1898 / 61 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

- deuts<en Staatsre<

lösung der zur Zeit bei Kreta befindlichen rusfishen Kriegs- iffe bestimmt.

N arau he Comité hat wegen angeblih fort-

dauernder Verfolgungen seitens der Mohamedaner eine Be-

schwerde an die Botschafter der Großmächte gerichtet,

Um deren Jntervention zu erbitten.

Griechenland.

Das Gesetz, betreffend die Finanzkontrole, ist vom

König sanktioniert und gestern veröffentlicht worden.

Amerika. Z Jm Senat brachte gestern, wie „W. T. B.“ aus Washington meldet, der Senator Chandler cine Bill ein, durch welche das von der Regierung gekaufte Kriegsmaterial bis zum Januar 1899 von Einfuhrzöllen befreit wird.

Asien. ; „Wie das „Reuter he Bureau aus Hongkong berichtet, ist der britische Kreuzer „Edgar“ von dort nah Manila beordert worden. Die „Times“ meldet aus Yokohama vom 10. d. M., daß in Japan alles ruhig sei. Die Regierung glaube nicht, daß es zum Kriege kommen werde.

Das „Reuter’she Bureau“ eragrt aus Y okohama: dort

eingetroffene Depeschen aus S öul meldeten, daß der russische Gesandte sih bei dem König von Korea über die unfreund- liche Haltung, welche von den in amtlichen Stellen befindlichen Koreanern gegenüber dem russischen Finanzbeirath Alexcjeff und den russischen Militär:Justrukteuren beobachtet werde, be- was und innerhalb 24 Stunden dessen Antwort darüber ver- angt habe, ob. er die Dienste derselben noch fernerhin in An- spruch zu nehmen wünsche. Der König habe um einen Aufschub von 3 Tagen zúr Beantwortung der Anfrage gebeten. Der Minister- rath in Söul habe sich gestern zu der Antwort entschlossen, daß er den russishen Finanzbeirath Alexejeff und die russischen Militär -Jnstruktzeure aus den koreanisWen Diensten ent- lassen wolle. ups habe der Vertreter des Ministers des Auswärtigen erklärt, daß die Erhaltung der nationalen Selbständigkeit Korcas nur mit Rußlands Hilfe möglich sei, gegen den Beschluß des Ministerraths Widerspru erhoben und darauf seine Entlassung eingerei. z Eine in Madrid eingetroffene amtliche Depesche aus Manila meldet, daß eine Abtheilung von aht Mann der

Garnison Bolinao dur< aufrührerishe Eingeborene ab- geschnitten worden sei. Zum Entsaßz seien Truppen von Manila abgegangen. E

Parlamentarische Nachrichten,

Die ‘Berichie über die gestrigen Sigungen des Reichstages und des Hauses der Abgeordneten dbe- finden si< in der Ersten Beilage.

In der heutigen (60.) Sißung -des Reichstages, welcher der Staatssekretär des Jnnern, Staats-Minister Graf von Posadowsky-Wehner, der Staatssekretär des Reichs-Zustizamts Dr, Nieberding und der Staatssekretär des Reichs - Postamts von Podbielski beiwohnten, wurde die zweite Berathung des Entwurfs eines Gesehes zur Ergänzung der Gesetze, betreffend die Posltdampfschiffs- verbindungen mit überseeischen Ländern, bei dem $1 fortgeseßt.

Das Wort nahm zuerst der Abg. Dr. Hammacher (nl.), dessen Nede bei Schluß des Blattes noch fortdauerte.

Das Haus der Abgeordneten seßte in der en (44.) Sißung, welcher der Minister der geistlihen 2c.

ngelegenyeiten D. Dr. Bosse beiwohnte, die zweite Be- rathung des Staatshaushalts-Etats fär 1898/99 im Etat des Ministeriums der eistlihen, Unter-. rihts- und M ebt Bla Ang egeben bei dem Kapitel der Universitäten fort.

Abg. eber von Zedliß und Reuktir< (fr. kons.) : Im vorigen Jahre wünschte ih die Vermehrung der Lebrstühle für Staats- wissenschaft, namentli der Ordinariate, bie glel<mäßige Berücksich- tigung aller Richtungen in „der Nationalökonomie bei der Beseßung der L-hrstühle, die Lostrennung der National- ÿfonomie von der philosophis<hen Fakultät und ihre Vers einigung mit der juristis<en Fakultät und die Besezung der nationalöltonomiscen Lehrstühle au<h mit Männern, wélche im praktischen Leben stehen. Den ersten beides Wünschen ist die Regie- rung inzwischen entgegengelommen, und ih \pre<he meinen Dank dafür aus. Dagegen hat fih Professor Waguer gegen die Ueber- tragung der Nationalökonomie auf die juristische Fakultät ausgesprochen,

bitte die Regierung um Auskunft, welche Gründe. gegen eine folje Aenderung spre{en. Wenn ein Mann aus dem richterlichen Berufe auf einen Lehrstuhl der Staatswissenschaft berufen ist, so ent- spricht das nicht dem Wunsche, daß Männer des praktischen Lebens dazu berusen werden. Der Gedanke einer solchen Berufung ist aber fo wichtig, daß er von der Regierung weiter verfolgt werden sollte, Ebenso wichtig ift die Frage, wie für ein ausreihendes Studium in den S1aatswissenschasten auf den Universitäten gesorgt werden kgnn. Nach der Sanktion des neuen Bürgerlichen Geseuzbuhs hat man bereits

Anordnungen über die Ausbildung der Juristen geiroffen. Daneben muß aber jeder Jurist sich au< eine tüchtige Kenntniß in den Stagtöwissenschaften ancignen. Namentlich

für die Juristen, welche in die Verwaltung übertreten wollen, ift die Kenntniß der Staatswissenschaften und bes Verwaltungsre{@ts uner- räflih. Es muß eine getrennte Vorlesung allgemeinen Staatörechts, ¿rets und preußishen Berwaltungsre<ts gehalten werden, ferner müssen allgemeine Nationalökonomie, spezielle National- ökonomie und Finanzwifsenschaft ebenfalls getrennt werden. Beim Referendarexamen \oll mehr auf die Staatswissenschasten Werth gelegt werden; mindestens muß in den Gründzügen der Nationalökonomie und in den Grundzügen der Finanzwissen- saft geprü!t werden, Mir erscheint es aber zweifelhast, ob sür alle due Zweige das Triennium no< ausreiht. Wenn die Studienzeit nicht verlängert wird, muß fie wenigstens auss<ließli dem Studium gewidmet sein; es müssen die nothwendigen Anordnungen getroffen E S das Privatre<t nit fo sehr in den Vordergrund ge- 0 , Ministerial-Direktor Dr. Althoff (auf der Tribüne {wer ver- änblich): Die Regierung steht aof 0 Laien Standpunkt wie m vorigen Jahre. Eine Vermehrung der Professoren der Staats- wissenshaften is bereits in diesem (tat erfolgt. Von der Ver- einigung der ftaatéwissenscaftlihen Fäher mit der Jurisprudenz würde man kein gutes Resultat erwarten können. Man muß diese Sache den Fakultäten felbst überlassen, Die Landwirthschast hat sih für die Belassung der Staatswissenschaften bei der philosophishen Fakultät erklärt, weil ihre jungen Leute dieses Studium nit entbehren können. Wir wollen daher die Sache vor- n auf fi beruhen lassen. Männer aus dem praktishen Leben find bereits in zwei Fällen berufen worden. Das Studium in den Staatswissenschaften ift nit so wichtig wie das Studium des Privat- rets; das leßtere muß immer die Grundlage für die Juristen bleiben. Wir können aber erwägen, ob eine Ergänzung des Studienplans ein- treten kann, wie sie der Abg. von Zedliy wünscht.

für die Krankenbäufer

Abg. Dr. Virhow (fr. Volksp.) bespri<t zunä<hst die Frage der volfsthümlichen Howschulkurse. Es sei wobl zu unterscheiden zwischen solchen Kursen und dem eigentlichen, ernsthaften, praktischen Zwe>en dienenden akademishen Studium an den Universitäten. Das volkéthümlihe Hochschulwesen folle höhere Bildung in weitere Kreise des Ñolkeg bineintragen. Diese Bewegung könne nur allseitig mit Freuden begrüßt und unterstüßt werden. Aber eine Richtung gehe zu weit, wenn sie diese volkstkümlichen Hochschulkurse zu einem Theil des akademischen Universitätcstudiumas machen wolle. Der Redner (der bei großer Unruhe des - Hauses meist von der Tribline abgewandt und so leise fvricht, daß es der Berichterstattung fat unmögli<h is, den Ausführungen des Redners zu folgen) bespriht au< die Frage des Frauen- studiums und scheint si gegez die Zulassung weiblicher Studierenden autzusprehen; namentli< in der Medizin sei schon jeßt in den Krankenhäusern und Kliniken nur sehr schwer das geeignete Unterrichts- materia! bei der Menge der Studierenden zu bes<haffen. Die Damen sollten hödstens in besouderen Kursen unterrichtet werden. Von manchen seiten sei eine engere Verbindung deste<nischen Unterritswe'ens mit der Universität gewünscht und eine stärkereBerührung der Universitätestudenten mit dem praktischen Leben gefordert worden. Dadur<h würde die Universität gewissermaßen zu einer großen Stadt werden; es ließe si< nicht ohne weiteres ein solcher Ast dem Universitätsleben auf- pfropfen, und dieser Ballast würde au der Auebildung der eigent- lihen Studenten nit förzerlih sein. Solche Dinge solle man den Fakuliäten überlassen, die nit gerade entzü>t seien, wenn die Regierung mit neuen Ordres komme, wie studiert werden folle. Dann braucte man ni<t mebr unsere wissenschaftlich arbeitenden Professoren wenn sie ni<ts Andêres thun follten, als nach einein vor- este>zen Lehry/an a«f Ordre zu unterrihten. Mit dem deutschen S A Wesen habe dies nichts zu thun. Der Geist des alten, freien afcdemishen Lebens und Lehrens werde dadur elähmt; die Unive: sität müsse eine Stätte der wissenschaftlichen orshung sein. Sie habe auch bisher nit versäumt, den Studierenden ewisse Scheuala an die Hand zu geben, aber sie habe sie ihnen Fiémald aufgezwungen; es seien nur Rathschläge, keine Befehle ge- wesen. Was die gewünschte Vermehrung der Lehrstüble für die Ge- cite der Medizin betreffe, so tönne er nah feiner „lang? jährigen Praxis es" nur für gefährlich halten, solhe Dinge von außerhalb hereinzuweifen, um sie hier zur Entscheidung u bringen. Man sage, es fehle an den nöthigen Lehrkräften di u, weil die alte Medizin für die gegenwärtige sehr wenig Bedeu- id habe; aber für die Entwi>kelung8geschichte des menf{<li<en Geistes sei diefe Disziplin von großer Bedeutung. Aus der Geschichte der Medizin könne man sehr viel lernen. Redner verbreitet fi< dann über die Technischen Hochschulen und rühmt dabei die Vecdienste von Werner von Siemens um die Elektrotechnik. Ex kommt au< auf die Frage der Universitätsstatuten zu sprechen, bebt den forporativen Charafter der Universitäten hervor und leiter daraus das Recht ihrer Selbstbestimmung wie der der einzelnen Fakultäten her. Die Fakultät bilde eine in ih geschlossene Beé- hörde, der man Professoren ni<t aufdrängen dürfe. In diesem Be- troht habe man öfter Grund zur Beschwerde über - ministerielle illkfür gehabt. 7 N Ministerial-Direktor Dr. Althoff: Ob der Vorredner für E: weiterung des Frauenstudiums gesprohen oder ‘dagegen, habe ih ni<t gehört, i< Tann also nit darauf eingehen. Die Frage, ob die Technische Hochschule ein integrierender Theil der Uni- versitäten werden solle, ist garnicht aktuell, es erübrigt also, au darauf einzugeben. In dec Frage der Abtrennung der National- ökonomie von der vhilofophishen Falultät handelt es {h garnicht um einen Eingriff in die Rechte der Fakultät, nur um Borschläge. Die Wünsche auf Schaffung von Lebrstühlen für die Geschichte der Medizin sollen nah dem Maße der vorhandenen Lehrkräfte berü>- sichtigt werden. In Berlin ift allerdings nur ein Extra- ordinarius; aber darauf fommt es garniht an, ob cs ein Ordinarius ist. Läse Herr Virchow das Kolleg, so würde das Auditorium „niht groß genug - sein. Herr Virchow hat früher gesagt, die Universitätöprofefsoren werden bei: der Gehaltôsverbesserung r-<t s{<le><t wegkommen. Das gerade Gegentheil. ift ri<tig. Manche Professoren bedurften überhaupt keiner Verbesserung. Deshalb konnte die Gehbaltsaufbesserung bedürftigeren S ugewendet werden, die Erhöhung ging bis auf 80 9/0. Er betlagte fd darüber, daß eine ganze Reihe von Extraordinarien überbaupt kein Gehalt bekommen. Früher «war das Extraordinariat eine Anerkennung für vecdiente Privatdozenten. Davon ist man in den legten Jahren ganz und gar abgelommen. Die jeßigen Erxtra- ordinarien befinden {ih keineswegs in einer Nothlage. În der medi- zinishen Fakultät in Berlin find 21 Extraordinarien vorhanden, von denen 16 eine einträglihe Praxis haben, sodaß einige dieser Nothleidenden mit einem Minister s{<werli< tauschen würden. Ein anderer hat 1380 # Honorar, dieser wird also au< existieren können. Ein anderer ist Zahnarzt und hat 11000 „Æ Honorar und 50—100 000 A Einkommen aus seiner Mrdeis, Auch die Lage der Assistenten is nit so, daß sie „ver- ungern* müssen, wte Herr Virhow sich ausdrü>te. Es giebt zwei Klassen von Alssistentenslellen. Der größte Theil ist ge- dat als Durchgangsstelle für die alademishe Laufbahn oder (f oder als Vorbildung für die Praxis. Sie sollen in diefer Stelle nit alt werden, fondern möglichst wechseln. Sie lernen dort fo viel, daß sie mehr Vortheil haben, als z. B. die unbesoldeten Assessoren von ihrer Lernzeit. ie bekommen aber eine Nemuneration, und die Referendare und Assessoren würden ih fehr freuen, wenn sle soviel befämen; 1200 G sind doc immerhin etwas. Im pathologischen Institut find nur 3 sogenannte gehobene Assistenten, und diese stehen si bis über 7000.46, das sind doch keine Hungerhonorare. Z<h bin aber fest überzeugt, daß die meisten Assistenten für die Ghre, unter Herrn Virchow zu arbeiten, gern auf jedes Honorar verzichten würden. Es wäre sehr wünschenswerth, daß der Abg. Virchow, bevor er uns angreift, si vorher genauer informiert; wir werden im Ministerium gern zur Verfügung | (Schluß des Blattes.)

eben.

Dem Herrenhause sind der Entwurf. eines Gesetzes, betreffend die Kreis-Synodal ordnung für die evanges- lishen Gemeinden in den Hohenzollern\<en Landen, nebst Anlage und Begründung, fowie in der vom Hause der Ab- eordneten angenommenen Fassung die Entwürfe eines Gesetzes, fétréffènt die Bewilligung von Staat3mitteln zur Be- seitigung der dur< die Hohwasser des Sommers 1897 herbeigeführten Len und eines Gesetzes wegen Abänderung des Gesetzes vom 26. April 1886, betreffend die Be- förderung deutsdher Ansiedelungen in den Provinzen Westpre ußen und Posen, zugegangen.

Im Hause der Abgeordneten haben die Ab g. De. von E Wilkau (konf\.) und Genossen folgenden ntrag ein- gebracht:

Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen: die Königliche Staatsregierung zu ersuchen, dem Landtage der Monargie einen D entwurf vorzulegen, dur welchen die Kreisabgabenpfliht der Gefells<haften mit beshränkter Haftung und der als Gesellschafter an dem Unternehmen einer solchen Gesellschaft betheiligten Personen nah Analogie der dur das Kommunal-

abgabengeseß vom 14. Juli 1893 estellten Gemeind dieser Rechts\ubjekte geregelt wird. ide dan R

die aufgeworfene ( i gebniß, daß die ältesten Grabfunde für eine dunkelhaarige Bevölkerung

yon demselben Tage (vorsißender Sekretar: “Stumpf „über den Begriff des Affekts*. Latte Klasse von Gemüthsbewegungen, vie mit auffälligen körper- ichen Urtheils verknüpft F entbehrt, der Abbandlung zufolge, der zu einer wissenf<aftlihen

Affekis geht in den der Gemüthsbewegung überhaupt über.

feiner jüngften Sihung, am Mittwoch, Lithographie“. Aus der Ausstellung, die Kunstgewerbe-Museums eröffnet worden ift, {er und ausländischer Blätter im großen Saale des Ar E B anka, teren an vielseitige Verwendung, welche die lange verna<lä i y dech û 0 a<lässigte Lithographie findet; Blüthezeit entgegenzugehen. r E Maler Geißler in längerem Vortrage, worauf irektor die Vorzüge der Originalarbeiten ge enüber dem reproduzierenden Falfsimile-Stein- und Chroms-Dreutt t d daß die Arbeiten si< nicht nur als Wandshmu> ihren gebührenden Plah wieder erobern, fondern au< in den Mappen der Sammler und Kunstfreunde Naum finden würden.

Statistik und Volkswirthschaft. Arbeiter - Wohlfahrtseinrihtungen.

Aus Mannheim wird der „Berliner Börs.eZtg.* beri tet, d der Maschineufabrikant Kommerzien-Rath Dein Raa daselb

zur Unterftlzung Kilfsbebdürftiger Arbeiter seiner Fabrik eine Stiftung von 1 Million Mark errichtet hat.

Zur Arbeiterbewegung.

In Braudenburg a. H. haben die Shubmacher nah Ab- lauf der Kündigungsfrist die Arbeit in solhen Werkstätten. wo der von ibnen aufgestellt Lohntarif ni<t bewilligt wurde, eingestellt. An dem Ausstand sind jeßt, na< dem „Vorwärts“, etwa 50 Mann betheiligt.

v Leipzig fand, der „Lpz. Ztg.“ zufolge, am Dienstag eine Maurerversammlung statt, in wel<her über die Unterbhanèlungeo mit den Arbeitgebern über die Accordarbeit beri@tet wurde. Die Arbeitgeber haben Früher bereits 52 S Minimalstundenlohn und 9 stündige tägliche Arbeitszeit bewilligt. „Damit be- gnügen {< die Maurer aber nicht; sie fordern vielmehr Auf- hebung der Accordarbeit. Jn der Bersammlung wurde bekannt egeben, daß die Meister zur Abschassung der Accordarbeit rit zu e seien; daß sie vielmehr, wenn die Gehilfen bei diesem Ver- langen ftehen bleiben sollten, au< von ihren bisherigen Zugeftänd- nissen zurü>treten wollen. Die Mehrheit der Versammlung beharrte bei dem Anspruch auf Abschaffung der Accordarbeit.

Kunst und Wissenschaft.

In der Gesammtsiyvuug der Akademie der Wissen- f<aften vom L Ee (vorsißender Sekretar: Herr Diels) las

Herr Virhow „über die ethnologishe Stellung der yräbistorishen

und protohistoriscen Egypter“. Die Abhandlung erörtert inébesondere Frage der blonden Rasse und gelangt zu dem Er-

\precen, die jedo von der Negerrasse ganz verschieden war. Die belle Farbe ber Haare sei als eine posthume anzuschen. Herr pan?t Hoff überreichte sein Werk „Vorlesungen über theoretische und

physikalishe Chemie“, I. Heft (Brannschweig 1898).

In der Sizuna der phy sikalis<- mathematischen Klasse

der Akademie der Wissenschaften vom 3. März S Sekretar : Herr Auwers) las Herr Schwendener „über die !

eines zylindrishen Organs infolge ungleicher Längenzunahme dreter, ursprünglich longitudinal gestellter Zonen“.

ormveränderung

Es wurde gezeigt, daß Krümmung verbunden mit Torsion, also

in diejem Falle 3 Das Organ nimmt die Form einer steilen

Windung stattfindet.

Schraube an. Derselbe las ferner „über die Gelenkpolster von Phaseolus und Orxalis“. Versuz mit operierten Gelenken ergaben, daß der Turgor des S<hwellgewebes durh Verdunkelung in der einen Polsterbälfte gesteigert, in der anderen berabgeseßt wird. Dieses Ver- balten stimmt mit dem früher für Mimosa beschriebenen überein, Herr L. Bolßmann überfandte eine Mittheilung irreverfibele Strablungsvorgänge“. gegnung auf die von Herrn Plan> in der Sihung am 16. Dezember 1897 vorgetragene.

„über vermeintlih Diese Mittheilung ift eine Ent-

In der Sißung der philofophis< - historischen Klasse Herr Diels) las Herr Die Abgrenzung einer be« eaktionen und mit einer Beeinträchtigung des objektiven efinition nöthigen Schärfe, Der O

iese selbst ist von den bloß finnlihen Gefühlen dadur unterschieden, daß sie Urtheilsthätigkeit vorausseßt. Gs wird dann no< näher aus- geführt, daß die Versuche von W. James und C. Lange, die Affekte auf das sinnlihe Gemeingefühl zurü>zuführen und die Betheiligung von Vorstellungen und Urtheilen als etwas Accessorishes hinzustellen, in keinem Punkte geglü>t sind.

In der Reichsdru>kerei ist eine Sammlung von Bildnissen der brandenburgish-preußis<hen Herrscher aus dem Hause Nene ta Tee bergeftellt und der Vertrieb derselben der Hof-Kunft-

andlung von Amsler u. Ruthardt in Berlin (W., Behreastraße 29 a) übertragen worden. Mit dieser Handlung ift cine Preisermäßigung für die einzelnen Bilder vereinbart worden. Danach foll vom 1. April d. J. ab der Ladenpreis für jedes einzelne Bildniß in Heliographie nur 6 4 (bis- ber 7,50 46) und in ee 7,50 M (bisher 9 M) betragen. Der Ladenpreis für die ganze Mappe mit jehn Bildern beträgt 45 M Jedoch hat die Handlung si. bereit erklärt, Behörden bet unmittel- barem Bezuge von ganzen Mappen nah besonderer Vereinbarung

wesentlih ermäßigte Ladenpreise zuzugest-hen.

Den Verein für deutsches Kunstgewerbe bes<äftigte in «die moderne Künstler- kürzlih im Lichtkofe des war eine Auswahl deut- } 4 itektenhauses Sie gaben einen lehrreihen Ueberbli> über die

unter den

j Händen verschiedener wieder diese

Te<nik scheint neuen Die mannigfachen Verfahren des Stein-

Künstler

dankbare sona<h eiyer

P. Jessen Mittheilungen über die Ausftellung machte und

erläuterte. Es sei zu hoffen,

Gesundheitswesen , Thierkrankheiten uud Absperrungs- Maßregelu.

Bombay, 10. März. (W. T. B.) In der ver angenen Woge sind hier 1283 Personen an der Pest gestorben; die Gesammt- sterblichkeitsziffer belief sih auf 2184 oder 136,36 pro Tausend.

Verdingungen im Auslaude.

Oesterreih-Ungarn. Ohne Datum Stadtverwaltung von Sarospatak (Ungarn): Bau eiuer Wasserleitung (Voranschlag b R einer etsernen Brü>ke (Voranschlag 155 000 Gulden) und Kanalisation der Stadt,

Spanien.

21. März. Einführung der elektrischen Beleu<htung in San- tona (Provinz Santander).

9. März. Einführung ‘der elektrischen Beleuchtung in Zahra L T 4. April, r. Ayuntamiento de Madrid: Belegun vier größeren Es der Stadt Madrid mit Asphaltpflaster u Unterhaltung dessel en. Voranschlag 227 048,40 Peseten (Pflasterung) und 13 608 Peseten jährliche Unterhaltung. Kaution: vorläufige 13 379 Peseten, definitive 26 758 Peseten. Bedingungen und Angebots- formular in spanischer Sprache beim „Reichs-Anzeiger“, Näheres täglich von 1 bis 3 im Sekretariat des Ayuntamiento.

9. Avril. Kriegs-Mi ieru V

. April. egß-Vtinisteriuum in Bukarest: U

15 000 gefalzenen frischen Kubbäuten. L s N

Serbien. 22. März, 9 bis 1 Uhr. Berta

: , Verwaltung des Ingenieurarsenals Cuprija: Lieferung von 1000 kg Rurdeisen 2e 0,040 o Die 1000 kg bosnishem Stahl, 100 kg Del, 1000 kg Uzicaer Theer, 200 kg geshmolzenem Talg, 500 kg gelber Farbe, 30 009 kg Hol kohlen, 100 Stü> belgischen Fenfstergläsern in der Größe von 1/16,

hobel Nr. 1 von 0,042 m Breite, 50 Stü> Eisen für

100 Stü> desgl. in der Größe von 16/1, 50 Stü> Eisen fti e Nr. 2 von 0,033 xa Breite, 50 Stü> Eisen für Doppelho E