusse seines Vortrages gab der Redner den Wunsch zu erkennen, daß die Regierung sofort alle Franzöfishe Häfen dem ausländischen Getreide éffnen möchte. Nach einigen Bemerkungen des Gra- fen Delaborde zu Gunsten des Geseß:Entwurfes, trat der Gene- ral Lamarque mit einem Amendement des Junhalts hervor, daß man die Getreide : Einfuhr in den Bordeauxer Hafen erst dann gestatte, wenn der Durchschnitts- Preis des Weizens auf

den Märkten zu Mont de Marsan, Agen, Montauban und Bor-

deaux bis auf 20 Fr. für das Heftoliter steige. Einen ähnlichen Antrag machte auch der Graf von Mosbourg, nur daß er ftatt Agen den Markt von Toulouse als Regulator gel- ten lassen wollte. Nachdem no<h einige andere Redner theils für, theils wider den Geseß-Entwurf aufgetrêten wa- ren, wurde die allgemeine Berathung geschlossen und von dem Berichterstatter Herrn Reynuard, der bei dem Antrage der Kommission auf die Annahme des Gesebes beharrte, zusammen- gefaßt. Der Handels-Minister bestieg hierauf no< einmal die Nednerbühne, um si< den obigen beiden Amendements der Herren Lamarque und von Mosbourg, wodurch die bestehenden Korngeseße ganz und gar über den Haufen gestoßen werden wür- den, auf das nahdrü>li<ste zu widerseßen, Da Hr. Lauren c. dem Anmiendement des Grafen v. Mosbourg das Wort redeté; so ließ sl< der Minister zum drittenmale vernehmen. Als es endlich zur Abstimmung kam, wurde der 1ste Artikel des Geset- Entwurfes mit dem von Hrn. v. Gréa in Vorschlag gebrachten Zusate, daß die Verseßung des Gironde - Departements von der I[. in die I, Klasse nur auf ein Jahr stattfinden solle, ange- nommen. Eben so ging hierauf das obige Amendement des Gte- nerals Lamarque, troß aller Widerrede des Handels - Ministers, mit {wacher Stimmen-Mehrheit dur<h. Als indessen nunmehr über das gesammte Gese mittelst Kugelwahl abgestimmt wurde, ward dasselbe mit 187 (ni<ht 196) Stimmen gegen 142 ver- worfen, Der Grund hierzu war wahrscheinli<h das vcn dem Minister wiederholt gegebene Versprechen, daß er nächstens einen umfassenden Geseß-Entwurf über den Getreide - Verkehr vorle- gen werde. Hierauf wurden die Berathungen lber das Pairs: Geseß wieder aufgenommen. Herr Thiers war der einzige Redner, der sl< au diesem Tage noch in einem ausführlichen Vortrage darüber vernehmen. ließ. (Einen Aus,ug ans dieser gehaltvollen Rede müssen wir uns aus Mangel an Raum auf morgen vorbehalten.) Nach Beendigung desselben wurde die Sißung um 6 Uhr geschlossen und die Fortseßung der Bera- thungen auf den nächsten Tag anberaumt.

Paris, 4. Oft. Gestern Mittag um 2 Uhr empfing der König im Palaste der Tuilerieen das diplomatische Corps. Die Königin und die Prinzessinnen waren dabei zugegen.

Der vorgestrigen Empfangs-Cour in den Tuilerieen wohntén auch die Generale Guilleminot und Fabvier bei. Der erstere if, dem Courrier français zufolge, na< Dünkirchen abgereist und wird nach seiner baldigen Rückkehr von dort seine Mitbúr- ger in den Stand seven, über sein Benehmen in Konstantinopel zu urtheilen,

- lichkeiten bekannt.

Die Herzoge von Orleans und Nemours sind in der Nacht vom 2ten auf den Zten nah Maubeuge abgereist.

Die Mitglieder des hiesigen diplomatis<hen Corps waren vorgestern zu einer Konferenz versammelt. :

„Man versichert, sagt das Journal des Débats, „daß die Londoner Konferenz kürzlich beschlossen habe, den Thron von Griechenland dem Prinzen Friedri< der Niederlande an- m | y

_In der heutigen Sigung der Deputirten-Kammer fette Hr. Bignon die Berathungen über das Pairs-Gesey fort und suchte mehrere der gestern von Herrn Thieïs vorgebrachten Argumente zu Gunsten der Erblichkeit zu entfräften. Nach Beendigung sei- nes Vortrages legte Herr Casimir Périer die Civil-Liste vor; in diesem, Entwurfe ist der Geld-Betrag derselben nicht angegeben, sondern er wird der mit der Prüsung des Geseßes “zu beauftra- genden Kommission anheingestellt

Der 1ste Wahlbezirk des Departements des Niederrheins zu Straßburg hat an die Stelle des Generals Lafayette , der für Meaux optirt hatte, Herrn Voyer d’Argenfon zum Depu- tirten gewählt. Der hiesige 2te Wahlbezirk hat heute ftatt des Herrn J. Laffitte euen anderen Deputirten zu ernennen. Allen Anscheine nah wird die Wahl auf Herrn Y. Lesebore fallen, der schon in der Session von 1830 den- hiesigen 1lten Wahlbe- . zirk in der Kammer repräsentirte.

Der Vicomte v. Cormenin will in einem Schreiben an die Redactionen des Courrier francais und des National die DPairs- Kammer ganz abgeschafft und, wie es nur eine vollziehende Ge- - walt gebe, so auch nur eine geseßgebende beibehalten wissen.

Großbritanien und Frlanud,

Parlaments-Verhandlungen, Oberhaus. Sitzung vom 3. Oftober. Folgendes ift, ihrem wesentlihen Inhalte E: Fortseßung der (gestern abgebrochenen) Rede des Gra- en reh:

¿Bis hierher müssen mir Ewr. Herrlichkeiten daher einräumen, daß ich beim Einbringen der Maaßregel, welche jeßt zur Berathung vorliegt, nichts Jonas habe, was mit den von mir beständig aner- kannten Grundsäßen im Widerspruch steht; daß ich dieselbe in Folge etner tiefen Ueberzeugung vorschlage, die ih schon zu einer Zeit aussprach, da ich noch nicht im entferntesten daran denken fonnte, die Stellung einzunehmen, welche ich jeßt inne habe, und daß ich immer fest davon Überzeugt gewesen, diese Maaßregel dürfe nicht lange mehr verschoben werden. Was ferner vorfiel, is Euren Herr- Jh wurde schr unerwartet von meinem Mo- narchen aufgefordert, eine neue Verwaltung zu bilden Auf welchen Grundsaß sollte ih dieselbe basiren? Etwa auf den meines Vor= gängers, hoffend, dasselbe System, aber mit größerem Erfolg,“ durchzuseßen? Wenn das möglich gewesen wäre, so würde kein Grund vorhanden gewesen seyn, die vorige Verwaltung zu entlassen. Unter diesen Umständen hielt ih es allerdings für meine Pflicht, meinem Monarchen zu sagen, daß ich nur mit der Bedingung ins Ministerium treten könne, daß cs mir erlaubt würde, die Reform als cine Maaßregel der Regierung einbringen zu dürfen. Diese Bedingung wurde mir von meinem gnädigen Herrn zugestanden, und wenn nun auch dieses Haus in Bezug auf die Bill anderer Mei- nung seyn sollte, so habe ih doch die innere Genugthuung, daß das Volk derselben seine Genehmigung ertheilt hat. Eure Herrlichkeiten werden mich daher auch hoffentlich von dem Vorwurf freisyrechen, daß ih dem Hause eine unnúße Maaßregel vorgelegt habe. Aber es is noch ein anderer Punkt, auf den ih eine Antwort zu ertheilen habe. Es wird ohne Zweifel gesagt werden: zugegeben, daß eine allgemeine Stimmung zu Gunsten der Reform vorwaltet zu= gegeben, daß den Grundsäßen allgemein beigepflichtet wird warum doch der vorliegenden Bill eine Ausdehnung geben, welche, nah Ansicht derer, die diese Bemerkungen machen, revolutionnair in ihrem „Grundsaß, vernichtend ihrem Geiste nah und verderblich für die Constitution is? Jch hofe indeß auch diesen Punkt genügend zu beantworten; und ob- E es leicht ist, von Revolution und Vernichtung zu s{hwahen, o denke ih do<h Euren Herrlichkeiten zu bewcisen, daß -sich in dev Maaßregel nichts vorfindet, was nicht auf die anerkannten Grund- säße der Ehglischen Constitution begründet, ni<hts, was mit dem früheren Vertretungs - System unverträglich wäre, und nichts, was nicht mit vollkommener Sicherheit für die bestehenden Privilegien im Staate angenommen werden könnte. Als der Grundsaß allge- mein Zugefanden war, daß etwas geschehen müsse, fragten wir uns naturlich: auf welche Art das Molt arenblas ins Werk zu seßen sey? Sollten so wenig als möglich thun und ettvas unter dem Na-

einbringen, das so viel wie nichts bedeutete, nur um

cheint zu lôsen, oder sollten wir etwas Kräftiges und vorschlagen? -Die Antwort konnte nicht zweifelhaft

seyn: wir haben das Leßtere gethan. (Hôrt, hört! von der Opposi= tion.) Der Grundsaß unserer Maaßregel is, daß sie wirksam und der Art sey, dem Volke Vertrauen einzuflößen. (Beifall von den ministeriellen Bänken.) Wenn wir den ersten Weg eingeschlagen: dem Ohr unser Wort gehälten, der Hoffnung aber es gebrochen und eine halbe Maaßregel eingebracht hätten, so würde dieselbe Niemanden befricdigt haben. iejenigen, welhe in der Wirklichkeit Gegner der Reform sind, welche si{< aber ftellen, als uaterstüßten sie ein sogenanntes gemäßigtes System, würden, wenn ste gesehen hâtten , daß der Boden unter ihren Füßen \{hwankte, mißvergnügt gewesen seyn, währenW@äuf der anderen Seite das Volk, welches eine kräftige und. wirksame Maaßregel erwartete, ge- wiß auch nicht zufrieden gewesen wäre. Fch kam daher nothwendig zu dem Schlusse, daß eine kühne Maaßregel das sicherfie und klügste sey; und dies um so mehr, da ih fühlte, daß ih mit Hinsicht auf die Sicherheit des Landes eine Maaßregel einbringen konnte, welche in den allgemeinen Wunsch des Volkes einging, ohne die Stellung aufgeben zz müjsett, die ih zu behaupten entschlossen war, näm- lich den wahren Grundsaß der Constitution zu vertheidigen. Auf dieser Grundlage entwarfen meine Kollegen und ih den Plan der Reform, und indem wir .die Ursachen, welche dem Volle besonders Anlaß zu Beschwerden gaben, näher ins Auge faßten, war es unmöglich, daß unsere Aufmerksamkeit nicht auf die sogenannten Ernennungs-Burgfle>en geleitet wurde. Gegen diese war, und mit Recht, das allgemeine Mißvergnügen chon längst gerichtet: deun nichts is natürlicher, als der Widerwille gegen ein solches Wahl= System, wenn wir den Charakter dieser Burgfleken näher betrach- ten.// Der Redner schilderte nutû die hinlänglich bekannten Miß= bräuche der Burgfle>en- Wahlen und fuhr dann folgendermaßen fort: „Aus diesen Gründen schritten wir nun dazu, diejenigen Burg- fle>en auszumitteln, welche abgeschafft werden mußten, und wir