1900 / 41 p. 1 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Deutscher Reichs-Anzeiger

und

Königlich Preußischer Staats-Anzeiger.

Der DVezugspreis beträgt vierteljährlih 4 A 50 S. Alle Post-Anstalten unehmen Bestellung an; für Berlin außer den Post-Anstalten auch die Expedition 8W., Wilhelmftraße Nr. 32. Einzelne Nummern kosten 25 $.

Insertiouspreis für den Raum einer Druckzeile Z0 . Juserate nimmt an: die Köuigliche Expedition des Deutshen Reihs-Anzeigers und Königlich Preußischen Staats-Anzeigers Verliu $W,, Wilhelmstraße Nr. 32.

Berlin, Mittwoch, den 14. Februar, Abends.

M 414. 1900

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: dem Superintendenten und Pfarrer Dr. phil. Claaß zu Heinr im Kreise Danziger Höhe, dem Kaufmann, Konsul

einrih Brandt zu Danzig und dem Marine - Lazareth- her-Jnspektor a. D., Rehnungsrath Reimann zu Wilhelms- haven den Rothen Adler-Orden vierter Klasse, dem Rathmann und stellvertretenden Bürgermeister Zugust Ehlers zu Kappeln im. Kreise Schleswig und dem Beigeordneten, Kaufmann Gotthard Monreal zu Vallendar im Landkreise Koblenz den Königlichen Kronen-Orden vierter Klasse, ; dem Vollziehungsbeamten a. D. Tölke zu Göitingen, dem Kriminal-Shußmann a. D. Grobe zu Magdeburg, dem Polizei-Sergeanten Odenwald zu Halle a. d. S., dem Eisen- bahn-Lademeister a. D. Simroth zu Magdeburg-Neustadt, den Eisenbahn-Lokomotivführern a. D. Katscher zu Güsten im Herzogthum Anhalt und Mendel zu Magdeburg, dem Eisenbahn-Maschinenwärter a. D. Radi>e zu Sanders- [leben im Herzogthum Anhalt, dem Eisenbahn-Portier a. D. Karl Müller zu Habelschwerdt, dem herrschaftlichen Kutscher Joseph Schneider zu Ottwiß im Kreise Strehlen, dem Statthalter Friedri<h Wilke und dem Hofmeister Karl Manthe, beide zu Schöneberg im Kreise Angermünde, den Vorarbeitern Ernst Glufke zu Bernstadt im Kreise Oels und Adolf Dumsch zu Heinrihau im Kreise Münsterberg und dem Gnts-Nachtwächter Karl Baranowski- zu Neu- E im Kreise Graudenz das Allgemeine Ehrenzeichen, owie dem Bootsbauer Jürgen Schuldt zu Blankenese im F Pinneberg die Rettungs-Medaille am Bande zu ver- ihen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht :

bei Allerhöchstihrer Anwesenheit in England den nach-

benannten Personen folgende Ordensauszeichnungen zu ver- leihen, und zwar haben erhalten :

den Rothen Adler-Orden erster Klasse:

The Earl of Clarendon, dienstthuender Kammerherr, Sir Frederi> Marshall, Generalleutnant, Kommandeur des Regiments der I. Royal-Dragoons ;

den Königlichen Kronen-Orden erster Klasse:

The Lord Churchill, dienstthuender Ka mmerherr, Sir John Mc. Neill, Generalmajor, dienstthuender Stall- meister; | den Königlichen Kronen-Orden zweiter Klasse: Sir gites Reid, Baronet, Leibarzt Jhrer Majestät der ónigin, Grierson, Oberstleutnant, Militär-Attaché bei der englischen Botschaft in Berlin;

den Königlichen Kronen-Orden dritter Klasse: Muther, Sekretär Jhrer Majestät der Königin;

den Königlichen Kronen-Orden vierter Klasse: Collmann, Schloßinspektor, Lloyd, Haushofmeister, Thomas, Obergärtner, Morris, Sekretär im Ober-Hofmeisteramt, Dosse, Reisedirektor, Lidey, Stallmeister, pencer Collard, Verwalter des Windsor-Parks, sämmtlich in Windsor, edi on, Prinzliher Wildmeister, a>ellar, Prinzliher Obergärtner, Walker, Prinzlicher Gestütsdirektor, Di>ie, Prinzlicher Gestütsdirektor, sämmtlich in Sandringham.

Deutsches Reich.

Bekanntmachung.

Die nächste Neuauflage des Verzeichnisses der Biriin dier an der Stadt-Fernspreheinrihtung da oll bereits in den leßten Tagen des Monats März einen. In der Neuauflage werden alle Aenderungen Aufnahme finden, welche dur< die zum 1. April anszutührénden er- legungen von Fernsprehanshlüssen veranlaßt werden, sofern die betreffenden Anträge, soweit dies noch nicht geschehen sein sollte, spätestens bis zum 22. Februar den zu ändigen tadt-Fernsprehämtern inte . Die zum 1. April gekündigten Fernsprehanschlüsse werden in der Neuauflage niht mehr aufgeführt werden. Diejenigen eilnehmer, welche ihre Fernsprehanschlüsse troß der bereits K olgten Kündigung noh über den 1. April hinaus behalten ollen, haben aher die Zurü>knahme der Kündigung un-

bedingt bis zum 22. Februar s<hriftli< der Ober- Postdirektion anzuzeigen. Berlin C., den 13. Februar 1900. Kaiserliche Ober-Postdirektion. _Griesba.

In Elsfleth -wird am 15. Februar d. J. mit einer Seeschiffer-Prüfung für große Fahrt begonnen werden.

Bekanntmachungen des Königlich bayerishen Staats-Ministeriums des Jnnern,

betreffend die Genehmigung zur Ausgabe von Hypotheken-Pfandbriefen. ; T.

Gemäß S 795 des Bürgerlichen r v wurde der Süddeutschen Bodenkreditbank in München die Ge- nehmigung ertheilt, innerhalb des geseßlih zulässigen Maximal- betrags eine neue Serie (Nr. 53) 4°%/iger unverloosbarer Hypotheken-Pfandbriefe auf den Jnhaber, welche bis zum 1. Januar 1906 unkündbar sind und von da ab innerhalb längstens 50 Jahren im Wege der Kündigung mit viertel- jähriger Frist oder im Wege freihändigen Nückkaufs eingelöst werden, im Nominalbetrag von 20 Millionen Mark in Verkehr zu bringen.

München, den 10. Februar 1900.

Königliches Staats-Ministerium des JFnnern. Freiherr von Feiliß\<.

TI

Der Bayerischen Vereinsbank in München wurde die staatliche Genehmigung zur Ausgabe einer neuen Serie (XVII1) 49% iger Hypotheken - Pfandbriefe auf den ZJnhaber im Betrage von 10 Millionen Mark, eingetheilt in Stü>ke zu 5000, 2000, 1000, 500, 200 und 100 Æ, bei welchen die Verloosung und Kündigung 10 Jahre lang, d. i. bis zum Jahre 1910, ausgeschlossen ist, ertheilt.

München, den 10. Februar 1900.

Königliches Staats-Minisfierium des Jnnern.

Freiherr von Feilißs\<.

TTI

Der Vereinsbank in Nürnberg wurde die staatliche Genehmigung ertheilt, eine neue Serie (XX) 4 9% iger Boden- kredit-Obligationen (Hypotheken-Pfandbriefe) auf den Jnhaber, bei welhen Verloosung und Kündigung bis zum Jahre 1905 ausgeschlossen ist, in der Höhe von zwanzig Millionen Mark, eingetheilt in Stücke zu M, 2000 M, 1000 M, 500 M, 200 M und 100 MÆ, in Verkehr zu bringen.

München, den 10. Februar 1900.

Königliches Staats-Ministerium des JFnnern.

Freiherr von Feilißs\<.

Jn der Ersten Beilage zur heutigen Nummer des „Reichs- und Staats-Anzeigers“ wird eine Nachweisung der Ein- nahme an Wechselstempelsteuer im Beuliken Reich für die Zeit vom 1. April 1899 bis zum Schluß des Monats Januar 1900 veröffentlicht.

Königreich Preußen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht : die Wahl des Rittergutsbesißers Theodor von Plate

zu Stellenfleth zum Mitgliede der Direktion des Bremenschen rittershaftlihen Kredit-Vereins zu bestätigen.

Auf den Bericht vom 7. Dezember d. J. will Jh das der Stadtgemeinde Solingen dur<h Meine Ordre vom 7. Zuni d. J. auf Grund des Geseßes vom 11. Juni 1874 (G.-S. S. 221) verliehene Recht, die zum Bau einer Thal- sperre im Sengbachthale erforderlihen Grundstü>ke im Wege der Enteignung zu erwerben, auf dasjenige Grundeigenthum

iermit uad Siten welches na< den anbei zurü>folgenden

länen zur völligen Durchführung des Untecnehmens, ins- besondere für die Anlagen zur Reinigung des in dem Stau- be>en angesammelten Wassers und zum Schuße der Reinigungs- anlagen noch erforderlich ist.

eues Palais, den 18. Dezember 1899. Wilhelm R.

Freiherr von Hammerstein. Brefeld. Freiherr von Rheinbaben.

An die Minister der öffentlihen Arbeiten, für Land- wirthschaft 2c., für Handel 2c. und des Jnnern.

Thielen.

Ministerium für Landwirthschaft, Domänen und Forsten.

Thierärztlihe Hochschule in Berlin.

Bekanntmachung.

Auf Grund des $ 13 der Vorschriften über die Prüfung der Thierärzte vom 13. Juli 1889 (Centr.-Bl. f. d. D. R. S. 421) bringe ih hierdur< zur Kenntniß, daß mit der Ab- haltung der thierärztlihen Fahprüfung am Montag, den 2. April 1900,

begonnen wird. Die Meldungen zu dieser Prüfung sind spätestens bis zum 26. März d. J. an mich einzureichen. Berlin, den 12. Februar 1900. Der Rektor der Thierärztlihen Hochschule. Die>erhoff.

Ministerium für Handel und Gewerbe.

Der Berg-Jnspektor Franz Hoechst vom Steinkohlen- bergwerk am Deister bei Barsinghausen ist zum Bergrevier- beamten mit dem Titel E ernannt und nah Kattowiß (für das Bergrevier Nord-Kättowiß) verseßt worden.

Kriegs-Ministerium.

Auf den Mir gehaltenen Vortrag genehmige Jch die an- liegenden Bestimmungen über die Dienstzeit der Volksschullehrer und Kandidaten des Volksshulamts. Das Kriegs-Ministerium hat das Weitere zu veranlassen.

Berlin, den 8. Februar 1900. Wilhelm R.

i S von Goßler. An das Kriegs-Ministerium.

Bestimmungen über die Dienstzeit der Volksschullehrer und Kandidaten des Volks\hulamts vom Jahre 1900 ab.

1) Auf Volksschullehrer und Kandidaten des Volksshulamts, welche ihrer aktiven Dienstpflicht als agi Feeroige ge- nügen wollen oder genügen, finden die in der Wehr- und Her aran enthaltenen Bestimmungen über

reiwillige“ Anwendung.

2) Alle übrigen Volksschullehrer u. s. w., welhe ihre Befähigung für das Schulamt in vorschriftismäßiger Prüfung nachgewiesen haben, sind vom Jahre 1900 ab t einjähriger aktiver Dienstzeit bei einem Jafanterie:-Regiment zur Reserve zu beurlauben.

3) Sofern sie niht hon beim Ober-Ersaßgeschäft aus- gehoben werden, sind sie dur<h die zuständigen Ersaßz- kommissionen (W.-O. $8 26, 2 und 8 25, 2—4 für noh< niht im militärpflihtigen Alter befindlihe Bewerber sinn- gemäß angewandt —) im Februar oder August außertermin- lichen Musterungen zu unterwerfen.

4) Jhre Einstellung findet möglichst unmittelbar an dèm nah dem Seminarschlußtermin folgenden 1. April oder 1. Of- tober statt. Schwierigkeiten, die threr sofortigen Einstellung zu diesen Zeiten aus den Vorschriften über die Loosung er- wachsen, können sie dur< Verzicht auf die Vortheile der Loo g Er ornung S 63,8 und 8 66, 2) begegnen. Noch nicht militärpflichtige tauglihe Volksschullehrer u. s. w. dürfen fih zum Diensteintritt freiwillig bereit erklären. Der Ausstellung eines Meldescheins bedarf es in diesem Falle nicht.

5) Ein Recht auf die Wahl des Truppentheils haben die U Een Lehrer u. \. w. nit, vielmehr werden fie dur< die General - Kommandos bezw. die Großherzoglih Hessische (25.) Division auf die Jnfanterie-Truppentheile ihres Bezirks vertheilt. Dabei ist den Wünschen der Lehrer möglichst Rechnung zu tragen.

6) Wegen Anrechnung der eingestellten Lehrer u. \. w. auf die Rekrutenzahlen wird durch die alljährlihen Rekrutie- rungsbestimmungen das Weitere festgeseßt werden.

7) Die demselben Truppentheil überwiesenen Lehrer u. \. w. sind grundsäßlih gemeinschaftlih unterzubringen, soweit dies nah $ 21, 2 der Garnisonverwaltungsordnung gestattet ift. Sie nehmen, soweit mögli, an der Rekrutenausbildung der Einjährig-Freiwilligen theil, treten alsdann in die Kompagnie ein und find, insoweit sie sich nah ihrer militärishen Be- anlagung und ihrem Diensteifer hierzu eignen, nah Anord- nung der Regiments-Kommandeure zu Unteroffizieren des Be- urlaubtenstandes auszubilden.

Jhre Verwendung in den Geschäftszimmern if aus- geshlo}sen.

Diejenigen Volksschullehrer u. s. w., welche sich gut geführt und ausreichende Dienstkenntnisse erworben haben, dürfen Gef „mindestens se<smonatiger Dienstzeit zu überzähligen Gefreiten ernannt,

diejenigen, welche bei musterhafter Führung und Haltung Hervorragendes geleistet haben, bei der Entlassung aus dem betórde E ausnahmsweise zu überzähligen Unteroffizieren

eföórdert,

„Einjährig-