1831 / 293 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Dlefe ziocite Kammer , deren Hauptbesiimmung es sev- ein Gegeti- gewicht gegen die Französische Lebhaftigkeit und Uebercilung und ein Korrektiv gegen die Sucht nach unhaltbaren Theorieen, die sich 0 vieler talentvoller Männer bei ihrem Eintritt in dic politische 11 bemächtige, zu bilden und die ihr vorgelegten Geseh - Ents-

nit verständiger Ueberlegung zu prüfen, könne nicht identisch

- 9Lahl-Kammer seyn, sondern bedúrfe anderer Nuancen und

; anderen Gesichtspunkts. Alles dies werde aber durch das vor= zende Amendement nicht erreicht. Dieses enthalte bei näherer Betrach-

g einen handgreiflichen Widerspruch; tedes Wahl - Kollegium solle lich danach 1 Kandidaten ernennen, was im Ganzen 453 Kandidaten

1 wurde, und dennoch solle die Zahl der Pairs unbeschränkt seyn. eßtere Bestimmung sey eri in das Amendement aufgenommen nachdem sich im Verlauf der Debatte hinlänglich erwiesen

daß ohne die Befugniß, neue Yairs zu ernennen, fein Mittel © vorhanden seyn würde, den etwanigen Widerstand der Paîirs- er U besiegen. Die Zahl der Pairs müsse unbeschränkt seyn,

it letztere sich nicht ctwa unterfingen, allein Geseße vorschreiben len, wohl wissend, daß die Krone kein Mittel in Händen

n bren bôsen Willen zu brechen. Das Amendement mache indem es die Zahl der Kandidaten auf 459 hestimme, im Zwiesvalts zwischen der Krone und der Deputirten-

amer auf der cinen und der Pairs - Kammer auf der anderen

ite unmöglich, nachdem jene Zahl bereits erreicht worden, die zwischen den dret Staatsgewalten wiederherzustellen.

án 4 B. den Fall sets, 00), ver. Konig und die

reen - Kammer irgend eine Verbesserung einführen wollten,

2 Gammer aber aus irgend einem. Grunde ihre Zuflimmung ocietgerte, so sey fein anderes Mittel vorhanden, um dic ammer zu úberwdltigen, als die Ernennung ciner hinret-

omen Anzahl neuer Pairs, deren Ansichten der Maaßregel ent- hen, die man eden gerade durhsezen wolle. Männer von dîie- en entsprechenden Ansichten werde die Krone mit Leichti keit fin- 1, wenn man {hr freie Wahl lasse; beschränke man dieselbe aber uf eine bestimmte Kandidaten - Lisie, die {hon vor Fahren und un- ¿r dein Einßusse anderer Ansichten, als der dermaligen, festgestellt orden, so werde es der Krone unmdglich seyn, eine hinreichende f von Männern zu finden, wie sîc dieselben suche, um die itâr der Pairs -= Kammer zu verändern. Noch \chlim-

r Erde es seyn, wenn diese Kandidaten gar von ih- n Committenten ein bestimmtes Mandat angenommen hätten. 3 Syficm der Kandidaturen würde es daher der Krone un-

ch fern, déesem Konflikte beider Kammern ein Ende zu machen. t weniger Schwierigkeiten würde das System der Kandidaturen

1 dem Falle der Krone bereiten, wenn beide Kammern vereinigt ge- 1e von der Krone beabsichtigte Maaßregel opponicten. Wenn

one aufrichtig das Beste des Landes wolle, so kòènne sic bei vie mit der Deputirten - Kammer sich dur die Auflösung

1 und die Zusammenberufung einer neuen bald überzeugen,

ck55 “gnd Unrecht gebe. Wenn nun die neue Wahl - Kammer

o der Krone beabsichtigten Maaßregel günstig sey, was solle rone mit der unauflösbaren Pairs - Kammer machen, in-

111 ihr nicht die Befugniß ertheile, durch neue Pairs-Ernen-

- Majorität derselben dergestalt zu verändern, daß daraus ‘creinstimmung unter den drei Staats-Gewalten hervorgehe: ege das Haupt-Argument gegen das ên Rede stehende Amen=

- Ein leßter Grund gegen dasselbe sey ferner der, daf Jus enze der Kandidaturen nicht Pairs von Frankreich,

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rs der einzelnen Bezirke hervorgehen würden, indem

Borirk einen Matin aus seiner Mitte auf die Kandidaten-Liste 1 würde: auf diese Weise würde die Pairs - Kammer nur ôrt- nteressen repräsentiren, während bei ihr, noch mchx als bei

putirten - Kammer, das Staats - Futeresse als das höhere all-

Úberwiegen müsse,

General Bertrand, der Hrn. Dupin auf der Red-

folgte, gab zunächst sein Bedauern daruber zu ecfen-

5 die Kammer die direfte Volkswahl verworfen habe ;

ien selb, meinte er, habe in scinem „Geist der Ge-

daß das Voif trefflich dazu geeignet sey,- die

i wählen, denen man einen Theil der Verwaltung

¿11 wolle, indem es die wahre Lage der Dinge auf öôf-

7 Markte besser zu beurtheilen wisse, als der Monarch

nero seines Palasles. Da man indessen einmal das

iv der direkten Wahl durch das Volk beseitigt habe, so

lr ian ja das System der Kandidaturen nicht aufgeben. Herr T ritbhou trat hierauf noch einmal zur Vertheidigung seines Siiendements auf. Nach ihm ließ der Berichterstatter Herr BZerauger sich vernehmen, „Die Gegner der Kommis: ¿nßerte er im Wesentlichen, „vergessen ganz umd “daß nah den Antrágen dieser legtern die Wahl Grone bei Ernennung der Pairs sich auf gewisse Klassen cker (esellschaft beschränken soll; unmöglich kann der Abscheu vor der Fi Hfeit so groß sehn, daf man den Sohn eines Pairs, wenn gleich er dem Staate ausgezeichnete Dienste geleistet, nichts-. noloroniger der Pairie für unwürdig halten sollte, eben weil mit derselben Würde bekleidet war. Es läßt sich

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r, bei der ausscließlihen Wahl der Pairs durch den it Bestimmtheit darauf rechnen, daß der Sohn eines leich mehr Verdienste als irgend ein Anderer haben

u ein Ministerium hinsichtlich seiner der öffentlichen 7rou bieten und den Monarchen dazu bewegen soll,

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feines Vaters auf ihn zu übertragen; wogegen bei

der Kandidaturen es feinen noch so untüchtigen

Dairs geben würde, dem es nicht gelingen

; von irgend einem Wahl - Kollegium, von irx-

¡e verfallenen Burgflecken auf die Kandidaten- Lisie

1 laïcn und somit die Minister hinsichtlich seiner außer

vortlichfeit, zu seßen. Da man doch einmal Bürg-

i und man hat hierin nit unrecht -— o

daß sid alle diejenigen, die man nur immer. wün-

in der von der Kommission in Vorschlag gebrachten

¿atur vorfinden. Die Verfasser des vorliegenden Amen-

aobeinz dies felbst auf eine indirekte Weise zu, indem sie

nflatur annehmen. Alle dem Lande geleistete Diensie

rselben ihren Play ; sle ist weder zu ausógedehnt, noch

ét, und hat überdies das Gute, daß zwei Drittheile

-- Liste befindlichen Personen {hon jeut die Vorzüge der

ere ich haben, nämlich die Deputirten, die Präsidenten

ern!-Confeils, die Maires der größeren Städte, die Mitglie-

2 nstituts u, st iw. Und was dieubrigen betrifft, wer vermöchte,

sje ijr Blut flir das Vaterland vergossen, oder ihre

in der Verwaltung der Justiz zugebracht haben, ihnen

sforúiche auf die Dankdharkeit Und das Vertrauen des

des streitig zu machen? Dies, m. H.,, ist die wahre Kandi-

atr esnzige, die sl der öffentlichen Achtung empfiehlt, und

ci Bestätigung wix von Jhnen hoffen.‘ -— Es wurde hierauf

loomein der Schluß der Debatte verlangt und zur Abstimmung

ceiditten, Von den 4 Unter-Amendements, die zu dem Haupt:

uendement gemacht worden , "ward das eine von seinem Ver-

fasser zurücckgenommen. Auf den Antrag des Hrn, Dupin d,

(elt, beschloß sodann die Versammlung, zunächst über die ver-

enen Paragraphen des Haupt- Amendements abzustimmen

115 die 3 noch übrigen Unter-Amendements gehörigen Orts ein-

nschalten, Der Präsident verlas sonach den nachstehenden 1sten

s “dir fr sich allein das ganze Shftem der Kandidaturen in t.

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nit die Bevölkerung als Maaßstab angeweudet wissen.

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„Die Paixs werden nach einer von den Wahl - Kollegien anzulegenden Kandidaten: Lisie ernannt. ‘“

Da mehr als 20 Deputirte die geheime Abstimmung verlang- ten, so mußte zum Namens - Aufruf geschritten werden. Die Zahl der anwesenden Deputirten belief sich auf 430; in den Wahl-Uruen fanden sich 186 weiße und 244 schwarze Kngcin, so daß das Shstem der Kandidaturen mit einer 58 Stimmen verworfea worden ist, Dieses Refultat erregte große Zufriedenheit unter der Mehrzahl der Versammiung. Die Sisung wurde gegen 7 Uhr aufgehoben. Am folgenden Tage

beschäftigte die Kammer sich mit den Amendements der Konl1- |

mission, und namentiih mit den verschiedenen Klasen, in denen allein der König künstig die Pairs soll wählen dürfen; 12 dieser Klassen erhielten unter einigen unerheblichen Modificationen die Zustimmung der Kammer.

Paris, 14. Oft. Der König und die Königin fuhren ge- stern in Begleitung des Marschall Gérard nach Neuilly. Heute Abend findet ein Konzert in den Tuilerieen ftatt.

„Die arößte Anfregung herrs{t in der Pairs - Kammer“', äußert der Constitutionnel; „man hat Konferenzen verabre- det, um zu entscheiden, wie die Pairie sich in der Lage, in die sle durch die gegenwärtige Debatte der Deputirten-Kammer ver- segt wird, nehmen soll.‘

Das Bezirks-Wahl- Kollegium von Nontron, Departement der Dordogne, hat, statt des vierfah gewählten Hrn. Merilhou, welcher sich für Sarlat entschieden hat, deu Obersten Lamy zum Deputirten ernannt.

Die mit der Prüfung der Civil- Liste beauftragte Kommis- sion hielt gestern ihre zweite Versammlung und ernannte Herrn Odilon - Barrot zu ihrem Secrcetair.

Dem National zufolge, würde Herr Debelleyme, nah dem Abtreten des Herrn Saulnier, den Posten des Polizei-Dra- fekten erhalten, den er bereits einmal (unter dem Ministerin Martignac) bekleidet hat.

Die Nord- Armee ist durch die Division des Generals Fa- min verstárkt worden, welche bei Givet steht, und zählt jeut 80,000 Mann.

Fn Aurillac (Departement des Cantal) hat am 6ten d. M. die Erhebung der Weinsteuer einen Volks - Aufstand veranlaßt, dessen die Gendarmerie im Verein mit den Linien-Truppen und der National-Garde nicht Herr werden konnte. Gegen sechs der Haupt-Anstifter wurde eine gerichtliche Untersuchung eingeleitet.

Der Messager des Chambres meldet, daß bei mehre- ren Gendarmen in Poitiers der Versuch gemacht worden sey, sie für die vorige Dynastie anzuwerben.

Das Mémorial bordelais enthált folgendes Schreiben aus Madrid vom Zten d. M.: „Wir besißen gegenwärtig in un- seren Mauern eine geheimnißvolle Person, die troß aller Vorficht das Jncognito nicht ganz hat bewahren könneu; denn wir wissen, daß fie aus Jtalien kommt, wo sie die Herzogin v. Berry ge- sprochen hat, daß sie fich einige Zeit in Barcelona aufgehaltcu und mit dem Grafen v. España häufige Zusammenkünfte gezadt, daß si: nach ihrer hiesigen Ankunft sich zu dem Könige nach San Jldefonso begeben hat, und endlich, daß sie jeßt bei dem Herzoge v. Villa-Hermosa wohnt. Diese Person nenut sich Réné de Li- zet, Domherr von Tours und Vorsteher der Vssionen. Auf die Frage, wie lange er in Madrid zu verweilen denke, autwor- tete er, erx wolle die Ereignisse abwarten.“

Der Constitutionnel meldet, die Anzahl der ausgelvan- derten Französischen Royalisten in Spanien seh neuerdings durch einen Sohn des Grafen Bourmont vermehrt worden, der mit 70 Franzosen, von Portsmouth fomniend, i Villa - Garcia ge- landet sey.

Fn Toulon und Brest werden viele Matrosen vou der R gierung entlassen; im ersteren Hafen allein beträgt die Zahl dc selben 600.

Briefen aus Port-au-Prince vom 24. August zufolge,

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. hat auch in einem großen Theile der Jusel Haiti am 14. Uug.

ein furhtbarer Sturm große Verhcerungen angerichtet und die Stadt les Cayes fast ganz zerstört.

Grofidritanien und Frland,

Parlaments-Verhandlungen. Oberhaus. Siz- zung vom 13. Okt. Nachdem der Lord-Kanzler und Lord Holland jeder eine zahlreich unterzeichnete Bittschrift zu Giui- fien der Reform überreicht hatten, faud sich der Graf von Ha r- rowby zu der Erklärung veranlaßt, daß es ihn freue, ebt noch so viel Bittschriften in Bezug auf diesen Gegenstand einkommen zu sehen, denn dies sey ein Beweis, daß das Volk die legte Ent- scheidung des Oberhauses in ihrem wahren Lichte ansehe und es nicht für ausgemacht annehme, daß alle diejenigen, die fich dem ministeriellen Vorschlage widersezt, auch gegen alle Veränderungen in der Constitution des Unterhauses setzen. (Hört, hört!) Aus den Neden des edlen Grafen ( Greh) und seiner Freunde hätte leiht der Schluß gezogen wer? den fönnen, daß slch die Opposition aller Reform über- haupt widerseße; dem sey jedo uicht so, und der Widerstand set eben nur gegen die besondere von den Ministern in Borschlag gebrachte Maaßregel gerichtet gewesen; mindestens sey dies bei ihm persönlih der Fall. Der Graf erklärte nun, in weicher Meise er eine Reform bewirkt z en wünsche; er wolle uänur- lih allen wohlhabenden und vol en Orten, die so große und wichtige Jnteressen in sich vereinigten, daß ihre Theilnahme an der Legislatur wünschenswerth sür den Staat erscheine, Vertreter im Unterhause ertheilen; ferner hätte er auch nichts dagegei, wenn man in den großen Grafschasten das Wahlrecht mehr ausdehne und dafür einigen in diesen Grafschaften belegz- nen verfallenen Burgflecken ihr besouderes Wahirecht entziehe. Fedoch wolle er dabei kein allgemeines Prinzip und namentlich Die Gránze, welche in diesem Bezuge von der verwo: senen Bill ge- zogen worden, habe er als den verwerflichsten Theil derselben au geschen, Auch gegen einen gleichförmigeu MWahl-Modus müsse er sich erklären; namentlich sey der in der verworfenen Bill voiï- geschlagene Wahl:Census viel zu niedrig, um nicht der Bestechung Thür und Thor zu dffnen. Gegen die gleichzeitigen für eincu und denselben Tag anzuberaumenden Parlaments - Wahlen habe er jedoch nichts einzuwenden. Mit den eden ver- nommenen Bemerkungen erklärte slch der Graf von Ha d- dington volllommen einverstanden. Lord Holland er- wiederte, die Logik des edlen Grafen (Harrowby) seh nit ganz richtig, wenn er daraus, daß jeßt noch so viele Bittschristen in Bezug auf Reform einkämen, einen Schluß ziehe, wie den an- geführten; denn diese Bittschristen suchten nicht um eine Re- form im Allgemeinen, sondern um diejenige Reform insbesondere nach, die von den Ministern vorgeschlagen worden. Indessen freue ihn doch das Geftändniß des edlen Grafen, so wie daß derselbe zugebe, die leßte Entscheidung des Oberhauses über die Reform - Bill sey keine \chließliche gewesen uud we.de baid

Majoritát von |

haben. Er furzer Zeir die Maaßregel, uenulich nur verschoben worden sey, zum Landes -: Gg geworden sehn würde. Der Lord-Kanzler fügte hinzu, | er, ohne sich darauf einzulassen, ob die mageren Zug standy die der edle Graf machen wolle, das Volk befriedigen wür bloß bemerkte, daß die Einwohuerxr von Fuverneß bei der Atj dung der von ihm überreichten Bittschrift unmöglich {hon tj fomniten, daß die Vill von den Lords verworfen worden denmmach sey der Schluß, den dec edle Graf gemacht, fals. Das Haus ging nun zur ferneren Erwágung der Y über Schottische Appellations - Sachen Uber. Unit er haus. ] es Hrn. Trevor antwortete Lord John Russell, daßy 2, Ober-Kammerherr der Königin, als solcher, dot, achdem er gegen die Reform- Will gestimmt, seine (Futlasy

eine andere zur Folge zeigt, daß binnen sehr

4 ingereicht habe, und daß dieselbe angenommeu worden s\ehy, E

Oberst Evans trug auf eine Adreffe an den Kvnig an, in ‘e, Maj. ersucht werden sollten, dem Hause, sobald es \{webenden Unterhandlungen uließen, dicjenigen Berichte y legen zu lassen, welche die Regierung und die Berbüindeten ( lands von ihren in Rußland beglaubigten Agenten einerseits y von der Polnischen Regierung audererseits in Bezug auf den Russ Polnischen Krieg erhalten haben; ferner diejenigen Ufktensu die slch auf den von der Französischen der Englischen Regien früßer gemachten Vorschlag einer gemeinschaftlichen Vermitteh zur Beendigung jenes Kampfes beziehen, welche WVermittel die beiden Regierungen als Theilnehmer an dem Kongresse, dy den die nationalen und constitutiounellen Rechte Polens ga tirt worden seyen, übernehmen rwoollten, Lord Alth widerseßte sich dem Autrage zunächst in Rücksicht auf große Mannigfaltigkeit der geforderten Papiere, von nen sich einige auf Umstände bezögen, über die man | noch im Streite seh, und andere Unterhandlungen beträ die gerade im Gange wären. Aus der Borlegung diefer Aft stücte würden die größten Unanuchmlichkeiten erwachfen, in) dadur nicht bloß die schwebenden Unterhandlungen zwis Rußland und Polen einerseits, fonderu auch die zivischen N land und anderen Europcischen Staaten andererseits, gestört 1 alle diplomatische Arrangenicuts, mit denen man iu diesem aenblicke beschaftigt ch, unterbrochen werden könnten. D Evans sah sch durch diese Erkiäruaz veranlaßt, seinen Auy bis zur nächsien Parlamentis-Sesjion zu verschieben, sprach je) die Hoffnung aus, daß das Haus 1 ber Zwischenzeit nicht gli gültig gegen die bewaffnete Beseßung Polens werden würde. Courtenah beklagte sich darüber, daß dem Unterhause die sprochenen auf Portugal Bezug havenden Papiere noch n vorgelegt worden; bei dem jeuigen Stande der Session set toider Willen genöthigt, feine Absicht, einen neuen Antrag Betreff jenes Landes zu machen, aufzugeben. Herr Tre trutg darauf an, daß das Haus eiuen strengen Tadel derjeni Londoner Kircbspiele öffentlich ausïpreche, dic in einer von Zeitungen mitgetheilten Meso!ution von der Berweigerung | Steuern als einer Maaßregel gesprochen, deren fie fich in gt sen Fällen bedient, die sie jedo jet aufgeschoben hatten. der Antragende die Kirchspieis - *Politië eine verächtliche nau! so fragte ihn Hr. Hiime, ob deuu die Beschlüsse von Kirchs len, die 120—150,000 Einwohuer zahiten, so ganz zut vera

| seyen? VYJu dem angeregten Verfahren liege übrigens nichts geseßliches ; denn das Geseg befage, daß derjenige, der teine F den Pfänden aber hi

gaben zahle, gepfändet werden folle :

sl die Kirchspicle keinesweges widerscßen wollen. Sir V9

house (früher Herr Hobhouse) nazm sich ebeufalls der K

spiele an. Herr Hunt meinte, die Whigs hätten sich s

i Namens bedient, un ihn unter eine Ausforderung zu seßen,

der dem Volke der Nath ertheilt werde, keine Abgaben zu j len: daraus gehe hervor, welche Kreaturen cigentlich diese Wi eyen, die nit den Muth hätten, selber mit einem \solhen? {lage aufzutreten, und ihn daßer den Radikalen untershd! Hr. O’ Connell vertheidigte die Minister gegen diese indi Anschuldigung, daß auch sle das Boif hätten verleiten wo! die Abgaben zu verweigern. Alle Aufregung, die jett im L herrsche, maaß dieser Redner den Anti-NReformisten bei.

Englische Volk, fügte er hinzu, werde sh jedoch eben so wie Frländische zur Ruhe zu mäß!gen wissen und über den Tri der Verzögerung, deu seine Gegner davongetragen, nicht glei Berziweiflung gerathen. Zugleich aber warne er die Tories, dend tischen Löwen nicht allzusehr zu reizen, Da Hr. O'’Connell fich in nen Stoff immer weiter verticfte, so erinnerte der S prechet den Gegenstand, der jcbt zur erathung vorliege, und von sich die Mitglieder nicht entfernen sollten. Sir Ch. Wel! rell war jedoch mit dieser Ansicht des Sprechers nicht ein standen und fragte zunächst Hrn. O?’Counell, ob er unter dem tischen Löwen etwa das Gesindel verstehe, das sih auf den E ßen herumtreibe und die Lords insultire f Das Mitglied für M sey vielleicht der Einzige iu England, der so!hen Unfug mit

Zuckungen des Löwen vergleiche. Sir Charles erwähnte daf

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noch der anderen bekannten Ausschweisungen, welche si Boik in der Provinz, namentlich auch gegen das Schloß des | z03s v. Newcasilein Nottingham, gestattet habe, und fragte deu Ö ral-Auwalt, warum er, als Bertretec von Nottingham, noch 1! gethan, um die Uebelthäter zu verfolgen? Ob er tvoaxten wi! bis auch der Landsiy irgend eines Keformisten, etwa des zogs von Devonshire oder des Marquis von Lansdowne, verl tet worden? Die Presse sowohl als die Neden in uud à dem Parlanent tiügcn das Jhrige dazu bei, um die Rache Bolkes zu entflammen. Demnach bringe er als ein Ame ment zu der vorliegenden Motion in Antrag, den Honig in! Adresse zu bitten, eine Spezial-Kommission zur baldigen Ul suchung der letzten Ausschweisungen, namentlich der Berbrennttu S Hzlosses in Nottingham, zu ernennen, Herr O’*Connell wit Angrisfe des vorigen Nedners zuielck und erregte durch den Y den ex auf Kosten desselben sprudelu ließ, das laute und ivil holte Gelächter des Hauses. „Sir Charles,“ sägte er unter derem, „macht es mir zum Vorwurfe, daß ich auf der Oh tions:Seite des Hanses jive; ih will ihm jedoch bemerklich chen , daß ih hier früher saß, als er, „der die Opposition „Berg“! nannte. Demnach ift also Mahomet diesmal | Berg und nicht der Berg zum Mahomet gekommen, und | zu einem Mahomet, der si bei dieser Gelegenheit in einen grotesfesten Paroxhsmen seiner sogenaunten Jnspirationen g? hat. Der sehr ehrenw. und gelehrte Herr wirft mir ferner f Mangel an Arctigkeit vor. Ein solcher Vorwurf aus sold Munde klingt in der That schr seltsam. Von welcher A feits-Fakultät hat denn der schr ehrenw. Herr sein Diplom halten? Wo is der Tanzmeister für Erwachsene, durch Unterricht er so viel gewonnen hat? Wer is sein arbiler gantiarum? (Großes Gelächter. Sir Ch. W. wird gerwöh! in seiner äußeren Erscheinung als ein Mustex aller

ordunng und Unliebenswücdigkeit dargestellt.)

M

(Lord H.) sey (sagt zwa j E ar spricht dagegen von einem Dämon: genannt der alte

Debatte ohne Abstimmung verworfen, und als Lord Althorp

Sizung v. 13. Oft. Auf BefrF

Dr, Joh

t zivar, der Teufel sey der erste Whig, doch Shakes- 3)

Ueberall‘““ (,, Wetherall”). Jn diesec Weise sebte r, O’Connell noch eine Zeit lang seine Wortspiele fort, big er endiih auf die eigentliche Materie kam und sih dem Amen- dement des Sir Ch. Wetherell opponirte. Lord Aithorp that in Gleiches, indem er die Anschuldignng, als ob die Minister die Auéschweifungen des Pöbels unterstüßt hätten, mit Verach- tung von sich wies. Das Amendement wurde nach einer furzen

gegen die ursprüngliche Motion die voriläufige Fraze in Antrag rate, nahm Hr, Trevor die erstere zu: ti.

London, 14. Oft. Lord Granville, unser Botschafter in |

Paris, ist bereits. wieder nach seinem Gesandt} aftsposten zurück: }

efchct. ô n der Moruning-Pofst liest man: „Die radikale Mum- merei einer Prozession der verschiedenen Kirchspiele nach St. Fa: mes, unm dem Könige Adressen zu überreichen, war so lächerlich und fomisch, wie nur irgend möglich, Nach diesem Possenspiel founten Se. Majeftät der Pöbel natürlich uicht unterlassen, ihre Prärogative auszuüben, nämlich das Eigenthum loyaler Einwoh- ner in verschiedenen Theilen der Hauptstadt zu. zerstören, und mit innigem Bedauern berichten wir, daß der tapfere Marquis von Londonderry auf eine so mörderische Weise durch Steinwürfe den Ermahnungen der revolutionnairen Presse gemäß angefal- len worden ist, daß Se. Herclichkeit, im Begriff, ih nach dem Parlamente zu begeben, genöthigt war, nach Hause zurüzu- kehren. Dies sind einige der Folgen, welche aus den unaufhor- lichen Anstrengungen derer hervorgehen, die, um ihre revo- sutionnairen Zwece zu fördern, täglich lärmend behaupten, daß die Verwerfung ihrer abscheulichen Bil eine allgemeine Unordnung zur Folge haben werde, und die, da sie sih in 1h- ren Hoffnungen getäuscht sehen, den Versuch machen , - Pöbel- Persammlungen und drohende Prozessionen zu veranstalten ; ganz im Widerspruch mit den ächten Gesinnungen der enge, die, his zu dem Augenblick, wo sle von den Nevolutionnairs aufge- regt wurde, bei feiner Gelegeuheit eine Neigung zu Tumulten an den Tag legte. Während der ganzen Daner der Verhand- lungen im Oberhause hat sich nicht das gecingste Anzeichen von einer Volks-Aufregung zu erkeunen gegeben; und diejenige, welche später stattgesuuden hat, haben wir jenen Boshaften zu danfen, die nit wollten, daß ihre schändlichen Vorhersagungen für ganz nichtig befunden würden. Die partiellen Geivaltthätigfeiten sind lediglich den Anführern der revoiutionuatren Faction, aber feinesweges den natürlichen Geslsunuugen des Bolkes zuzu- shreiben. ‘“

Der Courier erwiedert

auf! vorstehenden Artikel: „„Nur

| Jemand, der den Zustand der offentlichen Gesinnungen gar uicht lfeunt oder entschlossen is, denjelben zu euntstellen, kann sagen,

daß die niederen Volksklassen von Persouen der höheren Stande zu den begangeuen Gewaltthätigkeiten angerecizt worden sehen. Wir wollen dies durch einige Thatsachen bewei)en. Am vergan: genen Montag wurde das Unte:-Comiié der LWBestminjter- Wähler dur) Abgejandte von den Kirchspielen des öffeutlichen Theiles der Hauptstadt dringend aufgefordert, den Kircspielen von West- minster anzuempfehlen, sich einer Prozession nah St. James- Palast anzuschließen. Was wurde auf diese Anforderung geant- wortet? Den Abgeordneten wurde angedeutet, daß das Comité eine solche Maaßregel nicht allein nicht anempfehlen, sondern im Gegentheil davon abrathen würde, und man forderte die Ab- geordueten selbst auf, ihren Borsaß noch einmal reiflich zu überlegen. In dem Kirchspiele von Marhledone hatte man bereits s{hwarze Fahnen zu einer Prozesslon angefertigt, und nur durch die ernstlich:

sten Ermahnungen einflußreicher Dieformisien ließ sich das Volk be- |

wegen, diesen Aufzug zu unterlassen. Ju St. Pancras war das Boik, wic meinen die Hauseigenthümer, nicht cen Povel entscz!of- sen, zu erklären, daß es feine Abgaben bezahlen würde. Ohne die Leitec wie man die einflußreihsten Männer eines Kirch: spiels nemit würde eine solhe Erklärung durchgegangen sehn, Dies sind einige Beispiele, wir fönnten deren weit mehr anfitß- ren, Die Wahrheit aber ist, daß neunundneunzig von jedem Hundert so aufgeregt sind, daß es nur des Raths des Hundert- sten bedarf, um das durch Gewalt zu erzwingen, was fle jebt mit Nuhe fordern, Diejenigen sind daher Thoren, welche glaüu- ben, daß ein aus Taschendieben und Vagadonden zusammenge- segter Pöbel, der von den Anti- Reformisten zum Tumultuiren gemiethet worden is, auf irgend eine Meise die Gesinnungen des Landes ausdrückt. Diese Gesinnungen wúrdeu si bald auf eine ganz audere Weise zu erkennen geden, wenn auf die gerech: ten Forderungen des Volks keine Nüctslcht genommen wiürde.““ Eine Deputation vou mehreren Kirchspielen der Hauptsiadt überreichte gestern Abend dem Grafen Grey eine Denkschrift, worin Se. Herrlichkeit ersucht wurde, dem Könige anzuempfehlen, das Parlament auf nicht länger als auf 7 Tage zu proxogiren, Graf Grey empfing die Deputation \chr freundlich und unter- hielt ch eine geraume Zeit mit derseiben über den Gegenstand j die Ne-

ihres Besuchs. Er bemerkte ihr jetocch, daß er hoffe,

gierung erfreue sich, nach den Anstrengungen, welche sie gemacbt, |

um die Wünsche des Volkes zu ecfüllen, eines großeren Grades von Vertrauen, als ein solches Ansuchen voraussetzen lasse, wenu er nicht wüßte, daß die innere Aufregung die Kirchspiele vericitet hade, Sr, Majestät diese Cmpsehlung zugehen zu lasseu. Graf Grey fügte noch hinzu, daß, wenn das Voik nur noch eine kurze Zeit Vertrauen in die Mister seßen wollte, er uicht den ge- ringsten Zweifel hege, daß er im Stande sehn würde, eiue

Reform-Bill, ganz eben #o wirksam, als die vom Ober-

hause verworfene, einzubringen und durchzufithren, Die Wicch- | Grafen | Mitglieder der De- | Einige derselben unterhielten si mit dem | Grafen über die verschiedenen ösfeutlichen Versammltmgen und |

tigkeit und Angemessenheit der Bemerkungen des Grey schienen einen tiefen Eindruck auf die

putation zu machen,

erzählten ihm Beispiele von den sorgsamen Bemühungen eini- ger einzelnen Personen zur Aufrechthaltung der öffentlichen Ord- nung. Se. Herrlichkeit hien über diese Berichte im höchsten Grade erfreut und ermahnte die Deputation, ihren ganzen Ein- fluß anzuwenden, um die Achtung der Geseße- aufrecht zu erhal: ten und das Vertrauen in die väterlichen und patriotischen Ge- sinnungen des Könias zu befestigen. Auch bemerkte der Graf, daß es ihm in der That sehr leid thun würde, wenn von Sei- ten des Volkes irgend Gewaltthätigfkeiten versucht werden foll- ten, denn die Regierung seh fest entshlo}en, ihre Schuldigkeit zu thun unb die Geseße, im Fall der Noth, selbst mit Gewalt aufrecht zu erhalten. Als Antwort darauf erhielt der Graf die Versicherung, daß, so lange das Volk Zutrauen zu dem König und seinen Ministern habe, die öffentliche Nuhe nicht gestort werden könne. i Der Courier meint, es sch eine erfreuliche Bemerkung, daß im Oberhause alle katholische Pairs, mit Ausnahme des Lord Arundel, und im Unterhause alle katholische Mitglieder,

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mit Ausnahme des Sir T. Consftable, für die Reform-Bill ge- stimmt hätten. „Wenn““, fügt das genaunte Blatt hinzu, „die Katholiken sich durch Eigennuß hätten leiten lassen, so würden sie sich der Bill widerseßt haben; aber sle sind den Anspcüchen der Ehre und Vaterlandsliede und der chr stlichen Liebe zu ihren protestantischen Brüdern gefolzt, während diese Leßteren von den Häuptern ihrer eigcnen Kirche Widerspruch erfuhren.“ Das- selde Blatt widerspricht dem Geiticht vou dem Ausscheiden des Lord Palmerston aus dem Ministerium.

Die hiesigen Zeitungen sind mit Berichten über die Versammlungen angefüllt, welche in Dudlin, in der Grafschaft Yorfk, in Liverpool, Manchester uud zum Theil auch noch in Lon- don selbst stattgefunden haben. Größteutheils sind diese Ver- sammlungen, wegen des ungehßemen Zudranges von Menschen, auf fceiem Felde gehalteu worden, Jun Manchester sollen gegen 100,000 Personen zugegen gewesen sey. Die Beschlüsse dieser Versammlungen lauten hauptsächlich dahin, das unvermindzerte Zutrauen in die Minister und die Hoffuung auf baldige Eiu- bringung einer neiten Reform-Bill auszudrücken. Außerdem aber hat man an einigen Orten, namentlich in Liverpool, auch Reso- lutionen augenommen, worin das Betragen der Bischöfe beleuch- tet und in den strengsten Ausdörücken getadelt wicd. Fast in al- len Reden, die bei diesen Gelegenheiten gehalten werden, wird der Herzog von Wellington, dem mana allgemein die Leitung der Opposition zuschreibt, am heftigsten augegriffen.

Am 13. Oft., als am 12ten Tage der Wah! für Dorset, welche am 17ten beendigt werden wird, hatte der antireformistische Kan- didat, Lord Ashley, 1776, sein Mitbewerber, Herr Ponsonby, aber nur 1759 Stimmen: Ersterer mithin eine Majorität von 17 Stimmen.

Die hiesigen Blätter enthalten Nachrichten aus Ma- dras bis zum 29, Mai. Das der Compaguie gehörige Schiff „„Repulse‘/ war daselbst mit einer großen Menge von Passagie- ren von England angelangt. Das Schiff „„Calcutta‘“ wurde tâg- lih von Bombay erwarter, um Truppen nah England au Bord zu nehmen. Die Cholera Morbus richtet in der Nähe von Malda große Verwüstungen an; sie entfernt sich indeß nicht von den Ufern des Stromes. Jn Rajeshahye sind, in Folge des Umsichgreifens der Cholera, die öffentlichen Arbeiten vorläufig eingefiellt,

Die neuesten Berichte aus Barbadoes schildern die durch den leyten Orkan angerichteten Verwüstungen noch weit entseßlicher, als sle im ersten Augenblick angegeveu worden waren. Obgleich die Zaf:l der dabei ums Leden Grekommeneu noch nicht genau feststeht, so nimmt man do anu, daß deren über 4000 sind. Jn einem Gebäude, was dem Herrn Hollinshed gehört, wurden 22 Séflaven in einem Augenblick zerschmettert, und niht weniger als 50 Soldaten wurden bei dem Einslurz der BVarracken er- schlagen.

London, 14, Oft. (Abends, ) Man erfährt so eben, daß die Minister idre früheren Futentionen in Bezug auf die Vers tagung des Parlaments geäudert haben, und daß im leßten Ka: dinctörathe beschlossen worden, die Prorogation nicht eher eintre- ten zu lassen, als bis einige noch s{webende wichtige Bills sáämmtlihe Stationen passirt nd, so daß es wohl möglich ift, daß das Parlament noch 14 Tâge versammelt bleibt. Die Zeit der Prorogation wird, wie man glauvt, nicht länger als sechs Moch¿n dauern, und die Reform wird dann wieder die nächste Frage seyn, die zur Sprache fommt. Die Zahl der neu zu ernennenden Pairs ift bis jet noch nit festgestellt worden und dúrfte davon abhängen, ob und wie viele Pairs ihre bis- herige Meinung ändern und zut den minißeriellen 1bergehen ; mit Einigen, die früher den Stand der öffentlichen Meiuung nicht | genau gefannt, soll dies bereits der Fall sehu. Heute hatte man hier an der Börse die Nachricht von dem Ausbruche der Chol-ra iu dem für unseren Handel so wichtigen Hamburg, do roollte noch Niemand ret daran glauben, Jm Oberhause- haben heute feine Verhandlungen von sonderlihem YJateresse stattge- funden. Jm Unterhause erregte die Ueberreichung zweier Bitt- schriften der Einwohner der beiden Kanadas, die sich über eine \{lechte Verwaltung, namentlich über den Mangel an Fugend- Unterricht, über die Verwandlung des Jesuiten - Kollegiums in eine Kaserne und über die Bernachlässizung ihres Fabrikwesens beschwerten, eine ziemlich lebhafte Debatte.

Niederlande.

Brüssel, 15. Oft. Jn der gestrigen Sizung der Re- präsentanten- Kammer wurde die allgemeine Berathung über das Gese in Betreff derjenigen , die des Einverständnisses mit dem Auslande beschuldigt werden 11. #. w,, fortgesept und beendigt. Man ging demnächst zur Berathung der einzelnen Artikel über, deren Fortsezung auf morgen verschoben wurde. Die hiesigen Blätter theilen indeß in einer Nachschrift mit, daß das Ministerium den ganzen Geseh-Entwurf zurücégenom- mcn habe.

Der König wird heute oder morgen, in Begleitung des Kriegs-Ministers, eine. Jnspecctions: Reise nach Brííage antretên.

Der General Goblet ist geftern von seiner Mission nach London wieder in Brüssel eingetroffen.

Dentslaud,

München, 15. Oft. Des heutige Namenéfest Jhrer Majestät der Königin ward von den Bewohnern der hiesigen Re- fidenz mit dem Ausdruck der innigsten Verehrung und Liebe ge- gen die erhabene Landesmütter auf das feierlihste und freu-

digste begangen. Jhre Mojestäten der König -und die Königin nedst HöchstJhrer Familie nahmen das Mittagsmahl in Eben- hausen im Freien en. Minen, 17. Oft. ganze Woche über eines noch in feinem Jahre ein

Unsere Oftoberfeste, welche si die

Betters erfreuen durften, wie ihnen

\hóneres gleich anhaltend zu Theil

geworden war, gingen m1 vem gestern Nachmittags stattgehad- ten Pferderennen zu Ende.

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; Die Sendlingeran- Höhe sowohl als der weite Umfang der Thereslenwiese wimmelten fast wie vor 8 Tagen wieder von einer unzähligen Menze von Zuschauern, in deren Mitte J. MM. der König und die Köniain mit Jä. KK. HH. dem Kronprinzen und der Prinzesssu Mathilde und den übrigen Königl. Pcinzen nud Prinzesnnen neuerdings zu erscheinen geruhten. Alle Anwesende drücften, als die Wagen der Allerhöchsten Köniz! Herrschaften heranfuhren, Fhre Freude darüber durch weithin schallende Zurufungen aus, und dieselben BVivats tönten aufs neue, als Jhre Majestäten den Pavillon auf der Wiese wieder verließen, und folgten Allerhöchstdenselben bis zurück in die Stadt. Abends geruhten beide Königliche Majestäten, einen jur Feier des Namensfestes Jhrer Majeslät der Königin veranstalteten schr glänzenden Ball mit Jhrer Ge- genwart zu verherrlihen. J at gi

Dresden, 16. Oft. Se. ck Königl. Majestät umd des | Prinzen Mitregeuteu Kön!gl, Hoheit haben deu Staats-Minister

des Junern, von Lindenau, zum Großkreuz, inleichen dea Staats-Minister der Jusiiz, von Könner'y, und den Staats-Miz nister der Finanzen, von Zeschau, zu Komthuren des Civil - Ver- dienfiordeus zu ernennen geruht.

Kassel, 16. Oft. Seine Hoheit der Kurprinz und Mit- Regent haben den General - Major von Hefberg bei dern Gene- ral-Kriegé-Departement zum provisor.\cheu Vorstande des Kr'egs- Ministeriums, an die Stelle des davon guäcigst dispeusicten General: Majors von Loßberg, ernannt.

S{Qwet1

Basel, 12. Oft. Der große Rath hat nach der in der vorgestrigen und gestrigen Sibung stgttgehadten Deliberat on \chließlich in das dur die Repräsentanten der Tagsaßzung Na mens derselben ausgesprochene Verlangeu einer allzemeinen Ain- nestie gerilligt, um dem WBerlangen der Mehiheit dec Schwei e- rischen Stände ein Opfer zu bringen; dagegen aber hat derselbe mit sehr großer Mehrheit (81 gegen 9 Stimmen) das Begeh:en D Verfassungs - Aenderung auf das beflimmteste zuri ckze - wiesen.

Aalen

Florenz, 11. Oft. Am 7ten d. M. sind Ihre Königl. Hoheiten der Prinz Maximilian von Sachsen und dessen Toch: ter, die Prinzessin Maria Amalie, hier eingetroffen.

Rom, 8. Oft. Vorgestern hat sich Se. Heiligkeit nr Of- tober- Villcggiatur nah Eastel- Gandolfo am Aibaner Sce de- geben. Seit vierzehn Jahren hatte keiner der Päpste diesen Oit besucht. Se. Heiligkeit wurde von der Einwohnerschaft des Orts uud der Umgegend sehr fesilih empfangen. i

Die Allgemeine Zeitung berichtet in einem Privat- schreiben aus Rom vom (ten Oft.: „Die plögliche Unterwer- fung der Provinzen, auszesprochen durch Annahme der Päpstii- chen Fahne und Kokarde, kam s{chon den Römern wuuderbac vor und mußte natürlich in den Legationen selbsi die Gemütder auf das verschiedenste anregen. Die Unterwersung war. das Merk der Gemäßigt,- Liberalen; die Uitra- Liberalen, aufs höchste erbittert, bereiteten einen, neuen Aufstand vor, welcher nament- lich in Forli in der Nacht vom 27sten zum 2Wsten Sept, ans- brehen sollte. Die National-Garde, welche zur aemaßigti:u Partei gehört, verhinderte den Ausbruch und verhaftete sogar die Anführer. Aehnliches fiel in Bologna vor. ‘“

Griechenland.

Nachsite-hendes ist das von dem Oesterreichischen Be- obachter mitgetheilte. (in Nr. 288 der Sr, Zeir. vo.bedaittu } C rkifiar- Schreiben des Grafen Capodistcias an die außero,0t- lien Commissaire und Civil- Gouverueur?e des Staats uber è:2 in Poros stattget abten Auftritte :

„Wir haben mittels unseres Cirkular-Schreibens sn) 0, 4/53 die Fhrec Verwaltung anvertraute Provinz von der Freveltbat uis terrichtet, welche die Hydrioten begingen, indem ffe sich der Staats- Fahrzeuge und des Marine-Arsenais zu Poros demächtizt havci, Ferner haden Wir zu deren Kenntniß die Erklärung gevracht , wo- mit die Herren Residenten diese vervrecherische Hanölung unverweiit gemißbilligt haben. Es if nun Unscre Pflicht, das Land nicht in Unkunde über die Ereignisse zu lassen, welche si{ scitdem bis jeßt zu Poros zugetragen haben, und Wir entledigen Uns derselben durch

gegenwärtige Mittheilung, welcher Sie_ die größte Offenkändigkeit zu ertheilen angewiesen werden. Die Capitaine Lyons und Lalande, Befehlshaber der_ Englischen und Französschen ESta- tionen, hatten, nachdem ite zu Poros zu dem Contre - Admiral Ricord gestoßen waren, den Häuptern der insurrecrionnellen Expedi- tion diejelben Erklärungen wiederholt, welche die Hecxen Resi nten bercits im Namen ihrer Hdfe gemacht hatten. Sie forderten dieci- ben auf, sich zu entfernen und die National chiffe, wie das Arjiinal, der Regierung zu Übergeben. Die Herren Maurocordato und Miau- lis {chüßten die peremptorischen Befehle vor, welche ihnen dic (6e- meinde von Hydra ertheilt hatte, sich dieser Weisung nicht zu fügen, und diese Befehle wurden später durch eine zu diesem Behufe von Hydra nach Poros gekommene Deputation befiätigt. Unter jo be- wandten Umständen segelten die Capitaine Lyons und Lalande nach Nauplia, um mit den Herren Relsidenten unò der Griechi-chen Ne- gierung Rücksprache Über die Sache zu nehmen. Der Herr Contre - Admiral Ricord blieb an Ort und Stelle und bewachte mit seiner Fregatte und einer seiner Briggs die große Einfahri in den Hafen, während die kleine Einfahrt von einer zweiten Russi- schen Brigg, dem „„Telemach//, beobachtet wurde. An dem Avcnd, welcher e die Abfahrt der Capitaine Lyons und Lalande folgte, versuchte eine von Hydra kommende Korvette durch die kleine Ein- fahrt in die Rhede zu gelangen. Die Russische Schaluppe, welche von der Brigg mit der Weisung an die Korvette avgeschickt wurde, sich zu entfernen, wurde mit Flintenschüssen zurückgewiesen. S0- gleich feuerten das Fort von Poros, welches durch niederträchtigen Verrath in die Hände der Fnsurgenten gelangt war, und dic Kor- vette „Spezzia//, welcher se Tich bemächtigt hatten, gleichzeitig auf den „„Telemach/‘/. Nach einem beinahe zweiflündigen Gefechte wurie die Korvette „Spezzia// entmastet und die andere zur Rückkchr gezwun- gen Unsere Proclamation (sub Nr. 4154) hat bereits alie Pro- vinzen von diesem beklagenswerthen Vorfall, von der Frevelthat, welche denselben veranlaßte, und von den Wünschen in Kenntniß geseßt, diewir hegen mußten, daß dieses traurigeEreigniß wenigitens dazu | beitragen mdge, die Menschen, welche durch schändliche Rathgeber auf «r | Bahn des Verbrechens fortgetrieben wurden, vom Rande des | Abgrundes zurückzuhalten. Fndeß schienen die zu Poros versam- | melten Hydrioten , der blutigen Erfahrung ungeachtet, wi lche fe eben aemacht hatten, weit entfernt, auf ihre thdrichten EntwÜrfe des Widerstandes oder auf die noch un{innigeren des Angriffes zu verzichten Jn Folge dessen erneuerten sie die Mannjchaft der Korvette „Spezzia, verstärkten die anderen Fahrz-uge und begcht= ten endlich von ihrer Gemeinde Sufkfkfurs. Der Contre - Adn'cal Ricord erachtete es nunmehr erforderlich, denselben in ihren Eutwür- fen E und fich der beiden Korvetten, welche in der Klofterbai lagen, zu bemächtigen Die Brigg „Ulysses// erhielt die Weisung, diesen Auftrag zu vollzichen, während zwei Ruf- sische Briggs das Fort beschießen sollten. Die Brigg ¿Achil- les‘/, welche eben in dem Augenblicke von Nauplia anlanäate, fonnte jenen drei Fahrzeugen Beistand leisten. Einige Minuten reichten hin, die Korvette „„SPpezzia// in die Luft zu 1prengen, die andere strih die Flagge. Dieser mdrderische Ausgang verdrettete Schrecken unter den Hydrioten. Von den Fahrzeugen des Contre- Admirals Ricord und den Truppen der Regterung, wovon ein Theil ch bereits im Besiß der die Stadt bestreichenden Anhdhen befand» in die Enge getrieben, begannen sie schon ihre Posten haufenweise zu vertassen. Am folgenden Dage nach der Zerstdrung der Korvette 7, Spezzia ‘/ hatte Herr Miaulis nur noch 2) Mann än Bord der Fregatte. Andererseits verlangten die Poreoten selber dringend, daß die Civil-Regierung in Begleitung einiger 100 Mann Truppen vom regulairen Corps in dic Stadt zurückehren solle. Wir können uns das Vergnügen nicht versaget, bei dieser Gelegenheit dem Ge- neral Nikitas und dem Lieutenant Kallergi, welche die Truppcn be- int tats dieses erste Zeugniß der Dankbarkeit zu geben, welche die Regierung ihnen wegen der Festigkeit, des Eifers und des Patrio- tismus schuldig ist, die sîc dei der Vollzichung des ihnen vorge= schriebenen shwierigen Unternehmens an den Tag gelegt haben. Da Hr. Miaulis, wie wir oben erwähnt haben, nah und nach von allen den Scinen verlassen wurde, ließ er dem Hrn. Contre-Admiral Ricord durch den Befehlshaber der Franmzdsischen Brigg „Grena- dier//, welche am vorhergegangenen Tage zu Poros angelangt war,

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