1900 / 26 p. 7 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

eta 4 E M r I E E S E E L af T D Mp T Q A geC-EM S +67 Age A 7 L R E S 2E DE E Lia Is Me 7 D E A E r am R T R E R E T E T D I E I P R T T E S S s

ihre eigene Einsicht unbedenklih stellen darf. Wenn man so weit gehen will, wie der Beschluß der Kommission es gethan hat, dann kommt man fkonsequenterweise zu der Forderung, daß überhaupt die Verführung junger Personen beiderlei Ge\hlehts bis zu einem ge- wissen Alter unter Strafe gestellt werden müßte. Das, meine Herren, würde zu einer Revision der gesammten ‘ein- schlagenden Beftimmungen unseres Strafgesebbuhs führen. Geschieht das nicht, dann steht die Bestimmung unvollständig, inkonsequent, zusammenhanglos, außerhalb des Gedankengangs unseres Strafgesezes da. Sie steht dann aber auch nit nur nicht im Ein- klang mit unserem Strafgeseß, sondern auch in Widerspru, wie der Herr Vorredner bereits hervorgehoben hat, mit unserem bürgerlihen Recht.

Das junge Mädchen, wenn es das Alter von 16 Jahren erreicht hat, ift ehemündig; unser Recht traut ihm die Einsicht und Charakter» ftärke zu, um den Entshluß zu fassen, über die eigene Zukunft für das ganze Leben zu verfügen. Es ist ein seltsamer Widerspruch, wenn einem jungen Wesen, dem das Recht diese Befähigung und Charakterstärke zuspricht, auf der anderen Seite supponiert wird, daß es so charaktershwacch und willensohnmähtig sei, daß es eines besonderen Schuyes noch bedürfe. (Sehr ri{htig!) Einen solhen Widerspruch kann unsere Gesetzgebung niht vertragen. Würde die Gesehgebung anerkennen, daß hier ein besonderer Schuß nöthig ist, dann würde sie konsequent auch dahin kommen müssen, die Ehemünadigkeit der Mädchen hinaufzu- rüden, und das, meine Herren, wird niemand unternehmea wolien.

Weiter, meine Herren, würde diefe Bestimmung in der praktischen Anwendung zu unerträglichen Verkbältnissen führen. „Soll die Vor- \hrift, so wie fie hier vorliegt, von dem Richter gehandhabt werden, so muß, wie der Herr Vorredner bereits zutreffend ausgeführt hat, dem Angeschuldigten zunächst nachgewiesen werden, daß er das Alter der Person so weit gekannt hat, um sie für junger als 18 Jahre zu halten. Nun, meine Herren, einer Bestimmung gegenüber, wie sie jeßt unser Strafgeseßbuh enthält, bezüglih des Alters von 16 Jahren, ist dieser Nahweis unshwer in den meisten Fällen zu bringen, demgemäß wird die Ueberführung des Thäters keine Schwierigkeit machen. Von dem Alter von 16 Jahren herauf aber ändert ih die Sache. Die körperliche Entwickelung i dann je nah der Natur der Individuen derart vers schieden, daß man selten mit einiger Siherheit sagen kann, ob das normalmäßige Alter, wie es der Kommissionsbeschluß in Aussicht nimmt, erreicht is oder nit. Dann, meine Herren, wird der Staatsanwalt und der Richter sich häufig vor die mißlihe Frage gestellt fühlen: wenn der Angeshuldigte das Alter des jungen Mädchens nit gekannt hat, hat er ih doch vielleiht niht denken können, daß das Alter niht unter 18 Jahren war? Dann, meine Herren, kommen wir zur verhängnißvollen Anwendung des dolus eventualis in chlimmfster Art. (Sehr richtig!)

Meine Herren, ih bin weit davon entfernt, die Berechtigung des dolus eventualis zu bestreiten. Er ift eine unbestreitbare Institution unseres Kriminalrechts, weil er in der kriminalrechtlihen Logik be- gründet ift. Aber es ift eine gefährlihe Institution (sehr richtig!) und wir haben Veranlassung, unsererseits bei der Strafgesegebung alles zu thun, um einer bedenklichen oder gefährlichGen Anwendung dieses Begriffs entgegenzutreten. (Sehr richtig!)

Meine Herren, weiter würde der Richter in die Lage kommen, prüfen zu müssen, ob das junge Mädchen der Verführung unterlegen oder es niht vielmehr Mitschuldige ift. Dieser Beweis ift in dem Falle, den unser Strafgeseßbuch ins Auge gefaßt hat, bei Mädchen unter jechzehn Jahren unshwer zu führen, über sechzehn Fahren, wenn die Geschlehtsreife eingetreten ist, die Einsicht, das Bewußtsein der Persönlichkeit, die Selbständigkeit bei dem Mädchen erwacht, ist er in den meisten Fällen sehr {wer zu führen (sehr rihtig!), das Maß der Schuld, ob es auf der einen Seite oder anderen vorhanden if, wird nur in den seltensten Fällen festgestellt werden fönnen. Und nun, um in solhen Fällen den Beweis zu führen, wollen Sie jedesmal die für den Richter höchst s{wierige und mißlihe und für das betheiligte arme Geshöpf unter allen Umständen peinliche Untersuhung nothwendig machen, welcher Theil die Schuld trägt und in welhem Umfang sie auf der einen oder anderen Seite liegt. Wenn Sie das wahre Interesse des in Frage kommenden Mädchens ins Auge fassen, dann werden Sie alles thun, um der- artige Untersuhungen vor dem Gerichtshof zu vermeiden. (Sehr wahr!)

Gndlich, meine Herren, bitte ih Sie, doch noch besonders

zun berüdsihtigen, was auch bereits von dem Herrn Vorredner berührt worden is, und was auch ich nahdrücklich hervorheben möchte. Ein Strafprozeß der Art, wie er zur Durchführung dieser Strafbestimmung nothwendig sein würde, if unter allen Um- ständen ein großes Unglück für das junge Mädchen. Bei Kindern unter se{zehn Jahren wird der Strafprozeß so hingehen können, die Gerechtigkeit und die Rücksiht auf die Sicherheit der menshlihen Gemeinschaft machen ihn unvermeidlih; man wird das arme Mädchen tief bedauern, aber es wird der Prozeß doch shwere Folgen für immer ihm nicht zuzuziehen brauchen. Ueber sechzehn Jahre aber liegt die Sache anders. Ih brauche das nicht weiter auszuführen. Ich bin überzeugt: kein Vater, keine Mutter, kein Vormund wird geneigt sein, bloß um den Uebelthäter zur strafrechtlihen Ver- antwortung zu bringen, das arme Kind einer Untersuchung dieser Art auszusezen. Der Regel nah wird es dahin kommen, daß in derartigen Fällen die Betheiligten das Unglück tragen, sie werden nicht zu dem Richter gehen der Regel na. Aber, meine Herren, es giebt ge- wisse und gefährlihe Ausnahmen, das sind diejenigen Fälle, in denen die Robheit der betheiligten Angehörigen des Mädchens so weit geht, daß sie über das Interesse des Mädchens hinweggehen, weil sie die Hoff- nung haben, einen materiellen Vortheil aus der Sache herauszus{hlagen, indem sie mit dem Antrag auf Verfolgung des etwa Vermögen be- Kyenden Uebelthäters eine Spekulation einleiten. So wird also der Regel nah die Vorschrift keine Wirkung haben, wird dasjenige nicht erreichen, was der Kommissionsbeshluß will, sie wird aber in gewifsen Fällen, ftatt der Unsittlichkeit entgegenzuwirken, neue Unsittlichkeit er- eut indem das Recht gemißbrauht wird zum Erpressen. (Sehr richtig

Jh glaube, wenn Sie unbefangen diese Gründe erwägen, dann werden Sie es verstehen, weshalb unser bestehendes Strafgeseßbuh ich so vorsichtig auf das 16. Lebensjahr beshränkt hat, obwohl zweifellos die Sympathien an und für si dahin neigen, auh das höhere weiblihe Alter zu hüyen. Niemals hat früher ein deutsches Strafgeseßbuch nah der Rihtung weitergehende Strafbestimmungen getroffen. Kein Strafgeseßbuch Europas, kein . Strafgeseßbuch der Kulturwelt unseres. Kontinents ist mit dem ftrafrehtlichen Sub bis

|

abgeben, auch unser Strafre{ht

wie Oesterreich und in Frankreich Strafbestimmungen dieser Art überhaupt niht, niht einmal für das

Alter unter 16 Jahren.

Meine Herren, angesichts dieser Rechtslage in der ganzen Kultur- welt und angesichts der Besorgnifse, die uns beschleihen müssen, wenn man sich die Anwendung dieses Pa wärtigt, bitte ich Sie dringend: Lehnen Sie den Vorschla

die verbündeten Regierungen

die Vortheile, die wir damit links.)

Abga. Dr. Esche tritt für den Kommission2beshluß- ein.

Kommission habe die Gewichtigkeit der Gründe der Re RERE niht ü

is

verkannt, aber fie könne nit

beiden höheren Lebensjahre der jungen

; zum 18. Lebensjahr heraufgegangen (hört! hört! links), bis auf eins, in Portugal. Es wird dieser eine Vorgang \{chwerlich einen Grund zu erweitern. Ja, in großen Staaten, und ebenso in Belgien bestehen

ist er unannehmbar.

erreihen könnten. (Lebhafter Beifall

anerkennen, h dieser e

Mädchen vom 16. b

18. Lebensjahre entbehrlih sei. Es fomme nicht allein auf die er- langte Geschlehtsreife N es komme darauf an, daß das junge

Mädchen bereits die volle

enntniß von allen körperlihen Vorgängen

ewonnen habe, welwe hier mitspielten. Das könne feineswegs als selbstverständlich angenommen werden.

Abg. Roeren:

Die Kommission hat die Erhöhung des Schuß-

alters auf das 18. Jahr mit 16 gegen 4 Stimmen angenommen. Die sittlihe Widerstandskraft gegen das Raffinement der Ver- E besißen doch wahrlich nicht alle jungen Mädchen über

16 Ia

ren, fodaß ein besonderer Schuß überflüssig wird. Selbst

ançzenommen, _ daß alle Mädchen über 16 Jahren über die Vorgänge

im Geschlehtsleben orientiert

sind, so fehlt ihnen do Lebens-

erfahrung und Charakterstärke und der gane sittlihe Halt. Woher

diese zarte Rücksihtnahme auf

ohnehin nahgewiesen werden, d

den Verführer? Dem muß ja doch er das Alter des verfühcten MVäd-

ens gekannt hat. Daß die Bestimmung die Quelle von Denun- ziationen werden- sollte, | deswegen. unwahrscheinlich, weil do hier nicht der Begriff einer Strafthat erst neu eingeführt werden soll, sondern dieser längst besteht. Daß man in anderen Ländern mit der Schutzgrenze noch weiter geht, zeigt uns selbst Frankreih, dem

sont Prüderie nit Deputirtenkammer haben i

vorgeworfen werden kann; dort für die Einführung von Straf-

Senat und

vorschriftzen zum Schuße der Jugend beiderlei Geshlechts bis zum

91. Jahre ausgesprohen. Das junge Mädchen ift

zwar mit dem

16. Jahre ehemündig; aber es kann sih vor dem 21. Jahre nicht selbständig in irgend einem Rechtsgeshäft verpflichten. Die Herauf- sezung bis auf das 18. Jahr erscheint danah durchaus berechtigt. Abg. Stoecker: Was nüht es uns, uns auf bestehende Zustände zu berufen? Wir wollen eben ten großen Nothstand befsern, vor dem wir stehen. Ich bestreite, daß sechzehnjährige Mädchen schon die ganze Macht der Verführung zu beurtheilen vermögen. In der

Mehrzahl wird bas nicht der Fall sein.

Berliner Frauen haben an

uns petitioniert, das Schuyalter bis 21 Jahre heraufzusezen. Die Frauen können die Sache eben beser beurtheilen; die wissen, wie weit

die Schwachheit reicht.

Abg. Heine (Soz.) erklärt , seine Partei werde gegen die Ab- änderung des Schugalters stimmen, nicht mit Rücksicht auf die Ver- \ührer, sondern weil das heutige Geseß hon sehr wenig angewendet werde und kaum praktisch werde im Berhältniß zu der ungeheueren Zahl der wirkli vo:kommenden Fälle. In den wenigen Fällen, die wirkli zur Kenntniß der Gerichte kämen, leide das Geriht immer unter dem Eindruck, daß hier etwas zur Chikane benußt werden folle, was sonst ruhig durchgehe, ohne daß die Gerichte behelligt werden. Das

Gesey verkenne abe: au

höhere Tochter noch

ch vollständig die thatsählihen Lebent- verhältnisse der arbeitenden Klassen. Die Sugalters entspringe der Auffaffung

Joee der Heraufsezung des

Die Tochter des Arbeiters füh

Kind, sondern als: Erwachsene,

einandergegangenen Abz. Dr. Hoeffel: Die

die über sich selbst bestimmen könne.

Bir die arbeitenden Klassen würde diese Herauffezung nichts weiter ein, als die Gele ee ju gegenseitigen Chikanierungen von aus- rautleuten.

Frauen haben ihre Petition gewiß

niht im Interesse der oberen Zehntausend eingebraht, sondern um den arbeitenden Klassen zu Hilfe zu kommen. Auch ich kann nur

bitten, den Schuß bis auf das

Abg. Bekh - Coburg: ©

18, Lebensjahr auszudehnen.

ie Ghemündigkeit der Frauen beginnt

mit dem 16. Jahre; aber nach dem Bürgerlichen Gescßbuch kann sogar Dispens ertheilt werden, sodaß sie in noch früherem Alter

zur Heirath gelangen können, Abgesehen von den Häufigen Erprefsung8-

anerkannt worben ist. versuhen, bei denen eine

womit ihre völlige geiftige Reife

Schwangershaft vorgespiegelt wird,

würde jeßt nur eine Anzeige erfolgen, wenn eine Schwangerschast eingetreten ist, und getroffen würden die jungen Leute, die vielleicht in angebeitertem Zustande, bei einer Hochzeit oder dergl. sich vergangen haben; routinierte Verführer aber, die es \{on fo einzurihten wissen,

daß keine Schwangerschaft eintritt, gehen frei aus.

Bei den Ver-

bältnifsen, wie sie heute im Arbeiterftande herrshen, wifsen die jungen

Mädchen recht gut, was sie zu wissen haken.

des Staatssekretärs können wir

Na den Erklärungen diese wihtige Abstimmung nur von

einem beschlußfähigen Hause vornehmen laffen. Damit {ließt die Diskussion.

__ Vor der Abstimmung bezweifelt der Abg. Beh - Coburg die Beschlußfähigkeit des Hauses. Der Präsident will den Namensaufruf vornehmen lassen; bevor derselbe aber beginnt, theilt der Tel, mit, daß der Abg. Beckh jezt die Be-

; , \ fähig!

eit niht mehr bezweisle. en Eventualantrag Bargmann erhebt sih niemand;

der Kommissiongantrag wird nah Probe und Gegenprobe mit

10wager Montag 1 Uhr vertagt.

ehrheit angenommen. egen 6 Uhr wird die Fortseßzun (Außerdem

ost-Etat.)

Preußischer Landtag. Haus der Abgeordneten.

11. Sißung vom 26. Januar 1900, 11 Uhr. Ueber den Beginn der Sißung ist in der gestrigen Nummer d. Bl. berichtet worden. _ Das Haus sept die zweite Berathung des Etats der land- wirthschaftlihen Verwaltung fort. Abg. Gothein (frei. Vgg.): Den Prozeß der „Harmlosen“

habe ich nit in dieser Debatte erwähnt. von bankrotten fehr e) eworden. an die

Ih habe niht dagegen

bei ihren Zusammenkünften auh

gesagt, daß die Söhne dabei hrerseits über ihre Verhältni

angegriffen. Meine Freunde

Wangenheim erinnerte mich ankhäuser. VE: Zahr derselen ist in den leßten Jahren

rr von otten landwirthschaftlihen Kreditinstitute denken.

sondern bei der erften Etatsberathung an die vielen

Wangenheim [sollte lieber

gesprohen, daß die Gutsbesiyer ein Spiel maten, sondern nur das Spiel kennen lernen und dann e spielen. Die Junker habe ih nicht

ert und Ehlers haben wohl die

erren von der Rehten \charf angegriffen, aber doch immer in e

benswürdiger Form. Man einen Vortheil von den Getreid Getreide zukaufen. Die kleinen

sagt, die kleinen Leute hätten au reisen, sie müssen aber vielfach selb esizer thäten befser, fih mehr auf die

Suse legen. Man verlangt hier, daß nur der praktische Land-

wirth in verdankt der Theorie so viel

esen Fragen mitsprehen solle, aber kêin anderes Gewerbe

wie gerade die Landwirthschaft; wenn

ragraphen in der Praxis vergegen- g ab; für (Hört! hört! links.) Die Nachtheile, die er bringen muß, würden größer sein als

Die r die

der höheren Kreise, wo die

der Berathung auf

man die Theorie so mißatet, verfällt man in Banausenthum. Der F

Landwirth\chafts-Minister glaubt an die Mögli(hkeit, durch vétbesserte Technik den Ertrag der Landwirthschaft zu fteigern. Es kann aber doch kommen, daß die Steigerung des Ertrags rationell nicht mehr gs ift. Herr von Langen will uns wieder nur auf den Wu andsmarkt beschränken. Der Auslandsmarkt ift aber für unsere Sndustrie eine Nothwendigkeit; wenn wir ihn verlêren, würde aud die Landwirthshaft dadurch benachtheiligt. Wenn man au immer wieder die Behauptung der die alten Märchen werden doch immer wiederholt. Herr s befürhtet die Konkurrenz von Rußland, aber in Rußland besteht ebenfalls \chon ein großer Arbeitermangel. Die Galizier dürfen niht mehr ins Land hereinkommen ; daß aber die Galizier eine Gefahr für unsere Nationalität seten kann nur jemand behaupten, der diesz Leute nicht kennt. Ih möchte den Minister dringend bitten, wenigstens die ausländischen Arbeiter hereinzulafsen , welche unsere Nationalität niht gefährden. Die Ermäßigung der Frahten auch auf die Landwirthschaft auzudehnen, dazu sind wir immer bereit gewesen. Wir müssen die gute Finanzlage be- nuten, um dur Tarifermäßigungen die Landwirthschaft vorwärts zu bringen. Den Kontraktbruch tadeln wir genau so wie die Herren von der Landwirthschaft, aber man kann nicht glauben, die Laadwirthschaft dur AUMa meg ene dieser Art zu fördern. Man könnte die Sozialdemokratie nit besser unterstüßen, als dur die Beftrafung des Kontraktbruchs. Diese frage ift Sache der Gewerbeordnung und der Reichs-Gesetzgebung. je Arbeiterfragea sind mit Ret dem Reichatage vorbehalten, wo die Arbeiter selbst eine Vertretung haben, Im Interesse des sozialen Fciedens warne ih dringend vor folchen Ausnahmegesetzen.

Abo. Pleß (Zentr.) wünscht, daß. die Frage der Verunreinigung der Privatflüsse geregelt werde, wenn man die \hwierige Materie des Wasserrehts nit sofort in Angriff nehmen könne. Eîíne Hecab- drückung der allgemeinen Volksbildung könne niemand wünschen, aber das Wissen bringe für den Einzeinen unter Umständen Gefahren mit si, und deshalb müsse die Religion den wissenschaftlichen Unterricht ergänjen. Er selbst sei ein Zögling der guten alten Schule mit Lesen, Schreiben, Rechnen und Religion. Der Volks, \{chüler müsse nur so weit gebraht werden, daß er si im praktischen Leben selbst: durhbringen könne; das genüge, und bi Forderung müsse vor allem für die ländlichen Schulen gelten. Der jeßige Unterricht biete keine gründliche Ausbildung, fondern von allèm etwas, aber von keinem etwas Gescheidtes.

Geheimer Ober - Regierungsrath Dr. Hermes: Leider läßt sich das Wasserreht noh nicht regeln, da die nôthigen Vorarbeiten noch nit abgeschlofsen find. Nach Ansicht der Ober- räsidentea und Regierungs-Präfidenten der besonders in Betracht kommenden Landet- theile kann die Frage der Reinhaltung der Privatflüsse nit generell, sondern muß von Fall zu Fall geregelt werden. Ich hoffe, daß di Sache in absehbarer Zeit zum Abschluß kommen wird.

Abg. S chulz-Berlin (fr. Volksp.): Ein Blatt des Bundes de Landwirthe hat einem Abgeordneten, Stadtverordneten Uad Groß: deftillateur vorgeworfen, er hätte einen Schnaps „Burenperle' genannt. Damit bin ih gemeint, aber es is mir niht ein gefallen, diesen Krieg in fo geshmackloser Weise auszubeuten Der Spiritusring s\chreibt jeyt die Preise vor und beute die Konsumenten aus mit Hilfe der Gesetzgebung. Die Geseh ebung mit der Kontingentierung hat der Ringbildung ein reies Feld gegeben, und mit Hilfe der Regierung is jeßt die Spiritusnotiz an der Börse verboten worden. Diese Notiz war den Agrariern unangenehm; fie wollen die ganze Spiritusindusftrie in

- den Ring hineinzwingen, aber diese wird lieber Opfer bringen un

ein ganzes Jahr höhere Preise zahlen, um die Bestrebungen de Ringes zu Schanden zu machen. Zwangsweise foll der Spiritui preis in die Höhe getrieben werden, während. die Börsen notiz vom vereideten Makler auf Grund des wirkliche Verhältnisses von Angebot und Nachfrage festgestellt wurd Dieser Preis - wird immer maßgebend sein. Es ift niht b greiflih, daß in einem Augenblick, wo die Prien wieder he gestellt werden soll, eine solche Maßregel gegen einen Theil der Börjt ergriffen wird. Das ift eine Rücksichtslosigkeit gegen diejenigen, wel im Vertrauen auf die Beständigkeit der Berliner Notiz auf lang hinaus Abschlüsse gemaht haben. Die Regierung follte die Kor sumenten vor einer folhen Ausbeutung shügen. Die Schädigung durch diese Ringbildung sind viel größer als die durch bankerott Bdörsenexistenzen verursachten.

Abg. Dr. Hahn (B. d. L.): Ueber diese Frage werde ih \päta noch sprehen. Die Landwirthschaft muß einen angemessenen Preis füt den Spiritus erzielen. Bei dem Petroleumring lauten die Ar \hauungen der Freisinnigen ganz anders, für diesen háben sie voll Verständniß; da ‘heißt es: die Rin bildung beute das Publikum {o um deswillen nicht aus, weil fie doh nicht die melkende K \{chlachten werde, von der sie noh lange Nugen ziehen könne. A Petroleumring {ind ja auch die oes Financiers betheiligt. Sobal aber inländische p einen Ring schließen, ist es glei etw Anderes. Wir {ind jeßt wenigstens in Bezug auf den Spiritus a dem freien Spiel der Kräfte herausgekommen. Die Schädigung! welche die Börse mit ihren Manipulationen bringt, sind_ganz Folof Die ganze Angelegenheit des neuen Schnapses ist uns absolut unbekann Wir {sind nicht dafür verantwortlih, wenn eine Zeitung eine fol Behauptung aufgestellt hat.

Nach längeren persönlichen Auseinandersezungen zwischet den Abgg. Dr. Hahn und Freiherrn von D eieavai kons.) einerseits, Dr. Sattler (nl.) und Dr. Friedber(

nl.) andererseits wird die Diskussion geschlossen und das G alt des Ministers bewilligt.

Gegen 8/4, Uhr wird die Weiterberathung auf Mont! 11 Uhr vertagt. :

Agraxier widerlegt, F

M 26.

| Petite Beilage zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlih Preußischen Staats-Anzeiger.

1900.

Berlin, Sonnabend, den 27. Januar

E

Statistik und Volkswirthschaft.

Der auswärtige Handel des devtichen Zollgebiets im Jahre 1899.

Die Ergebnisse des Waarenaustausches des deutschen Zollgebiets mit dem Auslande im Jahre 1899 werten in dem Dezemberheft der „Monatlichen Nachweisungen über den auswärtigen Handel 2c.“ vom Kaiserlichen Statistischen mt veröffentliht. Danach stellen ih die Endsuwmen nach den vorläufig berehneten Werthen folgendermaßen:

1899er Gesammteinfsuhrwerthe nah den für 1898 festge- stellten Einheitswerthen in 1000 4: H 495 853 gegen 5 439 676 und 4 864 644 in den beiden Vorjahren, daher mehr 56 177 und 631 209. Edelmetalle 298 843 gegen 359030 und 183 947. An der Werth- zunahme find bauptsächlih betheiligt: Abfälle, Drogen 2c., Eisen und Eisenwaaren, Instrumente, Maschinen und Fahrzeuge, Kautschuk und Guttapercha, Seide und Seidenwaaren, Kohlen, Thiere und thierische Erzeugnisse, Wolle und Wollenwaaren, an der Werthabnahme: Baum- wolle und Baumwollenwaaren, Erden, Erze 2c., Flachs, Getreide.

1899er Gesammtausfuhrwerthe in 1000 A: 4 151 707 gegen 4010 565 und 3 786 941 in den beiden Vorjahren, daher mehr 141 142 und 365466. Edelmetalle: 160 287 gegen 253 999 und 151 266. Die Ausfuhrwerthe haben hauptsächlich zugenommen bei Baumwolle und Baumwollenwaaren, Drogen, Apotheker- und Farbe- waaren, Eisen und Eisenwaaren um 42 Millionen Mark —, &Fnstrumenten, Maschinen und Fahrzeugen, Kautschuk und Guttapercha, Kleidern 2c, Kupfer 2c. und Kupferwaaren, Lederwaaren, Seiden- waaren, wesentlih dagegen abgenommen bei : Materialwaaren 2c. in- folge verminderter Zuckerausfuhr, die sich bei Brotzucker stärker fühlbar machte als bei Rohzucker. i

Die Ausfuhrwerthe haben eine weit größere Steigerung erfahren als die Einfuhrwerthe.

Was diz Mengen betrifft, so ergeben f folgende Zahlen in Tonnen zu 1000 kg —. Z

E g P 1899: 44 651501 t gegen 42729839 und 40162317 in den zwei Vorjahren, daher mehr 1921662 und 4 489 184, Edelmetalle 1032 gegen 109% und 1004. 28 Zolltarif nummern zeigen höhere Einfuhrmengen, worunter hervorragen: Erden, Erze (1 205 129), Kohlen (713 046), Eisen und Eisenwaaren (316 032), Abfälle (173 246), Steine und Steinwaaren (98 398), Instrumente, Maschinen, Fahrzeuge (49 284). Erheblih gefallen is die Einfuhr von Getreide (um 527 709), Drogen, Ayotheker- 2c. Waaren (127 524 Eiseinfuhr allein Rückgang um 197 770 —), Flachs 2c. (40405), Baumwolle und Baumwollenwaaren (26 284).

Gesammtausfuhr 1899: 30 403 008 t gegen 30 094318 und 98 019 949 in den beiden Vorjahren, daher mehr 308 689 und 2 383 059. Edelmetalle: 363 gegen 501 und 459. Nur 6 Zoutarif- nummern zeigen eine geringere usfuhrmenge als 1898. Hauptsächlich gestiegen ift gegen das Vorjahr die Ausfuhr von Erden 2c. (208 983), Drogen, Apotheker- und Farbewaaren (53 404), Instrumenten, Ma- {inen und Fahrzeugen (950 950), Getreide (47 115), Steinen 2c. (40 325). Erbeblih gefallen ist die Ausfuhr von Eisen und Eisen- waaren (116 337), Holz (44 852), Material- 2c. Waaren (44 649 Rohzucker weniger 23 129, Brotzucker 62596 —).

Die Durchschnittspreise der wichtigsten Lebens- und Futtermittel

betrugen im Kalenderjahre 1899 in. Preußen nah der „Stat, Korr.“ für 1000 kg: Weizen 154 (im Jahre 1898 181) , Noggen 143 4 (wie im Vorjahre), Gerste 142 (148) 4, Hafer 137 (147) M, gelbe Erbsen zum Kochen 99% (224) M, weiße Speisebohnen 251 260) t, Linsen 415 (414) M, Cßkartoffeln 49,4 (52,2) M, Nicht- troh 35,8 (39,3) 4, Heu 50,9 (51,7) M, Rindfleish im Groß- handel 1067 (1056) M; im Kleinhandel für 1 kg: Rindfleisch von der Keule 1,35 #4 (wie im Vorjahre), Rindfleisch vom Bauch 1,15 (1,16) , Schweinefleish 1,34 (1,39) M, Kalbsfleish 1,33 (1,31) M, Hammelfleisch 1,28 (1,27) M, inländischer geräucherter Speck 1,58 (1,60) M4, Eßbutter 2,22 (2,19) M, inländisches Schweineshmalz 1,57 (1,58) A, Mehl zur Speijebereitung aus Weizen 30 (34) -, aus Roggen 2% (27) 4; für 1 Schock Eier 3,67 (3,57) M

Die Durhhschnittépreise für das Kalenderjahr 1899 zeigen gegen 1898 mit einigen Ausnahmen nur geringe Abweichungen. Beim Getreide if der Weizenpreis am meisten (27 6) zurückgegangen, während der Roggenpreis ih behauptet hat. Gerste und Hafer haben um 6 bezw. 10 nachgegeben. Bemerkenswerth_ ist beim Weizen ferner, daß sämmtliche Marktorte Preisrükgänge auf- weisen, die größten Cafsel mit 37, Koblenz mit 36, Hanau mit 35, Stralsund und Paderborn mit je 34, Halle a. S., Kiel,

nover und Aachen mit je 33, Stettin mit 32, Neuß mit 31, Osnabrück mit 30, Danzig mit 29, Görliß und Frankfurt a. O. mit je 27 sowie Bromberg mit 96 4 Beim Roggen if die Zahl der Marktorte mit Preisrückgängen (14) doppelt fo groß wie die mit Erhöhungen (7). Erstere sind am stärksten in Paderborn mit 7, Köslin mit 6, Gleiwiß mit 5 und Caffel mit 4 A. leßtere in Görliß mit 12, Königsberg i. Pr. mit 7, Berlin und Kiel mit je 4 erfolgt. Bei der Gerste haben 15 Marktorte Ermäßigungen und 5 Erhöhungen der Preise erfahren. Die wichtigsten Rückgänge finden sh in Posen mit 16, Halle a. S. mit 14, Görliß und Stettin mit je 11, Breslau und agdeburg mit je 10, Danzig und Brom- berg mit je 8, Frankfurt a. O., Cassel und Koblenz mit je 7 M, die größten Erhöhungen in Kiel mit 5, in Osnabcück mit 3 und in Paderborn mit 2 46. Beim Hafer endli is wie beim Weizen der Preisrückgang an allen Marktorten vorhanden, am erheb- listen in Gleiwiß mit 20, in Köslin mit 19, in Breslau mit 16, in Berlin mit 15, in Bromberg mit 14, in Danzig und Frank- furt a. O. mit je 13, in Görliß, Stettin und Stralsund mit je 12, in Posen und Halle a. S. mit je 11 A Von ken Hülsen- früchten find Erbsen und Linsen um je 1 4 im Preise gestiegen, Bohnen um 10 gefallen. Kartoffeln und Raulhfutter sind eben- falls billiger geworden. Von den einzelnen Fleis sorten ist das Rindfleisch im Großhandel um 11 theurer, während das Bauch- fleisch um 14 im Kleinhandel gefallen 1st. Beim Schweinefleisch malht si der Preisrückgang mit 9 bemerkbar, während Kalb- und Hammelfleisch um 2 bezw. 1 höher im Preise stehen. Speck und Schmalz sind, dem Schweinefleish entsprehend, um 2 bezw. 1 im Preise zurückgegangen. Butter und Gier wurden um 3 und 10 S theurer, die beiden Mebl sorten um 4 bezw. 2 S billiger.

Untersuht man nach den monatli veröffentlihten Durhschnitts- preisen, in welwe Zeit die Preisänderungen fallen, so findet man, daß alle vier Getreidearten in den Monaten Februar, März (mit Ausnahme des Hafers), August, November und Dezember Preis- ermäßigungen, in den Monaten April (mit Ausnahme der Gerste), Mai und Oktober Erhöhungen erfuhren; in den übrigen Monaten traten erstere sowohl wie leßtere niht so gleichmäßig auf. Die Kartoffelpreise hatten mit Ausnahme der Monate Januar, April, Juli und Dezember stets eine Abwärtsbewegung. Kindfleish im Großhandel stieg in den Monaten März bis Juli, September und Oktober; in den übrigen fiel es im Preise. Der Preis des Schweine- fleishes hatte im September eine Zunahme, sonst fast nur Abnahmen. Die Butter wurde in den Monaten März, Juli bis Oktober sowie im Dezember theurer, sonst billiger. Bei den Eiern fielen die Preise in den ersten 5 Monaten des Jahres; in den übrigen bewegten sie ih aufwärts.

Zur Arbeiterbewegung.

Aus Prag meldet W T. B,“ unterm 26. d. M, daß die Lage in den bôöhmi1ch-mähri! hen Kohblenrevieren wenig verändert ist. Jn Pilsen is das Einigungsamt zusammengetreten und hält morgen seine erste Sißung ab. Wegen Bedrohuna der Eisenbahn- Angeístellten auf dem Rangierbahnbof und wegen Plünderung zweier Koblenwaggons auf dem Güterbahnhof durch eine größere Menschen- menge mußte dort eine Kompagnie Soldaten noch jedem Bahnhof entsendet werden. In Scaylar ist auf dem Marien- und Clisabeth-Schacht der Ausstand audgebrochen. (Vergl. Nr. 24 d. Bl.)

Handel und Gewerbe,

eute Vormittag 10 Uhr fand eine GaoRteA des Zentral- ausschusses der Rei sbank statt. Der Vorjißende, Präsident des Reichsbank-Direktoriums, Virkliche Geheime Rath Dr. Koch führte, im Anschluß an die Wochenausweise am 93. d. M. aus, daß die Erleichterung weitere Fortschritte emacht habe. Die Anlage habe seit dem 7. d. M. um 223, eit dem 15. d. M. um 80 Millionen abgenommen, das Metall ih um 87 bezw. 42 Mill. vermehrt. Zum ersten Mal seit dem 15. September 1899 habe sich eine steuerfreie Notenreserve, und zwar von 60 Mill., angesammelt. Freilich sei die Anlage noch immer troy des um 1 Prozent höheren Diskonts volle 159 Mill. höher als 1899, das Metall um 35, die Reserve um 29 Mill. niedriger als im vorigen Jahre. Auch seien die fremden Wechselkurse noch beunruhigend hoh; die auf Paris und Amsterdam hätten den Goldpunkt überschritten. Kleinere Quantitäten Gold seien ins Ausland abgeflossen. Der Krieg in Süd-Afrika dauere fort. Troy des niedrigen, obshon im Vergleih mit 1899 um etwa 1/, Proz. höheren Privatdiskonts empfehle sih eine vorsichtige Ermäßigung nur um !/2 Prozent, wie am 25. d. M. die Banken von England und Frankreich solche beschlossen hätten. Die Versammlung pflichtete diesen Aus- führungen einstimmig bei und erklärte fsich somit für die Herabsegzung des D iskonts auf 51/4, des Lombard- zin3fußes auf 61/2 Prozent. Hierauf wurde noch eine Gattung Stadt-Schuldverschreibungen zur Beleihung im Lombardverkehr zugelassen. :

Die strengen Vorschriften, welhe in Spanien über die Zollbehandlung der in Briefpostsendungen ein- gehenden zollpflihtigen Waaren gelten, und die dur die Königlihe Verordnung vom 29. November 1896 hin- sichtlih des Buchhandels erleichtert worden sind (vergl. „Reichs- Anzeiger“ Nr. 20 vom 93. Januar 1897), haben durch eine Königliche Verordnung vom 26. Dezember v. J. eine weitere Milderung erfahren. A

Hiernah werden Pakete, die aus dem Auslande mit der Briefpost ankommen und Maarenmuster in einer Menge und von einer Beschaffenheit enthalten, daß sie zweifellos weder für den Verbrauch bestimmt find, noch Gegenstand eines Handels- geschäftes sein können, gegen bloße Zahlung des Zolles gemäß den in dem Erlaß vom 29. November 1896 für Bücher und Drucfsachen getroffenen Bestimmungen, jedoh ohne Einschränkung hinsichtlich der Abfertigungsstellen zu elassen. Die übrigen Sendungen von Waaren oder Gegenständen, die nicht flar und bestimmt ihre Eigenschaft als Handelsmuster ergeben, bleiben bei der Einfuhr mit der Briefpost den Bestimmungert der Königlichen Verordnung vom 9. Zuni 1896 unterworfen (vergl. „Reichs-Anzeiger“ Nr. 149 vom 23. Juni 1896).

(Aus den im Reichsamt des Innern zusammengestellten „Nachrichten für Handel und íFndustrie®.)

Koblen- und Eisenhandel Belgiens im Jahre 1899 im Vergleich mit dem Vorjahre. dds

Einfuhr 1899 1898 mehr + weniger Tonnen

181 000

9 203 000

2 253 000

4 000

O ad 18 (00 Stahlplatten und Blete . 2 000 3 000 Stahldraht e 18000 14 000 Gewalzter Stahl 11 000 10 000 Roher Guß 360 000 318 000 Bearbeiteter Guß . . « - 6 000 13 000 Abfälle 62 0060 52 000 Eisendraht 3 000 Eisenbleh C 10 000 Gewalztes Eisen . . « + 12 000 Bearbeitetes Eisen . 7 000 Maschinen 33 000

Brigquet8. „. « « o - 666 000 Koks 1 009 000 878 000 Steinkohlen 4 563 000 4 580 000 Eisenbahnbetriebsmaterial 43 000 38 000 Maschinen 43 41 000 Eisenerz 384 000 Stahldraht... . - « 4 000 Stahlträger (poutrelles) 43 000 57 000 Schienen 74 000 82 000 Stahlbleche 12 000 11 000 GSewalzter Stahl... . 22 000 24 000 Stahlnägel 9 000 9 000 Bearbeiteter Stabl . . . 22000 25 000 Roher Eisenguß . ... 13 000 17 000 Bearbeiteter Guß . . . . 30000 27 000 Abfälle 31 000 23 000 Eisenträger 66 000 66 600 Eisenblehe 79 000 69 000 Gewalztes Eisen . . 225 000 248 C00

Nägel 3 000 4 000 Bearbeitetes Eisen

11 000 1 000 4 000 1 000

42 000 7 000

10 000 1 000 4 000 3 000 1 000 3 000

141 000 131 (00 17 000 5 000

2 060 66 000 1 000 14 000

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8

» C0 UI P U, D S828 O00

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56 000 47 000

Hiernach hat die Einfuhr von Kohlen und Koks sowie Eisenerz erheblich zugenommen und au die Einfuhr von Stahl und Eisen, während bei der Ausfuhr eine beträchtliche Abnahme zu verzeihnen ift. (Nah dem Moniteur des intérêôts matériels.)j

Der Antwerpener Elfenbeinmarkt.

Auf der letzten vierteljährlichen Elfenbeinauktion in Antwerpen wurde das Elfenvein in folzenden Mengen angeboten und verkauft :

Kongo-Elfenbein: bartes . weiches Angola-Elfenbein Gabun-Elfenbein Kamerun-Elfenbein . Elfenbein aus Senegal Sansibar-Glfenbein (weiches) Flußpferdzähne ¿ 492 zusammen . . . 169 049

Auf den entsprehenden Märkten der Vorjahre wurden verkauft : 1898: 110 230 Pfund, 1897: 165 345 Pfund, 1896: 132276 Pfund und 1895: 156 527 Pfund. ;

Das Angebot war sehr lebhaft, und die Preise stiegen um 19,3 bis 29 Cents pro 2,2046 Pfund für Zähne jeglihen Gewichts und um ungefähr 10 Cents für Ballzähne. Die Preissteigungen waren be- deutender als diejenigen auf dem [eßten Londoner Markt. Die pn Zähne (oversizes bei dem leztmaligen Ver- fauf erzielten Preise; dagegen gingen d hne für Spanaen (bangles) um ungefähr 19,3 Cents im Preise zurück; das weiche Elfenbein stieg um 38,6 kis 57,9 Cents. '

Der Bestand an Elfenbein belief si auf ungefähr 229 972 Pfund gegen 176 368 Pfund im Fahre 1898, 134 481 Pfund im Jahre 1897 und 136 685 Pfund im Jahre 18936.

Die nächste vierteljährige Auktion wird am 6. Februar 1900 ab- gehalten werden. E i (Aus dem Bericht des amerikanischen General-Konfuls in Antwerpen.)

Ftaliens Außenhandel in den ersten elf Monaten 1899.

Nah den von der Königlich italienischen General-Direktion ver- öffentlichten statistishen Vebersihten hat der Spezialhandel des Königreichs Italien während der ersten elf Monate des Jahres 1899 gegenüber dem entsprehenden Zeitraum des Vorjahres die folgenden allgemeinen Ergebnisse geliefert :

Einfuhr Ausfuhr 1899 | 1898 1899 | 1898 Lire Lire

1 j

Waarenkategorien

Spirituosen, Ge- tränke, Oele Kolonialwaaren, Drogen, Tabadck . Chemische Produkte, Arzneien, Harze, Parfümerien Farben, Farb» und Gerbestoffe . Hanf, Flachs, Jute und andere vegeta- bilishe Spinn- stoffe (Baumwolle ausgenommen) . . Baumwolle ,

41459352] 119842125| 109598348 530473871 7959770| 7650564

39085414 51048054

33752997 10269370

38577171 10121867

44858243 27165616

49377208 30520883

90774078| 22365970] 49295741| 44773476

1 115761171| 115677133 54879077| 45569214 Schafwolle, Haare,

a E 69318359| 60239012] 20630279 17770376 E A p D 150199071| 108929891 384993934| 350364956 Holz und Siroh 53147935| 44991393 41849510| 66735823 Papter und Bücher 17024485| 13710964 13940957| 11146211 Hâute und Felle . 49594541| 45588609] 27665844 93360640 Mineralien, Metalle

und Metallwaaren | 189150368 155842259] 38110878| 38732173 Steine,Erden, Thon-

waaren, Glas8- und

Kriftallwaaren Cerealien, Mehl,

Teigwaaren und

yegetabilische Pro-

dukte, in anderen |

Kategorien nicht | ;

enthalten . . . « | 179777352) 934631097} 130580655| 112454320 Thiere, thierishePro- |

dukte und Abfälle, |

in anderen Kate- |

orien nicht ent- | Riten 107652191| 99474553] 149535840 127159363

Verschiedenes 19659779 16946955] 26438975) 22634206 Zusammen |1308572214 1282685088 1188689696/1090161176 Edelmetalle . 5397400 3330200] 14616000| 17430400

Gesammtwerth 1313969614/1286015288 1203305696/1107591576 j (Statistica del Commercio Speciale.)

166481325| 147756654} 74267973| 68189139

Serbiens Außenhandel in den erften neun Monaten 1899.

Wenn man die für die ersten neun Monate des Jahres 1899 vorl:egenden ftatistischen Handelsausweise Serbiens mit jenen des 1. Semesters 1899 vergleiht und diesen Vergleich bis in das Jahr 1898 zurückführt, so kann man deutlih eine stetige, aber sichere Sanierung der dur die 1897 er Mißernte stark aus dem Gleichgewicht gebrahten wirthschaftlihen Lage Serbiens feststellen. Dieser Fort- {ritt wird insbesondere durch folgende Ziffern deutlich iflustriert. Die Brutto-Handelsbilanz Serbiens, das heißt der Vergleich des Werthes der Ausfuhr mit jenem der Einfuhr, war im I. Vierteljahr 1898 passiv, die Einfuhr überstieg nämlich die Ausfuhr an Werth um 2,106 Mill. Dinar, während sie in der gleichen Periode des Fahres 1899 aktiv war und bereits 0,016 Mill. Dinar betrug. Am Sqlusse des I. Semesters 1898 erschien dieselbe Bilanz noch niedriger, sie war nämli mit 3,063 Mill. Dinar passiv, während die Aus- weise des I. Semesters 1899 {hon eine Aktivbilanz von 1,434 Mill. Dinar zeigten. Mit Ende September 1898 repräsentierte die Handels- bilanz bereits einen Aktivstand von 6,680 Mill. Dinar, während jene für die gleiche Zeitperiode des Fahres 1899 {on einen solchen von 12,516 Mill. Dinar ausmacht (Werth der Ausfuhr 44,297 Mill, Dinar, jener der Einfuhr 31,781 Mill. Dinar). Aus alledem ift zu folgern, daß auch das Schlußergebniß des Jahres 1899 ein günstigeres als jenes des Vorjahres sein dürfte, und wenn nicht noch_ im [leßten Augenblick unvorhergesehene Ereignifse eintreten, dürfte Serbien für 1899 eine Brutto-Handelsbilanz mit einem Aktivstande von über 20 Mill. Dinar aufzuweisen im \tande sein. Zieht man einen Ver- glei zwischen den Brutto-Handelsbilanzen der lettverflossenen fünf Fahre, so ergiebt sch Folgendes (Werth in Mill. Dinar): 1894: 11,142. 1895: 15,150. 1896: 19,938. 1897: 10,627.

1898: 16,890. Zieht man nun in Erwägung, daß Serbien in seiner handelspolitishen Gntwickelung dur die Mißernte im Jahre 1897

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