1875 / 275 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

De E n E E G Lanentinn R A A E B A aws H Ds T A E Fa G i:

“deshalb fei die Aufnahme einer Anleihe niht ein so dringendes

Besichtigung.

außerordentlihen Kriegsleistungen der Gemeinden. Es ist in

unterstüßten Personen von 8509 auf 8623, mithin um 114. Diese Vermehrung hat indeß nichts Besorgniß erregendes; denn die Civil-Einwohnerschaft belief sh" 1872 auf 856,237, 1873 auf 906,231 und 1874 auf 950,986. Siecna<h wurde 1872 der 72., 1873 der 82. und 1874 nur der 85, Lipil-Einwohnex unter- ]

Reglerung gegen den Vorwurf des Abg. Richter (Hagen), als habe dieselbe die Initiative zu den neuen Steuerprojekten 1.i<t in eigenem Interesse ergriffen. Darauf ftellte der Bundeskommissar Geh. Ober-Regierungs-Rath Dr. Michaelis, gestüßt auf das ihm zur Verfügung stehende amtliche Material, in eingehender Rede alle im Laufe der Debatte becührten Fragen klar und that die Nothwendigkeit, neue Steuern zu bewilligen, dar.

Ein Antrag auf S<hluß wurde dann angenommen, und das Haus bes{<loß im Sinne des Antrages Ri>ert-Richter, den Reihshaushalts-Etat bis auf gewisse der Budgetkommission zu überweisende Theile im Plenum durhzuberathen. Schluß der

Sizung 5x Uhx.

Jn der heatigen (13.) Sißung des Deutschen Reichstages, welcher am Tische ‘des Bundesraths der Reichskanzler Fürst v. Bismar>, der Präfident des Reichs- kanzler - Amts Staats - Minister Dr. Delbrü>, die Staats- Minister Camphaufen, v. Kameke und der General-Posidirektor Dr. Stephanmit mehreren Kommissarien beiwohnten, theilteder Präfident das erfólgte Ableben des Abg. v. Arnim-Heinrihsdorf mit, \o- dann die Konstituirung dec Kommission für Vorberathung des Landeshaushalts - Etats von Elsaß - Lothringen. : Es wurden zu Voëtfizenden gewählt die Abgg. Frhr. Schenk von Stauffen- berg und Dunker, zu Schriftführern die Abgg. v. Kesseler und Dr. Bktme. Darauf trat das Haus in die erste Berathung des Geéeseßentwurfs, betreffend die Aufnahme einer Anleihe für Zwe>e derDelegraphenverwaltung, welhevom General-Postdirektor Dr. Stephan mit einer Rede eingeleitet wurde. Der Entwurf verlangt die Bewilligung einer Anleihe von 3,300,000 H zur Erwerbung der von Kommunen hergestellten Telegraphenanlagen ünd ander2r Bedürfnisse. Der Bundesbevollmächtigte legte die Vor- züge der unterirdishen Telegraphenleitungen dar, zu deren An- Tegung man jeßt im Vertrauen auf die fortgeschrittene Techaik {reiten könne. Der Abg. Schmidt (Stettin) konstatirte eine Ab- nahme des inländischen und internationalen Depeschenverkehrs,

Bedürfniß; er \{hrieb diese Abnahme den ungünstigen mit an- Deren Staaten geshlof}enen Verträgen zu. Der Abg. Grumbre<t “ah in den heutigen Forderungen die Bestätigung seiner früheren Meinung, daß das Defizit der Telegraphenverwaltung noch mehr wachsen werde; das komme von der unnöthigen Vermehrung der Stationen, denn von 1600 Stationen seien nur etwa 200 im Stande, ihre Koften zu de>en. Redner wünschte, daß die runterirdishen Leitungen au<h auf -die kleineren Städte aus- gedehnt würden; er würde zwar für die Anleihe stimmen, hoffe «aber, daß seine Bemerkungen beahtet werden würden.

Der Bevollmächtigte zum Bundesrath, General-Postdirektor Dr. Stephan glaubte ‘im Gegensaß zum Vorredner, daß man bei Anlage neuer Telegraphenstationen ni<t nur auf ihre Ren- tabilität sehen dürfe, sondern daß man außerdem au<h das Be- dürfniß derjenigen Orte berü>sihtigen müsse, welche abseits der großen Heerstraße liegen. In Betreff des geäußerten Wunsches auf Einführung unterirdischer Leitungen in kleineren Städten Bemerkte er, daß wir ‘darin Amerika und England voraus seien. O wurde die Vorlage an die Budgetkommission zur Vor-

exathung überwiesen.

Es folgte die erfte Berathung des Gesetz-Entwurfes, betreffend die Erhöhung der Brausteuer, und nahm zunächst das Wort der Reichskanzler Fürst v. Bismar>. Derselbe vertheidigte fich zunächst gegen die Angriffe des Abg. Richter und die der Presse ‘über seine Abwesenheit, die in seinem bisherigen Unwohlsein ihre Ursache gehabt habe, und legte alsdann dem Hause sein Programm in der Steuerfrage ausführli<h dar. Bei S<hluß des Blattes hatte der Abg. Dr. Löwe das Wort.

Nachdem des Königs Majestät den Präsidenten und die Räthe des dur<h das Geseß vom 3. Juli d. I. in das Leben gerufenen Ober-Verwaltungsgerihtes ernannt haben, fand vorgestern, am 20. d. Mts., die Einführung der- Felben in ihr Amt dur< den Minister des Innern, Grafen Zu+Eulenburg, statt.

Derselbe gab zunächst dem Gefühl der Freude darüber Ausdru>, daß es ihm no< während seiner Verwaltung ver- göunt fei, die Konstituirung des Gerichtshofes, des Schluß- steines einer großen, unter mannigfahen Schwierigkeiten dur{- geführten Organisation zu vollziehen, betonte sodann die Wichtigkeit und-BVerantwortlihkeit der Aufgabe, welhe der Gerichtshof in Uebung der bis dahin den einzelnen Ressort - Ministern “anvertraut gewefenen Funktioner ni<t nur für die Recht :fuhenden Parteien, sondern au< für die unveräußerlihen Rechte :des Staates zu lösen habe, und drütte endli<h dem 'Präfidezten und den Mitgliedern des „Gerichtshofes das Ver- trauen 10us, daß fie dieser Aufgabe um so mehr entsprechen würden, als fie niht nur in den bestehenden Gesehen, \ondern au in der praktishen Uebung der in Frage kommenden Rechte Heimisch seien.

Der Präsident Persius \prah hierauf seinen und des Kollegiums Dank aus, begrüßte die Mitglieder des leßteren und entwi>elte die für die rihtige Erfassung der Aufgaben der Ver-

zawaltungsgerihte und insbesondere des obersten Verwaltungs- «gerichtes maßgebenden Gesichtspunkte. _ _Schli@lih unterzog der Minister Graf zu Eulenburg no< die fäcnmtlächen Geshäftsräume der neuen Behörde einer genauen

_ Unmittelbar hieran \{<loß sih die erste Sizung des Gerichts- Hofes unter vem Vorsiz seines Präsidenten. : Y

Der Diskont der Preußischen Bank is heute au 5 Prozent und der Lonbardzinsfuß für Waaren wie Effekten, auf 6 Prozent ermäßigt worden.

__— Der neueften Nummer des Communal- Blatts liegt _der Verwaltungsberi<ht des Magistrats zu Berla pro 1874 (Haupt - Verrwaltungsberiht) bei. Wir entnehmen demselbe: Folgendes: Wenn im Wege der Reichsgesezgebung während 1874 dur<h die neuen Fest-

stüßt. Diè Boa a ist als vorübergehend beseitigt zu erahten. Wegen Obdachslofigkeit ver Eltern wurden nur 17 Kinder der Waisenpflege überwiesen. Die Opferwilligkeit und der Wohlthätigkeitsfinn der Einwohner gegenüber dem allgemei- nen Interesse hatte au< 1874 ihre anerkennenswerthen Beispiele, Die Uebershuß gewährenden Titel des Budgets ergaben 8,947,023 Thlr.; die Zuschuß erfordernden Titel 8,241,606 Thlr., es war also ein Uebershuß von 105,416 Thlr. vorhan- u S das Jahr 1873 einen Zushuß vou 222,573 Thlr. erforderte.

__— Dér Bundesraths-Bevollmächtigte, Herzoglih \ahsen- a Staats - Minister Gisete, ist von Berlin wieder abgereist.

Die gestern und heute früh fälligen Posten aus England sind ausgeblieben. Die erstere davon - ift gestern Abend nahhträglih eing-gangen.

Cassel, 19. November. Jn der heutigen Sißung berieth der Kommunal- Landtag den zur Begutachtung vorgelegten Gesezentwurf, betreffend die Ablösung der Reallasten im Re- gierungsbezirk Cafsel. Die dazu vom Hauptaus\<huß beantragten Abänderungen wurden genehmigt. Ohne Aenderung genehmigte die Versammlung den ebenwohl zur Begutachtung vorgelegten Geseßentwurf, betreffend die Ablösung der den Kirchen, Pfarreien, Küstereien und Schulen zustehenden Holzabgaben im Gebiete des Regierungsbezirks Wiesbaden und in den zum Regierungsbezirk Cassel gehörigen vormals Großherzoglih Hhesfishen Gebiets- theilen. Die Versammlung spra<h zugleih den Wunsch aus, daß in $. 2 des Gesegzentwurfs eine Bestimmung eingefügt werde, wona<h der Werth der Holzabgaben na<h Dur{hschnitts- preisen und nur in Ermangelung der Leßteren durh Scicds- richter festzustellen ist. Es wurde sodann die Berathung des Reglements für die heffishe Brandversiherungs-Anstalt fortge- seßt, insbesondere des Abschnitts [1l., welher die Bestimmungen über die Klasfifikation und den Verficherungsbeitrag erithält. Der Hauptaus\{<uß hatte eine anderweite Faffung der S8. 12 bis 18 vorgeschlagen, wel<he na< lebhafter Diskusfion ange- nommen wurde.

‘20. November. Der Kommunallandtag fiellte in der heutigen Sizung den Haupt-Etat der ständischen Einnahmen und Ausgaben fest, indem die Anträge des Verwaltungsaus- \husses mit den aus -der Feststelung der Spezial-Etate fih- er- gebenden Modifikationen genehmigt wurden. Ueber den zur Be- gutahtung vorgelegten Geseßentwurf, betreffend die Sisti- rung der Ablösungen von Weide- und Gräsereibe- re<tigungen in Forsten für das vormalige Kurfürstenthum Hessen, beshloß die Versammlung nah den Anträgen des Hauptausschusses, fi<h für den Erlaß des Gesezes auszusprechen. Hierauf bes<loß die Versammlung die Diäten für die auswär- tigen Landtagsmitglieder von 3 auf 4 Thlr. zu erhöhen. Durch Stimmzettel wurde sodann die Wahl dreier Mitglieder der stän- dishen Schaßkommission vorgenommen, und es wurden gewählt die Herren Abg. Zuschlag (Cassel), Abg. Rang (Fulda), Regie- rungs-Rath Kochendörffer (Cassel). Auf Vorschlag des Vor- fißenden wurde Abg. Wolff von Gudenberg als deren Stellvertreter gewählt. Endlich ermächtigt: die Versammlung den ständischen Verwaltungsaus\{uß über die bezüglih des Reglements für den Wegbau verbliebenen Differenzen mit der Staatsregierung zu verhandeln und das Geeignete zu vereinbaren. Nachdem \o!cer- gestalt die geshäftlichen Aufgaben der diesjährigen Sigzung sämmtli erledigt“ ware, wurde der Kommunallandtag dur den Landtagskommissar, . Regierungs-Präsidenten von Harden- berg, geschlossen. Mit einem dreimaligen Hoh auf das Wohl Sr. Majestät des Kaisers und Königs ging die Versammlung auseinander.

Bayern. München, 19. November. Dem heute Bor- mittags 11 Uhr in der Theatinerhofkirhe abgehaltenen Hochamt des St. Elisabethen-Ordens wohnten die Prinzesfinnen Leopold und Therese (die Ordens-Großmeisterin Prinzesfin Lud- wig war nit erschienen) mit mehreren Hof- und Ordensdamen an. Mit heutigem wurde als Elisabethen-Ordens-Dame ernannt Freifrau Marie Theresia Sylvestra Hornek von Weinheim; im Laufe des Jahres wurde zur Ordens-Chrendame Jhre Ma- jestät die regierende Königin Karola von Sachsen, geb. Prin- zessin v. Wasa, und als Ordens-Dame Henriette Freifrau von Hutten zu Stolzenfels, geb. Frein von Brü>, er- nannt. Den Gottesdienst leitete der Stiftsdekan Enzler. Das Budget für die XlI1. Finanzperiode liegt nun voll- ständig im Drue fertig gestellt vor. Bischof Haneberg von Speyer wird heut Abends von dort hier eintreffen, und am 21. d. M. die Festpredigt in der Bafilika halten. Die Deko- ration des Portikus und des Säulenganges in der Kirche mit Laubgewinden und Kränzen zu Ehren des 25jährigen Jubiläums ist bereits in der Ausführung begriffen.

__ _Sachseu. Dresden, 20. November. Der“ König wird heute Abend mit dem ehemaligen Großherzoge von Toskana und dem Prinzen Georg von Wermsdorf zurü.fkehren. Die Königin und die Großherzogin von Toskana haben Sih am 18. d. M. ebenfalls nah Wermsdorf begeben und werden heute gleichzeitig mit Sr. Majestät erwartet.

Baden. Karlsruhe, 19. November. Die feierlihe Er - öffnung der Ständeversammlung wird na< der „Karlsr. Ztg.“ na< vorausgegangenem Gottesdienst in der Schloßkirche und für die katholishen Mitglieder in der katho- lischen Stadtkirhe Montag, den 22. d., um halb 12 Uhr dur den Großherzog in Person in der herkömmlichen Weise ftatt- finden. Der Erbgroßherzog wohnt dem Akte bei und hat als neueintretendes Mitglied (der Ersten Kammer) den Verfafsungs- eid zu leisten. Die Zweite Kammer wird eine vorbereitende Sigung am 21. d. halten. Am Mittwoch übergab eine Ab- ordnung des Central-Comité's für die Bestrebungen der niederen Staatsbediensteten dem Großherzog eine

fellungen über Mititärpfliht, Impfung und Marken- \<uß das Interesse unferer Einwohner lebhaft berührt wurde, 70 wurde do< für unsere Stadtfinanzen von Werth besonders Las Geseg vom 23. Februar über die na<träglih zu vergütenden

Folge dessen die Summe von 249,847 Thlr. liquidirt worden. Die den Wohlstand herabdrüdenden Urfachen, welche seit dem Sommer 1873 theilweise b erd r find, entfalteten ihre ganze Wirkung ers im Jahre 1874. Jedoch wurden die ärmeren Klassen pon verhältnißmäßig weniger empfindlihen Eiuflüssen betroffen. Das Armenmwesen zeigt eine Vermehrung der aus Stadtmitteln

Bittschrift in Betreff der Regelung ihrer dienftlihen Ver- hältnisse mit Bezug auf die zu gewärtigende Vorlage. Der Großherzog verhieß Berüsichtigung der Wünsche, soweit es fih mit dem Standpunkte der Regierung wie der Finanzlage verein- baren lasse. Eine weitere Deputation überreihte den Vorständen der Ministerien die bezüglihe Denkschrift und erhielt die Ver- fiherung, daß der neue Gesezentwurf den Bedürfnissen der Be- treffenden j9weit als thunlich entspreche. :

Sessen. Darmsiadt, 20. November. Die Zweite Kammer der Stände wird, wie die „Darmft. Ztg.* hört, Freitag, den 26. l. M., wieder zusammentreten und einen oder zwei Tage versammelt bleiben, um einige Gegenstände, die einer beshleunigten Behandlung. bedürfen, zu erledigen. Es gehören

dahin namentli< eine Vorlage der Regierung über die künftige Behandlung des Portofreiheitswesens in Südhessen, der Gesez-

Beurkundung des Personenstandes 2c., und die Proposition wegen Verlängerung des Finanzgeseßes. Der Vertrag mit der Ober- hessischen Eisenbahngescllschast ist, dem Vernehmen nach, no< nit so weit gediehen, um den Ständen vorgelegt werden zu fönnen. Nah den bevorstehenden Sißzungen der Zweiten Kammer wird denn au< die Erfte Kammer behufs Verhand- lung über dieselben Gegenstände fi< za einer kurzen Session vereinigen.

Me>leuburg. S{<werin, 18. November. Neueren Nachrichten zufolge wird der vom Engern Ausschusse einzube- rufende Konvent der Ritter- und Landschaft oder der Conventus omnium et singulorum erst am 9. Dezember in Rofto>, dem Sig des Engern Ausschusses, d. h. des perma- nenten Ausschusses der Stände, seine Thätigkeit beginnen. Die Ablösung der Stolgebühren (oder genauer: die Yblösung der Proklamations- und Copulationsgebühren und die Abminde-. rung der Beerdigungsgebühren) wird den hauptsählihen Ge- genstand der Verhandlungen dieses Konvents ausmachen. Da aber die Mittel zu dieser Ablösung bezw. Abmin= derung aus der französishen Kriegsentshädigung entnommen werden solleï, \o besteht ein sahliher Zusammenhang dieser Ab- lösungsfrage mit den sont no< proponirten Berwendungen aus dem Entschädigungsfonds, nämlih: Verwendungen für die Verbesserung und Uufhülfe des Schulwesens in den Städten, für Aufführung der dur die bevorstehende Gerichtsorganisation nothwendig werdenden Gebäude und anderer Baulichkeiten 2c.

Sachsen-Weimar-Eisenach. Weim är, 20. November. Der Großherzog if heute von Allstedt hier eingetroffen. Die Großherzogin, die Erbgroßherzogin und die Prinzesfinnen gedenken am 22. d., Abends zwischen 6 und 7 Uhr, hier anzu=- kommen. Wie die „Weim. Ztg.* berichtet, ift vielfa die Absicht laut geworden, gelegentlih der Ankunft der Großherzogin der Freude der Bevölkerung über die Rükehr Höch stderselben nah längerer Abwesenheit und über die inzwischen stattgefundene Verlobung dec Prinzessin Marie Ausdru> zu geben und die Höchsten Herrschaften auf dem Bahnhofe zu begrüßen.

Oldenburg. Oldenburg, 19. November. Der Land- tag genehmigte in der heutigen Sißung zunächst einen Geseßz- entwurf für das Fürstenthum-Lübe>, wodurh die bei Enteignungen für Eisenbahnen geltenden Grundsäße auf Ent- eignungen zu Schulzwe>en ausgedehnt werden ; ertheilte sodann dem Geseßentwurfe für das Herzogthum, betreffend die Beseßung des Ober-Appellationsgerihts, in zweiter Lesung seine Zustimmung und nahm einen mündlichen Bericht des Justizaus\husses über das Schreiben des Staats-Ministe- riums vom 2. Oktober 1875, betreffend kürzere Verjäh- rungsfriften für das Herzogthum Oldenburg, entgegen. Der vorige Landtag hatte das Staats-Minifterium ersucht, in Er- wägung zu ziehen, ob es ni<ht wünschenswerth sei, für das Herzogthum Oldenburg auf kürzere Verjährungsfristen Be- dacht zu nehmen; das Ministerium aber war zu dem Resultate gekommen, daß keine genügende Veranlassung vorliege, in der hier fraglihen Hinfiht eine Aenderung der Geseggebung vorzu- nehmen. In Anbetracht, daß die Beordnung der Verjährungs- frage früher oder später von der Reichsgesezgebung gelöst werden wird, daß es fi< aber niht empfiehlt, zuvor no<h im Wege der Partifulargesezgebung vorzugehen, insbesontere da der .jezige Rehtszustand zu erheblichen Klagen niht geführt hat, hatte fi< au< der Iustizaus\{<huß zur Stellung weiterer Anträge niht veranlaßt gefunden. Au<h der Landtag be- ruhigte sih bei der ablehnenden Erklärung der Staatsregierung. Ferner ertheilte der Landtag seine Zustimmung zu einem Geseßzentwurf für das Großherzogthum, betr. die Kosten der Untersuhungen der Maaße, Gewichte und Waagen. Der Gesezentwurf bestimmt, daß die Kosten der Anschaffung und Unterhaltung der zur Vornahme der Untersuhungen er- forderlihen Meßwerkzeuge, sowie die - Übrigen Kosten der Un- tersuhungen im Herzogthum Oldenburg von den “mtsver- bänden und im Fürstenthum Birkenfeld von den Bürgermeiste- reien getragen werden sollen. Im Fürstenthum Lübe> find die Kosten der Anschaffung und Unterhaltung der Meßwerkzeuge aus der Landesfasse, die übrigen Kosten von den Gemeinden zu be- streiten. Der fünfte Gegenstand der Tagesordnung war ein Bericht des Verwaltungsaus\husses, betr. einen Gesezentwurf, welcher das Hebammenwesen im Fürstenthum Lübe> regelt. Art. 3 des Entwurfs, welcher bestimmt, daß die Regierung den Hebammen einen beftimmten Wohnort anweisen kann, rief eine kurze Debatte Hervor. Bei der Abstimmung \pra<h \i< der Landtag für Streihung der fragliGen Bestimmung aus. Als sehster Gegenstand der Tagesordnung kam zur Verhand- lung der mündliche Bericht dès Finanzaus\huf}ses über den Ent- wurf eines Geseßes für das Großherzogthum , betreffend das Gehaltsregulativ für den ftaatlihen Schuldienst, das Bau-, Vermefsungs- und das Forstwesen. Die Vorlage wurde an den Aus\{<uß zur Berichterstattung im Einzelnen zurü>verwiesen. Endlich ertheilte der Landtag mit einer kleinen Abänderung seine Zustimmung zu einem Gesetzentwurf, betreffend die feuerpoli- zeilihen Vorschriften.

Anhalt. Dessau, 17. November. Zu den seßt statt- findenden großen Hofjagden is der Prinz Friédrih von Hohenzollern hier eingetroffen. Dagegen haben der Erb- prinz und die Erbprinzessin von Shwarzburg-Son- dershausen den Herzoglihen Hof heute wieder verlassen.

Schwarzburg - Sondershausen. Sondershausen , 19. November. Das neueste Stük der Gesezsammlung bringt die Verordnung, die Ausführung des Reichsgeseßes über die Beurkundung des Personenstandes und die Eheschließung betreffend. Nach derselben fteht die centrale Leitung und die Oberaufsicht in Betreff der Ausführung des Reichsgeseßes der Iustiz-Abtheilung des Fürstlihen Ministeriums zu und werden die Funktionen der „untern Verwaltungs- behörde“ den Justizämtern übertragen, die im Reichsgeseße der „hohen Verwaltungsbehörde®* zugewiesenen Funktionen werden zum Theil von den Kreisgerihten ausgeübt. Bei Bildung der Standesamtsbezirke soll auf bestehende Pa- rochialverbände thunlihs| Rüfiht genommen werden. Dem Landtage des Fürstenthums, welher am 15. d. M. dur< den Staats-Minister von Keyser eröffnet worden is, find von Seiten der Fürstlihen Regierung eine Reihe wichtiger Vor- lagen übergeben worden, welche den Landtag bis zum Schlusse des Jahres beschäftigen werden. Als die wihtigften Vorlagen wurden von dem Staats-Minister der Staatshaushalts-Etat und der Entwurf einer neuen Gemeindeordnung hervorgehoben. Unter den übrigen Vorlagen find no< hervorzuheben: ein Gesezentwurf, die Befreiung der zum Kirchen-, Pfarrei- und Schulvermögen gehörenden Grundstü>ke von Grund- und Ge- bäudesteuer betreffend; ein Gesezentwurf, die Erhöhung des

entwurf, betreffend die Ausführung des Reichsgesezes über die |

Minimalgehaltes der Geisilihen auf 2100 6 betreffend; ein

über ü i - i\<Gofs von Paris der hiefigen katho- ehentwurf über Aufhebung der Stolgebühren und Ent- 1 n Mona As 0 e: ab. Der Kardinal be- gab fih nah Versailles, um der Marfchallin Mac Mahon seine Aufwartung zu machen und eine Unterredung mit den Mi- niftern Bufset und Dufaure zu haben. Heute wurde in der Kirhe Notre Dame de la Traille zu Lille das „Institut Catholique**, aus dem die katholis<he Universität gebildet werden \oll, eröffnet. Die Bischöfe von Arras und Lydda lei- teten die Feierlichkeit; die Würdenträger und Professoren waren in großer Amtstraht; Studenten waren wenige anwesend. In Lyon fand gestern eine Versammlung von Bischöfen ftatt, welhe Brac de la Ferrière zum Dekan der-katholi\ <en Rechtsfakultät ernannte, die in dieser Stadt gegründet wer- den soll.

Spanien. San Sebastian, 21. November. (W. T. B.) 1875 Durch hier eingegangene Nachrichten aus Biscaya. wird bestätigt, daß Don Carlos in Durango frank liegt. General Quesada hat das Hauptquartier na< Logrono verlegt und begiebt ih demnächst nah Madrid, um der Konferenz der Generale zur Berathung des weiteren Feldzugsplanes beizuwohnen.

digung der Geißlichen dur die Gemeinden 2c. Der Landtag ih / zunähft fonstituirt, Wahlprüfungen vorgenommen, hdeputationen gebildet und die Vorlagen den einzeinen jutationen par Vorprüfung übergeben. Zum Vize-Präfidenten Landtages is der Kreisgerihis-Direktor - Abg. Helmkampf

dergewählt worden. Neuß. Greiz, 18. November. Der Landtag des rstenthums is auf den 22. d. M. einberufen worden.

Lippe. Detmold, 20. November. In dem Zustand 3 Fürsten ist keine Besserung eingetreten.

men, 18. November. Die Bürgerschaft nahm E Vi Wahl von 54 Armenpslegern vor, die mit ebenso- (en fkirhlihen Diakonen gemeinsam Fortan das städtische nenwesen zu besorgen haben, auf Grund eines sorgfältig sgearbeiteten Wahlaufsaßes des Bürgeramts. Bei der Be- thung des Staatshaushaltsplans für 1876 wurde zunächst m Antrage des Senats ftatigegeben, die Aufhebung des Wegs (ds vorläufig zu vertagen, bis die Finanzen wieder besser hen. Dann sezte man die Grundfteuer auf das Doppelte, n 22 auf 5 (4 Ihre Ausdehnung über die Stadt Bremen aus wurde beantragt, aber niht beliebt. Dagegen nahm an einen Antrag auf Einführung von Steuermarken als Kon- ole für Entrichtung der Hundesteuer an. Verworfen wurde

lag, die Spielkartensteuer ebenfalls zu verdoppeln, Mes auf 50 4. Der Senat hat der Bürger- haft vorgeshlagen, einen eigenen Standesbeamten anzu- ¿llen in der Person des Vorsitzenden der Militär-Ersaßkom- isfion, Major a. D. Schmidt, der dafür eine Verzütung von

1 00 é jährli erhalten soll.

ich - Ungarn. Wien, 20. November. Der T r A in Gödallô eingetroffen, wo im Familien- eise das Namensfest der Kaiserin gefeiert wurde.

Wie die „Wiener Ztg.“ meldet, war in dem Befinden des hon seit längerer Zeit an den Folgen einer theilweisen Gehirn- tzündung erkrankten Erzherzogs Franz, ehemaligen Herzogs on Modena, in der lezten Naht eine [ebensgefährlihe Ber- ÿlimmerung eingetreten. Nachmittags gegen 5 Uhr ist derselbe

M Kräfte des erkrankten Kardinal Rau <er find in

e begriffen. ¡ fer n veröffentlicht folgendes Allerhöchste

handshreiben:

ieber Freiherr v. Koller! l E Bi ver D nen eingehenden Inspizirung der Artillerie -

¿tabrif im Arsenale und dur< das in Meiner Gegenwart am L au batte Proveschießen aus der neu erzeugten Stahl- roncebatterie habe Ih Mich sowobl von der BVorzüglichkeit der

MRonstruktion als von der staunenswerthen Leistungsfähigkeit der Stahl- Mb roncegeshüße, in eben so beruhigender als erfreuliwer Weise persôn- ih überzeugt. h j L

ierin mit Vergnügen Anlaß nehme, den großen Lie BN N fih General-Major Ritter v. Uchatius um Staat 1nd Heer erworben hat, die wohlverdiente Anerkennung zu Theil verden zu lassen, kann Ich nur mit vollster Würdizung urd warmem Danke Ihrer eigenen mühevollen Beharrlichkeit und Unverdrossenheit gedenken, welche es ermöglichte, die vielen und großen Schwierigkeiten n überwinden und der Armee ein in j-der Hinsicht vorzüglich ent-

pre<endes aa A E

i 18. Jtovember é

r ra Franz Joseph m. p.

Reichenberg, 21. November. Der hier versammelte erfte

Le e GSTTGe G werbetan hat heute einstimmig eine Reso- ution angenommen, wel<{he dahin geht, daß die bestehenden Handelsverträge zu kündigen und Minimaltarife aufzustellen seien. | Pest, 20. November. Das Abgeordnetenhaus hat heute den Generalberi<ht der Finanzkonunission und die \se<s ersten Kapitel des Budgets erledigt, welche die Königliche Hof- haltung, die Kabinetskanzlei Sr. Majestät, den Reichstag, den Beitrag Ungarns zu den gemeinsamen Ausgaben, die Pensionen der Organe der bis 1867 bestandenen Ceniralregierungen und die ungarishen Pensionen betreffen. Es wurden hierbei die im Benecralberihte der Finanzkommission enthaltenen Anträge an- genommen und die von der, Finanzkommission in Vorschlag gebrahten Summen votirt. Bei der Königlichen Hofhaltung beantragte Helfy, der Reichstag möge an Se. Majestät das Ansuchen stellen, die Civilliste zu ermäßigen. Der Minister-Präsident Tisza erklärte: Ich ersu<he das Haus, es Ansicht der äußersten Linken niht zuzustimmen, und ich thue dies um so eher, weil au< i< mi< in dieser Beziehung, wie dies die geehrten Abgeordneten gethan, wenn nöthig, auf die Nation berufen kann. Heute ist, dem Himmel sei gedankt, die Idee, daß in jeder Richtung gespart werden müsse, in Ungarn sehr verbreitet; aber ih glaube, wenn man heute die Nation selbst darüber abstimmen ließe, so würde sie sagen: Sparet in Allem, gebet, wenn nöthig, den Abgeordneten keine Diäten, gebet Anderen kleinere Gehalte; aber diese eine Sache lasset unberührt. So kenne ih die Loyalität und Denkungsweise der ungarischea Nation und bitte das geehrte Haus, die Poft zu votiren. Das ganze Haus, mit Ausnahme der äußersten Linken, lehnte den Antrag Helfy's ab. Niederlande. Haag, 16. November. (W. T. B) Einer offiziellen Mittheilung zufolge, welche an die Generalstaaten ge- langtk ift, wird der Finanz-Minister seine Vorschläge in Bezug auf Revision des Steuerwesens in Kurzem den Fam- mern zusenden. Der betreffende Gesezentwurf liegt bereits dem Staatsrathe zur Prüfung vor. Eine neue Vorlage behufs Til- gung eines Betrages der Staats\hulden würde für jeßt no< niht zu erwarten sein. Wie neueste Mittheilungen aus

Brüssel bestätigen, hat der unlängst daselbst gegründete syndikale

Verein für Handel und Jndustrie die Einleitung einer Petitions-

bewegung beshlofsen, um an die gesezgebenden Kammern Bel- giens das C Ls zu stellen, dahin zu wirken, daß von der Regierang Unterhandlungen mit dem niederländischen Kabinete

i ines Zollvereines zwischen diesen zum Zwe>e der Errichtung eines Le 1870 D j t s i

beiden Ländern angeknüpft werden möchten,

wegung is auch in den Niederlanden im Gange, wo in meh- : , reten L E zwar in erster Linie in Mastricht, der erste h D 5 y Anstoß zu einer Agitation gegeben worden, welhe auf die Ver- wirfli<hung eines solchen Projektes hinzielt. Der erwähnte \yn-

Mittheilung, kfaufs des lionen Francs Rente 5 : „Agenzia Stefani“ als unbegründet bezeihnet. iese fugt hinzu, die Baseler Konvention werde erft in der nächsten Sesfion der k, I. beginnen werde, zur Berathung gelangen. müßten au<h die Verhandlungen über die Trennung des lom- bardishen Eisenbahnneßzes von den südösterreihishen Bahnen

1874 Nr. ter Colliís

1875 S A500

von Hamburg und Altona na< Venezuela: Gewicht na< Kilogrammen 234,905%/s

694,817295 /; 000

erth in Reichsmark 269,150,cs

759,971,29

E 6,667

Saldo zu Gunsten y des Juli 1875 | 18,665

4959,911870/00 486,420,564

1874 August

1875 August

401,195,36 1,021,037,

12,236 424,9831!/100

39,764

9358,97 1 40/, 009

Saldo zu Gunsten | des August 1875 |

27,528 514,387239/,000 619,841,70

1874

19,930 599,727 80

31,784

521,531315/;005 778,041709/, 000 I 912,015,59

September .

Septembee .

Saldo zu Guntiten | 12,854

36,510335/ 356,287,79 des Sevtbr. 1875 296,910235/1000 J 179

Rom, 21. November. (W. T. B.) Die daß die italienishe Regierung behufs >- lombardishen Eisenbahnnezes 89 Mil- emittiren wücde, wird von der Dieselbe

Italien.

im Januar

welche Außerdem

italienishen Kammern,

vollständig zum Abschluß gelangt sein, bevor der bezügliche Ber- trag den Kammern zur Genehmigung vorgelegt werden könne. 9%22. November. (W. T. B.) Wie die „Agenzia Ste- fani“ erfährt, werden die behufs Rü>kaufes der oberitalienis<hen Eisenbahnen zu leistenden Annuitäten im Budget eingestellt werden, jedo< e daß n Maßregel keine Be- lastung der Finanzen herbeiführen werde, :

s Die Aua ben des Militärbudgets für das Iahr 1876 find auf 209 Millionen Lire veranschlagt, von denen 19 Millionen auf das Budget des Vorjahres angewiesen und 190 Millionen in den gegenwärtigen Etat eingestellt sind. Das Ordinarium des Militäretats ist um 6 Millionen, das Extra- ordinarium um 7 Millionen höher veranshlagt worden. Die Mehrausgaben find dur< Anschaffungen von Kriegsmaterial und dur fortifikatorishe Bauten veranlaßt.

Türkei. Konstantinopel, 22. November. (W. T. B.) Von der Banque imperiale ottomane wird bekannt ge- macht, daß die dem Staats\haße gemachten und jüngst rü>zahl- bar gewesenen zeitweiligen Anlehen erneuert worden seien und erst nah Ablauf des Monats Januar k. I. in Monatsraten zurü>gezahlt werden sollen; als Grund wird angegeben, daß die Bezahlung der Zinsen auf die öffentlihe Schuld gefichert werden

olle.

: Amerika. New-York, 20. November. (W. T. B.) Nath einer hier veröffentlichten Depeshe aus Washington hat der Gesandte der Vereinigten Staaten von Nordamerika in Madrid an einen seiner Freunde in Washington einen Brief gerichtet, in wel<hem er ausführt, daß kein Grund vorliege, der die Be- sorgniß, daß der Frieden zwis<hen Spanien und- den Vereinigten Staaten geftört ‘werden tbürdé, rehtfertigen fönnte. Jn der Depesche wird sodann bemerkt, daß die Regie- rung Meldungen in demselben Sinne erhalten habe.

Asien. Calcutta, 20. November. (W. T. B.) Die Regierung legt der in Rangoon entde>ten Verschwörung keine politishe Wichtigkeit bei. Au<h hat daselbst keine Ruhe- störung stattgefunden, und find die Geschäfte nit unterbrochen worden.

Nr. 47 des „Central-Blatts für das Deutsche Rei / herausgegeben im Reichskanzler-Amt, hat folgenden Jnhalt : 1) Allge- meine Verwaltungssahen: Verweisung von Ausélandern „aus dem Reichsgebiet. 2) Finanzwesen: Nachwei]ung über die am 31, Oktober 1875 im Umlauf beziehungsweise im eigezen Bestande der deutschen Zettelbanken vorhanden gewesenen, sowie au der na erfolgter En 1ósung vernichteten Vanknoten; Nachweisung der bis einschließli zum 6. November 1875 stattgehabten Ausführung des Gesees,_ betr. die Ausgabe von Reichskassenscheinen, vom 30. April 1874; _— Status der deutshen Noteabankea Ende Oktober 1875. 3) Münzwesen: Uebersicht über die Ausprägung von Reichsmünzen. 4) Postwesen: Bekanntmachungen, betreffend Eröffzung der Eisenbahn Bebra-Elb- wege; Eröffuung der Eisenbahnstre>e Attendorn-Olpe; Erôs}s- nung der Eisenbahn Neisse-Ziegenhals. 5) Zoll- und Steuerwesen: Nachweisung der Einnahmen an Wechselstempelsteuer im Deutschen Reiche für die Monate Januar bis Oktober 1875. 6) Marizxe und Schiffahrt: Ericheinen des alphabetishen Verzeichnisses der deutschen Kauffahrteischiffe für 1875. 7) Heimathwesen: Erkenntniß des Bun- desamts für das Heimathwesen.

Landtags- Angelegenheiten. Ï y

Magdeburg, 22. Nevember. (W. T. B.) ei der heute bier stattgebabten Racwahl eines Landtagsabgeordneten für den 4. sächsishen Wahlkreis (Stadt Magdeburg mit Neustadt und Suden- burg) wurde der bisherige Abgeordnete, Direktor des Königlichen Staatsarchivs und des-geheimen Staatsarchivs, Prof. Heinri von Sybel (Berlin), mit 301 Stimmen einstimmig wiedergewählt.

Statistische Nachrichten. N

ittheilung des städti{hen statistishen Bureaus sind bei

den S ab ente ti Berlins in der Woche vom 7. bis infl. 13, November cr. zur Anmeldung gekommen: 314 Eheschließungen, 822 Lebendgeborene, 35 Todtgeborene und 488 O A Vergleichende Tafel. der Ausfuhr von Hamburg und Gitens nah Venezuela nach der Statistik des Ven --

; ; - [ats. zu'elanishen General-Konsu Werth in Reismark.

ahr. < 1870 Der Werth der Waaren betrug erer 6,620,691 6,952,579

- e e H E áut

em ersten Semester 1875 find von Hamburg un ona

nah S (afts zum Werthe von 3,056,5950,27 ausgeführt

1812 » r "

Bergieichende Tafel der (Finfuhr von Venezuela in Hamburg

na< der Hamburger amtlichen Handeléftatistik:

Jahr Werth in Reichêmark

1870 in verschiedenen Produkten 5,356,035

I h : 13,953,810

r E L: : /14902,140

18/5 2 t L 20,008,780

184 5 s 18,731,430 Vergleichende Tafel der Einfuhr ans allen amerikanischen Ländern,

wie sie in Hamburg im Jahre 1574 stattgefunden hat, zusammen- gestellt nah den Daten, welche die Handelsstatiftik von Hamburg ergiebt:

BMerthe,

Vereinigte Staaten von (Nord-) Amerika . 98,054,900 O C 96,963,230 Bee L v a ABTOL 030 v s e ACOIOLDOD Kolumbien 6,827,360 O e o e eo a DODO0,420 L s e 990,090 Santo Domingo s E 4,447,030 Argentinien . 4,128,600 Hai 4,106,440 E O E A as O 2,393,200 Efkfuador . o DIORCOO Uruguay . 1,916,130 Curaçao 1,895,110 Bolivien . 1,539,980 Portoriko . . 1,178,240 Costa Rika . 516,170 Jamaika . A 425,409 C 375.930 Das englische Nordamerika. . . . . 360,230 a C E 298,790 San Salvador . E Nikaragua O

Total 235,421,050

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

ie rômis<he Tragödie im Zeitalter der Repu- pit L Otto Ribbe>. Leipzig, Verlag von B. G. Te-ubner. Das vorliegende Werk giebt zum erjten BNiale eine lebendige Darstellung der Entwi>elung der römischen Tragödie während des republikanischen Zeitraums. Der Verfasser hat é vers s{<mäht, „in vornehmer Weise für den engiten Zunstfreis eine Quiut- esfsenz auf kleinem Raum zusammenzuprefsen und in ‘todten Citaten statt in Worten zu reden“. Vielmehr ift er dem Beispiele S gefolgt, dessen Andenken das Buch gewidmet ist, und hat mit G : versucht, dié von ihm gewonnenen Forshungsrefultate mit den ver» besserten Mitteln unserer Zeit zu vervollständigen. Nah einer ein- leitenden Darstellung der späteren Tragödie der Griechen werden in 5 Büchern die Lebensumstände, das dichterishe Wirken und die oft nur in winzigsten Bruchstü>en no erhaltenen Tragödien der Dichter Livius An- dronicus, Cn Naevius, Q. Eanius, M. Pacuvius und L. Accius behandelt. Das sechste Buch handelt von den übrigen Tragikern und Tragödien aus der Zeit der Republik, nämli< von den Dichtern Atilius, Julias, Titius, Santra, M. Tullius Cicero, C. Jul. Caesar (Caesar bat si in früher Jugend an einer Tragödie ODedipus versucht, die sich in seinem Nachlasse fand, deren Veröffentlihung aber von Augustus verboten wurde), L. Cornelius Balbus und den anonymen Dichkun- en Laomedon, Penthesilea, Nelei carmen 2c.; ferner von den Kan t- ormen der älteren römischen Trauerfpieldichtung, den römischen Theatern und Schauspielern, dem BVühnenapvarat, den Kostümen, VYitasfen und Dekorationen, der Schauspielkunst der Zeit und dem Verhältniß des Publikums zum Theater.

Der „Westf. Merk.“ erhält vom Prof. Dr. Heis in Mün- ster Folgende Mittheilungen: „Die erste Woche des Novembers brachte uns nit weniger als 5 neue zwischen Mars und Jupiter kreisende fleine Planeten, die mit Rü>siht auf die vorhergehenden mit den Nummern 151, 152, 153, 154 und 155 bezeichnet find, 151 ent- de>te Hr. Palisa in Pola am 1. November als Stern 9. Größe, 152 Hr. Paul Henry in Paris am 2. November als Stern 11. Größe, 153 Hr. Palisa an demjelben Tage als Stern 12. Größe, 154 Hr. Prosper Henry am 6. November als Stera 12. Größe und endli 15 Hr. Palisa am 8. Novemoer. Mer atis ist, daß diese 5 Planeten zur Zeit - ibrer Entde>ung 2 nur etwa 8 Grad von einander entfernte Gruppen bildeten. Die 3 Planeten 151, 153 und_ 155 befanden sib, ganz in der Näbe ‘des Sternes -? im Schwanze des Widders, 152 und 154 bei 0 am Bauche desselben. Hrn. Palifa in Pola ist es seit dem 18. März 1874, wo er seinen ersten Pla- neten, die Austria, entde>te, gelungen, bereits 8 neue Wandelfterne aufzufinden. Das Brüderpaar Prosver und Paul Henry in Paris hat jeit dem 11. September 1872 7 Planeten entde>t, von denen dem ersteren 4, dem zweiten 3 zufallen. Im Laufe des gegenwär- tigen Jahres 1875 find innerhalb 10 Monaten, vom 13, Januar bis 8. November ui<t weniger als 15 neue Planeten entde>t worden, während das vorhergehende Jahr nur 6 Planeten im Ganzen brachte. Noch keines der vorhergehenden Jahre bis zum Jahre 1801 zu, in wel<hem am 1. Januar de- Theatinermön<h Piazzi den erften fleinen Planeten Ceres entde>te, ist so rei<h an Planctenentde>ungen geweien,

wie das gegenwärtige.“

Getverbe und Sandes. L fj

¿den, 19. November. (W. T. B.) In der heute Hier

Rati el abten Generalversammlung der Aktionäre der \ächf if < E Bank warde die Unterwerfung der sächfischen Bank unter das Rei 8- bankgesez na< Maßgabe der vorgelegten Tagesordnung einstimmig genehmigt. : t nd

i , 22. November. (W. T. B.) Die Leipziger un die Sk d ische Bank haben den We@hseldiskont auf 5 und dén

Lombardzinsfuß auf 6 % herabgeseß*.

dikale Verein in Brüssel bemüht si< jeyt, in den übrigen Städten Belgiens eine Betzeiligung an der Petitionsbewegung zu dem angegebenen Zwe>e zu erlangen. : a

ranfrei<. Paris, 18. November. Die Königin n rant ict heute ihren Namenstag und empfing aus die- sem A; laß im Hotel Bafilewski das Personal der spanischen

Bot je Spitzen der s\panishen Kolonie von Paris. Ges Matte Le pausilige Nuntius in Gesellschaft

worden,

Monaten des Jahres 1874, es wurden nämlich verschifft :

i {luß dieses Jahrcs im Vergleich zu dem *) Der unglüd>lihe Abschluß dieses Jah A E a

vember und Dezember 1874 die kaufmännischen Geschäfte dur< die

voraugehenden rührt davon her, daß in den

damals ausgebrochene Kebellion paralifirt wurden.

edeutend ist die Steigerung der Ausfubr in den Monaten Juli, A und. S ate des Jah:es 1875, verglichen mit denselben

Verkehrs-Anstalten.

Berlin, 20. November. Auf der Station Sommerfeld ent- gleisten heute Nacht beim Zurü>drü>en eines Güterzuges zwei Güte L wagen, in Folge dessen die beiden Haupt eleise gesperrt maden s der nah Berlin gehende Courierzug eine Verspätung von wn en erlitt. Eine Entgleisung des Courierzuges ist somit nit vergekom-

men, au< hat außer der Beschädigung der beiden entgleisten Wagen nicht E alie Verleßung von Dersanen stattgefunden.