1831 / 333 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

wi>eln drohten, befreit, als daß es die gegenseitige Stimmung dieser edlen Kammer und der hochherzigen Natiou, die bei dieser, die Fn- teressen Beider betrefenden Diskussion cinander gegenüberstehen, vorausgeschen hat. Es wußte im voraus, daß sie sich ge énseltig verkezen und befriedigen würden, und daß namentlich Sie, m. H./ die Sie A ie Repräsentanten der Nation und ihres ganzen Ruhmes sind, mit Bie edlen Gesinnungen des Volkes zufrieden seyn würden. S9 MULE e Französische Pairie sih der Zukunft würdig empfehlen u em Lande die Verpflichtung auflegen, über die thm gewordene N thuung ernsilich nachzudenken. Diese Kammer wird dann in er neuen politischen Gesellschaft den ihr gebührenden Rang einnehmen und einen um o grdßeren Einfluß auf dieselbe ausüben, als sie thr ein glänzendes Unterpfand ihrer Hingebung gegen unsere Revolution gegeben hat. Alle Fnteressen verlangen dies. Blicken Sie um sich her, m. H., Alles schnt sich nach der Wiederherstellung der Ordnung. Draußen zerstreuen die Wolken sich, Europa hat mit hohem Verstande begriffen/ daß die Konsolidirung der neucn Ordnung der Dinge in uan Ae sicherste Bürgschaft für die allgemeine Ruhe sey; es hat daher d ese Ordnung der Dinge nicht nur genehmigt, sondern aufrichtig für die Befestigung derselben mitgewirkt. _ Die Kabinette haben ant der P re<hthaltung des Europäischen Friedens mit einer bisher Be losen Loyalität und Weisheit gearbeitet. Das Werk ist seiner Vol- lendung nahe; wir können anzeigen, daÿ in kurzem dic allge meine Entwaffnung die Lasten der Völker erleichtern und vor ihnen die Laufbahn der Civilisation unter den Auspicten jener Juli - Revolution wieder eröffnen wird, deren shönster O es ist, die Eifersucht zwischen den Völkern, die bisher für natürlich galt, vernichtet und ste an friedliche, von der Verschiedenheit der beiderseitigen Regterungsformen unabhängige, Bezichungen gewöhnt 1 haben. Diese unter uns verbreitete Hoffnung macht, daß bereits alle eichen der Wohlfahrt wieder zum Vorschein kommen. Ueberall beruhi- Jen die Gemüther sich, und die gesellschaftliche Thätigkeit beginnt wieder ; Jir gehen der uns von unserer Revolution versprochenen Zukunft geseblicher, feiedlicher und segensreicher Freiheit entgegen. Weit entfernt von uns, von Fhnen und von den Staatsgewalten bleibe daher neuer Streit und. neue Ungewißheit. Die Stunde is gekom- men, wo der Kampfplaß geschlossen und bei uns, wte tm Auslande, die Entwaffnung vor sth gehen muß. Fhre Weisheit wird dies einsehen. Sie werden die Beendigung dieses Werkes allgemetner Versdhnung und die verfassungsmäßige Sanction der Existenz dieser Kammer nicht verzdgern wollen. Sie werden dem Lande ein großes Beispiel geben, Sie werden seiner Zukunft die Jhrige auf- opfern; und gerade um Me leßteren Gedanfens willen wagen wir, auf Fhre Stimmen zu rechnen. y

| Hr. C, Périer s<loß, indem er den Geses- Entwurf felbst mittheiite. Die Ernennung der Kommission zur Prúfung des- selben wurde auf den nächsten Freitag (27sten) angeseßt. Der Handels-Minister legte hierauf 5 von der Deputirten:Kam- mer bereits angenommene Geseß-Entwürfe von örtlichem Juter- esse vor. Am Schlusse der Sißzung wurde no< der Geseß- Entwurf, wodur< ein Zuschuß von 200,000 Fr. zu den Natio- nal-Belohnungen verlangt , wird, mit 62 gegen 11 Stimmen an- geuomnien, ;

Deputirten-Kammer. Siyung vom 22. Novem- ber. Auch in dieser Sipung waren die Bánke der Opposition fast gänzlich leer, indem die Mitglieder der linken Seite, wie Tages zuvor, in dem Lokale des 4ten Bureaus versammelt wa- ren, um úber eine Adresse an den König, in Bezug auf die lebte Pairs-Promotion, zu berathschlagen, Die beiden Amen- dements des Grafen v. Mosbourg in Betreff der östlichen Salz- werke (s. d. gestr. Blatt) wurden verworfen und die Artikel 9 bis {2 des Geset-Entwurfes über den Rechnungs-Abschluß von 1829 ohne Weiteres angenommen. Herr Dubois-Ahmé trat hier- auf aufs neue mit der nachstehenden Bestimmung auf, die be- reits in das Budget von 1831 eingeschaltet, von der Pairs-:Kam- mer aber als ungehörig verworfen worden war: „Bei Ankäufen und Kontrakften úber eine Summe von mehr als 5000 Fr. darf die Regierung nur mittelst Publizität und Konkurrenz vorschrei- ten; es seh denn, daß solches niht ohne Beeinträchtigung des sffentlichen Dienstes möglich wäre.‘“/ Nachdem diese Bestimmung auf den Antrag des Direktors der Brücken und Chausseen, Hrn. Bérard, bis auf die Summe von 10,000 Fr. erhöht worden, wur- de dieselbe ast einmüthig angenommen, Es war mittlerweile dunkel geworden, Während die Kronleuchter angezünden wurden, trafen die ‘Minister aus der Pairs - Kammer und die Oppositions - Mitglieder aus dem Lokale des 4ten Bureaus ein. Unter Letzteren befand si< Herr. Dupout v. d. Eure, der sich sofort dem Prásidenten näherte und ihm ein Papier (ohne Zweifel den Adreß - Entwurf) iberreichte. Nach der Wiedereröffnung der Sißung wurden noch 9 Zusaß - Artikel zu dem der Berathung vorliegenden Geseß-Ent- wurf, der cine von dem Baron Pelet, der andere von Herrn j Viennet (leßterer des Jnhalts, daß den Ministern hin- | führo bei ihrem Antritte keine Einrichtungs - Gelder bewil: [ ligt werden sollten) angenommen, worauf der ganze nun- mehr aus 14 Artikeln bestehende Entwurf mit 289 gegen 19 Stimmen durchging. Der Präsident fündigte jeßt der Ver- sammlung an, daß cine Proposition auf das Bureau niederge- legt worden sey. Es war bereits 5 Uhr, gleihwohl wurde noch die Berathung über den Geseß- Entwiürf, wodurch verschiedene Beftimmungen des Strafgeseßbuches modificirt werden sollen, cröffnet. Hr. Poulle ließ sl< wider und Hr. Jay für den L Entwurf vernehmen. Hr. Roger {loß die Sißung mit einer Rede, worin er für eine gänzlihe Umschmelzung des Strafge- fe buches und sona<h für die Ueberweisung des vorliegenden Entwurfs an eine zu diefem Behufe besonders zu ernenuende Kommission stimmte. Am folgenden Tage Mittags wollte man si< ‘in den Bureaus mit dem Adreß- Entwurfe in Betreff der Ernennung der 36 nenen Pairs beschäftigen, Derselbe wird, dem Reglement zufolge, nur daun in öffentlicher Sibßung vorgelesen, wenn mindestens drei Bureaus dafür stimmen,

Paris, 23. Nov. Vorgestern fand in den Tuilerieen cin großes Gastmahl statt, an welchem der Kaiser Dom Pedro und dessen Familie, die verwittwete Herzogin v, Leuchtenberg, die Fnfantin Donna Anna von Portugal. und deren Gemahl, der Marquis von Loulé , der Konigl. Preußische Gesandte, Freiherr v. Werther und dessen Gemahlin, die Botschafter von Spanien und Brasilien, Graf Ofalia und Marquis von Rezende, und der Königl. Baierische Gesandte, Freiherr von Pfeffel, Theil nahmen. Gestern hatten der Fürst von der Mosfwa und der General: Lieutenant Lagrange Privat-Audienzen bei Sr. Majestät.

Im Constitutionnel liest man: „Die Versammlung des Vereins Lointier war gestern nicht weniger zahlrei<h, als vorge- ftern : sie wurde benachrichtigt, daß das Ministerium sh der Be- rücksichtigung des Adreß : Entwurfs und der Vorlesung desselben in der Kammer nicht widerseßen werde. Fn diesem Falle würde es zu einer öffentlihen Diskussion kommen. Wir können dem Ministerium für diese Versicherung nur danken. Frankreich wird dann wenigftens mit Kenntniß der Sache ein Urtheil fál- len fönnen, und die Zukunft wird sl< über die Gegen- wart nicht zu beklagen haben.“ Andererseits meldet die ministerielle France Nouvelle: „Der Verein in der Rivoli : Straße war geftern Abend- sehr zahlrei< versam: melt; die von der äußersten Linken niedergelegte Adresse

1750 fam zux Sprache, und der Verein war der einftimmigen Ausicht, diesen neuen Angri einer in den legten Zügen liegenden Oppo- sition zurückzuweisen. Einige Mitglieder wünschten, daß die Sache auf der Rednerbühne erörtert werden möge, damit das Publikum über die Ursachen dieses neuen Angriffs um so mehr Licht er- halte. Die Majorität beschloß indeß, die Adresse in den Bureaus

‘seitigen, ‘“ | E vie Schrift, welche Hr. Dupin d. Aelt. in der gestrigen Sigzung der Deputirten: Kammer vertheilen ließ, war ein von ibm unterm 27. Oft. d. F. an die Gazette des Tribunaux ge- richtetes Schreiben, worin er sl< auf das Nachdrücklichste gegen den Plan einer Ernennung neuer Pairs ausspriht. Nachdem er darin die Ungesetlichkeit der damals beabsichtigten und seitdem ausgeführten Pairs - Promotion darzuthun gesucht entwickelt er die Nachtheile derselben und faßt diese in fünf Hauptpunkte zu- sammen: 1) Durch eine Pairs: Promotiou erklärt man, daß die jeßige Majorität der Pairs- Kammer mit dem Könige und der Deputirten - Kammer niht im Einklang fleht und nicht die

Ruhe des Landes wünscht. 2) Das _ mißgünfiige Licht, das man auf die Kammer wirft, trifft auch die neuen Pairs, denn sle treten mit emen gegebenen Worte und

dem Versyrehen der Folgsamfkeit ein. 93) Diese Pairs wer- den außerhalb der Bewegung ernaunt werden, welche auf dem Wege der Volkswahl fast alle Mánner, die si< um die Fuli - Revolution verdient gemacht haben, empor gebracht hat. 4) Diese Pairs - Promotion wird für die Zukunft die Ausübung der Königl. Prärogative beschränken und der Regierung weniger Mittel übrig lassen, den Ehrgeiz zu befriedigen, dem man doch eher Hoffnung lassen, als ihu muthlos machen muß. 5) Man wird, und niht ohne Grund, sagen, daß die Ernennung neuer Pairs, zu der man, dem Anscheine nach, geschritten if, um das Geseß durchzubringen, do< nur zu den Zwecke geschehen ist, dieses Geses zu Gunsten einiger in die Kategorieen des Ent- wurfs nicht einbegriffenen Personen zu umgehen und zum leßten Male einige Pairs mit den veralteten Titeln von Herzögen, Vi: comtes und Marquis in die Kammer zu bringen! Die ge- strige Nummer der Gazette des Tribunaux enthält aber: mals ein Schreiben des Herrn Dupin d. Aelt., worin derselbe die Nothwendigkeit einer Revision des Prozesses des Marschalls Ney vom jurcistishen Standpunkte aus zu beweisen sucht.

Durch eine im Gesez-Búülletin enthaltene Königl. Verord- nung wird die dem Marquis v. Elermont-Tonnerre, als gewesenen General - Lieutenant, verliehene jährliche Pension von 5050 Fr. zurücégenommen, weil derselbe in einem Schreiben vom 18. Oct. d. F. erflärt hat, er habe keine Ansprüche auf eine solhe.

Dec Vicomte von Chateaubriand hat unter dem Titel: „An die Leser‘ seiner leßten Broschüre einige Schlußbemerkun- gen hinzugefügt. ; _ 5

Die Kaufleute von Nantes haben eine Adresse an den Kö- nig und eine Petition an die Deputirten - Kammer abgefaßt, worin sie gegen den Geseß-Entwurs wegen Errichtung von Waaren- Entrepots im YJunern des Landes, protestiren, weil die Annahme desselben die Handelsstädte an der Küste in Verfall bringen würde. 7

Die Fregatte „Drhade‘/ ist am 19. d. M. aus Brafilien fommend, in Brest eingelaufen; am Bord derselben befindet sich der Befehlshaber der Französischen Station in den Südameri- fanischen Gewässern, Contre - Admiral Grivel. : E

Die aus der Abtei Meilleraye vertriebenen 73 Jrläudi- hen LTrappisten haben si< am 19ten d. M. in Nantes auf cinem Dampfboote na< England eingeschift.

Auch die heutige Nummer der Tribune is auf der Post und im Redactions-Bureau in Beschlag genommen worden.

———— Dari M No Die LebbatiateiL deen Der Deputirten - Kammer und in den Journalen sich ausfechtenden Kampfes zwischen dem Ministerium und den opponirenden Par- teien mindert sih nicht, seitdem derselbe, na< Beseitigung der früher stattgehabten Besorgnisse wegen eines äußeren Krieges, den inneren Angelegenheiten Frankreichs und den die Verfassung betreffenden Fragen gilt, bei denen die Opposition zum Theil mit mehr Kenntniß der Sachlage ihre Angriffe zu führen ver- mag. Wenn das Ministerium dabei fortwährend den Kampf- plaß behauptet, so wird es doch durch ein öfteres, wenn auch nur theilweises Mißlingen feines Erfolges daran erinnert, keinen Au- genbli> in seinen Anstrengungen zu ermüden , besonders in der Deputirten-Kammer, die, ohne gerade gegen Hrn. Périer feind- selig zu seyn, do< si< nicht immer dessen Wünschen gleich füg- sam bezeigt, Einen Beweis dazu liefert die kürzlich beendigte Diskussion über das Avancirungs-Geseß, wo es dem Kriegs-Mi- nister unmögli<h wurde, manche von der Regierung gewtÜinschte Bestimmungen, welche die Möglichkeit einer rasheren Befoörde- rung, als es das bekannte Gouvier St. Cyrsche Geseß festseßte, bezwe>ten, dur<hzuseßzen. Der eigentliche politishe Zweck jener Bestimmungen war wohl, ein Mittel in die Hände zu bekommen, um die unruhige Ungeduld mancher Offiziere nah Beförderung, die, seitdem die Kriegs - Aussichten verschwunden, vorzüglich in der Nord-Arnee sih etwas laut aussprechen soll, zu besänftigen. Die Kammer indeß, die darin nur einen Weg zu sehen glaubte, um persöulihen Begünstigungen die Thür zu öffnen, zeigte sich ihnen wenig zugethan und verwarf mehrere derselben, troß der vielleiht zu sehr geltend gemachten und zulegt mit einer entscheidenden Ungunst aufgenommenen Berufung der Minister auf die Königliche Prärogative, so wie auf das persönliche Ver- trauen, welches sle einflößen mü}e. Neben dieser rein praf- tischen Berathung beschäftigten die Kammer zwei Gegenftände, die einen Theil ihrer für fo viele dringende und wichtige Ge- {äfte in Anspru< genommenen Zeit im Grunde mit wenig núblichen Declamationen fonsumirten: nämlih die Bittschrist wegen Uebertragung der Asche des Marschalls Ney ins Pantheon und der bekannte Vricquevillesche Antrag. Es war leicht vorher- zusehen, daß jene von der Opposition angeregte und auf die Er- we>ung des Volksgefühls berehnete Bittschrift den Oppositions- Rednern eine abermalige Gelegenheit verschaffen würde, der schon so ershütterten Pairs-Kammer einen neuen Schlag zu ver- seßen. Ganz unerwartet aber mußte es schn, als Herr Dupin d. A,, einer der kráftigsten , wenn nicht der kräftigste, der mini: steriellen Redner auftrat und ganz im Sinne der Bittschrift das juridishe Verfahren der Pairs-Kammer gegen den Marschall, als mit Rechts : Nullitäten angefüllt, und dessen Verurtheilung als eine Art von Justiz - Mord schilderte und demzufolge seine Absicht, auf eine förmliche Revision und Annullirung des Pro- zesses anzutragen, anflindigte. Hr. Dupin hat sich dabei wohl von seinen Erinnerungen als gewesener Advokat des Marschalls fortreißen lassen und scheint den von den Oppositions - Blättern sofort emsigst benußten Umstand ganz vergessen zu haben, daß mehrere der jeßt in hohen Aemtern stehenden Personen als Mit- glieder der damaligen Verwaltung oder der Pairs - Kammer zu jenem Verfahren mitgewirkt hatten. Wie dem aber auch seh, so durfte es nicht überraschen, daß nach dieser Aeußerung eines

für den Vertrauten der Minister geltenden Maunes die fragliche" ten, und der Frieden des Landes, so wie dessen énustige Wohl: Bittschrist mit Enthusiasmus und fast einstimmig empfohlen ay fahrt, werden ohne irgend eine Rechts: Beriezung oewahrt,! Hrn. Périer überwiesen wurde, dem cine solhe Zuweisung gerade" Die Nachricht von der zeitigen Zusammenberufung des Par- in dem Augenblicke, wo die Regierung mit den Pairs wegen" laments ist in der City mit großem Jubel aufgenommen worden Annahme des die Pairie betreffenden Vorschlages in Negocia:" und in Folge derselben sind die Consols beinahe um ein volles tionen begriffen war, nichts weniger als willkommen sehn konnte" pCt, gestiegen. Auch soll in Folge dieses Vorfalls zwischen Herrn Périe] Durch eine Königl, Proclamation vom gestrigen Tage wer- und Hrn, Dupin eine gewisse Kälte eingetreten sehn, die inde} den alle politishe Vereine, die sich als besondere Körperschaften wohl ni<t von Folgen sehn dürfte, da das Ministerium zu seh mit vershiedenen Abtheilungen und Unter-Abtheilungen, mit Hen. Dupins in der Deputirten-Kammer bedarf. Die Bera: amten nach einer förmlichen Gradation von Rang und Würden, mit thung úber den Bricquevilleshen Vorschlag gab Hrn, von Mar:Fhesonderen Unterscheidungs-Zeichen U. s. w. gebildet haben, für verfas- tignac zu einem schr beredten Vortrage Beranlassuug, wurd sungswidrig und ungesetzlich erklärt ; demnächst wird auch Federmann aber daneben, da die Opposition den Zweck längst aufgegeben} unter Androhung der auf Störitng des Landes- Friedens geseßten den sle ursprlingli< mit jenem Antrage verknüpft hatte, ein Strafen, verwarnt, solchen Wereinen, „die, nach den öffentlich Prüfstein nämlich der Gesinnungen mancher Pairs und des Cen: gemachten Statuten derselben, fich die Macht anzumaßen \c<ei- trums der Deputirten - Kammer, wenig politisches Jnteresse eyen, unabhängig von der Civil-Llutorität zu handeln“, beizutre- regt haben, wenn nicht das bekannte Comtesche Amendement iten, „Die“, heißt es ferner in der Proclamation, „auf solche Betreff der Familie Buonaparte zu sehr lebhaften Debatten Ver "Weise gebildeten und unter besonderer Leitung und Ordre stehen- anlassung gegeben hätte, Die eigentliche Tendenz diese den Vereine slnd augenscheinlich mit der getreuen Ausübung der von den Journalen so vielfach besprochenen Amendements wq Pflicht des Gehorsams gegen das Geseh unverträzlih, mit den wohl eine Demonstration gegen das Shstem der Restauration anerkannten Grundsäßen der Verfassung im Widerspruch und ge- und zu Gunsten des Prinzips der faktischen Regierung. E fahrdroheud für die Autorität, mit der Wir, als das Oberhaupt wurde, gewiß schr gegen den Wunsch des Ministeriums, un\"des Staats, zur Beschiizung des öffentlichen MIPAT e" ViMeldat gefähr mit der nämlichen Stimmenmehrheit, wie früher dafind.“ Geseß in Betreff der hundert Tage, angenommen. Die dus Die Morning-P oft Hatte gemeldet, daß der Lord: Kanz- Geset- Vorschlag wegen der Pairie betreffende Frage nähert slhFer bei scinem lezten Besuch in Brighton nit zur Königl, Ta- nun auch ihrer Entscheidung, indem der Moniteur die BVorlegunel gezogen worden sey, und folzerte daraus, daß Lord Broug- desselben in der Pairs: Kammer auf heute augekündigt hat unsham das Vertrauen des Königs verloren habe. Der Glo de die lange erwartete große Pairs-Creirung endlich gestern ans Lihpiderspricht dieser Angabe und nreldet, daßLord Brougham allerdings getreten ist. Man räumt zwar allgemein ein, daß die Liste detsheim Könige gespeist habe und das Vertrauen Sr. Majestät nach neuen Pairs im Ganzen keine unpassende Namen enthalte; inie vor im ausgezeihnetsten Grade beslbe.. dessen verhehlen es si selbsi die Freunde des Ministeriums nich Der Lord - Kanzler soll si troy seiner überhäuften Arbeiten wie wünschenswerth es gewesen wäre, wenn dasselbe dieses äu oh mit dem Plan zu einer Werbesserung des öffentlichen Un: ßerste Auskunftsmittel zu umgehen im Stande gewesen wäre, terrihtes bes<äftigen. : Der so rege Parteigeist wird in dieser Pairs- Ernennung no<(] Man hatte dem Polizei-Amte Anzeige gemacht, daß in dem lange eine vortheilhafte Waffe gegen das Minifterium finden Hause eines edlen Marquis cine große Anzahl dreifarbiger Fah- wenn au< für jeßt der Antrag des Hrn. Dupont de l’Eure, nen angefertigt und verkauft würden. Die heutigen Zeitungen weil viele Oppositions-Mitglieder verreist sind, vielleiht ohne Wir "melden, daß dieser Gegenstand auf schr übertriebene Weise ins fung bleiben möchte. Die mit der Prüfung des Gesez-VorPublikum gekommen sey und durchaus keinen Anlaß zu einer s<lags über die Civil-Liste beauftragte Kommission der Deputirten Untersu<hung geben könne. Kammier hat ihren Bericht noch nicht erstattet, Es scheint, ds Aus Portsmouth wird unterm 19. d. M. gemeldet: „Der dieser Verzug durch die no<h zu keinem Nesultate gediehenen Un}, Madagascar‘/ von 46 K. und der „Kent‘““ von 78 K. sind von terhandlungen über den jährlicen Betrag der Civil-Liste beding{Malta, welches sle am 29. Sept. verlassen haben, hier ange- wird, Die, außer der sogenaunten Dotation der Krone, vonssfommen; sle hatten das 85ste Megiment an Bord, welches schon dem Hofe gewünschten 18 Millionen sind allerdings feine bedet: usgeschit und fogleich nach DVBRinchester beordert rvorden ist. Als tende Summe im Vergleiche mit dem jährlichen Einkommenshbige Schiffe bei dem neuen WVulkan, der Grahams- Insel, vor- Frankreihs: nichtsdeftoweniger ist es schr zweifelhaft, ob ditheikamen, waren keine Eruptionen wahrzunehmen. Das Trans- Kammer selbs 15 Millionen bewilligen wird. Charakteristish\Þortshi} „„Britomart‘/ kam gestern von Fernando Po hier an; hinsichtlih der Ansichten der Pariser ist die Lebhaftigkeit, womitlts hatte diese Fnsel am 11. Sept. verlassen. Zu dieser Zeit das Publikum und die Journale si< fortwährend mit der Ab-herrschte daselbst wieder eine bösartige Krankheit, welche viele gránzung eines ganz kleinen Stückchens des Tuilerieen- GärtensMenschen hinwegraffte. Die Flotte, unter den Befehlen des für den ausschließlichen Gebrauch der Königlichen Familie be:Admiral Warren, liegt no<h intmier in den Dünen; man glaubt \<äftigen. Hätte der König vorhersehen können, welche Unpo-gber, daß sie sich bald vertheilen wird, da ein Auzriff gegen pularitáät sih an diese, an si< unbedeutende, jeßt aber {on jiBolland immer untvahrscheinlicher wird.““ weit vorgerückte Maaßregel, um einen Rüfschritt zu erlauben Es sind nicht uninteressante Nachrichten von unseren Kolo- fnüpfen würde, so würde sie wahrscheinli<h unterblieben sehn siceen eingegangen. Wom Wo rgebirge der guten Hoff- Ein Gleiches wáre wahrscheinlich der Fall mit der stattgehabtenfung schreibt man, daß von Den Kolonisten auf der Englischen Vertheilung einiger hundert Kreuze der Ehrenlegion an die PaMiederlassung zu Port Matal mehrere dur< die Guhlahs er- riser National - Garde gewesen, die solche früher verbeten hatte\mordet worden sind. Das Gemeget wäre no< größer geworden, wobei die größere Zahl der Nichtbedachten ihr Mißvergnügenwenn es niht einem großen Theil der Koloniften gelungen wäre, dur< mehrfache sogenannte „Charivaris‘/ an den Tag gelegisl<h na<h den Missionair-Niederla}ungen zu flüchten. Von der hat. Jndeß kann eigentli< die Art von Entwerthung, in wel<htNiederlassung am Schwanen flufse gehen die Nahrichten bis die Ehrenlegion in Folge zu zahlreicher Vertheilung gefallen istzum 20. Mai. Der Kanal zwischen dem Flusse und der See mit Billigkeit der jeßigen Regierung nit allein aufgebürdetist vollendet. Die Weizen- und Kartoffel-Ernte if sehr gut aus- werden, indem die hundert Tage und die Restauration unbezwei-gefallen. Die „„Swiftsure“/, das Schiff, auf welchem Napo- felt das Meiste dazu beigetragen haben, ton von Elba entfloh, ift in Torres Straits gescheitert. Am Schwanenflusse erscheint bereits, und’ zwar in der neuen Stadt O eine Zeitung untec dem Titel: „West - Auftralisches ournal,‘

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Großbritanien und Frland,

London, 22. Nov. Gestern Nachmittag um halb 2 Uh“ D. kamen Se. Majeftát von Brighton hierher und práäsidirten im Néederlande St, James - Palaste einem Geheimen Rathe, in welhem de Aus dem Haag, 25. Nov. Se. Königl. Hoheit der Beschluß gefaßt wurde, das Parlament ferner, und zwar bis zunPrinz von Oranien ist gestern int Herzogenbusch angekommen. Se. 6. Dez., zu prorogiren. Die Ankündigung dieser ProrogationRönigl, Hoheit der Prinz Friedrich ist heute ebenfalls von hier fand sofort im Oberhause dur< den Lord- Kanzler ftatt, der vonhieder zur Armee abgegangen. dem Herzoge von Richmond und dem Lord Holland, als Kom Von der Schelde wird gemeldet, daß unsere Schiffe auf dem missarien des Königs, begleitet war. Nachdem der- König nohFluse nah und nah heruntersegeln, um in der ungünstigen mehrere Audienzen ertheilt und den Bericht des Recorders vonFahreszeit und bei dem zu erwartenden Eisgange in Vließingen London vernommen hatte, kehrte er um halb 9 Uhr Abends nactlnzulaufen. Das Linienfchiff der „„Zeeuw““ ist bereits diesseits Brighton zurück. ath angelangt ; die Kanonier-Woote, die fürerst no< auf ihren

„„Das Parlament“‘‘, heißt es im Globe, „ist also wirkli(Posten bleiben, werden bei eintretendem Eisgange nach der Seite auf den 6. Dez. zusammenberufen, und wir alle wissen, daß seinbdn Bergen-op-Zoom zut kommen suchen. erstes und Haupt - Geschäft die Reform seyn wird, Der groß Brüssel, 24. Nov. Jun der gestrigen Sizung der Re- Anführer der Opposition und in der That auch der Mann, dstäsentanten-Kammer erstattete Hr. Liedts Bericht über ihren Sieg herbeiführte, der Herzog von Wellington, wurde vonn Gesez-Entwurf in WBetreff der Gerichts - Organisation. Der den Umgebungen des Königs zu der Hoffnung verleitet, dasVericht wird gedru>t und vertheilt werden, Nächstdem verlas Se. Maj. die erste Gelegenheit ergreifen würden, das Minister, Dumortier einen Bericht über die bisherigen Arbeiten rium zu verändern. Die Abstimmung der Lords, so \{mei<el|#r Kommission, welhe zur Untersuhung der Niederlagen im ten sle sih, würde der erste Anlaß dazu sehn, und Alle, die vo\onat August niedergeseßt worden ist. Die Kommission war einer neuen Verwaltung ihre Anstellung erwarteten ," vereinigter Meinung, daß es angemessen seyn würde, das Untersuchungs- mit denjenigen, die mit der Reform-Bill theilweise nicht zukht, das dur< den 40ften Artikel der Constitution nur grund- frieden waren, so wie mit denen, die von Lord Greh und seine"li< anerkannt sey, definitiv zu reguliren. Sie s{lägt zu den Kollegen ein allzu s{onungsloses Shstem der OekonomisirungMde einen Gese - Entwurf vor, wonach die Kommission ihre befürchteten, ihre Bemühungen, um das Minifterium zum FallKißungen im National - Palaste halten und das Recht haben zu bringen. Diese Bemühungen sind zwar für jeßt gescheitertlte, von den Behörden alle nöthige Aufklärungen einzufordern. do< wir glauben, daß man sie erneuern werde, und von dems. H. v. Brouckère widerseßte si< der Lesung dieses Ent- Einsehen, der Gesinnung und der Geduld des Landes wird e{lrfs, weil derselbe zuvörderst in den Sectionen geprüft werden abháugen, ob sle abermals scheitern sollen, Der König is einllisse, Dies gab zu einer weitläuftigen Erörterung Anlaß, wel- avfrichtiger und ehrlicher Reformist; die Minister sind nicht blos damit endigte, daß die Kammier dur< 44 Stimmen gegen 36 aufrichtig und ehrlih, sondern ihre Ecxiftenz als Minister hänglkt Ansicht des Hrn. v. Brouckère beitrat. Der Kriegs-Minister auch von ihrer geschickten Durchführung der Maaßregel ab. Walste hierauf sein Wudget für 1832 vor. Er bemerkte, daß, obgleich verfassungsmäßig gethan werden kann, um den Erfolg zu sichern Friede mit Holland no<h nicht abgeschlossen sey, er dennoch werden sie slherli<h thun. Sie werden jedo< zu keiner Modisi\h Budget vorlege, welches artf dem Friedensfuß bere<hnet wäre. cation der Bill, in Folge deren sie für eine gute Regierung dek dürfe wohl nicht no< ausdrúcken, wie sehr er, überzeugt von Englischen Volkes eine geringere Bürgschaft als die frühere Bilk guten Geist und dem Muth der Armee, gewünscht hätte, daß gewähren würde, ihre Zuftimmung geben, Wie steht also nunsan es ihr überlassen haben möge, die Ehre des Landes zu die Sache? Im Oberhause wird die Bill wiederum von einekhen und die streitigen Gebietstheile zu erobern; man habe aber Coalition derjenigen, welhe Einwürfe gegen die Reforni überhaup| eigene Politik nicht von der allgemeinen trennen können. machen, derer, welche die Minister nicht leiden mögen, und derer, diVie dem aher auch sehn möge, \o würde die Regierung in ih- sich dur< ihre Verwerfung in Amt und Ansehen zu bringen hoffen#M Eifer, zum Kriege bereit zte seyn, niht nachlassen; aber die bekämpft werden. Wie bei der Aufhebung der Test-Akfte und bePahrscheinlichkeiten des Friedens und der ershöpfte Zustand des der Emancipation der Katholiken denken die . Tories si selbe!Mdes müßten es den Bürgern wünschenswerth machen, zu er- das Verdienst einer Art von Reform anzueignen, doch dies wirdlhren, wie groß die Ausgaben in Friedenszeiten sehn würden. hoffentli<h dur< das, dem Vernehmen nach, beabsichtigte Vertr Minister breitete sh demnächft über dle Ereignisse des Mo- fahren der Regierung hintertricben werden, Hiernach sollen, sts August aus, welche er dem Feupuen Belgiens in die bald die Reform-Bills im Unterhause durhgegangen sind, sfiedens- Versiherungen und dem Mangel an Leuten, die im viele ihrer eifrigsten Versechter in diesem Hause zur Pairie ge-tande gewesen wären, die Armee zu organisiten und zu disci- langen, als nöthig sind, um auc das Oberhaus mit dem nöthiiren, zuschrieb. Er belobte die Franmösischen Offiziere, welche gen Neformirungs-Geiste zu beseelen. Dadurch werden die Lordsn in seinen Bemühungen bei der neuen Organisation unter-

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cin, welche diese ueue Organisation verursacht hatte. Er gab den gegenwärtigen Zustand der Armee auf 87,000 Mann an: darun- ter 54,000 Mann Junfanterie, 6160 Mann Artillerie, 5200 Mann Kavallerie und 21,640 Bürgergarden. Demnächst verlas der Minifter einen Geseß-Entwurf, welcher das Total der Armee in Friedenszeiten an Unteroffizieren und Gemeinen auf 27,000 Mann reducirte und auf 80,000 Mann in Kriegszeiten festsezte. Das Budget ist auf den Friedens - Kontingent begründet und beläuft sich im Ganzen auf 11,800,000 Fl. Die Berathung über dies Budget wurde auf morgen vertagt. In der heutigen Sigung der Nepräsentanten- Kammer wurde der vom Kriegs-Minister geforderte Kredit ohne Amende- ments bewilligt. Das Hauptquartier der Divifion unter General Wauthier, welches si< in Lier befand, ist na< Mecheln verlegt worden. Das Journal de Liège enihäit Folgendes: „Als die 24 Artikel den Kammern vorgelegt wurden, verbreitete si< das Ge- rücht, daß die Belgien auferlegte Schuld vermindert werden würde, wenn es sl spater ergeben sollte, daß die Hauptsumme der Schutd „irrig angegeven wäre. Nachstehendes, bisher noch dur< fein Journal bekannt gemachtes, Aktenstück beweist, daß Belgien in Jedem Fall die Summe von $8,400,000 Fl. jährlich bezahlen muß: Memorandum zu dem Protokoll Nr. 48, vom 7. Oft. 1831. „Nachdem die Bevollmächtigten der {ünf Höfe in der heutigen Konferenz die Frage wegen Theilung der Schuld zwischen Belgien und Holland nochmals în Ueberlegung genommen, haben sie es für nöthig befunden, sich unter einander über zwei Stellen im Protoftoll Nr. 48 zu verständigen. In Folge der darüber ftattgefundenen Auseinanderseßungen stnd sie übereingekommen, daß durch die Stelle, welche mit den Worten: „„Fn Betracht, daß die Nicderlän- dischen Bevoumächtigten die Richtigkeit dieser Ver- zeichnisse verbürgen, u. s. w.//// anfängt, verstanden wer- den muß, „daß, wenn, ungeachtet der bestimmten Versicherun- gen der Niederländischen Bevollmächtigten, die der Londoner Konferenz mitgetheilten Verzeichnisse wesentliche Unrichtigkei- ten enthalten sollten, die Konferenz berehtigt seyn würde, verhältnißmäßige Abänderungen in den Berechnungen, welche auf jene Verzeichnisse begrundet sind, vorzunehmen. Die zweite Stelle, welche eine Aufklärung zu erfordern scheint, ist die, welche mit den Worten: „„Die Schuld, welche für Belgien auf das große Buch des Franzòsischen Reiches eingetra- gen ist//// beginnt, und mit den Worten: „„„„wodur< fich im Ganzen die Summe von 8,409,000 Holl. Gulden heraus- stellt //// schließt. Die Bevollmächtigten der fünf Hôfe sind über- eingekommen, daß, wenn ste in dieser Stelle die 4,000,090 Fr. Rente, welche für Belgien in das große Buch des Französischen Reiches eingeschrieben sind, erwähnt haben, dies geschehen is, um ihre An- sicht Über die Lasten, welche Belgien vor seiner Vereinigung mit Holland zu tragen hatte, deutlicher auszudrücken. Besondere Um- stände in Bezug auf die Beschaffenheit oder spätere Liquidation jener Einschreibung von 4 Millionen Fr. können die Berechnungen der Konferenz ader ni<ht verändern. Fm Allgemeinen bleibt es verstan- den, daß, mit Nücksicht auf die von Holland und Belgien während ihrer Vereinigung gemeinschaftlich kontrahirten Schulden, ferner mit Rüc{siht auf die sogenannte Oesterreichisch - Belgishe Schuld, die Belgien auferlegten Lasten, als es zum Französischen Reiche ge- hörte, auf die Handels- und Schifffahrts- Vortheile, welche cs erlan- gen wird, und auf die Dpfer verschiedener Art, welche Holland durch die Trennung bringt, die Summe der jährlichen Rente, womit Bel- gien belastet bleibt, auf 8,490,000 Holländische Gulden festgeseßt worden ist. Es is beschlossen worden, daß das gegenwärtige Me- morandum dem Protofoll Nr. 48 beigefügt werden soll. (gez) Esterhazy, Wessenberg. Talleyrand. Palmerston. Bülow. Lieven, Matuszewicz.‘/

VDeutsGland

Wiesbaden, 23. Nov. Eine erschienene: heutige Verord-

nung des Herzogl, Staats-Ministeriums enthält Folgendes: ¡Da die Hanauer Zeitung fortwährend Aufsäße über die inne- ren Verwaltungs- und andere Angelegenheiten des Herzog- thums enthält, die mit Unwahrheiten und Entstellungen aller Art überfüllt sind, daher in der unverkennbaren Absicht verfaßt und im Herzogthum verbreitet werden, um die Unterthanen ge- gen 1hre geseßliche Obrigkeit aufzureizen und Mißtrauen gegen dieselbe, so wie überhaupt Unzufriedenheit, zu erregen; sogar auch insbesondere dergleihen Aufsäße in nur für das Herzogthum be- stimmten Abdrücken als Beilagen dieser Zeitung mit Umgehung der Kurfürstlich Hessischen Censurgeseße in das Herzogthum ver- sendet worden sind, so is Höchsten Orts beschlossen worden, daß die Verbreitung und Versendung der Hanauer Zeitung im Her- zogthum untersagt wende. ““ Schweinfurt, 24, Nov. Ju diesen Nachmittagsstun- den ist bei uns der Main so bedeutend gewachsen, daß er bereits an vielen Stellen aus seinen Ufern getreten ift, Der Bau an unserer Brücke wurde daher unterbrochen, und es sind alle An- zeigen da, daß bis Morgen das Wasser noch viel bedeutender werde,

Stabi e n

Bologna, 12. Nov. Die von verschiedenen Deut- \<en Blättern verbreitete Nachricht der Annahme der Päpstlichen Kokarde durch die Bürgergarden unserer Provinz und der Ro- magna ist ungegründet; es war von diesem Schritte die Rede, und in Forli war die Maaßregel, zur Bezeugung der Dankbar- keit der Provinzen gegen den heiligen Vater wegen der Verspre- <ungen der Administrations - Reformen, bereits beschlossen wor- deu, aber die Widerseßlichkeit Bologna?s gab den Dingen eine andere Wendimg, und der Plan wurde gänzlich verworfen. Mch- rere heftige Reden wurden in der zu diesem Zwecke stattgefunde- nen Versammlung der Offiziere unserer Garde gehalten, die auch zum Theil gedruckt worden sind und leider zeigen, wie wenig man s{< noch mit der gehofften Beruhigung der Gemüther s<meic<heln fann. So fährt nun AUes fort, auf dem alten Fuße zu bleiben. Vor einigen Tagen haben die Garden der Stadt und Provinz ihren obersten Befehlshaber ernannt: die Wahl fiel auf den Marchese Alexander Gutidotti, einen der eifrigsten Theilnehmer an dem Aufstande im Februar und in diesem Augenblicke no< außer Landes, Bis zu seiner erwarteten Ankunft hat ein Stellvertre- ter das Kommando übernommen. Jn Argenta, einem kleinen Orte in der Provinz Ferrara, fielen vor einigen Tagen zwischen Páäpstlihen Truppen und Bürgergarden Unruhen vor; in einem deshalb vom Prolegaten zu Ferrara, Grafen Asquini, erlassenen Schreiben werden die genannten Garden, hinsichtlich deren der Papst früher seine Zufriedenheit ausgesprochen hatte, eine „nur zu unre<htmäßig konstituirte Gewalt“/ genannt. Der innere Zustand unserer Provinzen hat sl< unterdessen niht um vieles gebessert , obgleich unsere Stadt nah und nach wieder mehr Le- ben gewinnt, Die vom Prolegaten, Grafen Grassi, neulich be- fannt gemachten Fnstructionen und Modificationen des bekann- ten Edikts vom 5. Juli über die Einrichtung der Gemeinde- und Provinzial - Räthe, wonach die Mitglieder der ersteren für jeßt von den- Delegaten gewählt und überhaupt alle übrige Wahlen von den Governatoren der Provinzen sehr abhängig werden, hat

vor dem Untergange gerettet, die Regierung wird aufrecht erhalt hätten, und ließ sich darauf in die Details der Ausgaben

eine feierli<he Protestation von Seiten des Volkes, die gedruckt

in Tanseuden von Exemplaren cixktilict, veranlaßt, (Bis jest sind nur in der Mark Aufona die Gemeinde-Rathe inftallixt worden.) Der Befehl zur Schließung der Universltäten für das j-wige Studienjahr, der von Rom gekommen, veranlaßte allzemcine Beschwerden. Städten, wie Bologna und Perugia, roird dadur ein großer Theil ihrer Subsistenzmittel entzogen. Die Vorstel: lungen der Bürgerschaft, nah einer von Rom erhaltenen abs{!lä- gigen Antwort, slnd so dringend geworden, daß Graf Grafssi sich genöthigt gesehen hat, die Wieder-Eröffnung der Universität mit gewissen Modificationen zu versprechen, und wirklich hat dieselbe vor einigen Tagen ftattgefunden. Der Preis des Salzes it wieder bedeutend erhöht wordeu (das Pfund um 6 Quattrini), eben so die Ab- gabe von Geräthen, Werkzeugen u. w. (Derrate.) Die Zahl der zu Rimini befindlichen Truppen, die immerfort von Ankona aus verstärkt werden, soll si<h gegenwärtig auf 4506 Mann belaufen; man versichert hier, daß sle auf dem Punfte ftchen, auf Navenna und Cesena zu rücéen. Fu Forti ift man vor kurzem mit dem Guß von 2 Kanonen zu Stande gefkom- men; der von 2 anñdecen wird, dem Vernehmen na, noch in dieser Woche vollendet werden,

Uan

/ Berlin, 30, Nov. Der Pfarrer Gottwend zu Lindenan im Grottfaner Kreise (Reg. Bez. Oppeln) hat in Gemeinschaft mit 2 Personen, dic unbefaunt bleiben wollen, 300 Rthir. Ka- pital zu einer Fundation für die Armen des Lindenauer Kirch- sprengels unter der Bedingung bestimmt, daß die Zinsen davon jährlih an shuldlose Arme und Krauke aus allen Gemeinden des Kirchspieles vertheilt werden. /

Nachrichten aus Köln vom 25, Nov. zufolge, war der Nhein noch gestiegen, und betrug dessen Höhe an diesem Tage daselbst 19 Fuß 5 Zoll Berliner Maaß,

eee R Urnen

Ne Ton

_Georg Wilhelm Friedrih Hegel wurde den 27. Au- gust 1770 zu Stuttgart geboren. Sein Vater, Sccretair bei der Herzoglichen Kammer, ließ ihm jene klassische Erziehung geben, die vor Allem damals die Würtembergishe Jugend auszcinete, und die no< späterhin als die feste Grundlage aller seiner wei- teren Fortschritte zu bemerken war. Jm athtzehnten Jahre be- zogxrer die Universität Tübingen, oder vielmehr das theologische Stift derselben, um si< theologischen und in deren Gefolge phi- losophishen Studien zu widmen. Hier war er mehrere Fahre hindur der Stubengefährte Schellings, und cin kleiner enger Raum umfaßte denjenigen, der in jugendlicher Begeisterung den großen Wurf zur neuen Philosophie thun sollte, und denjenigeu, der berufen war, sle mit männlicher Tiefe einzüarbeiten und mit spätdauernder Thatkraft auszuführen. Niemals ist Hegel dieses früheren jugendli<hen Beisammenseyns uneingedent gewesen ; wenn er davon sprach, geschah es mit ftiller freudiger Wehmuth ; niemals haben die, welche am vertrautesten mit ihm toaren, ir- gend einen Tadel Schellings oder seiner. überbauten Stufe vou ihm hören dürfen. Die frühe Zeit seines Lebens fiel in eine bewegte und fritishe Epoche. Fm Westen hatten die Jdeen des achtzehnten Jahrhunderts den beftehenden Staat zertrümmert ; weit im Often hatte der Schöpfer der neueren Philosophie den leeren shaalen ind formalen Dogmatismus gekni>t. Von beiz den Bewegungen ergriffen, entschied si< Hegels rüftiger Geist nun- mehr, im philosophischen Denken allein die ihm entspre<wende Thätig- feit zu finden, und als Fichte am Ende des achtzehnten Fahrhunderts schnell leuhtend hervortrat, warenSchelling und Hegel, beide noch ver- eint, einen Augenblick Anhänger, bald aber weitergehende Kämpfer. Im zwanzigsten Fahre erhielt Hegel zu Tübingen die philoso- phische Doftorwürde und bekleidete mehrere Fahre darauf eine Hauslehrerfielle in der Schweiz und späterhin in Frankfurt a. M. Hier knüpfte er ein inniges Verhältniß mit seinem Lands- mann, dem Dichter Hölderlin, und mit Sinclair, dem Verfasser des Cevennenkrieges, ein Verhältniß, das die Geistesab- wesenheit des Einen und der frühe Tod des Anderen unterbrach. Im Anfange des neunzehnten Jahrhunderts ging er nah dem Tode seines Vaters mit einigem ererbten Vermögen nah Vena, das die Bemühungen der damaligen Herzoglichen Regierung oder auch vielleiht der Zufall zum größten philosophischen Sitze von Deutschland erhoben hatten. Hier wirkte ex in Gemein- haft mit Schelling theils dur< die Herausgabe der „Differenz der Fichteshen und Schellingshen Philosophie“, theils dur meh- rere meisterhafte Aufsäße in dem kritishen Fournal der Philoso- phie, theils endlih als Privatdocent durch einen Unterricht, aus dem späterhin bedeutende Mánner, wie Gabler in Baireuth und Troxler in Basel, hervorgingen. Dieser Fenaishe Aufent- halt brachte ihn mit Schiller und Göthe in nabe Berührung. Wie scharf ihn Göthe {hon damals erkaunte, wie fehr er den tiefen Kern iu der jeßt no< wenig gaftlichen Schaale bemerkte, geht aus seinem Briefwechsel mit Schiller hervor, dessen Be- kanntmachung in eine Zeit fällt, in der man {on längst den Namen des größten Philosophen dem des größten Dichters bei- gesellt hatte. Bei dieser Anerkennung fand sl< aber die Regie- rung der ‘befiehenden Verhältnisse wegen außer Stande, etwas für den fühn aufstrebenden Mann zu thun, und als er endlich im Jahre 1806 nah Schellings Abgang zum außerordentlichen Professor der Philosophie ernaunt wurde, konnte ihm nur cine sehr färglihe Besoldung zu Theil werden. Unter dem Donner der Schlacht von Jena vollendete Hegel seine Phänomenologie des Geistes und nahm mit ihr einen immerwährenden Abschied von der philosophischen Denkweise Schellings. Daß die Wis: fenshaft ni<t mehr in bloßem Anschauten des Absoluten festfte- hen, sondern daß sie ein si< aus ihrem Anfange entwickelndes

| Begreifen sehn mtisse, dem selbft die Form der Wissenschaftlich-

keit zukomme, war jeßt die Grundlage der neneren, von nun an immer in reiheren Strömen si< ausbreitenden, Philosophie. Die trüben Verhältnisse der Zeit, der Verfall, in den nunmehr die Universität Jena gerieth, so wie die Unmöglichkeit, jeßt mit ciner ihre Gestaltungenno< schwer gebärenden Philosophie durch: zudringen, bewogen Hegel, seine Stellung aufzugeben und uach Bamberg zu gehen, wo er zwei Jahre lang, den volitis<hen Be- gebenheiten zugewandt, die Redaction der dort erscheinenden Zei- tung leitete. Jun diesen Fahren sollen klare, geistreiche, in die Zeit eindringende Aufsähe in dem vou ihm redigirten Biatte ge- ftanden haben, und die dur< ihn herattsgegebene Zeitung sien in damals seltener Freiflunigkeit und Tiefe den Geist, der sle führte, zu verrathen. Fm Herbst 1808 zum Rektor des Gyn1: naslsums zu Nürnberg ernannt, konnte er von nun an seine Ta- lente und séine Kraft in einem neuen Fache bewähren. Die Umrvoandlung und neue Anordnung der Ghymnaslal- Klassen, die Einführung der philosophishen Wissenschaften in die höheren Ab: theilungen, die strenge Zucht und Festhaltung des Ganzen, die von ihm ausging, haben no< neuerdings den Gegenstand gro-

fer Lobeserhebungen abgegeben, die ihm bei einer vour Ghniags

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