1900 / 20 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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bätten billigerweise ni<ht mehr verlangen sollen. Graf Bülow hat \{on einmal gesagt, unsere auswärtigen Beziehungen beruhen auf dem ODreibund und der Pflege guter Beziehungen mit Rußland. Das ist ein Rezept, wie es besser niht gegeben werden kann. Graf Bülow hat ferner dies no< dahin erläutert, daß er gewillt sei, die Wege des Fürsten Bismar>k zu wandeln. Vielleicht find dessen Spuren etwas verwisht und nicht leiht zu finden, wir wollen aber wünschen, daß wir die etwa entgegenstehenden Schwierigkeiten be- seitiaen mögen. Bitten möhte ih aber no< den hoben Chef des Grafen Bülow, daß er erklärte, daß er in seiner Gesammtpolitik fest entschlossen eee, de alten bewährten Geleise der Politik des Fürsten Bismar> zu wandeln. O

Aba. Dr Lieber (Zentr.): Die alt- Bi9mar>'’she Kalturkamp?- politik ist uns mit fo unvercänglihen Narben auf den eigenen Leib aeshri:ben, daß wir eine Wiederkehr diefer Zeit ni<t wünschen Eönnen. Aber um fo freudiger können wir dem Vorredner uns an- schließen in der Würdigung der auswärtigen Politik und au< in der Erklärung, daß es ni<ht wohlgethan wäre, auf die gestrige Verhandlung heute no< weiter einzugehen. Ausnahmegeseße halten wir unsererseits ni<ht für eine Reprefsion, sondern für eine Förderung dessen, was man belämvfen will. Die grund- fäßlihste Gegnershaft gegen die Sozialdemokratic leitet au uns. Verwahrung einlegen müssen wir qegen die Angriffe, wel<e die Herren von Kardorff und von Kröcher auf die Haltung des Kanzlers und ter verbündeten Regierungen gema<t habe. Es liegt hundertmal mehr Gefahr darin, wenn solhe Angriffe von fonservativer, als wenn sie von der Seite der Opposition erfolgen. Wakbrlih, Herr von Köller hatte im Abgeordnetenhause Net, wenn er sagte: „Re<hter Hand linker Hand, alles vertauscht ! Ih hoffe nicht, daß Herr von Kardorff zu denjenigen gehört, von denen die Spaßen auf ten Dächern pfeifen, daß sie son seit Jabren in frevelbafter Weise auf einen Konflikt hinarbeiten, auf einen Konflikt in einem Bundesftaate. Welchen Unterschied das be- ründet im Vergleich mit dem preußishen Konflikt von 1862 bis 1866 Ei gestern Graf Posadowsky klaraelegt. Die verbündeten Regierungen haben mit der Mehrheit des Reichstags und au<h mit der Grwäaung gerehnet, daß cine Auflösung für sie ketne bessere Aussicht eröffnen würde. Diese Verhältnisse sind die Wirkung des allgemeinen Wahlre<ts, wel<es ver \tarke Mann gegeben hat, nah dem die Herren tagtäal'< rufen. Namers des Zontrums wollte ih ausdrüdlid erflären, daß die Politik der Herren auf der Rechten von uns niemals wird miigemaht werden. Die Herren sehnen si na dem starken Mann; sie werden ja wissen, wen sie dabei im Auge haben. E3 muß aber einmal offen gesagt werden: Auch) der stärkste Mann würde sih sehr bald überzeugen, daß er mit der Macht der Verhältnisse, ramentli< mit der Macht der Wablergeb- nifse, ebenso wenig weiter kommen würde als die gegenwärtigen Träger der Gewalt. Wenn wir fort und fort Unruße in das politische Leben traaea, muß diefe si {ließli zu einem Konfliït auswacsen. Wir haben die Aufgabe, den Kanzler nit allein in der äußeren, sondern au in der inneren Politik zu stüßen. Die Schwizrig- keiten, in denen sih das Neid befindet, dürfen nit ersbwert werden dur leiten Muths heraufbeshworene innere Streitigkeiten.

Abg. Steinbauer (fr. Vgg.) suÿŸt nachzuweisen, daß der Bund der Landwirthe bei den Wahlen gar keine Erfolge erfochten haben würde, wenn nit der ganze Beamtenapparat für ihn in Funktion getreten wäre. Die Kleinbauern bätten von den hohen Kornzöllen feinen Vortheil, soadecn nur die Gioßgrundbesißer; jene bâtten au kein Verlangen, dur< die neuen Handelsverträge einen stärkeren agrarishen Schuß herbeigeführt zu sehen. Der leine Landmann babe ni<ts von den Zu>erprämien u. deral. Der Bund der Landwirth? treibe eine wüste Agitation, er habe nit weniger als 18 Redner unterwegs; er follte do< die halbe Million, die seine Agitation koste, nicht fo verthun, sondern den armen Landwirthen zur Verfüaung ftellen. Man sollte es doh< einmal auf eine unbeeinflußte Enquête ankommen lassen. Auch der Bund dec Lindwirthe fei eine vorübergehende Erscheinung, die Ltr) austoben müße. Nur wenn Industrie urd Landwirths><aft Hand in Hand geben, dann werde etwas für das Volk, für das Gemeinwohl Ersprießliches herauskommen. ;

Abg. Dr. Arendt (Rp.): Mit der Unterstüßung der armen Land-

wirtke dur die Mittel, welche die Agitation kostet, sollte de< der Verein „Nordost“ ers den Anfang machen. Herr von Kardorff hat dem Reichékanzler namens unserer Partei zu seiner auswärtigen Politik feine Billigung cu2gesprohen. Seine Angriffe gelten au< nit der Person des Kanzlers ; er hat die Mißstimmung weiterer Kreise über die Gesammthaltung der Regierung in wirthschaftlichen Fragen zum Ausdru> bringen wollen, und diese Mißstimmung is no< verstärkt worden dur die Ausführung, daf die Sozialdemokratie eine vorüber- gebende Erscheinung sei Fürst Hohenlohe bat in die alten manchefster- lien Wege zurü>gelenkt. Herr von Kardorff bätte allerdings richtiger fiatt „Großfkapital“ sagen sollen „Börsenkapital“. Wenn diefer Kavitalismus zur Herrschaft gelaxgt, wic thatsähli< in Eng- land, fo schen wir die verßängnißvollen Folgen davon vor unser aller Auaen. Der Haß gegen die Agrarier, wie ihn insbesondere Herr Ri>ert an den Tag legt, ift mir völlig unbegreifliG. Warum foll die Wahrnehmung berechtigter landwirthshaftliher Interessen eine so hafsentwerthe Erscheinung sein? Dies ist do die einzige stark? Schußwehr geaen den Großfkapitalismus, also von großer nationaler Bedeutung. Die Aufhebung des Verbindungiverbots an sih machen wir dem Kanzler nicht zum Vorwurf, sondern daß es dieselbe Regierung ift, wel<e jeßt die Aufhebung einfa verfügt, nahdem sie vorber mit der so bedeutsamen Novelle zum preußishen Vereinsgeseß vor den preußischen Landtag getreten war. Natürlißh wollen aud wir keinen Konflikt; das dürfen wtr dem Kanzler do sagen: daß es obne die Agrarier nicht ge hat do< \><on die kurze Kanzlerepisode des Grafen Caprivi ewiesen. Die scharfe Stellunanahme des Herrn von Kardorff geaerüber der Wirtbschaftépolitik des Fürsten Hohenlohe ist weit mehr gegen des lehteren Haltung in der Kanalfrage und in der Frage der Beamtenmaßregelung gerichtet gewesen, als gegen die Goltwährung, auf die der Kanzler Bezug natm. Fürft Hohenlohe batte si vielleidt auf eine Rede vorbereitet, wel<e Herr von Kardorff unerwarteter Weije nicht hielt. Die konservativen Par- teien werden f au< aus Anlaß der Kanalvorlage ni<t fpalten und ibre maSen lassen, fie werden au< die Flottenvorlage bewilligen, wenn ibnen die Nothwer digkeit dazu klar gemacht worden ift. Geftern bat ih Herr Ri>ert als Scharfmather ter Regierung gegen die Agrarier aufgetban; er mag damit Erfolg haben oder nicht, ihre voltlishe Selbständigkeit werden die Konservativen niemals opfecn. Wir fordern eine feste Regierung mit festem Programm.

Abg. Stö >er (b. k. f.): Das Verhalten der Engländer gegen uns in der Angelegenheit der Schiffsbeshlagnahme war eine s{lecte A-ctwort auf den Faiserbesu<h im lezten Herbst. Seit 500 Jahren hoben wir mit England nicht die Klingen gekreuzt; das kann kein Zufall fein Es müssen ganz moderne Strömungen sein, wel<e sol@e Aenderung in der Stimmung der Völker bervor- bringen. Aus im englishen Volk machen sih gewichtige Stimmen geaen die Bere<tigung des Krieges gegen die Buren geltend, namentlid unter den Bishöfen. Was von re<ts gegen ein aeroissces Schwarken der Regieruna in der Führung der inneren Ancelegenheiten gesagt ift, kann i< rur billigen. Arch ih bätte gewünsdt, man bätte ètas Verspr:-<hen ter Aufhebung des Ver- bindungêverbots foglci< eingelöft. Die gestern von der Regierung zum Ausdru> gebrachte Politik kann ih aber ebenfalls nur billigen. Ich habe das Sinbringen der drei Geseze, des Umfsturz-, Vereint- und Arbeit8willigengesezes bedauert, denn siz mußten alle drei die Sozialdemokratie stärken. Es kommt nit darauf an, etwas zu thun, sondern etwas zu thun, das wirksam ift. Es wäre ersprießliicher gewesen, die Minister wären nicht so {nell auf gewisse An- repungen eingegangen. Staats-Minisier von Miquel sagte im vreußishen Abgeordnetenhause, der Kaiser brauhe kine Rathgeber. Wohin sollen wic kommen, wenn Minifter fo denken? Wo sollen wir wit unserem ganzen korstitutionellen Regiment hinkommen ? Mir alle stehen auf tem Standpunkte gegen die Sozialdemokratie. Man muß die Arbeiter, die zur Vernunst gekommen find, von der

Sozialdemokratie losmahen. Die hristlihen Arbeiter, die nihts mehr von ihr wissen wollen, waren gleihwohl der Meinurg, daß mit diesen Kampfgesezen nihts auszurichten set. Herr Bebel wird vergebens leugnen, daß die Sozialdemokratie getobt hat, getobt in einer Weise, die nah den Attentaten dur<aus zu einer Neprelsion sühren mußte. Seit 1890 herrscht bei ihr auh thatsählih ein anderer Ton. Ob die Sozialdemokratie bestreitet, st< zu mausern, ist gleihgültig; thatsäch- lih bat iz sh gemausert. Die alten Führer haben nicht meh1 den verführerts<en Einfluß auf die Volksmaffen, au haben fie den wilden Haß gegen die Religion mehr zum Schweigen gebracht. Die Regierung hat ihrerscits dieser ganzen Bewegung ihre Aufmerksamkeit zugewendet. Der Börsenshwindel und der Krach im Anfang der sicbziger Jahre trugen das Jhuize dazu bei, diese Bewegung böber zu tragen und namentli tin Berlin h selbst zu überlassen. Wie lange hat es gedauert, bis tür die 500 000 nah dem Kriege na Berlin ¿usammengeströmten Menschen die erste Kirche gebaut wurde ? Die Sqhuid liegt auf allen Seiten. Man hat nicht verstandea, die Fühlung zwischen den führenden und den verführten Klaffen herzustellen; fonst hätte die Sozialdemokratie diesen tief verwüstenden Einfluß auf die Bevölkerung nit erlangen fönnen. Das Judenthum matt sich breit in den besitzenden Klassen und vermehrt stetig seinen Einfluß; das Juden- thum stellt au< die sozialdemokratishen Agitatoren, welche die Bevölkerung gegen Staat und Kirche aufheßen; dieser Zustand ist ni<t mehr zu ertragen, ihm bätte eine kräftige Regierung längst ein Ende machen sollen. Man hat die Dinge bisher zu oberflählih aufgefaßt; es muß eine tiefere Erkenntniß in die berri<enden Klassen kommen, sonst wird ni<ts erreiht werden. Herr Lieber fagt, Zentrum und Soztaldemckcatie stäntea wie Feuer und Wasser, aber ia Bayern gehen beide Parteien zusammen. I bin auch der Ueberzeugung, die sozialdemokcatis<he Bewegung wird si austoben, wird cine radikale Arbeiterpartei werden, aver später ein- mal mitarbeiten am Wohle des gesammten Volkes. Sehen Sie die Nationalliberalen an, was haben marche von ihnen gejagt gegen das Königthum und sind dch später Excelenzen geworden und haben den Adel erhalten.

Abg. Graf von Bernstorff- Uelzen (b. k? F.) fordeit auf dem Gebiete der inneren Politik ftaatsfeitige Vorkehrungen gegen die Unzuträglihkeiten, welhe mit dem Bordringen der Jadustrie auf das plaite Land für die Schulunterhaltungs-, Wegebauverpflihtungen u. f. w. entstehen, da die Industriellen freiwillig si zu nichts herbei- ließen. Vor allem sollte der Staat als Unternehmer sid nicht der- selben Handlung s{huldig machen, wie es mehrfaH ges{zehen jet.

Abg. Klose (Zentr.) tritt den Ausführungen des Abg. Stetn- hauer entgegen. Ohne Mitglicd des Bundes der Landwirthe zu sein, fónne er do die Da: tellung, wel<he Herr Steinhauer von der Lage der Kleinkauern gegeben habe, niht als rihtig anerkennen,

Abg. von Kardorff: Ich hake ni<ht von gutem und s<le>@tem Kapital gesprochen, wie mir Graf Posadowsky unteclegi hat. Bor Herrn von Bleichröder habe ih ein hobes Maß von Achtung; er hat dem Fürsten Bismar> au dann die Treue gehalten, als er nihts mebr dur ibn verdienen konnte. An bder Gründung der Laurabütte bin ih nit betheiligt gewesen, fondern erst später in den Aufsichts- rath eingetreten; ih bin erfreut, konftatieren zu können, daß dies jet eine der bestgeleiteten Unternehmungen ift. Ich bedauere, dak Herr Bebel die Debatte auf dieses niedrige perfönlihe Gebiet heruntergeführt hat.

Abg. Freiherr von Wan genheim- Pyrig (d. konf.): Der Bund der Landwirthe hat keinen besseren Agitator als den, Abg. Rickert, und ih freue mich jedesmal, wenn i<_ ven ehrwürdigen Herrn hier die Tribüne betretcn sche. Herr Steinhauer folite fi< nit der Arbeit hingebcn, im Bauzrnrerein „Nordost“ Greß- und Kleingrund- besiß gegen eirander zu hegen. Was foll unjer tleiner Bisiß wirthscaftli<h und tehnis< anfangen, wenn er sich nit an den Greßgrundbesiy anschließen tann? Jm Osten wie im Westen ist der Kleingrandbesitß prozentual genau fo am Getreidebau betheiligt wie dec große Grundbesiß; das hat die Statistik nachze- wiesen. Seit drei Jahren {on untersiüygen wir in Pommern kleine Landwirthe bei ihren Kulturversuhen mit Geldmitteln uad haben dabei vorzüglize Irfabrungen gemacht. Die Zahl der Grofgrund- besizer im Bunde der Landwirthe ift außerordea1li<h geringfüzig; von p Minderheit werden si< die veuts<:n Bauern niht gängeln afen.

Abg. Steinhauer: Wir wären dem Bunde der Landwirthe gewiß beigetreten, wenn er sacgemäß au die Interefsen des kleinen Grund- besizes wahrgenommen hätte. Uber die Großgrundbesiger wollten, das erkannten wir bald, die bäuerlihe Gefolgshaft nur als Stimmvich benutzen; dafür stehen mir ¿ahilose Beweise zur Verfügung. Antderer- seits beißt es: Webe Ihnen, wenn Sie nicht dem BVuno der Land- wirthe beitreten! So weit zu gehen, haben wir niht für anftändig gehalten. Wenn es den Bauern jo s{le<t acht, warum überlassen fie denn niht ihren Gcundbesiß dem ersten besten Handwerksburschen und taushen mit der so angenehmen Existenz eines landwirtbs<aft- lichen Arbeiters? Wenn wir die Schulunterhaltungslast, die Baulast ans<neiden, dann sind Sie (re<ts) nicht zu Hause. Bo haben Sie {on etwas sür den fleinen Baucrn gethan? Redner wendet sih dann gegen den Abg. Klofe.

Abg. Schrempf (d. kons.): Der Bund der Landwirthe kann hon deshalb nit unter der cinfeitigen Führung des Großgrund- besihes stehen, weil sich au< in Wörttemb-rg, wo es solhen Groß- grundbesiß garniht gtebt, 13 000 Mitglieder des Bundes der Lands wirthe zusammengefunden baben. Wir haben im Süden Tausende von fleinen Bauern, die nichts verkaufen können, aber si; haben do ein intensives Interesse an den Zöllen; denn von den Zöllen bängt der Gutspreis ab. Aus Nücsiht auf die nationale Arbeir haben wir au< für die Industrie volles Verständniß. Herr Steinhauer follte einmal in einer Bauernversammlung vortragen, was er heute im Reicstage vorgetragen har.

Damit {ließt die Diskussion. Der Etat des Reichs-

kanzlers wird bewilligt.

Sächsischer BevollmäFtigter zum Bundesrath, Minifterial- Direktor Dr. Fischer stellt namens der sähfifhen Regierung frühere Autführungen des Abg. Sasse über bie Handhabung der berg- polizeilihen Vorschriften in Sachsen dahin richtig, daß Ueber- \creitungen der Schihtdauer in ter behaupteten Weise nicht vor- gefomtmnen seien.

Abe. Singer (Soz.) erklärt, er nehme gegenüber diesem un- gaewöbnlihen Vorgange Gelegenheit, seinem Kollegen Sachse die Erwiderung auf diese Richtigstelung vorzubehalten.

Schluß nah 6 Uhr. Nächste Sizung Montag 1 Uhr. (Novelle zu den Unfallversicherungsgeseßen.)

Handel und Gewerbe.

Durch Artikel 45 des in den Vereinigten Staaten von Brasilien untcrm 14. November v. J. crlassenen Ge- seßes ist es verboten worden, im Ausland hergestellte Waaren, die mit Etiketten ganz oder theilweise in por- tugiesisher Sprache versehen sind, in Brasilien einzu- führen, ausgenommen, wenn die Waaren in Portugal her- gest:llt oder die Etiketten für brasilianische Fabriken bestimmt sind.

Dur cin Rundschreiben des brasilianishen Finanz- Min’ sters vom 17. d. M. ist jedo die Einfuhr von Waaren mit Etiketten in portugiefisher Sprache noh bis zum 30. Juni d. J. gestattet worden.

P Aus den im Neichsamt des Innern zusammen (Ip Tin für Handel und E

Seflellte

Ein- und Ausfuhr des österreihish-ungaris<e Zollgebiets in den Monaten Januar bis November 1899.

Der Außenhandel Oesterrei: Ungarns während der ersten

Monate des Jahres 1899 weist in der Einfuhr ein We 38 85 Millionen, in der Ausfuhr dagegen ein Mehr von 96,83

gegen den gleihzn Zeitraum des Vorjahres auf.

Folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Artikel (solhe, die 189g oder 1899 einen Werih von über 6 Millionen Gulden errethten) nah den Zolltarisklassen, sovie die Gesammtsummen der Ein- und Aue,

1898 in Gulden 9. W.

fuhr einscließli<h Edelmetallverkehr. Einfuhr:

Kolonialwaaren . . Südfrüchte . . .. Taba>k .

Getreide und Hülsenfrüchte, Mehl u. \. w. Gemüie, Obst, Pflanzen u. Pflanzentheile

Shlacht- und Zugvieh . . . Andere Thiere L Thierische Produkte

Se S v4

Dele: Mete enua Getränke. .

Eßtoaaren

Holz, Kohlen und Torf Dre&sler- und Schnißtstoffe. . . Mineralien

Farb- und Gerksteffe

Baumwolle, Garne und Wäarcn daraus

. 22 878 656

10 234 858 . 26 747 931 86 853 207 24 438 946 15 758 547

6 315 927

39 707 702 14 571 747

8 271 764

* 19446 501

9 153 575

41 537 724

6 574 050

10 509 272

9 985 499

Flachs, Hanf, Jute und andere nit be-

sonders bezeihnete vegetabilishe Spinn- stoffe, Garne und Waaren daraus . Wolle, Wolle-ngarne und Wollenwaaren

Seide und Seidenwaaren . s

Papier und Papierwaaren

Kautschuk, Guttapercha und Waaren daraus Leder und Lederwaaren...

Steinwaaren . . . „, Eisen und Eisenwaaren

Unedle Metalle und Waaren daraus . Maschinen, Apparate 2c. aus Holz, Eisen oder uredlen Metallen...

Edle Metalle und Münzen . Instrumente, Uhren, Kurzwaaren Chemische Hilfsstoffe

Chemische Produkte u. s w.

Literarische und Kunstgegenstände : ;

Abfälle

Zusammen einshließlih al anderen Waaren . .. « »

Ausfuhr:

S{hlacht- und Zugvieh .. .. Thiere, andere

Thierishe Produkte

Getränke

Holz, Kohlen und Torf

Mineralien

Farb- und Gerbstoffe

Baumwolle, Garne und Waaren daraus

Kleidungen, Wäsche und Putzwaaren x

ler . 779 097 343

62 559 591

19 860 764 67 239 554 33 907 5693

6 724 572

9 234 831

8 792 775 . 21 469 479 . , 11 943 55% . 18 253 066 25 919 563

19 902 952 22 595 590 18 393 949 9 556 966 9 712 064 20 098 885 7 390 841

1898 in Gulden s. W.

BUALE o aa a L ALS 57 414 758 Getreite und Hülsenfrüchte, Mehl u. st. w. 58 209 876 Gemüse, Obst, Pflanzen und Pflanzentheile

30 806 996 . 40 568 483

9 364 213.

. . 66 937 607

. 19 100 929 129 043 779 1

. 13 562 471

8 029 167

Flachs, Hanf, Jute und andere nicht be-

sonders benaante vegetabilis<he Spinn- . . 15 951 597

stoffe, Garne und Waaren daraus

Wolle, Wollengarne und Wollenwaaren .

Seide und Seidenwaaren . . . « «

Kleidungen, Wäsche und Pußwaaren N

Papier und Papierwaaren Leder und Lederwaaren Holz- und Beinwaaren Glas und Glaswaaren Thonwaaren

Eisen und Eisenwaaren

Unedle Metalle und Waaren daraus . Maschinen, Apparate u. |. w. aus H Eisen oder unedlen Metallen . .

Edle Metalle und Münzen íInstrumente, Uhren, Kurzwaaren Chemie Produkte 2c. . .

Literarishe und Kunstgegenstände. . ..

Abfälle

9 531 997

31 493 723

. « 15 326 090

18 645 501 16 701 057

26 732 305 19 565 226 19 925 744

7 872 329 15 634 872

12 886 084

5 405 559 51 530 593

. 23 549 071 8 446 849

9 652 305

8 147 764

Zusammen eins<hließli< aller

anderen Waaren

786 418 950

niger von Millionen

1899

20 912 291 10 930 116 37 296 533 26 392 645 29 522 068 139% 350

6 563 749

40 230 808 10 307 389

8 857 547

18 039 344

9 350 999

40 874 521

7 504 537

11 397 938

9 883 293

60 997 399

19 106 655 81 420 603 40 217 015

6 889 997

11 036 772

8 744 810

21 524 112 12 080 159 15 577 839 30891 021

20 944 781 16 815 502 19 998 186 10 189 820 10 041 463 20 682 225

8 743 3%

740 247 682

1899

79 471 257 67 755 764 46 629 808 51 842 922 10 455 576 66 751 109 29735 436

43 460 043 15 427 463

8 251 770 11 441 476

18 121 807 35 142 456 17 285 575 19 855 940 18 322 259 27 726 313 20 858 114 22 390 129

8 772 807 20 217 89% 14 086 486

6772812 27 311 474 26 616 720 10 587 123 10 695 C 10021 611

883 249 356

Frankreihs Kohlen- und Eisen-Produktion im erften Halbjahr 1899.

Produktion

im erften

1899 |

Halbjahr 1898

Tonnen

weniger

Koblen (au< Anthracitkohlen . . Ble a a as

Zusammen Gehämmerter Stabl... .. Noher ÉEisenguß

Bearbeitetes Eisen: Schienen Platten und Blehe . C Sonstiges Schmiedeeisen ..

úIngots

Stx s

Plaiten- und Blehe .. C E Sonstiger Stahl ......

16 135 722 282 712

15 480 594 244 010

655 128 4 3570

16418 434

1033 901 253 140

64 44 631 374 968

771 425 128 698 155 373 629 219 345 148

15 724 604

983 498|+

286 062

107 33 157 374 666

705 844 112 00! 120 879 562 94! 330 (61

+ 633 830

50 403 32922

43 11 474 302

16 697 34 494 66 278 4+ 16 087

F+F+ F

Die Stahlerzeugung ift also in Frankreich weit s{<neller geftieas

als die Eisenproduftion. Matériels“.)

(S@{luß in der Zweiten Beilage.)

(Nah dem „Moniteur des In

Zweite Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

„V 20.

Berlin, Montag, den 22. Januar

1900.

Handel und Gewerbe. (Schluß aus der Ersten Beilage.)

Frankreihs Handel mit Deutschland in den ersten elf Monaten 1899.

In Nacfolgendem soll nun der Handel Frankreihs mit De uts\<- land für die ersten elf Monate 1899 im Vergleih mit E eitraum des Vorjahres in setner Spezialisierung nach den haupt- ächlihsten Waaren gegeben werden. Die Werthe sind den einzelnen aaren in Millionen Franks und die Werthe des Vorjahres in dem- selben Maßstab in Klammern beigeseßt. / Die Einfuhr Frankreihs aus Deutschland erstre>te sh haupt- fähli< auf folgende Waaren: Steinkohle und Koks 29,98 (27,94) Maschinen und Apparate 21,25 (16,86) Mineralien aller Art 15,41 (16,66) Gewebe, Posamentierwaaren und Bänder aus Seide und Floretseide 7,76 (7,77) Gewebe, Posamentierwaaren und Bänder aus Baumwolle 14,22 (12,59) <hemishe Produkte 22,49 (18,80) Töôpfer-, Glas- und Kryfstallwaaren 13,79 (9,46) Gewebe, Posamentier- waaren und Bänder aus Wolle 9,49 (9,68) Häute und Felle, rohe 10,19 (12,02) Papier, „Pappe, Bücher und Stiche 12,42 (10,94) Werkzeuge und Metallwaaren 10,33 (8,92) Sämereien 4,54 (5,50) Bier 6,97 (6,56) bearbeitete Steine, Steine und Erden für künstlerishe und gewerblihe Zwede 3,05 (2,84) Cellu- losemasse 4,39 (4/97) Wolle und Wollabfälle 7,08 (4,98) Garne aller Art 2,94 (2,70) zubereitete Häute 5,92 (5,79) Waaren aus Häuten, Leder und Fellen 5,72 (5,07) Steinkohlen- theerfarben 3,82 (4,13) Holz 2,35 (3,14) Spitelsahen 4,67 (4,07) Hanf 1,36 (1,75) Hopfen 3,19 (3,30) Schmu>-, Schreib- und Bettfedern 4,85 (4,85) Kupfer 5,18 (4,01) Meershaumwaaren 6,08 (5,10) (1,59) Farben 1,76 (2,08) Gold- und Silberwaaren und Schmu>lgegenftände aus Gold und Silber 4,22 (3,35) frisches, gesalzenes und fkonserviertes Fleish 1,71 (1,71) Uhrmaqer- waaren 5,05 (4,22) Gußeisen, Schmiedeeisen und Stahl 2,24 (2,00) Kartoffeln und getro>netes Gemüse 2,76 (260) Haare aller Art 1,74 (1,29) Gold und Platina 1,34 (2,67) Roh- baumwolle 1,60 (1,51) Zink 1,90 (1,74) Fische, Austern, Hummern u. f. w. 1,30 (1,17) Möbel und Holzwaaren 1,52 (1,39) Wagnerarbeiten 1,50 (1,66) Kautshu>- und Guttapercha- waaren 2,08 (1,83) S<hmu>sachen aus unedlem Metall und ver- göoldete und versilberte Waaren 1,49 (1,35) Kautshu> und Gutta- 5 E Ne Sd Pestügel A Ss 0 lebend 1,06 ¿ adt in Blattern oder Nippen 1,88)

Use Mah 024 (15/19) G pp (1,88) Cerealien ie Ausfuhr Frankreihs nah Deutschland in demselben Zeit- abshnitt umfaßte Pa Rd folgende Waarengruppen: Wein H (21,58) Häute und Felle, rohe 21,09 (20,69) Gewebe, Posamentier- waaren und Bänder aus Seide und Floretseide 19,80 (17,08) Roh- baumwolle 11,83 (12,00) Wolle und Wollabfälle 45,71 (17,46) Oelkucheu 5,82 (4,63) zubereitete Häute 11,73 (11,97) Gewebe, Posamentierwaaren und Bänder aus Wolle 8,57 (5,56) Farbholz- ertralte 6,55 (5,82) Werkzeuge und Metallwaaren 5,93 (5,95) Pferde 5,99 (6.27) Kleider und Wäsche 13,77 (15,10) Seide und Seidenabfälle 5,05 (4,56) Spielsachen, Kunsttishlerwaaren, Bürstenbinderwaaren u. st. w. 6,77 (6,00) <emishe Produkte 12,20 (11,66) Schmu>federn 5,14 (4,18) Gold- und Silberwaaren und Schmu>gegenstände aus Gold und Silber 5,29 (488) Ma- \hinen und Apparate 6,46 (4,94) Lohrinde 2,62 (3,01) Waaren aus Häuten und Fellen 3,32 (3,89) Gußeisen, Shmiedeeisen und Stabl 3,47 (424) Papier, Pappe, Bücher und Stiche 3,71 (3,28), Ge- webe, Posamentierwaaren und Bänder aus Baumwolle 3,81 (2,90) Wollengarn 6,01 (6,21) Töpfer-, Gla3- und Krystallwaaren 2,83 (2,41) Lumpen 4,81 (3,22) nicht flüchtiges, gereinigtes Oel 1,43 (1,32) Kupfer 3,25 (2,63) Uhrmachzrwaaren 1,84 (2,17) Kautshu>k und Guttapercwa, roh 5,10 (1,90) Tafelfrühhte 5,96 (2,18) Branntwein, Sprit und Liqueure 1,67 (1,43) Möbel und Holzwaaren 2,05 (1,98) Garn von Seide und Floretseide 2,13 (1,13) Modewaaren und künstlihe Blumen 1,83 (1,93) Sämereten 5,66 (3,68) Farben 1,12 (0,97) Parfümerien und eingemates oder Tonserviertes 105 (091) Fisibe 1 68 (l B) r kTonjerviertes 1,05 (0, Fi ,6 (21)

Cerealien 2,12 (0,50). E E E

Kohlenmangel in Rußland.

Infolge des stetig zunehmenden Kohlenmangels in Nußland hatte das Börsen-Comitó zu Kiew eine Kommission zur Gecha p fo Maßregeln gewählt, die den Preis der Steinkohle herabmindern und die Versorgung der Industrie mit Kohle sichern sollen

Nach dem Bericht, den diese Kommission dem Börsen- Comité nunmehr erstattet hat, ist die gegenwärtige Krisis eine Folge der rashen Entwi>kelung der Industrie in Rußland. Die Produktion von Helzmaterial ist zwar gleihfalls gestiegen, aber niht in demselben Maße. Daraus ergiebt sh ein Steigen dec Preise des Heizmaterials, und diese Tendenz zum Steigen hält noh an.

Die vergrößerte Sorgfalt, die die Regierung dem Waldschuß zu- wendet, hat viele Betriebe genöthigt, von der Holzheizung zur Koylen- Heizung überzugehen. Die Kohlenförderung steigt zwar von Jahr zu Jahr, aber niht dem Bedarfe entsprechend.

Statistische Angaben üöer diz Kohlenausbeute liegen nur aus dem Donbassin vor. Aus diesem siad Steinkohlen in folgenden Mengen verfrahtet worden :

Waggonladungen zu je 600 Pud.

Jahr (1. Sey- tember __ bis 31. August)

E

für Ga2- anstalten für Dampfer für Metal!- industrie für Zud>er- industrie für den Privatbedarf

1883, | 48064/1197| 7384 133| 14 791 T . . . | 60218/ 2154| 10842 t « « | 91067) 4252| 28 683) 73 041|3054i| 87107/314691 R +0 93 254 4 729| 30 254| 76 458| 29 791| 100 425| 334 910 E e e 4 106 776) 5 410/ 20 962| 89 039 26 856| 106 847| 355 890 Id 124 739| 4 980| 23 693| 115 761| 30 221| 123 107| 422 501

. « [153 150] 5 761| 29 473| 197 936| 37 593| 174 743| 598 569

Die Kohlenausbeute des Donbassins is also innerhalb vo 15 Jahren von annähernd 100 000 auf annähernd 600 000 Waggons R

ner weiteren Steigerung würden \sih aber na< Ansicht d

Kommission folgende Hindernisse Men AAMRE 2 rok ) Das Arbeiterkentingent ist im Dongebiet nicht gesichert. Ein C et Theil der Arbeiter verläuft s< im Frübßjahr, um \i<h der bas Strässen „Feldarbeit zuzuwenden. Die Frage der Ve1wendung de Gntid E |st mehrn als angeregt worden; fie barrt aber noh | enn au< Maßregeln für die Ecweiterung des Eisenbahn- peves getroffen worden sind, so reiht do das Bi Enatecat ar

27 119 98 688 2294| 18 705| 51 627| 145 840

Kleider und Wäsche 1,70"

tritt eine Verzögerung der Förderung ein.

\hen Bassins dienen zur Zeit nur dem örtlichen Bedarf. Bedarf niht aus. Im Donuez-Bassin wurden im Ja

Zustände: Millionen Pud.

1900 zu hohen Preisen festgelegt. 3) Die Preise sind stark gestiegen.

zu liefern.

gelagert haben.

de>en. Kiew kostet das Pud zur Zeit 24 bis 26 Kopeken.

erhöhten Bedarf Englands an Transport schiffen sind die S für englishe Kohle nah Odessa gestiegen. iffen si e Seefrachten

Z1 anderem Heizmaterial überzugehen, is äußerst \<hwieri oft sogar vnmöglih. Holz is gegenwärtig theuer 2 e überall zu haben. Gerade dies hatte viele Betriebe veranlaßt, zur Kohlen- heizung überzugehen. Nap hta, die no< vor wenigen Jahren so billig war, ift jeßt gleihfalls enorm theuer geworden. Das Pud Naphta ist in Baku von 11 Kopeken im Jahre 1892 auf 174 Kopeken gestiegen. Dazu kommen 26,03 Kopeken Fracht bis Kiew, sodaß {ih das Pud dort auf ca. 44 Kopeken stellt. Der Verbrau von Torf ist zwar im Steigen begriffen, aber immerhin noh unbedeutend. Betredi die Industrie kommen hierna< nur Kohle und Naphta in

acht.

___ Nachdem der Bergindustriellen-Kongreß ofen erklärt hat, daß au im Jahre 1900 die Kohlenvroduktion Rußlands den Bac R de>en wird, ift die Kommission der Anrsiht, daß der Zoll auf aus- ländishe Kohle unbedingt aufzuheben und daneben eia Ausfuhrzoll auf Naphta und Naphtarü>stäade einzuführen ist, um diese dem in- ländischen Markte zu erhalten. Sodann hält sie es für erforderli, daß die Eisenbahnfrachten für Kohle und Naphta auf die Hälfte E pag L

er Kohblenzoll beträgt für die Häfen des Schwarzen und des Asowshen Meeres 6 Kopeken pro Pud. Seine Aufhebung würde nah Ansicht der Kommission der Einfuhr der englischen Kohle nah dem Süden soweit Vorschub leisten, daß ein großer Theil der Don- kohle für das innere Nußland frei würde.

Der Zoll über die Landesgrenze beträgt 14 Kopeken vro Pud. Seine Aufhebung würde der \<hlesishen und böhmischen Flble bon Eingang nah Polen erleihtern und einen Theil der Dombrowka- kohle für Jnnerrußland frei mahen. Wird dann die Eisenbahnfracht _noh auf die Hälfte herabgeseßt, so erwartet die Kommisfion ein Sinken des Preises in Kiew für inländishe Kohle um 5 Kopeken, für auzländishe um 64 Kopeken pro Pud. In Odessa würde die

Aber die drei bisher angeführten Mittel, Fallen des Einfuhrzolls auf Kohle, Auéfubrzell auf Naphta und Herabseßung der had iy genügen nah Arsiht der Kommission no< niht. Sie wünscht auch Maßregeln, die die Kohlenproduktion Rußlands fördern und dadurch sväteren Krisen vorbeugen follen, Als fol<he bezeichnet sie die Gründung einer Bank zur Gewährung von Kredit auf Bergwerke oder Eröffnung fol<hen Kredits dur<h die hon bestehenden Banken, besonders die Reihsbank. Ferner wü:-s{<t sie, daß die Re- gierung den Kohlenabbau in großem Maßstabe selbft in die Hand nehme, damit der Finanz-Minister jeder Zeit in der Lage sei, die Preise zu regulteren und Krisen vorzubeugen.

Das Börsen-Comité hat si< den Vors(lägen der Kommission ange losen und ein entsprehendes Gesu<h an deu Finanz-Minister abgehen lassen.

_ Ein ‘Cfolo, wenn aud nur ein kleiner, is inzwischen den ver- schiedenen na< St. Petersbura gerihteten Anträgen {hon beschieden worden : Der Zoll über die W.stgrenze ist aufgehoben worden für diejenige Kohle, die den Bedürfnissen der Bewohner Warschaus dienen soll, und der Zoll über die Schwarzmcergrenze ist zu Gunsten der Bewohner Odessas, Nikolajews und anderer Küstenstädte sowie der Dawpfergesellshaften erheblih heratg-\seßt worden.

Ob man aber allen Wünschen der Industrie des Südens wird entspre<hen können, läßt s< noch nicht sagen. Die Aufhebung des Koblenzolls und die Herabseßung der Eisenbahnfrad;ten für Kohle auf die Hälfte würde für die Staatskasse eine nit unbeträhtlihe Einbuße bedeuten, da die jährliche Kobleneinfuhr auf weit über 100 Millionen Pud sich beläuft und die rufsishen Bahnen im Jahre 1898 allein aus dem Donbassin an 600 000 Waggons Kohle befördert haben. Dazu kommt no, daß die Staatsbahnen son jeßt ihre Kohle aus dem Auelande rhatsächlih zollfrei beziehen, insofern der ihnen zur Last ge- \chriebene Zoll in die Staatskasse geht. Sie haben also von der Aufhebung des Kohlenzolls keixe Vortheile zu erwarten.

(Bericht des Kaiserlichen Konjuls in Kiew.)

Baumwoll-Industrie in den Vereiniaten Staaten von Amerika im Jahre 1898/99.

In den Vereinigten Staaten wurden in dem am 31. August 1899 abgelaufenen Jahre 11 274 840 Ballen Baumwolle geerntet, 74 846 Ballen mehr als in dem vorkergebenden Jahre. Die größte Ernte hatte Texas einschließli< des Indianer-Territoriums, w2 d'e Ernte

den Südb : ünftli aGi ist daber unaliae aus; ein pünktliher und regelmäßiger Transport

viel ergiebiger war als je zuvor und eine Steigerung um 480 000

3) Auf den Z:chen selb mangelt es an Betriebsmitteln, daher

Die polnische Kohle wird größtentheils von der Jndustrie in Polen und von der St. Petersburg - Wiener Bahn E Lodz (mit 42 Millionen Pud) und Warschau (mit 43 Millionen Pud) verbrauchten im Jahre 1895 nah Ansicht der Kommission allein 50 °/6 des Ertrags des Dombrowkabassins. Das Moskauer Bassin kommt wegen der mangelnden Qualität der Kohle, das Uralbassin wegen der mangelnden Kommunikationen nicht in Betracht. Die \ibiri-

Die Kohlenvroduktion Rußlands reiht für den lege gesteigerten

A re 1898 bestellt 648 000 Waggons, ausgeführt aber nur 598 000; die Produktion blieb daher allein für das Donecz- Bassin um 50 000 Waggons oder 7,62 9% hinter der Nachfrage zurü>. Daraus ergeben \iÿ folgende

1) Troß des Zolls steigt die Einfuhr ausländi le, wurden eingeführt: 1892: 87, 1893: 105, O E, T 2

2) Beinahe die ganze Kohlenausbeute des Jahres 1900 ist verkauft: Im August 1899 waren bereits 839% der S abrute tûe

Der 24. südrussishe Bergtindustriellen-Kongreß hat die mangelnde Produktivität zu erklären versuht durch E \Slagende Wetter und Eindringen von Wasser in die Gruben. Diese Erklärungen genügen aber nah Ansiht der Kommission niht, es wird vielmehr behauptet, daß die gezenwärtige Theuerung von den Produzenten künstlih hervorgerufen oder doch verstärkt worden is. Unter anderem n das Gerücht, daß si die Grubenbesißer gegenseitig verpflichtet

ätten, nah Odessa nicht mehr als je fünf Waggons Kohlen pro Tag

Jedenfalls hält die Kommission die gegenwärtige Lage des Kohlenmarktes für kritish. Viele Konsumenten haben A Jahre 1899 das bestellte Quantum Kohle nicht erhalten, die Eisenbahnen z. B. haben 21 000 Waggons, die Zu>erfabriken 4239 Waggons zu wenig erhalten. Sie mußten daher igren Bedarf aus dem Auslande de>en. Kohlenvorräthe follen überhaupt ni<t mehr vorhanden sein, son im September 1899 sollen im Donba}sin nur no< 3 Millionen Pud

Nah Ber-h<nung des Bergindustriellen-Kongresses wird Kohlenproduktion des Jahres 1900 den Bedarf ei Bette Kid

Aussiht auf Sinken der Preise ist dana< niht vorhanden. In

z Ausländis Kohle is no< theuerer. Bei dem durch dey Transpaalkrieg Verctula e

\hlesishe Kohle 9 Kopeken, die englishe 6 Kopeken billiger kommen. .

jenigen d

Der

Der

Ein Bild : 1893/94 1894/95

1897/98 1898/99

Jahren. Die Spinne

1898

betreffend

Täg

bahn-Di Am

3698, 3707, am verlangt 3

Berl Kznigli

Äalbftei 1,00

wirth Palize

gegen 28,62 im Vorjahre, 41,09 Doll. im Jahre 1895/96.

1895/96 .. 1896/97 .,

Jahr Nordstaaten

1891 1 601 173 189% 2083839 1896 1 600 271 18937 1804680

1899 2190095

In der leßten Saison wurden mehr als 300 000 neue Spindeln in Betrieb geseßt, und gegenwärtig sind neue Spinnereien mit über 825 000 Spindeln im Bau begriffen. Wie die Spinnereien gerade in den Südftaaten an Größe zunehmen, ergiebt sih daraus, daß dieselben im Jahre 1893/94 durhshnittli< 6486 Spindeln hatten, während sie heute dur<shnittli< 9004 Spindeln haben. Officiel du Commerce.)

n Polizei-Präfidiums. Doppel-Ztr. für: *Weizen 14,80 M4; 13,990 M Sorte 15,20 M 140 K Mittel-Sorte 14,30 y ; 1440 A ttel-Sorte 14,30 M4; 13,

geringe Sorte 13,50 4; e 345 00 K; %

3,00 A; 25,00 A **Speisebohnen, weiße 45,00 M; 25 petinsen 70,00 #6; 30,00 A n ele 7,00 M; 5,00 M

$00 % Too E Kar V evo s Di Karpfen 1 kg 2,20 A; 1,00 A 2,80 4; 1,40 «A Zander 1 kg 2,50 4; 1,00 4 vedte 1 180 100 d Buride 1kg 1,60 d; 0,0 Schles , r Ee e 1 , ib 6) E 10d A0 S M, DEO W Auedje

® Wrmittelt pro Tonne von der Zentralstelle der preußis<hen Land«

Ballen brachte, während in den Golf-Staaten die Ernte um 414 000 Ballen und in den Atlantis<hen Staaten um 9000 Ballen hinter der-

es Vorjahres zurü>blieb.

Das Wetter war zur Ecntezeit sehr ungünstig, was einen Verlust von mehreren Tausend Ballen im Werthe von iva 20 000 000 Doll. zur Folge hatte.

Durchschnittspreis für ein Pfund betrug in diesem Jahre

5,25 Cents gegen 5,64 Cents im vorhergehenden Jahre; der Preis war 6,06 Cents und der niedrigste 4,75 Cents. / home

durhshnittli<e Handels8werth eines Ballens war 25,08 Doll. 36,76 Doll. im Jahre 1896/97 und

Vergleich der Ernten der leßten se<s Jahre ergiebt folgendes

. . 7549 817 Ballen im Werthe von 283 118 137 Dollars « . 9901 251 á s L « 297 037 530 s 7157 346 á ü Ö « 294 095 347

8 757 964 » U ü e 321 924 834

.. 11199994 , é 320 552 606

. . 11 274 840 F e 282772987

Obgleich also im abgelaufenen Jahre 3 725 023 Ballen mehr geerntet wurden als im Jahre 1893/94, des leßten Jahres do< um 345 150 Dollars geringer als vor fünf

war der Werth der Ernte

Verarbeitung der Baumwolle in den amerikanis<hen reien zeigt die folgende Tabelle, bei der zum Vergleiche die

Erntemengen hinzugeseßt sind.

Verarbeitung in den Südftaaten Ballen

718 515 862 838 904 701 1042 671 1 231 841 1 399 399

Verarbeitung zusammen

3319 688 2 946 677 2 504 992 2847 351 3 443 581 3 589 494

Ernte

7 549 817 9 901 251 7157 346 8 757 964 11199 994 11 274 840

2211 740

(Nah dem Moniteur

Konkurse im Auslande. Bulgarien.

Dur Beschluß des Varnaer Kreisgerihts is am 3. Januar 1900 Konkurs über das Vermögen des Raloniale ie E Jantsho W. Grekoff in Varna eröffnet worden. Provisorischer Maffenverwalter Advokat Ieko Jekoff. Wahl des definitiven Massen- 1 See, N M A ens E Forderungen bis

. Februar : ermin zur Feststellun Ansprü Gläubiger am 28. Februar 1900. E E E A

Zwangsversteigerungen.

Beim Königlichen Amtsgericht I Berlin stand das Grund- ftü>e Dun>erstraße 85, dem Zimmerpolier Joh. Charlet atüória, zur Versteigerung. Bank in Berlin Erfteherin. Aufgehoben wurde das Verfahren,

Mit 171 900 M wurde die Deutshe Grundschuld- die Zwangsversteigerung des R. Hartung’shen Grund-

sttü>3, Lüneburgerstraßze 4.

Beim Königlichen Amtsgeriht 11 Berlin wird die Zwangsverfteigerung des dem Baumeister Rich. Kliche gehörigen, im Grundbuche von Hermsdorf Band 11 Blatt Nr. 331 verzeichneten Grundftü>s, auf Antrag des betreibenden Gläubigers, des Kaufmann Benno Katz zu Berlin, einstweilen eingeftellt.

lihe Wagengestellung für Koblen und Koks an der Ruhr und in Oberschlesien.

An der Nuhr sind am 20. d. M. gestellt 16 938 ; jeitig_geftelt 158 Wagen i geste 38, niht ret

n ers<hlesien sind am 20. d. M. gestellt 6010, ni L zeitig gestellt keine Wagen. geste nicht ret

Na<Gweisung

über verlangte und gestellte Wagen für die in den Eifen-

rektionsbezirken Magdeburg, Halle und Erfurt belegenen So ble arne

2. Januar 1900 wurden verlangt 3760, gestellt

3760 Wagen zu 10 t, am 3. Januar verlangt 3686, gestellt 3686 am 4. Januar verlangt 3756, gestellt 3750, am 5. Ms verlangt geftellt 3686,

am 6. Januar verlangt 3712, gestelit 7. Januar verlangt 87, geftellt 87, am 8. annar 530, geftellt 3528, am 9. Januar verlangt 3498, gestellt

3198, am 10. Januar verlangt 3487, gestellt 3487, am 11. Januar

verlangt 3403, aeftellt 3403, am 12. Januar verlangt 3416, Zar

3416, am 13. Januar verlangt 3626, gestellt 3621, am 14. Fanuar

e Ne M E Wo am n. M e 3357, gestellt nzen wurden vom 1. bis 15, Januar d. F.

43 075, gestellt 43 043 Wagen zu 10 t, A

in, 20. Januar. Marktpreise nah Grmittelunçen des (Höchste und niereiotte Preise.) Pez

ggen 14,30 M; Hafer, gute

12,80 A Richtstroh 3,82 M4; Heu 7,00 A; 4,10 4 ®*Erbsen, gelbe, zum Kochen ,00 h

von der Keule 1 kg 1,60 4; 1,20 « dito B

#6; 1,00 A hweinefleis< 1 kg 1,60 E gie

< 1 kg 1,80 4; 1,00 A Hammelfleish 1 kg 1,60 4; 2,00 A Gier 60 Stüd

fammern Notierungsftelle für den Dedpelouiace: A OMETRAA 0E e.