1898 / 61 p. 8 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

davon die Folgen ebenso tragen, wie ih die Folgen meiner Handlungen während meines ganzen Lebens zu tragen verstanden habe.

Abg. Dr. Stephan beantragt, die Vorlage mit Rücksicht auf die Erklärungen des Regierungskommissars an die Budgetkommission zurü>zuverweisen.

Nachdem die Abgg. Graf zu Limburg-Stirum und Dr. Sattler dagegen Widerspruch erhoben, wird die Dis- kussion geschlossen und das Geseß gegen die Stimmen des Zentrums, der Polen und der Freisinnigen definitiv ange- nommen. Der Antrag Jm Walle wird abgelehnt; der Antrag Stephan erledigt sih von selbst.

Darauf wird die zweite Berathung des Staats- haushalts - Etats für 1898/99 im Etat des Mini- steriums der geistlihen, Unterrihts- und Medi- zinal-Angelegenheiten fortgeseßt, und zwar in der gestern abgebrochenen Debatte über das Kapitel der Prüfungs- kommissionen. A

Abg. Dr. Friedberg (nl.): Ich bin mit den Erklärungen des Minsterial-Direktors über das Lehrerinnen-Examen inberstanben: Diese Brie ist ein Theil der Bn aas überhaupt. Die Gegenüber-

ellung: „Gelehrsamkeit, ni<ht Bildung“ kann ih indessen nicht als zutreffend anerkennen, denn der Ausdru> „Bildung“ ist ein ganz vershwommener Begriff. Nur bei der nöthigen wissenschaftlihen Kenatniß kaun si< jemand au< die pädagogische

ä igkeit erwerben. Die Parole muß daher sein: „Wissen und

önnen“. Das methodische wifsenshaftli<he Erkennen darf nit zurü>- treten hinter dem Streben, si eine möglichst allgemeine Bildung an- zueignen. Es mag ja sein, daß einzelne Kandidatinnen nicht den geistigen und körperlichen Anforderungen genügen Yônnen, aber wenn sie dieselben Ansprüche erheben wie die Männer, dann müssen sie au denselben Anferderungen genügen. Durch eine Herabminderung der Anforderungen an die Lehrerinnen dürfen wir niht einen Ansturm auf dieses Amt veranlassen, sondern alle Bewerber um dasselbe müssen dazu vollkommen qualifiziert sein.

Abg. Dauzenberg (Zentr.) : Wenn sich die Verwaltung Iahre lang gegen die Einführung des Oberlehrerinnen-Cramens "gesträubt hat, fo is zu bedauern, bin se das nicht für immer abgelehnt, son- dern s{ließlih nachgegeben hat. Schon die erste Prüfung weist do das Maß der wissenschaftlichen Kenntnisse nah); bei der Schul- vorsteherinnen-Prüfung is immer etwas Eitelkeit mit im Spiele. Ich bitte, diese zweite Prüfung niht länger bestehen zu lassen und eine neue Prüfung8ordnung aufzustellen. Die zweite Prüfung ist ebenso unnöthig wie verderblih wirkend.

Abg. Wetekamp (fr. Volksp.): Ih bin mit den Ausführungen des Abg. Friedberg einverstanden. Die EGntwi>elung des höheren Mädchenshulwesens hat die Nothwendigkeit der zwetten Prüfung er- geben, die erste allein genügt niht mehr. In die erste Klasse O auch Lehrerinnen kommen, das ist aber nur mögli, wenn ihre Aus- bildung erweitert wird. Dazu müfsen wir an sie allerdings dieselben Anforderungen stellen, wie an die Lehrer. Aber es müßte nicht erst in der Oberlehrerinnen-Prüfung eine Scheidung der einzelnen Fächer vor- genommen werden; schon beim Lehrerinnen-Cxamen müßte zwischen D und Nebenfächern unterschieden werden, um Ueberarbeitung zu vermeiden.

Wirklicher Geheimer Ober-Regierungs-Rath D. Dr. Schneider: Wir haben zwischen den vollständig und den unvollständig organisierten höheren Mädchenshulen zu untersheiden. Wir haben einmal die Schulen mit neunjährigem Kursus und: 7 Klassen, und dann die große Menge von Schulen in kleineren Städten, für die ein fo großer Apparat nicht erforderlih is, Mit diesen leyteren Schulen haben die Schulvorsteherinnen zu thun, und die ‘Damen haben nichts weiter zu thun in ber zweiten Prüfung, als ihre Fähigkeit nachzuweisen, eine solhe Schule zu leiten. Die zweite Prüfung hat si< eben als nothwendig herausgestellt ; die Lehrerinnen verlangten felbst, die Fähigkeit zu Vorsteherinnen nachweisen zu können. Persönlih bin ih ein Gegner aller Prüfungen, niht weil ih an mir oder meinen Kindern \{<le<te Erfahrungen ua! hätte, sondern weil eine Prüfung, die fh immer im engen

ahmen bewegt, nit cin richtiger Maßstab für die Kenntnisse ist. Als Bildung kann ich die Fähigkeit bezeidnen, selbst wissenschaftlich zu arbeiten.

Abg. S hall (kons.): Man will die Lehrerinuen in den oberen Klassen den akademisch gebildeten Lehrern völlig gleichstellen und hat deshalb die zweite Prüfung eingeführt. Es ist aber verkehrt, Lehrerinnen, die das Oberlehrerinnen-Cxamen nicht bestanden haben, nit zu den oberen Klassen zuzulassen. Die zweite Prüfung ist überflüssig, fe ift nur eine Sache des Ghrgeizes. Wir wollen gebildete, aber keine ge- lehrten Töchter. In Mädchenshulen kommt es nicht auf die intellektuelle, E auf die Herzensbildung an, wir wollen keine emanzipierten Frauen

aben. Die Mädchen müssen für den Beruf als Gattinnen und Mötter erzogen werden. Gewiß müssen au die Frauen zum medizinischen Be- rufe zugelassen, - aber niht auf dem üblichen akademishea Wege dazu vorbereitet werden. Die Frauen klagen sehr viel über Ueberbürdung dur Dinge, die sie naher garnicht verwenden können. Durch das angestrengte akademishe Studium leidet die körperliche Entividelung, wir müssen die Mädchen gesund erhalten. Das Oberlehrerinnen- Examen und das Handarbeits-Examen sollte den Lehrerinnen wenigstens nicht zu {wer gemacht werden ; au< beim Lurnlehreriznen-Examen werden viele überflüssige theoretische Kenntnisse verlangt. Bei solchen Anforderungen an die wissensaftlihen Kenntnisse werden die Leh- rerinnen si< bemühen, aus den Schülerinnen Philologinnen zu machen. Wir wollen keine emarzipierten Blaustrümpfe, sondern tüch- tige Frauen und Mütter nah dem Vorbilde unserer unvergeßlichen Königin Luise, an die uns der heutige Tag erinnert; au< unsere ite Herrscherin is als Gattin und Mutter ein Ideal edler

eiblichkeit.

Abg. Dr. Enneccerus (nl.): Wer lebrt, muß ho< über den- jenigen steben, denen er lehrt. Wollen Sie das nicht, fo bringen Sie die Bildung herunter. Das erste Examen wird mit 18, 19 Jahren O von wissenschaftlicher Qualifikation kann bei diesem Alter nit die Rede sein. Das Vorsteherinnen-Examen aber ist wesentli praktischer Natur. Will man die Lehrerinnen au< in den oberen Klafsen der höheren Töchterschulen unterrichten lassen, fo muß man auch das dritte, wissenschaftliche Oberlehrerinnen-Examen gelten lassen. Dieses Examen entspricht allerdings dem Oberlehrer-Examen ; die An- forderungen, die man da stellt, sind aber keineswegs zu hochgespannt. Die Lehrer sollen niht verdrängt werden, vor allem nit durch unter- N e B

Abg. Dr. " entr.): Herr Enneccerus ftellt die Frauen auf dieselbe Stafe wie die Männer; die Frauen erheben dieselben Ansprüche, also müssen sie auch dieselbe Vorbildung nachweisen. Das ist aber gerade der Fehler: die Frauen sollen nicht diefelben Ansprüche erheben; Ungleichartiges kann. man nit gleihstelen. Schon jeßt werden an die Lehrerinnen sehr hohe Anforderungen gestellt ; fie tehen in ihrem Wissen immer no< himmelho< über den Schülerinnen. Die Schulen follen do< nit gelehrte Damen erziehen, fondern die

Kinder für das praktische Leben vorbilden. Geschieht das nicht, so E Ee EE us 4 Hen böberen Klassen der Gymnasien nterriht erthei ird. E die E 4 Loe R E S I au evor das Haus um r in die Berathung d E A E E hs E eintritt, stellt Ina Des, Auge Dr entr.) einen Vertagungsantrag, zi : aber auf Ersuchen des Abg. Dr. Böôttinger (nl) A Pes s e kurze Anfrage stellen will. Diese Anfrage bezieht fih auf die An- ftellung von Extraordinarien für die Geschichte der Vedizin an der Mehrzahl der Universitäten. Das Personal für diese Lehrstüble werde \i<_s<on finden, wenn man mit der Errichtung dieser Lehr- stühle allmählih vorgehe. : Ministerial-Direktor Dr. Althoff: Ginstweilen fehlt es no< an der genügenden Zahl geéigneter Lehrkräfte; für Berlin ift hinreichend gesorgt, und wir werden au<h an die anderen Universitäten denken.

Bei den medizinishen Prüfungen wird auf die Geschichte der Medizin ein besonderer Nachdru> gelegt. G

Nunmehr vertagt der Präsident mit Zustimmung des Hauses um 41/4 Uhr die weitere Berathung bis Freitag 11 Uhr.

Literatur.

Von der neuen, wohlfeilen Ausgabe ter „Geschichte der Revolutionszeit (1789—1800)* von Heinrih von Sybel (Stuttgart, J. G. Cotta’she Buchhandlung, Nachfolger) liegt jeßt der zweiteBand vollendet vor. Er schildert den Sturz des französischen Köniathums und den Feldzug in der Champagne bis zum Rückzuge der Verbündeten aus Frankreih. In der 13. Lieferung beginnt als- dann mit der Beschreibung des französisch. englischen Krieges der dritte Band. Die Ausgabe wird im Ganzen 60 Liefcrungen zum Preise von je 40 Z umfassen,

In der Sammlung „Meyers Reisebücher (Berlin und Wien, Bibliographishes Institut) ersien der Band „Türkei, Rumänien, Serbien, Bulgarien“ soeben in sünster Auflage. (Pr. geb. 7 46) Derselbe is ganz neu bearbeitet und wesentlich ver- mehrt, besonders dur eine ausführlichere Beshreibung der unteren Donaustaaten, die < der abendländischen Kultur immer mehr zu nähern bestrebt sind und auch seitens der Touristenwelt eine größere Beachtung verdienen, als ihnen bisher zu theil geworden ist. Neu ift die Schilderungder Route dur Siebenbürgenna< Bukarest : eine Folge der Verlegung der Orient-Expreß-Verbindung von Rustshuk— Varna nach Bukarest—Constanÿa. Ferner sind in die neue Auflage aufgenommen: die neue anatolische Bahnstre>e Eski-Schzehir—Konia in Klein-Asien und die neuen Bahnlinien in Makedonien : Salonik—Dedcaghatsh und Salonik—Monastir. Méeyer’s „Türkei" ist no< immer das einzige deutsche Handbuch seiner Art und von allen denen, die weniger studieren und lesen, aber desto mehr s{auen wollen, mit Ret geshäßt. Der jährlih wachsenden Zahl solhec Touristen, die zu ihrem Vergnügen na< dem Orient reisen und nur mit den in der Nähe der Eisenbahnroute gelegenen Hauptsehenswürdigkeiten bekannt gemacht sein wollen, bietet das Buch eine zuverlässige Füh- rung. Das für eine Ocientreise ganz besonders wichtige Einleitungs- Kapitel belehrt fe kurz und {nell über die unumgänglih nothwendigen Korkenntnisse und ertheilt ihnen au< no< mannigfache andere nüßliche Rathschläge. Das reichekartoagraphishe Material, welches 6 Karten sowie 26 Stadtpläne und Grundrisjse umfaßt, wird noh durch ein großes Panos- rama von Konstantinopel (aufgenommen vom Galatz-Thurm) ver-

'im

Julius Rausniß (Verlag von Simen- roth und Troschel, Berlin; Preis 1 #4), die Schriften „Gericht, Gerichtsherr, Vertbeidigung“, Vorschläge zum Entwurf der Meilitärstrafgeridt8ordnung von Profeffor Dr. Detker in Würzburg (Verlag von Dunker u. Humblot, Leipzig ; Preis 80 S), „Kritishe Betrachtungen zur Militär-Strafprozeß-Vorlage* von Professor Dr. jur. von Mar > (Berlin, R. von Deer’s Verlaz) und „Das bayerische oberste Militärgeri<{t“, ein Gutachten über die Frage: „Begründet die Sonderrechtsstellung Bayerns dessen Anspru auf ein eigenes oberstes Gericht im deutschen Miilitärstrafprozeß ?* von demselben Verfasser (Verlag von E. S. „Mittler u. Sohn, Berlin; Preis 50 4), sowie Heft 3 der „Sozialen Streitfragen“ : „Der Schuß der Bauhandwerker Betrachtungen über die Gesetzentwürfe zur Sicherung der Bauforderungen“ von Heinrich

barkeit“ von Rehtsanwalt

Freese, Fabriïbesißer (Verlag von Wilhelm Möller, Berlin; Preis 65 4). ; / Die bekannte Halbmonatsschrist „Die Gesellschaft,

herausgegeben von M. G. Conrad und L. Jacobowski A von Hermann Haake, Leipzig) hat das Heft 1V des laufenden (14 Jahrganges als „Faschingsnummer“" erscheinen lassen. Aus der Fülle dumoristischer, satirisher, tragikomis<her und phantastiswer Beiträg

und den fesselnden Inhalt des Heftes bilden, fällt vornehmlid die Reichhaltigkeit der Lyrik auf, welcher der als Leiter der Redaktion neu eingetretene Ludwig Jacobowski offenbar eine besondere Sorgfalt zu theil werden läßt. Außer.eigenen formshönenDichtungen hat er solhen vonDêeax Linke, Martin Greif, Franz Diederich, Paul Remer und Anderen Aufs nahme gewährt. Einige närrishe Einfälle Paul Scheerbart's, der überhaupt in seinem ganzen Schriftthum den Schalk hervorzu- fehren liebt, haben hier einen aeceigneten Plaß gefunden. Aufsäze aus dem Kunstlében Berlins und Wiens {ließen die Nummer anregend ab. Der Abonnementspreis der Zeitshrift beträgt pro Quartal (6 E jedes im Umfange von 4 bis 5 Bogen, nebst drei Porträts uartal) 4 1, der Ginzelpreis des Hefts 75 S.

Land- und Forstwirthschaft. Weizeneinfuhr Marseilles.

Na den Wochenübersihten des „Sémaphore* beirug die Weizen- einfuhr Marseilles auf dem Seewege:

vollständiat. Eine vortreffliche Ergänzung zu dem Führer bildet der in demselben Verlage und ebenfalls in neuer (zweiter) Auflage ershienene „Türkische Sprachführer* (von W. Heine, Direktor der Kaiserlich ottomanishen Bank in Smyrna ; Pr. geb. 5 46). Das kleine Taschenbuch ist in dieser neuen Ausgabe gänzlih umgearbeitet und stark vermehrt. Die Anordnung ist dieselbe praktische, wie in den anderen Meyer’sWen Sprachsührern; namentlich sind die An- merkungen, die mit den Sitten und Gebräuchen des Landes und seiner Bewohner so bequem im Moment der Benußung bekannt machen, sehr dankenswerth.

Unter dem Titel „Samariterbu<_ für Jedermann“ erschien in 7. verbesserter Auflage bei Otto Salle in Berlin eine von dem praktishen Arzt in Braunshweig Dr. med. W. Eydam herauêgegebene, allgemein verständlihe Anleitung zur ersten Hilfe- leistung bei Unglüdsfällen. Vorangeschi>t ift eine A des Baues des men}lihen Körpers. Dann folgt der eigentliche prattische Theil, enthaltend Beschreibungen der Verbandmittel, der Verbände und der am häufigsten vorkommenden Unglü>sfälle (Blutungen, Er- frierungen, Ecsti>ungen, Ertrinken, Hißslag, Knochenbrüche, Ohn- wat, Quetshungen, Verbrennungen, Vergiftungen, Verstauhungen u. \. wo.) mit entsprechender Unterweisung für ihre erste Behandlung, Der Inhalt if übersichtlih gruppiert und ermöglicht in Nothfällen eine s<nelle Auffindung des Gesuchten. Zahlreiche Abbildungen dienen zu anschaulicher Erläuterung.

Deutsche Juristen - Zeitung, herausgegeben von Pro- fessor Dr. Laband, Reichsgerihts-Rath a. D. Dr Sitenglein und Rechtsanwalt Dr. Staub. 111. Jahrgang, Heft 1—6. Berlin, Verlag von Otto Liebmann. Preis vierteljährlih 3,90 4 Die ersten ses Hefte des Jahrgangs 1898 sind vornehmlih der Grôrte- rung der zahlreichen, dem Reichstage bezw. dem preußischen Landtage zur Berathung vorliegenden wichtigen Geseßentwürfe gewidmet. So verbreiten s{ Professor Dr. Wah, Kammergerichts-Senats-Präsident a. D. Nessel, Ober-Landesgerichts-Rath Hagens und Amtsgerichts-Rath Zastrow über die Novelle zur Zivilprozeßordnung, Landgerichts- Rath Neukamy insbesondere über die Zivilprozeß - Novelle in ihrem Verhältniß zu den am 1. Januar 1900 anhängigen rozessen, Professor Jacobi über „Passive Vereine in der Zivilprozeß-Novelle“, Ober-Amtsrichter Burlage über die Reform der Beschränkungen der Sachpfändung, Rechtsanwalt S über die $S 136 und 274 der Zivilprozeßordnung. Landrichter Volkmar handelt über den Bortermin der Zivilprozeß-Novelle, Landrichter Delius und Rechttanwalt Leo über das Mahnyverfahren in der Novelle zur Zivilprozeßordnung, Gerichts- Affessor Dr. Hirschfeld über die Klage vor Fälligkeit des Anspruh8, Reichsgerichts-Rath Sievers und Rechtsanwalt Staub über die Schadenshaftung wegen provisorisher Vollstre>ung, Rechtsanwalt Rosenberg über das Armenreht, Amtsgerichts - Rath Milfer- ftaedt über die Entwi>elung des deutschen Gntmündigungéverfahren8, Professor Dr. von Schulte über die Frage, ob die Forderung einer konfessionellen Eidesformel bere<tigt ist, Rechtsanwalt Heinit über die Berathung der Novelle zur Zivilprozeßordnung in der Kommission des Berliner Anwaltvereins. Professor Dr. Wach äußert sich über die Zu- ständigkeit des Neich8gerichts, Reichsgerichts-Rath Petersen und Nechts- anwalt Lots über die Entlastung des Reichsgerichts und die Erhöhung der Revisionssumme, Handelskammer-Syndikus Dr. Riesenfeld über den Entwurf des Gesehes, betreffend die freiwillige Gerichtsbarkeit, Ober - Landesgerichts - Präsident CEccius über die Vorschriften in Betreff der Beurkundung nah dem Entwurf des Geseyes über die freiwillige Gerichtsbarfeit, Professor E> und Landgerichts-Rath Meisel über die gerihtlihe oder notarielle Form der Rechtsgeschäste (Art. 141 des Einführungsgeseßes zum Bürgerlichen Geseßbuch), Rechts- anwalt Weißler über das notarielle Testament. Professor Seuffert und Direktor des Deutschen Kreditorenverbandes Gottschalk handeln über die Novelle zur Konkursordnung, Reichsgerichté-Rath a. D. Stenglein

über den Militärstrafprozeßentwurf, Professor Arudt über das Budgetre<ht und die Marinevorlage, Privaidozent Jastrow über das materielle Ret im preußishen Gesehentwurf, be- treffend die ODisziplinarverhältnise der Privatdozenten an den Landes-Universitäten. Professor Endemann erörtert den Eirfluß des Bürgerlihen Geseybuchs auf die lande8recht- lichen Lotterieverbote, Rechtsanwalt Fränkel die Frage, ob

die Mieth-, Pacht- und Dienstverträge ohne Rücsicht auf die ver- tragsmäßig festgeseßte Geltungsdauer derjelben am 1. Januar 1900, dem Tage des Inkrafttretens des Bürgerlichen Geseßbuhs, von jedem Betheiligten gekündigt werden können, Professor von Se die Strafrehtspflege über die Cingeborenen in den deutshen Schuß“ gebieten, Polizei- Assessor Simeon die Reform der Strafprozeßord-

- genannten Gefeßentwürfe enthalten Heft 7 der

nung in Frankreih, Staats-Minister Herrfurth den Zeitpunkt der Neuwahl des Reichstages und des preußischen Abgeordnetenhauses, Mit der Novelle zur Zivilprozeßordnung, mit den Entwürfen einer Militärstrafgerihtsordnung und ihrer Nebengeseße, sowie mit den Entwürfen eines Neichsgeseßes, betreffend die Sichecung der Bau- forderungen, und eines preußij<en Ausführungsgeseßes befassen sich ferner Aufsäße von von Harder-Mannheim, Beling-Breslau und n Sit Ls im ersten Heft des 10. Bandes (1898) Berli9) veröffentlicht S (Karl Heymanns Verlag, Gingehendere wissenschaftliche a M anen Hüter einige der Berliner Anwaltvereins: „Der Entwu N S über die Angelegenheiten der ea, S

in der Zeit vom 4. bis zum 10. Februar L02925 da, Davon! aus NUbland A a eo > D in der Zeit vom 11. bis zum 17. Februar . 140495 , davon aus Rußland e 53650 , in der Zeit vom 18. bis- zum 24. Februar . TUSLOS POVo n Aus Ula M A as 67300 , in der Zeit vom 26. Februar bis zum 3. März 146 100 , davon aus Rußland . 113 900

In den Dos und Entrepots von Marseille Lefanden fi am

2. März 219 750 dz,

Washington, 10. März. (W. T. B.) Der Monats- beriht des A>erbau- Departements {äßt die Weizenmenge, welche si< am 1. d. M. no< in den Händen der Farmer befand auf 22,9% der gesammten Ernte des Vorjahres, d. b. auf 121 Millionen Bushels, den Mais, ter s< am 1. März in den Händen der Farmer befand, auf 41,1% der Ernte des Vorjahres oder 783 Millionen Bushels. Die Menge des zum Verkauf be- stimmten Mais stellt 86,8 9/9 der Gesammternte dar. Die Hafer- vorräthe der Farmer belaufen si auf 38,99% der Grnte des Jahres 1897, d. h. auf 272 Millionen Bushels.

Handel und Gewerbe.

Tägliche Ee estellung für Kohlen und Koks an der LEE und in Oberschlesien. An der Ruhr find am 10. d. M. gestellt 13 721, uicht ret- zeitig gestellt Leine Wagen. ; In Oberschlesien sind am 10. d. M. geftellt 4907, nichi ret- jeitig gestellt keine Wagen.

Nach dem Bericht der Preußi \{<hen Pfandbrief - Bank für das 35. Geschäftsjahr 1897 haben die verschtedenen Geschäfts- zweige der Bank an Ausdehnung gewonnen. Die Emissionsziffer konnte um etwa 12 Millionen Mark erhöht werden und die neuen Beleihungen betragen etwa 13 Millionen Mark. Nah Maßgabe der General- versammlungsbeshlüfse vom 20. März 1897 fand eine Erhöhung des Aktienkapitals um 3 Millionen auf 18 Miklionen Mark tatt. Wegen nahezu beendeter Begebung der 3$% Pfandbriefe XYVII. Emission veranstaltete die Bank gegen Ende des Jahres eine neue Emission von 50 009 009 46 34/0, bis 1908 unkündbarer Pfandbriefe. Der gesammte Hypothekenbesiz ist bis auf 9000 46 durchweg zur ersten Stelle eingetragen. Im Hypothekengeshäft wurden für eiwa 11 Millionen Mark Beleihungen abges<lossen. Der gesammte Hypothekenbestand hat auf etwa 114 Millionen gehoben. Der Werth der hierfür verpfändeten Grundstü>ke is af etwa 211 Millionen Mark ges{äßt. Kommunal-Darlehne wurd in Höhe von etwa 1 150 000 4 und Kleinbahnen-Darlehne in Höhe von etwa 3200 000 A abges<lossen. Der Reingewinn beträgt 1274391 M, welcher, wie folgt vertheilt wird. Nach Abzug des refl- lihen Saldo-Vortrages aus 1896 mit 133 731 4, der für die Be- re<hnung der Tantièmen und MNeserven ausscheidet, entfallen auf die außerordentliche Ee 57 032 4, Aufsichtsrath und Vorstand nebst Beamten erhalten an Tantiòmen je 68 439 #4 Zur Kapitals-Referve fließt der aus der Kapitalserhöhung berrührende Gewinn mit 445 159 4 Von dem Restbetrage des Reingewinns -in Höhe von 1 080 478 gelangen 64 9/6 Dividende mit 975 000 46 zur Vertheilung, während die verbleibenden 105 478 auf neue Rechnung vorgetragen werden. Gestern Vormittag wurde eine ¿Allgemeine Ausstellung von Neuheiten und Erfindungen“ im Meßpalaft, Alexandrinenstr. 110, eröffnet. Der Vorsihßende des Deutschen Gxport- Vereins, arte Moriß Rosenow, erläuterte in einer kurzen Ansprache den Zwe> der Ausstellung, welche die Pflege und Förderung der deutshen Industrie zum Ziel habe. Der Termin für die Vere anstaliung sei gleichzeitig mir dem der Berliner Frühjahrs- messe vom 10 bis 16. März gewählt, weil erfahrungsgemäß die Meßbesucher allen industriellen Neuheiten reges Interesse entgegenhrächten. Der Deutsche Export-Vereia wolle durh diese Sonderausste=llung dea Urhebern von Erfindungen und Neuheiten die Möglichkeit {chaffen, bei Gelegenbeit der Messe ihre industriellen Erzeugnisse einem großen Kreise von Interessenten des Eönnen. Der Katalog ter Ausstellung weist 781 Ausstellungsgegen- stände auf, welhe von etwa 650 Firmen gebraht sind. Cs wird beabsichtigt, diese Veranstaltung reg mäßig zweimal im Jahre in Verbindun wiederbolen. Ein Eintrittsgeld wird nicht erhoben, Interessenten der Eintritt gegen kostenfreie Empfangnahme einer Ein- Trittofkarte und des Katalogs, welche im Zentral-Bureau des ( Vereins verabreiht werden, gestattet. Am Sonntag bleibt die Aub stellung geschlossen.

Sn der ordentlichen Generalversammlung der S<hles is Boden-Kredit-Aktien-Bank in Breslau vom 10. März wut die vorgelegte Bilanz genehmigt, die Dividende auf 74 °%/ für t Sahr 1897 festgeseßt und der Verwaltung Entlastung ertheilt. aus dem Aufsichtsrath infolge Ablaufs der Amtsdauer aus\ cheidende Hercren wurden wiedergewählt.

In der heutigen außerordentlichen Generalversammlung der Süddeutschen Bank in Mannheim wurde, wie die „N, Bad, Ldsztg." meldet, die Erhöhung des Aktienkapitals vou 3 au 6 Millionen Mark einstimmig beschlessen. i

(Shluß in der Zweiten Beilage.)

(in Vers und Prosa), welche auf das Karnevalstreiben Bezug haben

Exporb

Jn- und Auslandes vorführen zu Zur Aus tleoun j

mit den Mefsen- u vielmehr ijt allen

Fm deg A

À

S E R E