1831 / 299 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

#

Tf. E T

“mte

| |

61,179 Fl, 104 Kr. verblieben, Seit dem Anfange des ge: nannteu Fonds 1. März 1817 -—— þÞis Ende Oftobecs v. I, hat dessen Bermögens - Bestand die Höhe vou 221,280,584 Zl, 48 Fe. erreicht, Die gesammten Einiöstungen, welche der Lil- gungs- Fonds mit eigener Baarschast bis Ende pril d, I. be- wirft hat, betragen zusammen 251,548,800 Fl. 474 Kr., die cineu Geldauswand mit 162,101,948 Fl, 234 Ke. erfordert ha- ben, Dle Summen der eben erwähnten Eiulösungen sind noch durch das dem Tilgungs - Fonds zugekommene Stamm -Bermö- gen und dur vecschiedene ihm ans deu Einkünften der Skaats- fassen unentgeltlich übergebene Obligationen vermehrt worden, Hiernach besteht die Total-Summe aller Staatsschuld-Verschrei- bungen, welche der Tilgungs-Fonds aus dem Umlaufe gebracht hat, aus den zum eigenen Bern!ögen desselben gehörigen Obli: gatloneu derx neueren Staatssculd von 131,550,816 Fl, Ds Kre,, der älteren Staatsschnld von 39,273,952 Fl, 34 Kr., fer: uer aus den eingelösten und jahrweife bereits vertilgten Obligationen der alteren Staatsschuld von 69,863,995 Fl: 104 Kr, unb aus anderen Obligationen von 12,335, 612 Fl. 25 Ke. , im Ganzen aus 303,004 376 Fl, 484i Ke. 8 146

Zu den in gegenwärtigen Reiten höchst erfreulich Ersche!- nungen gchört es, daß hier eine bedeutende Anzahl von Fabri- fanten, ungeachtet der durch die dermaligen ungüinfligen Verhält: nisse herbeigeslhrten Hemmungen im Verkehc und der hieraus hecvorgehenden Berminderung der Fabrikation, doch den großeren Theil ihrer Arbeiter beibehielten, dieselben mit osfenbarer Ausfopse- rung fort unterhalten und eine uur einigermaßen glimnstigere Wen- dung der Haudels:Verhältnisse abwarten, um deren noch mehrere aufzunehmen, Die Wieuer Zeitung macht 37 Fabrikanten von Seidenzeug, Dümutuch und Band, welche zahlreiche Ardeiter beschästigen, uamhast, welche auf solche Weise ihre patriotische Gesinnung bethätigt haben.

Dex Oesterreichishe Beobachter giebt Nachrichten aus Koustantinopel von 26sten Sept, (Dieselben stimmen mit dem gestern aus der Allgem. Zeit, mitgetheilten Schreiben aus Konstantinopel völlig überein.)

Spanien.

Madrid, 11. Okt. Gestern, als an dem ersten Geburts- seste der Junsautin Donna Maria Äsabella, Tochter des Königs und der Köuigin, sand Handkuß bei Hose statt, Abends wareu die öffentlichen Gebäude und die ganze Stadt erleuchtet, Der Magistrat legte, um das Andenken an diesen Festtag durch Gründung eines nuüplichen Denkmals zu ehren, den Grundstein zu einem nene Brunnen, der deu Namen „„Jsabellen.Brunneu““ erhalten wird,

Vereinigte Staaten vou Nord:Amerika,

New-York, 19, Sept. Der Chargó d'Ussaires der Ber- einigten Staaten bei der Mepublik Chili, Herr Hamm, wurde am 24, Mai dem Präfideuten jeues Staats vorge]tellt und über: gab demselben eiue Adresse, worin Feremudschasts- Berslcherungen ectheilt und Eiuladungen zu engeren Haudels:Verbinduugen dei- der Staaten durch gegenseitige Traktate eröffnet werden. Aehn- liche Geslnnungen sprach auch der Präsident von Chilt in seiner Erwiedexung aus,

Herr John Gahle ist durch eine bedentende Majorität der VBolksstimwen zum Gouverueuxr des Staats Alabama eruannt worden, Eine dortige Zeitung chgrakterisirt denselben als einen unerschutterlihen Gegner des Aunullirangs- Systems und detrachtet sene Wahl als einen Triumph der Grundsaße unserer Bâäter über die heutigen disgunionistischen Heretiker.

Ju einer der leßte Bersammlungeu des nationalzrepublika- nischen General:-Comités in der Stadt Washington wurden ein: stunmig folgeude Beschlüsse angenommen: „Nachdem das Co: mité in den dentlichen Blättern und anderwärts deu Vorschlag cesundeu hat, daß ein Verein der national -repwdlikgnischen unz gen Mäuner der Vereinigten Staaten in dieser Stadt zusam: mentreteu soll, un die nöthigen Mittel amuweuden und idre Bestredungen dahin zu richten, daß die Wiedererwählung der Haupt-Verwaltung verhindert werde, und dadurch ihrxr Land vor nochmaligen 4 Jahren der Unorduung, Tyraunei und Bestech: lichfeit zu dewayreu, und uachdem es diesen Vorschlag in VBe- tracht gezogen hat, giedt es demselben seine vollkommene Billi: | gung und empfiehlt deu verschiedenen national:republifauischen ! Comités in dea Bereinigten Staaten, sur die Errichtung enes soledbeu Vereins mitzuwirken, MNach dem Dasürhalten des Co: | mitès würde die geeignetste Zeit sux das ZJusamnmieutreten des | vorgeschlageueu Vereins wahreud der nächsten Kongreßslzung | seyu, und es werden dazu die ersten Tage des uächsten Mai | vorgeschlageu.‘““ Ju einer späteren Versammlung desselben Cosz | mites wurden der Geueral Walton Joues uud Herr Richard | Coxe Esq. zu Abgeordneten desseldeu ernannt, um die National: | Nepudlikaner der Stadt Washingtou in dem natioual-repudlifa: | nien Verein zu repräsentiren, der uächsten Dezemder in der | Stadt Baltimore eine Zusammenkunft dalteu soll. |

Ein diesiges Blatt uimmt Austoß an dem Autiz: Tarif - | Verein für freicn Handel, der in kurzem zu Philadelphia gedal- ! ten werden sol, und für deu mau d sehr zadireiche Theilneh

d a C p d » ay! d s » » y » » i D

uer veripeidt: es ertaßt daher einen driugeuden Ausruf an die R y A hot dd N 15 Ivo ¿

Freunde dexr eindeimifchen Manufakturen, m idrenu verschiedenen |

S 4 Bezirke) Bereiue zu stiften und Abgeordn

E S T T

zi cduete für eine Gesellschaft | der A@erdauer, Fadrikauten uud Gewerdtreibeudeu zu destimmen, | die um Dktodex in dieser Stadt zufammeutreten sol, wn dereu ! Necdte auf constitutionnellem Wege zu unterstugen, Hand.

Berliu, W. Okt. Die Fabr: Post aus Hamdurg, deren Beförderung auf dem gewödutichen Wege durch die D | und Meckleudurgischer Deits angeordueteu Sperr: Maaßreg | dem Ausdrucde der Cholera 1 Hamburg verdind vird t gestern Adend auf dem Wege dur das Ha! ì \stenmal dier eingetroffen, und es ßedt zu doffeu, daß, wadrend des Bestedeus jeuer Maaßregeln, ferner ein regelmäßigec Fadr Post-Verkehr zwischen Berlin uud Hamburg auf dem augegede ven Wege statifluden werde |

Aus Magdedurg vom Asten d. schreibt man: Un sere Stadt dat dur das deute erfolgte Adledeu der Frau Pr. Neide, die c dur Wodlithim und rafUose duülfreiche Wirksams keit un Besteu der desigen Armen, so wie im Leden die allge: meine Hocdochtung und Liede idrer Mitdürger, fo auc na id rem Tode ein dauerndes dankdares Audenkeu gesichert hat, eineu

sehr scmerziiden Verlust erlitten.

Anus Lieguisk wird b Bereiu medrerer Kräfte ¡| d leinen Gemeinde Riemendeorf, Löwenderger Kreises, zu einem ueuen masfven Schulhause iu diesenz Jahr verdo!feu worden. Deu Bauplas dazu dat der da stze Gerirdtsschulz Seifert unentgeltlich gewährt, Bauholz ist vou dem Dominium demwilligt worden, d

Jm erfreulich wirksamen

em - p r

e deuachdar:

Ï

das benöthigte |!

L: T

ten Kommunen Wüuschenderf, Mabdorf, Mauer und Spillex sind der Schulgemeinde mit Fuhren und Handdiensten freitvillig zu Hülfe gekommen, und der baare Kostenbetrag 1st aus den Fonds, roclhen der verstorbene Bauer Baier daselbst im Jahre 1822 mit 200 Rthlr. zu diesem Zwecke gestiftet hat, mit Ztthülfenahme der diesfälligen nteressen bestritten woiden. Möchte doch diese Anzeige liberail , wo Bedürfnisse gleicher Art bestehen und Erledianng aus eigener Krast nicht finden fönnen, zit ähnlicher Wohlthätigkeit und ‘Mitwoirkitug veranlassen.

X N W

Ch ol e rA;

F531 der Residenzstadt Berlin waren erkr, genes. gestorb. Bestaud

his zum 25. Oft. Mittags 1790 509 11223 159 Hinzugek. bis zun 26, Okt, Mittags 16 14 14 147 Bis zum 26. Oft. Mittags Summa 1806 523 1126 147

Hierunter sind vou Militair 22 10 10 2

Fn ihren Wohnungen werden behandelt 100 Personen, in

den Hoßpitäleru 47. j Ausbrüche der Cholera slnd vorgekommen : e

Regierungs-Bezirk Marienwerder, in der Stadt Kanernik am 11. Oft. i j

Regierungs-Bezirk Breslau, in der Stadt Mi- ILt (0) an Q1,. Drt,

Fn Pasewalk ist bis jet außer dem am 19ten d. M. vorgekommenen Todesfall weiter keine Spur der Cholera bemerkt ivorden,

Regierungs-Bezirk Oppeln.

slnd die angränzenden Behörden aufgefordert, sihernde Vor gegen die Verschleppung des Uebels au der Flußseite

treffen. Eine militairishe Beseßung der Mefklenburgisg Eidufer findet statt; daß von Seitcn der Neuháuser Beh eine sorgfältige Beschüßung der Ufer eintrete, darüber sind

jener Behörde schon früher. Verabredungen getroffen. Ein ej nes Regulativ zur Aufsicht auf den Strom-Verkehr ift vorläy erlassen und wird nach erfordertem und eingegangenem Era der Lokal-Behbörden bekannt gemacht werden. Die Erhehy der Zollgefálle ist auf eine Weise geordnet, daß dadurch Gef, vermieden erscheint, Eingetrosfene oder noch eintreffende Fj zeuge, deren Ladung für Mecklenburg bestimmt ift, sind vorläuj bis zur Vollendung der Kontumaz vor Boizenburg, unter sorg tige Aufsicht gestellt. Wenn die solhenmach hergestellte Sth fahrt, die nach dem unter den Elbufer-Staaten über die freie Elbfqy früher geschlo}enen Staate-Vertrage nicht länger zu hemmen war, | Gefahr zwar bedauerlich aa einizen Stellen der südlichen Gi zen näher führen könnte, so sind wir doch bemüht, die Sty Anstalten gegen die bedrohte Seite aufs sorgsältigste zu versi ken, und föónnen mit Sicherheit von allen betreffenden Behöry eben so eine Verdoppelung ihrer Aufmerksamkeit erwarten. Y jenen Gegenden sowohl, wie aus anderen Theilen des Land pestátigen die eingeganzenen Berichte, daß der Gesundheitszusty vollkommen beruhigend is, Schwerin, den 18ien Oft, 18 Großherzogl, Mecklenburg. Fumediat - Kommission zur Abi rung der Cholera. v. Boddien.

12 Perfouen (mit Einschluß einer in Ottensen erkrankten ) 1 dir Seuche befallen worden und 7 derselben geslorben.

Im Beuthuer Kreise, wo die Cholera ganz verschwunden war, sind leider am 121en d. M. auf zwei Punkten einzelne Er- feanfungen wieder bemerkt worden. Außerdem aber hat sie im Neustädter Kreise bis zum 12ten d. M. bedeuteud an Um- fang gewonnen, und werden bereits 7 Ortschafteu gezahlt, in welchen sle herrsht. Ju der Stadt Oppeln sind vom {ten bis 15teu Z Personen erkraukt und verstorben, im Kreise Oppeln slnd 2 Dóörfer von der Krankheit erreicht worden. Jn Kosel, wo die Cholera Anfangs stark um si grif} (50 Perfonen erfr, 35 aest.), scheint sie seit dem 6ten d. M. nachlasseu zu wollen. Vom Zten bis 15ten d. M. sind im ganzen Regierungs -Wezirk 124 Personen erfrankt, 84 gestorben, 22 geuescn, überhaupt aber bis zu diesem Tage

érfranft genesen gestorben Bestand 560 179" 349 02 ——— Dat L Bim ———

In Schwerin is nachstehende Bekanntmachung erschienen: „„Nachdem von Seiten der Konigl. Dänischen Ceutral-Konmij-

Personen erktranfi, 7 genesen und 23 gestorben. i Folgendes is der Stand der Cholera in Wien und de Vorstädten, na den neuesten dasigen Blättern:

Vom 17. bis 18. Oktober Mittags 64 22 D 2 B 2 L. - - 69 24 41 2 l, 2 O, - - 69 26 36

21, September bis 14. Oktober in Allem 109 Personen an epidemischen Brechruhr erkrankt, geneseu 15, gestorben 60 u in ärztlicher Vehanduumg geblieben 34. Hinzugefommen bis {j Oftober: 19 erkcanft, 10 genesen, 9 gestorben. Hiernach | Ganzen bis 15. Oftober erkrankt 128, genesen 25, gestorben (j in ärztlicher Behandlung geblieben 34.

Der Linzer Zeitung zufolge, waren in Wels bis j 16, Oktober Abends an der Cholera erkrankt 26, geneseu 8, g storben 15, in ärztlicher Behandlung geblieben 3. Der (i suudheits-Zustand der Umgebung vou Wels, so wie der uübrigy

flou erf.áärt worden, daß der freieu Elbfahrt von dicser Behörde feine Hindernisse weiter in den Weg gelegt wrden, von Seiten der Königl. Hannöverschen Behörde zwar eine gleihe Erk:ärung anf unsere Ausrage noch uicht erfolgt ist, aber nach den neter: dings befanunt gemachten Verordunngen nicht zut bezweifeln steht, so wird die bigherige Hemmung der fsreicu Elbvschifffahrt | zwischen Hamburg und den Preußischen Staaten aufhoreu. Es |

Theile der Provinz, war bis zum 17ten fortwährend befriedigen

Die Preßburger Zeitung vom 18teu Oft. meldet at Preßburg: „Zu den am llten d. in unserer Stadt in d Heilung verbliebenen 43 Brechrubrkranken sind au neu Erkran! ten hinzugekommen: an 12teu 8, am 13ten 11, am {ten und am {Zten 16. Von diescu $7 Persouen find ‘genesen j gestorben 14 und in Bestand gedlieden 39.““

Preise der vier

Hauvt -Getreide- Arten

in den für die Preußische Monarchie bedeutendsten Marfktstädten im Monat September 1831, nach einem monatlichen Durchschnitte in Preußischen Silbergroschen und Scheffeln angegeben.

v. Bassewibß. v. Lübvons Fn Altona sind seit dem Ausbruche der Cholera tiberhays

Jn Hamburg sind vom 22, bis 23. Oftober Mittags

erfranft, genesen, gestorb j

A

Jn der Stadt Brünn und deren Vorftädten waren vi

} Taxe

Nameu der Stadte. | Weizen | Noggen | Gerite | Hafer || Namen der Städte. Weizen | Roggen | Gerte | Hafer î l j |j | ONTRSUEN en Go dard G E. Ge T 185 | Magdeburg. . . „. « .. + G3 922 Dis 2Ly E annd M Zol DARAL A7 185 0 Wide t 4210) dib L Gle (156 1: 30220 S gans ies 53] J) W5| 14% | Halberstadt... + 60 50s] Jol 2h Q C Ce a0 "6 P00! Fd Mobi A O T D95 23 Rastenburg C E A O Or 105 Gu a erte sf G4» Gl Pa O L G 43] I2 29 DIUE 200 Sd bes 00d Az: erl El E a e 68 S, I O 10 | Dg ien S is T U A 20 75 I e 0 E O21 44 Il. 17 Munilar reti Sts 82121 T2144 Sl M M d 9) ad Cd J | +92 30. | -I9 Minden. C. i 728 53s) 36] 2315 Graudenz. «ooo Ort 4s Del: 20xs | Paditberq a 66 S A437 A Bo a dos o 760el Sd 0040 S715 | Dorlinnad ... —. „++ 73 G 1: P OR ec La 41 00,5 L M 8210| 62 E A L N T a das 70! 45/7| 30 2A || Gilbecield «s 4 Qs i G0 S O0 E a les 79 56, 45 i; 20s || DUNeIDof ce U u G4 S1 472: 2851 C (12 D992 JSts | +29 rEeiO e Od E 4 065 45 31-5 O a ea bh T92 SILsl 40g 30 M E L Ga 6A) 3728) 965 B E E R Si E O E a S5/s| 9075| Jor 2975 bi bita E T3 58 38 1.| 28 Achen 905) G82] 99754. 2913 E S, 70, 64 36e] 21 O 5 90 66 4 ON Senft ged. Q. F L G0 Sr O c [f MRIET as Ss ita 1 73 6lie! 4655| 2075 Landsberg a. d. W.. T A M. E 881 G4 52x} 49 S 69 I ZH e I5 ÄKreuzna e e En G Fes bl 4s 29 Id L T ch 62 48 W-M inen e L B 60 45 2B (A S? 50,2.) 29] 20 Debet N S T DS 38x! 29/5 C L LTX i î 60 42 4 L: 1 R c = e G6 53 56 43 25 E aa D An 2) Durébscnitts : Preif R 79 6D S 44 29 D S A O E E 63 57 ZZ| 2 der 11 Preußischen Städte 65%! 4s 29 25 Lieguib Z3 7 E 21 5 Posenschen Städte 76 Z5 3721 62 G i 29 3 36, 21 9 Brandenb. u. Pom- C E S ¿7 7 22 merschen Stadte . T3; I 34 2317's U UE e S 64! i ZJ! 20 10 Schlefischen Städte Gl 46) zl 215 e Q t 63 8 Zt Q Sächsischen Stadte Co 4 Idee l M Neike 49° 37 M 15 : 4 Westfäl. Städte 74 I9 Si I0rs Leobfchtig 40! 32 23 L6G : {4 Rheinischen Städt SZ 62 44e Mis Köuiglihe Schanspiele, Auswärtige Börsen. Douuerstag, 27. Okt. Jm Operndause : Der Liebestrauk, \msterdan, 2i. Oktober Oper » J d dtheilun 2e, tit Rallerts : aus dem Franzefischen des Nieder]. wirkl Schu!d ZIT, Kanz-Bil Cts 154- Sproc. AnL N E Scride, zur deidedaltenen Mußk von Auber, tidertragen vom 43 Milt pr Oeaterr. öpruc. Reta!l. S4. Rass. (von 1825) 20 Baron von Lichtenstein s do. (von 1831) Sf R E I R 4 Fir Swcausp c daute : i la DOUNDECC, vaudev Ne eu { acie. 2 M dal 93 W aat, As Oktober 1 E. s 044 ; 2) Malvina, v Veo oa 9 aats proc. Metall S2, 4proc. T2. 24proc. 24. Bank-Actien 1028 *= G. G S ACLCOB, S D S E U R ias C 0 A ae E a E Fceitag, W. Okt. Jur Operudause: Der Spiegel des Tau:

sendschôn, Burleske in 1 Akt, mit Gesang, vou E. Blum. Hier: auf, zum Ersteumale: Venus und Adonis, anakreontisches Ballet in 2 Adtdeilungen, voir Königl. Balletmeister Titus. Die Mu-: E if tdeils neu Tomponirt, tdeils arrangirt vom Königl. Kon: zertmeister C. W. Heimning.

s - Königiüäd

7 e OBe Ls

tisGes Tdeater.

N D * vèCal t Musikaliscd - scene Adend : Unter

erd R OUnertal, 2

j ' “D Jj h Q DA ! daltung 1 2 Adtbdeilnungen

A v

NEUCSTE BŒBSEN -NACHRICHTEZI. O

Paris, 20. Okt. Zproc. Nente fin cour. 90. 80. Zprôc

H

fin cour. 62. 50. 5proc. Neapol. fin cour. 73. 5proc. Spal Nente perp. 48. P Frankfurt a. M., 2. Okt. Oefterr. 5proec. Metall. % iproc. 75. G. proc. 432. lkpyroc. 192. B. Bank-Actien 128 Partial: Obl. 125. Loose zu 100 Fl. 1712. Poln. Loose 555- Redacteur John. Mitredacteur Cottel.

"Gre (E Gedruckt det A. W. Hayn.

Preußischbe Staats-Zeitung.

Berlin, Freitag den Wte Oftober.

A L A N in e

[F K

e, “p

h “ey

1831.

Amtliche Nachrichten. Kronilf des Tages.

Des Königs Majestät haben den Regierungs - und Forftrath Reuß zum Geheimen Finanzrath und vortragenden Rath im Finanz-Ministerium zu ernennen geruht.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht, dem Fabrikanten Mitscherlich zu Eilenburg das Prädikat als Kom: merzien: Rath zu verleihen.

Seine Majestät der König h2ben dem Geheimen Kanzlei-

Diener Schlickriede bei der Nechuungs-Revisions-Kommission |

zu Berlin das Allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen gerubt.

Seine Majestat der König haben dem Unteroffizier Wabel s und dem Füsllier Gambal, vom ersten Garde - Negiment zu Fuß, das Allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen geruht.

Angekommen: Der Kaiserl. Russische Feldjäger, Capitain Markowitsch, als Courier von St. C ebn

Durchgere ist: Der Kaiserl. Russische Feldjäger Gun- tashwill, als Courier über Hamburg von London kommend, nach St. Petersburg.

E T E S E E M Ö T V M ATY "Er ED A T E C LPER E Es E R

Zeitungs-Nachrichten,

Ausland.

Frankreich.

Deputirten-Kammer. Sihung vom 18. Oft. Zu An- fang dieser Sizung theilte der Präsident ein Schreiben des neuer- dings in Prades (Ofi-Pyrenäen) zum Deputirten gewählten Hrn. Boixo mit, worin dieser erklárte, daß er das ihm übertragene Amt nicht annehme. Dieses Schreiben erregte einige Sensation, da Hr. Boixo, der bereits bei Eröffnung der Session zum Depu- tirten ernannt ivar, damals {on einmal seine Dimission als solcher eiugereicht hatte. Sechs anderen Deputicten wurde der ihnen verlangte Urlaub bewilligt, Hr. Mahul berichtete hier- auf über den Gefeß-Entwurf, wodurch ein Qushuß von 500,000 Fr. zu Unterstüßungen für die nach „Frankreich geflohenen- Aus- länder veriangt wird, und stimmte für die unbedingte Annahme

desselben. Sodann begannen die Berathungen úber den von der Regierung verlangten Kredit von 18 Mill, Fe. zur Beschäfti- gung der arbeitenden Klasse. Hr. Voher d’Argenson

flagte, daß die Revolution von 1830, die ihrem Principe nach

o hochherzig und an Hoffnungen #0 “fruchtbar gewesen sey, das Vertrauen der wahren Freunde derselben völ- lig getäusht habe; die drüccktende Lage des Volks sey da-

durh nicht im Mindesten verbessert worden; vielmehr . wären Geschäftslosigkeit und eine Abgaden-Erhöhung die Folgen davon gewesen; die Regierung beabsichtige jeßt, mittelst der verlangten 18 Millionen, Werkstätten zu eröffnen, um der unbemittelten Klasse Arbeit zu verschaffen; beim Lichte betrachtet, sch der ver- lauate Kredit aber nichts als eine Armen-Taxe; wenn das Volk durch die Fehler derer, die es regierten, an den Bettelftab ge- rathen sey, so müsse allerdings eine solche Taxe eingeführt wer- den; niemals aber habe er gehört, daß die Armen selbst sie mit tragen müßten, was ohne Zweifel der Fall sehn würde, wenn man die Steuerpflichtigen mut einer Sumne von 18 Vill, be- lastete; es geve ein ganz einfaches Mittel, um den beabsichtigten Zweck zu erreichen, wenn man nämlich die für nöthig erachtete

nur auf eine gewisse Kiasse der Steuerpflichtigen ausschreibe; die Vertheilung der Fonds betreffend, miisse

man, um alle Nebenausgaben zu vermeiden, eine General- Kommission ernennen, die ihr Amt unentgeltlih verrichte; es werde gewiß an achtbaren Bürgern nicht fehlen, die einen solchen Posten zu übernehmen bereit wären, um sich dadur einen Anspruch auf die Erkfenutlichkeit der Nation zu erwerben. Hr. A. Giraud lobte die Verwaltung, daß sle sich so angelez gentlich der arbeitenden Klasse annehme; es sey dies das beste Mittel, den Böswilligen, die tägli darüber flagten, daß nichts für das Volk geschehe, den Mund zu verschließen; das vorlie- gende Gesey werde nicht bloß dazu beitragen, dem Volke Brod und Arbeit zu verschaffen, es werde auch die an manchen Orten und namentlich in den westlichen Provinzen gestörte öffentliche Ruhe wiederherstellen; die Unternehmungen des Militairs gegen die Unruhestifter in der Vendée hätten nur deshalb bisher einen so geringen Erfolg gehabt, weil es in jenem Laude nichts als unwegsame Schluchten gete, die den Truppen entweder ganz un- bekannt wären, oder wohin sle den Chouans nicht folgen fönnten ; die Anlegung großer Landstraßen sey daher das einzige Mittel, demUnwe- sen in diesen Gegenden ein Ende zu machen; au Handel und Ge- werbfleiß würden dabei gewinnen; man solle daher die arbeitende Klasse hauptsächlih mit dem Straßenbau beschäftigen; da dies leßtere durch das vorliegende Geseß beabsichtigt werde, so könne er nur für die Annahme desselben stimmen. Hr. Comte glaubte gerade umgekehrt, daß dieses Geseß seinem Prinzipe nach völlig mangelhaft sey, und daß es bei seiner Anwendung dem beabsih- tigten Zwecke keinesweges entsprehen werde; die Minister hätten dies aus Erfahrung wissen sollen; schon im vorigen Jahre seh ein Kredit bewilligt worden, um die brodlosen Arbeiter in Paris zu beschäftigen ; dies habe aber uur die Folge gehabt, daß sofort eine Masse von Arbeitern aus den Provinzen der Hauptstadt zu- gestrómt wären und daß die Regierung dadurch nur noch verlegener als zuvor geworden sey; man habe sich endlich genöthigt gesehen, die Arbeiten einzustellen und den fcem- den Arbeiteru, um nur ihrer los zu werden, die Mittel an die Hand zu geben, nah ihrer Heimath zurück zu kehren. Aber nicht bloß in sfonomischer, sondern auch in politischer Hin- sicht scheine der vorgelegte Geseß:Entwurf ihm mangelhaft, und er fönne slch seiner Seits unmöglich dazu verstchen, den Minis stern cine Summe von 18 Millionén zu bewilligen, um solche nach eigener Willführ zu vertheilen, Der GandelssMinister

qu o

suchte die Ansicht zu bekämpfen, insofern nach!heilig seh, als es auf direkte oder indirefte Weise eine Armen: Taxe einführe; die Regierung kenne zu gur die Mißbräuche, die in cinem Nachbariande aus einer übermäßi Armen- ( | Ton rmen- Taxe entsprungeu wären, ais daß fie jemals daran den- fen fönnte, eine solche in Fraafreich einzufühcen: aber die Hau- dels: Krise, woran Frankreich leide, und die hoffentlich nicht mehr von langer Dauer seyn werde, mache es dringend nothwen- dig, daß der Staat jener zahllosen Menge von Arbei- tern zu Hülfe fomme, die srüher in Privat - Untecneh- mungen beschäftigt gewesen, jeßt aber außer Bcod wäs- ren, ¿, Man behauptet‘, äußecte der Minister am Schlusse seines Vortrazes, „daß die Rezieruug sich durch die beabsichtigte Maaßregel ele arbeitende Klasse selbst shasfe, die sle werde er- nâahren missen, und daß sle sich sonach im uächsten Fahre in der Nothwendigkeit befinden werde, zu diesem Behufe neue Hülfsmittel von der Kammer zu verlangen. Dies ist iudeß eine Frage, die gar nicht hierher gehört; es ist nit davon die Rede, die Zahl der Arbeiter zu vermchren, soudern nur diejenigen un- ter lhnen zu unterftügen, denen es an Beschäftigung fehlt, und die man doch unmöglich Hungers sterben lasen kann. Man be- hauptet ferner, daß, insofecn man die beschlossene Baha betrete, das Volk jedesmal, wenn es ihm an Arbeit fehle, der Regie- rung drohen und einen Aufruhr vorbereiten werde, um sl die benöthigte Unterstüßung zu verschaffen. Die Regierung wird aber den öffentlichen Frieden aufrecht zu erhalten und den Ge- seven Achtung zu verschaffen wissen; dadurch wird sie das Ver- tranen wiederherstellen, und wenn dieses erst zurückgekehrt ift, wird auch der Gewerdfleiß neu wieder aufblühen.‘““ Hr. C. Gi- raud versprach sich von dem Geseye namenilich für die west: lichen Departements großen Nutzen. Anch die Herren Estan- celin und Virey äußerten sich zu Gunsten desselben. Hr. Odi- lon-Barrot gab seine Meinung in nachstehender Weise ab: ¿Wenn in Folge irgend einer großen. Katastrophe die Geschäfte daniederliegen, das Vertrauen verschwunden ist, die Kapitalien inne gehalten werden und das Volk gleichsam immer in der Erwartung irgend cines neuen wichtigen Ereignisses shwebt, so hält es s{hwer, daß die Regierung diesem Stillstande ahhelfe; sie könnte 50, 60, ia 1900 Millionen in dieser Absicht fortwerfen, ohne daß sie ihren Zweck erreichen würde. Fm vorigen Fahre wurden 39 Mill. be- willigt, um dem Handel und Gewerbfleiße neues Leben zu geben ; den Erfolg dieser Maaßregel kennen Sie: einige Privat-Liquidationen sind dadurch erleichtert worden, aver der Stillstand in den Geschäften ist der- selbe geblieben. Dies muß uns veranlassen, vorsichtiger für die Zu- kunft zu seyn, und zwar um so mehr, als damals, gleichzeitig mit jenen 30 Millionen , eine andere Aufmunterung bewilligt wurde, die, wenn gleich ungleich geringer , als jene, einen weit positiveren Nußen gestiftet hat: ih meine die Einführung eines Diskontir- Bureaus. Wo dic Regierung ¡abs ats Handeltreibendec auftritt, wo sie selbs der Unternehmer öffentlicher Bauten ist, da wird in der Regel, wie die Erfahrung uns hinlänglich lehrt, mit sehr vie- lem Gelde schr wenig geschaffen. Man erinnere sich nur der Ka- nal - Bauten unter dem Villéeleschen Minisierium, in die viele Mil- lionen gesteckt wurden, ehe man einmal die Schwierigkeiten und Resultate des Unternehmens gehörig berechnet hatte. Meine Mei- nung in dieser Hinficht is aber durch cine neuere Erfahrung, die ih während der furzen Dauer meiner Verwaltung dev Hauptsiadt gemacht habe, noch verstärkt worden. Das Volk war seinen Gewohnheiten entrükt worden; es verließ die Werkstätten , trieb sich auf dffentlichem Markte umher und nährte sich mit Hirngespinsten; Feder glaubte, daß er das Le- ben in vollem Maße genießen könne, auch ohne zu arbeiten. Doch durfte man nicht sofort jene gewaltsamen Mittel anwenden, deren man sich unter anderen Umständen gegen Heramtreiber und Tage- diebe bedient haben würde Es gab unfer ihnen Männer, die stch während der Fulti-Revolution heldenmüthig benommen hatten und Schonung erheischten. Die Stadt errichtete alo dfentliche Werk- stâtten, um die Klasse der Arbeiter zu beschäftigen; ste that solches wider thren Willen und gab dabei bloß dem Drange der Umstände nach. Die Werkstätten wurden eröffnet ; bald zeigten sich aber die be- flagenswerthesten Resultate ; was aus den Werkstätten hervorging, trug den Stempel des Múßiggangs an sich; die Arbeiter waren ohne Aufsicht, sie Überließen sich, da es nicht ihr cigenes Fnteresse galt, allerhand Zerstreuungen, spielten Karten, und Betrug und Gauneret verdrängten bald jede ernstliche Arbeit Kaum hatte sich daher auch der Sturm der Zeit etwas gelegt, \o ließ die städtische Verwaltung die Werkstätten wieder schließen, fest entschlossen, sie nie wieder dfff- nen zu lassen. Jch wiederhole es: ist das Vertrauen gelähmt, und sind die Kapitalien vershwunden, so kann die Regierung diese Lage der Dinge nicht ändern; wenn aber günstige Zusicherungen das Ver= trauen neu beleben, wenn Nachrichten vom Auslande zu dem Glau- ben berechtigen, daß der Friede crhalten und befestigt werden wird, wenn die Fonds steigen und die Privat-Unternehmungen wieder ei- nigen Aufschwung gewinnen, so bleibt nur eins zu thun übrig: daß man nämlich dîe Verwaltung möglichst vereinfache, dem Handel und Gewerbfleiße möglichst wenig Hindernisse in den Weg lege und dabei nicht bloße Orts-Fnteressen, sondern das allgemeine Fnteresse des Landes ins Auge fasse. Nach diesen wenigen B oo bleibt mir nur noch zu bemerken Übrig, daß es meine Absicht nicht ist, gegen den vorgelegten Entwurf zu sprechen; do gestehe ih, daß ich minder nachsichtig gegen die für u nvovrher- gesehene Fälle verlangten 5 Millionen bin. Es is mir nicht recht klar, was die Minister darunter meinen. Wir werden noch lange genug beisammen bleiben, daß die Regierung immer, falls un- vorhergesehene Bedürfnisse wirklich eintreten sollten, einen nach= träglichen Kredit von uns verlangen kaun. Aber 5 Millionen zu unbestimmten Zwecken zu bewilligen, scheint mix nicht gerathen. ‘/

Der Handels-Minister bestieg nah Hrn. Odilon-Barrot noch einmal die Rednerbühne, um einige von diesem aufgestellte Behauptungen zu widerlegen; namentlich war er der Meinung, daß die im vorigen Jahre bewilligten 30 Mill, doch wohl nicht so ganz weggeworfen gewesen wären, als der vorige Redner es meine; auch glaubte er, daß der Grundsaß, die Regierung dürfe nie selbst als Entrepreneur auftreten, sich niht unbedingt aufstellen lasse; was die voa Hrn, Odilon-Barrot verlangte Vereinfachung des Geschäftsganges betreffe, so werde er (der Minister) in we- nigen Tagen entweder der Deputirten- oder der Pairs-Kammer einen Gescß- Entwurf vorlegen, wodurch die Exmittirnng von Grundbesiyern, wo das allgemeine Beste solches erheisce, er: leichtert werden solle, Noch bleibe ihm übrig, einige Worte über die verlangten 5 Mill, für unverhergesthene Fülle 11 sagenz 9h

daß das Prinzip des Gesetzes

T

——————

gleich die Lage des Landes sich mit jedem Tagé bessere, so könne das Ministerium sich do nicht für die allgemeine Aufrechthal- rung der öffentlihen Ruhe verbürgen, wenn die Kammer ihm nicht einige Fonds für diesen Zweck zur Disposition stelle; er steve dafür ein, daß selbige nur auf eine nüßliche Weise rer- weudet werden würden, Hr. Salverte bekämpfte den Gesot Entwurf nur wegen der Bestimmung, die dem Minister des Zu- neru 5 Millionen zu nicht specificirten Zwecken überweist, Herr Gauguier {lug vor, die Regierung zur Eröffnung einer Än- leihe von 300 Mill. in 5proc. Renten zu ermächtigen, wovon er 100 Mill. zum Straßenbau, 100 Mill. zur Unterstüzung des Handelsstandes, 75 Millionen zur Vollendung mehrerer in Paris im Bau begrissener Gebäude und 25 Mill, zur Eröffnung eines Diskontir - Bureaus in der Hauptstadt verwendet wissen wollte. Nach einigen Bemerkungen des Hrn. Delpont trac der Königl. Con- missair, Hr. E. Dupin, zur Vertheidigung des Geseg-Entwu: fes auf. Der Handels-Minister ergriff sodann zum drittenmale das Wort, um die von Herrn Boyer d’Argenson wiederholt auf- gestellte Behauptung, daß jener Entwurf einer Armen - Taxe gleiche, zurüc{zuweisen. Der Graf v. Lameth kam noch ein- mal auf die im vorigen Jahre bewilligten 30 Millionen zur Un- terstibung des Handel sftandes zurück und gab den Wunsch zu erkennen, daß offentlich über die Verwendung dieser Summe Nechnung gelegt werden möge. Herr B. Délessert bemerkte, daß diese Rechnung bereits in dem Finanz-Budget niedergelegt sey; es wären dem Handelsftande 27 Millionen dargeliehen wor- den, wovon kaum ein Drittel verloren gehen würde. Der Bé- richterstatter, Herr Cunin-Gridaine, faßte hierauf die allge- meine Berathung zusammen; die Diskussion über die einzelnen Artikel wurde bis auf den folgenden Tag verschoben.

Paris, 20. Oft. Der heutige Moniteur enthält auf Anlaß der Nachricht von der Feftstellung der Grundlagen des Su E I zwischen Belgien und Holland folgenden

rtikel :

¿Die lehten aus London eingegangenen Nachrichten Über die Ae Angelegenheit haben in Paris einen Eindruck gemacht, der beweist, welchen Werth die wahrhafte dffentliche Meinung auf die Aufrechthaltung des Friedens legt. Andererseits hat die Ruhe, welche bei den wichtigen Debatten Über die Konstituirung einer der ge seggebenden Gewalten herrschte, die Achtung Aller für die BÜrg- chaften der Charte und für die Unabhängigkeit einer unter den Auspizien eines aus der Revolution von 1830 hervorgegangenen Gesehes gewähiten Kammer kund gegeben. Diese mit einander zusammenhängenden That- sachen werden den ernsten Gemüthern Stoff zum Nachdenken geven. Solche befriedigende und so vielen Verkündigungen widersprechende Resultate gewähren große Hvffnungen für die Zukunft. Erinnern wir uns, ohne weiter zurückzugehen, der Besorgnisse, die man, daran glaubend oder nicht, noch vor scchs Wochen úber die Lage der in- neren und auswärtigen Verhältnisse zu verbreiten suchte. Die Ver- R dessen, was geschehen ift mit dem, was matt verkündigt

atte, gewährt von Zeît zu Zeit nüßliche Belehrung. Jn ihr liegt eine strenge Zurechtweisung für die Parteien, so wie die cin- fachste Rechtfertigung der Regierung; denn es giebt feine bered- tere Widerlegung, als die Ereignisse. Die durh vicle Tâu- schungen belehrten Fnteressen halten sih ießt in der Politik nur an die Erfahrung; die Theorieen und die Prophezeiun- gen, die so Manchen betrogen haben, sind im Kredit gesunken. Das O Gefühl der Sicherheit hat bereits seine Wirkung auf die Geschäfte erstreckt. Der Geist der Anarchie is vershwunden und mit ihm die periodischen Unruhen, welche den Gewerbfleifß, Handel und Kredit lähmten. Je ruhiger die Meinungen werden, desto lebhafier rühren sich die positiven Fnteressen. Fn allen Thei- len des Landes beginnen die Geschäfte wieder aufzuleben. Der Bö- den hat unter den Füßen der treuen Armee und der wackeren Natio- nal-Garde, welche die Ruhe auf allen Punkten, wo sie bedroht war, mit dem Gewehr im Arm wiederherstellten, neue Festigkeit gewon- ney. Der Einfluß der Staats-Gewalten hat die ungesezlichen Ein- wirkungen, die sich die Herrschaft Über die öffentliche Meinung fireci- tig machten, beseitigt. Die Charte wird alle Hindernisse bestegen. Die auswärtigen Fragen sind ihrer Lösung nahe. Ftalien ruft auf das Ansuchen Frankreichs die Seinigen zurück. Polen, das o manchen Tapferen beweint, trachtet jeßt nur noch dahin, fich von den Unfällen eines allzu ungleichen Kampfes zu erholen. Belgien uud Holland werden der Weisheit Europa's eine gegensci- tige Sicherheit verdanken, welche für die allgemeine Ruhe des Kon- tinents von Wichtigkeit ist, und die, wir haben gegründete Hoffnung dazu, von derjenigen dieser beiden Mächte, die uns bereits igre Un- abhängigkeit verdankt, als eine neue Wohlthat angenommen werdet wird. England icbt uns ein doppeltes bélehrend-s Beispiel, das eines vielleicht s{hlecht berechneten Widerstandes einer der geseßge- benden Gewalten, der in Frankreich keine Nachahmer finden wird, und das der gerenanen Standhaftigkeit seiner Regierung, cin Beispiel , das die unsrige ndthigenfalls auch gegeben haben würde. Die Mächte endlich, von dem gemeinsamen Gefühle für die wahren Interessen der Menschheit beseelt, fahren fort, mit philanthropvi= scher Eintracht für die allgemeine Ruhe der Nationen zu wachen. So wird der Frieden über allen Ehrgeiz wie Über allcn Groll den Sieg davontragen! So werden im Fnnern und nah außen hin die Versprechungen unserer Regierung in Erfüllung gehen! Die allgemeine Entwaffnung wird in Europa vorbereitet; mögen also auch die Leidenschaften im Schoße unseres schônen Vaterlandes die Waffen niederlegen. Der gegenwärtige Augenblick ist günstig dazu. Das Land bedarf der Mitwirkung aller Kräfte, um in den Augen der úbrigen Vblker den Sieg der Freiheit durch fortschreitende Ci- vilisation zu rechtfertigen. Beweisen wir der Welt, daß die Frei- heit die Bürger besser und die Staaten glücklicher macht. Dies ist eine edle, Frankreihs wordige und den Nationen nüßliche Propa- ganda. Die Ehre jener glücklichen Resultate, welche der Charte und dem Frieden neue Bürgschaften gewähren, gebührt der bcs wundernswerthen National-Garde, der patriotischen Armee, der von so guten und aufrichtigen Gesinnungen beseelten Kammer, dem Könige, dessen edle Hingebung für das öffentliche Wohl sich flets unermüdet gegei t hat, und endlich der fhnellen und sicheren Einsicht dieser lebhaften und geistreichen Nation, dic, auf cinen Augenblick durch die Täuschungen irre geführt, welche der sophisti- sche Geist der Parteien ihr unter lockenden Farben vorhielt, ba!d wieder zur Besinnung kommt, sch Aufklärung verschafft, das Wah e mit bewoundernswerthem Takte herausfindet und sets damit schlleßt- der Vernunft Gehdr zu geben. ‘/ i :

Der Ex- Dey von Algier, Hussein-Pascha, if geftern in ei- nem Postwagen von hier abgereistz ergeht zunächst nach Nizza, um dort ein Haus zu miethen, das exr den Winter fühor mild se?

&

R E ei A N

r A E E Me irr

BIS P S A

8ST

P

ai