1831 / 320 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

der beste Gesundheits: Zustand,

Die Times warnt davor,

den günstigen Verichteu, die etwa aus Sunderland eingehen möchten, nnvedingten Glauben zu schenken, weil jede Hafenfiadt aus Besorgniß, daß ihze Vecbindungen ganz adgeschuiiten wer-

den möchten, lich werde zu vecdergeu suche,

das Austceten der Cholera gewiß so viel als mz:

Nachrichten zufolge, die aus Alerandrien uber Marseille in Paris eingetroffen sind, hat die Cholera feit den 23. Sept. dort

und in Kairo aufgehört, nachdem sie ungefähr vier von jedem Hun-

dert derz Einwohner hiuweggzerafsft hatte. hundert"Europäer daran gestorven.

Jm Ganzen sind. eiwa Dagegen nininmit die Seuche

idre Nicz1ung den Nil hinauf und ift schon bis nach Theben |

vorgeörunugen.

Literarische Nachrichten.

Nachdem uns die neucste Broschiire des Hra. v. Chateau- briond, aus der wic bereits (in Nr. 311) einige Anszüge nach den Mit:heilungen der Pariser Blätter gegeben haveu, selbft zu- gekommen ijt, theilen wir nachtraglich noch Einiges aus derselbeu mit. Sie besteht aus vier Kapiteln, in denen Hr. v, Chateau- briaud folgende Fragen erörtert : 1) Mas konnte man nach den Yulitagen errichten? 2) Hat man si<, nazdem die Wahl-Mo- nar<ie Ludwig Vhilipps gegründet worden, den Folgen des Prinzips dieser Monarchie ‘unterworsen, und roie hat die Ber? waltung sich im Jnnern und nach außen hin benommen? 9) Nachdem die Wah! - Monarchie die beiden erften WBedingungen hrer Existenz, nämlich öffentliche Wohlfahrt im Junern und Egre und Sicherheit nach außen hin, nicht crfüllt hat, mußte dann dicse Krankheit niht dur< die Zusammenberufung eines National: Kongresses geheilt werden, damit dieser der neuen Monar- chie scine Zusiimmung ertheile? 4) Wenn in dem Falle einer per- sönlichen Vertheidigung die gegenwärtige Regierung im Juli 1830 tödten und verbanneu fonnte, fann sle es au<h no< jeßt, wo sie

nicht angegriffen wird und ihr politisches Mandat ihr weder durch

die Souverametät des Ruhmes, nr< durch die des Bolkes, nech durch die der Zeit verlängert worden ist? Aus den! ersten diefer Kapitel theilen wir, iu VBerfoig des früher gegebenen Auszuges, no< Nachstehendes mit:

„Das Werk ist vollbracht, Heinrich V. ist verbannt : aber wo sind die Vollmachten der Gesellschaft dazu 7 Die Legitimität war der einzige Anhaltpunkt auf dem jähen Abhange, wo die Gesellschaft ch befindet ; wo ifi nach Aufhebung der Legitimität der Pfahl, an welchen nan die Bestandtheile des gesellschaftlichen Körpers befestigen könnte? Was will es sagen, heutzutage Prâäfeft, General-Direktor, Minister, Mar-

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Existenz .der Nationett ist länger, als die der Jndividuen; ein vom

scinem Krankenbette, ehe er stirbt, wie viel lêônger denn kann sich eine kranke Nation hinschleppen! Jedermann sagt von dem jeßigen Zustande: „Das fann nichr lange sv dauern.‘/‘/ Die Behaup- tuitg würde richtig seyn, wenn es sich um das Lehen handelte; wte aber, wenn das, was man für Leben hält, nur ein langsames Hiusterben ist? Es s{leypt sich so fort, weil der leßte Augenvlik noch nicht gekommen ist. Das Byzantinische Kakserreich brauchte vier Fahrhunderte, um zu sterben.“ —- Jn Bezug auf die jeßige Dy- nastie äußert Herx v. Chateaubriand: „Besser wäre es gewesen, eine reine Wahl-Monarchie in der Person Ludwig Philipps zu gründen, da es schnell eines Hauptes fúr die erledigte Krone bedurfte. Nach Ludwig Philiyp hätte man einen Fürsten aus einer ganz neuen Dy- nañie wählen können. Aber die Erblichkeit mit der Wahl - Monar- chie zu verbinden, gegen die re<tmäßige Thronfolge loszuziehen und unmittelbar darauf cine zweite rechtmäßige Thronfolge zu gründen, ist eine jämmerliche Fnkonsequenz, Hat man das Prinzip der Wahl gewonnen? Fa, aber nur für eine Stunde: eine herrliche Er- oberung! besser wäre es gewesen, zu behalten, was man besaß.

| Die vier anderen politischen Combinationen, welche nach der Juli-

Revolution möglich waren, nämlich die Republik, die gänzliche Ver- änderung des Königl. Geschlechtes, der Herzog von Reichstadt und der Herzog von Bordeaux, entsprachen mehr oder weniger zahlret- chen Volksmassen und bekannten Ansichten; aber wem entspricht die quafilegitime Monarchie? Alles ist Widerspruch, Schwierigkeit und Verlegenheit in der jeßigen Ordnung der Dingc. Man verwirft den alten Zweig der Bourbynen und nimmt den iüngeren; man sagt kein Wort, man giebt kein Geseß gegeit den frühercn Zustand , -die nicht auch mit ihrer ganzen Schwere auf den ichßigen zurückfieclen. Man eifert gegen ein verbanntes Geschlecht, und dieses Geschlecht sit auf dem Throne: man vernichtet die Lilien, und die Lilien sind das Wappent des Wah!l-Königs: man hat alle Uebelstände der Legi- timität, aber keinen ihrer Vortheile. Dennoch konnte diese Monar- chie Kraft im Staate gewiinen: 1) durch die persdnlichen Eigen- schaften des Monarchen; 2) durch die Taufe des Ruhms; 3) durch die Sanction der Nation. Die beiden leßteren Bedingungen fehlen aber. Das Verfahren dexr Verwaltung im Fnnern und nach außen hin is gerade so gewesen, wie es seyn mußte, um der Juli- Regte- rung ihre Kraft zu rauben. Dies führt uns auf die zweite Frage ‘/ Herr v. Chäteagubriand betrachtet nun die innere und äußere Poli- tif der jeßigen Regierung und tadelt beide aufs heftige: in Bezug

man nach der Juli-Revolution : „,„ Wir hatten einen Kbnig, unter dem wir cine der freiesten Verfassungen in der Welt besaßen; un-

schall, ja sogar Kdnig zu seyn? Alle Autorität ist herabgewÜrdigt. |

Der Angriff auf das Eigenthum wird nicht lange ausbleiben; in allen Ländern if mit der Erdlichkeit der Krone auch das Eigenthum unterlegen: denn diese Erblichkeit ist selbsi das größte unter allem Cigenthum, und wird sie vernichtet, so i| auch alles andere Eigen- thum in Gefahr. Die Gesellschaft geht nicht unter, aber wohl die Gesellschafcen: unsere Bildung wird der Nachwelt überliefert wer- den und dem Menschengeschlechte Nußen bringen , aber es ist leicht möglich, daß wir, als Nation ,' jeßt in die Epoche unscrer Alter- schwäche eintreten. Fn der That scheint Alles abgenußt zu seyn; Künste, Literatur, Sitten, Leidenschaften , Alles verschlechtert sich. An die Stelle der edelsten Erholungen des Geistes treten plumpe Spektakélstücke, 1a, wenn man die Gladtatoren wieder ins Leben rufen könnte, sie würden einen Beifall einernten, der den Meisterwerken eines Voltaire, Racine, Corneille und Molière nicht mehr zu Theil wird ; auch Griechenland verließ Aeschylus, Sophokles , Eurtpides und Menander, um den Straßen -Pantominen und den Pferde - Ren- nen des Circus zuzuschauen. Dieselbe Verschlechterung zeigt fich in der Politik; wtr haben die Freiheit in republifkanisher Form un- ter dem Konvent, wir haben sie in monarchischer Form unter der Legitimität, wir haben den Despotismus mit dem Ruhme vereinigt gehabt; an nichts von alle dem hat man festgehalten. jeßt weder mchr an Freiheit, noch an Tyratinei, oder vielmehr keine von beiden scheint mehr möglich zu seyn. Die schlechteste der Pe-

Man glaubt |

rioden, die wir durchlaufen hahen, scheint die jeßige zu seyn, weil | die Anarchie in der Vernunft, Moral und Fntelligenz herrscht. Die | Abschaffung der Erblichkeit verlangt, schaft sie aber dennoch ab.

glücklicherweise liebte dieser Köntg die Verfassung nicht Was war also zu thun? Den König abzusebßen , wie man einen Minister ab- seßt, und unter einem neuen, die Verfassung liebenden, Könige mit den Männern und Prinzipien der Restauration fortzuregteren. ‘/‘/ Im Beginn der Restauration sagten auch cinige große Geisler, es reiche hin, das Bett Napoleons neu zu Úberzichen und Ludwig XVUt.

| hineinzulegen: nachdem dies geschehen, würde sich weiter nichts ver-

ändern: sie vergaßen aber , daß das Betrtuch Napoleons aus Fah- nen befiand, und daß der Ruhm an seiner Scite lag: die Legitimität aber führte als Lagergenossen nur die Freiheit zurü>k. Die Stavr- fôvse, welche Ludwig Philipp in das Bett Karls X. legten, haben ihrerseits vergessen, daß die Juli-Revolution das Prinzip der Sou- verginerät vom Monarchen aufs Volk übertragen hat, daß das aus der Volkswahl hervorgegangene Königthum vergeblich sich bemühen wird, den Folgen dieses Prinzips zu entgehen, daß es nach den Ge- seßen der Legitimität weder handeln kann, noch darf, und daß von

dem Augenblicke an, wo es sh von den Männern und Verhält- | seine ! des Aufschwun- |

nissen trennt, denen es seinen Ursprung verdankt, es Kraft verliert. Das neue Königthum bedurfte ges, der Jugend und der Unerschrokenheit. genheit den Rü>en zukehren und mit dem neuen reich der Zukunft entgegengehen, das war seine Bestimmung. Aber daran denkt es nicht: es is durch die Doftoren, die ihm Arze- neien eingaben, abgemagert aufgetreten; es is mit leeren Händen gekommen, es hat nichts zu geben, sondern Alles zu“ empfangen, es bittet Jeden um Gnade und ist dennoch launenhaft:; es deflamirt gegen die Legitimität und abmt ihr dennoch nach; es cifert gegen den Republikanismus und zirtert dennoch vor thm. i

Der Vergan=-

rium geräth in Zorn, wenn man von Herabseßung des Wahl - Cen

sus spricht, vermindert ihn aber dennoch: es zúrnt, wenn man die | | Gedruckt bet A. W. Hayn.

S TTL E

Bekanntmachungen.

Aw Or Eme nt.

Das dem Königl. Preußischen Oberförster Joseph Goëwin Mo- ne>e zugehorige, im Herzogthum Sachsen und dessen Langensalzaer Kreise belegene, im Hypothekenbuche Tom. 11. sub No. 36. p. 256 sq. eingetragene Aliodial - Rittergut Neunheilingen, das Schloÿgur oder „zweiren TDheils‘/ genannt, zu welchem ein unter Juriódiction des Patrimonial - Gerichtes zu Neunheilingen belegenes Gerichtödie- nerhaus, und 180 im Fürsttich Schwarzburg-Rudolstadtschen Gebiete beleaene Acker Holzung, als Pertinenzien aehdren, ist, nachdem es auf 46,610 Thl. 27 sgr. 42 pf geschäßt worden, dem Antrage eines eingetragen2i Gläubigers gemäß, und im Einverständniß mit der Farftlich Schwar¡bdurgschen Regierung zum .nothwendiden dffenrli- chen Verkauf geselir, und es fund die Bietungs - Termine vor dem Herrn Ober-Landesgerichts-Rard Schmaling, als Depurirteu, auf

diem 26 Aut gi. S1, i Den 2 N e M et LS S, An On 2 Se ora 183% augeseit worden.

Es werden daher diejentgen Kauflustigen, welche annehmliche Zahlung zu leisten vermögen, aufgefordert, fich spärestens in dem lezten Termine zu- meiden, und ihr Gebot abzugeben, wobei ihnen befannt gemacht wird, -daß wegen der im Fürstlich Schwarzburg- schen Gebiete belegenèn Perrinenzieu bei der Fürstlich Schwarzburg- schen Regierung zu Rudolstadr Genehmigung des ZusHlags, Mit- vollzichung des Adjudications - Bescheides und Lehnsreichung gegen Leistung ciner verhältnißmäßigen Lehnévrästation zu suchen ist, und auf die nah Ablauf des lezten Termins erwa einkommendenr Ge- bote nicht weiter geachtet werden soll.

t Die Verkaufs - Taxe fann in der hiesigen Registratur eingese- hen werden.

Naumburg, den 19. April 1831.

Königl. Preuß. Ober-Landesgericht von Sachsen.

(gez) F. v. Waßtdorf.

6) nd d

Bekanntmachung.

Das, dem Bauer Gottlieb Henze gehörige, sub Nr. 17 in Bresla>, Herrschaft Neuzelle belegene Henzen Zweihufengut, ist Schuldenhalber sub basta gestellt, und die Bietungs - Termine auf

den 15. Oftober, 18, Novewber, und 17. Decbr. c.,

Vormittags 10 Uhr, von denen der legtere peromtorish is, an gewdhnliher Gerichts- selle anberaumt, wozu Kauflustige mit dem Bemerken eingeladen werden, daß der Meistbietende, wenn sonstige rechtliche Hindernisse R Io gewärtigen hat, und daß die Taxe : "l. 11 sgr. 52 pf. hier täglich ei werden fann. sgr. 55 pf. hier täglich eingesehen

Neujzelle, den 8. September 1831.

Königl. Preuß. Gerichts-Amt.

Allgemeiner Auzeiger für die

Pre Literarische Anzeigen.

-

Im Verlage der J. G. Calveschen Buchhandlung in Prag ist so eben erschienen, uud durc< alle solide Buchhandlungen zu haben : : Die Einrichtungskunst der Landgüter, auf fortwährendes Steigen der Bodenrente. Aus einer zwänzigiährigen Praxis an mehr als achtzig Gütern in den verschiedenen Länder und Klimaten Teurschlands, hiermit zu Grundriß und Spostem gedracht von C Me en, Wirthschafts - Rath | / A De Dane, Mit cs erflarendea Einrichtuirgéfarten, drei System - und neun Ueberavangs- Tabellen verschiedener Landgüter. Gr. 8vo. 1831. 75 Bogen stark: Preis 6 Thl. 26 sgr.

Das Werk, welches wir hier dem gesammten staats- und land- wirthschafrlichem Publikum ankündigen, is gewiß eine der cigen- thumlichsen, tiefgedachresten und solgenrei<sten Erscheinungen der Literatur; - dent es wird, wenn die Ideen des Herrn Verfassers allgemeine Anerkennung finden, den Landbau auf eine Stufe der Bolléfommenheir bringen, welche wahrscheintih noch Niemand ge- ahnet hat, deren Einwirkung aber auf das Wshl des Einzelnen wie | des Ganzen von un'bsehbaren Folgen (eyn dürfce. j

Es isf jedo<h unmögli<, vou dem Werke selbst, ohne die Ori- ginalirär des Herrn Verfassers, zu der auch see ganz eigentzüum- liche Darsielluuigsweise gehört, méhr oder weniger zu verwischen, einen auch nur gedrängten Auszug zu geben, wenigstens nichr in einem so beschranften Raume, wie ihn eine bloße Ankündigung darbieter. f ichte

j Wir begnügen uns daher, nur auf das Wesentliche hinzudeuten und auf deu obersten Zwef aufmerfsam ¿u machen, welcher durch das neue System des Heren Verfassers erreicht wer- den soll. Dieser i| nämlich kein anderer, als: „Ohne neuen Aufwand bloß mit den Hülfsmit- rein, wel<e Natur und Localität selbst und für sih allein an die Haud geben, die Bodenkfraft der Landgliter iährlichzu mehren und dadurch die Produktion und folglich die Rente zu steigern.“ Diesem obersten Zwecke gemäß lehrt das Werk den Landwirth 1) wie er den Uebergang von seiner biéherigen Bewirthschafrungs- weise zu der neuen, vom Herrn Verfasser angegebenen, bewirken fann, ohue dazu anfänglicher Kapital-Vorschüsse zu bedürfen, indem er zeigt, wie das Gut alle Hülfsmittel, von der ersten Stufe des Uebergangs bis zu der höchsteu seiner vollendeten Ausbildung, selb liefert; 2) zeigt er, daß bei seinem Systeme weder Störungen des bisherigen Wirthschaftsganges, no< Ausfälle in den bisherigen Einkünften denkbar seyen, sondern daß dasselbe vieimchr alle Srd- rungen und Nachtheile, denen die Landaücer nach der bisherigen Bewirtrhschaftungsart ausgesezr sind, unmöglich mache; 3) beweist

Schlage getroffener Mensch liegt bisweilen mehrere Fahre lang auf

auf die innere Politik äußert er: „Hinsichtlich des Junern sagte |

Frank-

Das Ministe- |

ußis

Um sih zu halten, hat das Ministerium sich mit einer Phalat Veteranen umgeben, die, wenn sie even so viel Lüßen auf | Aermel trügen, als sle Eide geleistet haben, bunter auss würden, als die Livre der Montmorency. Die quasilegi Monarchie hat alle Leidenschaften -und Neigungen der legitin ohne daß ste dieselben ofen zu bekennen wagt; sie würde den Y und besonders den Reichthum lieben; wenn man aber vom erwählt ist, wie kann man ihm da sein Geld abnehmen? Die Ci liste kann jeht keine Gabe der Liebe mehr scyn, man kann der K nicht mehr mit geschlossencm Auge Millionen und aber Mislliq, geben. Die den Kammern vorgelegten Gesehe zeigen den Yj gel an Genie und die Mischung von Zorn und Furcht, welche jeßigen Verwaltung eigen sind; ich führe nur eines an, das Yj gese. Man hat sich dabet stark verrechnet: in meinen Augen y die Sache der Erblichkeit vom ersten Augenblicke an eine y rene, denn sie sößt gegen die herrschende Leidenschaft Fr reichs, gegen die gesellschaftliche Gleichheit, an. Mit Fretheiten ist ni<ht besser zu Werke gegangen worden, j mit den Geseßen. Man zähle die Prozesse gegen die Broschi und Journale, 223 in einem Jahre! Man hôre die VerwÜnshy gen, die gegen die Preffreiheit geschleudert werden; man lese) offiziellen und ministeriellen Fournale, und man wird unter Freunden der Minister Männer finden, die unter Ludwig \\ und Karl X. die Begünstiger und Rathgeber der Ausnahnmy sche waren.‘

Auswärtige Börsen.

Amsterdam,. 11. November. | Niederl, wirkl. Schuld 413. Auszesetzte do. is. Kanz-Billets | ßproc. Anl. von 42 Bill. 662. Russ. (von 1544) 91. Russ. E Anl. 897. Neap. Fale. T2j. Span. perp. 47. i Hamburg, 14. November. Oesierr. 5proc. Metall, 69. 4proc. 81. Bank-Actien |( Russ, Eugl. Aut. 953. Holl. von 1531: 853, pr. Dez. €63. Bu Anl. Bamb. Cert. 573. Dün. 641. Poln. 114. | London, $ November, Dän. 655. Niederl, 431.

Königlihe Schanspiele, Donnerstag, 17. Nov. Im Schauspielhause. Zum Ers male: Die Flucht nach Afrika, Pose in 1 Aft. Hierauf: | quin in Berlin, komisches Zaubder-Ballet in 2 Abtheilungen, y Hoguet. Freitag, 18. Nov. Oper in Z Abtheilungen ; Musik von Weigl.

3prac. Cons. &23. 7.

Russ. 9982,

Im Opernhause: Die Schweizerfami| (Mad. Fischer: Ey

Leipzig: Nichard Boll, als Gastrolle.) Hierauf: Der Spi des Tausentshön, Burieske in 1 Aufzug, von C. Blum. Im Schauspielhause: 1) Bruis et Palaprat, comédie ey acte. 2) La première représenlalion de: La perle des Mar vaudeville en 1 acte. 3) Le Boa, vaudeville en 1 acte.

Königstädtisches Theater. Dornerstag, 17. Nov. Zum erstenmale wiederholt: F Sonnenjungfrau, Schauspiel 1 Z Akten, von Kotebue. Freitag, 18. Nov. Terracina, komische Oper in Z Aften; Mußk von Auber. (E, 4 tes o [e A A e 242/480 MLEI 40 u R s E f a T G T E E s, n | NEUESTE BLRSEN - NACGHHIGHZEN, | Paris, 10. Nov. Z5proc., Rente pr. compt, 94, 60, l

cour, 94. 75. dôproc. pr. compt, 67. 75. fin cour. 67. 85. 5p Neap. pr. compt. 78 60. lin conr. 78, 75, 5proc. Span. perp. 54 |

Franffurt a. M., 13, Nov. Oefterr. Zproc. Metall, 8h! áproc. 7912, 2xproc. 474, Bauk - Actien 1375. Partial : M 1282. G. Loose zu 100 Fl. 177. Poln. Loose 591. B.

Redacteur Fohn. Mitredacteur Cottel. C S E I D aran mer

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hen Staaten.

er, daß seine neue Einrichtungékfunst der Landgüter ihrem Besiner die unbeschrankreste Sicherheit gegen die Wechslfälle der Natur in der Wahl der Früchte und der Fruchtfo!ge, in der Art und Weise, dieselben den Absaß-Verhältnissen, Böden, Lagen und den Oertlichkeiten Überhaupt anzupassen, und viele ‘andere Vortheile mehr gewähre. E DA tf el Pun a der vorzüglichsien landwirthschaftlichen Verhältnisse, in so fern sie auf Bewirthschaftung des Grundes und Bodens und die damit verbundenen Nebenzweige der Oekonomie Bezug haben. E in H du < für praktische Landwirthe und Freunde der Landwirthschaft. Verfaßt vou RUdo[h) Andree. 3te verb. u. verm. Aufl. Neu bearbeitet und mit Aumerkangen versehen e Don V e

Gr. 8vo. Prag, 1831. 12 Bogen stark. Broch. 1 Thl. 72 sgr.

Allgemeines Forst- und Yagd-Journal. Zeirblatr für Fors- und Landwirthe, Jagdliebhaber,

Herrschaftsbesiyer und Freunde der Jndufstrie. Herausgegeben vo1n

4 ije Christoph Liebich, Kaiserl Königl. quiese. Kameral - Forst - Jnaenieur von Böhmen, Forst-Jnsvektor einiger Herrschafren, korrespondirendem Mitgliede der Kaiserl. Königl. Landwirthschafé-Gesellschafr von Krain, forrespondi- rendem Eyrenmitgliede der naturforschenden Gesellschafr in der Ober:

Lausiz, wirkendem Mitaliede des pomologisthen Vereins im

Konigreiche Böhmen 2c. 2c. Erster Aahrgang, 1831, in 4 Heften.

Der Jahrgang enthält 24 bis 26 Bogen Text in gr. dto. mit

den nöthigen Beilagen. Der Pränumerations- Preis i ganzjährig 2 Thl. 20 sgr. ; halbjährig 1 Thl. 10 sgr. Sächsisch.

Das erte Hefe dieser Zeitschrift und ausführliche Anzeigen vor- es Werke sind in jeder guten Buchhandlung Deutschlands ¡u haben. -

Obige Artikel sind sämmtlich zu beziehen durch die

Nicolai sche Buchhandlung in Berlin, (Brüderstraße Nr. 13), Stectin und Elbing.

Les Tomes XVI, XVIT. du Cours d’histoire moderne par M. Schoell ayante paru, MM, les Sonuscripteurs sont priés de les faire prendre chez nous en présentant leur certificat de souscription-

Duncker & Humblot, Rne française No, 20 a,

meline, als legte Gastrolle: Hr. Riese, vom Königl. Theater j

Fra Diavolo, oder: Das Wirthshaus j

Amtlihe Nachrichten. Kronik. des Tages.

Seine Majestät der König haben dem bei dem Eifenhütten- werke zu Torgelow in Pommern angestellten Köhlermeister n - ter das Allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen geruht,

Zeitungs-Nachrichten. Ausland.

Frankreich.

Deputirten-Kammer. Jn der Sihung vom 9. Nov. theilte zuvörderst der Präsident ein Schreiben des Herrn Car- let mit, worin dieser unlängst im Departement der Jsère ge- wählte Deputirte Kränklichkeits halber seinen Abschied einreichte. Herr J. Lefêbvre berichtete sodann über den Geseg - Ent- wurf wegen der Vertheilung des aufgelaufenen Reserve - Fonds der Banf unter die Actionnairs und trug auf die Annahme des- selben an. Hierauf bestieg der Handels-“Ninister die Red- nèrbühne, um der Versammlung 13 neue Gese: Entwürse von órtlihem Juteresse vorzulegen; durch 11 derselben sollen verschie- dene Departements zur Ausschreibung einer außerordentlichen Steuer Behufs der Verbesserung der Landstraßen ermächtigt nd in dem 12ten und {13ten soll eine Gränz-Berichtigung zwi- hen den Departements der Loire und des Rhône und deuen der Cha- rente und der oberen Vienne vorgenommen werden. Jeßt begannen die Berathungen über den Geseyßentwurf, wodurch nachträglich eine Summe von 600,000 Fr. zur Befriedigung der Peusiomuairs der ehemaligen Civilliste verlangt wird. Herr Auguis erklärte, daß, da gleih na< der Errichtung des Bürger - Thrones (ein Ausdru>, der die Versammlung in eine sehr lustige Stimmung verseßte) bereits eine Summe von 12 Million zu dem gedachten Zwecke hergegeben worden seh, er um so weni- ger für die Bewilligung des neuerdings verlangten Zuschusses stimmen könne, als die Nation si< nimmermehr zur Uebernahme von Pensionen verstehen dürfe, die ohne ihre Zustimmung hergegeben rwoorden wären. Herr Noger trat dagegen zu Gunsten des Gese - Entwurses auf und lenfte nament- l< die Aufmerfsamkeit der Versammlung auf die Schau- sieler des ehemalizen Odeons, die, nachdem die MNegie- wg im Fahre 1822 die Verwaltung dieses Theaters für eigne Rechnung übernommen, Pensionen auf die Civii:Liste an- ewiesen erhalten hátten, sich aber jeyt schon seit 18 Monaten f der hülflosesten Lage befanden. Herr Beauséjour wollte \< zu feiner ferneren Zahlung verstehen, bevor nicht sämmtliche Penslonnairs sih über ihre Ansprüche gehörig ausgewiesen hätten, Da der Redner sein Manuskript mit großer Mühe las, so erregte dies einiges Murren. „„Entschuldigen Sie,“/ äußerte Herr Beausejour, „aber ih muß Jhnen nur im Vertrauen gestehen, daß ih eben uicht zum besten sehe.‘/ Es enuistand hierüber ei- niges Gelächter, das si< wiedccholte, als der Redncr in folgen- der Weise fortsuhr: „Die meisten der bewilligten Pensionen sind den Chouans und. ihren Anhängern zu Theil gewor- den. Karl X, hatte zwar erklärt, daß er niht <ouani- iren wolle; ganz recht; aber er ließ andere <houaniren und belohnte sie demnächst für ihre Dienstleiflungen durch Pensionen auf die Civilliste; da ih aber so wenig <houaniren will, als Karl X, so mag ih auch nicht das Geld der Steuer- pflihtigen für Dienste bewilligen, die uicht sowohl für, als ge- gen den Staat geleistet worden sind.‘/ Hr. v. Schonen, der [mit der Liquidation der ehemaligen Civilliste beauftragt ist, be- merkte, daß es sih hier keinesweges um eine Anerkennung der bewilligten Penslonen, sondern um eine bloße Unterstüßung bis zur Verificirung derselben handle; was die Pensionnairs des Iddeon betreffe, so wáren der Finanz- und der Handels - Minister unter sich uneinig, auf welchen Fonds sie angetwièsen werden müßten; sobald dieser Streit erledigt worden, würden jene Pen- sionnairs auch befriedigt werden. „Unterdessen können sie Hun- gers sterben!‘ rief hier eine Stimme im Centrum. Der Graf Delaborde bemerkte, eine der größten Verlegeuheiten des Kö- Tnigthums in Frankreich seh jene Art von Verpflichtung, die man ihm aufdürde, alle Gewerbzweige aufzumuntern, alle Unglückliche Pnutersiüden; der König von England befinde sl{< in dieser Beziehung in einer weit günftigeren Lage, indem er si<h hinter die Armen- Taxe, hinter einen Klerus, der mehr als 300 Millio- nen Einkünste habe, und hinter eine Aristokratie zu verschanzen im Stande sey, die sih allein dur<h Wohlthun ihre Privilegien erhalten könne; in Franfreich gestalte sl< die Sache anders; hier wende man si direkt an den Monarchen; täglich liefen dei im und den Mitgliedern seiner Familie an 600 Bittschriften ein; liber 3000 Fr. würden täglih vertheilt, was jährlich über 1

illion mache, und do< würde hiermit kaum die Hälfte der Bitisteller befriedigt. Er halte sh zu diesen Bemerkungen ver- bflihtet, um die Meinung derer zu bekämpfen, die da wollten, daß die neue Civil-Liste die Pensionen der alten tibernehme. Die allgemeine Berathung wurde hierauf geschlossen, und der Präsi: [dent verlas den aus einem einzige: Artikel bestehenden Gesez-Entwurf. Der Vorschlag des Herrn Dupin d. Aelt, , daß man statt Pen- sionnairs der ehemaligen Civilliste sage: Ex-Pensionnairs, gab zu einer lebhaften Debatte Anlaß. Hr. Dupin selbst motivirte seinen Antrag dadurch, daß man den Pensionnairs durchaus keinen geseßlihen Anspruch auf die fernere Auszahlung ihrer Pension einräumen dürfe; man müsse das Prinzip festhalten, daß der Staat bei jedem Regierungswechsel aller Lasten der Civilliste quitt seh; wenn sonach die Kammer die jeßt von ihr verlangte Summe bewillige, so geschehe es nicht, um eine Schuld abzutragen, sondern um eine Unterstußung zu gewähren. Hr. Berryer bestieg zur Be- kämpfung dieser Ansicht die Rednerbühne. Als Ludwig XVIII. im Jahre 1814 nach Frankreich zurückgekehrt sey, habe er die Ansprüche

leistete Dienste, Pensionen aus der Civilliste bezogen hätten. Hieraus

allein ergebe si<, daß nicht die auf die Civilliste angewiesenen

Pensionen bloße Belohnungen wären, welche die vorige Dyna-

stie für ihr geleistete Dienste zuerkannt habe. Das Land stehe

no<h in der ÉEcwariung zweier Geseße: eines über die Liquida-

tion der alten und eines anderen úber die Festscßung der neuen

Civilliste; vorläufig hade der König innerhalb 15 Monaten 27

bis 28 Mill. Fr. bezogen; er wolle nicht untersuchen, ob dieses

Provisorium so ganz in der Ordnung sey: uuc müsse er s

wundern, daß, wenn man eiuerseits in Betreff der Civilliste

so freigebig gewesea, man andererseits nicht fühle, daß es

eben so billig sch, auch den dürftigen Dienern der Krone ihre

Einnahme nicht zu verkürzjen. Unmöglich könne man die

Ansprüche derer, die für wirkliche Dienstleistungen belohnt

worden wären, mit einem Federzuge veruichten, und dies wür-

de der Fall sehn, wenn man das Amendement des Herrn

Dupin aunähme. Herr Dupin erwiederte, es scheine ihm,

als ob Herr Berryer zu verstehen geben wolle, daß Ludwig Phi-

sipp mit den zu seiner Disposition gestellten Summen füglich auch

die Pensiomnairs der alten Civilliste hätte befriedigen fönnen. Er

bemerke hierauf, daß der König es am Wohlthum nicht habe

fehlen lassen; Jedermann kenne seine Freigebigkeit und seinen

Wunsch, allen Unglücklichen zu Hülfe zu fommen ; das Nämliche

lasse si< ni<t von-der vorigen Dynastie behaupten; unter den

Armen, die diese unterstißt, habe es gar viele Reiche gegeben,

während Andere, die cine Unterstlißung wahrhaft verdient hätten,

libergangen worden wären, und auf diese, dic mehrentheils der Opposltions - Partei augehört hätten, habe ‘nun der König nach seiner Thronbesteigung vorzugsweise Rücksicht nehmen müssen. Herr Mauguin benutzte sehr geschi>t diese leytere Aeußerung, um an das Ministerium die Frage zu richten: weshalb es denn noch nicht dem von beiden Kammern angenommenen Geseße wegen der in den hundert Tagen vefliehenen Grade und Orden die geseß- lie Sauction ertheilt have. Sofort veriangte Hr. C. Périer das Wort. „Fch war nicht darauf gefaßt ,‘“ äußerte er, „, daß Hr. Mauguin ganz zur Unzeit eine solhe Frage an uns richten würde. Die Ansicht des Königs über das erwähnte Geseß ist no< unbefannt; geseßt aber auch, er dasselbe uicht beftätigte, so würde er si nur scines Rechts dedieaen, Die Herausforde- rung des H:n. Manguin ist eveu so antiparlamentarisch, ais ver- fassungswidrig.‘‘“ Hr. Mauguin meinte, er halte es durchous niht fr unangemessen, nachdem ein Gese von beiden Kam- mern angenommen worden, die Minister zu fragen, ob es ihre Absicht sey, da}?lbe zu bestäigen; ec wisse {hr wohl, daß diese ihm antworten konnten: Wix zaben uns uoch nicht entschieden ; eben aber, weil sie diese Aniwort geben könnten, sey die Kammer auch be- fugt, ihnen die obige Frage zu stellen, Als der Reduer hier von mehreren Seiten dur<h die Bemerkung unterbrochen wurde, daß diese Frage ganz überflüssig sch, da, wenn die Regierung einen Be- \{iuß gefaßt hätte, fle ibn wohl schon von selbst verkündigt ha- ben würde, suhr Hr. Mauguin, sich an die Unterbrecher wen- dend, fort: „Wenn Sie Ihre Rechte ausgeben wollen, so thun Sie es: ich meinerseits erfiäre aber, daß wir diese Absicht nicht haben. Und da wir do einmal vou Geseßen spre<en, die no< der Sanction der Regierung bedürfen, so möchte ih die Mini- ster wohl fragen, weshalb sie das Pairs-Gesey noch uicht in die andere Kammer gebracht haben,“ Eine Stimme aus den Reihen der Opposition rief hier, es sey nichi so gar leicht, ein Gebäck neuer Pairs zu Stande zu bringen. Der Präsident wollte jeßt Hrn. Mauguin das Wort nicht weiter bewilligen, da dieser von dem Gegenstande der Berathung abweiche; der General Déemargçah, der den Prásldenten dieserhalb zur Rede stellte, wurde zur Ordnung verwiesen, worauf derselbe dem Pr.isiventeuzurief: „Sie mißbrauchen Fhre Gewalt; man sollte Sie selbst zur Ordnung ermahnen !“/ Herr Girod erwiederte aber, nichts föune ihu verhindern, seine Pflicht zu thun; hétte er vorher gewußt, daß es Herrn Mau- guins Absicht sch, über einen der Berathung völlig fremden Ge- genftand zu sprechen, so würde er ihm gar das Wort nicht be- willigt haben. Letterer wollte hierauf, nach einigen Aeußerungen zu seiner Rechtfertigung, die Tribune verlassen. Man rief ihm in- dessen aus den Reihen der Opposition zu, er solle dies nicht thun; die Minister müßten si< erft erklären, damit die Sache aufs Reine komme. Ais der Prásident erklárte, die Kammer seh nicht befugt, einem Redner das Wort über einen der Be- rathung fremden Gegeustand zuzuerkennen, sagte Hr. Bavoux laut: er (der Prásident) habe nicht den Herrn in der Bersamn- lung zu spielen, Hierüber erhob sib ein gewaltiger Tumult, der mit jedem Augenblicée zunahm. Hr. Dupin d. A. wollte zur Widerlegung des Hrn. Mauguin auftreten, Auch diesem wi- derseute si< der Prásident; um Herrn Manguin antworten zu fónnen, bemerkte ec, müßte man ihm zuvor gestatten, seine Rede zu beendigen ; diefes leßtere sey aber unftatthasft, Qr, Demar- ceah verlangte hierauf das Wort zu einer Berufung auf das Re- glement und beschwerte si namentlich darüber, daß ec von dem Präsidenten mit Unrecht zur Orduung verwiesen worden seh. Nach eiuer kurzen Erwiederung des Herrn Girod endigte der lange Streit zuleßt damit, daß Herr Dupin d. Aelc. seinen obigen Antrag, statt Peuslonnairs E x- Penssonnairs zu sa- gen, zurücknahm. Der Geseges - Artikel wrirde hierauf M seiner ursprünglichen Abfassung Und mit folgendem Buiage des Herrn Beauscjour angenommen : „Eine namentliche Lisie der Pensionnairs nebst kurzer Anführttng der Motive ihrer Pensionni- rung soll gedru>t uud unter die Kammern vertheilt werden.

Das ganze Gesey ging sodann mit 280 gegen 30 Stimmen dur<. Am Schlusse wurden noch die 5 Geseg-EntwUrse en örtlihem Futeres}se, worüber Herr Jah in der Sigung vom 27 v. M. (siehe Nr. 307- der Staats-Zeitung) berichtet hatte, nah einer völlig unerheblichen Debatte mit 240 gegen 3 Stimmen

angenommen. baun N Gestern ertheilten Se. Majestät dem

Paris, 10. Nov. : l Englischen Botschafter hierselbst, Lord Granville, so, wie dem

Botschafter derselben Macht bei der hohen Pforte, f ford Tin, der im Begriff ist, si auf seinen Posten zu be-

| derernicht zurückgewiesen, die für unter den früheren Regierungen ge-

geben, eine Privat-Audienz.

Fn Vollziehung des neuen Municipal - Geseßes vom 21sten Márz d. J., wodur< die Wahl der Maires und ihrer Adjunk- ten in den Hauptstädten der Departements und Bezirke, so wie in allen Städten, welhe mehr als 3000 Einwohner zählen, der Krone überlassen wird, hat der König dur< Verordnung vom 14ten v. M. die Maires und Adjunkten im Departement der Seine und Dise ernannt.

Das Zuchtpolizei-Gericht hatte vorgestern noch über mehrere bei den léßten Unruhen verhaftete Fndividuen das Urtheil ¿u sprehen nad erfannte einem derselben se<swöchentli<he Haft, einem anderen aber nur eine Geldstrafe von 16 Fr. zu, Bor demselben Gerichte erschien gestern der ehemalige Oberst von Lennox unter der Anklage, si< den Grafentitel angemaaßt zu ha- ben; da indessen sein Anwalt -durch Papiere die Verwandtschaft des Angeschuldigten mit einer alteu Schottischen Pairs - Familie darthat, so spra das Gericht ihn frei und ordnete seine Frei- lassung an. Herr von Lennox wurde, wie man ‘sich erinnern wird, bei den Juli-Unruhen, als eines Attentats gegen die Si- cherheit des Staats verdächtig, verhaftet, eine Anflage, von der er vor kurzem ebenfalls freigesprochen worden ist.

Dec Assisenhof beschäftigte \si<h gesteru, zum ersten Male nach der Juli: Revolution, mit einem Prozesse gegen den Ver- fasser und Herausgeber einer gegen den fatholishen Klerus ge- richteten Schrift; obgleich der Wahéräb-Advékat; Hr. Delapalnie, die Anklage mit Nachdruck behauptete, wurden die Fakulpaten dennoch von den Geschworenen frei gesprochen.

Am 6ten d. M. is in Nancy die hier gego}\ene bronzene Statue des Königs Stanislaus Leszczynsfi aufgede>t worden. Folgendes is, na< dem Messager des Chambres, das Verzeichniß der in der Nacht vom 5ten auf den 6ten d. M. aus dem Medaillen-Kabinet der Königl. Bibliothek entwandten Stücko : 1) Eine große goldene Schaale von 6 Zoll Durchmesser, mit einem Basrelief am Boden, in deren Rand Byzantinische Me- daillen eingelötet waren. 2) Eine in Gold gefaßte Schaale mit dem in Relief gearbeiteten Bildnisse eines Königs aus dem Ge- \<le<te der Sassaniden. 3) Verschiedene in dem Grabe Chil- derichs gefundene Gegenstände, wie z. B. goldene Bienen, ein gestochener goldener Ring u, #\. w., ferner das goldene Petschaft Ludroigs XIl., eine alte goldene Bulle, eine große goldene Me- daille Ludwigs XIV,, auf der die Façade des Louvre abgebildet ist, 4) Griehishe und Römische geldene Medaillez, und zwar: Goldene Medaillen von Syrakus, 53 an der Zahl; Z Medaillen Epirotisher Könige (1 Neoptolemns« und 2 Pyrrhus ); die Reihefolge goldener Kaiser - Medaillen mit Ein- chinß der großen Medaillons, 95 an der Zahl; die Medaillen von Sextus Pompejus an dis zu Justin li,, im Ganzen 392 Goldmünzen. 5) Neuere goldene Medaillen, und zwar 37 Me- daillen der Könige von Frankreich, von Karl VII. bis auf Lud- wig XI[l., 125 Medaillen von Ludwig XlV., 75 von Napo- leon, 4 von Ludwig XVIIl. und Karl X., 20 Denkmünzen der großen Männer Frankreichs, die Reihefolgen von Ludwig XIV. und Ludwig XV., 454 Stück, die Neibefoige der Päpste, 65 goldene Medaillen. Man s{<äyt den materiellez Werth dieser Kunstgegenstände auf mehr denn 590,000 Fr.

Der ehemalige General - Secretair bei der Práfckiur des Seine- Departements, Herr Taschereau, sucht im National und Courrier francais Herrn Odilon-Barrot von der {on vor läuge- rer Zeit gegen ihn erhobenen und jeßt von der France Nouvelle wiederholten Beschuldigung, daß derselbe als hiesiger Präfekt die Geschwornen: Listen für 1831 aus lauter exaltirten Liberalen zu- sammengeseßt habe, zu widerlegen.

Von dem Vicomte von Cormenin wird nächstens ein dritter und leuter Brief über die Zusammenbecufung eines National- Kongresses erscheinen; seine beiden ersten Schreiben siud von 11 hiesigen und 50 Departemental-Bilättern iu 100,000 Exemplaren verbreitet worden.

Der Kommandant der Fregatte „, Armide ‘‘/, Schiffs-Liente- nant St. Laurent, hat unterm 25ften v. M. einen Bericht an den See- Minister über die vulkanishe Jusel an der Siciiiani- hen Küste erstattet, die er auf seiner Rückkehr von Navarin na< Toulon zu beobachten Gelegenheit hatte.

Großbritanien und Frland,

Lon don, 11. Nov. Aus Brighton wird unterm vorgeflri- gen Tage gemeldet, daß Jhre Majestäten sih des besten Wohl- seyns erfreuen. Der berühmte Maler Wilkie ist damit de- schäftigt, das Portrait des Königs anzufertigen.

Der Herzog und die Herzogin von Cumberland gaben gestern mehreren Gesandten und deren Gemahlinnen ei:1 großes Diner in Kew. Gestern Nachmittags hielten die Bevollmächtigten der fünf Höfe eine dreistindige Konferenz im auswärtigen Amte, Der Prinz Friedrih von Würtemberg stattete gestern der Her- zogin von Kent und der Prinzessin Bictoria einén Besuch in Claremont ab. j

Gestern fand die Lord- Mahors Prozession na< Guildhall in gewohnter Weise statt. Der Lord-Mayor, die Aldermen und Sherifs begaben si< in den Staats-Wagen bis uach der neuen London - Brücke, wo ihrer eine reihges{mücte Barke wartete, welche sle bis nah der Westminster-:Brúücke führte, Fin Gefolge des Lord-Mayors befanden sih alle Gewerke mit Ausnahme der Goldschmiede, welche aus unbekannten Gründen der Prozession nit beiwohnten. Bei dem Diner in Guildhall waren alle Ka- binets-Minister zugegen. Nur Graf Greh und Lord Melbourne hatten si< Unpäßlichkeit halber entschuldigen lassen. Außerdem hatten sl< Lord Howick, Lord Nuzent , Sir F. Burdett, das ganze diplomatishe Corps und sämmtliche Richter eingefunden. Die Tafel bestand aus 1300 Converts. Der Lord-Mayor brachte die Gesundheit des Königs aus und demnäbst die der Köaigin, der Armee, der Flotte, der Stadt London und der Minifter. In einer Rede wies er auf die Beibehaltung des jebigett Ministe- riums als auf das einzige Mittel hin, die Ruhe im Lande auf- recht zu erhalten. Nach dem Mittagsmahl fand ein großer Ball statt, der bis spát in die Nacht dauerte.

Die von den Bewohnern von Leeds so gefürchtete Ankunft

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