1899 / 301 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Gesundk eitsftand und Gang der Volkskrankheiten. (Aus den o He onaaupgen des Kaiserlien Gesundheitsamts“,

vom 20. Dezember 1899.) P V eto. 5 (l L. 81).

429 Erkrankungen (und 4 Todesfälle) ‘an der Zit vom

Benipaet Bomfin befanden si< am

Britisch - Ostindien. vember sind

ein\s<l. einiger bereits früher erfolgter, Todesfälle im Staate Hyderabad.

Von anderer Seite wird, berichtet, daß die Gesammtzahl der

Vorjahres gewesen sein.

Während jedes der drei Pestjahre 1897, 1898, 1899 sind durh- der 5 Wochen von Mitte Oktober bis Mitte Bombay 3504 Personen gestorben, gegen nur 2131 während der entsprehenden % Wochen jedes der pestfreiten Jahre 1891

Jn innerbalb tovember in

bis 1895.

Die Zahl der zum Schutze gegen die Pest während der Zeit vom

September v. J. bis Anfang November d. geimpften vom 4. November auf 33 000 beziffert.

Madagaskar. In Tamatave

gemeldet. Rsunion. 4 Todesfälle an der Pest zur Anzeige gekommen, Cholera. Türkei.

Seuche herr|<en. British-Ostindien. Kalkutta.

Gelbfieber.

Es gelangten zur Anzeige in der Zeit vom 7. bis 13. Oktober vom 15, bis 21. Oktober in Bahia 1 Erkrankung (und 1 Todesfall), vom 22. bis 283. Oktober in Barranquilla 1 (1), vom 5. bis 18. November in Havyannä am 18. November in Puerto Principe 1.(0), vom 99. Oftober bis 18. November in Santiago 3 (0) 1 auf einem vom 18. bis 29. November in vom 16. bis 22. November ‘in Miamit 24 (2), vom 3. bis 16. November in Vera Cruz 7 (5), ferner wurden auf Schiffen gemeldet vom 5. b!8 11, November in Delaioare Break- Qüarantine und Nuevitas je'1' Fall, ferner in Cten- fuegos und vom 12. bis 18. November in Havanna je ein verdächtiger Todesfall. Der Dampfer „Navarre“, welher am 29. Oktober in St. Nazaire (Frankreich) ankam, haite auf seiner Ueberfahrt von Vera Gelbfieber aehabt, und war demgemäß in Quarantäne gelegt, während sämmtliche Passagiere in das Lazareth am jenseitigen Ufer der Loire kamen; zwei derselben wurten fiebeckrank

in Rio de Janeiro 6 Todesfälle. 24 (9), von Hayanna gekommenen Schiff —,

Key West 2 (1),

watér

Cruz 2 Todesfälle . an befunden.

Wetterberiht vom 21. Dezember 1899, s Uhr Morgens.

|

Bar. auf 0 Gr u. d. Meeres\p.

Stationen. ‘Wind, Wetter.

in 9 Celfius

red. in Millim. Temperatur s O P Q G bD > Co 50C. =40%R.

OSD SO OSO OSO SSO SW WNW NW

SSO O ONO O OSO OSO SO OSO ONO O ÑNO O

766 773 780 779 788 782 789 782

Regen bede>t wolkenlos bededt wolkenlos beded>t bededt bede>t

Bla>fsod. Aberdeen Christiansund Kopenhagen . Stod>tholm .

teteröbur

„Petersburg Moskau .

Cork Queens- C) Cherbourg . | 769 Mt 61 -T008 E i, e 1 T4 mburg . . | 774 winemünde | 778 Neufahrwasser| 785 Memel 787

Del L R THD ünster Wstf.| 769 Karlsruhe . . | 770 Wiesbaden. .

4A

m t PODO vin bi if f [ry

765 Regen bededt bede>t wolkenlos wolkenlos heiter wolkenlos Dunst Nebel Nebel wolkenlos halb bed. Schnee bede>t halb bed, vededt —10 Breslau . .. wolkig —13 Fle d’'Aix .. | 766 |O Regen 4 Sd mi 1000. wolkenlos 5H Triest A d 107 IOND Schnee |— 9 Uebersicht der Witterung.

Die Wetterlage hat si< wenig verändert. Ueber anz West-Guropa is das Barometer gestiegen.

as barometris<he Marimum hat sih langsam west- wärts fortgerflanzt. Eine Devression liegt jenseits der Alpen und s<cint nordostwäris fortzuschreiten. æÆXn Deutschland is bei mäßigen Winden aus öst- üen Richtungen das Wetter kalt, tro>en und heiter; die Morgentemperatur liegt 45 bis 13 Grad

unter dem Gefrierpunkt. Deutsche Seewarte.

EUMGR L RRIRERE R E R E E E I | Theater. Königliche Schauspiele. Freitag: Opern-

haus. 5, Symphouit-Abend der Königlichen Kapelle. Dirigent: Herr Kapellmeister Felix

771 768 [D

774 |SSO 171 10

778 |SO 778 |OSO

Cp —10 A s 2s

05 E MOÎ O DO > A US S If b bi bei i (Î> B DO C C5 J

‘4 / est. ; s / Por ugal, In den Tagen yom 24, bis 29; November sind aus Y 2 (0 1 O i (1), 2 Wh, im Ganzen . er Pest amt 1. bis 7. Dezember 2 Grkrankungen am 2. Dezember und 6 Todesfälle, davon 1 am 2. und 4 am: b. Dezember). Seit Auch usbru< der Epidemie sind na< den amtlichen Feststellungen bis Ende Novemker 288 Personen in Porto, 2 in Braga, 1 in erkrankt, davon 100 in Porto und 1 in Lissabon gestorben. Im 7, Dezember 19 Männer, rauen und Kinder, darunter insgesammt 8 s{hwerkranke Perfonen. Fn der Woche vom 11. zum 18. No- in ganz Indien 2968 Sterbefälle an der Pest (25 mehr als in dèr Vorwoche) zur Mui E gelangt, aber jeßt er In der Stadt Bombay ift die Zahl der wöchentlih gemeldeten Pesttodesfälle von 74 auf 103, in der Stadt Kalkutta von 33 auf 44 gestiegen, dagegen ift sle in dér Präsidentschaft Bombay .von 2664 auf 2055 gesunken. Im Staate Mysore soll die Krankheit ih vershlimmert, im Nagpur - Bezirk soll sie etwas abgenommen haben. ebenfalls no< amtlihen Angaben, auf Pest zurü>kgeführten Toves- fälle in- der Stadt Bombay während- der Wochen vom 11. Ofktobèêr bis 14. November 441 betragen habe und um 15 geringer als in der gleichen Zeit des Vorjahres gewesen sei; dagegen soll die Gesammtzahl der Sterbefälle in der Stadt Bombay während dieser ‘5 Wochen des | fig 30 laufenden Jahres (3746) um 491 höher als in der gleihen Zeit des /

Personen wird in der „Civil and military Gazotté“

find vom 21. bis 26. No-

vember 5 Erkrankungen und: 3 Todesfälle an der Pest festgestellt ; seit dem 26. November war bis zum 4. Dezember kein weiterer Fall

Vom 17. bis 30. November sind aus St. Denis

Die Epidemie in Mesopotamien scheint vorwiegend auf den Bezirk von Hai bes<hränkt zu sein. Die Stadt Bassora isk zufolge einer Nahricht vom 2. Dezember frei; au< Mohammera

frei sein, dagegen soll in Ah waz am Kuren und in Maskat die

In der Zeit vom 12. bis 18. November sind 17 Personen an Choltra gestorben.

] daß eine Epidemie geme

waren 178

gemeldet, in Kränkheit soll aus

gefunden haben.

ifsabon PRenae gemeldet,

krankungen; Geni ankungen; Keuchhusten:

Influenza: Berlin d,

46 Erkrankungen. 1,15 9/0): in Bamberg, Efsen, F den Reg.-Bezirken Grfurt 322, Marienwerder 1283, November), München 126, Nürnberg 172,

0,91 9/0):

in Bombay

burg 94.

sind wieder aufgehoben worden. 13. Dezember.)

van Beethoven gewidmet.

Herr * Molenar, den Hettore

Oisina Fräulein Poppe.

Montag und Dienstag Abend: „Das verlorene Paradies“.

gegeben.

Weingartner. Anfang 74 Uhr. Mittags 12 Uhr: Oeffentliche Hauptprobe. Billet-Verkauf hierzu bei Bote u. Bo>k, Freitag von 11—12 Uhr im Opernhause. Die Theater-Billetkasse bleibt ge- <lossen.

Schauspielhaus. 289. Vorstellung, Emilia Galotti. Trauerspiel in 5 Aufzügen von Gott- hold Ephraim Lessing. (Claudia: Fräulein Betty L'Arrxonge;, vom Schauspielhaus ‘in München, als Gast) Anfang 73 Uhr.

Opernhaus. 267. Vorstellung. Fra Diavolo. Anfang 7&5 Uhr.

Schauspielhaus. 290.Vorsteung. Die Brautfahrt, oder: Kunz von der Noseu. Lustsytel in 5 Auf- zügen von Gustav Freytag. Anfang 7# Uhr.

Deutsches Theater. Freitaz: Der Probe- faudidat. Anfang 7} Uhr.

Sonnabend: Der Probekandidat.

Sonxtag: Geschlossen.

Berliner Theater. Freitag (15. Abonnements- Vorstellung): Frau Holle. Anfang 7 Uhr.

Sonnabend: Zum ersten Male: Flottenmanöver.

Sonntag, Nachmittags 2 Uhr: Frau Holle.

Schiller-Theater. (Wallner-Theater.) Frei- tag, Abends 8 Uhr: Viel Lärmen, um Nichts, Lustspiel in 5 Akten von William Shakespeare.

Sonnabend, Abends 8 Uhr: Zum ersten Male: Fun Bchanudluug.

Sonntag (Heiliger Abend): Geschlofsen.

Theater des Westens. (Opernhaus.) Frei-

tag: Gastspiel von Frau Olga Piccaluga und Herrn Fuan Luria: Rigoletto.

Sonnabend, Nachmittags 3 Uhr: Kinder-Vor- stellung: Schueewciß,chen und Rosenroth. Abends 7} Uhr: halben Preisen: Zar und Zimmermanu.

Sonntag, Nachmittags 2# Uhr: Kinder-Vorst ellung. é Are Is PER untd Rofeuroth. Abends:

ofen.

Montag, Nachmittags: Der Foasseushmed, —- Abends: Borleßtztes Gastspiel von Signorina Prevostf. “A U eta j

enótag, Nachmittags: Der Freishüß. Abends: Der Zigeunerbaxon. 4e

Lessing-Theater. Freitag: Als ih wiede: -

fam... j Sonnabend; Als i< wiederkam ..

E E 10 u Polen. EEN S _Hrasikien. Zufolge einer Mittheiluag vom 3. November sind seit Gnde Juli au< M E A COnA die Poden so heftig Aulgetreten, : det wurde, wel4ge aber zu Beginn des November wieder erloschen sien. Ünter etwa 6500 l Po>enerkrankungen ait 36 Todesfällen festgestellt. Die g Santos - etúgeshleppt worden sein und unter der, größtentheils ungeimpsten Bevölkerung

aus anderen Orten Brasiliens wurden um dieselbe Zeit in Ribeirao de Onço (Munizip. Colombo) (l f< ein Krankheitsherd gebildet haben. Aus Rio de Janeiro‘ wurden im Juli 114, im August 168 Polkentodesfälle angezeigt. Verschiedene Krankheiten.

Polen: Madrid 2, Warschau b Todesfälle; Antwerpen (Kranken- häuser), Paris je 4, St. Petersburg 50, Warschau (Krankenhäuser) 15 Erkrankungen; D ia n Oefte, Mou! St

arre: New York .9 Todesfälle; Roß: ;

gemeldeter Da 1 Todesfall; Varizellen: Budapest 72, W r London. 20 Vodeéfälle; S(bleswig 47, Hamburg 42, Kopenhagen 20, Wien 36 Erkrankungen ; London 42, Moskau 8, Paris 2, St. Petersburg 3 Todesfälle ; Kopenhagen 47, St. Peters- burg 27 Erkrankungen; Lungenentzündun g: Reg.-Bez. Schleswt Mehr als ein Zehatel aller Gestorbenen star an Masern (Dur@&schnitt aller A Berichtsorte 1886/95: ürth, Gera, Erkrankungen kamen zur Meldung in Berlin 45, Breslau 123, in

Schleswig 92, Sigmaringen 285 (1. November Stettin

St. Petersburg 222, Wien 311 desgl. an Scharlach (1886/95: in Altendorf, Duisburg, Gleiwiß Erkrankungen wurdén angezeigt in Berlin 45, im Reg.-Bez. Arnêberg 108, in Hamburg 41, Butapest 54, Christiania 26. Edinburg 20, Kopenhagen 66, London (Krankenhäuser) 278, New York 109, Paris 53, St. P Wien 60 desgl. an Diphtherie“und Croup (1886/95: 4,27 °/o): in Bromberg, Halberstadt Erkrankungen wurden gemeldet, in Berlin 102, Hamburg 24, Kopenhagen 33, London (Krankenhäufer) 237, New York 259, Paris 53, St. Petersburg 149, Stockholm 141, Wien 54 ferner wurden Erkrankungen an Unterleibstyphus gemeldet in Londoa (Krankenhäuser) 65, New York? 56, Paris 48, St. Peters-

Brasilien.

Die von der brasilianishen Regierung gegen die Häfen des Adriati\shen Meeres wegen Pestgefahr angeordneten Maßnahmen

zug Theater und Musik. soweit bisher

Sm Königlichen Opernhause findet morgen der fünfte Symphonie-Ubend der Königlichen Kapelle unter Kapell- meister Wein gartner's Leitung statt. Die öffentliche Hauptprobe is Mittags 12 Uhr. Billets zu der leßteren (2 und 1 4) sind bei Bote u. Bo> und an der Opernhauskasse käuflich.

Im Königlichen Schauspielhause wird morgen Lessing’3 Trauerspiel „Emilia Galotti“ gegeben. Betty L'Arronge vom Schauspielhaus in München die Emilia Galoiti spielt Fräulein Lindner, den Gonzaga Herr Marinelli Herr Pohl, den Grafen Appiani Herr Ludwig, ‘die Gräfin

Fm Berliner Theater gestaltet fh dec Spielplan für die Weih- nahts-Feiertage sowie den Mittwoh nächster Woche folgendermaßen : „Flottenmanöver*; Mittwoch Abend: Am Sonntag, 2 Uhr, und am Mittwoh, Nachmittags 24 Uhr, geht das Wechnachts- märhen „Fräu Holle“ in Scene. „Wilhelm Tell“, am Dienttag Nachmittag „Göß von Berlichingen“

Volksthümliche Borstellung zu“

P ecónen | D ewohnern | H. „Blätter, 9 regen, einen sehr günstigen Boden

T -Trompeter.

Warschau (Krankenhäuser) 2 Er-

ien 116 Gr- Neg.-Bez.

New York 3,

Hagen, Köln, Nürnber Hildesheim 98, Köntgsberg 308, zugcsandt.

586, Wiesbaden 249, in Budapest 148, New York 262,

etersburg 89,

(Val. „R.-Anz.“ Nr. 294 vom Schkeuditz

495

Das Programm if Ludwig

Als Claudia gastiert Fräulein auf Engagement, Odoardo Galotti Matkowsky, den

den 24.,. Nachmittags

Am Montag Nachmittag wird

Sonntag: Geschlossen.

Montag, Nachmittags 3 Uhr: Jm weißen Rößl, —- Abends 7 Uhr: Zum ersten Male: Der __Tugendhof. Lustspiel" in 4 Akten von N. Skowronnek.

Neues Theater. Schiffbauerdamm 4a. Fret- tag: Ein unbeschriebenes Blatt. ‘Lustspiel in 3 Akten von E. von Wolzogen. Anfang 7# Uhr.

Sonnabend: Ein unbeschriebenes Biatt.

Montag und Dienstag (1. und 2. Weihnachts- Feiertao), Nachmittags 3 Uhr: Zu halben Preisen : Colinette.

Mittwoch, Nachmittags 3 Uhr : Kiwito.

An allen drei Feiertagen «Abends 74 Uhr: Ein unbeschriebenes Blatt.

Pelle - Alliance - Theater. | Gastspiel des „Shlierseer Bauern - Theaters“. Freitag, Abends 8 Uhr: Jägerblut.

Sonnabend : s Liserl von Schliersee.

Residenz-Theater. Direktion : SigmundLauten- burg, Freitag: Bus<h und Reichenbach. Schwank in 3 Akten von Heinrich. Lee und Wilhclm Meyer-Förfter, Regie: Hermaun Werner. - Vorhec : Die Richtige. Komödie in 1 Akt von Thilo von Trotha. Regie: Gustav Ri>elt. Anfang 7 Uhr.

Sonnabend: Busch und' Reichénbach. Vorher: Die Richtige.

Sonntag: Geschlossen.

Montag: Busch und Neichenbah. Vorher: Die Nichtige. Nachmittags 3 Uhr: Zu halben Preisen: Der Schlafwagen-Coutroleur.

Dienstag : Busch und Reichenbach. Vorber : Die Nichtige. Nachmittags 3 Uhr: Zu halben Preisen: Der Schlafwagen-Controleur.

Mittwo<: Busch und Neichenbah, Vorher : Die Richtige. Nachmittags 3 Uhr: Zu halben Preisen: Déx Schlafwagen-Controleur,

Thalia-Theater. Dresdenerstraße 72/73. Frei-

tag: der Generalprobe wegen ges{lossen. Sonnabend: Mit gänzlih | neuer Ausstattung: (Novität.) Zum ersten Male: Jm Himmelhof. Große nee mit Gesang und Tanz in 3 Akten von Jean Kren und Alfred S({önfeld, Musik‘ von Max Schmidt.

Von - Weibnachten ‘ab ägli< Abends 74 Uhr: Im Himmelhof.

enrik. Jbsen. Am 2, Feiertag: Kean,

(Kean ; ugen dy.)

Jn Breitkopf und

Nr. 4 Gef

Wanne (Kreis Gelsenkirhen), 20. Dezember. Auf der Zeche „Unser Fritz“ ersti>ten bei einem Brande im Pfeilerbau des Flöyes „12 Osten“ drei Arbeiter. 8

Traben a. d. Mosel, 20. Dezember. wesenheit des Ober-Präsidenten Nasse und unter Theilnahme der Spitzen der Behörden wurde heute die neue Moselbrüd>e, welde na< Trarbach hinüberführt, feierlih eingeweiht. \@loß ih ein Festmahl im hiesigen Kasino.

Leipzig, 20. Dezember. (W T. B.) Amilih wird gemeldet: Am 19. Dezember Abends i} bei Bude 111 in der Nähe der Station die von Gröbers nah Leipzig (Magdeburger Bahnhof) fahrende Rangtermasch ine infolge Schienenbruc)s aufgehalten worden, und auf diese Maschine ist der von Halle fällige Personen N

festgestellt, Personenzug infolge starken Nebels den Blo> üÜberfahren hat, Der Heizer - der Lokomotivführer und Heizer sowie der Zugführer und der Pa>kmeister des Personenzugs sind \<wer verlegt. Neisende sind nicht verunglüdt, Der Materialschaden is unbedeutend. gleise wurde der Durchgangsverkehr über Bitterfeld bezw. Korbetha geleitet. Heute Vormittag gegen 7 Uhr war das Gleis Leipzig—Halle, gegen 8 Uhr auch das Gleis

f j Nachmittags 3 Uhr: Am 1. Feiertag: Nora von

efañgenes Vöglein, Nr. 5 Jagdspiel, Nr. 6 Der

kleine Reiter; 7 P t 11. Nr, 7 Dié Dorfrmusikanten, Nr. 8 Der r. 9 Nr. 11 Wildes Tänzchen, Nr. 12 Ungarischer Tanz.“ —“ Aus

Kollektion „Déutscher Liederverlag“ liegen neu vor : 2h W. Funker, Drei Lieder (Text von Paul Baechr), op. 14. Nr. 1 „Das war ein wundersüßer Traum“; au zehnmal nein"; Nr. 3 „Ob wohl die Blume ahnet ?“,

<erzo; Heft ILL. Nr. 10 Abendgesang, Nr. 572/573.

Nr: 2 „Und fagt Dein Mund

Manuigfaltiges.

Berlin, den 21. Dezember 1899.

Die „Urania* versendet gegenwärtig das Programm der im fommenden Quartal stattfindenden Vorträge. Die Lehr kurse umfassen: 10 Vorträge über „Elektrotechnik“ (Dr. P. Svies) 10 Vorträge über „Technologie des täglihen Lebens“ (Dr. G. Naß), 8 Vorträge über „ausgewählte Kapitel aus dem Gebtete der Ecdkunde® (Dr. P. Schwahn) und 6 Vorträge über „die Naturgeschichte im Alltäglichen“ (Professor Dr. C. Müller). find an der Kasse erhältli<h oder werden auf Wuns kostenlos

Ausführliche Berichte

Königsberg i. Pr., 20. Dezember. (W. T. B.) Die „Königs . berger Hartung’she Zeitung* meldet : î Haffs i} an den meisten Stellen bereits einen Fuß stark. Leichte S(littenfuhrwerke verkehren von einem Strande zum andern,

Das Eis des Kurischen

(W. T. B)

(W. T:BV) In Ai

An die Feier

Der Grund des Auffahrens dürfte, darauf zurücfzuführen sein, daß der

Nangiermaschine is dabei getödtet worden, der Infolge Sperrung der Haupyt-

[le—Leipzig wieder fahrbar.

St. Petersburg, 21. Dezember. (W. T. B.) Auf der Halb- infel Krim haben heftige Stürme die Telegraphenleitungen theil- weise zerstört; es herrscht daselbst starker Fro} und Schneefall, Au aus Uralsk und Umgegend wird von hestigen Stürmen ke- rihtet, welhe große Verwüstungen anribteten. Menschen und Bizh sind in großer Zahl umgekommen und Häuser zerstört worden,

(Fortseßung des Nichtamtlichen in der Ersten, Zweiten

und Dritten Beilage.)

«“

Pirkus Alb. Schumann. Im eleganten, renovierten_ Dire Renz, Karlstraße. Freitag, Abends präzise 74 Uhr: Große außerordentlliche Vorstellung, Zum Schluß: Großes und inter essantes Ritterschaustü> aus dem 14. Jahr hundert: Der schwarze und der weiße Ritter mit sämmtlichen Einlagen.

Sonntag: Nur eine Vorstellu«g. Anfang 5 Uhr. Ende 8 Uhr. Prpgrann wie sonst in zwet Vorstellungen. evue sämmt- liher Künstler, vom kleinsten bis zum größten, und großes Rittershaustü>: Der schwarze und der weiße Ritter mit sämmtlichen Einlagen. Freien Eintritt auf allen U hat cin jedes Kind, welh-s in Begleitung eines mit Billet versehenen Erwachsenen ist.

Montag, Dienstag und Mittwoh: Je 2 große Borstellungen: Nachinittags 34 Uhr und Abends 74 Uhr. Naqhmlttags 3F Uhr: Extra einstudiert:

m Weihnachtsbazar. Große Weihnachts-

antomime, dargestellt von 80 Kindern und 100 Personen. Abends 7& Uhr: Nitterschaustü>: Der- schwarze und der weiße Ritter. In beiden Vorstellungen: Meue Debuts. U. A. Die 3 Haydas-A raberx, Springer.

C EGR E E G R S E A PEEE E L T R RT E B

Familien-Nachrichten.

Verlobt: Frl. Milli Niemann mit Hrn. Oberleut. Carl Haun“ (Bielefeld).

Geboren: Ein Sohn: Hcn. M. von Köller (Demmin). g Gestorben: Hr. Hauptmann a. D. Hugo Fryr. von Linstow (Berlin). Hr. Rittergutshesier und Kreisdeputirter Ronnow Fe<hner (Breslau).

i J

Verantwortlicher Redakteur: Direktor Siemenroth in Berlin.

Verlag der Expedition (S{olz) in Berlin,

Dru> der Nörddeutshen Buchdru>erei und Verlag! Anstalt Berlin 8SW., Wilhelmftraße Nr. 32.

Acht Beilagen (eins<ließli<h Börsen-Beilage), ; undeine Bekanntmachung der Hauptverwaltu# der Staatsschulden in Berliu vom 11. Oftobe 1899, betreffend die Niederlegung der

ge Rechnungsjahre 1898/99 durch die ilgung fonds eingelösten Staatsschulden-Dokument-

n ärtel’s Klavier - Bibliothey (Verlág von Breitkopf-u. Härtel in Leipzig) erschien in“ der! Unter, Abtheilung „Instruktive Sammlungen“, Sbulausgabe neuerer Klayien literatux, ausgewählte Tonftü>ke in instruktiver Neubearbeitung von Germer (Preis des Heftes 1 #4): Nürnberg, op. Nt lüthen und Früchte“: Heft I. Kir. 3 M

Erste Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

Statistik und Volkswirthschaft.

Kleine, mittlere und Großbetriebe sowie deren Personal im Gewerbe und Handel des Deutschen Neichs.,*)

Bei Betra®tungen über den Utafang der Gewerbebetriebe sind zunächst dicjenigen, in wel<en der einzelne Inhaber allein, ohne Mit- inhaber oter Gehilfen und ohne Benvbunga von Motoren, thätia ift, als „Alleinbetriebe" von den übrigen Unternehmungen, den Mite inhaber-, Gehilfen- und Motorenbetrieben, wel<he die Statistik als „Gehilfenbetriebe" zusammenfaßt, zu scheiden. Nach der inm 119, Bande der „Stalistik des Deutschen Neichs* veröffentlichten ab- schließenden Darstellung der Ergebnisse der leßten gewerblichen Be- triebszählung von Dr. Friedri<h Zahn, dem Referenten für die Berufs- und Gewerbezäklurg im Kaiserlien Statistischen Amte, kamen am 14. Junt 1895 sowie am 5d. Juni 1882

von 100 Haupt- Nehen- betrieben betrieben 1895 1882 54,5 62,9 47,1 455 37,5

Betrieben ing- gesammt

auf 1895 1882

Alleinbetriebe . . 59,4 67,1 ni<t haus- industrielle

Gehilfenbetriebe . nit haus- industrielle O8 43,3 10,6 81:1

Die Alleinbetriebe, die von sämmtlichen Unternehmungen 59,4 9/9 auß- machen, sind demnach als Betriebsform porherrcs<hend; von dem ge- werbthätigen Personal aber beschäftigen sie no< nit ein Fünftel. Der Schwervunkt der Gewerbthätigkeit und darum au<h die gewerblihe Entfaltung rußt in den Gehilfenbetrieben, Sie ver- einigen in si, wenn {on nur 45,5 9%/ aller Hauptbetriebe, doch 83,3 9/0, also über vier Fünftel im Jahre 1882 waren es no< nit ganz drei Viertel des gesammten Gewerbepersonals. Seit 1882 haben die Alleinbetriebe abe, die Gehilfen- betriebe zugenommen. Die Mindeiung der ersteren beträgt, wenn man lediglid die Hauvtbetriebe als die ihrer Zahl wie ihrer Bedeutuna nah) wichtigeren ins Auge faßt, 8,7%; das dreifache dieser Zisfer, nämli 26,9 0/0, beträgt dagegen die Vermehrung der Gehilfenbetriebe, und das Personal der GSehilfenbetriebe bat mebr als doppelt fo stark zugenommen wie die Gehilfen- betriebe selbst. Das Bild wird nicht wesenilich verändert, wenn man die hausindustriellen Allcin- und Gehilfenbetriebe von den übrigen aus\eidet. Dann haben die nicthausindusiriellen Alleinbetriebe zwar nur um 6 9 9/0 abgeno amen, die Gehilfenbetrtebe dagegen um 28 49/9 und ihr Personal um 58,0 2/9 zugenommen. Nußerhalb der Hausindustrie halten s< also die Allcinbetriebe länger, vermehren und vergrößern sh andrrerseits die Gebilfenbetriebe intenfiver als innerhalb derselben. Ebenso wiederholen sih die vorgenannten Ergebnisse im wesentlichen, wenn man den Begriff Alleinbetriebe weiter faßt, als es dite Gewerbe- statistik mit Rücksicht auf die praktischen Zwe>e der Berwaltung zu thun pflegt, wenn man den Alleinbetrieben also au die übrigen Be- triebe mit einer Person, d. h. die Einzelbetriebe mit Motoren sowie die Betriebe mit etner Hilfsperson, deren Inhaber das Gewerbe nur nebenberuflic betreibt, hinzurehnet Dann verbleibt für die Ge- sammtheit der Alleinbetriebe im weiteren Sinn eine Abnahme von 5,3 9/6, dagegen für die Gehilfenbetriebe eine Vermehrung von 24,0 9/0 und für deren Personal eine Zunahme von 956,6 /o.

Von den Jogenannten Gehilfenbetrieben pflegt man diejenigen, welhe ohne Gehilfen, aber mit Motoren arbeiten, und die Gehilfen- betriebe im engeren Sinne mit 2 bis 5 Perfonci (einshließli< der Betriebsleiter und -Inhaber) ebenfalls zu den Kleinbetrieben zu ¿äblen. Unter Mittelbetrieben versteht man solhe, wel<he 6 bis 50 Personen, unter Großbetrieben diejenigen, welche mehr als 50 Personen beschäftigen. Diese Schetdurg is eine rein mechanische und entspricht in vieler Beziehung nicht den tbatsäclihen Verbältnissen, fann aber bei einer Besyrehung des Gesammtcesultats der Gewerbestatistik dur< eine bessere ni<t erseßt werden. Vor allem hat jede Eintheilung, die für alle Betriebe einheitlich ift (und sein muß), für eine einzelne Bewerbeart nicht dieselbe Bedeutung wie für die andere. So läßt die Zahl der innerhalb der Betrieb8- stätte bes<äftigten Personen naturgemäß da feinerlei Schluß au] die Betriebsgröße zu, wo viele Hausindustrielle, Hausierer oder Gee fangene beschäftigt werden, und so ist bei den Gewerbearten mit starker Vertretung der Hausindustrie jener Maßstab besonders mangel- baft. Aber auch die Zahl der innerhalb der Betriebsstätte thätigen Personen hat in den einzelnen Geroerbearten ve<t verschiedene Bedeutung. So giebt es z. B. arof;fapitalistishe LHandels- betriebe, in denen eine nur fehr geringe Zahl -von Personen thätig ift, weil es in sol<-n Betrieben, im Gegensaß zur Industrie, so gut wie gar feiner Handarbeit, sondern neben der leitenden Thätigkcit nur einiger Komtorar"cit bedarf. Unzweifelhaft großfavitalistii< find beisp!eisweciie mil geringen Ausnahmen die Betriebe der Aktiengesellshaften. Es waren 1895 in Händen von Altktiengesells{<aften: in der, Industrie 3022 Betriebe mit 725 042 Personen, im Haudelsgemerbe 990 Betriebe mit nur 18 147 Personen. Demnach entfielen auf cinen Aktienbetrieb in der Industrie 239,9, im Handelsgerwerbe dagegen nur 18,3 Perfonen (während in der gesammten Industrie auf 1 Gehilfenbetrreb übers- haupt 7,4, im Handel 3,4 Perionen entfielen), Noch mehr tritt die verichiedene Bedeutung der Personenzahl für die Betriebsgröße zu Tage, wenn man die Personenzahl der Ykiienbetciebe mit ihrem Kapital vergleicht. Das lchtere is zwar nichk duïh die Ge- werbestatistik oder andere amtliche Aufnabmen festgestellt, doch bietet eine umfassende private Statistik des Professors an der Technischen Hochschule zu Aachen Dr. van det Borght aus dem Jahre 1896, der wir in einer sehr gründlichen und werthvollen Abhandlung über „Aktiengesellschaften (Aktienrehte, volkswirthschaftlice Bedeutung und Statistik der - A.)“ in dec im Erscheinen beariffenen zweiten Auflage des „HandwörterbuWs der Staatäwissenshaften **) bes gegnen, für den vorliegenden Zwe> hinreiczende Genauigkeit. Nach dieser in Verbir dung mit der amtlichen Gewerbestatistik kamen auf 1 Yktienbetrieb an Kapital (cingezahltem Aktienkapital, Resetve- fonds und Obligationen) bezw. Personen :

*) Vergl. Nr. 289 d:s „R.- u. St.-A.* vom 7. L ezember d. I.

*) Handwörterbuch der Staatswissenschaften, heraus- egeben von Dr. F. Conrad, Professor der Staatswissenschasten in alle a. S., Dr. L, Elster, Geheimem Regierungsrath und vor-

tragendem Rath im preußishen Ministerium der geistlichen, Unter- rihts- und Medizinal-Angelegenheiten, Dr. W. Lexts, Professor der Staatäwifsenschaften in Söttingen, und Dr. Edg. Loening, Professor der Rechte in Halle a. S. Zweite, gänzlich umgearbeitete Auflage, (Jena, Verlag von Gustav Fischer.) 1. Band, S. 190 f. Wir werden auf dieses si< als wichtige Quelle volkswirthschaftliher Gr- kenntniß darstellende Werk demnächst zurü>kommen.

.

Personen der Haupt- betriebe

1895 1882 16,7 25,6

14,4 83,3 74,4

1895

89,2

81,2 10,8.

. 52,0 . 40,6 329

Berlin, Donnerstag, den 21. Dezember

1 Mill. Mark Kapital Perfonen

1 Ati gu) ien- 1 gesellschaft 1 peubh 4 fonen Kapital in Personen Kapital in Mil. Mik. Mill. Mrk. Erzbergroerke ,

Hütten- wesen

Industrie der Steine 2c. Slas . E e Metallvezarbeitung . Maschineniadustrte Chemische Industrie . Lichte, Seifen, Oel- mühlen . Textilindustrie . 2,22 Papier und Pappe . . 1,32 (Seld- und Kredithandel 19,59 Vez sichcrungsgewerbe . 1,64 20,9 7,85 12/74

Die Zahlenangadben der vorleßten Spalte dürften that\ächli< etwas zu hoch, die ter leßien etwas zu niedrig sein, da vorausgeseßt ist, daß die Aktiengesellshaît ih: ganzes Kapital dem Gewerbebetrieb widmct

auf in der 100 Per-

Gewerbegruppez

478,6 168,6 348,6 352 6 296,4 174,3

76,8 446,7 193,7

1,63 0,68 052 0/54 0'60 1,77 2,64

0,50 0,68

61,28 147,89 195,84 183,65 166/52

56,59

37,83 201,22 146,74 21,2 92,46 1,08

1,14 1,78 1 92 1,78“ 3,08

2,03 9995

Betriebe 1895 1882

Alleinbetriebe ohne Motoren . . 1714351 1877872 Gehilfenbetriebe mit 1—b Personen 1220372 1 004896 darunter mit 1 Person... . . 166 480 107 836

Kleinbetriebe zusammen 2934723 26882768

mit 6—10 Personen. . 113 549 68 763 e 11—50 J i E C TOS 43 952 Mittelbetriebe zusammen 191301 112715

mit 51—200 Personen . 15 622 8 095 ¿00 L-<1000/% 3 076 L752 über 1000 , 255 127 Sroßbetriebe zusammen 18953 9 974 Gesammtsumme 3144977 3005457

1895

l 714 351 3 056 318 166 480 4770 669 833 418

1 620 915 2454 333 1439 790 1155 836 448 731 3 044 267 10 269 269

Jus diesec Zusammenstellung erhellt zunächst das gewaltige Ueber- gewicht, welches die Kleinbetriehe, d. h. solche, in denen höHstens 5 Personen thätig sind, unter der Gesammtzahl der Betriebe cin- rehmen Kon 4,1 Millionen Betrieben find 2,9 Mill. Klein-, 02 Mil. andere Betriebe. War oben mitgetheilt, daß s{<on die

Zlleinbetricbe ni<ht wentger als 54,5 °%/ aller Betrieve in si ver-

einigen, so lehrt die vorstehende Tabelle, daß auf die Klein- betriebe niht weniger als 93,3% entfallen. Nur 6,7 9/0 der Bes triebe verbleiben demna<h Jür die Mittel- und Großbetriebe, Anders gestaltet fh die Sachlage, wenn man auf die in den Be- tricven thätigen Personen sieht. Von 10 Millicnen Personen arbeiten 4,7 Millionen in Klein-, dagegen über die Hälfte, nämli< 5,3 Milltonen, in BViittel- und Großbetrieben. Das Vor- walten des Kleingewetbes, welhes no< im Jahre 1882 au hinfihtli des Personals vorhanden war, da drei Fünfiel aller gewerbthätigen Arbeitskräfte zum Kleingewerbe gehörten, ist alfo inzwischen überholt von den Mittel- und Großbetrieben, die jeßt 53,9 °/o des Gesammt- personals für si< in Anspruh nehmen. Dabei is zu beachten, daß die absolute Zahl der Kleinbetriebe nur bei den aller» kleinsten Betrieben , den Alleinbetrieben, zurü>zegangen ist, da- gegen bei den Gehilfenbetrieben mit 1 bis 5 Personen hinsichtlih der Betriebëzabl um 21,4 9/0, deren Personal um 24,3 %o0 zue gznommen hat. Von einem förmlichen Verschwinden der Kleinbetriebe ist also feine Nede, ihre Zunahme kält nur nicht gleihzn Swhritt mit derjenigen der größeren Betriebe, von denen die Mittelbetriebe eine Vermehrung um 69,7 9/6 der Betriebe und um 76,3 °/o des Personals, die Großbetriebe sogar eine solhe um 90,0 und 88,7 9/6 aufweisen. Fn der Zunahme der Gehilfenvetriebe wit 1 Person kommt übrigens au die genauere Beachtung der Mithilfe der Familienangehörigen, insbesondere der Ehefrau, im Nebenberufe des Ehemanns zur Cr- chetinung.

E MWas3 die Mittelbetriebe (d. st. Betriebe mit 6 bis 50 Personen) anlanzt, so ist, wie eben bererft, die Zunahme der hierher gehörigen Unternehmungen und des darin beschäftigten Personals zwar nit so bedeutend wie bei den Großbetrieben; immerhin ist ihre Stellung, die sie im Gesammtgewerbe einnehmen, angesi&ts von fast 200 000 Ge- \hâften mit 2,4 Millionen Per?onen, wel<?: in den Mittelbetrieben ibren Wirkungskreis haben, eine re<t ansehulih? zu nennen; in Prozent des gejammten gewerbsthätigen Personals ausgedrüdt, be- ziffert sie h auf 23,9 9/0, und hat si seit 1882 um 4,9 9/0 verstärtt.

Großbetriebe (Betriebe mit über 50 NBersonen) kommen cht 18 953 mit etwas über 3 Millionen Personen in Frage. Fajt die Hälfte dieses Personals (1,4 Million) arbeitet in 15 622 Betrieben mit 61 bis 200 Personen, 1,1 Million ta 3076 Betrieben tit 901 bis 1000 Personen. Eigentliche Koloffalbetriebe (mit über 1000 Personen) wurden 295 gezählt, in ihnen arbeiten 448 731 Personen, also durds<haiitli<h fast 2000 Arbettékräste in inem Kolossalbetrieb. Bei allen drei Arten dieser Großbetriebe ist sowohl hbinsichtlih der Betriebe wie des Perfonals nahezu eine Ver- doppelung eingetreten. So gering ihre Zabl im Verhältniß zur Se- {ammtiheit der Betriebe sie beträgt 0,6 9/6 —, so bedeutend ist ihr YAntheil an der geleisteten Arbeit, sie stellen fast 30 9/6 Arbeits- kräfte zum gesammten Gewetrbererfonal. Das wirtbs<aftlihe Sewicht der Großbetriebe ersheint in Wirklichkeit no< größer, da einerseits neben den mens<li<hen au<h die mechanischen Arbeitskräfte (Motoren, Maschinen) hier besonders in die Wagschale fallen, außecdem ein Theil der Großbetriebe duc< Zerlegung von Gesammbetrieben in der Statistik als Klein- oder Mittelbetriebe behandelt ist.

Die Großbetriebe gehören in der Hauptsache der eigentliGen In- dustrie an, wo sie 36 °/o-der gesammten industriellen Arbeit verrichten, während die Kleinbetriebe eine erhebliche Rolie in der Gärtnerei, Thier- zut und Fischerei sowie im Handel und Verkchr sptelen; hier um- tassen die Kleinbetriebe fast 709% aller in-diescn Gewerben thätigen Personen, in der Industrie nit ganz 40 9/0. Von den verschiedenen Gewerbegruppen und -Arten haben außer der Thierzucht, Fischerei, Kunst- und Handelsgärtnerei die Bekleidungs- und Reinigungogewerbe (namentli Schneiderei, Näherei, Schuhmaherei, Barbier- und Fciseurgeschäfte), Beherbergung und Erqui>ung (Gast- und Schank- wirthe, Logis-, Schlasstellenvermiether), sowie: die Handelsgewerbe am meisten den kleingewerblihen Charafter bewahrt. Von dem Ge- sammtpersonal dieser Gewerbegruppen waren im Jahre 1895 noch 60,2 (Kunfst- und Handelsgärtnerei) bis 88,8 9/6 (Thierzucht und Fischerei) in Kleinbetrieben beschäftigt. Alle anderen Gruppen streben mehr oder weniger ras<h etner großgewerblichen Entwickelung zu, soweit diese ni<ht schon 1882 bis zu einem solhen Grade ecreiht war, daß die Weiterbildung nur no< langsam erfolgen konnte. Die Mittel - betriebe sind zur Zeit no< am stärksten vertreten in den poly- graphischen-Gewerben, in den Industrien der Leuchtstoffe, der Steine und Erden, im Bau- und im Bersicherungëgewerbe. Jn diefen Gruppen waren 35 bis 48/0 des Gesammtpersonals derselben in Miittelbetrieben thätig. Was die einzelnen Gewerbearten anbelangt, so entfällt mehr als die Hälfte der gewerbthätigen Per-

| Gruppen

Personen

1899.

und auf jede Aktiengesells<haft nur ein Betrieb entfällt, während that \ächli< gerade die Aktiengesellshaften vielfah Filialges<äfte unter- halten, die von der Gewerbestatiftik als besondere Betriebe gezählt werden, und da endlich die private Statistik, soweit sie unvollständig ift, gerade die kleinsten Gefelschaften nicht N haben wird, während die Betricbsstatistik auh die fleinften Aktienbetriebe mit 1m- faßt. Es werden also y.rmuthlih mehr Personen auf weniger Kapital entfallen, als oben angegeben. Dies vermag aber nicht entfernt die Differenz:cn zu erklären, die fl< zwischen ‘den Zahlen der einzelnen 5 ¡igen und auf die es hier allein ankommt. So wenig aiso die Zahl dec ia cinem Betriebe thätigen Personen ein sicheres Kennzeien und ein richtiger Maßstab für die Größe des in dem Betriebe angelegten und umlaufenden Kapitals ist, so verfehlt wäre es do, hieraus den Schluß zu ziehen, daß ein Nergleih der vershiedenen Gewerbegrupven hinsihtlih ihrer Vers theilung auf die vers<icdenen Personenklassen werihios wäre.

Fn Nacfstehendem follen neben den Alleinbetrieben (ohne

| Motoren) no< lse<s Größenklassen unterschieden werden, um die

charafteristish:zn Merkmale der Klein-, Mittel- und Großbetriebe scharf hervortreten zu lassen. Auf diese Größenklassen vertheilen fi< (Haupt-) Betriebe und Personal im Sewerbe und Handel Deutsch- lands folgendermaßen :

Zu- oder Abnahme (—) n 9/0

1882 jeber r der der D188) 188: Betriebe Personen 1877 872 G 2, Z 29,6 8,7 8,7 2 457 950 3 30, } Zi 21,4 24,3 107 836 54,4 54,4 4 335 822 10,0

500 097 66,6 891 623 81,8 1391 720 76,3

742 688 93,9 657 399 | j 75,8 213 160 | 2,9 ) 110,5 1613 247 | ; i ; 22,0 88,7 7340 789 | 100 109 39 9

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Do (S)

sonen auf die Mittelbetriebe nur in den Gewerben der Stu>atzeure, Seitensiederei, Spedition und Kommission, Zimmerer, Sägemühlen, Steinmegen, fowie in derZiegelei, Kartonnagenindustrie, Konfektion, Buch- dru>ecei und Steinszhzerei. Bemerkenswecth ist die kräftize Entwi>kelung der Mittelbetriebsform, die auf Kosten der Kleinbetriebe seit 1882 im Gewerbe der Seifensi-der, Stuckateure, Zimmerer und Steinmegzen Ah vollzogen hat; bei den Steinmeyten ijt jeßt auch der Großbetcieb stark entfaltet.

Die SGroßbetriehe sind am mäghtigsten entwi>elt im Bergbau und in Hüttenwerken, in der <emishen, Lextil-, Maschinen- (und Instrumenten-) sowie Papierindustrie, In der leßtzenannten arbeiten 50,8 9/0, in der <emish2u, Textil- und Maschinenindustrie fast zwet Drittel. im Bergbau 2c. sogar 95,2 %/o aller Gewerbthätigen des Fndustriezweigs in Unternehmungen mit über 50 Personen; faßt man dur die Unternehmungen mit über 200 Personen ins Auge, so treffen auf diese immerhin fast zwei Fünftel, im Bergbau 2c. über vier Fünftel des gesammten in den genanntzn Gewerben thätigen Personals. Sa selbst in den Kolossalbetrieben, deren jeder mindestens über 1000 Personen beschäftigt, it der Antheil des Pecfonals am gesammten Betriebspersonal vechältnißmäßig no< fehr stark; er beträgt in der Textilindustrie 4,3 9/0, in der demishen Industrie 12,6, in der Ma- shinenindustrie 13,9, im Bergbau 45,3 °%/0. Betrachtet man die einzelnen Gewerbearten, so umfassen bei niht weniger als 13 derselben die Groß- betriebe über 90% des Gesammtperfonals. Namentlich sind dies die Berg- und Hüttenwerke für Steinkehlen, Eisen, andere Erze, Glashütten, ferner Zementgräberei und Verarbeitung sowte Fayencefabriken ; ebenfalls dur vorherrs<:nden Großbetriebéharafter zeihnen ih die Nübenzu>erfabrifation, die Dampfraaschinenfabrikation, der Straßen» bahnbetrieb aus. Bet diesen Gewerben weist ‘hon die ganze Natur derselbdben auf den Großbetrieb hin. Bei anderea führt der letztere, wie z_ B. in manczen Zweigen der Textilindustrie, doh fo entshiedene Vortheile mit si, daß er den Klein- und Mittelbetrieb verdrängt.

Die Gewerbe, in qvelhen dec Antheil der Großbetriebe am Personal seit der vorlegten Betriebszählung um bedeutendsten ge- stiegen ist, fiad weniger folhe, in denen {on 1882 der Groß- betrie» eine überwiegende Bedeutung hatte, als fol<he, in denen er seit 1882 die stärksten Erfolge gehabt hat. So ist das Personal von Kletubetrieben fast ganz vers<wunden in der Appretur für Strumpf- und Stri>kwaaren uad sehr zusammenges{<rumpft in der Seidenweberei, Striderei und Wirkerei (Strumpfwaarenfabrikation), Leinenweberet, S-etlerei, Korkichneiderei und Baumwollweberei. Etne besonders in die Auzen fallende Reduktion des Personals der mittelgroßen Betriebe hat staitgefunden in Seidentro>nungéanstalten, Wachs- und Leder- tuchfabrikation, Seidenfäcberei und -Druderei, Flachs3röftanftalten, Kakao- und Chotoladefabritation und Fabrikation voa Koßhlentheer- derivaten. Die Stellung, welhe die drei Betriebsformen zu eins ander einnehmen, ist unter den G2werbearten sehr vershieden. Zumeifst überragt der Mittelbetrieb den Kleinbetried auf das Watschiedenste. Wo das Kleingewerbe in der Industrie neben dem Großbetriebe E hervortritt, wird dies hauptsächlich dur die Hausinduftrie bewirTt.

Zur Krbeiterbewegung.

In Aachen nahm, der „Rh.-Westf. Ztg.“ zufolge, eine am 19. d. M. abgehaltene Versammlung der dortigen Textilarbeiter (vergl, Nr. 207 d. Bl.) eine Resolution an, in welcher die Einführung der zehustündigen Arbeitszeit (mit 13 stündiger Mittazspause, + stündiger Frühstü>ks- und F stündiger Vesperpause, am Montag Morgens üUnfang 8 Uhr, am Sonnabend Abends und an den Vorabenden von geseylichen Feiertagen Schluß um o# Uhr) für die Weber gefordert wird. Die Resolution soll tem Tachfabrikantenverein unterbreitet und na Eingang einer Antwort desselben in einer neueinzuberufenden Vecsammlung über die weiteren Schritte Beschluß gefaßt werden.