1899 / 296 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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nsekt b und deren ier industriell vera be Merten Miteu, | Ferner berief die Regi i

den au hen Spezialisten d'Herculais, der auf diesem Gebiet tn Afrika Erfahrungen erworben haben foll.

In diesem Jahre sind zwar au<h an vielen Stellen große Heu- \{hre>ens<wärme aufgetreten, bedeutenderen Schaden

Ee ait erurfae nale ieint Lie Gebabe für dieses Jab ke: A ebt n verur|a@zt, un n e Gefahr für dieses Jahr be- __ feiti E zu sein. Ob aher

ige Verlauf als Folge der erwähnten Gegenmaßtregeln an t E

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er:

aufufa t \< no< nicht erkennen und wird vielfa< bezweifelt. Von sa S Seite wird vtelnehr darauf aufmerksam gema<t, daß, da die Witterung bis Anfang November eine vngewöhnli< kalte war, dieser Umsftänd das verspätete Grsheinen der Heuschre>ken veranlaßt hätte.

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten uud Absperrungs- / Maßregeln.

Der Ausbru<{ der Maul- und Klauenseuche in der Ab- theilung für Schweine is dem Kaiserlichen Gesundheitsamt gemeldet wörden vom Schläht-Viehhofe zu Nürnberg am 14. Dezember.

Griechenland.

Die elftägige Effektiv-Quarantäne gegen Algier ift aufgehoben worden. Die feit dem 17./29. y. M. von dort abgefahrenen Schiffe haben sid nur no ciner ftrengen sanitären Untersuhung zu unter- ztehen. (Vergl. „R.-Anz.* Nr. 280 vom 27. y. M.)

Theater nnd Musik.

Königlihe Schauspiele.

Das Gedächtniß -des vor fünfzig Jahren verstorbenen Tonfeyzers Konradîn Kreutzer ehrten die Königlihen Bühnen gestern dur Aufführungen seiner Werke. Im Opernhause gina „Das Nachts- lager in Granada“, die einzige von den dreißig Opern des Kom- ponisten, welde si< im Spielplau erhalten hat, unter Kapellmeister Strauß? Leitung. in ‘Scene. Auch dieses Werk beginnt troß mancher melodiöser Schönheiten bereits zu verblafsen. Das rein lyrishe Gepräge seiner Musik, seine ohne lebhaftece dra- matishe Regung verlaufende Handlung genügen den Anforde- zungen, die man heute an die Bühne stellt, ni<t mehr re<t. Zudem liegt die Stärke des Komponisten weniger in ber wirküngs8vollen Behandlung der Eiazelftimmen als der Chöre. So dürfte scin Name unter den Tonseßern für Männergesang länger ortleben als unter denen der Opernl'omponisten, nimmt er do<h mit einen heuté no< beliebten 135 sangbaren gemüthvollen Werken für

änner<or (z. B. „Das ist “der Tag des Herrn", „Die Kapelle“ „Ständ>en*, „Siegesbotshaft*, „Märznacht* u. #. w.) immer no eine der erften Stellen ein. Die gestrige Aufführung des ‘„Nacht- lagers von Granada“ war eine durchaus zufriedenstellende. Fn den Hauptrollen zeihneten s< Fräulein Weiß (Gabriele) sowie die Herren Bulß (Jäger) und Sommer (Gomez) aus. Jm Schausptelhause wurde. des Tages dur eine Wiederaufnahme von Raimund?’s Zaubermärhèn „Der Verschwender“, zu welcher Kreußer bekanntli die Musik geschrièben hat, gedaht. Die! leßtere wurde dur<h Mitglieder der Königlichen Kapelle unter Musikdirektor WBegeners Leitung zu Gehör gebra<ht. Die Gesangörolle des Azur gab Herr Bahmann. Jm übrigen nahm auch diese Aufführung, welche öfter im Spielplane des Schauspielhauses wiederkehrt und an dieser Stelle bereits eingehend gewürdigt worden ist, cinen guten

Verlauf. / Berliner Theater.

Die Aufführung des Weihnahtsmärchens „Frau Holle“ oder „Goldmarie und Pehmarie* von Aloys Prasch war aestern den Kindern und Kinderfreunden, dié das Haus füllten, eine Quelle hellster Freude. Es ‘errang einen dur<s{<lagenben Erfolg bei dem

Unter anderem soll die H3be der von dem Unternehmer zu stellenden

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der Kle nen ‘angepaß ‘Dau ka no< das vertre an A ' Einzelspiel , felbst der feinsten Mitwirkenden, de fn ¡man fo ret dén p Eifer -anmeikte, [vor einer. so warmherzigen, ifterten Zuhörèr BAE ieten ‘tanzen und fingen zu nnen. Cine reie und ges<hma>volle" Ausstattung ünd gewandte Jnscenterung thaten ferner das ihrige, um einen durhweg voll : ‘Gefammteindru> hervorzurufen. Jedes der fünf Bilder des Stü>es "brachte neue Ueberrashungen, ‘bald in Form * von Ballets, bald pon añtomiméen, Märchenbildern und Zauberersheinungen, so z. B. ng-nde Oefen, die um Entleerung ihrer guten - Gaben, und ume, die um Befreiung ven ihren überreichen Früchten baten; kuri, es gab für vie liebe Jugend des Schens, Hörens und Staunens kein Ende. ‘— Wegen der fesselnden Darstellung - ihrer Märchengestalten sind besonders hervorzubeben: “die Damen Matthias, König, Müller (als Gold- bezw. Pe<marie und Schnee- flôdchen) sowie die Herren Graul und Walden (als Eiszapfenmann bezo. Wanderbutshe Hans Immerfroh). Nach jedem Bilde, und anz besonders am. Schluß, erbob' sh \türmis<her Fabel, und Hexr ; rasch sówie die mitwirkenden Künstler mußten immer wieder hervor- ommen. i

Im Dn Een ht ale o ag morgen (Beethoven's SIA „Fidelio“ unter ‘Kapellmeister Sträuß? Leitung in Scene. 1 Begina wird die „Leonoren: Ouvertuce“ Nr. 3 (in C-dur) gespielt. Die Beseßung lautet: Don Fernando : Herr Knüpfer ; Don Pizarro: Herr Bachmann; Florestan: Herr Syly2; Leonore:

räulein Reinl; Rocco: Hèrr Mödlinger; Marzelline: Fräulein

ietrih; Jaccuino: Herr Philipp. In der am Sonntag stattfindenden Borstellung von Verdi's Oper „Rigoletto" becnden Frau Nellie Melba ‘als Gilda und Hérr Francesco d’Andrade als Rigoietto ihr Gastspiel. Das Abonnemint is aufgeboben. Im Laufe der nächsten Woche findet eine Kinder-Vorstellung von Humperdin>s Märchenspiel „Hänsel und Gretel“ statt. Der Tag wird noch be- kannt gegeben werden.

Im Königlichen Schauspielhause wird morgen Shake- speare’s Trauerspiel „Julius Caesar“ in der Uebersezung von Shkepel und in folgender Beseßung gegeben: Julius Caesar: Herr Kraußned; Octavius Caesar: Herr Boetther; Marc Anton: - Herr Matkowsky; Marcus Brutus: Herr Molenár; Cassius: u Lubroiz; Casca: Herr Pohl; Portia: Fräulein Poppe; alpurnia; Fräulein 108 Fm Shiller-Theater fiadet die d

m er-Theater fiadet die dritte Vorsielung im Stwhiller-Cyclus, „Don Carlos“, am Sonntag Nachmittag statt. “Bor bereitet wird jeßt das Lustsptel „In Behandlung“ von Max Dreyer, das no< vor den Weihnachtöfeiertagen zur Aufführung gelangen \oll.

Im Neuen Theater wird am Sonnabend und Sonütag Abend Ernst von Wolzogen's Lustspiel „Ein unbeshriebenes Blatt* wieder- holt. Am Sonnabend Nachmittag findet wiederum éine Aufführung des Kindermärhens „Hänsel und Gretel“ in Verbindung mit der lustigen Pantomime „Die Zauberglo>ke“ ftatt. Die Eintrittspreise sind zu dieser Vorstellung bedeutend ermäßigt (Parquet 1,25, 1,00, 0,75 4, andere Pläye entspre<end).

Die General-Jntendantur der Königlichen Schauspiele hat dem Verein „Deutsche Volksbübne“ (Varftand: Victor Laverrenz und Robert Wach) die Erlaubniß zur Aufführung von Heinrich Kruses fünfaltigem Drama „Die Gräfin" ertheilt.

Mannigfaltiges. Berlin, den 15. Dezember 1899.

Die Stadtverordneten befaßten sh in ihrer gestrizen Sitzung mit dem Submissionéverfahren bei städtishen Verwaltungen. Dér Ausschuß empfahl, von der Vorlage des Magistrats und den mit derselben überreihtea Submissionsbedingungen der. darin aufgefübrtcn 16' Verwaltungen Kenntniß zu nehmen. Ferner befürworiete der Ausschuß die Aufnahme mehrerer genereller Bestimmungen.

Kaution in_ der Regel auf 50%/0 des abgegebenen Gebots festgesetzt werden, die Submitteuten jollen vter Wocheu lang nah dem Eröffnungs- termin an ihr Gebot gebunden sein, und bei etwaigen Streitigkeiteo

| der Re . S flu ür ie

/ von! befriedigenden 1

zwishen dem Unternehmer und der Verwaltung soll dem Unternehmer

ehtôwea ofen steben. Der Stadtv. Golds<midt beantragte da. daß bie Versammlung folgenden Besu fossen möge: 1) Inde Ung von. Au M joù abhängig zu maten, daß der be- hmer ‘feine Ar iter zut ten in ‘der Has beshäftigt;-2). L 1 r edingungen; be 31/2). Liefer j ¡die ihre Eeaees in Strafanstalten herstellen E O der etheiligung an Lieferungen für die Stadt erlin_ ausgeschlossen," Von den Staoty. Dupont und Ge- nossen lag der Antrag vor: „den Magistrat ‘zu ersu<hen, sämmtliche Verwaltungs&zwetge soweit fie Arbeiten “in Submission an Unter nehmér vergeben anzuweisen," in den Verträgen! die Uäter-

bros zu verpflihten: 1) die ortsüblihèn Lohn- ‘ünd Arbeits,

bedingungen , "welhe von den Arbeiterorganisationen anerkannt werden, für i< als bindend zu erahten; 2) für zwe>entsprehende

; S@hugmaßregeln für die Arbeiter | bei allcn “Neu- und g:ößeren Um- auten ‘Sorge zu tragen.* Nach längerer Debatte, an welcher i

außer den Antragflellern die Stadtv. Dr. Preuß. Lüben, Singer, Nas

und der Bürgermeister Kirshner betheiligten, wurden die Anträge des Ausschusses mit cinem vom Stadtv. Esmann vorges<hlagenen Awéendéwment unter Ablehnung der Anträge Göldshmidt und Dupont angenommen. Die Versammlung faßte dann no< den Beschluß, den Geburtsíag Seiner Majestät des Kaisers und Königs, am 27. Januar, in der üblihen Weise: im Festsaal des Rathhauses zu begehen. Die Übrigen Berathungsgegenstände wurden von der Tagesordnung. äb- Flo weil, wie der Vorsteher bemérkte, eine geheime Sitzung [inigére eit in Anspruch nehmen werde.

Der Vortrag des Astronomen Herrn G. Witt über die in der Nacht vom Sonnabend zum Soantáäg. gleich na< Mitternacht, :\tatt- fiadende Mondfinsterniß wird im Hörsaal der „Urania “- Sternwarte (Invalidenstraße) morgen, Sonnabend, 12 Uhc Nachts, gehaltéèn werden. ' Die Sternwarte wird, wie bereits mitgetheilt, morgen von 117 Uhr ab ununterbrochen geöffnet sein.

In der Nacht vem Sonnabend jum Sonntag bleibt der Mond - finsterntß wegen die Treptower Steruwärte sür das Publikum geöffnet. Am Sonnabend, Abends 9' Uhr, spricht Direktor Archen- hold über „dié bevorstehende Mondfinfteiniß*. Am 17. Dezember, lautet das Thema des Nachmittags um 5 Uhr zu haltendéèn Vortrags: „Ein Autflug in die Sternenwelten*- und um 7 Uhr: „Sternhaufen und Nebelfle>e*. Zu allen Vorträgen haben die emini@ten “oialleetiE Der Don Sei den 18, De- zember, an einslie ontas, den 25, Dézember, bleibt d Institut, wie alljährlich, gesblossen. s P

Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.

Göhrde, 15. Dezember. (W. T. B.) Seine Majestät der Kaiser traf heute Mittag 12 Uhr im hiesigen Jagd- \{hlosse ein, wo nah der Ankunft Saale stattfand. Hierauf erfolgte der Aufbruh zur Jagd im Revier Maschkabel, wo ein Treiben auf Sauen stattfindet.

London, 15. Dezember. .(W. T. B.) Die „Daily News“ melden aus Kapstadt vom 12. d. M.: Die leßten britischen Mißerfolge find von der niederdrü>endsten Wirkung. Die Loyalen, deren Zahl keineswegs zu- nimmt-, sind von düsteren Ahnungen erfüllt. Die Miß- stimmung der holländishen Bevölkerung nimmt ras< zu, und ein großer Theil- derselben würde leiht zu überreden sein, sih den Buren nguscplielen, Vom östlihen Theil der Grenze kommen beunruhigende Nachrichten. Donnerstag Nacht über- schritt eine starke Abthcilung Holländer die Pässe der Amatola- Berge. Jm Bezirk Victoria East finden geheime Versamm- lungen statt. Die Großbritannien ergebenen Farmer in den Bezirken Stutterheim und Reirod (?) sind von den Behörden bewaffnet worden.

(Fortsezung des Amtlichen und Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten Beilage.)

5, Dezember 1899, orgens.

idelio.

(Nr. 3).

Stationen. Wetter.

Sonntag:

Bla>sod. Shristianfund ansun Kopenhagen . Stodholit . nda . Moskau . Cork Queens- town ... Ebepourg ¿

De ec e E erge Butura E winemünde Neufahrwafsser emel ... Paris G Ó ster Wstf. Karlsruhe Wiesbaden. . | 757 Chemn .*. Berlin ...| 757 Wien

e a ADL Breslau... | 753

Sie dAix . . | 759

31/halb bed. 1) Nachts. Schnee. 2) Nachts Swnee. 4) Bor Sn Os e

Uebersicht der Witterung.

Das Barometer ist über Südwest-Europa ftark gesliegen; dagegen“ über Nord-Europa gefallen. Eine tiefe Depression, zu Grisnez Südoitsturm ‘verur- fachend, liegt jenseits der Alven und {eint ostwärts fortzushreiten. Am höhsten ist der Luftdru>k über _Nordrukland. Jn. Deutschland dauert die trübe, ‘falle Witterung mit s{<waHer Luftbewegung fert ;

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roolfig bededi wolkenlos bede>t Nebel bedeckt bede>t

Nebel beded>t

j heiter wolkig bede>t \Nebel Schnee bededt1)

wolkenlos | vedectt heiter balb bed. Shnee?) Nébel3) bede>:4) Sdhnee S@hnee

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Loge 15 M, 3 M,

Bergerác. kaudidat.

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3) Reif. | Sucher )

“Sonntag,

vielfach it Schnee gefallen, jedo meist in aeringer d C cue

Montag, Abends 8 Uhr: Das Käthchen vou

Menge; Magdeburg meldet 18, Berlin und Swine- linde 15 Grad unter Null, dagegen Helgoland und

m Boikum' Thauwetter. E 8 : Heilbronu. Deutsche: Seewarte.

j 7# Uhr: Volk

j Königliche Schauspiele, Sonnabend : : ern- 7 haus, 262. BVorfiellung. B ethoven's Gebirtstag Ss

Oper in 2 Akten von Ludwig van

eethoven. Text dinand Treitshke. Zu Beginn Ouverture „Leonore® Ansäng 7} Uhr

Schauspielhaus. Caesar. Trauerspiél in 5 Aufzügen von William Shakespeare. Uebersezt von August Wilhelm von S<legel. . Anfang 74 Ubr. Opernhaus. 4 Akten von Giuseype Verdi. Nah dem FJtalie- nishen deb F. M. Piave. Gilda: Frau Nellie Melba, als legte Gaftroll- ; Nigoletto; Herr Francesco d’Andrade, Köntglich baye- rischer Käinmersänger, als Gast.) Das Abonnement ift illetréservesaß 17. reise der Pläye: Fremden-Loge 20 6, Orchefier- S RaS S A Bata S a d Rang S 2. Nan , ‘3, Rang 6 A, 4. Ran ißpla L Stebpla 2 M S

Schauspielhaus. 284. Vorstellung. Schlaraffen- land. Märchenshwank in 3 Aufzügen von Ludwig Fulda. Die zur Handlung gehörende Musik ton Ferdinand Hummel. Anfang 74 Uhr.

Deuisches Theater. Sonnabend: Der Probe:

fandidat. Anfang 75 Uhr.

Sonntag, Es 2x Uhr: Cyrauo von

Montag: Der Probekandidat.

Berliner Theater. Sonnabend, Nachmiitags 3 Uhr: Frau Holle. Abends 75 Uhr: Berg- Almansor. Heiue-Lieder.

Sonntag, Narailtags 25 Ubr: Frau Holle. Abends 7F Uhr: Dás veriorette Bais Montag: Die Hérreu Söhne.

¿Ftiler Theater, {Wallner-Theater.) Soun- abend, Akends 8 Uhr: igenie Tauris. Schauspiel in 5 Mußilizen Loo B Non Gun

Na@mittags 3 Uhr (dritte Vorstellung

‘Theater des ‘Weñens. (Opernhaus.) Sonn- 74 abend, Nachmittags 3 Uhr: Kinder-Vorsteflung: Schuceweißchen und p wide avolo -

Sonntag, Nachm!ttags 3 Uhr: Zu halben Preisen:

Martha. Abends 7$ Uhr:

nah . dem Französishen von Fer- | baron.

Der Zigeunerbaron. Dienstag:

983. Vorstellung. Die Perlenfischer.

Julius

Rigoletto. Oper in | 74 Uhr: Dex Zigeunexbaron.

Tanz von Paul Tagliont. wiederkam . ..

Anfan 74 Ubr. Montag: Als i wiederkam .

#46, Parquet 15 M, y abend, Nachmittags 3 Uhr:

79 und 50 „4) beschriebenes Blatt.

Bonntag, Mittags 12 Uhr: Sezessionsbühne.

Blatt.

bends 74 Uhr: Der Probve-| Pelle - Alliance - Theater.

Gesang und Tanz in 4 Akten.

(Frau

burg. Sonnabend :

Dee erster, Regie: Hèrmann

Trotha. Regie: Gustav Ri>elt.

——

Preisen : Jugeüd.

Sonntag und folgende Tage:

olfgang von Goethe.

Der Sc<hlafwagen-Controleur.

Don Carlos, Abends

leßte Woge.

von Gustav

Nlcarory, Abends | Zu kleinen Preisen:

orsielung zu halben

Der Zigeuner- Montag (14. Moatag-Abonnements-Vorstellung) : Gastspiel von Signorina Prevosti.

Mittwoch, Nachmittags 3 Uhr : Kinder-Vorstellung: Schueeweißi<eu Und Noseuroth.

Lessing - Theater. Sonnabend: Als ich Sonntag: Als ich wiederkam .

Neues Theater. Schiffbauerdamm 4a. Sonn- Kinder-Vorstellung: Hänsel und Gretel. Hierauf: Zembomirofolo- libidibiruziuußis<lumpinowikowsky, Logen 1.50 4, Parquet 1,25—0,75 4, 11. Rang Abends 77 Uhr:

2 Deex Vesieate. fäuger, Abends 73 Uhr: Ein unbeschricbenes

„SÖlierfeer Bauern-Theaters*. Sonnabend, Abends 8 Uhr: 's Liserl vou Schliersee. Volksstück mit

Sonntag: ’8 Liserl von Schliersee.

Residenz-Theater. Direktion : SigmundLauten-' Schwank in 3 Akten o Cer ee L O tige. Komödie in 1 Akt von: Thilo von Sonnabend, -Nachmiitags 3 nr Bu albe

Reichenba<h. Vorher: Die Richti Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Zu halben Preisen:

Thalia-Theater. Dresdenerstraße 72/73. Vor- Sonnabend: Der Platmajor. Gesängspoffe in 3 Akten von Jean Kren und Alfred S nfs, “Musik av Wanda. Anfang Sonnabénd und Sonntag, Naqmittags 4 Uhr:

m Zauberbanu ‘der Weih- ua L Weihnachtsm S in 5 Alten bon Fran

oenig. ¿ Sonntag: ‘Der Plalmajor. Anfang 7# Uhr.

Konzerte.

Sing-Akademie. Sonnabend, Anfang 8 Uhr:

Konzert der Koloratursängerin Wilma Sanda. Mitwirkung: W. Herbort (Flöte).

Abends | Sagal Bechstein. Sonnabend, Anfang 74 Ubr :

Konzert von Sialmar Arlberg (Gesang). Mit- wirkung: Frau Wilna Norwan-Neruva (Violine). und Johaune Stockmarr (Klavter).

“4 Beethoven-Saal. Sonnabend, Anfang 8 Uhr: VLL. Konzert von Frau Cécile Noesgeu-Liodet (Sesang).

Dirkus Alb. Schumann. Im eleganten, renovierten Zirkus Renz, Karlfiraße. Sonnabéend, Abends präzise 75 Uhr: VIL. Grande Soirée Eligh - Lise. Gala - Programm. Auftreten fämmtliher neu engagierten Künstler. Vorführung der neuesten Original-Dressuren - des Direktors Alb. Shumanny. Vorleßtes Auf- treten der Original-Tranóvagal- Buren. Zum Schluß: Großes Rittershaustü> aus dem 14. Jahr- hundert: Der \<{<warze und der weiße Ritter mit sämmtlihen Einlagen. i:

Sonntag: Zwei Vorstellungen : Nachmittags 4 Uhr und Abends 7{ Uhr, Jn beiden Vorstellungen: Lettes Sonntags-Auftreten der Original-Trans- vaal-Buren. Nachmiitags ein Kind frei.

E) Familien-Nachrichten,

Geboren: Eine Tochter: Hrn. Negierunas- “Afsessor Froeblich (Erfurt) Hrn Obe marcba + Gränzel (Thorn). Hrn. Forst-Assessor Sa

¿ (Brauns{hweig). 4 halben | G en grPan Î K as Mer Smne Odber- egierungsrath un! nifterial- Direktor a. D.. ¡Ds uud | Adolf Friedrich Schatiow (Berlin). Hr. dea ge. gymnasial - Direktor, Professor Dr. George Rose Be: Hr. Kommerzienrath Julius Isaac

erlin).

(Preise: Eiu un-

Matinóe her Der Kammer-

Gastspiel des

Vorher :

Tan

Verantwortlicher Nedakteur: Direktor Siemen cob in Berlin.

Verlag der Expedition (S olz) in Berlin.

Dru> der Norddeutshen Buchdru>erei und. Vei Ansialt Berlin Be, Wt gegend Berlagde

Acht Beilagen (einshließli< Börsen-Beilage).

Branthe a i und Arbeitern ‘im Ginigünge: 8

Sónntag, den.

zum Deutschen Reihs-Anz

Berlin, Freitag, den 15. Dezember

„M 296.

Erfte Beilage

Deutsches Reich. Nachweisung

Schluß des Monats November 1899.

eiger und Königlih Preußischen Staats-Anzeiger.

der Einnahme an Wechselstempelsteuer im Deutschen Reich für die Zeit vom 1. April 1899 bis zum

2.

3,

4, 5, 6,

Ober - Postdirektions - Bezirke

Einnahme im Monat

M

November 1899

| A

Hierzu Einnahme

in den

Vermonaten

M.

Einnahme in dem- selben Zeitraum des Vorjahres (Spalte 4)

A M |

jahre 1899

—+ mehr weniger

Zusammen

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Im Rechnungs-

A

1. Im Reichs-Postgebiet. 1) Königsberg e R 2) Gumbinnen

3) Danzig .

4) Berlin . ¿0 6) otsdam . . « « 8 rankfurt a. O. i

tettin 8) Köslin . 9) Posen 10) Bromberg . 11) Breslau 12) Liegniß . 13) Oppeln . 14) Magdebur

15) Halle a. S. . 16) Erfurt E e 17) Kiel . 18) Hannover . 19) Münster

20) Minden

21) Dortmund . 22) Cassel... 23) Frankfurt a. M. 24) Köln . . %) Aachen . 26) Koblenz 27) Düsseldorf.

28) Trier

29) Dresden

30) Leipzig - « - 31) Sedan ö

32) Karlsruhe .

33) Konstanz

34) Darmstadt 35) Schwerin i. M. 36) Oldenburg 35) Braunschweig

383) Bremen

39) Hamburg . «_« 40) Straßburg i. E. 41) Meß Es

15 252 5 696 14 702 127 597 5 770 8 214 9 039 92321 5 936 6 846 18 239 10 027 13 610 18 049 9 774 13 954 11 444 13 543 5 378 9-377 28 244 17 004 34 168 23 975 8 190 7491 73 055 3867 31 542 44 485 24 914 34 096 9104 16 171 3 365 5511 6745 20 700 111 125 22 371 4 526

40 40 70 70 60 60 50 50 30 70 90 80 60 40 50 80 70 69 10 90 90 90 30 60

50 20 70 40 80 50 80 70 60 90 90 90 50

90

110 126 46 297 102 412 990 481 40 850 98 591 68 168 19 867 46 897 48 369 141 775 82 664 99 891 132 405 68 877 106 201 83 385 97 456 36 792 67 191 192 554 89 120 245 776 170 446 63 786 61 362 522 200 24 507 220911 289 148 168 422 232 865 63 647 111 758 24 064 47 932 52 087 134 594 772 967 153 329 26 130

108 839 | 60 48 985 | 10 96 133 | 30

1034 830 | 40 40 954 | 30 62851 | 30 77 585 | 60

30 125 378 | 70 20 51 993 | 60 40 117 115 | 10 30 1118079 | 46 620 | 60 90 66 806 | 50 80 77 208 | 30 70 22189 | 20 21193 | 10 20 92 833 | 50 47 549 | 20 20 55 211 | 90 51 502 | 30 70 160 015 | 60 153 500 | 60 20 92 692 | 87 864 | 80 20 113 501 | 80 108 807 | 40 60 150 455 | 137 553 | 70 78 651 | 78 129 | 30 40 120 155 | 90 110 072 | 90 94 829 | 80 91 885 | 70 110 999 | 70 70 42171 | 30 76 568 | 10 80 220 799 | 70 90 106 125 | 80 20 279 945 | 10 20 194 421 | 50 71 976 | 60 10 68 853 | 10 90 5995 2596 | 40 10 28 374 | 30 40 252 454 | 10 10 333 633 | 950 60 193 337 | 40 80 266 962 | 30 10 72751 | 90 70 127 930 | 40 40 27 430 | 93 443 | 90 30 58 833 | 20 70 155 295 | 60 883 692 | 50 70 175 700 | 70 50 30 657 | 40

106 683 | 80 36 404 | 70 69 501 | 50

197 079 | 60 97 848 | 70

269 242 | 80

167 470 | 50 63 812 | 20 64 473 |

515 494 | 10 22 853 | 30

211 617 | 60

290 042 | 30

173 664 | 10

233 842 | 70 68 813 | 60

121 080 | 60 27 043 | 60 46 080 | 10 55 775 | 60

167 061 |

862 708 | 80

161 702 | 30 27183 | 20

+++ 1 ++++++++++++++++++++++++++++++ | ++++++

10 50 80 60 30 20 30 10 30 60 20 40 30 70 10 90 60 60 10 10 30 40 10 30 50 20 30 60 30 80 40 80 60 40 70 40 20

II. Bayern ¡ III. Württemberg .

855 440 83 049 27 022

70 70 90

6115 911 595 261 189 060

30 6 971 352 | 6415 718 | 30

70

637 429 | 20 215 434 | 90

20 678 310 | 90 216 083 | 80

70 90

Ueberhaupt . . Berlin, im Dezember 1899.

Deutscher Reichstag.

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Haupt-Buchhalterei des Reihs-Schaßamts.

122. Sißung vom 14. Dezember 1899, 12 Uhr.

Tagesordnung: Fortsezung der Reichshaushalts-Etats für 1900.

Minister der öffentlichen Arbeiten Th

Meine Herren! Wenn der Zeitungsberiht über die geslrige Sißung richtig ift das amtlihe Stenogramm habe ih no< nicht einsehen können fo hat der Herr von Kardorff in Bezug auf die legte

Kanalvorlage gesagt:

Den Ausführungen des Abg. Sattler über die Kanäle könne er si< nit anschließen. Für Kanäle mit Wasser interessiere sich jeder, hier aber lägen tehnishe Unmöglichkeiten vor, das seien Kanäle ohne Wafser, die unsere unfähigen Wasserbautechniker bauen.

Meine Herren, diese ganz unglaublie, dur< nichts begründete Beleidigung, welhe dec Herr Abg. von Kardorff in diesen Worten den preußishen Wasserbautechnikern zugefügt hat (hört! hört! links), hat der Herr Vize-Präsident dieses hohen Hauses gestern bereits zurü>k- gewiesen. (Zurufe links.) Es liegt mir fern, an dieser Art der Zurü>weifung irgend eine Kritik Hier ausüben zu wollen. Jh kann nur hinzufügen, daß die allgemeine hohe Anerkennurg, wel<he in aller Welt den preußishen Wasserbautehnikern zu theil geworden ist (sehr richtig! links) und heute no< zu theil wird, und die fich darin ausdrüd>t, daß ihr Nath und ihre Hilfe bet fast jedem großen Wasserbauwerk in Anspru<h genommen wird, dur<h den Ausspruch des Herrn von Kardorff in keiner Weise beeinflußt werden kann,

ielen:

(Sehr richtig! links. Lebhafte Zurufe ‘re<ts.)| -;

Was dann ferner die von dem Herrn von Kardorff behauptete tehnishe Unmöglichkeit betrifft, den Mittelland-Kanal mit dem nöthigen Wasser zu versehen, so beweist dieser Ausspruch des Herrn von Kardotf mir nur: entweder, daß er die tehnishe Begründung der Kanal- vorlage nit gelesen hat (sehr rihtig! in der Mitte und links), oder daß er bei dem Mangel wasserbautehnisher Kenntnisse sie niht ver-

standen hat. (Sehr gut! links.)

Meine Herren, ¡mit Herrn von Kardorff werde i< mi über die Kanalvorlage im preußischen Landtag auseinanderseßen; aber weil er gesagt hat, für Kanäle mit Wasser interessiere fih ja jeder, also auh Herr von Kardorff, urd da der mathematishe Beweis geliefert werden kann, au< Herrn von Kardorff, daß der Mittelland-Kanal hinreichend Wasser hat (sehr richtig! links), so“ ist ja mit Leichtigkeit zu erreichen, daß bei einer erneuten Vorlage des Mittelland-Kanals Herr von Kardorff. diesem Projekte seine Zustimmung geben wird. (Heiterkeit

und lebhaftes Bravo! links und in der Mitte.)

ersten Berathung des

Biester.

er

von

ordn

fassungswkdrigen DUE ne ane, wüßte, daß der

erhoben werden , egen 1889 bis 1896 für die Flotte abgelehnt worden? Zwei Küstenpanzer. Die Regierung selbs hat bald darauf Tipanv dayon rg r diese Küftenpanzer no<hmals zu fordern, wei zeugt hatte, daß die ganze „Siegfried“-Klasse den auf sie gesepten Erwartungen nicht entsprah, und beim neuen Flottengele8 find gerade diese Küstenpanzer auf den Aussterbe-Etat geseßt. Der Ne also zwei Küflenpanzer erspart, wel<e die mehr als ihren Zwe>en belaufen si< die Ablehnungen au ; kleine Kreuzer oder Avisos, die Bezeihnung hat ja fortgeseßt gewechselt. tung selbst in thren Ansichten über die Konstruktio In ver Denkschrift von 1889 werden diese Schiffe als Kaperschiffe bezeihnet, Nichts if aber natürlicher, als daß der mehrung der Kaperschiffe, als eines sekundären Zweiges, hinter anderen Bewilligungen zurü>stellt. Es ist ungere<tfertigt, zu behaupten, daß, wenn diese Schiffe niht verweigert wären, man Seeinteressen ganz anders {üßen könnte. erfolgt, ahe: a das d im Cauten den ie idi m Gegentheil, die reihungen fallen in St d 100 Millionen Mark das 4 Haus beschäftigten und wir den Etat nah allen Richtungen korrigieren Absezungen einen Wenn durch solhe großen neuen

1893/95, wo große

mußten. bescheidenen Beitrag liefern müssen.

Steuern i Industriezweige geitôrt werden, so ist das für den Volkswohlftand

Abg. Richter:

von Kardorf von der

da, als Herr Landräthe im

mehr Behandlung der

nit

Privatmann

Wenn folcher dann i|st es Pflicht des Reichtages,

zu sprechen. Was i denn in den aht Jahren

sie sih inzwi

entsprehend erachtete.

vier oder fünf weil die

Diese {ind zurückgestellt worden,

eihstag die

heute Handel

Sind jene

ete? | euervorlagen von

Dazu hat allerdings die Marine dur >< erinnere nur an die Taba>fabrikatsteuer

30

Ich glaube, die Ausführungen des Herrn von Kardorff} haben mehr zur Belustigung und Erheiterung des Hauses beigetragen, als sie ernsthaft genommen wurden. Es ist lange her, daß wir den Minister von Miquel hier gesehen haben. Leider war

ers

preußischen

sprah. Herr von Kardorff sagte freilih, er inister von Miquel nicht: persönli daran betheiligt sei. Wenn Herr von Kardorff Muselmann wäre, würden wir ihm sagen: Allah weiß es besser. Man hätte au sagen können: Fürst Hohenlohe weiß es besser. Der Minister von Miquel sagte, früher sei es niht üblih gewesen, Reden des Monarchen zu kritisieren. Unter dem früheren ‘Monarchen kam es au nicht vor, daß derselbe in öôffentlihea Reden Angelegenheiten des Reichstages besprah. Es ist daher unsere Pflicht. von unserer Redefreiheit Gebrauch zu machen, um darauf zu erwidern. Und dann liegt no< eine besondere Veranlassung vor: Der Reichstag war in jener Rede ungere<tfertigten Anschuldi- gungen unterworfen worden, daß er nämlich in den ersten aht Jahren der Negterung des gegenwärtigen Kaisers die Verstärkung der Flotte be- harrlih abgelchnt und das Wohl des Ganzen Parletinterefsen unter- geordnet habe. Gegen sol<he Anschuldigungen sich zu vertheidigen, ift einfah Pflicht der Selbsterhaltung Wenn ein Beschuldigungen gegen den Reichstag erhebt, so ijt der Reichstag zu vornehm, die Gerehmigung zur Verfolgung zu ertheilen. 1 hohen, privilegierten Stelle aus sol<he Vorwürfe

folche

aber

da- von

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ihstag hat egierung selbst nicht Im übrigen Korvetten,

Verwal- n we<hselte.

Cre

und

blehnungen Parteiinteressen unter-

rofie

1899.

empfinbliher, als wenn eine Milliarde weniger bewilligt wird. Wir wollten gerade die Unterordnung des einseitigen Marineinteresses U das Wobl des Ganzen. Was aber ist bewilligt worden? Jn leßten aht Jahren unter Kaiser Wilhelm I. zusammen betrug das Extra- ordinarium der Marine 107 Millionen Mark, in den ersten aht Jahren des jeßigen Monarchen zusammen 260 Millionen Mark, und das Ordinarium der Marineverwaltung hat \i<h in diesen aht Jahren um mehr als 500/06, die Präsenzstärke der Marine um 409%/6 erhöht. Der Reichékanzler hat jedenfalls vorher keine Ahnung davon gehabt, daß eine solhe Rede gehalten wurde. Aber der Staatssekretär Tirpiß war in Hamburg zugegen. Ich neÿme an, daß ihm vorher diese Rede nicht mitgetheilt worden ist, sonst hätte er Frans seinec ressort- mäßigen Stellung es verhüten müssen, daß mit der Wirklich- leit jo wenig Üübereinstimmende Behauptungen in Bezug auf dîe altung des Reichstages in den aht Jahren aufgestellt wurden. s hätte ja nihts entgegengestanden, dem ressortmäßigen ver- antwortlihen Minifter vorher diese Rede mitzutheilen ; denn sie ist ja nicht nahträglih dur das Zivilkabinet oder sonstwo korrigiert worden, sondern vorher Wort für Wort festgestellt gewesen, sonst was [F ÿ nicht gleichzeitig oder jogar, wie mir gesagt ist, s{<on früher, als sie gehalten wurde, in die Dru>kerei des „Nei 1 UGET Tommen können. Auh im Reichstage wird ja kein eus gemalt, diese retrospektiven Betrachtungen in der Hamburger Rede über die ersten a<t Jahre der MRegierungszeit zu ver- theidigen. Graf Posadowsky hat pel gemeint, man solle do<, wenn man es für nö1hig halte, Reden des Monarchen hier zur Diskussion zu bringen, id an die verfassungémäßig dafür verantwortlihen Minister halten. Jh bin ganz und gar mit ihm einverstanden; ih bin gern bereit, dem zu gentgen wenn zu diesem Zwed>e ein verantwortliher Minister da ist. Fürst Bismar> hat einmal gesprowen von Aufträgen des Monarchen ohne ministerielle Bekleidungóftülke. Wenn diese Bekleidungsstü>ke in einem solhen Falle nit vorhanden sind, dann können wir do niht wie das Volk in dem bekannten Stück von Ludwig Fulda erheu Heln, n wir die Bekleidung sehen, während sie do< nit da ist. Es thut noth, daß solhe Reden, die nahher veröffentliht werden, vorher dem betreffenden Minister zur Kenntniß gelangen, damit er sih in Uebereinstimmung halten kann mit seinem eigenen Gewissen und mit dem, was er bereit ift, zu ver- treten. Die ganze Art, wie dieser Flottenplan vorbereitet worden ift, ist hohcharakteristis<h für unser egierung iynen: Im September ging das Regierungsprogramm dahin, in dieser Session keine Streits fragen in Militärangelegenheiten vor den Reichstag zu bringen. Der Reichékanzler is in größter Ruhe am 14. Oktober na< Baden-Baden gere Die Rede in Hamburg schien zunächst au< nur eine theo- retishe Bedeutung haben zu sollen. Da kam Staatssekretär Tirpi am 23. Oktober aus Wilhelmshaven zurü>k; am L Aben kündigte die „Norddeuts<he Allgemeine Zettung" an der pie des Blattes an, fie könne zuverlässig mittheilen, daß in diesem Etatsjahre ein Flottengeset nit vorgelegt werden würde. In 24 Stunden sprang der Wind um; derStaatssekretär Tirpiß fuhr in Begleitung desStaatssekretärs Grafen von Bülow na< dem Neuen Palais. Die beiden Herren hatten mit dem Monarchen eine Verständigung darüber erzielt, daß noch in dieser Session ein Flottengesey vorgelegt werden solle, und Staatssekretär Tirpiy machte sich am Mittwoch, den 25.,, auf die Reise na< Baden - Baden, um nachträgli<h das Placet des Reichskanzlers einzuholen. Das is au<h eine Eigenthümli@hkeit unserer Zustände, daß die maßgebenden Personen mehr auf Reisen find, als dies bisher üblih war. Wenn ein Beschluß der Re- gierung extrahiert werden soll, so muß ein Herr dem andern nachreisen. Wir haben gewissermaßen eine Regierung im Umherziehen. Das war ja auch bei den alten Deutshen der Fall. Da wir kein Minister- ktollegtum haben, so hat der Reichskanzler das einheitlihe Reihs- interesse zu vertreten. Das bringt naturli<h mit \ih, daß, wenn es si handelt um eine wichtige Jnitiative, die über ein einzelnes Ressort hinausgeht, au eine Verständigung erfolgt zwishen dem Monar@en und dem Reichskanzler, und daß dann erst die übrigen Instanzen in Frage kommen. Hier war es umgekehrt. Naturgemäß war der Reichskanzler {hon präjudiziert; es war ihm er- \{<wert, eine andere Meinung zur Geltung zu bringen. Der Reichskanzler fügte s< dem Vorschlag des Staatssekretärs der Marine; drei Tage später wurde der Flottenplan bekannt gegeben. Hier gestatte i< mir die Frage: Woher ist dieser Plan eigentli gekommen? If er im Reihs-Marineamt ausgearbeitet ? Gr kam wie aus der Pistole geschossen. Ist er aus dem Marine- kabinet ers dem Marineamt zur Äusführung überwiesen worden? Diese Frage is niht ganz überflüssig. Im Jahre 1896 kam plôuli<h Admiral von Hollmann aus Wilhelmshafen aus der Um- gebung des Monarchen zurü> in die Budgetkommission und theilte uns eine sogenannte Niedershrift mit, von der bisher niemand eine Ahnung gehabt hatte. Es wurde widerspruhslos fest- gestellt, daß von diesem Plan weder der Reichskanzler, no<h der Schaßsekretär die geringste Ahnung gehabt hatten. An die Veröffentlihung des neuen Plans {lossen si< zahl- reihe Artikel aus dem Marineamt, namentli< in der „Berl. Corresp.“ an. Jch meine, wo die Regierung in der Oeffentlichkeit auftritt, soll sie es unter ihrer Verantwortung, niht unter offiziöser Maske thun. Die; Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ erscheint unter der Verantwortung eines gewissen Lauser. Die Regierung soll erst dann dazu übergehen, in. der Oeffentlichkeit dafür Stimmung zu machen, wenn der Plan innerhalb aller für die Vorbereitung von Gesetzen zuständigen Instanzen festgesteli worden ift. Warum überhaupt diese Eile? Das Flottengesep soll do< erf im Januar vorgelegt werden und praktishe Bedeutun je die Sade erst von 1901 an haben. Herr von Kardorff at gestern auf das Bedenkliche aufmerksam gemacht, die deutschen Fürsten, die man früher sogar brieflih lange vorher über die Absichten der Regterung verständigt bätte, zu übergehen. Nun ist allerdings na<hher Staats- sekretär Tirpiy umhergereist, um scinen Plan plausibel zu machen, aber erst, na<hdem in den Zeitungen der gate Bean sona erläutert und zu begründen versuht war. Geschäftsordnungsmäßig : bisher bei der Ausarbeitung des Programms eines Geseßes die leitenden Minister der Einzelstaaten zugezogen worden. an kann fragen, warum wir uns so bemühen, daß der Bundesrath zu seinem Rechte kommt. Wenn der Bundesrath zu einer bloßen Registrierbehörde - herabsinkt, find wir um so mehr verpflichtet, wieder die frühere Forderung aufzunehmen nah einem verantwortlihen Minister, nah etnem nisterkollegium. Wir verlangen, daß folche weitgreifende Pläne vorber aus ruhigen, eingehenden Berathungen und Verftändigungen eines Ministerkollegiums A boben Trintiprhen und Festreven aufgestellt wecben B von bloßen Trinksprüchen und Festreden au rden. Dc i es, was uns noth thut im Lande. ir wollen eben keine Fm tregterang weil wir in grun aus wie viel Unheil s{hon dadur< gestiftet cin Mann, wie Herr von Kardorff , denken niht entshlagen, daß wir auf dem folhen Kabinetsregierung uns befinden verantwortlihkeit sh zu verflühtigen begir eht, so kommen wir zu einem o underte, wo die Minister du atten, was der Fürst wollte oder des Parteimannes aus könnte ih eine empfinden, wie die Sache gekommen