1875 / 279 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Es wird <arafkfierisict dur den Umfang, der gegeben sein die Anzahl der in Thätigkeit geseßten Personen und Mä- Die Personen sind wicder zu gruppiren nah Alter,

und Familienstandh Da aber die Derertt lung an einem. bestimmten Tage stattfindet, kann es ehr leiht vorkommen, daß das eine oder das andere Ge- werbe zu dem Zeitpunkte der Zählung fill steht, und man muß da- ber, um ein richtiges Moment- oder Zeitbild zu exhalten, die Frage mit aufnchmen: wie groß ist die Arbeiterzahl, die im Durchschnitt des Jahres beschäftigt wird? Die Zählung der gewerbli< beichäf- tigten Arbeiter, wenn auch gewisse Kautelen hierbei in Anwendung kommen, giebt aber no<h kein rihtiges Bild der Industrie. Etwas Anderes ist es mit den Maschinen, den Motoren und Arbeitêmaschinen, die als untrennbar in der Statistik zu behandeln sind, und erst beide Maschinen-Kategorien zusaizmengenommen, können ein richtiges Bild der Industrie gewähren. Die Vermehrung der Moteren allein, in deren Klassifikation sich namentli “zu einem großen Theile der mens{li<e Fortschritt in der Besiegung der Natur ausspricht, würde aber ne< ni<ht die Vermehrung der Industrie bedeuten. Nur in der Kombination der drei Faktoren, der Zahl der Arbeiter, der ahl der Motoren und der Arbeitsmaschinen ist ein Mittel ge- Raben, die Leistungsfähigkeit der Jndusirie zu konstatiren. Man einen Schritt weiter gehen, na< den Löhnen zu fragen, nah der Summe der verarbeiteten Rohprodukte "und nah dem Werthe des Endproduktes, wie dies zum Theil von den Franzosen, Engländern und Amerifanern geschehen ift, aber es sei nicht râthlich, diese Fragen zu stellen. Auf die erste Frage, nach den Löhnen, deren genaue Angabe eine Schlußfolgerung auf den Werth des Endproduktes gestatte, würde man eine vielleicht no< einiger- maßen zutreffende Antwort erhalten; aber über die leßteren Fragen würde der Fabrikant, weil diese seine finanziellen Verhältnisse be- rühren, feine genaue Auskunft ertheilen, und daun habe die Zahl keinen Werth. Es müssen aber au<h nc< gewisse spezielle Aufnah- men in Bezug auf einzelne hervorragende Gewerbe statifinden, bei der Landwirth\chaft, mit der oft verschiedene Gewerbe verbunden sind, und den Eisenbahnen. Die leßteren betreiken nicht blos ein Handelsgewerbe, sondern au<h cin Fabrikgewerbe. Fn den Reparatur - Werkstätten der Eisenbahnen werden Tausende von Arbeitern beschäftigt, und es unterliegt keinem Zweifel, daß man bei Vernachlässigung dieser gerade von ten Eisen- bahnen betriebenen Industrie cin ganz falsches Bild der Masfchinen- industrie gewinnen würde. Aehnlich liegt es bei dem Bergbäu, über dessen Betrieb Fragen verschiedener Art zu stellen sind. Die. Statistik, {li ßt der Redner, wenn sie Antwort geben solle, könne nie genau und nie detaillirt genug fragen; sie könne aber au<, möge die Ver- arbeitung no< so vollfommen sein, aus falschen Zahlen keine rich- tigen machen, und deshalb sei cs im höchsten Grade wünschenswerth, daß bei der diesmaligen Zählung ein jeder Einzelne die Zählkarte resp. Fragebogcn gewissenhaft autfülle und sih bewußt werde, daß er damit ein großes nationales Werk fördern helfe. Nach Beant- wortung der an den Vorsißenden gerichteten Fragen wurde zum zweiten Gegenstande der Tagesordnung übergegangen, dem Musfter- <uß. Hr. Dr. Weigert leitete die Disku'sion cin, die jedo< bis zur nächsten Sitzung vertagt wurde.

Berlín, 26. November.

Unier dem 28. September 1875 haben Se. Majestät der Kaiser und König der deutshen Wehrordnung und als militärische Crgän- zung derselben der Heerordnung die Allerhöchste Genehmigung ertheilt. Die erstere (Wehrordnung) liegt aus dem Verlage von Carl Heymann a!s Separatabdru> aus dem Centralblatt für das Deutsche Reich (IIL. Jahrgang Nr. 41 de 1875), die leßtere (Heer- ordnung) aus dem Verlage der Königlichen Geheimen Ober-Hofbuch- dru>erei (R. v. De>er) hier vor. i

Die in beiden Vcrordnungen enthaltenen Vorschriften haben zum großen Theil bereits früher bestander, find aber hierin nun systema- tis zusammengefaßt. Eine Neubearbeitung derselben ist au< wohl besonders d:swegen nöthig geworden, weil dur die Konstituirung des Deutschen Reichs viele Verhältnisse neu geregelt werden mußten. Dies jenigen Verordnungen, welche bisher die in der Wehr- und Heer- ordnung niedergelegten Vorschriften enthielten, datirten nämli alle no< aus der Zeit des No: ddeutschen Bundes, so die Militär-Ercsaßtz- Fnstruktion vom 26. März 1868, die Instruktion über die Behandlurg und Ausbildung der einjährigen Freiwilligen vom 11. Dezember 18366, die Verordnung, betreffend die Organisation der Landwthrbehörden und die Dienstverhältnisse der Mannschaften des Beurlaubtenstandes, vom 5. September 1867, sowie s{licßli< die Verordnung , betreffend die Dienstverhältnisse der Offiziere des Beurlaubt:nstandes, vom 4. Juli 1868. A : j

Die deutsGe Wehror dnung zerfällt. iy zwei Theile, die Er- \faßz- und die Kontrol ordnung; welche Verkbältnissé beide regeln, be- sagen shon die Namen. Wir heben aus der Ersaßordnung als abe weichend von der normalen Eintheilung einige Punkte hervor, welche durch die staatlihe Zujammenseßung des Reichs bedingt find. i

So bildet die Großherzoulih hessische (25.) Division einen eige- nen Ersfaßbezin f, und die Rechte der General-Kemmando's sind hier auf die Tivificn übertragen; ix Sachsen und Württemberg fungirt als E; saßbehörde 3. Inftanz eine besoudere „Ober-Rekrutirungsbehörde resp. der Ober-Rektrutirungsrath.“

Ebenso sind für alle übrigen Bundesftaaten die betreffenden Civil-Verwaltungsbchörden genau bezeichnet, welche, im Verein mit dem preußischen Kriegs-Ministerium und den General- Kommandos, als Mini1terial- resp. Erfsatbehörden 3. Instanz zu fungiren haben.

Als3 neu erscheint auch die Bestimmung, daz die Fahrzeuge der Kaiserlichen Kricgsmarine au< im Auslande Militärpflichtige ein- stellen fônnen, falls diese Seeleute von Beruf find, sowie -andere Militärpflichtiae, falls sie fi< zu 4jäßhriger Dienstzeit verpflichten.

Die der Ersaßordnung im Unanee beigefügte Landwehrbezirks- Eintheilurg für das Deutsche Reich ergiebt die definitive Bezeichnung dec Landwehr-Regimentcr in Elsaß-Lothringen, welche zwar {on bis- ber in dersclben Zusammenseßung, jedoh ohne Nummern, bestanden. Sir fiaden darin 3 Reserve Landwehrbataillone (Meß, Straßburg, Mülhausen i. E. Nr. 97, 98, 93), fowie die 4 Landwehr-Regimenter Nr. 128—131, die lelteren jedes zu zwei Batailloner. a

Demselben Anhang ist die Prüfungéorduung für Einjährig- Freiwilligen-Dienst beigegeben. ; i

Die Heerordnung zerfällt analog gleichfalls in zwei Theile, die Rekrutirungs- und die Landwehr ordnung.

Aus der Rekrutirungs ordnung - beben wir hervor, daß die Verpflichtung der in Unteroffiziershulen ausgebildeten Mannschaften, welche bisher für jedes dort verbrahte Jahr zwei Jahre in der Armee na<zudieneu hatten, dahin abgeändert ift, daß sie für ihre Auéëbildung überhaupt vier Jahre im Ganzen nazudienen haben.

Den entlassenen Mannschaften sollen in ihre Po ueNe alle geri<tli< erkaanten Strafen, die Disziplinarstrafen aber nur dann aufgenommen werden, wenn sie in den lchten drei Jahren auf stren- gen Arrest gclautet haben. Y

Die Landwehrordnung spriht bei der Organisation der Land- wehrbeßörden mehrfa< von bereits im Frieden formirten Landwehr- Regimentéstäben. Da solche zur Zeit no< nirgends bestehen, so geht daraus hervor, daß die Errichtung einzelner Landwchr-Regimentsstäbe beabsi<tigt wird.

Die Gestellung zu den Kontrolversammlungen if dadur erheb- li< erlei<tert worden, daß Diépenfationen von denselben stets ertheilt werden follen, sobald bei Ermangelung besonderer militärischer Be- denken Billigkeitsrücksichten anzuerkennen sind. i

Die Einziehung der Offizier-Aspiranten behufs Paten ihrer Qualifikation zum Reserve- resp. Landwehr-Offizier ist jeßt ein für alle Mal auf 8 Wochen festgeseßt ; Mannschaften, welche nachträglich dás Qual:fikationéattest zum Reserve- resp. Landwehroffizier erwerben wollen , können das {ct glei<falls innerhalb 8 Wochen erreichen und haben si< im nächsten Jahre dann noch der für Offizieraspiranten vorgeschriebenen Uebung zu unterziehen, während dieje leßtere Kate- gorie die Berechtigung, zur Wabl geftellt zu werden, bisher dur eine

einmalige dreimonagilihe Dienstleistung erwarb,

terisire. Ynrn durch cinen.

Geschlecht

fönute noh

Statistische Nachrichten.

Nah Müitheilung des statistischen Bureaus der Stadt Berlin sind bei den hiesigen Standesämtern in der Woche vom 14. No- vember bis incl. 20, November cr. zur Anmeldung gekommen: 258 Gheschließungen, 784 Lebendgeborene, 26 Todtgeborene, 443 Sterbefälle,

Soeben erschien das II1. Heft der Zeitschrift des Kô- niglih preußischen statistishen Büreaus, Jahrgang 1875 (Verlag des Königlichen statistii<hen Büreaus [Dr. Engel] in Berlin mit folgendem Inhalt: Die Gerberlohe, ihr Bedarf, ihre Produktion, Preije, Ein- uxd Ausfuhr in Deutschland, mit Benußung der amt- lichen Materialien des Königlich preußischen statistishen Büreaus be- arbeitet von Ernst Hasse. Beiträge zur Statistik des Ober-Berg- amtsbezirts Dortmund mit bêsonterer Berüdsichtigung der Ansiede- lungsbestrebungen der Grubenbefißer für die Belegschaft ihrer Wecke, - von Hiltrop. Der Erwerb und Verlust der Reichs- und Staats- angehörigkeit im preußis<hen Staate während det Jahres 1874. Die Geburten, Eheschließuagen und Sterbefälle der Cioil- und Militär» bevölferung des preußischen Staats im Jahre 1574. Die Gé- burten, Eheschließungen und Stecbefälle im preußischen Staate wäh- rend des I. Bierteliahres 1875 (Vorläufige Ergebnisse). Die Bil- dung der Standesamts-Bezirke im preußischen Staate; von Frhcen. A, v. Fir>s. Spiritus-Produktion, Export und Konsum im Brenn- fteuer-Verein, nebst den Locopreisen in Berlin seit dem Jahre 1839; von Emil Meyer. Die Hypothekar-Obligationen ausgebenden Grund- fredit-Institute, .intbefondere im preußischen Staate, I. Abschnitt; von Dr. Engel. Statistische Korrespondenz. E

Als besondere Beilage ist diesem Hefte beigegeben: Bericht über die V-rhandlungen der Kommission für die Revision der Vorschläge, betreffend die Ausführung der Gewerbestatiftik im Deutschen Reiche. Mir behalten uns vor, auf den Inhalt einzelner Autifel dieses Heftes noch gelegentlih zurü>zukfommen.

Kunst, Wissenschaft und Literatur-

Der am 23, November in Marburg verstorbene Professor der Philosophie, Friedri<h Albert Lange, Verfasser der in diesem Blatte wiederholt erwähnten, epochemachenden eGeschichte des Materialismus“ (zweite Auflage: Leipzig und Zser- lobn, Vcrlag von J. B ädeker 1873—1875), war als Sohn eines evangelishen Theologen am 28s. September 1828 zu Wald bei So- lingen geboren, studirte von 1849 bis 1851 Philologie in Zürich und Bonn und promovirte auf leßtgenannter Hochschule im März 1851 mit der Dissertation „Questiones metricae“ Jm Herbst 1852 wurde éer Gymnafiallehrer in Cöln, blieb daselbft als solcher bis 1855, wo er si< in Bonn für Philosophie habi- litixte, Von Ostern 1858 bis 1863 wohnte er in Duisburg, Anfangs als Symnasiallehrer, später als Handelskammer-Sefkretär, Redacteur und Buchhändler. Im Spätherbst 1866 siedelte er nach der Schweiz über, woselbst er als Buchhändler, Redacteur und Mit- glied des Stadtrathes in-Winterthur, als Mitglied des Erziehungs- rathes und mehrerer anderer kantcnaler Behörden in Zürich thätig war. Seit dem Herbst 1870 war er in Zürich ordentlicher Pro- fessor der Philosephie an der dortigen Hochschule und seit Ende 1872 gehörte er der Universität Marburg als Lehrer an.

Die Façade der Nationalgalerie ist seit einigen Tagen

Die Ayvancementsaussihten der Landwehroffiziere sind insofern jet günstiger geworden, als ihre Beförderung nicht mehr von Etats- rü>siGzten abbängig ist, sondern lediglih nah Prinzipien der Ancien- netät im Verhältniß zu den Linientruppen erfolgt. Diese leßteren find dieselben geblieben. 2 i

Als Unhang is der Heerordnung die Verordnnng über die Ocga- nisation des Sanitäls-Corps vom 6. Februar 1873 (Sanitätsordnung) nebst Auëzug aus den Ausführungsbeftimmungen , sowie die Bestim- mungen über das Militärc-Veterinärwejen vom 15. Januar 1874 (Veterinärordnung) beigegeben.

Zum Andenken an die Schlaht bei Spicheren wird in dem neucnRathhaussaalezuSaarbrüd>en, dessen Neubau in aller- nächster Zeit begonnen wird, der „Straßb. Ztg.“ zufolge, auf An- ordnung Sr. Majestät des Kaisers eine Reihe von monumen- talén Gemälden angebracht werden, zu denen jeßt die Skizzen bier eingetroffen sind. Dieselben find vom Direktor der Königlichen Kunstakademie zu Berlin, Professor A. von Werner, gezeichnet worden. Sie fst:llen dar: das Hauptbild (Hinterwand des Saales), Eirzug des Königs Wilhelm in Saarbcü>en am 9. August 1870, den Königlichen Wagen umgiebt das fauchzende Volk, ein Ver- wundeter, der vorbeigetragen wird, hebt die Hand, um seinen Kriegs- herrn zu grüßen; der König dankt leutselig, Die beiden anderen Bilder (Seitenwände des Saales), eine Episode aus der Erslücmung der Spicherer Höhen (Tod des Generals v. Frar.çoië) und ein \ymbo- lishes Gemälde, die Einigung von Nord- und Süddeütschland dar- ftellend (d-r Genius Deutschlands hält über zwei Krieger in antiker Rüstung und Mänteln iu den deutschen und bayerischen Farben die Kaiser- krone). Zu den beiden Seiten des Hauptbildes sollen in Nischen die lebens- großen Figuren Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen, undSr. Königliches Hoheit des Prinzen Friedri Carl angebracht werden, rechts und links der symbolisc<hen Darstellung erhalten die Standbilder des Fürsten von Bismar> und des Grafen von Moltke ihren Plaß. Die Fenster werden in reicer Glaëmalerei Wappen und sonstige Abzeichen enthalten, prachtvolles Täfelwerk die Zwischenräume an den Wänden und ges<ma>volles Parket den Fußboden de>en. Die De>z des Saales zeigt in der Mitte einen mächtigen Reichsadler, inden vier Ed>en die Wappen von Preußen, der Rheinlande, von Saarbrü>en und St. Iohann. Ein unter der De>e hinlaufender Fries enthält die Daten der Haupts<lachten 1870/71. Zu der ganzen Auss{müd>ung des Saales find 65,000 # ausgeworfen und zur Ausführung der al fresco auszuführenden Malereien eine Frist von 3 Jahren feftgeseßt.

Kaiser Wilhelm- auf der Hirshjagd. Nach dem Original-Oelgemälde von E. v. Hartißz1<, photographirxt von Wilh, Berndt. Dieses neue Bild {ließt si< an die von uns bereits erwähnten: „Der Kaiser und sein Kanzler“ und „Unterredung im Generalstab8gebäude“ (Se. Kaiser- liche und Königlihe Hoheit der Kronprinz und Graf Moltke) in Formaten, Ausftattung 2c., genau an. Es stellt Se. Majestät den Kaiser im Jagdanzuge, umgürtet, mit Jagdtasche und übergchängter Büchse 2c., am Saume eines prachtvoll beleuhteten Buchenwäldes dar. Zu den Füßen Sr. Majestät liegt ein verendeter Sehszehn-Ender, welche Jagd- beute, als Schüß mit Trefferbefriedigung, zu überliefern der Hohe Herr vorgetreten und das Jagdgefolge zu erwarten scheint. Füc die Theilnehmcr der lchten großen Hofjagden und Freunde des edlen Waidwerkes dürfte diese wohlgelungene Photographie nebst den vor- enannten \si< besonders zu Weihnachtegeschenken empfehlen, Er- nin find bis jeßt Jm Tone (45 bs 60 Centimeter groß) 10 Æ und Großguart (Öröbe: 35 bis 45 Centimeter) 6 M fostend; die Kabinetautgabe wicd demnächst zu haben sein,

Der versprohene Nachtrag zu dem in der Mittler schen Buchhandlung (H. Heyfelder) in Bromberg erschienenen „S y- nodal-Album 1875* (Mitgliederverzeichniß der preußischen außerordentlichen Generalsynode, zusammengeftellt vom Justiz-Rath Hâäuschke), enthaltend F I0grapm Ne Notizen über die dreißig landeêherrli<h ernannten Mitglieder nebst alphabetishem Register, ist soeben ausgegeben worden.

G pro: Norden skjsld und seine Begleiter sind am 17. d. in St. Petersburg eingetroffen, na<dem sie mittelst Wagen den Weg von Jeniseisk na< Taril am Ural binnen 30 Tagen urüd>gelegt hatten. Von Taril fuhren sie per Schlitten über das schneèbede>te ÜUralgebirge und auf den eisbelegten Flüssen Kama uud Wolga in 8 Tagea na Nischni-Nowgorod, von wo sie die Reise per Bahn fortseßten. Nordenskjöld hielt fi< 3 bis 4 Tage in Krasnojarsf, Omsk, Tekaterinenburg, Nischni, Tagilsk und Moskau auf, und ward überall mit lebhafter Sympathie begrüßt. leich nä< seiner An- funft in St. Petcrsburg wurden die Mitglieder der Expedition der

bis auf eine kleine Stelle von den Gerüfien befreit, und zum ersten Male kann man den Prachtbau in seiner ganzen Schönheit sehen.

Das nächste Heft von Petermanns geographis<en Mittheilungen, Heft 12, 1875, (Gotha, Justus Perthes) wird an größeren Aufsäßen bringen: Lieutenani G. M. Wheelers zweite Expedition nah der nördlihen Neumexiko und dem südlichen Golorado, 1874, von Osc. Loew, welcher als Chemiker diese Expe- dition begleitete; Henry M. Stanleys Erforschung des Victoria Nyanza, mit einer Karte von diesem 1525 Quadratmeilen großen See, auf welher Stanley's Route vom Januar bis Mai dieses: Jahres verzeichnet ist; exdli<h die Berichte von Dr. Nordexfkjöld und Dr. Lundstrôm über die s{<wedishe Entde>ungsfahrt na< dem Jenisey.

nebst Karte. j Gewerbe und Sandel.

Die Berliner Unions-Brauerei (Gratweil) wird für das mit dem 309, September cr. abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende von 64 % wie im vorangegangenen Jahre vertheilen. Zu Abschreibungen werden 180,(00 zur Verwendung kommen.

In der Fabrik von Siemens & Halske hierselbst ist ein Apparat konstruirt worden, der es ermöglicht, mit vollständiger Ge nauigfeit und auf einfahe Weise die Gradhöhe des Spiritus zu bemessen. Der zu prüfende Spiritus wird aus dem Maish- raum in einen cylindrigen eisernen Behälter geleitet, in welhem si ein fogenannter „Shwimmer* befindet. „Dieser Schwimmer, ein runder, aus leihtem Metall (Aluminium). gearbeiteter und mit ciner spezifish sehr leichen Flüjsigkeit, die das Geheimniß der Fabrik ist, gefüllter Körper, steiut in dem Spiritus auf. Ec steigt um fo höher, je leichter das spezifishe Gewicht der zu prüfenden Flüssigkeit ift, und dies ist bei hohgradigem Spiritus geringer, als bei niedriggradigeren, Ein an dem Schwimmer angebrahtès Uhrwerk— fteht nun mit einem Zeiger in Verbindung, dec seinerseits wieder vermittelst einer schr fomplizirten Kurve (Hyperbel), wel<he dur< die Umdrehungen ciner Trommel gchoben oder gesenkt wird, regulirt aufs Genaueste, an einer Skala die Gradhöhe von 0°—1060° anzugeben im Stande ist,

Die Harkortshe Bergwerks- Aktien-Gesellschaft hat nach vorliegender Mittheilung im leßten Geschäftsjahre 242,000 Bruttogewinn erzielt, dem na Abzug der Geschäftsunkofsten, Zinsen x. ein Reingewinn von 160,000 A enispriht. Der Generalversammlung wird vorgeshlazen werden, hiervon 75,000 Æ zu Abschreibuxzgen zu verwenden.

In Liegniß starb am 21. d. M. der Kommerzien-Rath Heinrich Ruffer.

London, 26. November. (W. T. B.) Wie die „Times“ meldet, hat die englis<he Regierung von dem Khedive Su ez- faual-Aktien im Betrage von vier Millionen Pfd. Sterl. gekauft und denselben ermächligt, für diese Summe einen nah Sicht zahl- baren Wechsel auf das Haus Rothschild zu entnehmen. Wie weiter verlautet, ist von der Regierung für den Ankauf der ihr von dem Khedive offerirten ca. 177,000 Stü> Suezkanal-Afktien um den Preis von 4 Millionen Pfd. Sterl. die Genehmigung des Parla- ments vorbehalten worden.

Verkehrs-Anstalten. Am 25. d. M. sollte die Bahnlinie Zweibrütken-Ann-

geographishen Ges-lls{<aft vorgestellt. In einer Sißung dieser Gesellihaft berichtete Nordenskjöld über seine Eismeererpedition, gleichwie des Weiteren die von Dr. Petermann in Gotha auêgearbei- tete Karte über die Reise der Expedition vorgelegt wurde. Nor- denskiöld und seine Begleiter gedenken sih etwa eine Woche in „der russischen Hauptstadt aüfzuhalten, und w-rden dann die Rü>reise nah S<weden über Helsingfors antreter, von wel<er Stadt sie bereits eine Einladung erhalten haben. Ueber seine Reise den Jenisei hinauf hat Nordenskjöld einen ausführlichen Bexicht, datirt Tomsk, 13. Ok- tober, an Oscar Di>kson in Gothenburg gerichtet, der den selben in der „Gothenburger Handelszeitung“ veröffentlicht hat. In dem Schreiben Nordensfkjölds wird bezüglich der Reise auf dem Jenisei hervorgehoben, daß man fehl greifen würde, wenn man si< diese nördliG des Polar kreises belegenen so unbekannten Gegenden als vôde, von Schnee oter Eis bede>te Wüste mit einer spärlichen Mooëvegetation vorstelle. Im Gegentheil bemerkte Nordenskjöld auf seiner Reise den &Fenisei hinauf nur an einer einzigen Stelle Schnee, nämlich in einer tiefen Schlucht von geringem Umfange, während im Uebrigen die Vegetation si<h dur< cine Ueppigkeit auszeihnet, von wel<her Nor denskiö:d selten eines Gleichen gesehen hat. Die Jacht „Pröven“, wel<e am 19. August die Rükreise na<h Norwegen antrat, laugtt am 3. Oktober in Tromsoe an. Ueber diese Reise hat der Dr. Kjellmann, welcher die Expedition auf der Rü>reise- leitete, einen eben: falls in der „Gothenburger Handelszeitung" veröffentlichten, an Oscar “Dison gerichteten Bericht geliefert. Aus leßterem geht hervor, daß auch die Nü>reise reib an wissens{afticher Ausbeute gewesen ift, namentli< was die Thier- und Pflanzenwelt auf Nezaja Semija und im Karischen Meere betrifft, wel< leßteres, im Gegensaße zl dem, was man früher annahm, ein üppiges und formreihes Thier leben darbietet. Die Expedition führt bedeutende wissenschaftlide Sammlungen mit si{<, worunter eine Jnsektensammlung aus Novaj Semlja, welhe ca. 500 Exemplare mit zahlreichen Vertretern fast aller ÎInsektenarten enthält, während man früher uur 4 bis 5 Arten aus dieser Gegend kannte.

Theater.

Im Krolls<hen Theater wird morgen die Weihnachtt Ausstellung eröffnet. Treß der namhaften Kosten derse:ben ta! die Direktion die ermäßigten Preise der Sißplähze beibehalten u?d auf diese Weise den Zeitverhältnissen Re<hnung tragend, die Au stellung Jedermann zugänglih gemacht. i

Im Bellealliance*Theater hat das Lebensbild vo R. Hahn „Ein altes Hausmöbel“ bei seinen Wiederholung! den lebhaftesten Beifall gefunden, und ist anzunehmen, daß sich da selbe längere Zeit auf dem Repertoire halten wird. Als nächste No vität ist das Schauspiel „Das Testament des Großen Kut fürsten“ in Aussicht genommen, während zur Weihnachtszeit e hierauf bezügli<hes Schauspiel „Joseph im Schnee“, nah de gleichnamigen Auerba<hshen Novelle bearbeitet, in Vorbereitung ist.

Das erft im vorigen Jahre eröffnete prächtige Stadttheate in Barmen ist gestern Abend bis auf die Mauern ausgebrann Drei Personen -(ein Dekoratiousmaler“ mit einem Gehülfen und eint Lehrling), die si< von der Spiße des Hauses aus durch Herabspri! gen zu retten suchten, haben dabei den Tod gefunden.

Die Zauberwelt des Hofkünstlers Sr. Majestät des Kaise und Königs, R Bellachini im Saaltheater des Königliche Schauspielhauses erfreut fi< no< immer der lebhaften Theilnah des Publikums. Das Ueberraschende der Produktionen, wie die El ganz und Sicherheit, mit welcher M Bellachini dieselben ausführ bleiben au< bei wiederholtem Besuch der Vorstellungen anziehen? überdics ijt dur< Aenderungen, die jeden Mittwoch und jeden < onnts im Pte eintreten, hinreichend für Abwechselung gesorgt. Außer d Koffer, dessen Geheimniß no< immer ungelöst ist, bildet jet d

rarger das Anziehendfte der Darstellungen Es ist das japaniss arterholz, in welhes der Kopf und die Hände eiñes Menschen \ eingefkflemmt werden, dergestalt, daß die Hände das Schloß, wel( den Pranger 4 unmögli erfafsen fönnen. Nichtsdestowenig! elingt es dem auf diese Weise Gefesseiten, in Fürzester Zeit sich de Prangers zu entledigen, ohne daß das Schloß geöffnet ist. B pparat wird, ebenso wie der geheimnißvolle Koffer, dem Publik! zur Untersu<hung übergeben, wodur< der Effekt desto. wirksamer w!

Redacteur: F. Prehm. __ Verlag der Expedition (Kessel), -Dru> W. Elsne Vier Beilagen (eins<ließli< Börsen-Beilage).

Berlin:

zum Deulsheu Reichs-A

M 279.

Drvritté

Berlin, Freitag,

Beilage

den 26. November

P T

1) die Vakanzen-Liste der dur< Mitlitär-Anwärter zu beseßenden Stellen

2) die Uebersicht vakanter Stellen für Nit-Militär-Anwärter, s i

3) die Uebersicht der anftehenden Konkurs-Termine,

4) die Uebersicht der anstehenden Subhastationstermine,

9) die Verpachtungstermine der Königl. Hof-Güter und Staal3-Domänen, sowie anderer Landgüter,

Der Inhalt dieser Beilage, in welcher au< die im $. 6 des Gesetzes über den Markeus<huß, vom 30. Novenzber 1874, vorgeschriebenen Bek

einem besonderen Blatt unter dem Titcl

In dieser Beilage werden bis auf Weiteres außer den gerichtlichen Bekanntmachungen über Eintragungen und Löschungen in den Handels- und Zeichenreg istern veröffentlicht:

zeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

179,

6) die von den Reihs-, Staats- und Kommunalbehörden ausgeschriebenen Submissionstermi i i ; 4 albebs z mine 7) die Tarif und Fahrplan-Veränderungen der dcutsh-n Eisenbahnen, : f 8) die Uebeisichi der Haupt-Eisenvahn-Verbindungen Berl:ns, 9) die Uebersicht der bestehenden Postdampfsciff-Berbindungen mit transatlintischen Ländern,

10) das T-legraphen-Verkehréblatt.

anntmachungen verúffentliht werden, erscheint au< in

Central-Handels-Register für das Deutsche Reich. x: 21;

Das Central-Handels-Register für das Deutsche Nei kann dur< alle Post- Anstalten des Fn- und Auslandes, fowie dur<h Carl Heymanns Veilag, Berlin, SW,, Kéniggräßerftraße 109, und 2e Buchhandlungen, für Berlin au< dur< die Expedition: SW., Wilhelmstraße 32, bezegen werden.

In Bezichung auf $. 107 der Reichs-Gewerbe- ordnung, welcher die Gewerbeunternehmer für verpflichtet erklärt auf ihre Kosten alle dicjenigen Einrichtungen herzustellen und zu unterhalten, welche mit Rücksicht auf die besondere Beschaffenheit des Gewerbebetri:bes und der Betriebsstätte zu thunlih- ster Sicherung der Arbeiter gegen Gefahr Für Lében und Gesundheit erforderlih sind, fühct das Reichs-Oberhandelsgericht, 1, Senat, in einem Erkenntniß vom 22. Oktober d. J. aus, daß dabei ax die Verpflihtuag zur absoluten Beseitigung aller Gefahren nicht ge- dacht werden darf, da dies geradezu unmöglich ist; die Verpflichtung des Prinzipals kann das Maß ener Vorsicht nicht überschreiten, welche ein sorg- ältiger Gewcrbetrcibender der betreffenden Geschäfts- branche anzuwenden pflegt, wobei er darauf renen darf, daß die Arbeiter ihrerseits die gewöhnliche

Voisiht nicht auß:r Acht lassen. Jn einer badi-

ihn we<selmäßig Verpflichtenden bis zum Verfalle _De>ung zu gewähren oder den Wechsel seinerseits einzulösen. Denn bei der im kaufmänni\chen Ver- kehre feststehenden Bedeutung des „Gefälligkeits- we<sels*" liegt darin zugleich diz Behauptung, daß der Andere sich vertraqsmäßig verpflichtet habe, ; den Wechselverpflichteten ven seiner Haftung zu be- ' freien und daß er fi bei Nichterfüllung di-fer Ver- pflichtung mit dessen Schaden bereichern würde. Bon den Einreden des Verklagten gegen die hiernach genügend substantiirte Klage erledigt ih diejenige der Verjährung der Wechsel {ou dadur<, daß es

sih überhavpt ni<ht um einen Anspruch aus den ?

Wechseln, sondern aus dem unterliegenden Verhält-

. nisse handelt. Durch die Ersezung der Gefällig- feitêwehsecl durh die neuen Wechsel ist ledigli die Verfallzeit, nit aber au das materielle Verhält- niß unter den Belheiligten geändert worden.

{hen Cemenifabzif befinden sich Scbienenstränge, :

“auf welchen die Eisenbahnwagen durch Menschen be- *

wegt und insbesondere in den bena<barten Bahnhof der Bad:schen Staatsbahn geshoben werden. Ju Juni 1873 sollte auf Geheiß des Fabrikauf- fehers ein mit Cement beladener Wagen durch mehrere Arbeiter in jenen Bahnhof ges<hoben wer- den. Der erste Versuch mißlang, und so befahl der Ausseher, den Wagen eine Stre>e zurü>zuschicben,

um mit einem sog. Anlaufe das kleine Hinderniß zu

bewältigen. Dabei \<ob ein Theil der Arbeiter vorwärts und die anderea- hemmten, damit der Wagen nicht zu {nell laufe, Der Arbeiter B. be- fand si< unter lchterea. Als dec Wagen am Lager- Hause vorüberkam, gerieth B. mit seinem Kopfe zwishen eine dort angebrahte „Rampe“ und den Wagen, erlitt s{<were starb in Folge dessen na< wenigen Stunden. Die Hinterbliebenen, eine Wittwe und drei unmündige Töchter, beanspruchten ihren Lebensunter- halt von dem Fabrikbesißer, da dieser in der Rampe, deren äußzrer Rand von dem Wagen nur 17-Cm. entfernt war, eine gefährliche Anlage duldite, wäh- rend solche entweder bewegli<, d. h. zum Auf- oder Niederlassen zu machenz oder ganz zu be- feitigen war. Der Fabrikbesißer erachtete sih jedo<

nicht für verpflichtet, weil ua<h seiner Anficht der ! Arbeiter B. dur@ eigenes Verschulden seinen Tod !

herbeigeführt habe, denn zur Zeit- des Unfalles sei es heller Tag gewesen, der Vernnglücktesei unmittelbar vors her an der Rampe vorübergekommen und fei vom Aufseher öfters gewarnt worden. Die Wittwe wurde auch in Folge dessen in allen gerichtlichen Jn- stanzen abgewiesen. „Zufolge der von dem fklagen- den Theile nicht vbestriitenen Behauptung,“ führt das Erkenntniß des Reichs-Oberhandelégerichtis aus, «hatte die Rampe, welche si< an einer Ocffuung des Lagerhauses befand, den Zwe>, die Beiadung der Eisenbahnwagen zn erleichtern, und mußte da- her in mögli<hst unmittelbarer Verbindung mit den Wagen stehen. Aber au< der Umstand, daß tie Rampe den bei dem Wagenschie- ben beschäftigten Arbeitern gefährliÞh werden konnte und in der That ten Tod des B. verursacht hat, fann jener Einrichtung nicht zu einer. Ièachläfs- figkeit oder Unverständigkeit der Beklagten im Sinne des badischen Landrechts umwandeln, Man kann in dieser Beziehung von dem Fabrikbesitzer kein größeres Maß von Ueberlegung fordern, als bei vor- P Geschäftsleuten dieser Art üblich ift. Nun at der einvernommene Sachverständige bekundet, die Entfernung von 17 Cm. zwishen Rampe und Wagen könne nicht als etwas Besonderes, Unge- wöhnliches augesehen werden. Er ftüht dies darauf, daß nah den te<nis<hen Vereinbarungen deutscher Eisezbahnen ein Zwischezraum von 13 Cm. zwischea Fahrzeug und Gebäudetheilen unter Unständen ähn- lich den vorliegenden -no< zulässig erachtet wird, und daß bei ciner größeren Zahl von Eisenbahnen no<h geringere Zwischenräume vorkommen und zwar sogar auf Geleisen, welche mit Schienen befahren werden. Was auf Eisenbahnen, die mit Dampfkraft betrie- ben werden, sogar reglementsmnähßzig gestattet ift, durfte der Fabrikherr, ohne sih eines Maugels au Ueberlegung s{uldig zu machen, in seinem Etablisse- ment umsomehr zulassen, als darin die Wagea nur von Arbeitern ges{<oben werden, mithin die Kraft und Raschheit der Bewegung hier viel geringer find.

Acceptirt oder indossirt ein Kaufmann aus Ge- fälligkeit einem Anderen einen Wechsel, ohne Valuta dafür empfangen zu haben und de>t er so- tann die Wesel als Acceptant oder im Regreß- wege, so ijt der andere, selbst na< Verjährung des Wechsels, zur Zahlung des Ausfalls verpflichtet, auch wenn er dicse Verpflichtung niht ausdrü>lih übernommen, Jn ‘diesem Verhältniß wird au ni<ts dur eine Erseßung jeuer Gefälligkeitêwechsel durh neue, \. g. Prolongationswechsel, geändert, (Erkenntniß des Ret<hs-Oberhandelsgerichts vom 23. Oktober d. J.) „Die Behauptung, das ein bloßes Gefälligkeits - Accept (resp. Ju- dossament) vorgelegen habe, hat nur unter Kauf- leuten die allgemein übliche bestimmte Bedeutung, daß die betreffende Wechselverpflihtung aus bloßer Gefälligkeit für einen Anderen, um demselben Kredit

Quetschungen und

Nach preußischem Rechte ist die Aaerkennung einer im Konkurse angemeldeten For- derung Seit:ns des Massenverwalters und die gerichtlihe Feststellung derselben im Konkurse nah

Beendigung des Konkurses füc den Gemeinschuldner i

nicht bindend. (Erkenutniß des Reichs-Ober Handelsgerichts out 25, ZILIDDEL D S) >

Die verfügt zur Zeit diesen sind 83,165,569

Sirecichgarn - Industrie Englands

Spindeln und 57,090

Maschinenœebstüble im Betrieb; die Zahl der be- |

\chöftigten Arbeiter 134,605,

? und Arbeiterinnen beträgt Die Gesammtzahl der in dec Kammgarn-

. auf 692, mit zusammen 2,182,792 Spindeln, 82,000 : Maschinenwebstühle und cin-m Arbeiterpersonal von | 142,097 Arbeitern und Arbeiterinnen. Die Shoddy- ; Industrie ver!ügt über 125 Fabriken mit -101,134 ; Spindela, 1437 Mascinenwebstühle und 3494 : Arbeitern. Die Gesammtzahl der Fabrikes in der | Strumpfwaarenfabrifation beträgt 150, die Zahl

| der in ihnen aufgestellten Cirkularstühle 15,414, die j der Rotaries 3457 und die Zahl der Arbeiter zu- i

fammen 10,014.

„Le Jacquard“ zufolge, Wolle zu furben, ohne genöthigt zu sein, dieselbe in Sträuge zu legen, ungefähr so, wie es beim Aus- langen und der Farbe der gezettelten Ketten und Gewebe geschieht. Die gekämmten Bänder durch- laufen allmählich diverse Bäder, ohne die Hülfe der Hand des Arbeiterz zu bedürfen, und sind auf Tische ohne Eade aufgelegt, um j:de Verlängerung oder Veränderung zu vermeiden. Die Durchläufe und

ungefärbte Wolle an dem einen Ende-des Apparats eintritt, um ohne Uaterbre<huug fortzugehen und an dem andern Ende des Apparats gefärbt herauszu- fommen. Diese Methode führt zum halbtro>ncn, Tre>nen u=d Entfalten der Wolle am Ausgange des leßten Bades. Ju manchen Fällen wendet man, anstatt die Wolle în gewöhnlihe Farbbäder einzu- tauchen, einfa<h eine Walze an, welche man in die mehr oder minder starke Farbenauflöfung taucht.

Die „Zeitschrift für Gewerbe, Handel und Volkswirthschaft, Organ des Obver- \<lesis<hen berg- und hüttenmännischen Vereins,* redigirt von Dr. Adolf Franß zu Beuthen O /S,., enthält in Nr. 47 vom 20, No- vember d. J.: Obverschlesisher berg- und hüiten- mäunisher Verein: Schreiben des Königl. Ober-

NVolks- und Gezwerbezählung Il, Reichstags- Bedenken. Oberschlesiens Kohlen- absaßgebiet und dessen Erweiterung. Ill, Eisenzoll-Petitionen. —- Stettia: Kohlenverkehr. Oesterreich: Außenhandel bis September d. I. ; Montanberiht. Großbritannien: Außenhandel bis Oktober d. J. Anzeigen.

temberg“, herauêsgegeben von der Königlichen Centralstelle für Gewerbe und Handel, enthält: Die Thätigkeit der Gewerbeveceine (Schluß). Drehbare Schaukäften. Unfall-Versicherungsgesell- schaften. Literatur (Rechenbuch für deutsche Volksschulen). Ausstellunz ‘von Arbeiten engli\her Kunstgewerbes<ulen in der Kunstvibliothek des Musterlage: s. Ankündigungen.

Handels-Regifter.

Die Handelsregistereinträge aus dem Königreich

Sachsen, dem Großherzogthum Hessen und dem

Herzogthum Anhalt werden Dienftags unter der

Rubrik Leipzig resp. Darmstadt und Dessau

veröfrentlicht, die ersteren wöchentli%, die beiden leß- teien monatli.

Berlin, Handelsregister

zu vershaffen, eingegangen sei und daß dieser Andere agegen, sei es nun ausdrüd>lih oder stills<weigend, die Verpflichtung übernommen habe, dem si für *

über 1800 Etablissements; in ?

Hr. Lepoutre hat, der französischen Fadchzeits{rift eine Meibode erfunden, |

Einatauchungen find in der Art berechnet, daß die

—- ‘Nr. 47 des „Bewerbeblatts aus Würt- ;

Das Central-Handels-Register für das Deutsche Reich erscheint in der Regel tägli<h. Das

Abonnement beträgt 1 K 50 S für das Vierteljahr. Insertionspreis für den Raum einer Dru>zeile 20 3.

In unser Gesellschaftsregister, woselbst unter Nr Firma: Preußische Baubank vermerkt steht, ist eirgetragen :

Firma gelß\>t worden,

Die Gesellschafier der hierselb unter der Firma E. He>manun & Co.

E E In h (jeßiges Geschäftslokal: Seidelstraß: 23) è find: 1) Frau He>mann, Einma, geb. Kilian, 2) Kaufmann Moriß Altmann,

Beide zu Berlin.

| 9924 eingetragen worden.

* 9481 die hiesige Handelszesells<aft in Firma: _Henzgze & Kohn vermerkt steht, ift eingetragcn:

kunft aufgelöst.

Henze's Bnchhandlung und Antiquariat fort Veigleiche“ Nr. 9067 des Firmenregisters. | Demnä&ft ist in unser Firmenregister unter Nr : 9067 die Firma:

3696 die hiesige aufgelöste Handelsgesellschaft in

Die Liquidation ift beendet und demzufeolge die

+ #

am 1. November 1875 begründeten Handelsgeselle

Dies ist in unser Gesellschaftsregister uter Nr.

In unfer Gesellschafttregifter, woselbst unter Nr.

Die Gesellschaft ist dur< gegenseitige Ueberein- Der Kaufmann Dito Henße jeßt das Handelsges<häft unter der Firma Otto

*

Otto Henze's Buchhandlung unb Autiquariat Fndustrie beschäftigten Etablissements beläuft - si< : und als deren Inhaver der Kaufmann Otto Penße

: hier eingetragen worden.

¡ e,

| Gelöscht ist:

; Firmenregister Nx. 8082:

Í die Firma; W. Haensch.

| Berlin, den 25. November 1875.

j “Königliches Stadtgericht. Abtbeilung für Civiisachen.

J

i Bochum, Handelsregister des Königlichen Kreisgerichts zu Bochum.

: find als Gesellschafter vermeift: j 1) der Tischler Joseph Meier zu Bochum, { 2) der Tischler Ecnst Mußmann zu Bochum.

i Die Befugniß, die Gesellschaft zu vertreten, hat

' nuc der Gesellschafter Joseph Meier.

î Zara

EBoclkurn, Handelsregister des Königlichen Ereisgerihts zu Vochum,

Cie. errihtete ofene Handelsgesellschaft zu Witten am 15, November 1875 eingetragen, und sind als Gesellschafter vermerkt : 1) der Kaufmann Gustav Rennert zu Herbede, 2) der Kaufmann Robert Vogt zu Witten.

Bochum. Handelsregister des Königlichen Kreisgerichts zu Bochum. Die unter Nr. 161 des Gesellschaftsregisters ein- getragen? Zweigniecde:lassung zu Bochum (Firmen-

; inhaber: Gebrüder Sinn zu Aachen) ist gelös<{t

¡ am 11. November 1375.

Bergamis, betreffend Ausstellung für Gesundheits- ; pflege 2c. zu Brüssel, Wesen und Bedeutung der ;

Braunsehweig. | die hiesige Stadt Vol, 1I[, Vol, 19 is heute die

| Firma: Stärkefabrik Brandes & Co., als deren Jahaber : Kaufmann Albert Probst, V Franz Deppe, ë Wilhelm Hingft, z Heinrich Brandes, sämm'lih hierselbst ; als Ort der Niederlassung: Braunschwe*g, und unter der Rubrik „Rechtsverhältniß bei Han- delsgesellschaften“ Folgendes : Offene Handelsgesellshaft, begonnén am 1. No- vember 1875 und domizilict in hiesiger Stadt. Zur Vertretung der Gesellschaft sind immer nur je 2 der Gesellschafter collectiv berechtigt, heute eingetragen. - Brauns>weig, den 19. November 1875. Herzogliches Handelsgericht. V. Bode.

Breslau. Sefanntnahung, In unser Firmenregister ist heute a, bei Nr. 3581 die Firma: L. Briauigtzer be- tréffend, Folgendes: das Handelsgeschäft ist dur< Vertrag auf den Kaufmann Jacob Brinniy-r zu Bres-

des Königlichen D zu Berliu. Zufoige Verfügung vom 2d. November 1875 find am selbigen Taze folgende Eintragungen erfolgt :

- lau übergegangen und wird von demselben

Unter Nr. 241 des Gesellschaftsregisters ist die am 1. November 1875 unter der Firma See & M

In das Handelsregister für

Unter Nr. 240 des Gesellschaftsregisters ist “die am 3. Novenber 1875- unter der Firma: Meier & ! Mußmann erci<tet2 offf:ne Handelsgesellschaft zu ? Bochum am 11. November 1875 eingetragen, und :

|

Einzeln: Nummern kosten 20 S.

unter der Firma I, Brinuitzer fort- geführt; b. unter Register Nr. 4140 die Firma I. Brin- nißer und als deren Junhaber der Kaufs __ maun Jacob Brinnitzer hier eingétragen worden. Breslau, den 20. November 1875, Königliches Stadtgericht. Abtheiluxg I.

Charlottenbursz. Oecffentli*e Bekanut-

L machung.

In unser Gesellschaftsregister ist Heut zufolge Verfügung vom 17. November cr. bei Nr. 44 Berliner Aktiengesellschaft für Eiseugießerei und Maschinenfabrifatioun eingetragen

Nach Ausscheiden des Direktors Oppermann find L Bl t Oppelt in Charlattenb

a, Robert Vppelt in Charlattenburg, zum Direktor

der Gesellschaft, | G

b, Ober-Jugenieur Heinrich Kaegler, zu Stettin

wohnhaft, zum Stellvertreter des Direktors.

Charlottenburg, den 24. November 1875.

Königliche Kieisgerichts-Deputation.

Cottbus. In unser Gesellschaftsregister ist aim 19. d. Mts. bei Nr. 35, woselbst die Cottbus: Großeuhainer Eisenbahn - Gesellschaft eingetragen fteht, in Colonne 4 folgender Vermerk eingetragen worden : „Der Advokat Oscar Ochme zu Leipzig ist aus deim Voz stande der Cottbus-Großenhainer Eisen- bahbngesell\Gaft auégeschieden.“ j Cottbus, den 22. November 1875. Königliches Kreisgericht.

Cottbus. In un'er Gesellschaftsregister ist am 19, d. Mts. unter Nr. 83

Firma der Gesells<aft:

_ Herm. Ruff & C, F. Arune>e,

Siß der Gesellschaft:

__ Cottbus,

Rechtsverhältnisse der Geséllschaft:

Die Gesellscafter sind:

1) der Tuchfabrikant Hermann Ruff,

2) der Tuchfabrikant Charles Friedrich Arne>e, Beide zu Cottbus.

Die Gesellschaft hat am 15, November 1875 begonnen.

Das Recht, die Gefellshaft zu vertreten und die Firma zu zei<hnen, darf nur in Gemein- chaft von beiden Gesellschaftern ausgeübt werden,

eingetragen worden. Cottbus, den 22. November 1875. Königliches Kreiëgericht.

Cotthus. Die Firma Wm, Dunstheimer zu Cottbus ift erloschen und dies bei Nr. 319 unseres Firmenregisters am 19. d, M. vermerkt woiden. Cottbus, den 23. November 1875, Königliches Kreisgericht.

Crefeld. Auf vorschrifismäßige Anmeldung ift am heutigen Tage bei Nr. 84 des Handels- (Ge- sellshafts-) Registers des hiesigen Königlichen Han- delsgerichtcs, betreffend die offene Handelsgesell chaft sub Firma: Shmiy & Launhardt mit dem Sitze in Crefeld, eingetragen worden, daß diese Gesell- haft zufolge Vereinbarung der Be:heilgten am heutigen Tage aufgelöst worden und in Liquidation getreten ist, sowie daß diese leßtere von dem bis- herigen hierselbst wohnenden Mitgesellschafter Franz ‘Bernhard Launhardt und den ebenfalls hier wohnen- den Kaufleuten Gustav Heilmann und Johann Anton Scheidges in der Weie gemeins{aftlih besorgt wird, daß zur Gültigkeit dec Zeichnung der Liquidations- firma die persônlihe Namentunterschrift zweier der bestellten drei Liquidatoren erforderli< und aus- reichend ift. Gleichzeitig wurde die Erlöshung der dem Hugo Feldmann dahier ertheilten Prokura zur Zeichnung ber Firma Schmiß & Launhardt bei -Nr. 525 des hiesigen Prokurenregisters vermerkt. Crefeld, den 23. November 1875. Der Handelsgerichts-Sekretär, Enshoff.

Crefeld. Ju das Handzls- (Firwen-) Register des hiesigen Königlichen Handelsgerichtes ist am heutigen Tage sub Nr. 2387 auf Grund seiner An- meldung eingetragen worden: der zu Crefeld woh- nende Kaufmann Johann Friedrih Bruns als JZn- haber der Firma: I, F. Bruns P. Sohn daselbft. GCrefeld, den 24, November 1875. Der Handelsgerichts-Sekretär. 3 Enshoff.

Danzig. Bekanutmachung, Fn unser Firmenregister is heute unter Nr. 12 das Erlöschen der Firma G. Mankiewicz eingetragen worden.

erner ist die für dieselbe Firma dem Kaufmann